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E_1933_Zeitung_Nr.062

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 63 Auch das Autofahren macht durstig und mancher Automobilist wird gerne an einem Idyllischen Orte anhalten, wenn er im Wagen feingekühlte Flaschen und frischen Proviant mitführt. - So ein FRIGO-TOURING, Trockeneis- Kühlschrank «en miniature», kostet nur Fr.48.50 und leistet unzählige Dienste, nicht zuletzt im Garten und zu Hause. Fricar A.-Q., Sonnenquai 3, Zürich Grüter-Suter, Hirschmattstrasse 9, Luzern Kiefer A.-G., Bahnhofstrasse 18, Zürich Kiefer A.-Q., Gerbergasse 14, Basel DIE GROSSE NEUHEIT DER BADESAISON 1933 Das entzückende Strandkleid Neueste aparte Modelle in Strand-Pyjamas und Badeanzügen, in bester Schweizerwolle. Massige Preise. Badkleider von 6.50 an. Massanfertigunq. A.-G. Gautschy-Kuhn Fabrik feiner Strick- und Wirkwaren ZÜRICH, Seidengasse 12 Der Tourenonkel Bei der Alpenpasskontrolle, Fiel der Onkel aus der Rolle, Liess den Wagen Wagen sein, Berannte einen hohen Stein, Und still vergnügt notiert er da, Was er von dieser Höhe sah. Für autotouristische Auskünfte wenden Sie sich jederzeit an das Touristikbureau der Automobil-Revue Bern Telephon 28.222 Alle Auskünfte kostenlos. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O, R, Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer. Offizielle Ausgabe des T. C, S. I N N E R T A L FEUSISBERG Motel Frohe Aussicht = T, C. S. -r Altrenommiertes Haus f. Küche und Keller. Spezialität: Bachforellen. Grosser Sa&L Prächtige Terrassen. Grosse Loggia- Zimmer. — Waldparkanlagen. Garage. Tel. 197.1. R. Suter-Feusi, Bes. 12 km von Siebnen auf schöner Bergstrasse. Treffpunkt der Automobilisten. Garage. Grosser Autopark. Telephon Nr. 21. Familie Spiess. idealer u. schönster Ausflugs- sowie Aufenthaltsort am Zürich- See; im Zentrum der bedeutenden Durchgangsrouten von der West- und Zentralschweiz nach der Ostschweiz. Bestrenommierte Hotels. Offizielles Verkehrsbureau. Bestbekanntes Haus direkt an der Strasse nact» Schwyz u. Einsiedeln. Vorzügliche Küche u. Keller. Stets lebende Forellen. Schöne Fremdenzimmer zu bescheidenen Preisen. Garage. Tel. 6.12. Farn, ntnnesser. Bes. Erstes Haus am Platze, gegenüber der Wallfahrtskirche. Restaurat

Bundesfeier-Sondernummer Bern, Freitag, 28. Juli 1933 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 63 Die Geburt der Eidgenossenschaft Meinrad Dem kürzlich im Montana-Verlag, Horw (Lntern) erschienenen wundervollen Buch des inner- der Ritter mit gemachter Leutseligkeit, sprang volk allerorten ausser Rand und Band», rief echweizerischen Schriftstellers Meinrad Inglin •«Jugend eines Volkes », das in schöner dichterischer Freiheit die Geschichte der Eidgenossen- Ebenbürtigen. , ab und schritt zum Ammann wie zu einem »schaft neu erzählt, entnehmen wir die nachfolgende Stelle der Beschwörung: des ersten Bundes: strenge gegen sein sonstiges Verfahren gut-* Diesen falschen Anschein, den sich der Ge- , *... Mit dem heitern, kräftig gemachen Dafcein des Ammanns und hablichen Bauern von cher, wie er den friedfertigen Ton der Rede willig verlieh, durchschaute der Bauer so si- Stauffach war es jetzt vorbei. Als erkorener durchhörte. «Wir Ammänner führen die Zügel nicht nach unserem eigenen Willen», ent- JWächter hielt er alle Sinne unablässig nur Hoch auf die Stärke des Gewitterwindes gegegnete er kühl. Am Vierwäldstättersee - See der Heimat. (Photo Metzig.) Bathaus von Schwyz, dessen Wände Fresken aus der Ge- Bchiohte der Eidgenossenschaft Eieren, (Photo Wegmann.) richtet, der aus Vogtsburgen wie aus Genossenschaften des Volkes blies, und als er sich ein einzigmal noch untertags zur Ruhe wandte, zu einer frühen Feierabendstunde friedlichen Vergessen« vor seinem schönen, neuen Haus zu Steinen, da kam der Gewitterwind von selber zu ihm. Ein bewaffneter Reitertrupp mit zwei gebundenen Bauern, die gleich Säcken an den Flanken des Tragtiers hingen, zog an ihm vorüber gegen Arth. Er blickte ihm finster nach und hielt sich eines weitern nicht versehen, da trabte ein schwarz gepanzerter Reiter vor ihn hin. Unwirsch, ohne ein Zeichen der Verwunderung, fasste er ihn ins Auge; als er den Landesherrn von Habsburgs Gnaden, Gessler, erkannte, erhob er sich ruhig und grüsste. «Der Himmel straf Euch, Ammann, Ihr sitzt so ruhig da, als ob Ihr die Zügel noch in den Händen hättet, dabei ist das Land- «Ihr seid als weitsichtiger Mann bekannt», sagte der Ritter, die Antwort missachtend. «Ihr könnt das aberwitzige Unterfangen aufständischer Bauern weder verantworten noch gutheissen. Was wollen die Toren denn gegen die Welt? Aber freilich, was wissen sie von der Welt! Also verstockt und widerspenstig gebart sich nur, wer nicht weitersieht, als er mit Augen sehen kann.» Stauffacher Hess sich um keine Zehenlänge von seinem Volk absondern. «Dass uns Habsburg untertänig haben will, so weit sehen wir», sagte er. «Das ist nicht weit! Habsburgs Hausmacht zu festigen ist wohl mein Amt, doch gilt mir mehr, dass Ihr durch Habsburg nach Rang und Stand in die einige Christenheit, des Abendlandes eingeordnet werdet. Alle Völker sollen endlich ein Volk sein, ein Geist soll durch sie wehen von oben bis zu unterst mict «s soJf in dieser monarchia mundi nie- 'mand* anders herrschen denn im Name« Jesu Christi und seiner Kirche. Dies ist ein gewaltig Grosses, wie nie auf Erden war, dessen Vollendung nur noch durch euresgleichen bedroht wird.» «Werm's durch uns bedroht wird, so ist's nicht gross genug. Wir wollen bescheiden sein.» Ob dieser verwegenen, doch eines freien Mannes würdigen Antwort schwoll dem Ritter der Stolz hoch an, er zog sich jäh und schweigend in sein herrisches Amt zurück und bereute, dass er zum Bauern auf gleichen Fuss herabgestiegen war. Barsch betrat er den Bügel und stieg wieder auf. Statt abzureiten verweilte er aber, und wie er sich vorher zum Guten verstellt, tat er's jetzt zum Bösen; mit hartem Blick das neue Haus anfahrend, fragte er tückisch, wem es gehöre. «Ihr wisst es wohl, das Haus gehört mir», antwortete Stauffacher. «Unter Habsburgs Herrschaft ist den Bauern verboten, eigenmächtig Häuser auf steinerner Mauer zu bauen; ich bin an meines Herrn Statt Regent und gewähre mitnichten, dass etwas ohne meinen Willen geschieht.» Stauffacher schüttelte den Kopf. «Wir haben noch eben frei heraus geredet», sagte er unwillig. «Was soll dies Spiel jetzt?» Wütig auffahrend starrte Gessler auf den freimütigen Mann herab; doch mit der Selbstzucht des auserlesenen Kriegers bezwang er sich, noch ehe ihm eine Schmähung entschlüpfte, und entgegnete hart: «Wohl gesprochen! So lass dir denn gesagt sein: ich will nicht, dass ihr frei lebt, als ob ihr Herren wäret. Ich werd es euch mit aller 'Macht verwehren.» Dies nun sagte er unverstellt, im eindeutigen Tone des zur- Herrschaft Berufenen und Gewillten. Staat und Kirche hatten ihn hierher gesandt, damit er dies Aufruhrinselchen inmitten der grossen Welt, die sie beherrschten, von seiner Vermessenheit zur weltgültigen Ordnung füljre, ihnen war er als christlicher Ritter innen und aussen verhaftet, in ihrem Namen war er da, und so stand hinter ihm die ganze Macht der Zeit. Vor ihm stand nur ein Bauer. Er mass ihn kalt von oben her, wandte sein Ross kurz ab und sprengte dem Knechtstrupp nach. Stauffacher blieb wie angewurzelt stehen, seine Hände wurden Fäuste, er merkte es nicht, seine Augen wurden blicklos, er sah nichts mehr, er horchte. Er horchte auf den Ruf, der jetzt erging, er horchte, um ihn gewiss zu hören, so, als ob er aus der Erde käme und durch seine Wurzeln steigend ihn mühsam erreichen müsste. Er hörte ihn gewiss. Als er aber aufblickend das nächste Notwendige bedenken wollte, sah er sein Weib auf sich zukommen, sah hinter ihm Kinder, Gebäude, Wiesen, Aecker, das ganze gewaltige Heimwesen, und es überfiel ihn schwer, dass er dies alles aufs Spiel setzte, und nicht nur dies, sondern das Heimwesen des ganzen Landes. Da schwankte er denn, es schien ihm ein frevles Spiel, das rechtmässig Ererbte und ein Leben lang innig Erworbene für etwas einzusetzen, das man seit Menschengedenken umsonst besessen hatte als ein Geschenk des Himmels wie Regen und Sonne. Seinem besorgten Weib, in dem er die mütterliche Mitte alles um ihn her Lebendigen verehrte, sagte er nichts davon; doch stellte er ihr mit erlaubter List die mächtig angewachsene Not des Landes so grell vor Augen, Im Auto über die grossen Alpenpässe- St. Gotthard, Lukmanier, S.Bernardino, Simplon - zum Aufenthalt in den kühlen Tälern des oberen Tessins oder zur Badesaison an die Gestade der Seen von LUGANO und LOCARNO - überall finden Sie Erholung und Freude. Grosse Beständigkeit des schönen Wetters. Hotels und Pensionen zu zeitgemässen Preisen. Auskünfte und Prospekte durch die Verkehrsbüros.