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E_1933_Zeitung_Nr.062

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stand, gepaart mit

stand, gepaart mit innerer Feierlichkeit und schlichtem, einfachen Sinn, denn alles Grosse ist einfacher Art. Oberflächliches, hohles Getue, Klimbim auffälliger Art ist .abzulehnen. Es kommt auch hier, wie überall, wo es ernst gilt, entscheidend auf den Anteil des Herzens an. Heuer nun fällt das Ergebnis der Bundesfeierspende zur einen Hälfte an den schweizerischen. Naturschutz, zur. anderen Hälfte an den schweizerischen . Heimatschutz. Jedem Freunde der Naiur — und gerade der Automobilist gehört in die vorderste - Reihe, weil er die Landschaft intensiv,erlebt — kommt diese Zweckbestimmung geradezu aus dem sondern eine r aus Blut gezeugte Wirklichkeit mit Verpflichtungen an die heutige Genera- Der Gedanke der demokratischen Ge- Herzen. Sie fügt sich auch trefflich in dention. Rahmen des 1, August. Bauern, Waldleute meinschaft,, entsprungen der Idee der Freiheit, muss dem Tag den Charakter aufprä- haben unseren Bund gegründet, Woraus-' mit, der Zeit die heutige' Eidgenossenschaft ent-'' gen und ihn adeln. Inbrunst weckt Begeisterung, schafft Täte«. Schlicht und wahrhaftig stand. Natur und Heimat sind" die. Leitmotive, die im Glockenton, Lied, .Wort und Freu&en- wie das Wort sei auch die Verwirklichung - v feuer am I. August erklingen. Wie soll sich nun unsere wichtige Bundesfeier abspielen?- So, wie sie sich . eingelebt; hat, vor allem aber: aus dem Herzen heraus 1 und ehrlich! Die einen* wollen für sich indes Herzens Kämmerlein der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gedenken. Andere beanspruchen einen Massenaufmarsch, Bundesfeuer, Lampionumzug der Kinder, Musik, Lied, Ansprache, Fahnen, Flaggen und'Fakkeln. Wieder andere begehen das Fest mehr gesellschaftlich in Analogie des Auslandes: Feiertäglich, Feuerwerk, Ball. (Wir wissen, genau, dass gerade diese 'Form, speziell in Fremdenorten natürlich erwachsen, vielen ein Dorn im Auge ist, nur zwar aus dem ganz, unbegreiflichen Grunde, dass ihnen, in Missbilligung unserer volkswirtschaftlich bedeutsamen Touristik überhaupt die Fremder! und die Hotels auf die Nerven gehen, als wenn' ein Spezialmenü, Feuerzauber, Tanz, Betrieb geschäftlicher Art an und für sich den Wert des inneren Niveaus drücken würden, was nicht ohne weiteres der Fall ist, sofern, auch diese Form die Würde des Tages stilvoll respektiert.) Und schliesslich gibt es eine. Gruppe, die die Feier ausschliesslich der Schule und der Kirche vorbehalten lassen möchte. Alle diese Festformen haben irgendwie ihre Berechtigung. Die Wahl ist und bleibt "Geschmackssache. Was die Ansprache betrifft,» so ist sie unumgänglich. Nach Versuchen ohne Rede wurde sie von den Massen spontan verlangt, unter dem ausdrücklichen Hinweis, der vaterländische- Ehrentag werde doch * noch, einen Redner aufbringen. Glocken, Musikund Liedervorträge, Bundesfeuer, Lampions, auch Feuerwerk (ohne Knallfrösche, Schwärmer, Kanonenschläge und dergleichen brutale «Klepfereien» natürlich!) stehen dem Geburtstag unserer Schweiz sehr wohl an. Dabei setzen wir voraus, dass die ganze Einwohnerschaft, ohne jegliche Ausnahme, mitmacht, für Liebeswerk, mit dem Tag verbunden, unterstreicht den sozialen Tatgedanken der Nation, wozu sie gezwungen ist aus Selbsterhaltungstrieb. Der Patriotismus ist nicht tot, wie vielfach behauptet wird, sondern er lebt latent, wie ihn gerade die Frontenbewegung unserer Tage neu entdeckt hat. Unser verschiedenartiges Land, unsere Mehrrassigkeit und unsere Vielsprachigkeit lassen eine Unmenge lokaler Variationen im Feststil zu. Jede Art hat ihr Existenzrecht, sofern sie ernsthaft gemeint ist. Eingedenk der Ahnen grüssen wir unsere neue Schweiz, die wir, in Fortsetzung unserer Demokratie, erschaffen müssen. Mit Forderungen allein 'kommen wir nicht aus. Der Einsatz eigener Leistungen in Form von Opfern ist vonnöten» Die Schweiz ist kein erdichtetes Schlaraffenland der Träume, . Gottfried Keller. Bundesfeier: Tajr -der Besinnung auf d*s Waldesdickicht der Nation, das jetzt für einen eigene Wesen! Was lä*e näher, als in diesen Augenblick vor den Wald heraustritt an die bewegten Zeiten 4ie Aawuer Schütwnfestrede eines wahren Eidgenossen aus Gottfried Kellers Sonne des Vaterlandstages, um gleich wieder *. Fähnlein der sieben Aufrechten» •wieder einmal zur eigenen Beherzigung zu lesen? brausen mit den tausend anderen Kronen in zurückzutreten und mit zu rauschen und zu der heimeligen Waldnacht des Volkes, wo nur « Liebe Eidgenossen! wenige sich kennen und nennen können und Wir sind da unser acht Mannli mit einem doch alle vertraut und bekannt sind. Fähnli gekommen, sieben Grauköpfe mit einem jungen Fähndrich! Wie ihr seht, trägt Schaut sie an, diese alten Sünder! Sämtliche stehen sie nicht im Gerüche besonderer jeder seine Büchse, ohne dass wir den Anspruch erheben, absonderliche Schützen zu Heiligkeit! Spärlich sieht man einen von sein; zwar fehlt keiner die Scheibe, manchmal trifft auch einer das Schwarze; wenn sind sie nicht wohl zu sprechen! Aber ich ihnen in der Kirche! Auf geistliche Dinge aber einer von uns einen Zentrumschuss tun kann euch, liebe Eidgenossen, hier unter sollte, so könnt ihr darauf schwören, dass freiem Himmel etwas Seltsames anvertrauen: es;nicht mit Fleiss geschehen ist Wegen des so oft das Vaterland in Gefahr ist, fangen Silbers, das wir aus eurem Gabensaal forttragen werden, hätten wir also ruhig können jeder leise für sich, dann immer lauter, bis sie ganz sachte an, an Gott zu glauben; erst zu Hause bleiben! sich einer dem andern verrät und sie dann zusammen eine wunderliche Theologie treiben, deren erster und einziger Hauptsatz Und dennoch, wenn wir auch keine ausbündigen Schützen sind, hat es uns nicht hinter dem Ofen gelitten; wir sind gekommen, an Freudentagen, wie der heutige, wo viel lautet: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! Auch nicht Gaben zu holen, sondern zu bringen: Volk beisammen ist, und es lacht ein recht ein bescheidenes Becherlein, ein fast unbescheiden fröhliches Herz und ein _ neues _ um in diese theologischen Gedanken und sie blauer Himmel darüber, verfallen sie wieder- Fähnli, das mir in der Hand zittert vor Be- gierde, auf eurer ~Fahnenbürg zuwehen! Das | ü 5 en sich dann ein, der liebe Gott habe das Freundschaft in der Freiheit! Ja, es ist so->r d f r Qefahr , " n ?. m de F ^ndQ zusageri die Freundschaft in Person, welche wir zum Feste führen, die Freundschaft von Vaterlands wegen, die Freundschaft aus Freiheitsliebe! Sie ist es, welche diese sieben Kahlköpfe, die hier in der Sonne schimmern, zusammengeführt hat vor dreissig, vor vierzig Jahren, und zusammengehalten durch alle Stürme, in guten und schlimmen Zeiten! Es ist ein Verein, der keinen Namen hat, keinen Präsidenten und keine Statuten; seine Mitglieder haben weder Titel noch Aemter, es ist ungezeichnetes Stammholz aus dem AUTOMOBIL-REVUE 1933 - 63 des Versprechens, das sich die Nation an diesem hohen Tage gelobt. Die natürlichste, einfachste, schlichteste Bundesfeier beging ich in dörflicher, ja älplieher Abgeschiedenheit, im Verein mit Bauern und Hirten, am Saum eines Feuers, pfeifenrauchend, schweigend, lauschend, die Augen vom Lueginsland den Sternen des Himmels und den Höhenfeuern rings im nächtlichen Kreise zugewandt. Diese Predigt der Stille, dieser Holzstoss, selber mühsam zusammengetragen, nährte ein Feuer innerlich lodernder Art. Das Zunachten, die Unverfälschlichkeit der Stimmung, die gedrungene, erdgewachsene Gestalt der Umwelt, die Andacht der Stunde, der Zauber des Anlasses, die Mahnung des Himmels angesichts der sommerlichen Erde in ihrer Pracht waren ein einziger, zu Tränen ergreifender Zusammenklang der Seele und der Stunde, die sich zu einem stummen Gebet im Tempel der Heimat vereinten. Rede eines wahren Eidgenossen Fähnli nehmen wir aber wieder mit, es solL-S c hweizerpanier herausgehängt am hohen nur seine Weihe bei euch holen! Seht, was "Himmel/nnd das schön| Wetter .extra für -uns mit goldener Schrift drauf geschriebön stefffPf ffi^*-! In .beiden- Fällen, in der Stunde ^r Freude sind sie dann plötzlich zufrieden mit den Anfangsworten unserer Bundesverfassung: Im Namen Gottes des Allmächtigen! und eine so sanftmütige Duldsamkeit beseelt sie dann, so widerhaarig sie sonst sind, dass sie nicht einmal fragen, ob der katholische oder der reformierte Herr der Heerscharen gemeint sei. Kurz, ein Kind, welchem man eine kleine Arche Noah geschenkt hat, angefüllt mit bunten Tierchen, Männlein und Weiblein, kann nicht vergnügter darüber sein, als sie über das liebe Vaterländchen sind mit den tausend guten Dingen darin, vom bemoosten alten Hecht auf dem Grunde seiner Seen bis zum wilden Vogel, der um seine Eisfirnen flattert. Ei, was wimmelt da für ein verschiedenes Volk im engen Raum, mannigfaltig in seiner Hantierung, in Sitten und Gebräuchen, in Tracht und Aussprache! Welche Schlauköpfe und welche Mondkälber laufen da nicht herum, welches Edelgewächs und welch' Unkraut blüht da lustig durcheinander, und alles ist gut und herrlich und ans Herz gewachsen; denn es ist im Vaterland. So werden sie nun zu Philosophen; den Wert der irdischen Dinger betrachtend und erwägend; aber sie können über die wunderbare Tatsache des Vaterlandes nicht hinaus-, kommen. Zwar sind sie in ihrer Jugend, auch gereist und haben vieler Herren Länder gesehen, nicht voll Hochmut, sondern jedes Land ehrend, in dem sie rechte Leute fanden; doch ihr Wahlspruch blieb immer: Achte^ jedes Mannes Vaterland, aber das deinige ; liebe! Wie zierlich und reich- ist es aber auch gebaut! Je näher man es ansieht, desto reicher ist es gewoben und geflochten, schön und dauerhaft, eine preiswürdige Handarbeit! Wie kurzweilig ist es, dass es nicht einen eintönigen Schlag Schweizer, sondern dass es Zürcher und Berner, Unterwaldner und Neuenburger, Graubündner und Basler gibt und sogar zweierlei Basler! Dass es eine Appenzeller Geschichte gibt und eine Genfer Geschichte; diese Mannigfaltigkeit in der Einheit, welche Gott uns erhalten möge* ist die rechte Schule der Freundschaft, und erst da, wo die politische Zusammengehörigkeit zur persönlichen Freundschaft eines ganzen Volkes wird, da ist das Höchste gewonnen! Denn was der Bürgersinn nicht ausrichten sollte, das wird die Freundesliebe vermögen, und beide werden zu einer Tugend werden! Diese Alten hier haben ihre Jahre in Arbeit und Mühe hingebracht; sie fangen an, die Hinfälligkeit des Fleisches zu empfinden, den einen zwickt es hier, den andern dort. Aber sie reisen, wenn der Sommer gekommen ist, nicht ins Bad, sie reisen zum Feste. Der eidgenössische Festwein ist der Gesundbrunnen, der ihr Herz erfrischt; das sommerliche Bundesleben ist die Luft, die ihre alten Nerven stärkt, der Wellenschlag eines frohen Volkes ist das Seebad, welches ihre steifqn Glieder wieder lebendig macht. Ihr werdet ihre weissen Köpfe alsobald untertauchen sehen in dieses Bad! So gebt uns nun, liebe .Eidgenossen, den Ehrentrunk! Es, Lebe, die- Freundschaft im Vaterlande! Es lebe, die Freundschaft in der Freiheit! » Die neue Zigarette Cts. 20 Stück G r o s s fo r m a t Ist wirklich vorteilhaft Gut essen und trinken im • EESTAURANT RÜRGLI Zürich-Wollishofen Kilchbergstr. 15 - Tel. 50.460 HeimeligeLokalitäten für Sitzungen, Hochzeiten etc. Es empfiehlt sich: Chr. Eichenberger. - Günstige -Parkierung bei der Kirche. N e u - E r ö f f n u n g Kunststopferei „ MODERNA" Stampfenbachstrasse 48 - H. Bähni - Telephon 47.388 Kunststopferei und Kunstweberei Bügel-, Reparatur-, und Reinigungsatelier für sämtliche Herren- und Damenkleider. Chemische Reinigung und Färberei Rufen Sie nur an: Zürich, Tel. 47.388 Wird sofort abgeholt und prompt zugestellt. Ferien Photos müssen sorgfältig und gut ausgeführt sein, darum lassen Sie dieselben im Spezialgeschäft von Optiker F.Lüthy Storchtngasse 13 ZUERICH 1 verarbeiten. Verlangen Sie unsere Posttaschen. Rascher Postversand. - Parkplatz vis-ä-vis dem Laden oder Weinplatz und Münsterhof. Warum sollten. 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N° 63 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 19 HD» « ' ff BEB IT m. Schweizerische Bekleidungsindustrie und Heimatschutz Wenn wir durch die Lande fahren, grüsst uns neben Kirchtürmen, breiten Bauernhöfen und stattlichen Bauten aller Art oft und oft eine Fabrikanlage, in der emsig gearbeitet wird. Vielmals fahren wir uninteressiert vorbei, fragen kaum, was in diesen Bauten aus Eisen und Qlas vor sich geht. Vorab die Frauen kümmern sich, soweit sie nicht irgend ein persönliches Interesse leitet, kaum um die einheimische Produktion. Mit Eifer wird in den Blättern nach Bildern von Filmstars gesehen und viele Frauen wissen ganz genau, wo dieses oder jenes Modellkleid in Paris entstanden ist, wer die apartesten Stoffe in Frankreich fabriziert und welche englische Marke einen guten Regenmantel verbürgt. Aber nach dem Namen der Schweizer Produzenten fragen sie nicht, noch nach dem Ort der Herstellung vieler Dinge, die sie laufend benötigen und selbst tragen. Aber vielleicht ist nun, nicht zuletzt durch die zahlreichen Bestrebungen, Industrie und einheimisches Gewerbe vor dem Untergang zu bewahren, doch in einzelnen Leserinnen der Wunsch entstanden, sich von der Textilproduktion vor allem einmal ein Bild zu machen. Wir brauchen Kleider und Wäsche, Schuhe nnd Strümpfe, Handschuhe, Taschen und Pelze; tragen Uhren und Schmucksachen, benötigen Schirme und Gepäck. All diese Industrien sind in der Schweiz reichlich und qualitativ hochstehend vertreten. In verschiedenen Landesteilen sind Spinnereien und Webereien angesiedelt, welche sowohl Garne wie schöne Woll-, Baumwoll- und Seidenstoffe herstellen, die sowohl praktisch wie * der Mode entsprechend herausgebracht werden. Elegante wollene Mantelstoffe, feine Crepe- und andere Wollstoffe für Kleider, Sportstoffe von grosser Schönheit, nach den Modevorschriften gerichtete Kammgarn-Neuheiten für Herrenanzüge, die vielfach mit englischen Nouveautes zu wetteifern geeignet sind, Mantelstoffe auch für Herren, Gewebe für Westen, für Morgenkleider, aparte Reisedecken, dies alles wird in der Schweiz fabriziert. Eine umfangreiche Trikotindustrie verarbeitet ebenfalls viel Wolle, greift auch zti Kunstseidegarnen, die ebenfalls schweizerischen Ursprungs sind, samt Seide und anderen Gespinsten. Und was diese Industrie an Kleidern, Mänteln und Blusen herstellt, gehört zum Schönsten, was auf diesem Gebiet überhaupt produziert wird. Der Ruf unserer Seidenindustrie ist altbekannt. Sie gerade hat gegenwärtig durch Exportschwierigkeiten zu leiden. Aber unsere Frauen, die vielfach das Gefühl für wahre Qualität verloren haben, fragen zu wenig nach diesen Erzeugnissen. Kürzlich waren Schweizer Seiden in kleiner Auswahl neben modischen Wollstoffen ausgestellt, da konnten wir uns von deren Schönheit leicht überzeugen. Fragen wir nach ihnen in den Geschäften und tun wir dies auch bei Wollstoffen, wie bei den Erzeugnissen der Trikotund Strumpfindustrie! Vor kurzem erst hat die ostschweizerische Baumwoll- und Ausrüstindustrie einen grossen Erfolg mit ganz neuartigen Organdis, vor allem mit dem leicht gekreppten, karierten, gestreiften und überdruckten Crepe Ondor, davongetragen. Grosse Pariser Häuser stellen entzückende Toiletten daraus her, deren Aufnahme wir auch gerne in der Schweiz sehen würden. Neue, schlichte Stickereimuster mit Ringen, Karos und kleinen, geometrischen Effekten kommen dazu. Gibt es etwas Reizvolleres als die an den Rändern in ganzen Reihen von Durchbrüchen gearbeiteten Damentaschentücher, die fleissige Appenzellerinnen herstellen? Wer kennt all die schönen Tül!- gewebe, die für Abendtoiletten in der Schweiz fabriziert werden? Wer fragt, ob die grosskarierten Seidenbänder für Hutgarnituren, wie für Echarpen baslerischer Provenienz sind? Und wer von den Frauen weiss, dass Ecossais überhaupt Basler Spezialität ist wie Samtbänder? Sie alle, samt gros-grains, werden gerne getragen und bei uns fabriziert. Dann ist die weitverzweigte Leinenindustrie zu erwähnen. Sie stellt neben vorzüglichem Reinleinen für Wäschezwecke verschiedener Art auch neuartiges Kleiderleinen her, das teilweise wenig knittert; daneben Schürzenstoffe, die sich gut eingebürgert haben, die farbenfroh und frisch aussehen. Kunstseidene Stoffe gibt es ebenfalls bei uns in schöner Qualität. Wie die reinseidenen Qualitäten, werden sie farbig bedruckt, oder in schönen Unitönen gefärbt. Aus all *den Geweben werden von einer entwickelten, was Verarbeitung und modischer Chik angeht, sehr ausgebildeten Industrie sowohl Kleider wie Mäntel fabriziert. Jeder Genre ist vertreten; Zweckmässigkeit, guter Schnitt und schöne Ausführung zeichnen diese Modelle aus. Im engen Kontakt mit Paris, unter Uebernahme und selbständiger Verarbeitung der jeweils frischen Ideen, geht diese Fabrikation vor sich. Zu wenig ist dies bekannt. Um diese Erzeugnisse sollten sich die Frauen' noch mehr kümmern. "' J Was für schöne Seidenwäsche wird doch bei uns fabriziert, aus so wertvollen Stoffen, in zarten Modefarben wie in Weiss, auch in Schwarz. Wie reizvoll ist die mit ä jours- Borten verzierte Trikotwäsche, die gegenwärtig in vielen Varianten die Schaufenster schmückt. Wie gut sehen die Erzeugnisse der mehr und mehr aufblühenden Korsettindustrie aus, die hygienisch und doch in schönen Linien gehalten sind; auch die nötigen Materialien werden im Lande hergestellt. Gerne hüllen sich die Frauen in kokette Morgenkleider, die allerlei Gestalt annehmen können. Auch für sie sorgt die Industrie, auch grössere Ateliers. Nur kurz möchten wir auf all m& a Im Herzen der Heimat: Der kleine, verträumte LoweKereee. im Hintergrund überragt von den beiden Mythen. (Photo GabereU,.) Heimat Gertrud Bürgi. Heimat: Das ist die Bank vor dem Hause, der Holunderbusch, der sich an seine schadhafteste Ecke schmiegt, die zart spiegelnde Fensterscheibe, die den Kuss der Sonne trägt, das Meer von Grün, welches die schlummernden Hügel umgibt, der Bach, der sich lachend dem Fluss in die Arme wirft. Heimat: Das ist das Auge Eines, der dich liebt, ist der Mund, der Worte der Liebe stammelt, ist die Hand, die dich, auch wenn sie müde im Schosse liegt, segnet. Das ist der Klang eines Hufes in den Gassen, die Melodie eines Liedes im kleinen, verträumten Garten, ist Einst und Jetzt, Frage und Antwort eines dir zugehörigen Herzens. Und das alles bleibt —? Ja, etwas davon ist immer da, manchmal in veränderter Gestalt, so dass du es kaum zu erkennen vermagst, dennoch, ganz verschwindet es nie, selbst wenn es nur als Erinnerung, als selige Fata Morgana sein eigenes Leben lebt. Schweres und Leichtes, Leid und Freude birgt das Wort Heimat, aber der Zauber, der auf Liebe gründet, hilft tragen. Und warum soll man nicht vergessen, was will, dass man es vergisst —? Man trägt eine Last und eines Tages legt man sie ab. « Schau vorwärts, Werner, nnd nicht hinter dich » und die tapfere Stauffacherin hob beschwörend die schlanken Finger gen Himmel. Auch das ist Heimat: Dieses Wegzeigen, dieses Zur-Seite-stehen und Mittragen. Das ist vom Schönsten, was die Frau dem Manne tun kann, das Wichtigste, was das Leben uns zu lehren vermag; ach, was ist dagegen der Schnickschnack, mit dem wir uns (wir sagen dem Manne zulieb!) verwöhnen und vertändeln — mit dem wir uns über der Tage Leere hinweg zu täuschen suchen, Tage, die ohne Wert und Sinn, nur unnützem Zeitvertreib dienen. Wenn das wieder anders wird, wird auch der Jammer der unglücklichen und unverstandenen Ehen verstummen, wird wieder das Wort sich erfüllen: Heimat ist da, wo man geliebt wird! die- konfektionierten Artikel hinweisen, die ausländischer Ware Umschau zu halten, bei aus kleineren Fabriken oder Ateliers aus ge- einer so entwickelten Industrie, die mit auf schickten Händen hervorgehen, und die dem Weltmarkt die Mode schafft. Und wenn Massschneiderei erwähnen, die manches Kleid wir Sportschuhe wollen, stehen sie uns in herausbringt, das den Pariser Originalen vollendeter Ausführung für alle Sportzweige nicht nachsteht. Für den ausgedehnten Be- zur Verfügung. Schöne Strümpfe, heute die darf sorgen Hutfabriken, die aus Filz, Samt graziösen Netzstrümpfe, kommen ebenfalls und anderen Materialien Hüte fabrizieren, aus Schweizer Fabriken, wie Herrensocken in Doch für anspruchsvolle Kundinnen arbeiten riesiger Auswahl. zahlreiche, mit wirklichem Formsinn begabte Und da wollen wir gleich der Herrenwäsche Modistinnen nach Mass. Ausgedehnt ist das gedenken, die sich durch besondere Neu- Kürschnereigewerbe, das auch einheimische heiten auszeichnet, wie der Krawattenstoff- Pelze verwendet, und in der Konfektionierung und Krawattenfabrikation, die wirklich farbenoder Massarbeit von Mänteln und Jacken und schöne, fein gemusterte Sachen vor uns hinsonstigen Pelzstücken Meister ist. Wenn wir legt Welche Frau, wenn sie so etwas als. Schuhe brauchen, ist es nicht nötig, nach Geschenk kauft, fragt nach schweizerischem Für den Durst Meine Uhr mein Schmuck Keine Reise keine Ferien ohne Kamera! 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