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E_1933_Zeitung_Nr.066

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20 AUTOMOBIL-REVUE

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Seitdem die Stoffe für Kostüme und Mäntel den gewebenen Stoffen so ähnlich sind, überdies maschenfest hergestellt werden, wählt sie manche Frau mit Freude. Denn die gewirkten Stoffe zerknittern nicht und sind deshalb für Beruf, Sport und Reise äusserst praktisch. Diese Kleider lassen sich auch leicht einpacken. Die Autofahrerin greift besonders gern dazu. Alle Trikots oder gewirkten Stoffe sind porös. Sie lassen der Luft freien Zutritt; diese setzt sich gleichsam als Luftmantel darin fest und so ist es erklärlich, dass auch mittelschwere bis ganz leichte Jumper und Blusen gut warm halten, wozu überdies noch die Vorzüge der Wolle treten, die ebenfalls ein schlechter Wärmeleiter ist und deshalb auch im Sommer ganz gut getragen werden kann. Die Industrie beschränkt sich aber nicht auf Wolle allein. Manches sommerliche Kleidungsstück, vor allem graziöse Blusen werden aus Bouclekunstseide oder aus dem mit Peau d'ange- ApprSt versehenen Material, auch aus reiner Seide, hergestellt. Neuerdings werden entzückende Blusen aus heller Baumwolle mit Traversstreifen, die etwas reliefiert oder biesenartig wirken, fabriziert. Doch der Clou scheinen die aus Leinenfäden hergestellten Modelle zu sein, die oft aussehen wie leichte Knüpfarbeit oder an Gabeltechnik erinnern. Alle feinen Pastellmodefarben, wie Weiss und namentlich der natürliche Ficelleton, dienen der Trikotmode, die auch kräftigere Töne und gedeckte Farben, wie schöne Marine, Rost, warme Braun und feine Hellgrau an Tailleurs, Mänteln und Komplets, Blusen und Echarpen zur Geltung bringt. Diese Modelle folgen mit ihren Echarpen, Raglan und andern die Schultern verbreiternden Schnitten, ihren Püffchen, Glockenärmeln, den Drapes und den Schnitten der Rockteile en diagonal durchaus den Richtlinien der Pariser haute Couture. An Stoffen sehen wir sowohl Reps wie Diagonal, Chevrons und Friesarten, kurz, all die Reize der Webetechnik übertragen. In den Blusen herrscht eine kaum übersehbare Auswahl. Westen und Boleroeffekte, lang- und kurzärmelige Fassonen, Püffchen und hohe Stulpen; sie alle sind da. Dazu kommen kurze, doppelreihig oder offen zu tragende Jäckchen, mit Echarpen oder Kragen und Revers, die sehr gerne zu den leichten Sommerkleidern getragen werden. Natürlich hat auch die Pelerine bei den Komplets und an Kleidern, selbst an einzelnen Blusen, mehr oder weniger gewichtigen .Eingang gefunden. Zweifarbige Modelle mit abstechenden. Passen, farbig quergestreifte, mit Karos belebte und getupfte Modelle und alle nur erdenklichen Spitzen und sonstigen graziösen technischen Motive machen diese Erzeugnisse einer hochentwickelten Industrie kleidsam und begehrenswert. E. Seh. Mode-Aktualitäten Affenpelz ist todschick. Der Affe ist augenblicklich das Tier, um das sich viele Modegespräche drehen. Nicht dass die elegante Frau ihre blauäugige Perserkatze gegen einen launenhaften, mühsam zu hegenden brasilianischen Affen eintauschen möchte oder auf dem Brokatkissen neben ihrer Couch statt des struppigen Terriers einen kleinen Pavian halten möchte. Aber das Fell der Affen, das seit Jahren ganz und gar aus dem Modebild verschwinden konnte, bedeutet heute und gewiss auch noch im Herbst und im Winter exklusive Eleganz. Pariser Meldungen zufolge kamen Lanvin und auch Vionet ihren Kollegen in der Haute Couture mit der Idee zuvor und lancierten Capes und Kragen mit kapriziösem Affenfell. Verspielt und flatternd, ausersehen, zu umranden und zu garnieren ist das Fell der Affen, sei es nun ganz schwarz oder schwarz und weiss gehalten. Mit der Sommersaison konnte es sich entfalten. Vor allem liebt man es, Affenpelz an den Schultern anzubringen, denn es verrät, schmiegsamer und weicher als Bandschleifen und Volants, die zarte Schlankheit der Gestalt und verhilft noch dazu, die breite Schulterlinie vorzutäuschen. Es ist immer ein gewagter Versuch, ein Fell mit einem andern zu garnieren. Füchse konnten sich als Verbrämung kostbarerer Pelzmäntel noch am ehesten behaupten. Nun aber kann der Kürschner mit den modernen Affenfransen auch Hermelin besetzen, Breitschwanzcapes beleben und sogar einer kapriziösen Herbstkrawatte aus Persianerfell mit schmückendem Affenfell eine neue Note schaffen. Ein ganz modernes Kleid, schon für den Herbst bestimmt, begleitet die Schultern mit Affenpelz und lässt eine Fellfranse, parallel mit dem kleinen Schösschen der Fasson, unter dem gesteppten Gürtel hervorschauen. Seidig, schmiegsam und glänzend ist das Affenfell, und so passt es ausgezeichnet auf schwarze Kleider, die es, obwohl auch schwarz, in scharmanter Weise belebt. Beizend sind die Affenboas. Allerdings wärmen sie kaum und sind eine Mode, die man vor allem fürs Sommerkleid, für das Tee- und Abendkleid des Winters tragen wird. Schritt um Schritt setzte sich die Boa aus Hahnenfedern wieder durch; sie passt zum Trotteur und zum kleineu Kleid. Nach und nach gewann auch die Straussfedernboa an Bedeutung: in dunklen oder lichten und mondänen Tönungen garniert sie nicht nur Jackenkleid und Trotteur, sondern vor allem die abendliche Tenue; zweifarbig schattiert, passt sie zu. den neuen, in zwei Tönen gehaltenen Abendkleidern; sie konnte der Affenboa den Weg bereiten, die sich, schwarz und schimmernd, um Halz und Schultern drapieren lässt. Handschuhstulpen un.d Hutgarnierungen, die Umrandung des Ausschnittes, die Kante der Capeärmel ziert das moderne Affenfell. In den Urwäldern wird wieder auf die Affen Jagd gemacht, und auch die langhaarigen Bxotenziegen, die, vor Jahren schon, eine recht hübsche Imitation des begehrten Modefelles ergaben, werden an Preis und Ansehen steigen. Aber der Pseudo-Affenpelz, so dekorativ er auch wirkt, besitzt weder die seidene Schmiegsamkeit noch den schimmernden Glanz des echten, heute so eleganten Affenfelles. Defil6 der Eleganten. Ein originelles Modefest gab es kürzlich im Pariser Grand Palais. Mehr als fünfzig bezaubernd adjustierte Frauen, Mannequins, Bühnenkünstlerinnen und Filmstars, defilierten vor einem in allen Finessen der Mode erfahrenen Publikum. Es war ein Wettbewerb um den Preis der Eleganz. Lyne de Souza, die Schönheitskönigin des vergangenen Jahres, nunmehr Gattin eines Politikers, errang die Palme. Organdy ist augenblicklich Favorit in Paris, so sehr^ Favorit, dass auch verregnete Renntage die" Flut lichter Organdykleider nicht in die Garderobeschränke verbannen konnten, um dem Trotteur und dem schicken Regenmantel zu seinem Recht zu verhelfen. _ So wurde auch unter den vielen, phantastisch geschmückten Schönen eine Erscheinung in Organdy, die schöne Lyne de Souza, preisgekrönt. Sie trug ein Organdystilkleid mit samtigen rosa Punkten überstreut und dazu ein mit Straussfedern und Rüschen reich besetztes, passendes Jäckchen. Roberte Cusey, die Siegerin beim Prix d'Elegance im Sommer 1932, führte damals ein weisses Organdykleid zum Sieg. Sie brachte ihre Schönheit durch einen Riesenorgandyhut zur vollendeten Wirkung, während die Siegerin dieses Sommers einen malerischen Florentiner trug. Viele der Anwärterinnen auf den Preis erschienen mit kostbaren Hunden vor dem Publikum. Man nahm sich eben ein Beispiel an der letzten Siegerin, deren Schlankheit und Charme durch die edlen Linien eines Windspieles ins Künstlerische gesteigert wurden« Man sah auch junge Damen in Cireseide und in apart drapiertem Velourschiffon, einem Material, das in der zweiten Hälfte des Sommers, wenn man schon des Ueberflusses an Organdy und Steifgaze ein bisschen überdrüssig sein wird, als pikante Abwechslung empfunden werden dürfte. Es geschieht nicht allzuoft, dass man beim-" Prix d'Elegance ein Gewebe, das durch allzu grosse Beliebtheit beinahe ein wenig trivialisiert ist, mit allgemeiner Anerkennung auszeichnet. Die Schönheit der jungen Frau dürfte wohl für ihren Sieg mitbestimmend gewesen sein. Berechtigtes Aufsehen erweckte auch Roberte Cusey als bereits Preisgekrönte «hors concours». Sie sah in Lichtgelb, in einem hochgeschlossenen Gewand, das an den Faltenwurf griechischer Kleider erinnerte, entzückend aus. Andre de Fouquieres, der Arbiter elegantiarum von Paris, leitete das Defile der schönen, eleganten Frauen. In Schwarz, Dunkelblau, Rot und Grau flimmerte eine Farbensymphonie an den Zusehern vorüber. Nach der Aera der Pastelltöne lichter Organdys schien sich eine neue Epoche der Mode anzukündigen. Man staunte über die Entfaltung der Rüschen und Volants, über die riesenhaft dimensionierten Schulterlinien, die ganz schmal eingepressten Hüften und die Menge weisser Organdyroben. Sollte ein Umschwung der Mode noch bevorstehen? Denn für die Modeideen von heute, die schmalen Hüften, die breiten Aermel und die kindlich wirkenden, glasigen Materialien lassen sich wohl keine neuen Weg8 r mehr finden. So den lieben langen Tag fischen zu könnenl Wundervolll Unterbrochen nur mit einem feinen Fraß aus

' N° 66 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 21 F E U I L L E T O N Dies unablässige Brausen! Und immer noch meinte er eine fremde Stimme zu hören. Diese ewige Unruhe! Wieder, wie schon im Sturm bei Heiligendamm, höre er das Unerfüllte, Unerlöste in dieser Stimme, die von Jahrtausend zu Jahrtausend raunte und stöhnte. Nordwinde sangen dazu um Giebel und Klippen. Wo hatte er doch einst die Verse gelesen: «Eine Stimm' ist in den Winden, Die dich hindert, Trost zu finden. Georg legte sich zu Bett, las, bis er wieder müde wurde, und schlief endlich ein. Aber bald sah er sich im Gerichtssaal vor den Geschworenen. Der Staatsanwalt, in dessen schmalem Gesicht die Brillengläser funkelten, hatte festgestellt, dass er, der des Brudermordes angeklagte Richard Nicola, von den beiden Brüdern der moralisch weitaus minderwertigere sei. Er habe seinen Bruder Georg damals verdächtigt und verleumdet, habe ihn aus der Heimat getrieben und unglücklich gemacht. Und als sein Bruder Georg, der allgemein als ein gütiger Mensch geschildert wurde, nach jahrzehntelangem, geduldig getragenem Leiden endlich zurückgekehrt sei, sein gutes Recht zu fordern, da habe sich der gewissenlose Verleumder nicht anders zu helfen gewusst, als diesen Gläubiger in mehrfachem Sinne — zu ermorden. «Sie hätten also,» fragte Georg, «dem Georg Nicola eine solche Tat nicht zugetraut?» «Niemals! das allgemeine Zeugnis über diesen unglücklichen Mann, das Opfer Ihrer Brutalität, lässt eine solche Tat seinerseits als vollkommen unmöglich erscheinen.» «Da danke ich Ihnen herzlich, Herr Staatsanwalt, für Ihre so warme Verteidigungsrede. Denn — erlauben Sie die beiläufige Bemerkung, dass ich Georg Nicola bin und der, den Sie aus dem See herausgefischt haben, ist mein Bruder Richard.» Ein Raunen der Erregung geht durch den Gerichtssaal. Der Staatsanwalt schäumt vor Wut über den «frechen Scherz». Aber der Beweis ist leicht zu führen. Schon die verkürzte Sehne am Fussgelenk genügt... Georg erwachte wieder, war aber ruhiger. Der Morgen dämmerte noch immer nicht? Hinter der Fenstergardine ein kaum wahrnehmbarer grauer Schimmer, das Zimmer war noch dunkel. Das «Noctal» wirkte nach, er schlief wieder ein, und es war heller Morgen, als er erwachte. Abermals in jähem Schreck. In den letzten Minuten, vielleicht nur Sekunden vor seinem Erwachen hatte er noch einmal, wie schon früher, den Arm gesehen, den winkenden Arm am Seegrund, der aus dem Sack ragte und von dem Wasser hin und her bewegt wurde. Die quälende Vision von der letzten Armbewegung des sterbenden Richard her. Er winkte und winkte. «Komm her, Bruder, hier ist dein Platz... Schon einmal, als unser Dasein begann, lagen wir im Dunkel dicht beieinander und der Herzschlag unserer Mutter trieb uns gemeinsam das Blut durch die Adern. Viele Monate lang. Und niemand wusste, dass wir zwei waren. Wie der Anfang, so das Ende. Der Ring schliesst sich. Wir schlummern wieder beisammen im Dunkel. Und niemand weiss davon, und nichts ist geschehen und alles war nur ein wüster Traum.» Georg öffnete die Augen. Das Zimmer war von den Fenstervorhängen verdunkelt. Georg erhob sich schnell, zog die Vorhänge zurück Und stand nun im flutenden Sonnenlicht. Blau und weit lachte das Meer ringsum, freundlich grüssten die Schaumkronen weit hinaus bis zum Horizont, wie wehende Tücher. Dazwischen Segel und schaukelnde Möwen, in der Ferne die Rauchfahne eines nahenden Dampfers. Auf dem Falm die ersten Spaziergänger. Eine grosse Ruhe überkam ihn. Er frühstückte bei offenem Fenster. Die im Sonnenlicht schimmernde See war ihm wieder die alte Freundin, die ihn einst hinaus ins Leben und dann im Dunkel wieder zurück in die männliche Stimme war es. Er hat ja ein Recht dazu. Denn das gab im tiefsten Grunde für mich den Ausschlag: Mutter hat ihn geliebt wie mich... «Vielleicht war sie die Einzige, die ihn liebte?» Rufe aus dem Dunkel. Roman von Karl Strecker. (Fortsetzung von 1. Seite «Autler-Feierabtnd».) •T.I^AI» In &Jn «Die Mutter ist immer die Einzige, in ih: lebt das Weltgesetz.» «Und du, Georg? Suchtest du dich au diese rotgrüne Klippe zu retten aus deinem Schiffbruch?» Er lächelte und stand auf. 40. Am 28. April fuhr um die Mittagsstunde eine Berliner Kraftdroschke an dem Kurhau: eines beliebten Ausflugsortes vor, der am Nordufer eines langgestreckten Sees im Oberspreegebiet lag. Zuerst sprang ein bild hübscher Foxterrier aus dem Wagen, dann folgte gemächlicher Georg. Er entlohnte den Fahrer und begab sich, ohne seinen Ulster abzulegen, in die offene Veranda, von der aus man einen weiten Blick über den See hatte. Er bestellte ein Mittagessen und breitet inzwischen eine Spezialkarte dieses Seegebietes vor sich aus f die er einer Aktentasche entnahm. Mitunter Hess er einen nachdenk liehen Blick über die silbergetäfelte Wasser fläche schweifen, endlich bezeichnete er au der Karte ein rechteckiges Uferstück am See mit einem Rotstift. Als er die Karte wieder in die Mappe legte fielen ihm einige Briefe in die Hand. Er hatte seine Post noch vom Hotel abholen lassen, aber es war ihm nicht der Mühe wert gewesen, sie zu lesen. Jetzt fand er bei flüchtiger Durchsicht einen Brief, der die Handschrif Plaths trug, und einige andere von unbekannter Hand, vermutlich Bettelbriefe. Er zerriss sie ungelesen und öffnete nur ein Schreiben von der Bank, vielleicht, dass es noch etwas nachträglich zu ordnen gab, obwohl er seiner Meinung nach sorgfältig über alle Einzelheiten verfügt hatte. Die Bank teilte ihm mit, dass sich aus den letzten Verkäufen noch ein Ueberschuss von elftausendvierhundert Mark ergeben habe. Georg lächelte. «Nun habe ich ja wieder ein kleines Vermögen, vielleicht beginne ich noch einmal von vorn.» Er fand in seiner Mappe noch ein paar Bogen Briefpapier mit Umschlägen und beauftragte die Bank, das Geld an Käthe zu überweisen. Dann bezahlte er und spazierte ans Seeufer hinaus. Da Strolch durchaus mit Herrchen spielen wollte, warf Georg seinen Handstock in den See. Der Terrier sprang sofort hinterdrein, ruderte tapfer auf den schwimmenden Stock los und brachte ihn in hoch erhobener Schnauze stolz wieder zurück. Herrchen, mühsam dem Sprühregen des sich schüttelnden Hundes entgehend, war inzwischen zum Bootsplatz gegangen; wo Ruder- und kleine Segelboote zu vermieten waren. Der Bootsinhaber riet zu einer Segelpartie, der Wind sei ungewöhnlich günstig. «Gerade den See hinunter,» bestätigte Georg. «Sagen Sie mal, wie lange fährt man wohl bis Kolmanz?» «Bis Kolmanz? Da müssen Sie ja nachher durch den Kanal! Vor Sonnenuntergang kommen Sie da kaum hin.» «Ich glaube doch — bei dem Wind. Und dunkel wird es nicht, vorgestern war Vollmond. Also — ich werde die Fahrt machen, und zwar allein.» Der Graubart lachte. Natürlich wollte er sein Boot nicht so ohne weiteres in fremde Hände geben. Aber Georg hinterlegte zu seiner Verblüffung den Preis des Bootes als Pfand. Eine Viertelstunde später sass er am Steuer, die Segelleine in der Hand. Das einsame Gaffelsegel bauschte sich sogleich im frischen Südwestwind. Die Wellen rauschten vorne am Bug und klopften wie Finger an die Bootswand. Die Seefläche blinkte stahlhell, hellgrüne Ufer zogen vorüber. Georg atmete tief. Durstig sog sein Auge die Schönheit des Frühlingsnachmittags ein. In den Gärten der Dörfer blühten schon die Kirschbäume, frischer Grasduft wehte von den Ufern, die ganze Welt war jung und lächelte in den Aquarellfarben des Apriltages. So lag damals, erinnerte er sich, sein Leben vor ihm, als er in die Welt hinauszog; neu und jung voll frühlingshafter Verheissung. «Auch damals fuhr ich allein über das Wasser, aber es war der Ozean, und ich schiffte Heimat gerufen... Jetzt hatte er einen anderen Ruf gehört... Und er musste an dastetem Boot.,. Wie kam das alles? Zuerst mit tausend Masten. Jetzt — still auf geret- Wort seiner Mutter denken: «Wenn man alt nach meiner Rückkehr habe ich schnell gesiegt. Aber der Fluch des Sieges war mir auf und müde geworden ist, klingt einem das Rauschen wie ein Wiegenlied.» den Fersen, die Vergeltung für meine .Schicksalskorrektur' mit Gewalt, mit Verachtung Wie? War es etwa die Stimme seiner Mutter gewesen, die ihn gerufen und ihm im Dunkel den Weg gewiesen? Aber nein, eine Leben nach den Gesetzen des grossen des heiligen Du. So lief auch mein kleines Weltgeschehens ... Mir scheint, es ist alles in Ordnung.» Auf einem Landvorsprung standen Bäume im Frühlingskleid, wie Vorposten des nahen Waldes. Lichtgrün wehte das lange Haar der Birken von weissen Stämmen. Dazwischen stand eine Eiche, sie trug an knorrigen Zweigen noch ihr welkes Laub, fhre vergilbten Blätter vom vorigen Sommer. Georg blickte sie an und schüttelte langsam den Kopf: «Man kann den vergangenen Sommer nicht in einen neuen Frühling stellen, alter Baum!»... fSMnss fnlet.) 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