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E_1933_Zeitung_Nr.080

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dasselbe tun, ist es

dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. Den einen empfängt man mit Fahrverbilligungen, den andern erleichtert man ebenfalls — am Geldbeutel. Und das in Form des Benzinzolles. Ob wir uns damit nicht den falschen Finger verbinden? Aber das dicke Ende kommt erst nach! Man erinnert sich, dass der Schweizerische Bauernverband an seine Delegiertenversammlung das Postulat nach einer weiteren Erhöhung der Eingangszölle auf Benzin erhoben hat... Alte Liebe rostet nicht. Oder: heiliger Florian, verschone unsere Häuser, zünd' lieber andere an. Also Aufbau statt Abbau, wie er mit den während der Sommermonate 1 von unseren Transportanstalten ausländischen Gästen gegenüber eingeräumten verbilligten Fahrpreisen in einer Linie gelegen hätte. Schlägt der Behzinzoll schon in seiner heutigen Höhe der Bundesverfassung geradewegs ins Gesicht — eine abermalige Heraufsetzung wäre volkswirtschaftlicher Nonsens. Man halte uns nicht entgegen, der internationale Autotourismus bewege sich trotz Benzinzoll ja in aufsteigender Linie, man könne also getrost noch einmal den Säugnapf ansetzen. Ein kapitaler Trugschluss. Noch, eine Drehung an der Schraube und wir erreichen das genaue Gegenteil dessen, was wir wollten. Machen wir die Probe aufs Exempel bei Deutschland, wo ein gleichartiges Experiment damit endete, dass rund ein Drittel aller Motorfahrzeuge aus dem Verkehr genommen wurde. Per saldo: keine Mehreinnahmen aus den Benzinzöllen, dafür Verminderung des Ertrages der Autosteuern um 50 Millionen und 160 000 Arbeitslose in der Automobilindustrie. Es hat noch immer seine Richtigkeit mit dem Wort: qui trop embrasse, mal etreint. Mag sich das unsere Landwirtschaft gesagt sein lassen. Der schweizerische Automobilist hat, dank dem neuen Gesetz über den Verkehr mit Motorfahrzeugen, gerade genug an Steuern; auch der Benzänzoll deckt seinen Bedarf an fiskalischen Abgaben vollauf. Um so empfindlicher aber zeigen sich Ausländer in punkto Benzinpreis bei uns. Was für ein eminentes Interesse der Staat daran hat, sich den internationalen Automobilverkehr zu erhalten, mag aus dem oben Gesagten hervorgehen. Die enge Verbundenheit unserer Hotelindustrie mit der Sache des Autos liegt klar auf der Hand. Unser Gastgewerbe hat getan, was in seiner Kraft lag, um seine Preise denjenigen anderer Länder anzugleichen. Unter diesen Verhältnissen ist es doch wohl das mindeste, was man erwarten darf, dass der Staat diesen Bemühungen zur Erhaltung < der- Konkurrenzfähigkeit unseres Gastgewerbes nicht durch Verwirklichung des bäuerlichen Postulates in den Rücken schiesst. Beim Stand des Schweizer Frankens ist die Lockung für den ausländischen Automobilisten ohnehin gross, seine Reisen nach denjenigen Staaten zu unternehmen, deren Valuta für ihn günstiger liegt. Und diese Versuchung müsste durch Steigerung der Benzinpreise willkommene Nahrung finden. Des Liedes Ende wäre unausweichlich die Isolierung der Schweiz in den Belangen des internationalen Autoverkehrs, gleichbedeutend mit einer Verödung unserer Hotels. Wer dann jedoch über die Klinge springen müsste, das wäre — der Bauer. Bundespräsident Schulthess hat in seiner Eröffnungsrede am Comptoir Suisse in Lausanne den Ausspruch getan, « dass wir auf dem beschrittenen Wege weiter gehen und unsere wirtschaftlichen Interessen gegenüber dem Ausland, insbesondere diejenigen des Fremdenverkehrs, mit aller Energie wahrzunehmen » verstehen werden. Eine der grössten Gefahren, welche unserem Lande im Fremdenverkehr droht, ist aber bei uns selbst zu Hause: der in blinder Verkennung der Realitäten erhobene Ruf der Landwirtschaft nach Erhöhung der Benzinzölle. Caveant consules t '-"*>• «Ich weiss! Sie gehen aus, Professore?» «Um nicht wieder zurückzukehren, Signore Farnaglia!» «Sie halten die Situation für gefährlich?» «Das ist sie immer. Ob sie seit gestern gefährlicher geworden ist, weiss ich nicht. Aber eben weil ich das nicht weiss, ziehe ich es vor, ein wenig nach Neapel zu fahren und Gelegenheit zu einem Ausflug nach Griechenland zu suchen. Gott befohlen, Signore Farnaglia! Ich rechne, Sie werden auch nicht mehr lange im Albergo Michele wohnen!» «Kaum! Leben Sie wohl, Professore!» Die beiden reichten einander die Hand, dann bog der Grieche in eine Seitengasse ein und verschwand. Eberhard begab sich zu Signore Falieri. Der Spaniole empfing ihn keineswegs besonders freundlich. «Es ist gefährlich, Signore Farnaglia, mich untertags aufzusuchen! Ich glaube, Ihnen das schon gesagt zu haben. Ich weiss natürlich, warum Sie kommen! Dieser dumme Kerl! Sich ein Loch in den Kopf zu schiessen! Hat er nicht warten können, bis ihm das andere Leute besorgten? Ich sage Ihnen, Signore Farnaglia, die Dummheit der Menschen ist entsetzlich. Sie etwas Näheres über den Fall?> «Nur die Tatsache, dass er tot ist.» Wissen «Die weiss ich seit zwei Stunden auch.' Aber ob man etwas bei ihm gefunden hat?» Eberhard schüttelte den Kopf. «Wenn ich das wüsste, wäre ich vielleicht gar nicht erst noch zu Ihnen gekommen, Signore Falieri!» «Ach? Sie denken daran — na ja! Es ist selbstverständlich gescheiter, auszureissen, als zu warten, bis einem der Kopf in der Schlinge steckt. Ich wollte, ich könnte Ihnen nächstens eine Ansichtskarte aus Athen schicken! Aber ich kann leider nicht weg. Das verdammte Geschäft! Also: Sie wollen uns verlassen, Signore Farnaglia? Und wünschen vorher noch rasch einiges zu ordnen, nicht wahr? In erster Linie brauchen Sie Geld!» «Nein. Wenn ich die Schweiz erreiche, wende ich mich an Herrn Blümlein. Wenn nicht — dann brauche ich natürlich erst recht kein G»,ld. Aber ich brauche etwas anderes. Ich habe hier meinen Pass und den. Pass von Fräulein Farere, die mit mir abreist.» Der Spaniole pfiff durch die Zähne. «Ich dachte mir etwas Aehnliches!» Eberhard überhörte diese Zwischenbemerkung. «Diese Pässe brauchen das Visum der schweizerischen Gesandtschaft!» «Können Sie in zehn Minuten haben!» «Das echte Visum?» «Sie haben Glück. Der Mann, der sich auf diese Dinge versteht, ist augenblicklich bei mir. — Und sonst?» «Brauche ich eine Abmeldebestätigung meines Polizeireviers?» «Ja. Auch die werden Sie in der gleichen Zeit erhalten. Vielleicht auch noch ein Kursbuch gefällig?» «Ich glaube, Sie wissen im Fahrplan ohnedies Bescheid, wenigstens, -soweit er für mich in Betracht kommt.» «Ja. Sie können mit dem Schnellzug um 11 Uhr 30 fahren, wenn Sie sich beeilen. Aber ich möchte Sie fragen: halten Sie es für geschickt, mit Ihren bisherigen Pässen wegzufahren? Sie als brasilianischer Farmer und die Dame als Fräulein Mercedes Farere? Ich muss sagen, ich hätte an Ihrer Stelle gewisse Bedenken und würde meine augenblicklich vielleicht schon allzu bekannten Personalien wechseln. Die zu einem Inkognito erforderlichen Pässe machen keine besondere Schwierigkeit!» Eberhard dachte einen Augenblick nach. «Hat der Oberst sein Geheimnis mit in den Tod genommen,» sagte er schliesslich, «so reisen wir auf unseren bisherigen Pässen jedenfalls so sicher als auf anderen, die vielleicht doch nicht so absolut in Ordnung sind. Sind wir aber verraten, so nutzen uns neue Pässe und neue Personalien auch nichts mehr, denn wir werden nicht einmal den römischen Bahnhof, geschweige denn gar die Grenze Italiens erreichen.» «Wie Sie wollen.» Signore Falieri erhob, seine schwere Persönlichkeit und verschwand mit den beiden Pässen einen Augenblick hinter einer Tapetentür. «Also: zehn Minuten Geduld, Signore Farnaglia! Ich glaube, auf der Gesandtschaft müssten Sie länger warten, und bei uns brauchen Sie zudem keine Gebühren zu bezahlen. Sie gestatten, 'dass ich unterdessen ein wenig telephoniere!» Ef nahm den Hörer des Tischtelephons- ! ab* nannte eine Nummer und führte ein- italieni* sches Gespräch mit einem offenbar befreun* deten Partner. Es war viel von der Firma» die Rede, die soeben Pleite gemacht hatte; und von der Falieri wissen wollte, wie gross die Passiven seien. Er vernahm, sie seiet! keineswegs bedeutend, bedankte sich und' hängte den Hörer wieder ein. : «Sie hörten, Signore Farnaglia?» «Gewiss. Sie haben sehr beruhigende Nachrichten erhalten.» Der Spaniole lächelte. «Allerdings. Ich glaube, Sie könnten sogar hier bleiben, ohne unter den Passiven der falliten Firma zu, leiden!» «Ich wäre auf alle Fälle von hier weggegangen— es ist augenblicklich nichts Be-r sonderes für mich zu tun.» • - - •••:•' (Fortsetzung im «Autler-Feierabend*>), i

8« - 1933 ÄÜTOMÖBK-REVUE Di« vier Schweizermeister 1933 (von links nach, rechts): der Meister der Toarenwagen, H. Güfeolin auf Plymouth, der Sportwagen-Meister J. G. Godeffroy (Bugatti). der Meister der kleinen Renniwagenklasse H. Kessler auf Amücar und der Schweiz. Rennwagenmeister 1933; H. Maag auf Bugatti. Die Rennstrecke bietet mit Ausnahme der mehr recht erfolgreich abgeschlossen und teur einen umso befriedigenderen Schlusspunkt hinter seine diesjährigen Rennen, als Bestzeit der Kategorie mit einem Mittel auf- Weg als der schnellere erwies und damit die. wenigen, etwas spitzeren Kurven, die aber kann mit dem Klassenersten und der neaien vorzüglich ausgebaut sind, keinerlei Schwierigkeiten, und so wurde denn an Tempo zu- konnte, sehr wohl zufrieden sein. Die Mei- Kategorie zufiel. Seine ausgeglichene Fahr- hätte. Wohl der aussichtsreichste Schweizer Kategoriebestzeit, die er für sich buchen ihm auch unbestritten die Meisterschaft der stellte, das man kaum für möglich gehalten gelegt, was die Maschinen nur hergeben wollten. Glücklicherweise ging es dabei mit eini- bringen, denn einmal besitzt er die Auszeich- allem Anfang an verfolgt hatte. Am Training sterschaft dürfte ihm keine grauen Haare weise und die Beharrlichkeit im Soort haben war Hörning, den aber das Miss#eschick von gen kleineren Materialschäden ab, wobei nung schon und weiter bleibt sie ja mit Gübelin— was den Wagen anbetrifft — mehr Nacht noch geschweisst wurde, dann erwies kam es zu einem Zylinderriss, der in der Castelbarcos Maserati mit einer gekrümmten Achse noch am meisten litt. Kessler stellte oder weniger im der Familie. Zudem hat es sich, dass nicht die richtigen Düsen für nach dem Rennen einen Defekt an seinem Zwimpfer für die Kategorie der Tourenwagen dem ausländischen Ansturm Stand zu dass ständige Störungen in der Brennstoff- das Rennen verwendet worden waren, so Kompressor fest und musste fast noch bis in den Sonntag hinein mit seinem Mechaniker halten vermocht und damit den einzigen zufuhr das gewollte Tempo einfach verunmöglichten. Eilarbeit leisten, um doch für den Austrag Kategorierekord für unsere Farben gesichert. bereit zu sein. In anderen Boxen wurden Als dritte Damenfahrerin schloss Frau noch Uebersetzungen und Düsen ausgewechselt, Pneus erneuert, Brennstoffe gemixt, kurz, es war allerorts der übliche Betrieb, der Fahrer und hauptsächlich Mechaniker bis aufs äusserste beansprucht Das Rennen. Da hatte Signor Zwahlen seinen grossen Tag! Er war schon in der Vorwoche allgegenwärtig und half überall aus, wo es v4 Äötig war. Es war keine Kleinigkeit, nach der mehrjährigen Pause die vielseitige Organisation wieder in Funktion zu setzen und so gab es bis zuletzt alle Hände voll zu tun. Strahlender Sonnenschein eröffnete den Tag und in Scharen zog es Einheimische und Einen neuen {rossen Sieg erkämpfte 0. Z w i m p - fer auf Chrysler, indem er einen neuen Rekord der Tourenwagen aufstellte und sich auch auf dem Kilometer lance als der Schnellste erwies. Fremde an die günstigen Aussichtspunkte längs der Strecke. Die Tessiner erwiesen sich als ein überaus sportverständiges und vor allem sportfreundliches Volk, das mit südlichem Elan die Kunst der Fahrer mit Beifall und ermunternden Zurufen begleitete. Dazu erfreute sich das Rennen eines geradezu schmeichelhaften Interesses von seiten internationalen Publikums und Grossen des Rennsportes. So waren Graf Lurani, Brivio, Nazzaro und andere bekannte italienische Sportsleute erschienen. Sogar Ferrari, der Chef des berühmten Rennstalles, war anwesend, und die italienische Presse brillierte mit Autoritäten wie Canestrini. Natürlich waren auch die einheimischen Clubs zahlreich vertreten, und Dr. Mende selbst machte die Honneurs für das Zentralkomitee. Die Tourenwagen. Wie zu erwarten war, schwang in der weitaus am besten besetzten Klasse der 3-5 Liter, der Zürcher H. Gübelin auf Plymouth, obenauf. Mit diesem Sieg entschied er auch die Meisterschaft für sich, indem es seinem schärfsten Rivalen bei der geltenden Berechnung einfach unmöglich war. eine derart grosse Zeitdifferenz herauszuschinden, um das Zünglein an der Wage für sich entscheiden zu lassen. Einen glänzenden Achtungserfolg erzielte Frl. Ortelli, die mit einem älteren Chrysler « 70 > trotz der izahlreichen Konkurrenz den zweiten Platz belegen konnte und im Kilometer eine geradezu erstaunliche Zeit erzielte. Wenn diese Amazone auch erst ihr zweites Autorennen fährt, so verfügt sie doch bereits über eine mehrjährige Routin© im Rennsport, ist sie doch von mancher Motorradkonkurrenz her bekannt, wo sie eine stattliche Liste an Klassensiegen verzeichnete. Es wäre erfreulich, wenn wir nächstes Jahr für die ganze Saison mit dieser qualifizierten Damenfahrerin rechnen könnten. H. Riva klassierte sich auf Ford mit beachtlicher Zeit als erster Amateur. 0. Zwimpfer hat die Saison einmal Di© .Sportwagen. Hier ergaben sich die meisten Ausfälle, indem von den 21 Gemeldeten nur 12 das Rennen bestritten. A. Frey brauchte sich in der kleinsten Klasse nicht mit seinen beiden Markenkollegen zu messen, da diese forfait erklärt hatten. Seine Zeit ist nichtsdestoweniger für einen Kleinwagen eine erstaunliche Leistung. Der Erfolg wird ihn um so mehr gefreut haben, als der Wagen eigentlich ein Produkt seiner Freizeit-Bastelei ist Das Chassis wurde von Frey selber karossiert und auch mit allem Zubehör versehen» Eine Ueberraschung brachte Frl. Peduzzi, indem sie ihre beiden Klassenkonkurrenten Buzio und Alfieri auf die hinteren Plätze verwies und sie dazu noch tüchtig distanzierte. Sie gewann damit auch den für die beste Damenzeit ausgesetzten Preis, den sie sich redlich und mit Bravour verdient hatte. C, Godeffroy, ein in Bern ansässiger deutscher Herrenfahrer, setzte mit seinem Sieg als Ama- Das Mitglied der «Scuderia Ferrari » Graf Trossi auf Alfa Romeo-Monoposto, wurde Gesamtsieger am Ceneri. ihm zwar keine sensationellen Erfolge im Laufe des Sommers, dafür aber immerhin eine Auszeichnung gebracht, die eben nur einmal zu vergeben ist Marinoni ein Vertreter der Scuderia, hat sich mit einem Alfa 2,6 Liter als sicherer Pilot ausgewiesen. Nach einer blitzartigen Fahrt über den Kilometer brachte er auch die Bergstrecke in sauberem Stil hinter sich und erreichte als Erster eine Zeit, die unter fünf Minuten blieb. Immerhin konnte er gegen Bonetta nicht aufkommen, der sich auf dem ganzen inerva Service Am 1. Oktober eröffnet die Schweizer Fabrik-Filiale der Minerva-Werke, Antwerpen eine neue Reparatur-Werkstatt (ca. 1000 m* Parterre-iRäumlichkeiten) mit Original-Ersatzteillaser an der Badenerstrasse 330 in Zürich Telephon 59.372 wo den Minerva - Besitzern der beste Kundendienst durch Minerva- Spezialisten mit Minerva - Spezialwerkzeug gesichert wird. inerva SCHWEIZER FABRIK-NIEDERLAGE IN ZÜRICH Bureau und Ausstellung — Utoquai 29 — Telephon 27.083 Service und Ersatzteile: Badenerstrasse 330 - Telephon 59.372 Gradewitz die Kategorie ab. Man musste sich nur wundern, wie sie es fertig brachte, ihren schweren und langen Mercedes über die Strecke zu bringen. Ihre Zeit stellt mit dem Mittel von 95 km immerhin eine anerkennenswerte Leistung dar. Die Rennwagen. In der Gruppe der Kleinwagen schien es, als ob Dr. Karrer, der nach längerer Pause wieder aktiv an Rennen mitmacht, dem Zürcher H. Kessler recht gefährlich werden könnte. Auf alle Fälle zeigte der von ihm gesteuerte Maserati-Monoposto eine erstaunliche Wendigkeit in den Kurven und Hess auch punkto Tempo nichts zu wünschen übrig. Ein Getriebedefekt machte aber nach der Kilometerstrecke dem Rennen ein verfrühtes Ende, was Dr. Karrer um so mehr enttäuschte, als dies in seiner vieljährigen Karriere als Rennfahrer die erste Veranstaltung war, in welcher er seinen Wagen nicht zum Ziel brachte. H. Kessler Hess sich durch die Trainingsresultate keineswegs aus der Fassung bringen. Er legte höchstens noch zu, was sein getreuer Amilcar überhaupt noch zuliess, so dass er mit schönem Vorsprung als Klassenbester landete und die Meisterschaft mit der maximalen Punktzahl abschloss. Castelbarco blieb ebenso sicherer Sieger der folgenden Klasse, dem sein Markenkollege C. Pedrazzini einen weiteren eindrucksvollen Erfolg für Maserati bei den 2-Liter-Maschinen folgen Hess. Der junge Tessiner Sportmann fuhr dazu noch die zweitbeste Tageszeit, ein Resultat, das um so höher zu werten ist, als es an qualifizierter Konkurrenz keineswegs fehlte und Pedrazzini zudem studienhalber den Rennsport seit Jahresfrist nicht mehr aktiv betrieben hatte. Die Freude im Lager seiner engeren Landsleute war daher berechtigt und allgemein. Minozzi, der einen Bugatti älteren Datums fuhr, hat gezeigt, was ein Fahrer von Klasse auch mit einer bescheideneren Ma-' schine zu leisten vermag. Er lief als guter Zweiter ein. Maag, der sich dieses Jahr als der erfolgreichste der jüngeren Generation auswies, musste leider die Saison mit einer Enttäuschung abschliessen. Unmittelbar vor dem Start konnte er noch feststellen, dass eine Dichtung des Kompressors defekt geworden war, und in fiebernder Eile wurde das Unmögliche versucht, um den Schaden zu beheben. Obwohl dies keineswegs gelang, Hess sich Maag nicht vom Start abhalten und hat das Rennen in echtem Sportgeist, auch ohne grosse Aussicht auf Sieg oder Platz, bestritten. Das Resultat ist, den Umständen angemessen, noch immer ein vorzügliches, und wenn es diesmal auch nicht zum Siege reichte, so sind doch seine Chancen pro 1934 keine geringeren. Im übrigen darf er auch so auf seine Meisterschaft stolz sein, die ihm mit diesem Rennen zufiel. Die Trainingsergebnisse behielten dagegen in der letzten Klasse wieder recht. Trossi erwies sich hier als der schnellste Mann, der auch die Tagesbestzeit mit dem Kategorien- Rekord zu verbinden vermochte. Nicht, dass die Maschine allein den Ausschlag gegeben hätte, denn Graf Trossi hat schon in Rennen von internationalem Format seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Dagegen hatte Stuber Pech, indem er nach besonders eindrücklicher Fahrt auf der Kilometer-Piste, wo er das höchste Stundenmittel des Tages erreichte, das entsprechende Tempo auf der Bergstrecke nicht mehr beibehalten konnte, da er rechtzeitig noch das mangelhafte Funktionieren seiner Bremsen feststellte, was ihn zu gewisser Vorsicht und entsprechender