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E_1933_Zeitung_Nr.060

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1933 - hübscher Kerl war, so überlegte die Fahrerin nicht lange, hielt ihren Wagen an und rief: «Hallo! Wenn Sie wollen, können Sie bis zu meiner Villa mitfahren!» • Der Vagabund hob den Kopf, sah die Dame, sprang auf und nahm sofort eine ehrerbietige Stellung ein, die mit einem zufriedenen Lächeln auittiert wurde. «Wenn Sie gestatten», sagte er dann und stieg ein. Obwohl der Vagabund kein Wort sprach, schien der jungen Dame die Fahrt sofort weniger langweilig. Es war auch ein eigenes Gefühl, einen Unbekannten von der Landstrasse aufgelesen zu haben, ohne dass man wusste, was sich hinter ihm verbarg. Ein entlaufener Sträfling vielleicht, ein Dieb, dem das Messer sehr locker sass. Vielleicht erregte ihn die Nähe einer schönen jungen Frau. Vielleicht geschah es ihm zum erstenmal, dass er neben einer Dame sass, und er träumte von Dingen, die er bisher nicht gekannt hatte. Die junge Dame lächelte. Es war so nett, sich in Gedanken ein kleines Abenteuer zusammenzudichten. Denn schliesslich würde sie ihn doch vor ihrem Haus absetzen, er würde den Hut ziehen und sie würden einander nie wieder begegnen. Er gefiel ihr immer besser und sie begann ihn mit ihren Freunden zu vergleichen. Der Che-wundertmiker war von einer Korrektheit, die kaum Sie nahm ihm den Band aus der Hand und zu ertragen war. Der Architekt hatte einen lächelte. Es war ein ziemlich schwieriges Bauch und einen Sprachfehler. Der Rechtsanwalt machte übertriebene, aufdringliche Komplimente. Hier neben ihr sass ein Mensch, der von ganz unten kam und deshalb eine stärkere Wirkung ausübte als ein Dutzend ihre uninteressanten gesellschaftlichen Bekannten. Diesem Mann da wäre sie bestimmt ein Erlebnis, das er nie vergessen könnte. Er würde weiter seine Strasse ziehen und doch nie wieder ganz unglücklich sein, da durch alle Nebel ihr Bild leuchten würde. Die junge Dame wurde nachdenklich. Und da der Wagen in diesem Augenblick schon vor der Villa hielt, so sagte sie, ohne recht zu überlegen, noch aus diesem Nachdenken heraus: «Wollen Sie mitkommen und eine Tasse Tee trinken?» Der Vagabund sah ihr lächelnd in die Äugen. «Gern», sagte er und folgte ihr an dem sprachlosen Stubenmädchen vorbei. «Warten Sie einen Augenblick», sagte die junge Dame, «ich ziehe mich nur rasch um. Das Mädchen macht uns einstweifen den Tee.„ •»••••••#•••••••••«••*»•«•••••••••••••••»•••.••«—» 1933 THU N 22.-24. Juli Eidgenössisches Hornusser Fest Wettspiele Unterhaltungskonzerte : Hüttenleben Keine Reise keine Ferien ohne Kamera! Der Vagabund nickte und nahm gehorsam Platz. Während die junge Dame sich in ihrem Zimmer umkleidete, war sie in Gedanken immer nur bei ihrem seltsamen Besuch. Ob er Abenteuer erzählen würde aus einer Welt, die tief unter der ihren lag und Geheimnisse und Gefahren barg? Sie hörte sich schon ihren Freunden die sonderbare Begebenheit mitteilen, spöttisch und übermütig sich an ihrer Entrüstung weidend. Der Architekt würde etwas von bedenkenlosem Leichtsinn murmeln, der Chemiker nur missbilligend den Kopf schütteln und der Rechtsanwalt würde gereizt fragen, ob es Liebe auf den ersten Blick gewesen sei. Die junge Dame beschloss, sich von keinem Abenteuer abhalten zu lassen. Endlich einmal etwas anderes! Man stand einem Menschen gegenüber, der einen als fremdartige Erscheinung anderer Welten empfinden musste. Darin lag ein ganz besonderer Reiz. Sie trat in den Salon, wo sie den Vagabunden gelassen hatte, und sah erschrocken, dass das Zimmer leer war. In diesem Augenblick hörte sie ein Geräusch aus der Bibliothek und ging rasch hinüber. Der Vagabund sass in einem der tiefen Lehnstühle, hatte ein Buch in der Hand und las. «Interessieren Sie Bücher?», fragte sie ver- philosophisches Werk, eine Kulturgeschichte, die diesem Menschen aus dem Volke kaum etwas sagen konnte. «Da haben Sie gerade das Unpassendste ausgesucht,» sagte sie, «leichte Lektüre steht in anderen Fächern.» Der Vagabund lächelte höflich und bescheiden. «Ich kenne das Buch. Von Zeit zu Zeit blättere ich ganz gern darin.» «Sie?» «Ja. Ich habe dieses Buch vor Jahren selbst geschrieben.» Die junge Dame stand sprachlos. Der Vagabund fuhr schüchtern fort: «Augenblicklich arbeite ich an einem neuen Werk über die Psychologie der Landstrasse. Ist meine Verkleidung so echt, dass Sie sich täuschen Hessen?»» Die junge Dame antwortete empört: Sie glauben doch nicht, dass ich mir wirkliche Landstreicher ins Haus lade?» Das Stubenmädchen brachte den Tee. «Legen Sie besonders Wert darauf, dass ich Ihnen beim Tee Gesellschaft leiste?*. Nachdem wir kürzlich die «Ecke des guten Beispiels» vorläufig abgeschlossen haben, sei im folgenden eine Zuschrift veröffentlicht, welche uns vor einiger Zeit zuging und die Die Garagen müssen selbstverständlich noch mehr verlangen, um einen Wagen zu in einem gewissen Zusammenhang mit demheben, aber uns Bauern behandelt man anders. Leider haben wir soviel Charakter und Thema des guten Beispiels steht. Aus dem Kanton Zürich erhielten wir eine geharnischte Reklamation eines «Burefraueli», das «in grösster Wut und mit grösster Empörung» sich über eine Unsitte von Automobilisten äussert Wir können selbstverständlich die Angaben des Briefes, den wir im folgenden auszugsweise und in Weglassung der temperamentvollsten Ausdrücke wiedergeben, nicht in allen Details nachprüfen, da aber immerhin eine gewisse Wahrheit darin zu stecken scheint, sei er zur Beherzigung der Automobilisten widergegeben. In dem Briefe heisst es unter anderem: «Es kommt oft vor, dass hier am Türlersee Autos stecken bleiben und weder vorwärts noch rückwärts kommen. Denen müssen wir Bauern dann aus der Patsche helfen. Aber von 100 solcher Automobilisten im Jahre sind es nicht 10 Prozent, die mir ein Trinkgeld für ein Päckli Stumpen geben würden, trotzdem wir oft eine strenge Arbeit von 3 bis 4 Stunden haben, natürlich von jeder Arbeit weggeholt werden und Werkzeuge, Bretter und Säcke benützen, die wir nachher wieder waschen und flicken müssen. Von der kleinsten Vergütung ist aber auch gar nichts zu sehen. Trotzdem wir Bauern keinen Anstand haben sollen, so sind wir doch nicht so unhöflich, erst einen Vorschuss für Arbeitslöhne zu verlangen. Meist sind es dann noch feine Wagen, die einen begüterten Besitzer verraten. Als kürzlich Hilfe von uns versagte, musste ein Zürcher Abschleppwagen mit Kranen zugezogen werden; jener Autohaste die junge Dame unhöflich, «ich habe wahnsinnig viel zu tun. Entschuldigen Sie mich. Gute Reise und schönen Erfolg!» Die junge Dame ging in ihr Schlafzimmer und zerbiss wütend ihr Taschentuch. «Intellektuelle sollte man umbringen», dachte sie, «Sie verfälschen uns jedes Erlebnis.» Ein Glück, dass man seine Phantasie hat! Sie beschloss jedenfalls, dem Architekten, Dr.WEinrEicirs ScMankhEilslee auohinM Heute mit der Kur beginnen. Fettansatz schwindet, neue Fettbildung wird vermieden und Sie werden sich viel jünger fühlen, weil Leobai gleichzeitig das Blut reinigt. Radikalkur für 6 Wochen Fr. 8 . Wochenprobe Fr. 1.50. In allen Apotheken. oder -direkt beim Hersteller : Löwen- Apotheke, Basel, Greifengasse 14. Aiitler Ausflugsziele aus dermiielsciiweiz Brief einer Bauernfrau Klage über Automobilisten besitzet war der einzige seit Jahren, der für drei Mann und zwei Pferde 5 Franken gab. halten uns meist still. Ich bitte Sie, sich deshalb an die Herren Automobilisten zu wenden und an ihr Ehrgefühl zu appellieren.» Dies der hauptsächliche Inhalt der Zeilen dieser Bauernfrau. Gewiss kann die Sache auch noch von einer andern Seite angesehen werden, und viele dieser scheinbar unhöflichen Automobilisten hätten wohl auch eine Erklärung für ihr Verhalten. Dennoch scheint es uns aber gerechtfertigt, den Bauern, wenn sie steckengebliebenen Wagen wieder auf die Strasse helfen, eine gewisse Entschädigung zu zahlen. Es brauchen keine grossen Summen zu sein, die hier in Frage kommen, aber doch zum mindesten eine Vergütung für die geleistete Hilfe und gleichzeitig eine Anerkennung für die Hilfsbereitschaft. Immer noch hört man viel Klagen über ein im Volk verbreitetes Ressentiment gegen das moderne Verkehrsmittel. Wenn die Automobilisten diese Einstellung noch stärken wollen, dann müssen sie sich nur in der unliebenswürdigen Weise verhalten, wie dieses «Burefraueli» schildert. Durch freundliches Benehmen und Anerkennung der geleisteten Dienste durch einen gewissen, ehrlich verdienten Betrag, können sie sich aber Sympathien schaffen, die ihnen auf andere Weise wieder zugute kommen. Es steht zu hoffen, dass die aus dem einfachen Volke vorgebrachte Klage bei jenen Autofahrern, die sich in der obenerwähnten Weise versündigt haben, Einsicht und Vorsätze wecken, in Zukunft anders zu handeln. Auch das ist dann ein gutes Beispiel, das gute Folgen hat. bo. dem Chemiker und dem Rechtsanwalt die Geschichte so zu erzählen, wie sie sich hätte abspielen können. Der Unterschied. * Ich verstehe gar nicht, warum du es hier langweilig findest. Ich finde es sogar sehr nett ! » — «Na ja, da bist ja mit mirhier ich aber mit dir ! » * Luft- u. Bidt-Kursrt, Miebtei Amflugulti, mxtfl. in KQcha und KMlur, elUsi prtliwtrt Büdw, DiUtlRh, ^fc^^. •_ A.. . ^m. . m B a t ••_ ^h fe »* •* •. NO 60 beratet Sie gewissenhaft und entwickelt und kopiert Ihre Aufnahmen sorgfältig. 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NO 60 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE 15 HDBB6 Der geschmackvolle Tisch Modischen Aenderungen ist auch der Tisch unterworfen; immer findet man wieder etwas Neues. Die Lunch- und Abendbrotgarnituren sowie die Teetücher werden nie unmodern werden, mögen auch Puristen und Innenarchitekten gegen diese «Fetzen » toben und wettern. Dieser Hass ist etwas übertrieben und nur gegen das Teetuch als Tischdecke berechtigt, sofern diese Tischdecke den ganzen Tag über aufgelegt bleibt und zwecklos die Schönheit von Form und Material verhüllt. Man braucht sich aber nur vorzustellen, wie solch ein schöner Tisch aussehen würde, wenn der Haushalt ein paar Kinder und vielleicht auch Erwachsene umfasst. die nicht allzu sorgfältig darauf achten, ob der Teller, das Glas, das Besteck oder die Schüssel etwas weiter gestellt werden, als die dafür bestimmte Unterlage reicht. Ein polierter und heikler Tisch erfordert für Mahlzeiten unbedingt ein Tischtuch, das möglichst über einer Flanellunterlage aufzulegen ist, welche die heissen Teller und Schüsseln von der Tischplatte isoliert. Dieses Tischtuch aber soll und darf heute nicht mehr zu den Monstruositäten gehören, auf die unsere Mütter und Grossmütter stolz waren. Also keine schweren, weissen Damasttücher, keine pompös gerade dort gestickten Tücher, wo man unweigerlich Teller und Schüsseln hinstellen muss. Keine Garnituren aus überflüssig schwer waschbaren und noch schwieriger zu bügelnden schweren Stoffen mit mühseliger Kreuzstichstickerei. Das Tischtuch von heute hat fast ausnahmslos eine ganz oder tunlichst glatte Mitte und ist aus leichten Materialien gearbeitet. Die schönsten modernen Tischtücher sind aus zarten, farbigen Leinengeweben, aus schön gewebtem Baumwollmaterial und aus Etamin. Die Grosse muss natürlich jener des Tisches entsprechen, das Tuch soll nicht übermässig weit hinabhängen, um den am Tische Sitzenden nicht zu belästigen. Dieser hängende Tuchrand darf, wenn es schon sein muss, verziert sein. Schönes Material und handgearbeitete AJouren sind eine viel pas sendere und schönere Verzierung als kompliziertesten Stickereien. die Der gedeckte Tisch wird durch das schöne Tischtuch allein nicht schön, es gehört so manches andere dazu, vor allem Blumen (die notabene in einem niedrigen Gefäss anzuordnen sind, damit sie nicht den Ausblick versperren) und insbesondere die Harmonie zwischen dem Geschirr und dessen Anordnung. Tischtücher aus Etamin sind die letzte Neuheit; verschiedenfarbiges Material, das in Vier- und Rechtecken zusammengesetzt und durch Zierstiche verbunden ist. Wie überhaupt der Zierstich zu den beliebtesten SIEBTTBE Verzierungen der Neuzeit gehört. Aus Material in ziwei abstechenden Farben zusammengesetzt, gehören diese Tischtücher zu den elegantesten, die man sich vorzustellen vermag. Ein Exemplar in Blassrosa und Blaugrau war beispielsweise aus Rechtecken zusammengesetzt, der Rand gezackt wie die Zinnen mittelalterlicher Burgen, mit langen Schlingstichen in etwas intensiverem Blau gestickt. Das Tischservice war um ein paar Töne dunkler rosa und als Mittelstück prangte eine niedrige Vase aus Rauchglas mit violetten und rosa Wicken. Die Tisch- tücher aus Etamin erhalten eine weissleinene Unterlage, die genau nur die Tischplatte deckt, während die Ränder frei und durchsichtig sind. Und nun zu der modernsten Art des Tischdeckens, jener mit Hilfe individueller Deckchen. Es kann kaum etwas Zierlicheres und Eleganteres geben, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt für Wahl von Form und Material. Die runde Form ist nur scheinbar logisch, weitaus zweckmässiger sind die rechteckigen und dreieckigen Unterlagen, auf denen neben dem Teller oder der Tasse auch das Besteck und das Glas Platz haben. Deckchen aus Leinen', aus Spitzen, zartem Bastgeflecht, Tassen aus Glas, die Unterlagen aus buntem Flanell haben, damit die Tischplatte nicht zerkratzt wird, Untertassen aus Porzellan und andere stehen zur Wahl. Für diese individuellen Tischdeckeken darf man ruhig Spitzenumrandung wählen. Es ist ein grosser Unterschied, ob die Spitzenverzierung jedes Gedeck umgibt oder nutzlos auf den Knien der Tischgäste zerknüllt wird. Es ist natürlich nicht ausreichend, wenn unter jedem Gedeck ein Deckchen liegt, man braucht auch Unterlagen unter die heissen Schüsseln, die serviert werden. Diese sind in der schönsten Ausführung aus glasiertem Steingut, aus Glas, Porzellan, Holz etc. erhältlich. Auf diesem Gebiete ergibt sich eine endlose Möglichkeit der Verarbeitung von Leinen- und anderen Stoffresten, die in den Ka- Art. Die Mode ahmt die Unruhe unserer sten und Schubladen der Auferstehung har-' jir Tage nach. Scharpen, Krawatten, Volants, ren. Die so beliebten Schottenmuster," die ' Pelerinen umflattern^ die schlanke houette der modernen Frau. Nichts ist be- Sil- Tupfen und sonstigen Imprimes gehören unbedingt zu dem Material, das für individuelle festigt. Wo ist die Epoche der sicheren Tischdecken verarbeitet zu werden verdient Verschlüsse, der genauen Masse? Alle Arten von Berechnung haben sich als trügerisch erwiesen — es lebe die Laune des Mode-Aktualitäten Augenblicks! So eine Schärpe passt sich jeder Stimmung an; kecke Zuversicht wirft sie kühn über die linke Schulter und befestigt das kürzere Ende vorn mit Blume und Clip; hält die trikolore Schleife mit Die neue Frauensilhouette. Nachdem man längere Zeit hindurch die Schultern der Frau durch allerlei Garnierungen verbreitert hat, sinkt nun die Fülle der Volants, der Schleifen und Verzierungen ein wenig: abwärts, um auf dem Überärmel haltzumachen. Die Frauen haben keine Athle- tenschultern und wollen dies auch nicht vortäuschen. Sie geben nur der Figur die erwünschte neue Nuance, und schmale Hüften und zarte Taillen wirken noch ätherischer, wenn die Gestalt an der Schulter verbreitert ist. Kein • Rosshaar, keine Watteeinlagen sollen die Linie verändern. Flatternde Effekte, Capes, die in viele Volants auslaufen, mehrmals abgebundene weite Aermel und Rüschen kennzeichnen die neue Mode. Am reizvollsten und deshalb auch am beliebtesten aber sind Bandschlupfen. Bänder spielen für den Herbst eine grosse Rolle. Gürtel und Aermelgarnierung, aus schwarzen Satin-, Samt- oder Lackbändern gearbeitet, garnieren auch ein nicht ganz neues Kleid in scharmantester Weise. Waisenmädchenkragen werden doppelt oder dreifach über den Ausschnitt gelegt, Trägerröcke sind mit breiten Hohlfaltenrüschen aus gestärktem Material rnodernisiert. Die Tüch- lein legen sich nicht sanft und schmiegsam um die Schulter, man drapiert sie vielmehr zu vielen emporragenden Fältchen und sie betonen die Silhouette in deutlicher Weise. Der Sommer mit seinen abendlichein Jäckchen bringt den weiten kurzen Aermel aus Organdy und Steif gaze. Hochsommerkleider sind ganz auf die raffinierten Volantseffekte aufgebaut, und es ist überraschend, wie apart die Frauengesichter in dieser Fülle von Drapierungen und blumenblattartig gelegten lichten Tuffs aus feinen Geweben aussehen. Gewiss wird man diese Mode in den kommen- •den Winter mitnehmen. Die neue Vogue der kostbaren metallischen Stoffe, der Lames und Brokate, die für Kleider, Mäntel und Umhänge in Aussicht genommen sind, die edel wirkenden Spitzen, verbunden mit Lamebändem, mit Silber- und Goldstickereien, werden bestimmt auf die heute bestehende Verliebe für einfache, nicht anspruchsvolle und sommerlich-kindliche Materialien eine Reaktion bringen. Die dränierten Oberärmel aber gelten nicht nur für die vornehmen, reichen Gesellschaftskleider, sie werden auch an einfachen Modellen zu sehen sein und, wie einst die verbreiterte Manschette, die Kleider mit Lingerie sowie mit amüsanten Kragen und Bandkompositionen zieren. Alles flattert. Die Ungewissheit unserer Zeit hat uns vom schwankenden Boden in die Lüfte gewiesen; man fahndet nach Flügeln jeglicher lässt die gestreifte Krawatte gleiten. In der Erlanger Diamantspange nieder; rot - grau - schwarz durch einen Rubinring Wartung einer sentimentalen Begegnung aber empfiehlt es sich, die Enden der braun-gelben Mousselinemasche unbewusst und träumerisch herumflattern zu lassen. Ist man seiner Sache ganz sicher — das heisst jung und schlank —, so nehme man eines der langen, in grellen Farben karierten Tuslikashatücher und knüpfe es zu einem Überlebensgrossen Knoten, der vorn, unter dem Herzen, befestigt wird. Ueberhaupt, wenn unsere mythologischen Vorbilder, die Parzen, die Schicksalsgöttinnen, spinnen und weben mussten, so ist es uns vorbehalten, zu knüpfen, zu winden, zu knoten und zu binden. Mit Zuhilfenahme modischen Fingerspitzengefühles lässt sich jetzt schon ein Abweichen unserer Sommertoiletten von dieser etwas allgemein gewordenen Halsumrahnarung prophezeien. Wir wandeln, wie einst unsere Ahnen, in sommerlichen Nachmittags- und Abendkleidern aus Organdi, Linon und Glasbatist, mit Puffärmeln und bauschigen Röcken, kurzer Taille und stark betontem hohem Gürtel, unter gestreiften und geblümten Sonnenschirmen; wir tragen Handschuhe mit Stulpen und Falbeln, es flattern die Bändchen, die Rüschen, die Volants, die Capes und Pelerinen. Auch spanische Boleros (ursprünglich von dem spanischen Fräulein von Montijo, später Kaiserin Eugenie eingeführt) sind, in Spitze und Tüll, für kleine Diners in den Villeggiaturen der Normandie und Bretagne geplant. Alle diese Hüllen lassen sich drehen und wenden, nach Wetter und Laune und damit verbundenen Gefühlsschwankungen. So wären alle Bedingungen für eine romantische Epoche gegeben. Modemosaik. Mit farbiger Seide, dunkel oder hell, weisa man Knöpfe sehr dekorativ anzunähen. Allerdings lassen sie sich nicht als Verschluss benützen, wenn die Seiden- oder die Wollfäden ihre Ränder in Ornamenten festhalten. Aber diese Garnierung sieht hübsch aus und kostet nicht viel. Die Knöpfe sind oft durch Maschen verdrängt. Die farbigen, in zwei Schattierungen gewebten Satinbänder können, zu kleinen Maschen gebunden, Kleid, Cape und Jäckchen zugleich schliessen und dekorieren. Besonders hübsch wirken durchzogene Maschen, und mancher Mantel, der an der Schulter Epauletten-Tressen aus Schnur oder aus dem Material des Kleides besitzt, soll mit durchgezogenen Bändern allerlei Variationen mitmachen. Die Laune der Fregoli- Abwandhmgen nimmt kein Ende. Wie reizvoll lässt sich das Nachmittagskleid — 25 Zentimeter vom Boden lautet seit längerer Zeit die Devise für seine Länge — mit einem Unterkleid in die Kasacke für den Festabend verwandeln. Und wie schick dekorieren abnehmbare Organdyschulterflügel das abendliche Kleid. Die ganz mondänen Frauen geben der Rückenmasche keinen Platz mehr auf ihrer abendlichen Organzarobe und binden den Gürtel vorn an der Taille. Maschen, Maschen und kein Ende! ALLES für die HAARPFLEGE der modernen DAME TAGES-, SPORT- und GESELLSCHAFTS- FRISUREN SALON „CECIL" G. DINGER - ZUERICH erhalten bei Verwendung ungeeigneter Auffrischungsmittel eine gelbliche Färbung, oder werden durch das rasche Abscheuern der Deckfarbe fleckig und unansehnlich. II Ausgeführt von ersten Kräften zu zeitgemässen Preisen im Linlheschergasse 3 - Telephon 39 467 Die weissen Glanzleder-Schuhe Verwenden Sie daher das Spezial-Präparat WOLY-WHITE Dasselbe gibt den Schuhen ein feinglänzendes Aussehen und greift trotz seiner hervorragenden Reinigungs- Wirkung weder das Leder noch dessen Farbe an. Dem weissen Leder erhält es die reine weisse Farbe. Das Fabrikat kann auch für mehrfarbige Schuhe, d. h. für braune, rote und schwarze Leder verwendet werden. Erhaltlich in allen besseren Schuh- und LedergesehSften. Der Fabrikant: A. 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