Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1933_Zeitung_Nr.072

E_1933_Zeitung_Nr.072

wie überhaupt das

wie überhaupt das Läuseessen bei allen Naturvölkern Sitte ist, der sich nur die dünngesäten Kulturvölker entziehen. A.D. (Zu einer solchen Aufzählung merkwürdiger Leckerbissen kann man nur eines wünschen : Guten Appetit! Die Red.) Der Tagesfilm Der geheimnisvolle reiche Mann. Einem geheimnisvollen Tode kamen vor einiger Zeit die Behörden in Angora auf die Spur. Dort hatte sich ein Mann niedergelassen, der, russischer Herkunft, ein sehr auskömmliches Leben führte, und zwar, wie er angab, von Geschäften, die er mit grossen ausländischen Banken machte. Tatsächlich reiste er des Öftern ins Ausland. Er besass ein kleines Haus in der Stadt, laut eigenen Angaben eine Besitzung bei Skutari und ein eigenes Schiff, das er für Vergnügungsreisen benutzte. In seiner einfachen Wohnung empfing er oft Geschäftsfreunde, die hauptsächlich aus Ausländern bestanden. Sonst pflegte er keinerlei gesellschaftlichen Verkehr, lebte, so oft er sich in Angora aufhielt, sehr zurückgezogen und war sogar äusserst selten auf der Strasse zu sehen. Er hatte die Fünfzig überschritten und musste einigemal den Rat eines bekannten Arztes einholen, da er an einer Herzerkrankung litt. Eines Tages war er verschwunden. Man vermutete zuerst, er sei auf eine seiner plötzlichen Reisen gegangen, die ihn oft monatelang von Angora fernhielten. Als jedoch längere Zeit verging, kein Lebenszeichen von ihm zu bekommen war, aber man im Elektrizitätswerk bemerkte, dass in seinem anscheinend verlassenen Hause Licht brannte, entschloss man sich, sein Haus öffentlich aufschliessen zu lassen, um den Fall zu untersuchen. Man fand alle Räume leer, keine Spur verriet, dass das Gebäude jemals bewohnt gewesen, und dicker Staub wies darauf hin, dass tatsächlich kein Fuss die Zimmer seit langem betreten hatte. Trotzdem der elektrische,Zähler in Bewegung war und die Beobachtung des Amtes bestätigte, fand man kein erleuchtetes Zimmer. Bis man nach angestrengter Suche eine finstere Treppe in den Keller aufspürte, die unter einer Falltür verborgen gewesen war. Diese Treppe führte in einen finsteren Gang, von dem man in ein hell erleuchtetes Zimmer gelangte, das zur Ueberraschung der Polizei angefüllt war mit Druckerpressen, gebündelten und aufgestapelten Geldscheinen, die hier offensichtlich erzeugt worden waren. Der Mann selbst lag tot am Boden; laut ärztlicher Konstatierung hatte ihn vor geraumer Zeit ein Herzschlag dahingerafft. Die Fälschungen waren mit derartiger Präzision gearbeitet, dass man sie, neben echtes Geld gelegt, nur mit äusserster Mühe unterscheiden konnte. Die Tragödie Lucy Polnay. Der kürzliche Freitod der 27jährigen Lucy Polnay in einem Pariser Spital reisst den Schleier von einer GeseMschaftstragödie typischen Charakters. Lucy Polnay war vor Jahren die gefeierte Schönheit der obersten Vierhundert. Das Schlanke, hochgewachsene Mädchen mit dem klassisch geschnittenen Gesicht, dem tizianroten Haar und dem blendend weissen, perlmutterglänzenden Teint schweigen. Ich habe Uebungen mit den Chiffern gemacht und die einzelnen Blätter natürlich verbrannt.» . Der Oberst schloss eine Schublade seines Schreibtisches auf und nahm ein paar angekohlte, aber noch zu einem Drittel erhaltene, mit Buchstaben und Ziffern beschriebene Blätter heraus. «Sehen Sie: Hier habe ich den Beweis, dass Sie auf dem Gebiet des Nachrichtendienstes ein völlig unbeschriebenes Blatt sind, und dass ich Ihnen mit meinem pflichtgemässen Misstrauen unrecht getan habe. Ein Agent, ein wirklicher Agent nämlich, hätte die Blätter nicht nur in den Ofen gesteckt und angezündet, sondern sich auch davon überzeugt, dass sie wirklich bis zum letzten Rest verbrannt sind. Machen Sie kein so unzufriedenes Gesicht, Graf Hatzberg — geben Sie mir die Hand! So! Ich verspreche Ihnen, dass ich Ihnen nicht mehr misstrauen werde. Und nun, wenn es Ihnen recht ist, wollen wir feststellen, wie weit Sie in die Geheimnisse unserer dunklen Kunst bereits eingedrungen sind.» Es zeigte sich, dass Eberhard Hatzberg die Zeit gut genützt hatte; der Oberst schien jedenfalls durchaus zufrieden. «Was Sie einzig noch zu lernen haben, Graf,» sagte er, «ist die Art, in dem Milieu zu leben, das nun das Ihre sein wird. Es darf Ihnen nicht passieren, dass Sie überwacht werden, ohne eine Ahnung davon zu haben —: Sie müssen im Gegenteil immer annehmen, dass Sie überwacht werden, aber Sie dürfen es sich nicht anmerken lassen. Ein guter Nachrichtenagent muss ein vollendeter Schauspieler sein, um so vollendeter, je gefährlicher die Situation ist, in der er sich befindet. Keine Schreibübungen mehr. Muss Geschriebenes, vor dem ich Sie überhaupt warne, vernichtet werden, dann muss es natürlich ganz geschehen. Wenig Alkohol und — ich betone das noch einmal ganz besonders: keine Weiber! Alles Uebrige muss Ihnen der Verstand eingeben — lehren und lernen kann man das nicht. Sprechen Sie gut italienisch?» l «Ja. Auch ein paar Dialekte. Und vor allem das Italienisch, wie es in Brasilien gesprochen wird. Aber Italien?» M ER AN (Italien) AUTOMOBlL-r?EVUE 1933 - 72 äJ wurde von der Jeunesse doree verzärtelt und vergöttert. Ihr Sprachentalent war erstaunlich. Die ersten Sprachlehrer aus Paris, London und Rom gaben der begabten Schülerin Unterricht, die denn auch in kurzer Zeit die Weltsprachen vollkommen beherrschte. Dabei war sie eine Sportlerin von Geblüt, im Preisreiten errang sie wiederholt erste Preise, im Schlittschuhlaufen und im Tennis mehrere Championate. Freilich mit der Erziehung des jungen Mädchens stimmte es nicht recht. Der Vater, Eugen v. Polnay, war in ganz jungen Jahren Gründer und Präsident einer grossen Schiffahrtsgesellschaft geworden und hatte als solcher eine materielle und gesellschaftliche Position erreicht, in der jeder denkbare Luxus eine Selbstverständlichkeit bildete. Im Alter von 8 Jahren verloren Lucy Polnay und ihre drei Geschwister die Mutter. Der Erziehung der Kinder fehlte der mütterliche Geist. Eugen v. Polnay lebte nur seinen Geschäften und Spekulationen. Die Kinder durften mit ihm ausschliesslich im Wege seiner 7 Sekretäre verkehren. Wenn Sohn odler Tochter ejn Anliegen hatten, musste dieses den Instanzenweg der 7 Sekretäre durchgehen, bis Polnay sein Kind persönlich empfing. Als sich die Hochkonjunktur wendete, erlitt Polnay ungeheure Verluste, die Zahl der Sekretäre schrumpfte immer mehr zusammen, bis endlich Vater und Kinder ohne Vermittlung miteinander verkehrten. Vor 8 Jahren, als Lucy den Glauben ihrer Väter verliess, kam es zum Bruch. Der Vater verweigerte der Tochter jegliche Unterstützung. Es kam zu «In Rom wird, wenn er nicht schon* untei*. zeichnet ist, morgen oder übermorgen ein Vertrag mit den Vertretern der Entente unterzeichnet: Italien tritt an die Seite Frankreichs und Englands. Das steht fest, auch wenn Rom scheinbar noch mit Oesterreich- Ungarn über Gebietsabtretungen verhandelt. Wann Italien den Krieg erklärt, wissen wir natürlich nicht genau: ich rechne, dags die stille Mobilisierung noch etwa einen Monat dauern wird. Nun geht Italien natürlich zunächst Oesterreich-Ungarn an, aber der österreichische Nachrichtendienst ist nicht viel wert. Es wäre für uns sehr wesentlich, zu erfahren, wie die Mobilisierung in Italien fortschreitet, und wo die Italiener in der Hauptsache anzugreifen gedenken — glauben Sie, dass Sie in Italien in unserem Sinne arbeiten können?» «Es musste natürlich in Rom sein!» «Augenblicklich wohl. Später stelle ich mir vor, dass im Norden, in der Lombardei etwa oder in Venetien mehr zu sehen ist. Nachrichten nach Bern an die Adresse, die Sie ja kennen. Was halten Sie davon?» Eberhard dachte einen Augenblick nach. Dann sagte er: «Ich glaube wohl, dass ich da von einigem Nutzen sein könnte. Ich .könnte ganz gut als brasilianischer Farmer auftreten, der seine italienische Heimat besucht. Nur musste ich natürlich den nötigen Pass und die entsprechenden Visen haben.» «Selbstverständlich. Pässe können Sie von uns haben, so echt, dass der liebe Gott sie selber anerkennen würde. Und über die Schweiz ist die Einreise vorerst noch nicht allzu schwer. Ich würde es für ganz gut halten, wenn Sie sich hier einmal ein wenig einarbeiten wollten — in Italien ist man vorerst noch nicht so gewitzigt, wie etwa in Frankreich oder in Russland und England. Aber HOTEL ZUR POST das behagliche Haus für den guten Mittelstand und Treffpunkt der Schweizer Automobilisten. Jetzt ist die Zeit der Meraner Traubenkur! — Volle Pension mit sonnigem Süd-Balkonzimmer, fl. kaltem und warmem Wasser, Schweizer Fr. 8.—; sonn. Süd-Balkonzimmer ohne Pension, aber auch mit fl. kaltem u. warmem Wasser, Schweizer Fr. 3.—. Garage. Leb. Ultner Bachforellen. Weissterloner. Sehr schönes ä la cärte-Gartenrestaurant. Besitzer H. Malleier. einem Prozess, der in der Budapester Gesellschaft seinerzeit grosses Aufsehen hervorrief. Lucy Polnay machte geltend, dass sie keinen Brotberuf erlernt hatte, sondern von ihrem Vater wie- ein Fürstenkind erzogen worden war. Der Vater habe daher die Pflicht, sie auch nach ihrer Grossjährigkeit' zu unterstützen. Das Gericht wies die Klage ab und seither vergiftete sich das Verhältnis zwischen Vater und Tochter noch mehr. Im Alter von 21 Jahren verliebte sich Lucy Polnay in einen Arzt. Der Vater verweigerte die Zustimmung zur Eheschliessung. Nach einer mehrmonatigen unglücklichen Ehe mit einem Husarenleutnant begann die geschiedene Lucy Polnay in Paris ein wildes Abenteuerleben. Sie stürzte sich von einem Vergnügen ins andere. Sie gewann und verspielte in Monte Carlo ungeheure Summen. Mehrere grosse Leidenschaften trugen dazu bei, dieses blühende Leben zu verbrennen. Vor einem halben Jahr war es ein vornehmer Spanier, dem die leidenschaftliche Liebe der jungen Frau gehörte. Morphium und Kokain begannen den Organismus dieser einstmals sportgestählten jungen Frau zu untergraben. Es trat eine Lebenssättigung ein, die alsbald zum Lebensüberdruss führen musste. Die Ungarn der besten und schlechtesten Gesellschaften, die nach Paris kamen, wussten sehr viel von den Schicksalen und Kämpfen, von den Nöten und Emiedrigurfgen Lucy Polnays zu erzählen. Und nun beendete sie, innerlich zerbrochen, in dem kahlen Zimmer eines Pariser Spitals ihr wildes, unruhiges Leben. m der Schweiz müssten Sie sehr vorsichtig sein — in Genf, Bern, Zürich wimmelt es von Leuten, die Sie nicht zu kennen brauchen — ich meine für später, wenn Sie etwa dort arbeiten müssten. Wann könnten Sie abreisen?» «Lieber heute als morgen!» Zwei Tage später hatte der brasilianische Farmer Bernardo Farnaglia die deutsche Grenze hinter sich und fuhr Bern zu. Er sass in einem Abteil zweiter Klasse, rauchte schwere, schwarze Zigarren und schlief mitunter eine Strecke. Er sah so italienisch aus, dass der Schaffner « scusi, signore! » zu ihm sagte, als er die Fahrkarte kontrollierte, und von den übrigen Abteilinsassen nahm er keine Notiz, hörte auch nicht auf ihr in «Schwyzerdütsch» geführtes Gespräch, von dem er nicht das mindeste verstand. Auf eine ih deutscher Sprache an ihn gerichtete Frage antwortete er mit einem verlegenen Lächeln und einem Schütteln des Kopfes. Sein Lederkoffer im Gepäcknetz über ihm, stark abgenutzt und an den Ecken ziemlich abgestossen, gab darüber Aufschluss, dass der Inhaber an Bord eines italienischen Atlantikdampfers gewesen und eine Anzahl italienischer Hotels in den verschiedensten Städten Italiens frequentiert hatte. (Fortsetzung folgt.) NA Erstklassiges Strandbad 600 m Strandlänge Grosse Sport- u. Spielwiesen Trainer Restaurant — Konzert Wo nicht erhäl sn beziehen bei • Herrlicher Naturpark lim«!!!!!!! Roll A R Rocpl Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. Wasserauen Bahnhofbuffet Ein gutes Getränk ist Ia. Butterküohe. - Leb. Bachforellen. Gute u. billige Mittagessen. — Garage. — Autopark. Tel. 8.55. E. Manser-Döriq, inh. Locher-Bier TROGEN Gasthaus zum Schäfte Gutgelührtes bürgerliches Haus. Eigene Metzgere Anerkannt gute Küche und Keller. Schone Fremdenzimmer. Bescheidene Preise. Autoremise. Telephon 15. H. Bruderer. Besitzer Appenzell Appenzell-A.-Rh. Hotel zur APPOTZEU TEL.70S GARAGE-PARKPLATZ Sonntaas-Men u d Fr.4.50 Kraftbrühe Bachtorellen blaa zerlassen» Butter~Kartotteln Poulet ritt garniert Salai Bts-Crime. Garten-Restaurani. A.CJS.n. TX1JS. JOH. ELSER - DORIO, Besitzer. 930 m u. M. Krone Out bürgerliches Haus Selbstgeführte Küche, Qualitätsweine. - Bachforellen. Automobilisten bestens empfohlen. Orosse Aufogaraee. - Mit Werben Sie um die 70,000 schweizer. Automobi I isten durch die Automobil-Revue Wenn Sie bei dem heutigen Tempo erfolgreich sein wollen, sollten Sie eine Erika für Ihre Korrespondenz haben. Alle Erika-Besitzer loben ihren unerreicht leichten Tastenanschlag, die klare, regelmässige Schrift — selbst bei vielen Durohsohlägen. üeberhaupt hat die Erika alle Vorzüge einer grossen Büromaschine, kostet jedoch nur halb so viel. Immer mehr Geschäftsleute ziehen sie den grossen, teuren Büromaschinen vor. Generalvertr.:W. Häusler-Zepf, Ölten Verlangen Sie sofort den ausführlichen Gratisprospekt über das neue Erika-Teilzahlungssystem und die Adresse der nächsten Erika- Vertretung. PARKPLATZ b. BAHNHOF Beste Bedienung am KOche und Keller. Separates LOKAL für Gesellschaften und Konferenzen etc. Für A.C.S.-Damen heimeliges Caf*. Tea-Room. Telephon 385. Gebr. Witzln

NO 72 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 15 Gewiss ist es keine grosse Kunst, mit einem vollen Portemonnaie zu einer teuren Schneiderin zu gehen und sich von jemand anziehen zu lassen, der dazu da ist, genau zu wissen, was man trägt. Interessanter ist das Problem der Frau mit beschränkten Mitteln und ausgeprägt gutem Geschmack und Sinn dafür, was die Mode verlangt. Vorausgesetzt also, dass man in der angenehmen Lage wäre, seine ganze Garderobe von A bis Z neu anzuschaffen, so dass alles einen Hauch der heurigen Mode besässe, aber dennoch geeignet wäre, noch im nächsten Jahr getragen werden zu können. Der Grundstock einer solchen Garderobe wäre das Kostüm aus Leinentweed, in neutraler, heller Farbe, Sandgrau oder Lichtbraun, jenem Material, das sich nicht drückt und nicht leicht schmutzt. Vollkommen tailleur gearbeitet, mit schönen Perlmutterknöpfen und glattem Rock. Ein Kostüm, in dem man überall ruhig sitzen kann. Dazu gehört vor allem ein handgestrickter Sweater aus Garn in der gleichen Farbe, den man selbst waschen kann und der nicht gebügelt werden muss. Braune Halbschuhe in passender Nuance, Rehlederhandschuhe mit kurzer, breiter Manschette und ein weicher Filzhut in schmutzigroter Farbe oder ein Hut aus schottischkariertem Leinen. Ein Schal aus gleichem Material ist gewissermassen der Schlusspunkt des Ganzen. Die Farbe ist übrigens nicht das Wichtigste, das ist persönliche Geschmacksache. Vor allem handelt es sich um den Typ des Anzuges. Wir wollen weiter voraussetzen, dass man die letzten sommerlichen Wochen in der Stadt oder auf dem Lande zubringt. Das vorbeschriebene Kostüm ist für beide Möglichkeiten geeignet. In der Stadt wird es mit Schal, Hut und Handschuhen getragen, auf dem Lande an Tagen, da man eine Jacke verträgt, ohne Hut, mit einem dünnen, bunten Sweater und : Schuhen, die dem Terrain angepasst sind. Für die weniger formalen Angelegenheiten, und deren gibt es im Laufe eines Tages gar viele, gefallen die Kleider aus knitterfreiem dünnem Leinen, die natürlich einfach gearbeitet sein können, aber einwandfrei passen müssen, am allerbesten, das heisst, dass man sie nicht von einer kleinen Hausnäherin anfertigen lassen darf, während man das Imprimekleid einem vornehmen Salon anvertraut. Nur dann wenn die, Leinen- und andern Waschkleider vorzüglich geschnitten und sorgfältig ausgearbeitet sind, haben sie Anspruch darauf, als korrekter Anzug während des ganzen Tages getragen zu werden. Und sie können mit allen erdenklichen Schals, Hüten und Handschuhen ergänzt werden. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei der gpao ff IE B -ar BE Elegant - dennoch billig Handschuh. Beinahe zu allen Leinenkleidern sehen hellere oder dunklere Handschuhe aus Waschleder vornehm aus. Zu einem hellrosa Anzug beispielsweise lichtblaue Handschuhe aus Antilopenleder, aus dem auch der Gürtel sein kann. Gürtel, Knöpfe und Klipse sind der beste Aufputz für diese Kleider. Wenn der häusliche Finanzminister es gestattet, kann man statt eines Leinenkleides zwei anschaffen, ein helles und ein zweites dunkelblaues, zu dem man beispielsweise einen schmutzigweissen Hut aus Leinen, Filz oder Stroh, schmutzigweisse Gürtel und Schuhe wählt. Wie kleidsam und zweckmässig ein solcher Anzug ist, braucht wohl niemand erst erklart zu werden. Neben diesen Leinenkleidern ist für formalere Anlässe ein Kleid aus Seidenimprime erwünscht, das man trägt, wenn man das Gefühl hat, dass man «angezogener» sein muss. Imprime wählt man in bester Qualität, erst dann fällt die Frage der Farbe und des Musters ins Gewicht. Wenn es halbwegs möglich ist sollte man ein grösseres Quantum des Materials kaufen und gleich eine dreiviertellange, lose Jacke dazu arbeiten lassen. Ein solches Ensemble ist der Gipfel der Korrektheit und Eleganz. Imprime wird heute zumeist mit Organ di oder Organzon kombiniert, aus dem man auch einen breiteren oder kleineren Hut wählen kann, je nach dem Typ des Kleides. Manche dieser Imprimekostüme sind von klassischer Strenge und Einfachheit, andere von echt pariserischer Leichtigkeit und Kompliziertheit, beide aber sind absolut korrekt. Anstatt dieses Ensembles kann der Imprimeanzug auch mit kurzen Flügelteilen statt der Aermel und mit einem kurzen Jäckchen oder einer kleinen Pelerine getragen werden, und wer nicht an allzu vielen tGarden Parties» oder abendlichen Tanzunterhaltungen teilnimmt, wird mit einem solchen Anzug sein Auskommen finden. Wenn aber die Gelegenheit zum Besuche dieser sommerlichen Unterhaltungen vorhanden ist, empfiehlt es sich, ein Organdikleid in neutraler Farbe, vielleicht in zwei Schattierungen Zartgrau zu wählen. Das ist das Allerneueste, weil nämlich die Kleider aus rosa, gelblichen und andern Pastelltönen selbst im Schatten der Bäume allzu hochzeitlich wirken, während das graue Organdikleid die Unauffälligkeit der Farbe mit der Heiterkeit und Duftigkeit des Materials vereint. Natürlich sind auch da Hunderte von Varianten möglich, wobei wiederum der Typ das wichtigste Merkmal bleibt. Damit wäre man für die Stadt genügend ausgestattet, da man ja annehmen darf, dass man für die kälteren Tage, an denen Wolle das einzig richtige Material ist, etwas anzuziehen haben wird. Aber nun de'r r Landaufenthalt. Dazu braucht man vor allem zwei billige Baumwollwaschkleider. Aus jenen Stoffen, die lächerlich billig sind und heute so entzückend gemustert verkauft werden, dass man am liebsten alle kaufen würde. Ein lustiges kleines Würfel- oder Streifenmuster, das zu verschiedenen Figuren gefaltet und zusammengestellt werden kann. Heute, da man in Paris und in London die Baumwolle so propagiert, darf man sich im Baumwollkleid gut angezogen dünken. Unerlässlich ist allerdings, dass auch diese billigen Kleider gut gearbeitet sind, damit die Trägerin nicht Gefahr läuft, plötzlich statt mondän nur auszusehen wie ein modernisiertes Dorfmädel. Am besten eignet sich für die meisten Frauen die sogenannte englische Machart und jedes bessere Modeblatt bringt unzählige Modelle, die sich entweder im Original oder in Varianten gut nachahmen lassen. Auch zu diesen Kleidern sind die verschiedensten Kragen und Manschetten aus Pique oder Leinen die beste Garnitur. Wem die klassische Einfachheit des englischen Kleides nicht behagt, kann die Baumwollkleider ebensogut mit kurzen Puffärmelchen, tiefem Ausschnitt und verschiedenen Faltengarnituren wählen, und für diese Machart wiederum eignen sich die mit den kleinen Blüten bedruckten Stoffe ganz besonders gut, zu deren Verzierung Garnituren aus weissem oder ibuntem Organdi passen. p. Die reelle Schönheitspflege Für die Gesichtspflege gibt es keine Universalmethode, die alles Richtige in sich schliesst und alles Falsche ausschliesst. Zuerst ist die individuelle Verschiedenheit des Kunden zu berücksichtigen, wodurch eine erschöpfende Antwort sehr schwierig wird. Wir können nur allgemeine Normen aufstellen und sagen, dass das Dampfbad, die Massage, gute Cremen und Packungen den Teint wesentlich und günstig beeinflussen. Zur Beseitigung der Hautunreinigkeiten oder zur Erzielung einer schön gebräunten Haut sind Quarzbestrahlungen sehr zweckdienlich; jedoch nicht die Anwendung eines einzelnen Mittels, sondern erst das Zusammenwirken aller Massnahmen, die für einen bestimmten Fall geboten sind, kann zum radikalen Erfolge führen. Darum ist die Verabreichung einzelner Schönheitsmittel etwas ganz Unsinniges. Gerade hier wird ungemein viel gesündigt, wird viel verdorben und der Schönheitspflege der gute Name genommen. Es ist darum am Platze, etwas ausführlicher darauf einzugehen und, soweit möglich, eine Unterscheidung zwischen reeller und unreeller Schönheitspflege festzustellen. Die Gesichtsmassage soll in der Hauptsache mit der Hand ausgeführt werden. Wirksame Unterstützung leisten die elektrische Vibrationsmassage und das Tapern. Wer die letzteren jedoch allein, ohne Handmassage ausführt, lässt sich für vollständig unzulängliche, ja zwecklose Dienste bezahlen. Die Behauptung, dass die Handmassage die Oberhaut von den darunter liegenden Geweben abreissen könne, ist absolut haltlos und unbegründet, sobald die Handmassage fachmännisch ausgeführt wird. Bezüglich der Schnelligkeit in der Wirkung des Gesichtsdamipfbades und der Massage soll man sich das erstemal keine Wundertaten versprechen, denn nach einer Sitzung lässt sich nur ein geringes Resultat feststellen. Eine durchgreifende Behandlung erfordert zehn bis dreissig Sitzungen. Der Vorteil des Dampfbades und seine Unterstützung durch Gesichtsmassage ist ganz eminent. Die Haut macht einen ständigen Erneuerungsprozess durch, worauf die verbrauchte obere Haut sich abschuppt. Ebenso werden Schweiss und Fett durch die Poren ausgeschieden. Das Dampfbad dient speziell der fetten Haut und leistet gute Dienste zur Beseitigung der Comedonen (Mitesser). Dieselben befinden sich an den Ausgangskanälen der Talgdrüsen, deren Inhalt sich verhärtet hat. Durch die Oxidation der Luft und durch Verbindung mit Staub und Schmutz färbt sich dann die äusserste Partie dunkel; durch Trägheit der Haut und wegen mangelnder Blutzirkulation sind die Talgdrüsen nicht imstande, ihren öligen Inhalt abzugeben, wodurch dieser fest geworden ist. Der heisse Dampf vergrössert die Poren und löst nun den verhärteten Talg auf, worauf der Inhalt der Drüse sich leicht durch den Comedonenquetscher entleeren lässt. Durch die Erhitzung der Haut vergrössern sich auch die Blutgefässe, es findet eine verstärkte Blutzirkulation statt, und der Stoffwechsel wird beschleunigt. Nach dem Dampfbad soll eine Gesichtsmassage gemacht werden, event. mit Bestrahlung, anschliessend folgt die Gesichtspackung, die der Haut aber angepasst sein muss. Selbstverständlich wird bei fetter, trockener oder unreiner Haut nicht dieselbe Packung verwendet. Die Behandlung muss ganz individuell ausgeführt werden und soll nach der ganzen Sitzung eine Erfrischung und Befriedigung hinterlassen. Zum Schluss können nach Belieben diverse Verschönerungen gemacht werden, z. B. Korrektur der Augenbrauen, Tuschen sowie Rougieren und Pudern. E.K. Der verlorene Damenschuh Sie bestieg eilends den anfahrenden Omnibus. Plötzlich stiess sie einen leisen Schrei aus, denn sie hatte beim Aufspringen ihren rechten Schuh am Trittbrett des Wagens abgestreift. Die Leute um sie schauten verwundert. Nur der junge Herr neben ihr erfasste das Vorgefallene richtig. Er brüllte dem Führer ins Ohr : «Halten Sie !» War es, diass der Beamte schon wusste, worum es ging, oder gehorchte er nur der lauten Stimme, jedenfalls bremste er den Wagen ab. Eilenden Schrittes ging der Ausgestiegene den Weg zurück. Jetzt hatte er den Schuh entdeckt. Der lag mitten auf dier Strasse und blinzelte vergnügt in den hellen Sommertag. Es war, als freute er sich über die unvermutete Selbständigkeit Aber sein Jubel sollte nicht lange dauern. Schon war der hilfsbereite Herr an den Platz gekommen und hob ihn behutsam vom Boden. Den Damenschuh überrieselte ein merkwürdiges Gefühl. Wie er von diesem jungen Mann zart angefasst wurde. Er spürte förmlich das Blut in den Fingerspitzen hämmern. Was nur der junge • Herr hatte ? Auf jeden Fall schien er ein vollendeter Gentleman. So dachten auch die Leute auf der Strasse und sie lächelten über den Jüngling. Ihm aber war das Blut von den Fingerspitzen in den Kopf gestiegen, so dass ein oberflächlicher Beobachter hätte glauben können, es wäre eine Art Befangenheit gegenüber den vielen Zuschauern. In Wirklichkeit beschäftigten den Finder des Damenschuhs ganz andere Gedanken. Was sollte er sagen, wenn er den Schuh überreichte, was würde sie antworten, was würde sie tun. wenn er sich hinkniete und ihr den Schuh anzog ? So überlegte sich der Jüngling. Da war er wieder vor seinem Autobus angelangt und alles kam anders, wie er sich vorgestellt hatte. Zuerst rief ihm der Beamte ungeduldig zu: «Vorwärts! vorwärts! > Er stieg rasch ein. Dann griff s i e noch rascher nach ihrem Schuh. Eins, zwei, schon war sie hineingeschlüpft. Und dann flüchtete sie in den Sitzraum des Wagens, wo sie ein Magazin zu lesen begann. Vorher kam ihr nur ein spärliches « Danke » über die geschminkten Lippen. Das war alles. Der junge Mann, dessen Innerstes aufgewühlt war, allein durch die Berührung mit ihrem Schuh, blickte wehmütig auf den Boden. Ja, hingekniet hätte er sich und ihr den Schuh angezogen. Aber die Frauen sind ja'so gefühllos ! S i e lugte vorsichtig über den Rand des Magazins. Merkwürdiger Mensch, dachte sie bei sich. Wenn ich jetzt aussteige, schaut er in den Boden. Und ich möchte doch haben, dass er auch sieht, wohin ich gehe. Dann könnten wir noch manches miteinander reden. Aber die Männer sind ja so dumm ! Das teuerste Denkmal der Welt. Ein Denkmal, das an Kostspieligkeit seinesgleichen sucht, wirdi in Montreal im nächsten Jahr für den Komponisten der kanadischen Nationalhymne Calixe Luvallee errichtet werden. Die Kosten der Errichtung des mit einer Gedächtnishalle verbundenen Denkmals werden auf 10 Millionen Fr. geschätzt (heutzutage wirklich das Wichtigste !) Probieren geht über Studioren . auch wenn es sich um Rasierklingen handelt. Wir beanspruchen nicht, daß Sie Maag-Klingen kaufen sollen, nur weil es sich um ein Schweizerprodukt handelt; wir raten Ihnen vielmehr, die verschiedenen Fabrikate auf ihre Dauerschnittigkeit zu prüfen; Sie werden dann auch zum Ergebnis kommen, daß Maag- Klingen außergewöhnlich lange scharf bleiben. • Sie erhalten Maag-Klingen, die in der Schweiz hergestellt werden, in allen größeren einschlägigen Geschäften. MAAG o o o i DIE FEINE SCHWEIZERKUNGB \ LA FINE LAME SUISSE Heh. Jenny & Co., Zürich Wl(»ii»»ia 7. T>l«.h*> 14.SO* Die feinsten durststillenden, den Gaumen nicht reizenden Sommer-Bonbons als angenehme Begleiter auf Auto-Touren In den 130 Filialen des Kaffee • Spezlal • Geschäftes MERKU R"