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E_1933_Zeitung_Nr.076

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wenden, wenn sich die Haut durch die Sonne und die Luft bräunte. Ein bekannter Pariser Coiffeur, der sich auch als Kosmetiker bewährte, hält durch seine aparten Ideen die Damenwelt in Atem. Sein Lebenszweck ist, die Schönheit der Frau individuell zu steigern und ihr alle Behelfe für Jugendlichkeit und Charme zu offenerem. Er teilte die Farben der kosmetischen Präparate nach den Jahreszeiten ein, seine Sommervorschläge sind auf «Sonnenbräuno eingestellt. Augen, Lippen, Wangen und Haut müssen in einem Ton gehalten sein. Es ist seltsam, dass sich die Lippenstifte in jeder Beleuchtung und für jede Frau anders ausnehmen. Um der Dame zu ermöglichen, die richtige Nuance zu finden, gibt es zweifarbige Stifte, rot und gelb gefärbt, mit denen man rasch und unauffällig den passenden Farbton erzielt. Eine wichtige Frage der modernen Schönheitspflege ist die Farbe der Fingernägel. Die Frauen lieben es, ihre Nägel rot zu lackieren. Blutfarbe ist unmodern geworden, Koralle ist der aktuelle Ton. Die Hände erscheinen ausdrucksvoll durch die geröteten Nägel. Aber die Herrenwelt scheint anderer Ansicht zu sein. Sie findet, einstimmig und einig wie nur selten, die rot lackierten Nägel «grässlich», «hässlich» und der farbige Nagellack führte schon oft zu schweren Zwistigkeiten zwischen Madame und Monsieur. Die stark geröteten Fingernägel der Frauen müssen den Männern wirklich sehr missfallen. Nach flüchtiger Bekanntschaft, wenn ein Herr noch lange nicht wagen würde, über Kleid, Frisur und Erscheinung der Dame zu sprechen, erlaubt er sich bereits zu fragen : «Warum haben Sie so rot gelackte Nägel, gnädige Frau?» Und sogar kleine Buben nehmen schon Stellung gegen diese Mode und weisen die Mutter zurecht: «Du hast doch keinen Mord begangen, Mama, deine roten Nägel aber könnten dich beinahe verdächtig erscheinen lassen!» Das Mädchen und die Seide Kleine wahre Geschichte. Warenhaus in Prag. Vor einem Tisch der Abteilung «Seidenreste» stand Fräulein Franziska, siebzehnjährig und verliebt... in ein bastfaTbenes Stück Stoff mit roten Tupfen. Fünf Meter fünfzig — gerade genug zu einem Tanzkleid. Sie hatte es im Geiste bereits an und stand damit vor dem Spiegel... mit Puffärmeln, Rüschchen und Volants — reizend! Sie brauchte es wirklich dringend. Robert war das letztemal so merkwürdig kühl gewesen — was sollte man machen: die Männer sind nun mal eine oberflächliche Bande, und man kann nicht mit dem Kopf durch die Wand. Uebrigens hatte er recht — das alte Hellblaue musste jede Leidenschaft im Keime ersticken. Es war eine Schicksalsfrage, am Sonntag ein neues anzuhaben. Und zwar dieses wunderbare Bastfarbene! Alles sehr schön — aber man hatte keinen Rappen Geld. Der Monat war bereits allzusehr vorgeschritten. Ueberwach, mit brennenden Augen, blickte sie sich um. Die beiden einzigen Verkäuferinnen schäkerten mit einem schlanken, gewinnenden Herrn. Eine alte Frau hatte sich kopfüber in die Seidenreste verwühlt, zwei Mädchen standen mit dem Rücken zu ihr an einem andern Tisch... Ein Griff, ein Ruck — der bastfarbene Stoff war in ihrer grossen Handtasche verschwunden. Ein leerer Blick im Kreise — AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 76 niemand hatte das geringste gemerkt. Franziskas Herz schlug wild, sie kramte noch ein bisschen in den Stoffen, dann ging sie... Fünf Minuten später war die « Aufsicht» recht erstaunt, als ein junges Mädchen (eben Franziska) hochrot im Gesicht heranjagte, die Handtasche öffnete, einen Seidenrest herauszog, ihn auf den Tisch warf und schrie: «Ich will ihn nicht! Ich will ihn nicht! Ich werden doch nicht zur Verbrecherin, weil der Junge ein solcher Affe ist, dass er Putfärmel, Rüschchen und Volants braucht, um mich ewig zu lieben! So, bitte, ich lege das Zeug vor Zeugen wieder hin — bitte sehr, da liegt's. Für mich ist der Fall erledigt! Danke sehr!» Damit wollte sie sich entfernen, wurde aber von der «(Aufsicht» um Erklärung geieten. Der Rayonchef kam hinzu und äusserte: «Es ist ja sehr schön, dass Sie die Ware zurückgebracht haben, Fräulein. Aber vorher haben Sie sie doch, nach Ihrem eigenen Geständnis, entwendet. Damit haben Sie eine Straftat begangen, die ja durch den Ersatz des Schadens nicht gesühnt ist...» Kein Flehen rührte den rechtlichen Rayonchef. Er brachte die Sache zur Anzeige. Der Richter sagte zu dem halb ohnmächtigen Mädchen: «Eigentlich müssten wir Sie bestrafen. In Ihrem eigenen Interesse. Denn Sie sind nicht sehr f«st gegen Versuchungen, und wie sollten Sie fest werden, wenn man Sie nicht anfasst! Aber Sie haben — was sehr selten vorkommt — «werktätige Reue» gezeigt, deshalb wollen wir Sie freisprechen. Und nun sagen Sie Ihrem Robert, er soll Sie schleunigst heiraten, damit Ihre erste Ver- liebtheit möglichst bald vorübergeht. Sie haben bei alldem noch Glück gehabt. Die Sa-, ehe hätte auch ganz anders laufen können .. .> Valentino-Gedenkfelern. Nicht weniger als fünf Nachrufe für d«tt vor 7 Jahren verstorbenen Filmliebimg Valentino brachte die « Times > vor einigen Tagen. In der kleinen Kapelle des italienischen Hospitals in London wurde eine Messe zur Erinnerung abgehalten. Hier hatten sich al* lerdings von seinen unzähligen weiblichen Verehrerinnen nur zwei eingefunden, aber die Hohe Messe soll in der Westminster Kapelle gelesen werden, und da werden die Scharen der Frauen hinzuströmen, die über das Grab hinaus dem toten Liebling Tränen, nachweinen. Sie alle sind Mitglieder die? nach seinem Tode ins Leben gerufenen « Valentino-Gesellschaft», die sich zur Auf-, gäbe gesetzt hat, sein Andenken in Ehren zu halten. Bluttransfusion mit Thermosflasche. In Australien ist zum erstenmal bei einet» Bluttransfusion ein Erfolg erzielt worden, bei dem Blut auf ein© Entfernung von 1000k Kilometer herbeigeschafft worden ist. In* Brisbane lag im Hospital ein Mann schweu krank, der nur durch Bluttransfusion geret~ tet werden konnte. Aber es war in Brisbane kein Mann seiner Blutgruppe aufzutreiben. Der nächste Blutspender befand sich in Sidney, etwa 1000 Kilometer entfernt Um das Leben des Patienten zu retten, wurde das* Blut in einer Thermosflasche mit einem Flug-*- zeug nach Brisbane gebracht und dort dorrt Patienten eingespritzt. Die Operation ist erfolgreich verlaufen. Idealer Luft- u. Bade-Kurort, beliebtes Ansflugsxial, »orzOfi. in Küche und Keller, dabei preUwert. Bader, Dlüttisch. Orchester, Tennis etc. Arzt im Hansa. Dir. H. Krebs. Enka auf kleine Raten — erster Schritt zu grossen Taten Fr. 30.— Anzahlung genügen zum Kauf der neuen Erika; den Rest bezahlen Sie in bequemen Monatsraten. Es gibt keine bessere tragbare Schreibmaschine. Erika, die kleine Maschine für grosse Leistung, besitzt dieselben Vorzüge wie eine grosse Bureaumaschine, kostet jedoch nur halb so viel. 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N° 76 — 1933 AUTOMOBIL-REVUE 21 Kurgast Massolini Riccione, der italienische Badeort bei Rimini an der Adria, hat grosse Sensation. Das heisst, eigentlich dürfte es nach dem Willen der Polizei keine sein, denn möglichst wenig Leute sollen erfahren, dass Mussolini Feriengast in Riccione ist. Aus diesem Grunde wurde auch allen Zeitungen Italiens die Weisung gegeben, nichts über den Ferienaufenthalt des Duce mitzuteilen. Trotz des strengen Regimes haben aber nicht alle Blätter dicht gehalten. Es ist auch für einen ganz bürgerlichdemokratisch eingestellten Schweizer keine •unwillkommene Bereicherung der Ferieneindrücke, wenn er weiss, dass nur wenige Häuser weiter einer der prominentesten Staatsmänner der Welt zur Kur weilt. Es liegt nun einmal in der Art des Schweizers, fremden Grossen besondere Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Mussolini geht nicht von ungefähr nach Riccione. Er ist in der Provinz Forli, in der dieser Badeort liegt, beheima/et und kehrt deshalb immer wieder gerne dahin zurück. Früher weilte er einige Male im benachbarten Orte Cattolica; aus Begeisterung darüber wollten ihm die Gattoliker eine Villa schenken, um ihren Duce ja sicher jedes Jahr bei sich zu haben. Die Meinungen über diese Villa gingen aber bei den Einwohnern dieses Ortes immer mehr auseinander, was zu heftigen Diskussionen Anlass gab, denen Mussolini dadurch aus dem Wege ging, dass er Riccione zu seinem Kurort wählte. Seine Familie wohnte dort mehrere Jahre im Hotel Lido, deren Besitzerin eine Freundin von Mussolinis Frau ist. DieEen Sommer hat nun der Duce eine Villa im Zentrum des Ortes am Strande gemietet, wo sich seine Familie den ganzen Sommer aufhält und wohin er selbst zu kürzeren oder längeren Aufenthalten fährt. Mussolini ist ein anspruchsloser Kurgast. Die von ihm bewohnte Villa ist ein einfaches ^Haus, mit prunkloser Innenausstattung, aber mit einem schönen Garten. Am liebsten möchte der Duce unerkannt und unbelästigt von Neugierigen als einfacher Feriengast wie alle sich ausschliesslich der Erholung widmen. Das scheint aber nicht möglich zu sein, schon darum nicht, weil die Polizei selbst recht augenfällig seinen Aufenthalt bekanntgibt. Sie hat nämlich dem Duce eine starke Leibwache aufgezwungen: Tier bewaffnete Karabiniere machen Tag und Nacht die Runde um die Villa und etwa 10—12 «Geheimpolizisten» sitzen abwechslungsweise derart harmlos vor den umliegenden Häusern, dass man ihnen sofort die obliegende Aufgabe anmerkt. Mussolini ist von seiner Leibwache keineswegs begeistert. Viel lieber möchte er sich ganz frei bewegen. Damit ist aber seine Leibwache nicht einverstanden. Wenn er ins Wasser geht, umgibt ihn ein Kranz von Kriminalpolizisten, die niemand herankommenlassen wollen. Auch das passt Mussolini nicht immer, denn er sieht die ihm entgegengebrachte Verehrung nicht un-" gern. Als eine einfache Frau aus dem Volke ihm am Strande einen Brief übergeben wollte, dabei aber von der Wache zurückgedrängt wurde, Hess der Duce sie herankommen und hat dann auch ihrem Bittgesuche recht grosszügig entsprochen. Ueberhaupt weiss Mussolini seine Popularität zu wahren. So hatten die Fischer Ricciones schon einige Monate Differenzen mit der Gemeindeverwaltung. Die Ausfahrt aus dem Schiffskanal ins Meer war durch die Stürme sehr verschlammt worden, so dass Ein- und Ausfahrt sehr erschwert wurden. Die Gemeindeverwaltung hatte sich geweigert, die Kosten für die Ausbaggerung zu tragen. Als nun der Duce in Riccione Aufenthalt nahm, luden ihn die Fischer, von denen einer sein persönlicher Badewärter ist, zu einer Besichtigung ein, wobei sie es verstanden, die Sachlage so zu schildern, dass Mussolini der Gemeinde befahl, auf ihre Rechnung sofort mit dem Baggern zu beginnen, was denn auch mit Vehemenz geschah. Dabei hat Mussolini allerdings an etwas Wichtiges nicht gedacht, ' nämlich an die beginnende Badehochsaison. Durch das Baggern wurde das Wasser auf eine weite Strecke recht unappetitlich getrübt, was natürlich zu geharnischten Protesten seitens der Kurgäste führte. Die Fischer beharrten selbstverständlich auf ihrer Erlaubnis, um so mehr, als sie bei der Baggerarbeit noch etwas verdienen konnten. Es brauchte verschiedene Depeschen nach Rom, wohin Mussolini unterdessen zurückgekehrt war, um zu erreichen, dass wenigstens nur Nachts gebaggert werden durfte. Mussolini ist Frühaufsteher. Schon um 7 Uhr morgens war er auf oder im Wasser, meist mit seinem jüngsten Sohne Romano und natürlich mit seiner Leibwache. Entweder fuhr er Motorboot, ruderte oder schwamm. Um 9 Uhr kehrte er wieder in sein Haus zurück zur Arbeit. So hoffte er, den doch meist lang schlafenden Kurgästen zu entgehen. Er hatte aber die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Falle ohne die Deutschen, gemacht, die es sich nicht nehmen Hessen, stundenlang im heissen Sande auf ihn zu warten, um ihn dann mit erhobenen Händen und Heilrufen zu empfangen. Er selbst, überrascht von einer besonders grossen Ovation, rief einmal «Heil neues Deutschland» aus, was natürlich neue Beifallsstürme entfesselte. Gross war selbstverständlich auch die Zahl der Amateurphotographen, die Mussolini trotz der von der Sicherheitswache bereiteten Hindernisse abzuknipsen suchten und von denen er sich auch einmal ein Bild ausbat. Ich selbst habe Mussolini nur gelegentlich gesehen, so einige Male im Auto vor unserem Hotel «Milano», wo er von dessen Besitzer, Cavaliere Tontini, freudig begrüsst wurde, war er doch im Weltkriege Mussolinis direkter Vorgesetzter gewesen. Am Strande sah ich ihn einmal zufällig, da ich mich zu einem ausdauernden Warten nicht aufraffen konnte. Im Garten konnte ich ihn mehrmals auf- und abgehend beobachten, beide Hände mit ausgestreckten Daumen in den Rocktaschen. Seine Familie bewegt sich natürlich viel ungezwungener, wenn auch. sie das Auge der Polizei nicht unbehütet lässt. Vor allem ist es der Sohn Bruno, der gerne Wasser und Strasse zur grossen «Freude» der übrigen Kurgäste mit Motorgeknatter erfüllt. Die Frau Mussolinis habe ich — wenigstens mit Wissen — nie gesehen; sie lebt ganz einfach und zurückgezogen und widmet sich ausschliesslich der Familie und dem Haushalt. Auch als Kurgast widmet sich Mussolini einen grossen Teil des Tages den Geschäften, und manchmal muss man ihn schon früh morgens aus dem Wasser ans Telephon rufen. Im übrigen aber vermeidet er alle Repräsentation und hat deshalb weder Podesta, Kurdirektor, Führer der fascistischen Ortsgruppe noch andere Personen empfangen. Kommenden Sommer wird er wahrscheinlich längeren Aufenthalt in Riccione nehmen, nachdem in Forli, wohl zu diesem Zwecke, besondere Konferenzsäle gebaut werden und seine Villa direkte Telephonlinien erhalten hat. An Arbeit wird es ihm also auf keinen Fall fehlen, und ein richtiger Feriengast kann und wird er wohl nicht werden. Da haben wir's doch besser. Das Mädchen mit den Röntgenaagen In der Londoner Augenklinik befindet sich seit einigen Wochen eine sonderbare Patientin. Es handelt sich um ein junges Mädchen, das die Fähigkeit besitzt, mit ihren Blicken alle lebenden Organismen zu durchdringen und deren Skelett gleich einem Bild auf der Röntgenplatte wahrzunehmen. Pie Aerzte waren ursprünglich geneigt, die Erklärungen des mit dieser unheimlichen Eigenschaft begabten Mädchens für eine reine Phantasie zu halten, doch mussten sie an Hand verschiedener Versuche bald feststellen, dass das Mädchen durchaus die Wahrheit sprach. So wurde gerade letzter Tage das Röntgenbild einer neu aufgefundenen afrikanischen Eidechsenart, von der noch nie ein Hurten Hotel Krone Terrasse und Speisesaal mit schönster Aussicht aul See und Jura. — Grosse Verelnssflle. — Moderne Kegelbahnen. M. Ludi un« Fr. Disler. IN lAHOAUMr STEIGEN SIE INI LAUüANNt HOTEL EXCELSIOR ab. Avenue Juste-Olrvler (5 Min. vom Bahnhof). Teleph. 24.716 - Zimmer mit fliessendem Wasser, Frühstück und Bedienung inbegriffen, Fr.5.50 pro Person. Restauration. Besuchen sie in Konstanz am Bodensee das historische Konziliums-Gebäude erb. 1388, mit seinen schönen Wirtschaftsräumen. Herrliche Seeterrasse - Grosser, schattiger Garten - Küche und Keller bieten das Beste und Preiswerteste! Eig. Parkplatz. Tel. 112. Mitglied des S . A. C. Für Ihre Weekend-Ausflüge billige Grammophonplatten! Ans einer LJaoldatlon mophonplatten, neu. die den können. Der Preis 30 cm. 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