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E_1933_Zeitung_Nr.080

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10 AUTOMOBn^-REVUb 1933 — ^^ Ji||ii g] ujfeM | M K @ Frage 8846. Lose Kolbenbolzenbüchse. Beim ein eventuelles Klopfen der Kolben im allgemeinen unschwer von einem Klappern der Ventile zu unterscheiden, und es erscheint uns deshalb etwas U mit höherer Geschwindigkeit an. Bei der #B 3 S=1 I]P§a3SMSllto LAU EnWen meines Motors habe ioh beobachtet, nun folgenden Accelerierung bleibt das ganze ||#^^^P4 ^LtJZ^^n^^^^ZcS^i, sonderbar, dass der erwähnte Direktor eine Nachstellung der Ventile anordnete,, die sich dann System gekuppelt und die dritte Stuf© in TTDI II oT||||||H| NIHII 1 IJiPv''^"' 1^ lose in der Pleuelstange liegt und sich verdrehen prompt als überflüssig erwiesen hat. Aktion. \ jjjjjj | I »^|r '^ verschieben läsat. Soviell ich weiss, ist dies« Von den verschiedenen Symptomen des Kolbenklopfens trügt noch am wenigsten die Temperatur- Wenn man nun von Hand aus die Kupp- \ **U; V J ?- üch £? b f\ anaer , en Motoren desselben Typs in « „ T-, ... , i ., , , ,. , ,. , . SE»-»^ J^ die Pleuelstange fest eingepresst. Kann die Belung R lost, SO arbeitet augenblicklich Wie- _J Jj^^LW^ ! wegliohkeit der Büchse schaden? R. U. in G. ein erheblich stärkeres Geräusch als in heissem„ abhängigkeit. Sind Kolben tatsächlich ausgelaufen, so verursachen sie • fast immer in kaltem Zustand^., der die zweite Stufe, wie in Fig. 3. 1 \lZ

Bern, Dienstag, 26. September 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 80 Die nachfolgende Stelle entnehmen wir dem Refeebuch Friedrich Sieburgs «Die rote Arktis » (Soeietäts-Verlag, Frankfurt am Main.) Sieburg schildert darin das Zusammentreffen des russischen Eisbrecher» « Malygin » und des « Grafen Zeppelin » in der Arktis. .Wir werden in der nächsten Nummer auf das ausgezeichnete Buch noch zurückkämmen. , In StiHe Bucht war es, wo wir mit dem € Graf Zeppelin » zusammentrafen. Das war »m anderen Tage. Niemand von uns wird diesen Tag vergessen, nicht weil das Luftschiff kam, sondern weil er so schön war. Die Bucht lag wie verzaubert da, das Wasser war so still, dass man kaum zu atmen wagte, um die Reinheit dieser regungslosen Oberfläche nicht zu trüben. Wir sassen in der warmen Sonne und waren fast traurig vor so viel Schönheit. Professor Wiese Hess seine Blicke zärtlich in die blaue Weite wandern und flüsterte «Italien». Ja, es war eine Erfüllung, die sonst nur der Süden schenkt. Dies blanke Meer, diese von Licht erglühenden Ufer waren so vollkommen, dass sie in unseren Sinnen keinen Raum mehr Hessen für Unruhe und Sehnsucht. Weit im Süden standen weisse Eisberge im Britischen Kanal, hinter uns stieg Rubini Rock wie ein Thron aus dem Meere auf, seine Furchen ~chimmerten gelb von wucherndem Polar- .tohn. Jackson hat diesem ungeheuren Felsen den Namen des grossen italienischen Kirchensängers gegeben. Wir verstanden das tut Für jemand, 4er den «Malygin » hauptsächlich deswegen liebte, weil er kein Telephon, keine Postverbindung hatte, weil sein Kurzwellenapparat nicht recht funktionierte, weil alle Radiotelegramme verstümmelt und meistens unverständlich ankamen, war der Besuch des deutschen Luftschiffes eher eine Störung als eine Lust. Seit Wochen trieben wir uns nun friedlich im Eismeer umher, liefen auf Grund, wenn es uns passte, und genossen die Tatsache, dass wir hier wirklich ganz unter uns waren. Nun sollte das Luftschiff kommen mit seinen Photographen, seinen Berichterstattern, Telegraphisten und Postbeamten und würde uns auf eine höchst geräuschvolle und unwillkommene Art der -Welt zurückgeben. Uebrigens verriet auch i. .er «Graf Zeppelin» keinen besonderen Eifer, mit uns in Verbindung zu treten. Er hielt es nicht einmal für der Mühe wert, uns durch Radio von seinem Start in Leningrad za verständigen. Er war kurz angebunden, and seine Umgangsformen schienen seinen F E U I L L E T O N Der geheime Kampf Das Luftschiff Friedr. Sieburc. Von Philipp Klein. (Fortsetzung aua dem Hauptblatt.) «Das Albergo Michele wird deshalb nicht leer stehen, Signore Farnaglia! Es ist nur schade, dass es in Zukunft des Protektors entbehrt Sehr schade!» Ein leises Kratzen an der Tür: Signore Falieri öffnete halb und nahm die beiden Pässe in Empfang. Eberhard sah sich mit Interesse die «Arbeit» an, die hier geleistet worden war: tadellos! Die beiden Visen und der polizeiliche Abmeldestempel waren von einer unbezweifelbaren Echtheit «Nun?» fragte Signore Falieri lächelnd, «Ausgezeichnet!» «Ja! Das können wir hier ! Wenn Sie also wirklich wegfahren: ich werde mich freuen, Ihnen gelegentlich wieder zu begegnen! Sie haben mir zwar viel Arbeit gemacht mit den verdammten Kreuzbändern, aber — man will eben in Deutschland auch etwas sehen für das Geld! Viel Glück also und angenehme Reise!» «Danke!» Eberhard drückte mit einigem Widerstreben die fettige, dicke Hand des Spaniolen. Auch das gehörte schliesslich zum — Dienst. In das Albergo zurückgekehrt, fand Eberhard Mercedes beim Packen. Sie war bisher nicht behelligt worden, aber sie war in nervöser Unruhe, weniger vielleicht für sich selbst als seinetwegen. Er berichtete. — Dann: «Wir nehmen nur das Allernötigste, Liebling! Nach aussen hin behalten wir vorläufig unsere Zimmer noch bis zum Ende des Monats; wir machen nur eine kleine Reise aufs Land. Du verstehst mich doch, nicht wahr?». äusseren Umrissen zu entsprechen, die gewaltig, aber keineswegs zierlich sind. Die Oeffentlichkeit war zwar wochenlang vorher damit beschäftigt worden, welches Ereignis von praktischer Tragweite diese «Zusammenarbeit > zwischen Luftschiff und Eisbrecher im hohen Norden sein werde, aber weder Luftschiff noch Eisbrecher glaubten ein Wort davon. Wir hatten von der «Aero-Arktischen Gesellschaft» genaue Instruktionen erhalten, wie wir uns zu benehmen hätten, wenn das Luftschiff käme. Insbesondere sollten wir uns ihm erst nach ausdrücklicher Aufforderung nähern. Aber das Luftschiff hatte diese Instruktion offenbar vergessen und konnte nicht begreifen, warum unser Boot nicht schneller kam. Kurz, wir waren gewissermassen ohne Zeugen und benahmen uns beide dementsprechend. Wir wussten ja alle, dass Dr. Eckener der Weihnachtsmann des deutschen Volkes ist, uns gegenüber aber war er einfach knapp, und erst zwei Stunden vor seinem Eintreffen sandte er uns eine Bootschaft mit Angabe seiner Position. Er behandelte uns gewissermassen von oben herab, was für ein in tausend Fuss Höhe fliegendes Luftschiff ja ganz angemessen ist. Als er dann schliesslich da war und unser Boot sich ihm genähert hatte, wurden hastig die Postsäcke ausgetauscht, Dr. Eckener rief «Schnell, schnell», — das auf die Wasserfläche aufgestützte Luftschiff trieb nämlich mit der Strömung beunruhigend rasch auf die Felsküste zu — und damit war die Zusammenarbeit vorbei. Aber schön war es doch. Von dem Augenblicke an, wo das Luftschiff am Eingang des Britischen Kanals als kleiner schwarzer Strich zwischen goldenen Wölkchen auftauchte, konnten wir seiner Spiegelung im Meer folgen, die ebenso klar war wie die Wirklichkeit. Die Leichtigkeit, mit der dann die vordere Gondel auf den regungslosen Wasserspiegel aufsetzte, hatte etwas von der wohlausgeglichenen Anmut eines gewaltigen Tieres. Das matte Silber seines Leibes erschien völlig schwarz zwischen den glühend weissen Gletschern und dem Uebermass des sommerlichen Polarlichtes, und erst als die schräge Sonne ihn erfasste und mit Gold überzog, wurde auch er Licht vor dem überirdischen Lichte dieser arktischen Mitternachtsstunde ... Während das Flugschiff nach Osten hin verschwand, stand General Nobile einsam auf der Brücke unseres Schiffes und blickte Mercedes nickte. Sie fuhren in einer alten, klapprigen Droschke weg, ohne Signora Felicia noch einmal gesehen zu haben. Fünf Minuten vor Abgang des Zuges waren sie am Bahnhof, eine Minute vor halb zwölf durchschritten sie die Sperre; sie hatten kaum ihr Abteil betreten, als der Zug sich in Bewegung setzte. Das Abteil — zweiter Klasse — war fast bis auf den letzten Platz besetzt; Eberhard und Mercedes mussten einander gegenüber Platz nehmen. Es war zum Ersticken heiss, bis der Zug endlich über die freie Campagna fuhr. Eine sehr gemischte Gesellschaft hatte sich in dem Abteil zusammengefunden: Frauen, offensichtlich vom Lande, ein alter Geistlicher, ein Herr mit einer dunklen Brille, der sein Gesicht zumeist hinter dem «Mattino» versteckte. Die Frauen sprachen vom Krieg und stellten mit Stolz fest, dass jede von ihnen zwei Söhne an der Front stehen hatte. Sie erhielten Feldpostbriefe: es ging den Jungen gut. Einer von ihnen hatte versprochen, seiner Braut von Wien aus eine schöne Ansichtskarte zu schicken * «Arme Mütter!» dachte Eberhard. Der Geistliche sprach von den gesegneten Waffen des italienischen Volkes, das für eine gerechte Sache in den Krieg gezogen .sei, und von den Gebeten der Kirche, die den Segen des Himmels auf die siegreichen Fahnen Italiens herabflehten. Die beiden Frauen weinten vor Rührung. Da faltete der Mann mit der Brille die Zeitung zusammen und versenkte sie in seiner Brusttasche. Er warf einen Blick auf den Geistlichen. «Der liebe Gott,» sagte er mit einem etwas harten Akzent, «muss sich in einer recht unangenehmen Lage befinden, da ihn beide Beteiligte für sich in Anspruch nehmen. In Rom haben seine Vertreter die Waffen der Italiener gesegnet, in Wien hat der Fürsterzbischof die «Am Weissen See bei Berlin wollte eich in diesen Tagen eine Frau das leben nehmen — > Irgendwie ist ein gewaltsamer Tod immer in Widerspruch mit der Natur. Manchmal steht die Natur auf, um das, was sie als Frevel gegen ihr Gesetz des Lebens empfindet, zu verhindern... Die Frau kam mit müden Schritten, aber entschlossener Stirn den Weg herab, der zum See fährte. Der junge Sommer wich erschreckt zurück, als er sie kommen sah, sie aber gewahrte ihn nicht. Sie empfand nichts mehr, was ausser ihr geschah. Ganz versponnen in ihr Leid roch sie den Duft nicht, der von den jungen Knospen kam, sah sie das Leuchten nicht, das über die Ufer des Sees hinglitt wie ein Erwachen, schmeckte sie den würzigen Atem des jungen Lebens nicht, das ihre Lippen küsste. Wie eine geballte Faust umspannte die Verzweiflung ihr Herz. Denken konnte sie nicht mehr. Das alles lag hinter ihr. Die seelenzernagenden Zweifel, die flüchtigen, nach einem Ausweg suchenden Gedanken, die mörderischen Gewissheiten. Irgendwo war ein Rädchen zersprungen im zarten, komplizierten Getriebe ihres Innenlebens und sie vermochte den Kampf nicht weiterzuführen. Da fasste sie im verdämmernden Bewusstsein diesen letzten Entschluss — zu sterben. Und weil es das letzte klare Wollen war, das ihr gelang, wurde dieser Entschluss zum unentrinnbaren Befehl. An diesem Wochentag war das Gestade menschenleer. Niemand begegnete der Frau, die mit kleinen, müden, aber unaufhaltsamen Schritten auf den See zuging. Was sie in ihm nach. Lieber Nobile, wir hatten ihn alle lieb gewonnen in dieser kurzen Zeit. Niemand von uns hatte Schwierigkeiten gehabt, die dicke Schicht von Vorurteilen und Verleumdungen zu durchdringen, die zwischen ihm und uns bei der ersten Begegnung gestanden hatte. Nun wussten wir längst, wer er war, der ernste und einfache Mensch. Nun fühlten wir sein Leid mit Ein Traum und eine Erinnerung verschwanden für ihn mit diesem stolzen Luftschiff am Horizont Auch ihm war zu fliegen vergönnt gewesen; aber der Sturz, der dann folgte, schien noch heute sein Leben begraben zu wollen. Seine Blicke wurden hart und schwarz vor Kummer. Um ihn stand eine Stille, in die das sich langsam entfernende Geräusch der Fahnen der österreichischen Soldaten geweiht. Wird da nicht einige Verwirrung im Himmel entstehen, Hochwürden?» Die beiden Frauen bekreuzigten sich. «Madonna!» flüsterte die eine von ihnen, die an der Seite Eberhards sass. «Der Herr ist wahrscheinlich ein Ketzer!» Der Geistliche sah mit einem missbilligenden Blick auf den Spötter. «Sie sind vermutlich ein Freigeist,» sagte er mit einiger Schärfe, «ein Mensch, der nicht das Glück hat, an Gott zu glauben. Ich werde für Sie beten. Aber Sie sind auch kein guter Italiener, sonst würden Sie nicht so sprechen. Sonst würden Sie wissen, dass es nur eine gerechte Sache gibt, nur eine gerechte Sache geben kann, und das ist die unsere. Für die Befreiung unserer unerlösten Brüder ins Feld zu ziehen, das ist ein Gott wohlgefälliges Werk. Sind Sie nicht auch der Meinung, mein Herr?» wandte sich der Geistliche plötzlich an Eberhard. «Gewiss! Aber insofern hat der Herr auch recht, dass jede von den beiden Parteien ihre Sache für die gute und gerechte hält. Und das ist jedenfalls sicher, dass der Krieg ein grosses Unglück ist. Oder halten Sie es nicht auch für ein grosses Unglück, wenn Hunderttausende von Menschen hingeopfert werden?» «Gewiss, gewiss! Ein grosses Unglück!» sagte der Geistliche etwas verwirrt und traurig. Dann vertiefte er sich in sein Brevier. Die beiden Frauen wagten nur zu flüstern. Draussen lagen im weissen, fast schmerzend hellen Licht der Sonne kleine, friedliche Dörfer, grüssten weisse Häuschen aus dem Graugrün der Olivenwäldchen, aus der Frische kleiner Orangen- und Zitronenpflanzungen. Auf kurzen, schmalen Aeckern stand das Korn bereits von der Sonne gebleicht und trug demütig die Frucht in schweren Aehren. Und einige. Die Frau und die Schwänin ind^LKjlomeiex Alexander von Sacher-Masoch. den Tod trieb? Es gibt so viele Quellen der Verzweiflung, sie alle sprudeln mit gleicher Heftigkeit. Wer vermag ihren Ursprung zu erkennen? Sie wollte sterben, das sei genug! Die Frau erreichte das Ufer. Sie warf einen Blick auf die leuchtende, klare Fläche, atmete unwillkürlich noch einmal den ganzen Sommer in sich ein, dann trat sie — mit Schuhen und Kleidern — in das Wasser. Sie musste waten, denn das Ufer war flach. Da geschah etwas. Irgendwoher — aus dem Dickicht einer Schilfinsel oder einem Ufergebüsch — schoss, die mächtigen Flügel ausgespannt, eine weisse Schwänin herbei und griff in das Schicksal der Frau ein. Sausend schlugen die Schwingen, das Wasser spritzte auf und der gefährliche Schnabel schnellte vor zum Angriff. Die Schwänin kämpfte für das Leben vieler künftiger kleiner Schwäne. Ihre Brutstätte war in der Nähe und in den Bereich dieses Heiligtums war die Lebensmüde unversehens geraten. Die Schwänin kämpfte für das Leben — während die Frau für den Tod eintrat. Den Sieg aber trug das Leben davon. Denn die Schwänin war so furchtbar in ihrem Angriff, so anwiderstehlich im Vorwärtsschnellen des kräftigen, schlanken Halses, im Schlagen der gewaltigen Schwingen, dass die arme Frau jäh zur Besinnung kam und von wahnsinniger Angst gepackt wurde. Schreiend machte sie kehrt und lief das Ufer hinauf, zurück in das Leben. Und während sie lief, traf sie die Erkenntnis mitten in das wunde Herz: Gewaltig ist alles Lebendige und der Wille zum Leben. Das hatte die Schwänin sie gelehrt. Motoren wie ein unterdrücktes Weinen summte. Die Welt schien kalt zu werden und in Schatten zu versinken. Wir wandten uns ab und Hessen ihn allein. Ausklang eines berühmten Lebens Zum Tode Lord Edward Greys. Hinübergleiten eines Vollendeten, eines Erfüllten. Im Schlosspark von Fallodon, dem Herrensitz des berühmten Politikers Lord Edward Grey, ruht auf einer Gartenbank ein alter Mann. Es ist der Schlossherr selber. Blumen duften, Bienen summen, Sommerlüfte wehen und die Vögel nördlich standen die Söhne dieses schönen Landes, die diese Ernte bergen sollten, vor mörderischen Drahtverhauen, stürmten gegen das Plateau von Doberdo, wurden von Granaten in Stücke gerissen, sanken zerschmettert auf die zerwühlte Erde, die ihr Blut gleichgültig trank wie jedes andere Nass... In der ersten grösseren Station stiegen der alte Geistliche und die beiden Frauen aus. Der Pfarrer grüsste; zu dem Mann mit der Brille sagte er nochmals: «Ich werde für Sie beten!» Die Frauen sahen den «Ketzer» mit einem scheuen Blick an, ehe sie das Abteil verliessen. Eberhard und Mercedes blieben mit dem Mann mit der Brille allein in dem Abteil. «Wenn Sie lieber meinen Fensterplatz möchten,- gnädige Frau — —,» sagte der Mann zuvorkommend und stand auf. Mercedes nahm dankend an: es war am Fenster ein wenig frischer, oder man hatte doch wenigstens die Illusion von Kühle. Der Mann setzte sich in die Ecke an der Tür und schien bereits nach wenigen Minuten zu schlafen. 9. Die Bahnfahrt schien Eberhard und Mercedes endlos. In jeder grösseren Station hatte der Zug halb- oder ganzstündigen Aufenthalt, obwohl der Verkehr der Reisenden keineswegs übermässig gross war. Aber es liefen unausgesetzt Züge mit Armeebedarf nach Norden; auch viele frische Truppen gingen nach dem Kriegsschauplatz. Es war viel Lärm und Bewegung, ab und zu klangen die Fetzen eines Soldatenliedes in das offene Fenster. Die jungen Leute, die noch nichts von dem wussten, was auf sie wartete, konnten noch singen! In das Abteil kam kein neuer Fahrgast. Der Mann mit der Brille schien fortgesetzt .schlafen zu können; er sass in seiner Ecke,