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E_1933_Zeitung_Nr.081

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933- N» 81 Luftfahrt Die Entwicklung des Luftverkehrs In U.S.A. Auf der letzten Versammlung der Society of Automotive Engineers, in Chicago, hielt P. G. Johnson, Präsident d«r United Aircraft & Transport Corp. und der United Air Lines und Boeing Airplane Co., einen Vortrag über die baulichen und wirtschaftlichen Fragen der amerikanischen Luftfahrt. Wir entnehmen dem Vortrag auszugsweise einige Stellen, da die Entwicklung der Luftfahrt in U. S.A. in vieleT Beziehung wegweisend für die europäischen. Bestrebungen ist. Konstruktive Fraßen. Die Bestrebung nach erhöhter Geschwindigkeit findet ihren sichtbaren Ausdruck in den Konstruktionen des Jahres 1933. Die Eindecker - Bauart hat dem Doppeldecker gegenüber an Raum gewonnen und der Tiefdecker wird dem Hochdecker vorgezogen. Die gemischte Stahlrohr-Holz-Stoffbauweise weicht entschieden der Ganzmetallbauweise. Besondere Aufmerksamkeit wird der windschnittigen Verkleidung von Motorgondeln, Stielanschlüssen und Fahrwerken gewidmet; das Fahrgestell ist bei sehr schnellen Flugzeugen einziehbar. Die Flächenbelastung zeigt abnehmbare Tendenz, ihre Wirkung tritt in der geringeren Landegeschwindigkeit zutage. Vor einigen Jahren glaubte man noch an die Einführung von Grossflugzeugen für 30 bis 40 Fluggäste. Heute ist man der Ansicht, dass in den nächsten Jahren das Flugzeug von mittlerer Grosse, etwa für 8 bis 12 Fluggäste, sich zur Durchführung einer kombinierten. Schnellfracht- und Personenbeförderung einbürgern wird. Die Vorteile des Flugzeugs mittlerer Grosse bestehen in hoher Geschwindigkeit, niedrigeren Betriebskosten, leichterer Ausführung von Notlandungen und in der elastischeren Gestaltung des Verkehrs. Bei Grossflugzeugen wird vermutlich öfters der-Fall einer sehr schlechten Besetzung eintreten. Bei dem Flugbetrieb mit mittleren Flugzeugen können dagegen im Bedarfsfalle, bei einer weiteren Entwicklung des Verkehrs, neue Einheiten eingestellt werden. Ausserdem wickelt sich der Flugbetrieb mit kleineren Flugzeugen schneller und billiger ab. Der Brennstofverbrauch ist eine wichtige Frage im Luftverkehr. In dieser Beziehung schneidet das zweimotorige Flugzeug von mittlerer Grosse günstiger ab als das dreimotorige. Das neue, zweimotorige Wasp- Böeing-Flugzeug z. B., das zehn Fluggäste wurde ein bedeutender Fortschritt erzielt. Pljf p \ ^ • ! ' '"^*'h "*' '•' ' /M l%^lbi ' A zeigte sich eine bemerkenswerte Verbesse- ,|j| „, • 'i^j^^iS . - ."?•, ''^^TSjiite. K^i*^ rung. Ferner konnte die Nutzlast um rund . '-' ' '"•p^P^^^i ' ^" i "?*^^ffl^bJ« ^H| 230 kg erhöht werden. Die grossen Unter- ^gmmtm^^l, • £*wffiäBBBBm ^t^^,.^^^ ^^^^^M schiede zwischen der Abflug- und Höchst- ^^^^ffi^felli^ÄK li^HHBL *^^^T* iiS T3*fe8^' *V ^^^fei fl derung auf Grund der billigsten Angebote ^ e ^ i ^ des Ourtis^kmdor-Flugzeuges, mit dem Admiral Byrd demnächst einen neuen For- Pnvatunternehmungen Überhess, bedeutete schungsflug nach dem Südpol unternehmen will. die Luftpost praktisch die einzige Einnahme- i^^^^HHa^B^aHH,^^^^^^^^^^,^^,^^^^ quelle im Luftverkehr. In den letzten Jahren .. • _i. » TU -t J &t. i. i. -M\D A J im entdeckten die Unternehmer in der Passa- ^"t l** 1 1933 verringert. Im Jahre nals und Abschreibung: 20; Reparatur und gier- und Expressbeförderung neue Ver- 1929 war * ausgesprochene Postflugzeug Ueberholung: 16; Gehalt der Flugzeugfühdienstmözlichkeiten Infolgedessen verrin einmotoriger Bauart mit im allgemeinen rer: 13; Betriebsstoffe: 9; Propaganda und von gerte das Postministerium die Zuschüsse pro weniger als 450 kg, oft nur mit 220 bis 230 Zubringerdienst: 8; Instandhaltung und Bogeflogene Meile ganz erheblich. Die hier an- Kilogramm Nutzlas Heute dagegen ver- denbetneb: 20,5; Versicherung: 6,5; Vergegebenen Zahlen zeigen, dass heute etwa wendet man schnelle mehrmotorige Fing- Haltung: 7. die Hälfte der Beträge gezahlt wird, die im ^e. Die mittlere Reisegeschwindigkert al- Der Vortragende wies zum Schluss darauf Jahre 1929 üblich waren ^er P° st fl u s zeu se war im Jahre 1929 etwa hm, dass die Steigerung der Fluggastbefor- 7ii

N° 81 - 1933 Die ordentliche Generalversammlung der Sektion Graubünden des T. G. S. findet Sonntag, den 8. Oktober, mittags punkt 1 Uhr, im IJotel «Drei König» in Chur Btatt. Als Traktanden kommen zur Behandlung:-!. Protokoll; 2. Jahresbericht; 3. Jahresrechnung; 4. Revisorenbericht; 5. Decharge'erteilung; 6. Budget; 7. Festsetzung des Jahresbeitrages und des Eintrittsgeldes; 8. Genehmigung der Statuten der Ortsgruppe Chur und Umgebung; 9. Festsetzung des Beitrages an die Ortsgruppe Chur und Umgebung; 10. Wahl des Präsidenten, des Vorstandes und der Kontrollstelle; 11. Umfrage und Mitteilungen. Am Vormittag findet eine von der Ortsgruppe Chur und Umgebung veranstaltete Geschicklichkeitsfahrt statt und am Nachmittag ein Ausflug. Die Mitglieder werden mittelst Zirkularächreiben noch besonders eingeladen, um allen Gelegenheit zu geben, über ihre bisher mit dem neuen Gesetz gemachten Erfahrungen einen Meinungsaustausch zu halten. Das Gesetz ist wohl da, die Handhabung des Gesetzes entspricht aber noch nicht in allen Punkten den berechtigten Anforderungen des seriösen Automobilfahrers. Der Vorstand. Bericht über die Ausschuss-Sitzung vom 14. September 1933. Das Protokoll, der letzten Gesamtvorstandssitzung in Wattwil wird genehmigt. Der in der Zeit vom 1. Juli bis '30. September zur Durchführung gelangte Mitglieder-Anwerbungs-Wettbewerb hatte bis jetzt nicht den gewünschten Er/olg. Immerhin ist die Mitgliederzahl seit der letzten Sitzung von 1512 auf 1585 Mitglieder angewachsen. Von der Ortsgruppe Appenzell-A. Rh. liegt die definitive detaillierte Abrechnung über das Geschicklichkeitsfahren in Herisau vor. Der Abrechnung entnehmen wir, dass die Einnahmen Fr. 1768.-, die Ausgaben Fr. 2090.25 ausmachten und somit ein Defizit von Fr. 322.25 resultiert, welches durch die Sektionskasse gedeckt wird. Die Abrechnung wird genehmigt. An der nächstens stattfindenden Präsidentenkonferenz der deutschschweizerischen Sektionen wird unsere Sektion durch unsern Sektionspräsidenten ebenfalls vertreten sein. Die Abrechnung über die wohlgelungene Rheinlandreise, an welcher 20 Wagen mit 80 Personen teilgenommen haben, schliesst mit einem Saldo von Fr. 2.20 zugunsten der Sektionskasse ab. Die Abrechnung wird genehmigt und dem Präsidenten der Sportund Vergnügungskommission, Herrn Burk, für die Durchführung dieser Tour der beste Dank, ausgesprochen. Die beiden Schweizer Fahrten, wovon eine ins Wallis und die andere in den Jura projektiert wurde, sind leider nicht zustande gekommen, da sich die vorgeschriebene Mindestzahl von 10 Wagen weder für die eine noch die andere Tour angemeldet hat. Die Vorarbeiten für die Jahresfeier 1933 müssen demnächst einsetzen. Die gesamte Ausführung wird der Sport- und Vergnügungskommission überlassen. Der Vorsitzende, Herr Gerichtspräsident Lutz, Flawil, orientiert zum Schlüsse über die Bestrebungen zur Bildung einer wirtschaftlichen Korporation zur Regelung des Benzinmarktes, sodann über die im Gange befindlichen Bestrebungen, die Weissbadstrasse in Appenzell zur Kantonsstrasse zu erheben, wodurch eine bessere Unterhaltung dieses Strassenstückes zu erwartenwäre. Auf Initiative der Ortsgruppe Appenzell I.-Rh. fand bereits' diesbezüglich eine Besprechung statt. Der Soktionspräsident wird in Verbindung mit dieser Ortsgruppe eine entsprechende Eingabe an die Standeskommission von I.-Rh. ausarbeiten. Nachdem der Vorsitzende noch über verschiedene weitere verkehrspolitische Fragen rapportiert hat, wird die Sitzung um 9 Uhr geschlossen. Fz. SEKTION BERN. A. C. S.-Traubentage in Sitten, 7.10. Oktober 1933. Sowohl die Sport- als auch die Touristikkommission haben beschlossen, die benachbarte Walliser Sektion anlässlich der kommenden Traubentage offiziell zu besuchen und alles daran zu setzen, dass die Berner Gruppe in zahlenmässig Zürcher Wochenprogramm Stadttheater ******* uhr, sonnta« Fr. Sa. P- So. T. C. S. Sektion Graubunden Autosektion St. Galfen-Appenzell A. C. S. nachmittags 3 Uhr. abend 29. Sept. Der fliegende Holländer (Ab. B 2), Oper von R. Wagnes. abend 30. Sept. Uraufführung: 2 Herzen im %-Takt, Operette von Robert Stolz. Der Komponist am Pult. nachm. 1. Okt. 2 Herzen im K-Takt. Der Komponist am Pult. abend 1. Okt. Carmen, mit S. Onegin, Oper von Bizet. Schauspielhaus Abends ** m *i, s ? ' tag nachm. 3TJ Unr. Fr. abend 29, Sept. 13 bei Tisch, von Eger. (Im 1. Akt Modeschau.) Sa. abend 30. Sept. Die kleine Katharina. So. abend 1. Okt. 13 bei Tisch. So. nachm. 1. Okt. Die kleine Katharina. (Aenderungen vorbehalten.) Sonnenqual 2 Cuno Meyer aus dem «Perroquet», Luxemburg. Stimmungsvolle Bar-Kapelle. Restaurant Urania, uraniastr. 9 Die beliebte Unterhaltungsstätte, Konzeit und Variete. Anerkannt. gute Küche. würdiger Weise vertreten sei. Interessenten sind gebeten, sich jetzt schon beim Sektionsekretariat anzumelden, da wiederum mit einem ausserordentlich starken Besuch der Sittener Hotels gerechnet werden tnuss. Es wäre Tatsam, die Hotelbesteüunged bis spätesten» 5". Oktober dem Sekretariat bekanntzugeben. Weitere Einzelheiten werden in den nächsten Nummern der « Automobil-Revue » erlassen. Wer Lust hat, zwei sorgenfreie Tage im sonnigen Wallis in angenehmer Gesellschaft zu verbringen, belege heute schon die Tage vom 7. und 8. Oktober 1933. h, -SEKTION ZÜRICH. Der nachmittäglichen Ausfahrt nach Einsiedeln war nicht nur schönstes Herbstwetter, sondern auch eine sehr starke Be-r teiligung beschieden. Der grosso- Platz vor der Wallfahrtskirche ib • der Waldstatt war von über 50 parkende"n Wagen vollständig besetzt. Um 16 Uhr begann die Besichtigung unter Führung, die den« Damen zwar nur den mit, schönen Gemälden geschmückten Fürstensaal und die prächtige Kirche bescheerte. Der übrige Teil des Klosters war nur dem « stärkeren » Geschlecht zugänglich. Nach der Besichtigung wurde noch- Einsiedeln ein Besuch abgestattet oder man nahm den angesichts des schonen Herbsttages lohnenden Abstecher nach der Luegeten. und Rapperswil-Hurden unter die Räder, um sich noch in Obermeilen bei einem wohlschmeckenden Fischessen zu einer ungezwungenen .Zusammenkunft zu finden. Es ist der Sektion Zürich gelungen, den Mitgliedern Sonntag, den 22. Oktober, eine selten interessante Vortragsmatinee zu bieten. Unter erheblichen, finanziellen Opfern war es möglich,, den deutschen Forscher Helfritz zu veranlassen, einen Lichtbilder- und Filmvortra§ über seine Forschungsreise durch die Wüsten Arabiens für die Mitglieder der Sektion Zürich des A. G. S. in Zürich zu halten. Als erster Europäer hat er die jedem Fremdländer verbotenen, unerforschten Wü^ stengebiete Arabiens bereist und von den unbekannten, durch ihre ^ Wolkenkratzer charakterisierten Städte, den weiten Sandwüsten eine herrliche Lichtbilder- und Filmausbeute mit nach Hause gebracht. Romfahrt. Für die zwei Aufenthaltetage in Florenz hatte das Sektionssekretariat ein vielversprechendes Programm bereitgestellt, und zudem einen ausgezeichneten Führer gefunden, so dass es eine, Lust war, seinen Führungen beizuwohnen. Am 15. September wurde den wichtigern Sehens« Würdigkeiten und vor allem dem Palazzo Pitti mit seinen Kunstschätzen ein Besuch abgestattet In überaus liebenswürdigen Ansprachen hiessen die Behördevertreter die Zürcher Gäste willkommen, in deren Namen Herr A. Töndury für den Empfang dankte und dem Automobil-Club von Florenz gleichzeitig eine Zürcher Zinnkanne überreichte Am 16. September vormittags fuhr man in Autocars nach S. Gimignano, das mit seinen vielen Türmen und alten Bauten an Rothenburg o. T. gemahnt, und der spätere Nachmittag wurde noch zu Einkäufen benutzt. Nur ungern schied man am 17. September von Florenz. Die neue Autostrasse brachte die Reisegesellschaft rasch nach Pisa und Viareggio und dann auf prächtig ausgebauten Strassen, stets der Mittelmeerküste entlang, über Spezia, Sestri Levante nach Rapallo, wo nach 269 km langer Fahrt Rast gemacht wurde. Andern Tags wurde die Rückreise über Genua, Alessandria, Casale, Vercelli, Novara, Arona nach Stresa (252 km) fortgesetzt. A den \ari» CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Morgen Samstag, 30. September, 20.30 Uhr, findet wiederum unsere traditionelle Abendunterhaltung im Kasino Aussersihl statt. Das der Zeit entsprechende Programm wird dazu beitragen, alle Gemüter von den alltäglichen Sorgen und Strapatzen zu entlasten, um im Kreise unserer Vereinsfamilie einige fröhliche und gemütliche Stunden zu verbringen. Die Kommission hat für ein rassiges Konzert- und Ballorchester, sowie für theatralische und gesangliche Unterhaltung gesorgt und wir können versichern, dass alle Besucher auf ihre Rechnung kommen, zumal auch an diesem Anlass ein schöner Gabentisch zur Verfügung steht. Beginn punkt 20.30 Uhr, Kassenöffnung 19.80 "Uhr, freier Eintritt für .Mitglieder mit je 1 Person inkl. Saalabzeichen, Nichtmitglieder pro Person Fr. 1.60 mit Saalabzeichen. Programme berechtigen zum Eintritt. Wjr hoffen, dass dieses Jahr alle Mitglieder mit ihren Bekannten und Freunden erscheinen. Die Kommission. ÄUTOMOBIL-REVUE 11 den Amtliche Mitteilungen Ausrüstung der Wagen gemäss Vollziehungsverordnung. Gemäss Art. 82, Ziffern 1 und 2 der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr sind für die Motorfahrzeuge eine Anzahl Neuausrüstungen vorgeschrieben, für deren Einführung die Dauer des laufenden Jahres festgelegt worden ist. Als solche Akzessorien gelten unter anderen: der Scheibenwischer, der Rückblickspiegel, der Fahrtrichtungsanzeiger, die Warnvorrichtung von tiefem Ton, die Schalldämpfvorrichtung.. Auch in bezug auf die Beleuchtung sind teilweise Aenderungen verlangt, die in Art. 13 der Vollziehungsverordnung aufgezählt sind. Nach Meldungen unserer Verkehrspolizei haben zahlreiche Halter von Motorfahrzeugen ihre Fahrzeuge noch nicht den neuen Vorschriften r angepasst. Es ist zu befürchten, dass gegen Neujahr die Garagisten' mit Arbeit überlastet werden, wenn alle nicht gesetzesmässig ausgerüsteten' Wagen plötzlich instand gestellt werden sollen, und dass alsdann für das kommende Jahr nicht alle Wagen, dje in Verkehr gebracht werden sollen, rechtzeitig ordnungsgeinäss ausgerüstet sind. Wir ersuchen deshalb die Halter von Motorfahrzeugen, den noch verbleibenden Rest des Toleranzjahres zu benützen, um umgehend ihre Fahrzeuge in Ordnung zu bringen. Nach dem 31. Dezember des laufenden Jahres darf von der Polizei in bezug auf die Ausrüstung der Wagen keinerlei Toleranz mehr gewährt werden. Strasseoverkehrsamt der Kantons Bern. Handel u. Industrie Zur Kreuz- und Querfahrt durch die Schweiz. Die Sternfahrt, über welche in letzter Nummer kurz berichtet wurde, ist vom Autogewerbeverband der Schweiz mit dem Zwecke veranstaltet worden, die Aufmerksamkeit der Automobilisten in eindringlicher Weise auf den einzigen Autopneu einheimischer Fabrikation zu lenken. Gegen 200 Wagen eilten an diesem Tag von Bern, Payerne, Basel, Zürich, St. Gallen, Luzern und Kreuzungen auf vorgeschriebener Route (Je rund 200 km) und unter Berücksichtigung offizieller Durchschnittsgeschwindigkeiten flach Pfäffikon im Zürcher Oberland, wo der * Pallas-Cord» fabriziert wird. Mit der direkt interessierten Firma freut sich ganz Pfäffikon über die grosszügige Veranstaltung, denn vom Schicksal der einheimischen Pneufabrikation hängt für den Bezirkshauptort am Pfäffikersee für die Zukunft sehr viel ab. Einige wenige Daten aus der Geschichte der Firma Huber, die letztes Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiern konnte, dürften das beweisen: ' Gründer «fer Fabrik war der 1839 gebotene Herr Rudolf Huber. Als Mechaniker und t&Fschmann in Baumwollgarnen» erwarb Ru- Molf Huber im Jahre"1882 in Pfäffikon (hinter dem Gasthof zum «Hecht») eine kleine Webgeschirrfabrik» der er bald die Verarbeitung von Baumwollgarnen anschloss. Mit 1—6 Arbeitern umspann er in der Folge die, Eisendrähte für Damenhüte- mit .Abfallgarnen. Dann bewog ihn die aufkommende Elektroindustrie Anno 1885 zur Gründung der ersten Fabrik in der Schweiz zur Herstellung 1 isolierter Drähte. l§90 wurde Herr Huber sen. Mitbegründer des Schweizerischen Elektrotechnischen Vereins. Im Jahre 1891 beschäftigte die Fabrik bereits 40 Arbeiter; 1892 nimmt sie die Herstellung blanker und isolierter Kabel auf; es folgen guminiisolierte Drähte und schliesslich 1895 die Gründung eines Gummiwerkes. Anno 189$ folgt die eigene DrahtziehereL .Es witd-ge* baut, und um die Wende des Jahrhunderts zählt die Fabrik schon' 100 "Arbeiter." Am 23. Juli 1907 wird die Aktiengesellschaft R.&E. Huber, Schweiz. Kabel-, Draht- und Gummiwerke, gegründet, die sich ab 1908 auch mit der Herstellung von Vollgummireifen für Lastwagen befasst und das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts mit einem Bestand von 200 Arbeitern abschliesst. Es kommt der Weltkrieg mit seiner anfänglichen Unsicherheit; dann geht das alte Wort, dass de& einen Tod des andern Brot bedeutet, in seiner brutalen Wahrheit auch in Pfäffikon in Erfüllung. Die Fabrik wird alleinige Herstellerin und Lieferantin der Artikel der Gummibereifungsindustrie für die Eidgenossenschaft und ihre Armee. Fast jedes Jahr entsteht ein Neubau. Trotz gelegentlicher Opfer und Verluste (einmal ist z. B. eine Ueberseefracht Kupfer torpediert worden), wird die Fabrik in Pfäffikon mehr und mehr ein volkswirtschaftlicher Faktor. Im Jahre 1924 hat Herr Rudolf Huber 85jährig das Zeitliche gesegnet. Ueber seinem Leben stehen die Worte: «Im Anfang war die Tat!» Der Erfolg hat seine Energie und Tatkraft belohnt. Neue Männer führten sein Werk fort. Um 1924 brachte die Sorge um Arbeitsbeschaffung schliesslich die Herstellung von Pneus, die Fabrikation des «Pallas-Cord», der heute, nach allerlei Kinderkrankheiten, das geworden ist, für das mit gutem Gewissen Propaganda gemacht werden darf. Aus dem FabTiklein mit 242 m s Grundfläche ist eine Fabrik geworden, die ein Areal von 25,000 überbauten m a besitzt; an Stelle des alten Wasserrades liefern heute —nach 50 Jahren — 3000 Tonnen Kohlen, 2 Millionen KW Strom und Motoren mit etwa 3000 HP die nötige Energie. Mehrere Hundert Angestellte, Arbeiter und Arbeiterinnen finden in den Bureaus,Werkstätten, Magazinen und Fabriksälen der Firma Huber ihr tägliches Brot. Das letzte wichtige Datum in der Geschichte, der Pfäffikoner Fabrik ist der kürzlich erfolgte Bundesbeschluss betr. Kontingentierung der Pneueinfuhr. Man darf sich dieses Beschlusses um so mehr freuen, als unzählige Zeugnisse unumwunden bestätigen, dass der «Pallas-Cord» als einziger Schweizer Pneu nunmehr allen Anforderungen als zuverlässige Bereifung mit langer Lebensdauer genügt sowohl für Personen- als auch für Lastwagen. Der Schweizer ist schon oft unter dem Zwang der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zur Vernunft gekommen. Oder ist es nicht so, dass er noch immer sein Veran'twortungsbewusstsein zurückgewonnen hat, wenn er.sich in elfter Stunde auf.sich selber angewiesen sah? Unsere Demokratie; die Ja gegenwärtig schwere Belastungsproben zu bestehen hat, wird sicher' auch wirtschaftlich den rechten Weg finden;* nachdem uns das Ausland so, rücksichtslos zur Selbsthilfe zwingt. 'Auf diesem "eidgenössischen Wege begegnet man nun-auch dem Schweizer Pneu, der'im modernen ^Verkehr unseres Landes eine grosse Rolle zu spielen berufen ist. Wenn ihn alle diejenigen- berücksichtigen und bevorzugen, die dazu in irgendeiner Beziehung in der Lage sind, dann schützen und stützen sie eine Schweizer Industrie und dienen den wohlverstandenen Interessen von Land und Volk,