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E_1933_Zeitung_Nr.061

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1933 - No 61 «,

NO 61 II. Blatt BERN, 21. Juli 1933 II N° 61 Blatt BERN, 21. Juli 1933 dhin. Rundschi Spezifisch Sommerliches. Wie der Winter, bringt auch der Sommer einige Gefahren und Unannehmlichkeiten mit sich, die vom Automobilfahrer beachtet und behoben sein wollen. Drei Arten solcher « spezifische » Sommereinflüsse seien dabei unterschieden : Einflüsse, die den Fahrer betreffen; Einflüsse, die sich auf den Betrieb auswirken; Einflüsse, die beim Unterhalt des Wagens berücksichtigt sein wollen. Da man durchschnittlich zuerst das merkt, was einem selbst schmerzt, wollen wir mit den sommerlichen Einwirkungen auf den Gegen die Belästigung durch die Motorhihe sind folgende Maesnahmen möglich: A Aufnageln von Asbestpappe unter das Bodenbrett. B Auflegen eines Filzteppichs auf das Bodenbrett.-G Ableitung der Oeld&mpfg aus der Motorhaube. D Umwickeln des Auspuffrohres mit Asbestschnur. Fahrer anfangen. Weit zu suchen braucht man dabei nicht. Jeder Besitzer eines geschlossenen Wagens — und Innenlenker sind ja heute weit in der Mehrzahl — hat sie ein- | mal kennengelernt und hadert mit der Technik im Stillen darüber, dass sie die anscheinend unzähligen Kühl- und Ventilationsmöglichkeiten noch lange nicht immer vollständig auszunützen versteht. Nicht zuletzt, weil man wähnt, im Flug den Unannehmlichkeiten der Hitze entgehen zu können, schweben einem sommerliche Autofahrten so reizvoll vor. Und die Wirklichkeit ? Statt der als selbstverständlich vorausgesetzten Kühlung erwartet einen oft während der Fahrt ein noch ärgeres Schwitzbad. Wohlverstanden « oft » und nicht mehr « immer ». Glücklicherweise haben einige Konstrukteure herausgefunden, wie durch vertikal schwenkbare Scheiben die Ventilationsverhältnisse der Karosserie weitaus verbessern kann, wenn nötig auch noch nachträglich. In der Mehrzahl der Fälle liegen die Dinge aber doch noch sehr im Argen. Alle Wagenwände strahlen Qluten aus. Aus den Pedalschlitzen heraus, durch die Hosenrohre hinauf, bläst ein Föhn, ja... ein Sirokko. Auch die Bodenbretter sind heiss. als gälte es einem Bären das Tanzen beizubringen, und die Sitz- und Rückenpolster werden zu lauwarmen Kompressen. Spass beiseite: Die Wärmeisolations- und Ventilationsverhäiltnisse sind bei vielen Wagen nicht so wie sie sein könnten. Vieles lässt sich aber nachträglich noch verbessern. Um die Wärmeaufnahmefähigkeit des Wagendaches zu vermindern, kann man z. B. das Dach hell anstreichen. Auf der Unterseite von breiten Pedalschlitzen, die ja auch im Winter nur den Rheumatismus-Kurorten nützen, kann man Gummistreifen aufnageln, die nur gerade der Pedaldurchtrittstelle eine Öffnung freigeben. Wo das Übertreten von Warmluft darauf zurückzuführen ist, dass dieser Warmluft nicht genügend grosse Querschnitte zum Abfliessen aus dem Motorraum zur Verfügung stehen, bringe man in der Motorhaube oder in ihrer Verlängerung eine Anzahl möglichst grosser zusätzlicher Ventilationsöffnungen an. Bei richtiger Durchlüftung des Motorraumes wird auch der Uebelstand der heissen Bodenbretter zum grössten Teil verschwinden, besonders, wenn man die Bodenbretter auf der Rückseite noch mit Asbestpappe bekleidet. Eine Asbestbekleidung muss sogar unbedingt dann vorgenommen werden, wenn das Auspuffrohr in der Nähe der Bretter vorbeigeht. Auch das Rohr kann man an den betreffenden Stellen isolieren, und zwar am besten mit Asbestschnur. Erst wenn diese Hitzequellen verstopft sind, lässt sich das Wageninnere einigermassen erträglich beilüften. Einzelne Klappen an den Seiten der Windschutzhaube, wie sie oftmals anzutreffen sind, nützen allerdings nicht viel, weil die von ihnen aufgefangenen Luftmengen zu klein sind Zudem wird oft ihr Gebrauch unmöglich, wenn Regenwetter Ein Ventilationssystem, bei dem die 'Frischluft durch die Deckenbespannung eintritt, a = wasserdichter Stoff; b = Abschlussklappe; c = feinmaschiges Drahtgewebe. eintritt. Damit im Wageninnern keine störenden und der Gesundheit schädlichen Luftströmungen auftreten, muss der Luftwechsel mit geringer Geschwindigkeit, aber dafür giossen Luftmengen erfolgen. Am besten ist es deshalb die Fensteröffnungen zur Belüftung heranzuziehen. Sehr gut bewährt haben sich nachträglich in die Fensteröffnung einsetzbare Glas-Jalousien, die je nach der gewünschten Ventilations-Intensität erstellt werden können. Daneben sind aber auch zylindrische Windablenker-Schirme und andere Vorrichtungen auf dem Markt, denen allen eine mehr oder weniger gute Wirkung nachgerühmt wird. In einzelnen Fällen werden die Wagen bereits von der Fabrik aus mit besser luftdurchlässigen Sitz- und Rückenpolstern geliefert. Die Verbesserung der Sitzgelegenheiten dürfte aber auch für die Zubehörindustrie ein dankbares Gebiet darstellen. Einflüsse der Hitze auf den Motor kennen besonders Fahrer, die in gebirgigen Gegenden zuhause sind. Als unangenehmste Störung wird das Kochen des Kühlwassers empfunden, von dem bei heissem Wetter und an langen Steigungen noch verhältnismässig viele Wagen betroffen werden. An und für sich besteht keine Gefahr, wenn der Kühler gelegentlich etwas Dampf von sich gibt. Solange die Zylinder noch von Wasser umgeben sind, können sie sieh ja nicht viel mehr als auf 100 Grad, der Höchsttemperatur des unter atmosphärischem: Druck stehenden Wassers, erhitzen. Verdampft aber soviel Wasser, dass die Zylinder bereits teilweise oder gar gänzlich trockengelegt werden, was je nach System und Fassungsvermögen des Kühlsystems 3 bis 15 Minuten erfordert, dann besteht die Möglichkeit, dass infolge Versagens der Schmierung schwere Schäden eintreten. Während bei normaler Fahrt in der Ebene der Ventilator fast überflüssig ist, hängt bei Gebirgsfahrten die- Temperatur der Kühlanlage fast vollkommen von seiner Wirkung ab. Bei Fahrgeschwindigkeiten unter 30 km/St, genügt der Fahrtwind nicht mehr allein zum Wegtransport der Wärme aus dem Kühler, besonders dann nicht, wenn der Motor in einem kleineren Gang mit hoher Tourenzahl und unter voller Belastung läuft, wie es an einer starken Steigung der Fall ist. Man hat also allen Anlass, dafür zu sorgen, dass der Antriebsriemen immer unter der richtigen Spannung steht. Bei alten Wagen lässt sich oft eine Neigung zum Kochen einzig durch Verbesserung des Ventilatorantriebs beseitigen. Als solche Verbesserung ist z. B. der Ersatz eines Flachriemenantriebes durch einen Keilriemenantrieb zu betrachten. Ist der Ventilator nicht ganz nahe hinter dem Kühler angeordnet, so bedarf es zur Verbesserung seines Wirkungsgrades einer trichterförmigen Luftführung aus Blech. Häufig kann auch durch bessere Formgestaltung des Windflügels die Kühlwirkung verbessert werden. Liegt die Schuld am Heisswerden des Motors weniger am Ventilator, als vielmehr an der ungenügend raschen Wasserzirkulation, so kommt dafür als Ursache eine Verkalkung der Kühlerkanäle oder eine teilweise Ver- An ie ein erz für das Herz Ihres Wagens! Wenn Sie wüßten, was Ihr Motor zu erleiden hat, wenn er ohne zuverlässigen Schutz seinen mächtigsten Feinden ausgesetzt ist, so wurden Sie hoch in dieser Stunde Abhilfe schaffen. Reibung und Hitze bringen unweigerlich Ölverschmutzung und ölverdünnung mit sich. Die sicherste Waffe gegen diese Feinde des Motors ist regelmäßiger Ölwechsel mit anerkanntem Markenöl. Der geringe Mehrpreis für gutes, zuverlässiges Markenöl macht sich immer bezahlt. Standard Motor Oil spart mehr als es kostet stopfung der Verbindungsschläuche durch aufgelöste Gummifetzen oder Quetschungen in Frage. Zu klein bemessene Querschnitte sind bei modernen Wagen selten. Bei Pumpenkühlungen kann es jedoch noch vorkom- VOcnn fceffere ^ubafi&tc auf fccn TXlavtt iommen, bann werben fte in crfter £tnte öurdj Inferatc bctannt aemadjt.