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E_1933_Zeitung_Nr.086

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 8« „Ecke des guten Beispiels " Gurten-Bier. In der Ecke des guten Beispiels darf füglich einmal etwas über *Gurten-Bier* gesagt werden, nicht dass etwa eine Reklame über diesen kühlen Trunk steigen soll; es lässt sich über Gurten-Bier an dieser Stelle auch sonst etwas recht Nettes sagen. Im weitesten Umkreis der Bundesstadt kennt jeder Autler die grünen Wagen der Gurten-Bierbrauerei mit und ohne Anhänger. Ich begegne ihnen auf meinen täglichen Fahrten vielfach und habe stets Freude an denselben. Achten Sie einmal, wie sie hübsch auf der rechten Strassenhälfte fahren, wie sie die Kurven vorbildlich nehmen, wie rasch sie Platz machen, wenn man ihnen das Zeichen zum Vorfahren gibt. Ich habe kürzlich einen getroffen, der eitler Militär-Kolonne geradezu mustergültig vorgefahren ist. Kurz und gut, ein grüner Wagen mit der Aufschrift *Gurten-Bier» ist nach meinem Dafürhalten stets als gutes Beispiel im Strassenverkehr zu werten, das verdient einmal öffentlich gesagt zu werden. Ich selbst fühle mich verpflichtet, diese Genilemanhaltung der *Gurtenbier-Fahrer* ganz privatim dadurch anzuerkennen, dass ich dem am Gurten gebrauten Tropfen von Zeit zu Zeit Bescheid tue durch einen kräftigen, erfrischenden Schluck! R. Die Veröffentlichung: dieses «guten Beispiels », um das uns ein Leser des « Autler- Feierabends » gebeten hat, möchten wir mit dem ersten Hinweis auf unsere «Ecke» verbinden, in der auch im kommenden Winter wieder alle guten Taten der Landstrasse verewigt werden sollen. Wir bitten deshalb jetzt schon alle Leser, sich an Fälle zu erinnern, die ihnen lobenswert scheinen, und die kurzen Schilderungen darüber uns einzusenden. Jeder arbeitet damit indirekt, mehr als er glaubt, an der Erziehung der Strassenbenützer mit. Die Red. Es ist schön, noch einmal sich in diesem Anfang zu spiegeln, mit der Freude als Ziel, der Landschaft inskünftig noch näher zu sein als zuvor. Baumfreie Landschaft und Wald, Berg, Ebene und Tal, die ganze Naturszenerie in ihrem ständigen. Wechsel der täglichen Belichtung und des Jahreszeitenablaufes, See und Fluss und Bach, Brücke und Teich, Feld, Hügel und Acker, Ernte und Blust, Schnee und Wind, Sterne und Mond, Wind und Eis, mit einem garantiert echt handgeknüpft Wort, diese Freiheit nach eigener Wahl, nach eigenem Fahrplan, nach eigenem Geleise, diese Ungebundenheit, dieses Schweifen in die Ferne, diese Flucht aus der Nähe, dieser Wiegegang inmitten eines Schimmerns, das jung und fröhlich und leicht macht. Wenn ich einen Anfänger zusehen eines Lehrers durch die Strassen kriechen sehe, übermässig hupend, übermässig aufmerksam äugend, dann muss ich immer an meine eigenen Greenhornleistungen am Volant denken, vom Gold der Erinnerungen heute mild verklärt, einst vom Spuk des Unvermögens bedrängt, wie vor der gespenstischen Hexerei des Einmaleins am ersten Schultag. Mittelalterliches. In Griechenland ereignete sich ein Vorfall, der in seiner Schauerlichkeit gleich packend wie interessant ist, da er geschichtliche Ueberlieferungen von grausamen Bestrafungen bestätigt. Auf einem adeligen Out in Thessalien lag mitten im Walde ein landschaftlich prächtiger, überhängender Felsblock, der mit Moos und niederem Farn bewachsen, einen schönen Ausblick auf das breite, waldige Tal gewährte und aus diesem Grunde von dem Gutsbesitzer als Aufenthaltsort sehr bevorzugt wurde. Nun veranstaltete man ein Picknick und hatte beschlossen, es auf diesem Felsen abzuhalten. Man fuhr hinaus, breitete d'ie Decken und darauf die Speisen aus und begann mit der Mahlzeit. Plötzlich verspürten einige unter sich eine Bewegung. Ehe jedoch die Warnung, sich zurückzuziehen, befolgt werden konnte, löste sich der Stein und stürzte mit der 18köpfigen Gesellschaft ungefähr 20 Meter tief ins Tal hinab. Ausser einigen leichten Verletzungen hatte der Zwischenfall keinerlei ernste Folgen. Nachdem man sich einigermassen erholt hatte, der erste Schock überwunden war und man daran ging, die Ursache des Unglücksfalles zu untersuchen, begab man sich, nachdem der Gastgeber zu seinem Erstaunen bereits konstatiert hatte, dass der abgestürzte vermeintliche Felsen ein künstlich mit Mörtel zusammengehaltener Mauerrest war, an die Bruchstelle. Von oben vermochte man nichts zu sehen, während sich vom Tal aus eine etwa zwei Meter unter-, halb des oberen Bodenniveaus befindliche,- nicht allzu tiefe Höhle ausnehmen Hess. Der Gutsbesitzer liess sich hinabseilen und fand seine Beobachtung bestätigt. Mitten im Fel- aber dennoch zu Preisen, die man gewöhnlich für die leichte Ware bezahlen muss Der Tagesfilm Eine packende Aufnahme einer interessanten Szene von einem Bergrennen. Rasend fliegt die Maschine in die Kurve — lähmende Spannung bannt die Zuschauer Zahlreiche solcher ausseist interessanter Renn-BUder enthält die neue Sports nummer der « Illustrierten Automobil-Revue». sen gähnte eine Höhle, in deren Hintergrund ein in graues, wohlerhaltenes Leinen gekletdetes Skelett lehnte. Es handelte sich um einen weiblichen Leichnam. Die verkrampften Hände waren mit Bastschnüren zusammengebunden, die Knochen mit der harten, braunen Totenhaut der Mumie überzogen. Als man den interessanten Fund mit Hilfe von Leitern zu bergen versuchte, zerfiel der Leichnam und bot später, nach der Rekonstruktion, nicht mehr das vollkommene Bild wie ehedem. Es handelt sich um die Auffindung einer vor Jahrhunderten durch Einmauerung bestraften Frau, eine grausame Todesstrafe, die bei Untreue und Hexenprozessen neben dem Tod auf dem Scheiterhaufen gebräuchlich war. Leider lässt sich durch das Fehlen jeglichen Anhaltspunktes der genaue Zeitpunkt des grässlichen nicht einmal annähernd be- Strafvollzuges stimmen. Dick macht alt! Machen Sie eine Entfettungskur mit Dr. Weinreich's Schlankheit*-Tee Leobai Er entfernt das überschüssige Fett und verhindert neuen Fettansatz. Zugleich bewahrte Blutreinigung. Schachtel Fr. 4.25 und Fr. 8.-. Probe Fr. 1.50. Verlangen Sie nur «Leobai»- Tee, den altein echten. In allen Apotheken. Hersteller und Versand: Löwen-Apotheke. Basel. Kampf um Sekunden Der Stier von Cretnona. Cremona, die Geigenstadt, von der man bis jetzt nur weiss, dass sie die Heimat von Stradivari, Guarneri und Amati ist, war kürzlich der Schauplatz eines improvisierten Stiergefechtes. Ein Viehhändler hatte auf dem Markt nach langem Feilschen einen Stier erstanden und wollte nun das Tier zum Bahnhof führen. Auf dem Wege durch die Stadt kam ihnen unglücklicherweise ein rotlackiertes Auto entgegen. Die Farbe brachte den jungen Stier derartig in Wut, dass er sich losriss und wie toll durch die Strassen Cremonas zu laufen begann. Der Hörner voran, den Kopf gesenkt, mit blutunterlaufenen Augen, stürmte er vorwärts und war so die Ursache, dass die Bevölkerung der Stadt panikartik vor dem Stier floh. Kinder und Frauen stoben entsetzt auseinander, man hörte verzweifeltes Schreien, bis endlich ein Bauer namens Cerutti sich auf die rasende Bestie stürzte. Der Stier erwischte ihn aber mit den Hörnern, schleuderte ihn in die Luft, so dass der Unglückliche bewusstlos auf den Boden zu liegen kam. Schildwachen transportierten den Unglücklichen in das nächste Krankenhaus, wo er aber kurze Zeit darauf seinen Verletzungen erlag. Der Stier hingegen raste weiter, warf einen Lastwagen um und hätte auch fast ein Automobil zertrümmert, das aber doch noch heil davonkam. Nun lief das wütende Tier in eine Autogarage und in diesem Augenblick kamen zwei berittene Karabinieri mit geladenen Gewehren hinzu. Einer der Polizisten gab einen Schreckschuss in die Wand der Garage und zwei auf den Stier selbst ab. Ein Streifschuss traf den Stier, die andere Kugel verfehlte ihr Ziel und traf einen Automechaniker, der eine leichte Armverletzung erlitt. Der Stier wurde durch d''e Schüsse nicht ruhiger, er tobte im Gegenteil nur noch mehr. Er rannte blindlings mit den Hörnern gegen die Wand der Remise an und hätte auch da Schaden angestiftet, wenn es nicht endlich gelungen wäre, das rasende Tier durch vier wohlgezielte Gewehrkugeln zur Strecke zu bringen. 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N»8« - 1933 AlfTOMOBIL-REVUC 15 EDIEIDQ ÖD«« Interview mit dem berühmten Modeschöpfer. Paul Poiret gilt bekanntlich als Herrscher Röcke wurden kürzer und im Reiche der Mode. Sein Wort gilt bei geradezu grotesk wirkten • den Frauen, seine Schöpfungen sind tonangebend. Es mag deshalb interessieren, folgenden Auszug aus einem Interview mit Poiret in der «Prager Presse » zu lesen. Darin führt der berühmte Pariser aus: «Die Mode wird in Paris kreiert...» Diese Worte kann, man häufig sagen hören. Ich möchte nicht behaupten, dass sie auf Richtigkeit beruhen. Die Entstehung der Mode durchläuft einen sonderbaren, nicht immer ganz normalen Weg... Die Krinoline erblickte das Licht deT Welt, Schöne als Prinzessin Eugenie ein Kleid zu tragen wünschte, das ihre matronenhafte Fülle verbergen sollte. König Eduard pflegte in der Eile den untersten Westenknopf offen zu lassen — und diese kleine Gewohnheit wurde bald zur Mode. Betrachten wir einmal den Schnitt der Aufschläge der Herrenröcke! Es ist ein Ueberbleibsel aus der Zeit Napoleons, wo die Revers ihm zu Ehren den Buchstaben N darstellen sollten. Heute bilden sie kein N mehr, ihr ursprünglicher Zweck ist vergessen, doch die Mode besteht fort. Die Statuen der alten Griechen zeigen Frauen mit fliessenden Gewändern. Der Faltenwurf rührt davon her, dass die Frauen ihre Kleider, wenn sie sie gewaschen und trocken gerungen hatten, ungeplättet anlegten, wodurch der Stoff in üppigen Falten herabrieselte. In unseren Tagen ist die Mode in den Zustand einer teilweisen Lethargie verfallen. Alles was man anzieht ist einfach. Schnitt *nd Machart sind wohl kunstgerecht und Kleidsam, doch es mangelt an der Aufmerksamkeit für ornamentale Details. Das liegt an der Tatsache, dass Amerika Paris viele Jahrzehnte hindurch in Dingen der Mode fÜT tonangebend gehalten hat. Die amerikanischen Modeschöpfer kamen regelmässig nach Paris, um sich zu inspirieren. Sie kehrten zurück und brachten die Kopien heraus. Da sie aber nicht über den Schick und die Fertigkeit der Pariser verfügten, kamen die letzten Pointen und Feinheiten der Modelle nicht richtig zur Geltung. Dessen waren sie sich bewusst und stellten auf Grund dessen die Forderung nach Einfachheit auf. Paris müsse in Betracht ziehen, dass die Modelle leicht kopierbar sein sollten. Das also ist der Orund, warum selbst die glänzendsten Modeschöpfungen jeglicher Details und Ornamentationen entbehren. Das spricht deutlich dafür, dass die Mode an sich etwas ganz Exklusives, ja geradezu Unantastbares ist. Meiner Ansicht nach verhält es sich mit ihr wie mit einer alternden Frau: zuweilen ein wenig närrisch und voller Widersprüche, dann wieder mit einemmal kerngesund. Die Mode ist nun mal ein klein wenig verrückt und abwechslungsbedürftig. Es gibt Leute, die sie für irrsinnig halten, doch alle Welt ist sich darüber einig, dass sie niemals gefährlich werden kann. Immer wieder schlägt die Mode den Weg zur Exzentrizität ein. Wenn es sich dann herausstellt, dass es nicht mehr weiter geht, gefällt sie sich plötzlich in Natürlichkeit. Die F. Spitz&artn-Grieb, zurien 8 Feldeggstrasse 58 — Telephon 27.464 SILBERSCHMIED den englischen Modezeichnern, nach Paris. Hier fand er alle künstlerischen Anregungen, deren er bedurfte. Paris wurde zum Mittelpunkt der Mode sowohl in künstlerischer, als auch kommerzieller Hinsicht. Seit damals ist Paris immer empfänglicher für neue Errungenschaften geworden. Die Tradition hat es zu der Stadt der schönsten Modeschöpfungen gemacht kürzer, bis sie Ich muss gestehen, dass ich mich mit der und einen Au- Generallinie der gegenwärtigen Mode nicht einverstanden erklären kann. Ich ziehe es sindäusserst unangenehm Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen. Magenkrampf. Debelkeit. Erbrechen. Magendröcken. Sodbrennen Blähungen, Aufstossen übelriechenden Atem. 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Dann kam Worth, der berühmteste unter Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Für Autofahrer das ideale Hotel. 3 Minuten vom Stadt-Zentrum. Eigene, Telephon 19.21 I i*htan*tmltt Schöne« Lofcai pnma Kellet. LICRlcllSlClg Eigene Molkerei. Es empfiehlt sieb höflich J. Mlhllin T. C. S. vor, die Frauen in phantasievollen Toiletten zu sehen. In unsern Tagen ist jedermann bekümmert und die Frauen sollen die Kümmernisse ihrer Tage nicht verkörpern. Es gibt Frauen, welche die ganze Woche hindurch Pullowers und Mützen tragen. Das schliesst natürlich alle Abwechslung aus und ist gar nicht interessant. Meiner Ansicht nach ist der moderne Faktor für die Richtlinie der Modelle eine gewisse Anpassung. Der Effekt ist nicht immer gut. Gegenwärtig bildet das höchste Schönheitsideal der Greta-Garbo-Typus und selbst jene Frauen, die dem berühmten Star nicht im entferntesten vergleichen, versuchen, ihre tadellos gearbeiteten Toiletten nachzuahmen. Aber wie dem auch sei. der Film bietet den Frauen aller Klassen Gelegenheit, die verschiedenen Variationen der Mode kennen zu lernen. Tourismus Fahrten durch Schweden * IV. Oalarna (Dalekarlien). Für den Touristen bietet das mittlere Dalekar- Die Landstrassen, in Dalekarlien sind durchwegs üen das grössete Interesse, so die reizvolle Landgut. Sie wurden in den letzten Jahren auf vielen schaft um den Siljansee (290 qkm), der mit seinen Strecken umgebaut und erneuert, um dem immer anmutigen Ufern und Dörfern viele Tausende von lebhafteren Automobilverkehr gerecht zu werden, Besuchern heranlockt. In den grossen Kirchsprenso dass Dalekarlien heute ein ideales Gebiet für den sein um den Siljansee haben die Dalekarlier am Autotouristen darstellt. In allen grösseren Ortschaf- meisten von der Kultur ihrer Väter bewahrt. Von ten kann man auch Autos für kürzere oder längere dea vielen Aussichtspunkten, die rings um den See Fahrten mieten. Die reichsten Gelegenheiten zu ab- aufgesucht werden, gewinnt man immer neue Einwechslungsvollen Ausflügen und Rundfahrten sind drücke. vorhanden, an welchem Ort man sich auch befinden Die bedeutendsten Orte um den Siljansee sind mag. Leksand im Süden, Rättvik im Osten, Mora Die Landbevölkerung hält vielfach immer noch im Norden und Orsa am Orsasee, der mit dem an ihren alten, farbenfrohen Nationaltrachten fest. Siljan- und dem Insjönsee ein zusammenhängendes Besonders Sonntags versammeln sich noch in zahl- Wassersystem bildet, das einen durchgehenden reichen Ortschaften Frauen und Männer in der Dampferverkehr ermöglicht. Kirche in ihren alten, heimatlichen Trachten, die Leksand, ein grosses Kirchdorf und wichtiger für jede Gemeinde verschiedenartig sjnd, Marktflecken am Ausfluss des Oestra Dalälven aus In ganz Schweden, aber vor allem in Dalekarlien, dem Siljansee, ist im Sommer und Winter einer von ist der Mittsommerabend, der 23. Juni, einer' der Dalekarliens bedeutendsten Touristenorten. Hübsch grössten Festtage des Jahres. Beinahe jedes Dorf ist seine Kirche und sein Gerichtsgebäude (Tingshat dann seinen mit Ringen und Girlanden ge- hus), und auf dem Wege nach Insjön streift man schmückten Maibaum, um den die Bevölkerung in das schöngelegene Sätergläntan, das eine von ihren malerischen Trachten zur Handharmonika Ausländern sehr besuchte Webschule besitzt, und Geige die helle, nordische Sommernacht durch- Eine schöne Landstrasse führt von Leksand nordtanzt. Dieses Fest, in das auch der Fremde mit wärts dem See entlang nach Tällberg, wo man hineingewirbelt wird, bleibt als eine der seltsamsten das Gehöft Holen des Künstlers Gustaf Ankarcrona und schönsten Erinnerungen für immer zurück. besichtigen sollte. Eine prachtvolle Aussicht geniesst In Dalekarlien hat man wie nirgends sonst in man vom Waldtura des Dorfes Plintsberg oberhalb Schweden Gelegenheit, die tausendjährige Entwick- Tällberg. Rättvik, das man 15 Kilometer nordlung schwedischer Kultur kennenzulernen. Das östlich erreicht, ist im Winter wie im Sommer von häusliche Kunsthandwerk steht auf hoher Stufe; Ausländern sehr besucht. Die Kirche liegt malebis auf den heutigen Tag sind Muster aus dem Mit- risch auf einer kleinen Halbinsel des Siljansee?, telalter, ja aus der Zeit der Wikinger im Gebrauch, wo sich auch zahlreiche kleine Stallungen für die Dalekarliens Wirtschaftsleben bietet glänzende Pferde der Kirchenbesucher befinden. Ein Besuch Beispiele der- hauptsächlichsten Industrien Schwe- des Rättviker Altgehöft (Heimatmuseum) ist ebendens, des Bergbaues und des Forstbetriebes. Einige falls empfehlenswert. der dalekarlischen Eisenhütten und Holzveredlungs- yji e Rückfahrt nach Leksand wird am eindruckswerke gehören zu den grössten des Landes. Der voii s ten über Bergsäng ausgeführt, wo sich ein südliche und südöstliche Teil der Provinz ist das bezaubernd schöner Fernblick über das ganze Siljandichtbevölkerte Bergwerks- und Industriegebiet. tal öf {net . Weit im Nordwesten erblickt man den Um die älteste Grube Schwedens, die schon im charakteristischen Gesundaberg, der sich hinter der Jahre 1220 erwähnte Falu-Kupfergrube, wuchs die I nge ] Sollerön erhebt. Stadt F a 1 u n , Dalekarliens bedeutendste Stadt, üm eine der für Dalekarlien typischen Senneempor. So reich war der Ertrag der dalekarlischen rei(m 2U besuchen, eignet sich besonders ein Aus- Berge, dass man sie im ganzen Mittelalter und noch flug von Leksand nach dem Berg Skinnarasen, lange nachher die «Schatzkammer der Krone> südlich des Siljansees. Zuerst fährt man auf sehönannte, und bis zum heutigen Tage hat Dalekarlien . ner i, an dstrasse nach dem Dorf Skeberg (Auto einseinen Rang als Schwedens bedeutendstes Bergbau- stellen). Von dort führt ein Motorboot über den gebiet behauptet. Djursjönsee. Nach einer 2 km langen Wanderung *) 'Siehe auch No. 78, 80 und 82. auf dem Bergabhang jenseits des Sees erreicht man Hotel Müller Lugano-Castagnola Eine gute Küche zu oeseheldenen Preisen sie im, Speiserest, z. Traube TOGGEN A.C.S. T.C.S. bequeme Autoboxen beim Hause selbst. Besitzer: J. Müller Automobilisten sind gute Kunden Gewinnen Sie dieselben durch den Autier- Feierabend Herri. wocheuendaufenihalte. FrUhjahn- u Sommerkuren. Verpfleg, vor- '(1*1. u. billig. Prospekte b. Tpggentyurger • Verkehrs- Bureau in LiehtensMs. die Sennerei und geniesst von dort aus einen weiten Rundblick über das ganze Gebiet von den Gefilden Ostdalekarliens bis hinüber zu den westdalekarlischen Wäldern. Eine höchst eindrucksvolle grössere Rundfahrt, die landschaftlich einzigartige Gegenden berührt, ist die Fahrt, die zuerst nach Gagnef führt und von hier an der Djura-Kapelle vorbei nach K. o m - t i 11 m a 11 a, wo die Strasse nach Westen und Osten abzweigt. Man wähle die nach Westen, immer dem linken Ufer des Västra Dalälven entlang, so dass man an der Mockfjärder Kapelle vorbei (in deren Nähe ein grossartiges elektrisches Kraftwerk steht) in den Kirchsprengel Floda gelangt. In der Nähe der Kirche Floda liegen mehrere grosse Dörfer. Diese Gegend wird wegen ihrer idyllischen Schönheit die «Westdalekarlische Kornkammer genannt. Die lebhafte und zugängliche Bevölkerung trägt eine der farbenprächtigsten Nationaltrachten Dalekarliens. Weiter führt die Strasse nach Björbo und dann, sich dicht an alle Windungen des Västra Dalälvens anschliessend, nach, der Kirche von N a s , der Sage nach die älteste Siedelung in Westdalekarlien. Von Nas hat Selma Lagerlöf das Motiv ihrer auf Tatsachen beruhenden Erzählung geschöpft. Von hier leitet die Strasse nach Järna, einer ebenfalls uralten Siedelung und weiter über Vansbro, Malung und 0 e j e wieder nach dem Siljangebiet zurück, von wo aus man über Mora Rättvik und Leksand wieder erreicht. Der Marktflecken Mora auf dem fruchtbaren Flach- und Deltaland zwischen dem Orasee und dem Siljansee ist der Hauptort Ostdalekarliens. Im ganzen Siljantal ist der Moraer Kirchturm sichtbar. Das teilweise aus altertümlichen Gebäuden (darunter ein Feuerhaus aus dem frühen Mittelalter) bestehende Besitztum des 1920 gestorbenen, berühmten schwedischen Malers Anders Zorn ist unverändert erhalten geblieben. 0 r s a , an der nordöstlichen Spitze des Orsasees ist ein behäbiges Kirchdorf, das eine sehenswerte Kirche aus dem 14. Jahrhundert besitzt, die reiche Kalkmalereien aufweist. Der Kirchsprengel von Orsa hat in seinen ausgedehnten Waldungen einen Forstreichtum, der ihn zu einer der wohlhabendsten Gemeinden Schwedens macht, in der —• welch ein Paradies! — keine Gemeindesteuern erhoben werden. Das Gebiet um Orsa besitzt zahlreiche vorzügliche Landstrassen, selbst nach entlegenen Dörfern und Sennereien, von welch letzteren die Sennereien von F r y k s a s (14 km) gern besucht sind. Die naheliegende Höhe (503 Meter) ist mit ihren Fernblicken einer der schönsten Aussichtspunkte Dalekarliens. Be. Aus der Heimat Herbst im Thurgau. Es herbstelt stark. Rauchschwaden der Standenfeuer ziehen über die Aecker, und auf den Feldern warten bald nur noch Raben und Runkeln auf die Fahrt unter Dach und Fach. Die Blütenpracht des Frühlings hat sich, wenn auch nicht durchwegs im gewünschten Sinne, zum Obstsegen des Herbstes verwandelt, und wenn nicht alle Zeichen trügen, entwickelt sich auch in den Rebbergen, an den sonnigen Hängen ob der Thür bei Neunforn, Dietingen, Iselisberg, Karthause, Warth, Weiningen und weiter oben im Bachtobel und am Ottenberg gleich wie in den ausgedehnten Rebgefilden am lieblichen üntersee, ein guter Tropfen 33er! Die Trauben sind gereift. Die Traubenwachen sind aufgezogen. Nicht etwa, weil der geplagte Weinbauer sich schützen müsste vor Mitmenschen, die nicht wissen, was dein und mein ist — apropos, so etwas kommt im Thurgau nicht vor —r sondern hauptsächlich des gefiederten Volkes wegen. Die Stare, die zu Tausenden im Thurvorland nächtigen, schätzen die reifen Weintrauben ebenso sehr, wie der Spiesser den Schoppen. Daher der Mann nüt der Schrotflinte im Rebberg. Aber auch der sehwerfällige Dachs würde sich, wenn der Traubenhüter nicht wäre, am gedeckten Tisch des Herbstes einfinden, und nicht unbedeutend sind jeweilens die Spuren einer Dachsmahlzeit im Rebberg. Der «Wümmet» ist da, die Fuhrwerke rollen, befrachtet mit blumengeschmückten Fässern, durchs Land: Sauser im Stadium! Wenden wir uns vom Obst- und Rebgelände im Unterlande dem hintern Thurgau zu, dann finden wir den Meister Herbst als bewährten Landschaftsmaler tüchtig an der Arbeit. In voller Färbenr pracht liegt das reizende Ländli vor uns, und wer jetzt durch die herbstlichen Wälder und Felder, über die sanften Höhen und durch die lieblichen Täler des hintern Thurgau wandert, fühlt sich losgelöst und frei vom Ungemach der Zeit und von den Sorgen des Alltags. Darum, hinaus in die Natur, hinein in den mit Reizen so reich gesegneten ländlichen Thurgau; nach Mostindien zeigt der Wegweiser des Herbstes! 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