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E_1933_Zeitung_Nr.072

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nungen zwischen den

nungen zwischen den Standorten der Rohstofferzeugung und denjenigen ihrer fort- setz!»ehe Schranken - ©ine - in- jder Luft • Hegendeschreitenden Verfeinerung zu rechnen, sondern es wird auch der Warenaustausch zwi- Entwicklung behindern' zu müssen. Alle diese Massnahmen müssen sich •. ertdallerletztens schen den einzelnen Erzeugungsstätten dadurch vergrössert. Die vielfach zu beobach- gegen däs^ eigene Volk auswirken, und wenn auch dem hartgesottensteh Gegner des Automobils endlich die Augen darüber aufgehen, dustriellen Betriebe aus den grossen Indutende Tendenz einer Rückwanderung der in- dass auch in der Schweiz mit detfi härtesten striezentren in die widerstandsfähigen Gejiete einer gesunderen Mischung zwischen Dickschädel nicht ungestraft gegen: Granitwände angestürmt werden kann, dann ist es andwirtschaftlicher und industrieller Bevölkerung kann nur dadurch gefördert werden, meistens schon zu spät,. odBr es sind, inzwischen derartige Vorteile.; zunichte gemacht; dass durch die grossere Beweglichkeit des worden, dass nur unter Einsatz grösst^r Motorfahrzeuges die bisherige Bindung an Opfer ein Aflschluss an: die verpassteri Ge^ den Schienenstrang gelockert zu werden legenheiten noch möglich sein wird." Die Vorzüge der Reise auf der Strass'e sind .beson- im Anfangsstadium befindet, wird man auch vermag. Da diese Rückwanderung sich erst ders im Automobil soenorm,.-dass-wir voraussichtlich schon in' einigejll Jähren mit bende Einflüsse auf den Strassenverkehr er- von diesem Gebiete aus noch starke bele- einer rapiden Vermehrung dieser: Verkehrsart werden rechnen müssen. Unsere nörd-r Unter diesen verschiedenen Gesichtspunkwarten können. liehen und südlichen Nachbarn gehen'auch' ten hat unsere zukünftige Strassenpolitik zu in dieser Hinsicht weitblickend.vorauf, hat segeln, wobei sie nicht auf regionale, sondern auf Gesamtihteressen eingestellt sein man doch in,Italien "wie iii Deutschland eingesehen, dass durch eine grosszügige Steuerpolitik auf dem Gebiete des Verkehrswesens satz zwischen Eisenbahn und Automobil muss muss. Der«verkehrspolitisch bedingte Gegen- nicht nur Mehreinnahmen für den Staat geschaffen werden, sondern dass gleichzeitig versucht und nicht wie bis anhin durch durch Gemeinschaftsarbeit zu überbrücken eine weitgehende Geschäftsbelebung in verschiedenen wichtigen Wirtschaftszweigen er- vergrössert werden. Wie kein anderes Volk gegenseitig in die Wege gelegte Hindernisse zielt werden kann. Dieser Verkehr wird aber können wir an. einer falsch auf- und grossgezogenen Eisenbahnpolitik lernen, um nicht hauptsächlich vom Strassenzuständ abhängig sein, geht doch heute schon die Aufstellung nochmals in die kostspieligen- und den gesamten Staatshaushalt auf den Kopf stellen- von Reisen und Weekendfahrten auf der Grundlage von Strassenzustandskarten vor den Fehler zu verfallen, wo regionale und sich. Gegenden, denen die Haupteinnahmequellen aus dem Fremdenverkehr gespiesen Verkehrspolitik inaugurieren, die sich nie- z. T. auch rein persönliche Interessen eine werden, können am besten ein Urteil darüber abgeben, wie sich der Zustand der kes in Übereinstimmung bringen lassen. mals mit den Gesamtinteressen unseres Vol- Strassen auf die Frequenz auswirkt. Strassenbau ist also im höchsten Masse produktiv. einheimischen Verhältnisse einer kritischen Nachdem im Vorstehenden speziell die Gaststätten und Tankstellen, Reparaturwerkstätten und die vielen übrigen mit diesen nötigen Abwehrmassnahmen ge^n ein Um- Betrachtung unterworfen und die unbedingt Zentralstellen verbundenen Gewerbe werden fahrenwerden durch die Automobilisten kurz sich die Dividenden aus einer klug geführten skizziert wurden, wird es Aufgabe der Strassenbaupolitik auf die Aktivseite ihrer Schlussbetrachtung sein, auf ausländische Bilanzen schreiben können. Verhältnisse und Zustände hinzuweisen, welche auch ganz speziell für unsere Fremden- Weil speziell für die Schweiz mit ihren vielen auf den Fremdenverkehr angewiesenen Plätzen, die grösstenteils in den Alpen werbung wegleitend sein dürften. Wy. liegen, ein baldiger Ausbau der Alpenrouten Wichtige Konferenzen als ein Gebot der Selbsterhaltüng erscheinen muss, dürfte sich der Einsatz von Arbeitslosen wohl rechtfertigen, konzentrieren sich doch diese Arbeiten auf Einrichtungen, deren Benutzung für die OeffentHchkeit und die Gesamtheit der Menschen gemeinhin selbstverständlich ist', i und,,dejen i ,.yhterji^tuf4g i ,und; Beschaffung die ureigentliche Aufgabe der öffentlichen Hand, d.h. der Kärttrfne und" Öemeinden ist. Hieraus allein ergbit sich schon die Berechtigung und die Verpfjichtung in gewollter Abweichung vom Grundsatze, dass gesunde Arbeitsbeschaffung der Privatwirtschaft'überlassen sein soll, den Staat als Arbeitgeber auftreten zu lassen und öffentliche Mittel zur Finanzierung heranzuziehen. Um so eher lassen sich vermehrte Aufwendungen für den Strassenbau rechtfertigen, als die Notlage der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft eine Senkung der Unkosten erfordern, wobei wir speziell auf den Unkostenfaktor der Transportspesen hinweisen möchten. Der kürzeste und billigste Weg ist der allein' richtige, und wenn wir durch Strassenbau und Strassenunterhaltung die Transportwege verbessern und. verbilligen können, dann ist ein weiteres produktives Moment derartiger- Arbeiten aufgezeigt. Beim Ausbau unseres Strassennetzes ist auch auf den hohen Stand der industriellen Entwicklung der Schweiz Rücksicht zu nehmen. Abgeschnitten von den hauptsächlichsten Urprodukten haben wir gegenüber andern Staaten nicht nur mit grössern Entfer- erfahren augenblicklich von besonderer Bedeutung wäre.» Der Oberst sah Eberhard Hatzberg mit einem merkwürdigen Blick lange an. Dann lächelte er. «Ein Agent der Entente würde mir etwa auch diese Frage vorgelegt haben, denn aus- der Antwort lassen sich vielleicht einige nicht unwichtige Schlüsse ziehen!» «Oh — Herr Oberst — ich möchte natürlich nicht indiskret sein!» «Bitte! Ich habe schon gesagt, dass ich Ihnen durchaus vertraue. Ich will Ihnen Ihre Frage beantworten, denn das ist vielleicht recht instruktiv für Sie. Sozusagen ein praktisches Kolleg. Also: Vor drei Tagen hätte die Oberste Heeresleitung gern gewusst, was im Ypernbogen an englischen Truppen steht. Wäre sie richtig informiert gewesen, so hätte sie die Teiloffensive nicht unternommen, weil sie sich im voraus hätte sagen müssen, dasS: der Erfolg in keinem Verhältnis zu den nötwendigen Opfern stehen würde. Heute möchte die Oberste Heeresleitung gern wissen, wer die bevorstehende Teilöffensive den Engländern verraten hat. Wir wissen, dass von der einheimischen Bevölkerung Fäden zu den andern Armeen führen, aber wir wissen 1 noch nicht, in wessen Hand, sie hinter unserer Front zusammenlaufen. Wir werden es er- Im Verlaufe der letzten Woche haben in Bern einige wichtige Besprechungen stattgefunden, die sich mit aktuellen Verkehrsfragen befässten. Das hauptsächlichste Interesse konzentrierte sich auf das Transportabkommen zwischen Bahn und Auto. Am letzten, Donnerstag ist von den Vertretern des 'Verbandes' Schweiz. Motörlastw,aj£gn* besitzet» der Zentralstelle für die iVerteidi* gung der Automobilinteressen, des Verbände Schweiz. Transportanstalten, der Rhätischen Bahn, des Schweiz. Handel- und Industrievereins, des Schweiz. Gewerbeverbandes und des Schweiz. Bauernverbandes unter dem Vorsitz von Bundesrat Pilet, Chef des Postund Eisenbahndepartementes, im Beisein von Dir. Schrafl, Präsident der Generaldirektion der S.B. B., und Dir. Hunziker, Chef der Eisenbahn-Abteilung des Eisenbahn- und Postdepartementes, die Uebereinkunft zwischen den Eisenbahnverwaltungen und den Automobilinteressenten für Verkehrsteilung und Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn und Auto durchberaten worden. Bekanntlich war nach langwierigen direkten Besprechungen zwischen den beiden Hauptverkehrsinteressenten Bahn und Auto Ende Mai eine Uebereinkunft zustande gekommen, die am 26. Jun die Genehmigung des Verwaltungsrates der S. B. B. gefunden hatte. Vor einiger Zeit hat auch der Verband Schweiz. Motorlastwagenbesitzer dem Abkommen zugestimmt, wobei bekanntlich dieser Beschluss nur durch eine knappe Mehrheit zustande kam. Zudem wurden an die Anerkennung des Abkommens gewisse Voraussetzungen geknüpft, worunter «Und was geschieht mit den — Spionen, wenn sie erwischt werden?» «Sie werden unschädlich gemacht.» «Also erschossen!» «Nur in besonders schweren Fällen. Gehen wir weiter: Die Oberste Heeresleitung gäbe sehr viel darum, wenn sie genau über die russischen Truppen in Galizien informiert wäre. In den nächsten Tagen wird eine Offensive allergrössten Stils beginnen — sie wird natürlich an der schwächsten Stelle angesetzt. Die zu kennen, wäre sehr wesentlich.» «Das begreife ich. Vielleicht wenn ich...» «Ach — das schlagen Sie sich aus dem Kopf! Erstens kann ein Mann, und wenn er noch so gewandt wäre, nicht eine Front von soundsovielen hundert Kilometern inspizieren, nicht wahr, und zweitens: bis sie in den Rücken der russischen Front gelangen, ist es längst zu spät. Und bis dann Ihre Berichte kommen können, oder Sie mit den Berichten — na: sehen Sie das ein?» «Allerdings. Obwohl ich gerade in Petersburg sehr gute Beziehungen habe.» «Ja? Das ist ausgezeichnet. Darf ich fragen, wen Sie dort kennen?» «Den Obersten Mjassojedow — den Namen iaben Sie gewiss schon gehört, Herr ÄUTOMOB1L42EVUE 1933 — N° 72 iner Aenderung der Gewichtsvorschriften und der Bestimmungen über die Anhänger in der Vollziehungsverordnung zum Automobilgesetz besondere Bedeutung beizumessen ist. Die Automobilinteressenten werden unter allen Umständen an diesen Forderungen festhalten, so dass bereits heute keine weifel darüber bestehen, dass ihm eine entscheidende Bedeutung bei der Regelung des egenseitigen Verhältnisses zwischen Bahn und Auto zukommt. Das eidgenössische Eisenbahndepartement, an welches die Uebereinkunft weitergeleitet wurde, hatte die am Abkommen direkt interessierten Kreise zu obiger ' Aussprache eingeladen, um eine gewisse Abklärung zu schaffen, bevor die Uebereinkunft an den Bundesrat zur Behandlung weitergeleitet werden sollte. Vor allem benützten die Vertreter der Wirtschaftsverbände die seitens des Vortehers des Eisenbahndeipartementes geschaffene Gelegenheit zu freier Aussprache. Dr. Wetter (Schweiz. Handels- und Industrieverein) gab die Erklärung ab, die getroffene Regelung als annehmbare Diskussionsbasis betrachten zu können, wogegen unter allen Umständen vermieden werden soll, dass das Auto durch irgendwelche Massnahmen aus dem Verkehr ausgeschaltet werde, hat doch dieses Transportmittel der Wirtschaft unschätzbare Dienste geleistet und gegenüber den Bahnen als eigentlicher Regulierungsfaktor auf tarifpolitischem Gebiete gedient. Nicht mit Unrecht wurde von gleicher Seite die Auffassung vertreten, dass die vorgesehene Regelung den Automobilverkehr in nachteiliger Weise treffen könne, was unbedingt vermieden werden musS, eine Auffassung, die in Kreisen von Handel und Industrie des öftern vertreten wird. Aehnliche Erklärungen wurden vom Vertreter des Schweiz. Bauernverbandes (Nater) und von demjenigen des Schweiz. Gewerbeverbandes (Nationalrat Schirmer) abgegeben. Es war nicht zu verwundern, dass namentlich von Seiten des Gewerbevertreters auch die brennende Frage der Bundesbahnsanierung angeschnitten wurde, wobei speziell eine vollständige Entpolitisierung dieses grössten Unternehmens unseres Landes verlangt wurde Wie nicht anders zu erwarten war, wurde seitens der Rhätischen Bahnen auf die scharfe Konkurrenz des Automobils hingewiesen und Massnahmen zur Einschränkung des Autoverkehrs als dringend erforderlich •bezeichnet. Auf die verschiedenen "Erklärun- -jen und Voten antworteten Bundesrat Pile üiÄ' Generaldirektor Sch'rafl in dem Sinne, dass ersterer die Auffassung vertrat, eine Sanierung der Bundesbahnen könne erst in Frage kommen, wenn beim Bund die Dekkungsmittel vorhanden seien. Die Inangriffnahme von Reorganisationsarbeiten ohne die hierfür notwendigen Mittel bereitgestellt zu haben, stelle eine Täuschung dar. Von Seiten des Vertreters der S. B. B. wurde darauf hingewiesen, dass der Zweck der Regelung zwischen Bahn und Auto nich der sei, unvernünftige Taxen zu schaffen wobei es jedoch ohne Erhöhung gewisse Tarife nicht abgehen könne, doch handle e sich dabei um solche Positionen, bei deren Transport heute auch das Auto nichts meh verdienen könne. Nachdem der Chef des Schweiz. Post- und Eisenbahndepartementes sich bereit erklärte, die ausgesprochenen Anregungen und Wünsche entgegenzuneh men und soweit als möglich bei der Aus arbeitung des Gesetzesentwurfes zu berücksichtigen, konnten "die Beratungen schon nach kurzer Zeit geschlossen werden. Die einzelnen Vertreter der verschiedenen Interessengruppen haben somit zu den vorgelegten Punkten ihre zustimmende Erklä rung abgegeben, so dass grundsätzlich eine Oberst: wiederholt Gast Seiner Majestät in Rominten...» Der Oberst war aufgesprungen und sah Eberhard geradezu entsetzt ins Gesicht. «Herr Graf Hatzberg — treiben Sie Ihr Spiel mit mir?»: Eberhard erhob" sich gleichfalls. «Ich begreife nicht, Herr Oberst...!» Der Oberst trat dicht vor ihn hin: «Sie begreifen nicht? Wirklich nicht? Dass mich der Name aus Ihrem Mund aufs höchste — verblüffen muss?» « Nein — ich begreife es wirklich nicht. Ich habe den Obersten in Berlin kennengelernt; er war einen Herbst bei uns in Schlesien zur Jagd — ich kann darin wirklich nichts Verblüffendes finden.» Der Oberst ging erregt im Zimmer auf und ab. Dann sagte er plötzlich halblaut: «Vielleicht begreifen Sie meine Erregung, wenn ich Ihnen folgendes sage: Oberst Mjassojedow war in Wirballen garnisoniert; er war der Leiter des russischen Nachrichtendienstes. Seine Aufgabe war es, die Spionage gegen Deutschland zu leiten. Wir wussten das. Wir haben ihm selbst Nachrichten i geliefert, weil wir — im Austausch von ihm wesentlich wichtigeres Material über Russland bekamen. Und wenn Sie die Broschüre,' die ich Ihnen gab, gelesen haben, werden Sie J weitgehende Einigung erzielt worden ist. Im allgemeinen wurde mit besonderem Nachdruck die Auffassung vertreten, dass es im alten Tempo nich't mehr weitergehen könne, und den heutigen unhaltbaren Verhältnissen baldmöglichst ein Ende bereitet werden müsse. Den Verbänden ist die Möglichkeit eingeräumt worden, sich zu Einzelheiten noch schriftlich zu äussern. Es liegt nun beim Eidg. Eisenbahndepartement, die Vorlage raschmöglichst zu bereinigen und sie an den Bundesrat weiterzuleiten, wobei der Hoffnung Ausdruck gegeben werden darf, dass im Laufe des nächsten Jahres die parlamentarischen Beratungen das nicht leicht zu ösende Problem bewältigen werden. ' - Am letzten Donnerstag tagte unter dem Vorsitz des freiburgischen Baudirektors in der Bundesstadt eine Konferenz von Vertretern des Schweiz. Automobil-Glubs und des Tourihg-Clubs der Schweiz, der Schweiz. Verkehrszentrale, des Verbandes schweiz. Motorlastwagenbesitzer und der Vertreter der Hotellerie zwecks Besprechung derjenigen ragen, die sich mit der Schaffungeines einheitlichen Informationsdienstes über das Schweiz. Strassenwesen befassen. An dieser Konferenz sind keine Beschlüsse gefasst worden. Am 25. August fand ebenfalls in Bern auf Einladung der schweizerischen Bundesbahnen eine Verkehrskonferenz statt, an der vertreten waren : das Eidg. Post- und Eisenbahndepartement, die Nationale Vereinigung für den schweizerischen Reiseverkehr, der Hotelierverein, der Verband schweizerischer Verkehrsvereine, die Post und einige der wichtigsten Eisenbahnverwalfungen. Die Konferenz hatte den Zweck, sich unter, den Nächstbeteiligten darüber Rechenschaft zu geben, welches die Auswirkung der den Ausländern für die Sommerreise nach der Schweiz bewilligten Ermässigungen gewesen sei und' sich über die weitern, im Interesse des Fremdenverkehrs zu ergreifenden Massnahmen zu besprechen. Obwohl sichere statistische Zahlen noch nicht vorliegen, wurde doch allgemein,festgestellt, dass sich die Vergünstigungen ins propagandistischer Hinsicht günstig ausgewirkt haben, so dass es zweckmässig erscheint, sie wenigstens bis Ende September auszudehnen. Die von den Bundesbahnen. erwogene Idee, eine Herbstreisewoche mit verbilligten Fahrpreisen zu veranstalten, fand allgemeinen Anklang. Schliesslich wurden auch die Vergünstigungen für die nächste Wintersaison sehr eingehend erörtert. Von Seite der Transportanstalten wurde darauf hingewiesen, dass die gegenwärtig mit besonderem Nachdruck auftretende und auch in der OeffentHchkeit mit Beifall aufgenommene Forderung der Ermässigung 4er Personenfahrpreise von den Eisenbahnen im Hinblick auf ihre finanzielle Lage gewaltige Opfer erheische. Die Tragweite dieser Opfer muss um so gründlicher erwogen werden, weil auch die Ermässigung der Frachtsätze im Güterverkehr als ein wichtiges Postulat der schweizerischen Wirtschaftskrise ini Vordergrund steht. , In einer Konferenz zwischen den Vertretern des Schweiz. Eisenbahn-Departementes, der Eidg. Telegraphen- und Telephondirektion, der S. B. B., des Schweiz. Hötelierverein, der Schweiz. Rundspruchgesellschaft, der Schweiz. Verkehrszentrale und anderen Interessenten wurde die unverzügliche Aufnahme einer intensiven Radiopropaganda für Touristik gefordert, um den Reiseverkehr unseres Landes in weitgehendstem Masse zu fördern. Zu diesem Zwecke ist dem Radio- Studio Bern eine besondere Abteilung für Touristik versuchsweise angegliedert worden, -my- wissen, dass Oberst Mjassojedow heute noch unser wichtigster russischer Vertrauensmann ist. Begreifen Sie jetzt, dass es mich irappieren muss, den Namen von Ihnen zir hören?» «In diesem Falle allerdings. Aber ich gebe Ihnen mein Wort, Herr Oberst: das alles war mir vollkommen unbekannt. Ich habe den Obersten Mjassojedow als lustigen Gesellschafter und ausgezeichneten Jäger sehr geschätzt — dass er ein... Landesverräter ist, davon habe ich natürlich nicht die leiseste Ahnung gehabt.» Das Gespräch kam nicht mehr recht in Fluss, und Eberhard Hatzberg hielt es für an der Zeit, sich zu empfehlen. «Wann werde ich wieder von Ihnen hören, Herr Graf?» fragte der Oberst. «Herr Oberst sagten, in vier Tagen!» «Gut. Kommen Sie in vier Tagen abends um zehn Uhr zu mir, wenn es Ihnen möglich ist. Es wäre mir lieb, wenn Sie in der Zwischenzeit nicht allzu viele Menschen sehen würden!» «Ich habe gar nicht das Bedürfnis daru nach!» «Und sich vor allem vor den Frauen' i» acht nehmen wollten!» (Fortsetzung im zAatler-Feierabend»3i

72 — 1933 lÄÜTÖMOBIL-REVUfl Sportnachrichten Chiron siegt auf der Miramas-Bahn Der Grosse Preis von Marseille auf der berühmten, 5 km langen Bahn von Miramas, sah letzten Sonntag eine der grössten und zugleich schnellsten Sportveranstaltungen des ganzen Jahres. Das Rennen brachte den sensationellen Sieg des lange vom Pech verfolgten Chiron auf Alfa Romeo-Monoposto. Der Monegaske hat damit gezeigt, dass er nur die richtige Maschine benötigt, um wieder zu seiner alten Glanzform aufzulaufen. Nachdem er nun zu der Scuderia Ferrari hinübergewechselt und einen Monoposto-Wagen der berühmten Mailänder Firma zur Verfügung hat, dürfte er diese Saison wohl glücklicher beenden, als er sie begonnen hat. Für die Schweiz war der Kampf von Miramas ein Unglücksrennen. Einer ihrer aktivsten, vielversprechendsten Fahrer wurde ihr an diesem Tage geraubt. Baron von Waldthausen stürzte schwer und starb schon zwei Stunden später an den erlittenen Verletzungen. Ueber die näheren Einzelheiten des Unglücks und die Karriere des bekannten Fahrers berichten wir weiter unten noch Näheres. Nach den Ergebnissen des Trainings zu schliessen, war Nuvolari auf seinem berühmten Maserati-Monoposto der Favorit des Rennens. Er legte an beiden Trainingstagen die schnellsten Runden zurück und erreichte einen Durchschnitt von 207 km/St. Neben ihm waren Fagioli auf Alfa Romeo-Monoposto und Borzacchini auf Maserati-Monoposto die schnellsten Piloten. Chiron (Alfa Romeo- Monoposto) hielt sich noch etwas zurück, und Baron von Waldthausen und Villars (beide Alfa Romeo) figurierten mit Durchschnitten von 180 km/St, im mittleren Felde. Das Rennen des Sonntags wurde zu einem gewaltigen sportlichen Ereignis und wickelte sich vor 50,000 Zuschauern ab. Der Vormittag war den Motorrädern reserviert. Unter grösster Spannung traten nach 3 Uhr nachmittags 17 der bekanntesten internationalen Rennfahrer zum Kampf um den Grossen Preis von Marseille an, der über eine Strecke von 500 km führte. Gleich nach dem Start nahmen Moll (Alfa Romeo), Borzacchini (Maserati-Monoposto) und Etancelin (Alfa Romeo) die Spitze, doch schon nach der ersten Runde lag Chiron auf seinem Alfa Romeo-Monoposto vorn, gefolgt von Nuvolari auf Maserati-Monoposto und Borzacchini auf Maserati-Monoposto. Das Tempo wurde von Runde zu Runde schneller; bald lagen Nuvolari, Dreyfus (Bugatti 4900 ccm) und Borzacchini ganz knapp hinter Chiron. Nuvolari Hess wieder alle seine Künste spielen und war nach fünf Runden glücklich an die Spitze vorgegangen. Chiron folgte als Zweiter, hinter ihm her jagten Dreyfus und Fagioli. Das Publikum erlebte einen tollen Kampf um die Führung. Nach kurzer Zeit hatte Dreyfus die Spitze an sich gerissen. Er vermochte einige Runden die Führung zu halten, doch als die ersten 10 Runden, demnach 50 km, vorbei waren, hatte sich Nuvolari wieder auf die gleiche Höhe wie der Franzose geschoben. Chiron kämpfte nun an dritter, Zehender an vierter und Fagioli an fünfter Stelle. Chiron, der sich auf dem Alfa Romeo-Monoposto überraschend sicher fühlte, hatte einen ganz grossen Tag und schlug sich wieder nach vorne. Nie befanden sich die Spitzenführer jedoch mehr als 100 Meter voneinander getrennt. Für die Zuschauer war das Rennen eine einzige tolle Sensation. Nach 100 km lagen Chiron und Nuvolari mit der Zeit von 32 Min. 40 Sek. (Stundenmittel 185,4 km/St.) genau auf gleicher Höhe; 3. war mit einem Abstand von 5 Sek. Dreyfus, 4. mit einem Abstand von 8 Sek. Fagioli und 5. mit 10 Sek. Abstand Borzacchini. Unaufhörlich wechselte auch in den nächsten Runden die Führung. Die 25. Runde führte wieder Nuvolari an, gefolgt von Chi- Ton und Dreyfus, doch nach dem ersten Drittel des Rennens hatte sich Chiron wieder nach vorne gearbeitet. Die 34. Runde brachte den Sturz von Baron von Waldthausen, über dessen Schwere erst allmählich Nachrichten durchsickerten. Die 42. Runde sah wieder einen Vorstoss von Nuvolari. Dieser konnte nun langsam eine Distanz zwischen sich und seine Verfolger legen und schien bereits Sieger des Tages zu werden, als er nach zwei Dritteln wegen Bruch der Hinterachse aufgeben musste. Durch diesen Ausfall verlor das Rennen an Spannung, da das Duell Maserati-Alfa Romeo auf diese Weise plötzlich entschieden war. Chiron und Fagioli kämpften abwechslungsweise um die Führung. Der Bugatti-Fahrer Dreyfus verlor bei einer Geschwindigkeit von 200 km/St, ein Rad. Wie duTch ein Wunder entging der Fahrer einem schweren Sturz. Das losgelöste Rad verletzte eine Zuschauerin leicht. Auch Etancelin, der Brandwunden an einem Bein erlitt, musste aufgeben. Chiron vermochte Baron v. Waldthausen tödlich verunglückt sich nun vorne za halten und lies® sich die Führung nicht mehr entreissen. Mit einem Vorsprang von 70 Sekunden wurde er vor Fagioli Sieger. Der Monegaske, der eine Zeit voll Enttäuschungen und Niederlagen hinter sich hat, wurde nach seinem Eintreffen mit grösster Begeisterung gefeiert. Die Franzosen Moll und Wimille kamen auf den 3. und 4. Platz, Zehender wurde Fünfter und Lehoux Sechster. Die Resultate: 1. Louis Chiron auf Alfa-Romeo-Monoposto, 500 km in 2:49:15,2 (Stundentnittel 178,986 km/3t.). 2. Fagioli auf Alfa-Romeo-Monoposto 2:50:25. 3. Moll auf Alfa Romeo, vier Runden. 4. Wimille auf Alfa Romeo, vier Runden. 5. Zehender auf Maserati, vier Runden. 6. Lehoux auf Alfa Romeo, sechs Runden. 7. Hartmann auf Bugatti, 17 Runden. 8. Felix auf Alfa Romeo, 20 Runden. 9. Frl. Helle-Nice auf Bugatti, 29 Runden. Baron von Waldthausen f. Der letzte Sonntag hat den schweizerischen Automobilsport in tiefe Trauer versetzt. Baron von Waldthausen, ein 26jähriger, seit vielen Jahren in unserem Lande ansässiger und sich um das Ansehen des nationalen Autosportes auch im Ausland höchste Verdienste erworbener Fahrer, musste beim Grossen Preis von Marseille jenen Tribut an das Schicksal entrichten wie schon viele andere Fahrer: Er stürzte im Rennen, wurde schwer verletzt und starb schon nach wenigen Stunden. Ueber den Todessturz, der nicht nur in Genf, sondern in den weitesten schweizerischen Sportkreisen grösste Bestürzung ausgelöst hat, sind im Augenblicke, da wir diese Zeilen schreiben, noch nicht alle Details bekannt. Nach der 34. Runde wurde bei den Tribünen der Bahn von Miramas bekannt, dass Baron von Waldthausen, der auf einem Alfa Romeo gestartet war, in der Südkurve des Autodroms gestürzt sei und einen Beinbruch erlitten hätte. Erst allmählich sickerten genauere Mitteilungen durch, die erkennen Hessen, dass "Waldthausen einen sehr schweren Sturz getan haben musste. Ein Pneu seines Wagens war in vollem Laufe geplatzt, so dass der Alfa Romeo sich mehrmals überschlug. Baron von Waldthamsen wurde aus dem Wagen und auf den Zementboden geworfen. Man transportierte ihn sofort mit einem gewöhnlichen Tourenwagen nach der nächsten Sanitätsstelle, von wo man Waldthausen unverzüglich ins nächste Spital führte. Um 17.30 Uhr wurde der Fahder im Salons-Spital eingeliefert, und schon eine Stunde später verschied er. Man stellte doppelten Bruch des rechten Beines, doppelten Achselbruch und innere Verletzungen fest. Baron von Waldthausen behielt das Bewusstsein bis zum letzten Moment. Der Tod hat den Genfer Fahrer in einem Augenblick getroffen, als er die ersten Früchte seiner langjährigen Tätigkeit als eifriger Freund des Autosportes ernten konnte. Erst vor kurzer Zeit haben wir in der «Automobil-Revue» über einen Besuch bei den beiden Genfer Fahrern Villars und Baron von Waldthausen berichtet, die sich bekanntlich vor einiger Zeit zu einem Rennstall zusammengeschlossen hatten und die Schweiz wiederholt mit Erfolg bei ausländischen Rennen vertraten. In dem Bericht betonten wir, welch gewaltige Arbeit die Organisation eines solchen Rennstalles erfordert und was für Opfer an Zeit, Geld und Arbeit notwendig sind, um mit irgendwelchen Chancen in ein Rennen zu gehen. Immer mehr richtete sich die Aufmerksamkeit des Auslandes auf die zwei Fahrer, die die Schweizerfarben bei zahlreichen Rennen verteidigten. Die letzten Erfolge beim Grossen Preis de la Baule und beim Grossen Preis von Comminges Hessen erhoffen, dass von nun an die Schweiz auch bei internationalen Rennen ein ernstes "Wort mitzureden habe. Alle diese Bemühungen sind durch den plötzlichen Tod Waldthausens nun zu nichte geworden. Baron von Waldthausen ist gebürtiger Liechtensteiner, wohnte aber schon seit vielen Jahren am Gemfersee. Er etablierte sich zuerst als junger, sehr begüterter Mann in der Villa Barholoni in Versoix bei Genf. Schon damals galt seine ganze Leidenschaft dem Motorsport. Um sich irgendwie auf diesem Gebiete betätigen zu können, Hess er in seinem Park ein eigenes Autodrom bauen, das er zu seinem privaten Vergnügen benützte. Seine Nachbarn hatten für den jungen Fahrer, der an dem Sport der Geschwindigkeit seine grösste Freude fand, kein besonderes Verständnis und beklagten sich über den 'grbssen Lärm der Rennwagen. Die Behör- Hat der Auto-Händler einen guten Käufer, der den Wagen nicht bar bezahlt, so telephoniert er der AUTO CREDIT BANK& Zürich 70.030 Genf 44.267 und diese finanziert das Geschäft prompt. Baron von Waldthausen t. den mussten interpellieren; Waldthausen ent-* schloss sich deshalb, nach der Villa Tatiana bei Nyon zu ziehen, wo er sich im Park wieder ein eigenes Autodrom erbauen Hess* um auch hier seinem Lieblingssport obliegen zu. können. In weiteren Kreisen wurde von Waldt-. hausen vor allem durch die finanzielle Unterstützung bekannt, die er dem Grossen Preis der Schweiz auf der Meyrin-Rundstrecke bei Genf vor zwei Jahren angedeihen Hess. Nichtnur Auto-, sondern auch Motorradrennen wurden mit seiner Mithilfe finanziert. Immer mehr wurde von Waldthausen zu einer bekannten Persönlichkeit im schweizerischen Motorsport. Durch sein bescheidenes, freund-r liches, sehr sympathisches Wesen schuf er sich im ganzen Lande zahlreiche Freunde, die heute erschüttert vor der Tatsache des Todes dieses jungen Menschen stehen. In den eigentlichen Sportbetrieb griff von Waldthausen erst ein, als er sich mit Villars zu dem bekannten Rennstall zusammenschloss. Von nun an gehörte diesem Unternehmen sein ganzes Interesse. Schon letztes Jahr waren die beiden oft und oft an schweizerischen, vor allem aber auch an aus-* ländischen Rennen zu sehen. Besonders aktiv wurden sie jedoch dieses Jahr, wo beide Piloten an einer grossen Zahl von internationalen Veranstaltungen vertreten waren. Schon anfangs dieser Saison schnitt von Waldthausen vielverheissend ab, indem er bei dem Grossen Preis von Tunis trotz bester Besetzung an den vierten Platz kam. An verschiedenen kleineren und grösseren Rennen im In- und Ausland, vor allem auch in Frankreich, erlebte er wohl auch ehrenvolle Niederlagen, aber auch schöne Rennerfolge. Besonders vielversprechend war das Abschneiden von Waldthausens bei den letzten zwei Ren^ nen von La Baule und Comminges, wo er jedesmal an den vierten Platz kam und beste Internationale Klassefahrer hinter sich Hess. Wir schrieben erst in unserer letzten Num^ mer noch von den erstaunlichen Leistungen, des jungen Fahrers — und nun sind über- Nacht alle Hoffnungen und Erwartungen brutal zerstört und zu nichts geworden. Der Tod von Waldthausens bedeutet für den schweizerischen Autosport — denn längst . fühlte sich von Waldthausen als Bürger unseres Landes — einen schweren Verlust. Alle, die den geraden, innerlich vornehmen Menschen kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! bo. Das zweite Stllfser Joch-Bergrennen. Der Sportwagenfahrer Tadini auf Alfa Romeo fährt neuen Streckenrekord. — Graf Trossi auf Alfa Romeo Erster der Rennwagen. • Schöne Erfolge der Schwelzerfahrer. Zum zweiten Male wurde am letzten Sonntag das Stilfserjoch-Rennen ausgefahren, und zum zweiten Male gestaltete sich das vom Automobil-Club von Mailand organisierte Rennen zu einem grossen, unumstrittenen* Erfolg. Nicht zuletzt trägt dazu die Lage der Rennstrecke bei, die von Trafoi aus auf der einzigartigen Stilfserjochstrasse nach dem höchsten Punkt des Passes auf einer Höhe von 2753 in über Meer führt. Die 'italienische Veranstaltung ist demnach das weitaus höchste Bergrennen Europas. Der grossartige Rahmen der Bergnatur machte den Anlass noch reizvoller. Die Organisation auf der ganzen Strecke hatte z