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E_1933_Zeitung_Nr.078

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 78. gandi, aus Federchen, aus Stroh oder Pique, aus Glas und Holz. Bunte Wunder! Die kleine französische Blumenarbeiterin vertritt die Stelle Gottes, unter ihren Fingern erwachsen wahre Zauberwerke durch geschicktes Zerschneiden, Zusammenstichelti und Kleben. Und zum Schluss häufen sich die Kartons, in denen Blüte neben Blüte in bräutlicher Lieblichkeit lagert. Zu Organdi, Tüll und andern hauchdünnen Geweben passen die Blüten vorzüglich. Der Handschuh aus zarten Spitzen oder Stoffen verträgt die Manschette aus Blüten und die kleine Handtasche aus Veilchen und andern Blumen erinnert an die Mode der neunziger Jahre. Reizend sind die Arm- und Halsbänder aus winzigen Blüten — für Sechzehnjährige ! Aber auch der kurze Nasenschleier mit den weissen und blauen Ver'gissmeinnicht als Abschluss mag hübsch aussehen — wenn er die Trägerin kleidet. Bunte Chronik Verdauung in der Retorte. Die häufig erörterte Frage, in welchem Zustand die Milch am bekömmlichsten sei, ist verschiedenartig beantwortet worden. Um den ganzen Vorgang der Verdauung in aller Deutlichkeit verfolgen zu können, hat nun die englische Chemikerin Androp versucht, den Prozess aus der Dunkelheit des menschlichen Magens in die helle Sichtbarkeit der gläsernen Retorte zu verlegen. Dabei ging sie von folgendem Gedanken aus: Die Verdauung beruht bekanntlich im wesentlichen auf der Einwirkung von Säften des Magens und des Darmes, die die komplizierten Eiweissverbindungen der Milch zersetzen. Das wirksame Ferment dieser Säfte ist das Pepsin und in der Bauchspeicheldrüse das Trypsin. Will man also den Vorgang der Natur künstlich wiederholen, so muss man im Versuchsglas diese beiden Fermente mit der Milch vermischen und beobachten, wie sich der « Verdauungsprozess » vollzieht, je nachdem man rohe, pasteurisierte oder abgekochte Milch dabei verwendet. Es sind noch weitere Hilfs- Stoffe dazu nötig, die eine aktivierende Wirkung zu leisten haben, zum Beispiel kohlensaures Natrium. Die ganze Mischung wurde nun von Miss Androp auf 37 Grad erwärmt, um auch die Körpertemperatur nachzuahmen. Man sah deutlich den Vorgang der Gerinnung und Zersetzung, und es ergab sich, dass dabei die rohe Milch am schnellsten und vollkommensten « verdaut » wurde, während bei der pasteurisierten und noch mehr bei der abgekochten Milch unverdaute Restbestände von körniger, harter Beschaffenheit zurückblieben. Man sieht also, dass die zunehmende Erhitzung die Verdaulichkeit mindert, denn die pasteurisierte Milch wird bekanntlich nur auf 60 bis 70 Grad, die gekochte aber auf 100 Grad erhitzt. Durch das Erhitzen werden die Enzyme in der Milch, die den Verdauungsprozess fördern, abgetötet. Das wurde durch ein weiteres Experiment in dem künstlichen Glasmagen der Miss Androp bewiesen; er «verdaute» Käse erheblich leichter, wenn dem dabei verwandten Pepsin rohe Milch zugesetzt wurde. Napoleon-Museum auf St. Helena. Der französische Minister des Auswärtigen Amtes hat den Obmann der Gesellschaft der St. Helena-Freunde beauftragt und bevollmächtigt, die Arbeiten, die Napoleon III. in Longwood begonnen hatte, fertigzustellen. Ingenieur Masselin wurde nun mit der Aufgabe betraut, das Haus, in dem einst der grosse Kaiser Frankreichs in der Gefangenschaft gewohnt hatte, zu renovieren. Der Ingenieur hatte strikte seinen Auftrag ausgeführt, ohne sich um die benachbarten. Häuser, in denen einst Gourgand, Las Cases und Montholon gewohnt hatten, zu kümmern. Nun werden aber auch die Nachbarhäuser instand gesetzt und nach Renovierung der einstigen kaiserlichen Appartements wird die ] Gesellschaft der St. Helena-Freunde endlich darangehen können, einen schon lange gehegten Wunsch auszuführen : das Wohnund Gefangenhaus Napoleons I. auf St. Helena wird in ein Museum umgewandelt werden. Tourismus Fahrten durch Schweden Västergötlan-d ist das Land der Goten, eines Volkes, dessen Namen schon in den ersten fremdländischen Angaben über Skandinavien (Ptolemäus) erscheint. Diese Tatsache dürfte nicht nur den Archäologen, sondern auch den Durchschnittstouristen interessieren. Zahlreiche Dolmen, Gangund Hügelgräber zeugen von einer relativ grossen Bevölkerungsdichte schon während der frühesten Steinzeit. Viele Funde stammen aus der Bronoezeit, an die hundert Runensteine aus dem Ende der "Wikingerzeit und eine Anzahl grauer Feldsteinkirchen erinnert an die älteste christliche Zeit. Västergötland bietet Landschaftsbilder verschiedenster Art. Der nördliche und mittlere Teil ißt im grossen ganzen flach. Waldbedeckte, 100 bis 200 Meter hohe Hügel schaffen einen besonderen Lapdschaftstyp. Eine reiche Vegetation und Eigenart der Flora überrascht deri Touristen. Man sollte diese Gegend im Spätfrühling sehen, wenn die Kirschbäume, die die "Abhänge echmücken, in voller Blüte stehen, oder im September, wenn das glühende Rot ihrer Blätter durch die herbstliche Pracht leuchtet. Im Nordwesten gTenzt Västergötland an den Vänersee, Schwedens grössten Binnensee, im Westen an den Götaelf, den Ablauf des Vänersees in das Kattegat und im Osten an den Vättersee, dea zweitgrössten Binnensee des Landes. Mit einer schmalen Spitze erreicht Vätergötland das Kattegat. Dort gründete König Gustaf Adolf im Jahre 1619 die Stadt Göteborg (Gotenburg), jetzt die zweitgrösste Stadt Schwedens und das natürliche Tor des Landes nach Westen. Hier, in der bedeutendsten schwedischen Reederei- und Exportstadt hat man Gelegenheit, sich in die alte und moderne skandinavische Kultur zu vertiefen und die Fortschritte der schwedischen Industria kennenzulernen. Göteborg. Västergötland (Westereotland). Ein ganz •wundervolles StimnrangsMld bietet der Hafen der Stadt in der Abenddämmerung, wenn im Hintergrunde, jenseits des Flusses, die vielen Lichter der grossen Schiffswerften sichtbar werden, die sich in der dunklen Wasserfläche spiegeln und mit dem heraufziehenden Mond wetteifern. Wieviele idyllische, malerische alte Hafenwinkel, still und verträumt, und wie reizvoll di» kleinen gemütlichen Hafenkneipen, wo sich die Mannschaften der Ueberseedampfer aufhalten, die die Verbindung mit Amerika, Australien, Deutschland, Belgien und England aufrechterhalten und die im Hafen von Hamburg und Antwerpen, von Port Said, Colombo, Penang und Singapore ebenso zu Hause sind, wie in Melbourne, Kapstadt, Montevideo und New-York. Kleine Barkassen, Schlepper und Dampfer bahnen sich an Ozeanriesen vorbei ihren Weg durch das nächtlichdunkle, mondversilberte Wasser und sind wie Glühwürmchen anzuschauen. An schönen Sommerabenden versammelt sich im Trädgardsföreningen, dem mit verschwenderischer Pracht gepflegten Stadtgarten, dessen Orchideen- und Palmenhäuser berühmt sind, Göteborgs junge und alte Generation und geniesst auf der Terrasse des grossen Restaurants bei den Klängen eines guten Orchesters den Zauber der Nacht. Vorbildlich ist auch die Wohnungsfürsorge die-; ser finanziell und daher auch an Donationsfonds reichen Stadt, die es zahlreichen Minderbemittelten ermöglicht hat, durch eine Anleihe von niedrig verzinstem Baukapital ein eigenes Heim zu erwerben. Hoch gelegen auf einem Bergplateau und eingebettet in wohlgepflegte Gärtchen überragt die «Egnahemskolonie Landala> im Süden die Stadt, während im Nordosten die noch grössere Kolonie «Bagar&garden» zahlreichen Arbeitern und kleinen Beamten mit ihren Familien fern vom Lärm und. Dunst der Großstadt trauliche Heimstätten bietet und im Südwesten der Stadt, im «Kungsladugard» grosse Gebäude hauptsächlich älteren Leuten Freiwohnungen gewähren. Dass Göteborg, das etwa die Grosse und Einwohnerzahl Zürichs hat, auch über hochwertige Kunstmuseen, ein imposantes Stadttheater und Konzerthaus verfügt, schöne Brücken, eine vielbesuchte Universität und neuzeitliche Hochhäuser, wie die Hauptpost am Drottningtorget sein eigen nennt, ist selbstverständlich. Die Küste. Um einen guten Ueberblick von Västergötland und seinen landschaftlichen Schönheiten zu erhalten, folgt man am besten zuerst der Küstenlinie oder — was fast das gleiche bedeutet — ürrer Peripherie und beginnt in Göteborg mit dem Götaelf. Vierwaldstätter - See und Umgebung Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R, Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Die Zufahrtsstrassen aus derganzen Schweiz sind ersichtlich in O, R, Wagners CH Tourinq, Führer für Automobilfahrer. offizielle Ausgabe des T. C. S, Tel. 54 Stans Hotel Fürigen 700 m ü. M. eigene Bergbahn Strandbad Fürigen 436 m ü. M. FURICEN Ein neuer Wind weht im über dem Vier waldstättersee. Schöner Ausflugs- und Ferienort. Orchester, Terrassen-Dancing u. Tennis. Pension von - Fr. 8.- an. Prospekte und Sportprogramm. •/, Standen ob Herglswil am See. Sch5ne, nenrenovierte Antostrasse. Wunderbarste Aussicht auf den ganzen Vierwaldstättersee mit herrlichem Gebirgspanorama. — Direkter Weg nach dem Pilatus. Bestauration, kalte und wanne Speisen zu Jeder Tageszeit. Stets lebende Forellen und Giiggeli. — Prima erstklassige Weine. — Schöne Zimmer und Garten-Terrasse. Pensionäre werden angenommen. 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WO 78 _ 1IJ33 AUTOMOBIL-PEVUE 17 Wie die Burg Pfalz auf ihrem Felsen aus dem Rhein ragt, eo erhebt sich die malerische und prachtvolle Festung B o h u s auf einer steilen Insel im Götaelf. Sie stammt aus dem frühen Mittelalter und war einst von grosser strategischer Bedeutung. Bonus liegt in einer herrlichen Umgebung und iet auch als Ziel für einen kurzen Autoausflug von Göteborg aus sehr zu empfehlen. Ein Netz ausgezeichneter Strassen durchzieht ganz Schweden und erlaubt vor allem die touristisch interessanten Gebiete im Süden, an den Seen und im Hochland per Auto zu besuchen. Auf der Strasse am Götaelf entlang gelangen wir weiter an T r o 11 h ä 11 a n vorbei, wo 170.000 Turbinen-PS aus den mächtigen Fällen gewonnen werden, nach Vänersborg, der Residenzstadt des südlichen Västergötlands. Ueber die Ebene erheben sich östlich die beiden dicht bewaldeten Anhöhen Halleberg und Hunneberg, die besten königlichen Elchjagden der Provinz. Von Vänersborg folgen wir die Südküste des Vänersees. Auf der dicht an der Küste liegenden Insel Kallansö erhebt sich das imposante Schloss Läckö, das — schon im 13. Jahrhundert bewohnt — im 17. Jahrhundert vom Grafen de la Gardie, der die Tochter des Pfalzgrafen Johann Kasimir von Zweibrücken geheiratet hatte, vergrössert wurde. Das stolze Schloss birgt zwischen seinen gewaltigen weissen Mauern 248 Zimmer. Südlich von Läckö am Festland liegt die alte Stadt Lidköping, jetzt eine führende Industriestadt mit Zucker-, Streichholz- und Porzellanfabriken. Nordöstlich der Stadt erhebt sich Västergötlands schönster Berg, der Kalkberg Kinnekulle, der reich an Versteinerungen aller möglicher Tierarten, merkwürdigen Kalksteinformationen und Grotten ist. Die Flora ist fast subtropisch — ein Eldorado für Botaniker. Vor allem ist aber die Aussicht vom Gipfel aus prachtvoll. Im Süden erhebt eich die aus dem 11. Jahrhundert Stammende Kirche von H u s a b y. Gleich daneben sprudelt in einer Grotte die Quelle des •heiligen Siegfried, an der sich der Sage nach Olof Skötkonung im Jahre 1008 taufen Hess. Im Westen und Norden sieht man die glitzernde Wasserfläche des Vänersees, gegen Süden meilenweit das fruchtbare Land und weit im Hintergrunde im Nordosten die Türme der Kirche von Mariee t a d, der Residenzstadt des nördlichen eötland. Väster- Der Göta-Kanal. Wir durchqueren das Land zwischen dem Vä- Ber- und Vättersee, dem Göta-Kanal folgend, des- «,en Schiffe (kleine, aber bequeme Dampfer) hier durch 19 Schleusen 91,5 Meter über die Meeresfläche gehoben werden. Eine Fahrt von Göteborg aus mit diesem Dampfern durch den ganzen Göta- Kanal nach Stockholm, ist übrigens der malerischen, ganz wundervollen Landschaft wegen, sehr zu empfehlen. Bald fährt man über offene Seen, bald in gewundenen Wasserrinnen durch Wälder und Anpflanzungen, wo die Zweige der Bäume fast über das Schiffsdeck herüberhängen, bald zwischen fruchtbaren Feldern mit alten Landgütern und Kirchen hindurch, vorbei an Städten und Dörfern. Die in ihrer Art unvergleichliche, erfrischonde, abwechslungsreiche und in jeder Weise angenehme Fahrt dauert von Göteborg bis Stockholm 2% Tage. Bei M o t*a fa am Vättersee beginnt einer der schönsten und idyllischsten Teile der Dampferstrecke mit vielen Schleusen. Südlich von Motala erhebt sich das geschichtlich bekannte, jetzt unbewohnte Schloss Vadstena. das aus dem 16. Jahrhundert stammt und eines der schönsten Schlösser von ganz Schweden ist. An der Klosterkirche von V r e i a vorbei fährt der Dampfer un Söderköping vorüber, einer hohen Bergwand entlang in die Ostsee — allerdings unter dem Schütze zahlloser Inseln, die hier sogenannte Schären bilden. Durch den erweiterten Södertäljer-Kanal hei der Stadt und dem Badeort S ö d e r tä 1 j e , umgeben von fesselnden Szenerien, gelangt man darauf in den Mälarsee. Wohin man blickt, über. »II eine wundervolle Landschaft von anmutigen Reizen. Von hier an mehreren Inseln vorbei, deren Ufer mit Villen besät sind und zwischen den •wesentlichen Stadtteilen Stockholms hindurch fährt der Dampfer weiter und landet am Kai der Insel Riddarholmen. uie BIS) Das Landinnere. Der Leser verzeihe die Abschweifung durch, den Göta-Kanal. Gleich werden wir ihn jetzt wieder in andere Kanäle, respektive auf die Autostrasse lenken, die wir vorhin verlassen haben. Wir durchqueren also das Land zwischen dem Väner- und Vättersee, dem Göta-Kanal folgend, und erreichen, nachdem wir an einigen wunderschönen Waldseen und der Festung Karlsborg vorbeigefahren sind, den Vättersee, der durch sein kristallklares Wasser, seine — einzigartigen Luftspiegelungen, aber auch durch seine plötzliche Tücke in Sturm und Windstille bekannt ist. Ungefähr 30 Kilometer südlich Hegt die kleine Stadt Hjo, ein gern besuchter Sommeraufenthalt und beliebtes Spa. Eine ausserordentlioh schöne Strasse führt von Hjo am Vätterstrand an den beiden Kirchen Norra Fagelas und Hasbo vorüber nach der Zündholzstadt Jönköping. Ueber Nykirka erreicht man durch eine gesegnete Landschaft FaJköping, das sich als Ausgangspunkt für Touren ins Innere Västergötlands am besten eignet, da es mitten in der Provinz und im Zentrum einer an prähistorischen und historischen Altertümern Teichen Gegend liegt. Unverhofft kann man an einer Biegung des Weges alte Runensteine oder, fast überwuchert von üppiger Vegetation, eine altersgraue kleine Kirche finden. Niemand versäume, ihr Inneres su besuchen, es ist oft reich geschmückt und birgt viel Interessantes. An einem Hügel wiederum trifft man vielfach einen Grabstein, alt wie ägyptische Pyramiden. Bei den Ausflügen von Falköping durch Västergötland hat man ausserdem Gelegenheit, moderne Bodenkultur zu studieren, bedeutende Industrien zu besehen und fast in jeder Stadt sehr interessante, auf die dortige Gegend bezügliche Museen zu besuchen. Hier greifen alte und neue Kultur ineinander. Wir besichtigen zuerst das schöne Sanatorium von friedlichen Dörfchen wie Lowerz, Steinerberg lLj[/\ f (r^^RH^^i^^^^^^^ und Steinen umgeben wird, lernten wir eine über- WaM s i•*€m^^fe l !/^*^W^^^HI aus schöne Gegend kennen. Das Trümmerfeld von ^>1|§| 0^^^^^^^/^^^^^^M Goldau legt noch ein beredtes Zeugnis ab von «waaw r -^5*s*- jmmvs— von Mösseberg unmittelbar bei Falköping und dem gewaltigen Ausmass jenes Bergsturzes, der im fahren dann nordöstlich nach S k ö v d e, am Ostabhang des Billingenberges vorbei. Diese Strasse J Jahre 1806 Goldau verschüttet hatte In Immen- «Beckmann, jetzt haben Sie aber schon zum see hatten wir sogar noch die Gelegenheit ohne auch drm Mal j bietet vor allem bei S k u 11 o r p, dem höchsten djesem Jahr um Geha i tszt ,} a g e Punkt, sehr schöne Ausblicke. In der Nähe von nur auf der Rigi gewesen zu sein, die Flora die- beten, , _ € j Herr Direktor, meine Frau Skövde liegt die Kirche von V a m b, klein, aber IM Berges zu gemessen, denn wir aüessen auf ei- b h j rf Q w _ €Ü f ich mal {ragen? ausserordentlich rein in der Bauart und eine der mge Rigitounsten, die mit den nimmersatt abrau- {ü _ } H Direktor sie dürfen. Aber ältesten Kirchen Schwedens. fenden Annen der Bergfahrer an Blumen mit- . , • h. schleppten, was sie zu umfassen vermochten. Die ^ ^ B n H Von Skövde geht die Fahrt weiter durch den Fahrt verlief dann noch einige Kilometer längs •^^•••^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^•^ « Pass » . die einzige bequeme Strasse, die weltlich über den Berg Billingen führt. Von den Ab* dem Küssnachtersee und dann nahm uns Luzern Tt%11Yen.-Fra.iten hängen hat man wundervolle Aussicht über die Västgöta-Ebene. Im Südwesten liegt der Hörnborgasee, wo sich dank der günstigen Naturverhältnisse eine üppige Vegetation entfaltet hat. Der See ist der Lieblingsaufenthalt der Zugvögel, die hier im Frühling und Herbst ausruhen. Weit hinter dem See zeichnen sich am Horizont die Türme des Domes von Skara ab, einer T.-A. 931. Zürjch - Dolomiten - Graz - Budapest ÜHWJCIUOUI Stadt, die im 11. Jahrundert Mittelpunkt de9 Zürich. Horgen, Wädenswil, Richterswil. Pfäffikon, Um den Grossen Preis. Roman von Hans Wüst. schwedischen Christentums war. Unser Wagen Siebnen, Näfels, Kerenzerberg, MüHehorn, Wallen- Ernst Keils Nachfolger (AugustSchert) G. m. b. H., fährt durch eine reizvolle Landschaft den Ab-Stadthang des Billingen hinunter zum Kloster Varn- Davos, Flüelapass, Süs, Zernez, il Fuorn, Ofenpass, punkt von UnZ^~/*-—~~S^"*^^ " leicht auch anders ausgefallen; aber die reizvollen ^ ' -"" s^ "^Zr"-> stÜ^ * Gegenden rund um den Berg übten doch eine erosse Anziehungskraft auf uns aus. Von Luzern aus kamen wir über Küssnacht De* verliebte Sturzflieger, und Greppen in die weltseelige Behaglichkeit von Weggis und Vitznau. Die ganze Gegend TTr**""^\~"TM'!ll gleicht einem einzigen grossen Naturgarten*, in "lilr*'^*Vl Irm dem verträumt hier ein Dörfchen, da ein Kur- lillf/'&JÄ 1 l'lilli haus liegt. Die abwechslungsreiche Fahrt dem Ufer des Vierwaldstättersees entlang fand ihr N I/VXIM ilffp I f^»Tr? :n '*-"^ £ Jlll/giimHLJllK^^I/'P^'^^k*-»»--^«« Ende bei Brunnen, wo mit pathetischer Grosse llfil/^^ij^^^^^^^*'^^Sf^SS^^^^ das von mächtigen Felswänden umrahmte Reuss- I l/[^ r^V^^^Kfe^'J MS§Sjsi tal grüsste. Schwyz Hessen wir rechts liegen und ffrr^J l§Hiliifll'A