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E_1933_Zeitung_Nr.076

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m AUTOMOBIL-REVUE

m AUTOMOBIL-REVUE 1933 - No 76 Exemplar in einem europäischen Zoo zu sehen gewesen ist, angefertigt, und unmittelbar darauf forderte man das Mädchen auf, das Skelett des inzwischen ins Tageslicht gebrachten Eeptils zu zeichnen. Bei diesem Anlass erwies sich dann, dass das Sehvermögen der Versuchsperson tatsächlich die Absonderlichkeit besass, gleich den Eöntgenstrahlen alle Muskelschichten zu durchdringen. Denn das Mädchen entwarf ein haargenaues Bild des Knochenbaues des fremden Keptils, das eine Eeihe von anatomischen Abweichungen gegenüber den normalen Eidechsenarten aufweist. Gegenwärtig versucht man, festzustellen, ob die Blicke des Mädchens auch die Fähigkeit haben, anorganische Substanzen zu durchdringen, allein bis jetzt ergaben sich noch keine befriedigenden Eesultate. Auch bei den lebendigen Organismen erblickt das Mädchen nicht sogleich das Skelett, sondern erst, nachdem es sich einige Minuten auf das Lebewesen eingestellt hat. Das Phänomen dieser durchdringenden Blicke ist übrigens nicht so selten, wie man anzunehmen geneigt wäre. Aus Frankreich und Spanien wurden in den letzten Jahren ähnliche Vorkommnisse gemeldet. So wurden seinerzeit in Madrid mit einer Versuchsperson derartige Experimente angestellt, bei denen es sich herausstellte, dass das Medium, denn in diesem Falle handelte es sich scheinbar um eine Art Hellsehen, sogar in der Lage war, dicke Metallplatten zu durchblicken. Bei einem dieser Versuche wurde ein beschriebenes Blatt Papier in einen Panzerschrein gesperrt, und zu der grössten Ueberraschung aller an dem Versuche Beteiligten war das Medium in der Lage, alle Einzelheiten des Textes zu entziffern. det, von der die Bevölkerung behauptet, dass dort Geister einen unermesslichen Schatz hüten. Die beiden Jungen wollten nun unbedingt diese Grotte erforschen, sprachen sich Mut zu und dachten in ihrem jugendlichen Uebermut, dass eine Schachtel der italienischen Wachszündhölzchen genügen werde, um auf den Grund der geheimnisvollen Höhle zu gelangen. Plötzlich war aber die Zündholzschachtel leer geworden und die beiden waghalsigen Jungen standen in vollkommener Finsternis da. In ihrer Aufregung irrten sie stundenlang durch das Labyrinth, tasteten sich mühevoll an den Wänden weiter, bis sie endlich jede Mühe aufgaben und zu Tode erschöpft zu Boden fielen. Als Francesco und Giuseppe weder abends noch spätnachts nach Hause kamen, ahnten die besorgten Eltern, dass den Kindern etwas zugestossen sein müsse. Man alarmierte Karabinieri, die, unterstützt von der Bevölkerung, sich die ganze Nacht hindurch auf die Suche nach den beiden Vermissten machten. Sie suchten vergebens das ganze Dorf ab. Erst am nächsten Morgen erzählte ihnen ein kleiner Junge, wie er gesehen habe, dass zwei Knaben vom See aus in der unheimlichen Grotte verschwunden seien. Nun schritt man an die Absuchung dieser Höhle. Ausgerüstet mit Windfackeln und Stricken ging man weiter auf die Suche, allen voran die wehklagende Mutter. Jeder einzelne Winkel wurde durch die bewaffneten Karabinieri genauestens abgesucht, bis man endlich, nach Ablauf von etlichen Stunden, die beiden Jungen ohnmächtig am Boden liegend auffand. Sie wurden sofort an Ort und Stelle gelabt und durch die üblichen Armbewegungen wieder zu sich gebracht. Auf Pritschen trug man die Geretteten aus der Grotte und brachte sie sofort in das nächstgelegene Spital. Nach wenigen Tagen schon konnten sie sich wieder in häusliche Pflege begeben und leisteten gerne genug das Versprechen, keine Höhle mehr zu erforschen. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Autorrfobllfahrer, offizielle Ausgabe des T.C.S. Sommer im September Zwei Jungen als Höhlenforscher. Zwei junge Sizilianer beschlossen, kurzerhand Höhlenforscher zu werden, was für sie ein sehr peinliches Erlebnis zur Folge hatte. In der Nähe von Syrakus machten eines Tages der siebzehnjährig Francesco und der fünfzehnjährige Giuseppe Penna auf eigene Faust einen kleinen Ausflug. Sie kamen an einen See, dessen Äbschluss eine Grotte bilb iet et I h n e n d i e s o n n i g e Eck Beliebtes Strandbad. - Tennis. - Fischerbar. - Dancing. Pensionspreis 8 bis 10 Fr. - Weekend - Arrangement. Prospekt. - Telephon 18. zwischen Küssnacht u. Weggis. Neue Autostrasse. Spez.: Forellen. Garten, Terrasse, grosser Saal, Garage. Strandbad. Tel. 16. Pensionspreis von Fr. 6.— an. Prospekte. C. Kaufmann, Bes. 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76 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Der schweigsame Schnelläufer Nurml und seine temperamentvolle Frau. Fünfzehn Monate hat diese Ehe gedauert Nun aber hat Frau Nurmi genug davon. Die Leistungen ihres Mannes als Langstreckenläufer, seine olympischen Siege, seine Triumphe als Sportmatador in allen Ehren. Aber als Gatte ist er ihr zu langweilig. Wovon, am Himmels willen, soll sie mit einem Menschen reden, der offenbar den Ehrgeiz hat, Moltke an Schweigsamkeit zu übertrumpfen? Es ist für eine Frau gewiss angenehm, wenn der Strom ihrer Rede nicht durch vorlaute Zwischenbemerkungen ihres Mannes unterbrochen wird und sie immer das letzte Wort behält. Nicht nur im Lustspiel, sondern auch im Leben ist eine ideale Ehe oft genug ein Monolog der Frau. Aber zu diesem Monolog soll der Mann die Stichworte beisteuern. 'Aber diese Stichworte bleibt Nurmi schuldig. Er befolft das Rezept Cordelias: er liebt und schweigt. Es ist sogar möglich, idass es auch mit seiner Liebe nicht gar so weit her ist. Sein Training ist ihm gewiss "wichtiger. Strenge Diät, Trainingrsspazier- •ran&, Trainingslauf, Bad, Massage — auf dem Repertoire seiner Zeiteinteilung spielt seine Frau die geringste Rolle. Es ist geradezu peinlich, mit einem Menschen verheiratet zu sein, dessen Wortschatz so gering ist, dass ef sich mit Vorliebe im Telegrammstil ausdrückt Frau Nurmi ist allerdings serecht genug, um ihren Mann, so sehr er sie auch langweilt, dennoch nicht für beschränkt zu halten. Er interessiert sich keineswegs bloss für seinen Sport, sondern auch für Lektüre und Musik. Aber seine Schweigsamkeit fällt ihr auf die Nerven. Allerdings hätte Frau Nurmi vor der Eheschliessung mit sich zu Rate gehen sollen, ob sie die richtige Gefährtin für diesen passionierten Schweiger sei. Denn seine Wortkargheit ist Ja seit jeher sprichwörtlich und die ganze Welt weiss davon. Der berühmte Finne ist .nun einmal kein Künstler der Konversation, er ist überhaupt kein blendender Virtuose der Form. Die Letztere anerkennt er nur, soweit sie dem Zweckmässigen entspricht. Das zeigt schon sein Laufstil. Edwin Wide, der « fliegende Schwede», im Laufe einem fliegenden Reh verglichen, so ist er nur mehr eine Maschine, deren Leistung sich nach natürlich-mechanischen Gesetzen entwickelt. Aus Zeit und Natur Heinrich Heine, einmal nach seinem Befinden befragt, antwortete: «Ich trieb mein gewöhnliches Geschäft: ich rollte wieder den grossen Stein. Wenn ich ihn bis zur Hälfte des Berges gebracht, dann rollte er plötzlich hinunter, und ich musste wieder versuchen, ihn hinaufzurollen — und dieses Bergauf- und Bergabrollen wird sich solange wiederholen, bis ich selbst unter dem grossen Stein liegen bleibe und Meister Steinmetz mit grossen Buchstaben darauf schreibt: Hier ruht in Gott... ». Man hat's also nicht leicht, aber eine Ausnahme von diesem Steinrollen bildete bestimmt der letzte Sonntag. Bern, die Stadt in Licht und Strahlen, hatte diesen Sonntagmorgen seine Rolle gründlich ausgespielt, und als wir um 7 Uhr in unserem Auto die Stadt verliessen, hatte bereits die Sonne das uneingeschränkte Erbe angetreten, und man musste ihr zugestehen, dass sie Licht und Strahlen immer noch am besten zu verwalten weiss. In feiner Abstufung waren auf allen Gegenständen Licht und Schatten verteilt, und die Bäume in der Umgebung von M ü r i warfen gigantische Schatten ins Land hinaus. Das stattliche Dorf M ü n s i n g e n lag noch in sonntäglicher Ruhe und auch in Thun war noch nicht viel Leben. Der Frühaufsteher wird aber von der Natur reichlich belohnt: Die Berge, die sich «um Teil noch als riesige Silhouetten vom klaren Blau des Himmels abhoben, spiegelten sich im ruhigen Wasser des Thunersees. Reizende Dörfchen wie Oberhofen, Gunten, Merligen und viele andere grüssten vom jenseitigen Ufer und über uns sah man A e s c h i, das gleichsam von Riesenhand an den Berg geklebt scheint. S p i e z lag Die Stoppuhr in der Hand, die Arme in zügiger Gegenschwingung, den Torso durch die hochentwickelte Atmung geschwellt, trabt er seinein berühmten langen Schritt Der Fuss klatscht, vom Ballen zehenwärts sich abrundend, hart auf den schlackigen Untergrund, ohne Rücksicht auf Elastizität. Form und Ornament sind ihm Nebensache, wie im Laufe, so im Leben. Er schweigt und denkt sich sein Teil. Seine Frau aber gähnt und lässt sich scheiden... Seltsame Wirkung des Blitzes. An einem Julitag war ein englischer Arbeiter aus Needwood Forest bei Burton-on-Trent gerade damit beschäftigt, eine Bierflasche zu öffnen, als durch den Schornstein ein Blitz niederfuhr, der das Zimmer arg zurichtete und den Mann halb betäubte. Als er wieder zum Bewusstsein kam, bemerkte er, dass der Hals der Bierflasche wie mit einer Messerklinge glatt abgeschnitten war. Solche Launen des Gewitters könnte man in grosser Menge erzählen. Ein Mann rasierte sich während eines Gewitters am Fenster, als ein Blitz in einen gegenüberliegenden Schornstein einschlug. Das Rasiermesser wurde ihm aus der Hand gerissen und quer durch den Raum geschleudert Abgesehen von einem kleinen Schock war er ganz unversehrt, aber als es ihm klar wurde, wie nahe er daran gewesen war, sich den Hals durchzuschneiden, fiel er vor Schreck beinahe zusammen. Im Juli 1929 wurde ein junger Gärtner bei der Arbeit in einem Garten bei Liverpool vom Blitz getötet. Das rechte Hosenbein und die rechte Seite seines Hemdes wurden weggerissen und sein rechter Stiefel war nicht nur von seinem Fuss abgezogen, sondern spurlos verschwunden. Er war nicht mehr zu finden. Man sollte es nicht für möglich halten, welchen Schaden ein einziger Blitzschlag anrichten kann. Vor etwa einem Jahr tötete ein einziger Blitz in Clermont-Ferrand in Frankreich 450 Schafe aus einer Herde von 600 Tieren. Ein anderer Blitz vernichtete 42 australische Eingeborne, die in einer grossen, offenen Höhle Zuflucht gesucht hatten. Wenn wir hören, dass die Kraft eines Blitzes genügt, um ein Gewicht von 550 Tonnen etwa 2000 m hoch zu heben, dann können wir uns über seine Wirkungen nicht mehr wundern. Tourismus In Licht und Strahlen bald hinter uns und an den Gipswerken von Krattjgen -waren wir auch bald vorbei, und immer weiter ging die Fahrt über Leissigen und D ä r 1 i g e n nach I n t e r 1 a k e n. Die Kirchenglocken von Ringgenberg, Oberried und Brienz mahnten eben zur Andacht, als wir dem Brienzersee entlang fuhren. Beim Dorf Brienzw i l,e r begann dann die eigentliche Brünigroute, und bald hatten wir die Passhöhe erreicht. Neben dem Anblick von Basaren und Hotelpalästen beachtoten wir auch die Aussicht: Vor allem bot eich uns die ganze Pracht der Berner Schneeriesen dar, während ganz unten noch der Brienzersee heraufglitzerte. Aber es ist nun einmal so im Leben: Immer wenn man oben ist, muss man auch wieder hinunter. So ging es denn in flotter Fahrt bergabwärts, und unser Führer, ohwohl ich ihn beileibe nicht der Unvorsichtigkeit bezichtigen möchte, hielt etwas darauf, zu zeigen, dass auch ein schwieriges Gelände ihm keinerlei Hindernisse darbieten könne. Jedenfalls war es aber gemütlicher, den Blick nach vorne zu wenden nach dem lieblich gelegenen Lungernsee, als nach rückwärts; denn eine Staubwolke hüllte alles hinter uns ein, und ich bewundere wahrlich jene drei Helden der Landstrasse, die ihren Ehrgeiz darin sahen, uns auf ihren Rädern mehr als 2 km zu folgen. Friedliche Dörfchen kamen in unser Blickfeld, um bald wieder zu verschwinden. G i s w i 1 in anmutiger Lage zwischen Lungern- und Sarnersee war schon hinter uns und am Sarnersee, um dessen landschaftliche Schönheit zu gemessen, sich allein schon diese Tour gelohnt hätte, liegt das Dorf Sachsein. Samen verfehlte nicht, auf UJM einen Eindruck eu. machen, der einer Kantonshauptstadt angemessen ist. Bei Alpna«hstad kamen wir schon wieder an einen See, den sechsten auf unserer Tour, wie meine aufmerksame Nachbarin mich belehrte. Bei Stansetad führte eine Brücke über den Alpnachersee, die auf einer Drehscheibe eine Drehung von 90 Grad ausführen kann, um so den grössern Schiffen Durchlass in die Bucht von Alpnach zu gewähren. Da eben ein Schiff nahte und also die Brücke für kurze Zeit nicht passiert werden konnte, unternahmen wir in der Zwischenzeit einen kleinen Abstecher nach Hergiswil, das als Fremdenort und durch seine Glasindustrie sehr wohl bekannt ist. Vom Bürgenstock herunter grüsste F ü r i g e n, das wir aber der fortgeschrittenen Zeit wegen abseits liegen Hessen. Eisen sehr guten Eindruck hinterliess uns das frische, saubere S t a n s , und weiter kamen wir nach B u o c h s, wo wir ein standesgemässes Mittagessen einnahmen. Von Beckenried aus benützten wir dann die Fähre, um hinüber nach G e r s a u zu gelangen. Wer Superlative liebt, dem sei gesagt, dass Gersau noch im vergangenen Jahrhundert die kleinste Republik der Welt war. Dann fuhren wir der wunderbaren Küste des Vierwaldstättersees entlang und ich kann bekräftigen, dass diese Gegend den Namen «Schweizer Riviera» durchaus rechtfertigt. Nicht nur ist das Klima überaus milde, sondern auch die Vegetation mutet einem bisweilen fast mediterranisch an. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich Vitznau und Weggis zu Hauptanziehungspunkten entwickelt haben. Kurz nach Weggis führte uns die Strasse auf eine kleine Anhöhe, von wo aus wir einen kleinen Ueberblick über die vielen reizvollen Buchten des Vierwaldstättersees genossen. In schöner Lage am See ladet der Kurort Hertenstein zum Besuch ein. Wir passierten G r e p p e n und kamen nach Küssnacht. Nach einer «iemlich fruchtlosen aber dafür um so lebhafteren Diskussion, ob man Küssnacht mit einem oder mit zwei s schreibe (welche Frage jetzt hier die Lösung gefunden hat), besuchten wir die hohle Gasse, wo natürlich alle zeigen wollten, was sie noch von Schiller verstehen. Mein Repertoir erstreckte sich zwar nicht über eine greisere Auswahl als «duTch diese hohle Gasse muss er kommen», was aber dem patriotischen Empfinden nicht im geringsten Einbusse tat. An Luzern, das immer noch wie früher, eine SchüsseLstellung einnimmt, gings vorbei, und H u 11 w i 1 benützten wir als Einbruchsortschaft in das Emmental, das Ländchen mit den 1000 Hügeln und guten Wirtschaften. In Affoltern machten wir einen Halt, um uns auf dieser Tour nicht nur äusserlich, sondern auch «innerlich» gehörig zu erbauen, was auch geschah. Sogar das Tanzbein kam noch auf seine Rechnung, da gerade ein Fest war, und die Bauernkapelle Escholzmatt einen rassigen Ländler zum Tanz aufspielte. Den weitern Verlauf der Fahrt kann ich nicht mehr gut beschreiben; denn die Stimmung verlegte sich nun je länger je mehr von aussen, hinein ins Auto und «Plenus venter, non studet libenter» Aber alles, was anfängt, muss auch ein Ende haben. Bern, die Stadt in Licht und Strahlen, nahm uns wieder auf. Listra ist Trumpf, sowohl am Tag als in der Nacht, -lz. Fürigen (Nidwaiden). Während im Sommer Unten das umwaldete Strandbad den Hauptanziehungspunkt bildete, sind nun oben die sonnigen Fürigenhöhen •wieder die beliebtesten Aufenthaltsplätze geworden. Die grossen wunderschönen Aussichtsterrassen haben sich verschiedene' Vereinigungen als Treffpunkte gewählt. Die Fürigenbahn existieren nur beförderte im August 25.144 Personen. Die herrlichen, milden Nachsommertage werden von Kurgästen und Ausflüglern beglückt entgegengenommen und voll ausgekostet. Auf dem Niesen. Unten im Tale, in Dorf und Stadt, ist die Jugend wieder in die Schulbänke gerutscht und viele Feriengäste sind aus der Sommerpension in die Werkstadt, ins Büro, ins Geschäft zurückgekehrt. Aber im Oberland läuten noch die Herdenglocken, erleuchtet die Sonne eine strahlende Landschaft zwischen Firn und See, Alphütte und Gletscher, rauschendem Bergbach und schlichter Dorfgruppe. Noch ist's Sommer, und wer wenig Zeit hat — aber auch wer wenig Geld hat, sinnt auf ein Bergprogramm, das für wenige Taler reiche Ausbeute . verspricht. Dem raten -wir: Fahr' nach Mühlenen im Kandertal, wo du mit wenigen Schritten den roten Wagen erreichst, der dich in 35 Minuten an der Flanke der Pyramide hinaufträgt auf jenen Gipfel, der vor allen andern, seit Jahrhunderten, bestiegen und besungen wurde. Schon die Fahrt ist ein stolzes Vergnügen: Ein grünes Alpental nach dem andern tut sich auf, Sennhüttenftenster glitzern in der Morgensonne, der Thuner- und Brienzersee blinken traumverloren; tiefer und tiefer versinkt die Sorgenwelt, und die Gletscherriesen recken sich vor dir in die Höhe. Oben auf dem Gipfel verbringst du, ohne jeden ängstlichen Blick auf die Uhr, eine halbe oder ganze Stunde des Staunens, der Freude, des Erkennens und Wiederfindens alter Bergfreunde, ob du nun den Chasseral oder Weisseustein, Pilatus, Rigi oder 1 « Großstadtstrasse. Tödi oder die Tierberge suchst oder ein Wiedersehn feierst mit den weissen Majestäten der Berner Hochalpen. Das geübte Auge des Hochtouristen erkennt in den Lücken selbst Gipfel der Walliseralpen und Spuren des Montblancmassivs. Ich glaube, die Seen und Seelein, die von da oben sichtbar werden, hat noch niemand gezählt. Ist die Seele neu gestärkt, verlangt auch der Körper sein Recht. Studier' nur 'die Speisekarte: du wirst keinen übersetzten Posten finden. Touren -Sprechsaal Touren-Antworten T. k. 930. Helsinki-Petsamo (nördlichstes Lapp- Iand)-Haparanda-Stockho!m-Berlin. Helsinki, Haaga, Pitjäjänmäkj, Esbo, Kyrkslätt, Degerby, Inga, Svarta, Karis, Ekenäs, 116 km; Tenala, Perniö, Salo, Paimio, Pikkiö, Turku, 240 km. Turku, Masku, Mynämäky, Laitila, Rauma, Eurajoki, Luvia, Pori, 164 km, Noormarkku, Tuorüa, Lappfjärd, Kristinestad, 270 km. Kristinestad, Närpes, Oevermark, Pörtom, Vanha-Vaasa, Vöra, Nykarleby, Jabostad, 207 km. Jakobstad, • Gamlakarleby, Kalajoki, 117 km; Yppäri, Raahe, Lumijoki, Liminka, Oulu, 269 km. Oulu, Haukipudas, Kiuvaniemi, Kemi, 133 km; Tervola, Rovaniemi, 242 km. . Rovaniemi, Vuojärvi,. Sodankylä, Vuotso, Tankarpirtti, Laanila, Törmänen, Ivalo, 295 km. Ivalo, Virtaniemi, Nautsi, Pitkäjärvi, Salmijärvi, Yläluostari, Petsamo, 219 km. Rovaniemi besitzt drei Hotels, wo man Unterkunft erhalten kann (Preis 25—£0 finnische Mark pro Zimmer). Von Rovaniemi bis Petsamo noch sogenannte Touristenvereinsherbergen, die aber zum Teil wirklich gut und modern ausgestattet sind (wie z. B. die in Ivalo) und >vo man auch gute Verpflegung erhält. Von Rovaniemi muss wieder dieselbe Strecke zur Rückfahrt benützt werden bis Tornio. Arcschliessend die schwedische Ortschaft Haparanda, von wo aus man auf folgender Route nach Stockholm und Berlin gelangt: Haparanda, Kalix, Lulea, 162 km; Ernas, Pitea, Abyn, Skelleftea, 303 km. Skelleftea, Lövanger, Umea, 177 km. Umea, Normaling, Oernsköldvik, Vibyggera, Skog, Nora, Hogsö, Härnösand, 250 km. Härnösand, Sundsvall, Hudiksval, Sönderhamn, 221 km. Sönderhamn, Hamrange, Gävle, Tierp, Läby,, Upsala, Rotebro, Stockholm, 295 km. Stockholm, Södertälje, Nyköping, Norrköping,. 174 km. Norrköping, Väsfervik, Oskarshamn, Monsteras, Kalmar, Karlskrona, 386 km. Karlskrona, Ronneby, Karlshamn, Sölvesborg, Kristianstad, Ystad, Trälleborg. Fähre nach Sassnitz, zweimal täglich. Ueberfahrtedauer ca 4 Stunden Ṡassnitz, Insel Rügen, Stralsund, Neu-Brandenburg, Neu-Streütz, Fürstenberg-, Löwenberg, Oranienburg, Berlin, 289 km. Be. Touren -Fragen T. F. 931. Zurich-Dolomiten-Graz-Budapest. Ich bitte um Angabe der genauen Route durch die vorgenannten Städte mit Kilometeretappen und Hotels. Start: 20. September. T. Z. in Z. Jetzt sind Niesen-Fahrten für uns etwas Herrliches. Wir entrinnen dem Bureau der Stadt und fahren schnell auf den NIESEN, 2367 m 0. M., mit seiner unvergleichlichen Rundsicht in die Gletscherwelt der Hochalpen. Das Berghotel bietet Überraschungen angenehmster Art aus dem kühlen Felsenkeller .... die Küche steht immer noch unterDruckl PARKPLATZ b. BAHNHOF Beste Bedienung aas Küche and Keller. Separates LOKAL für Gesellschaften and Konferenzen etc. Für A.C.S.-Dsmen heimelige* Cafe. Tea-Room. Telephon 335. Qebr. Witzig Teppi Linoleum, Vbrhangstoffe. 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