Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1933_Zeitung_Nr.076

E_1933_Zeitung_Nr.076

s AUTOMOBIL-REVUE

s AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 76 Oekonomischster Betrieb Höchster Kraftgewinn Kein Oelaufstieg Kein Ausschlagen der Nuten Weder Klemmen noch Fressen SURICH / BEföNE Ausschleifen von Motorzylindern Einbau von Leichtmetall-Kolben in jeden Motor Ventile aus rostfreien Chromund Silchromstählen Rundschleifen von Kurbelwellen auf Spezialmaschinen Ausgiessen von Pleuel- und Lagerschalen Gepresste Weissmetall-Lager noch patentiertem Wafzverfahren von unerreichter Lebensdauer Vetkehr Zur Auslegung des Automobilgesetzes. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement nimmt in nachfolgendem Kreisschreiben an die Kantonsregierungen neuerdings zu einigen Vorschriften des Automobilgesetzes Stellung: < Art 3, Abs. 3, des Automobllgesetzes. — Die in Absatz 3 von Artikel 3 des Automobilgesetzes für besondere Strassenverhältnisse vorbehalten© örtliche Regelung durch polizeiliche Verkehrs Vorschriften bedarf ausnahmslos der Genehmigung der kantonalen Behörde. Unter •die Genehmigungspflicht fallen somit nicht nur die eigentlichen VerkehTseinschränkungen, sondern überhaupt alle Massnahmen, die die lokale Ordnung des Verkehrs bezwecken, also auch Verfügungen mit Bezug auf Parkplätze, zeitliche Beschränkungen des PaTkens, Stationierungsverbote usw. Art. 63, Abs. 2 und 3, der Vollziehungsverordnung; Teer- und andere Baumaschinen als Anhänger an Motorlastwagen, Traktoren und Arbeitsmaschinen (Dampfwalzen usw.). Art. 63 der Vollziehungsverordnung regelt die Zahl und Axt der Anhänger, die an die einzelnen Motorwagentypen angehängt werden dürfen. Voraussetzung dabei ist, dass die Anhänger den Vorschriften von Art. 17 entsprechen. Dies gilt auch für Teer- und andere Baumaschinen, die nicht anders zu behandeln sind, als die gewöhnlichen Anhänger. Die Kupplung muss betriebssicher sein. Von der Bedingung, dass die Achsen gefedert sein müssen, kann die kantonale Behörde Ausnahmen bewilligen. Dagegen müssen die gesetzlich erforderlichen Bremsen und Beleuchtungsvorrichtungen vorhanden sein; auch muss die angehängte Maschine dem Raumprofil des Zugwagens folgen. Was die Bereifung anbetrifft, so können durch die kantonale Behörde für den Nahverkehr Ausnahmebewilligungen erteilt werden. An schwere Lastwagen dürfen die fraglichen Fahrzeuge nur angehängt werden, wenn sie nicht mehr als eine Achse aufweisen, wobei sie aber noch mit einem oder mehreren Stützrädern versehen sein können, die den Boden während der Fahrt nicht berühren (Art. 63, Abs. 2, der Vollziehungsverordnung). Zweiachsige Teer- und Baumaschinen, die vor dem 1. Januar 1933 an schwere Lastwagen angehängt wurden, dürfen noch während fünf Jahren verwendet werden (ATL 82, Abs. 4, der Vollziehungsverordnung). "Wird als Zugwagen für diese Maschinen ein Traktor verwendet, eo greift die Bestimmungen von Art. 63, Abs. 3, der Vollziehungsverordnung Platz; Gestattet ist das Mitführen von einem Zweiachser oder zwei Einachsern, im Nahverkehr, mit Bewilligung der kantonalen Behörde, die Verwendung von zwei Zweiachsern oder von drei Einsachsern. Die Alt und. Anzahl der Anhänger, die an Arbeitsmasfthinen (Dampfwalzen usw.) im Sinne von Art. 3, lit. h, der Vollziehungsverordnung angehängt werden dürfen, ist gesetzlich nicht geregelt. Analoge Anwendung von Art. 63, Abs. 2, der Vollziehungsverordnung, der die Zahl der Anhänger an schwere Lastwagen regelt, würde den praktischen Bedürfnissen offenbar nicht gerecht. Die Begrenzung der Zahl der Anhänger, die durch Arbeitsmaschinen geschleppt werden dürfen, erscheint aber im Interesse der Verkehrssicherheit notwendig zu Bein. Falls eine Arbeitsmaschine dazu verwendet wird, gewisse Baumaschinen, die sich nicht aus eigener Kraft auf der Strasse fortbewegen können, zur Arbeitsstätte zu schleppen, verrichtet sie den Dienst eines Traktors. Unseres Erachtens muss deshalb auf diesen Fall die Bestimmung von Art. 63, Abe. 3, der Vollziehungsverordnung zur Anwendung kommen. Somit können auch an die Arbeitsmaschine ein Zweiachser oder zwei Einachser und im Nahverkehr mit kantonaler Bewilligung drei Einachser oder zwei Zweiachser angehängt werden. Da Arbeitsmaschinen, deren Geschwindigkeit 10 km/St, nicht übersteigen kann, nur den unter dem Abschnitt «Verkehrsregeln» des Gesetzes und der Verordnung aufgestellten Vorschriften sowie den Strafvorsehriften für ihre Uebertretung unterstehen (Art. 5 der Vollziehungsverordnung), muss dies auch der Fall sein für die von solchen Maschinen geschleppten Anhänger. Diese brauchen somit den Bedingungen von Art. 17 der Vollziehungsverordnung nicht zu entsprechen. Aus Artikel 17, Abs. 5, der Vollziehungsverordnung ist aber zu sehliessen, dass auch hier "verlangt werden muss, dass die Kupplung betriebssicher ist. Von der amtlichen Prüfung sowie von der Führung eines Kontrollschilds sind die Anhänger an Arbeitsmaschinen, im Gegensatz zu solchen an Motorfahrzeugen, befreit. Art. 80 der VollziehungsveTOTdnung sieht eine Meldepflicht nur für Entzugsverfügungen von Führerausweisen vor, nicht aber für die Verweigerung von solchen Ausweisen. Mehrheitlich handelt es sich bei den Bewerbern um Führerausweise um Leute, die in einem bestimmten Kanton sesshaft sind und von denen die zuständige BehöTde ohne weiteres weiss, ob und warum ihnen der Führerausweis allenfalls schon verweigert worden ist. Wir erachten es als zweckmässig, dass bei neu zugezogenen Bewerbern um den Führerausweis in Zweifelsfällen beim früheren Wohnsitzkanton Erkundigungen über eine allfällige Verweigerung eingezog&n werden. » Gebühren im Motorfahrzeugvwkehr. Es st eigentlich erstaunlich, dass von Seiten der Automobilisten und Motorfahrerverbände die Gelegenheit der Schaffung neuer kantonaler Einführungsgesetze und Vollziehungsverordnungen nicht besser ausgenützt worden ist, um die in den meisten Kantonen viel zu hohen Gebühren für Bezug und Erneuerung der 'ahrausweise, Abnahme der Fahrzeuge, Ausstellung und Erneuerung der internationalen Fahrausweise, Polizeischilder usw. herabzusetzen. Gewiss, die kantonalen Finanzdirektionen sind für einen solchen « Abbau » nicht ern zu haben, wenn man aber sieht, wie im Ausland dies© Gebührenherabsetzung in den etzten drei Jahren Fortschritte gemacht hat, so wird man nur bedauern müssen, dass auch in dieser Beziehung die Schweiz bald als isoierte «Preisinsel» die europäische Karte zieren wird. Besonders durchgreifend ist man in dieser Gebührenreduktian hl Deutschland vorge- gangen. Die Gebühr für den Führerschein beträgt dort nur noch 3 Mark für Automobilisten undi 2 Mark für Motorfahrer oro Jahr. Und noch ein Wunsch;! Deutschland hat die Gelegenheit der Gebührenherabsetzung benützt, um gleichzeitig

N° 76 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 9 Entwicklungstendenzen der Welt-Automobilindustrie. ii.* Wie wir bereits eingangs erwähnten, müssen wir stets diese grundlegenden Unterschiede zwischen den einzelnen Produktionsländern in Betracht ziehen, um ein möglichst objektives Bild bei den periodischen Untersuchungen über die Entwicklungstendenzen der Automobilindustrie zu erhalten. Betrachten wir die Lage der Welt-Autoindustrie während des 1. Semesters des laufenden Jahres, so verzeichnet Deutschland gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres eine Zunahme der fabrikneuen Personenwagen um 76 Prozent und eine solche der Lastwagen um 50 Prozent. Von den anderen Ländern hatte bei den Personenwagen nur Italien eine noch grössere Steigerung zu verzeichnen, wogegen der Lastwagenabsatz in Deutschland stärker als in allen anderen Ländern gestiegen ist. In Grossbritannien wie auch in Frankreich bleibt die Zunahme des Absatzes hinter der Steigerung in Deutschland zurück. Trotz der ordentlich starken Wirtschaftsbelebung in