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E_1933_Zeitung_Nr.088

E_1933_Zeitung_Nr.088

Rahmen ihrer

Rahmen ihrer ordentlichen Einfuhr keine Hemmnisse in den Weg gelegt werden sollen, solange bis die vorgesehene Zentralstelle ihre Wirksamkeit auf 1. Juli 1933 aufnehmen könne, so hatte zu jener Zeit die Beschränkung der Einfuhr auf die damaligen Importeure eine gewisse Berechtigung. Der Bundesrat wollte dadurch der Gefahr vorbeugen, dass während 1 der Dauer der Vorbereitungsmassnahmen für die Organisation der, Zentralstelle die Importeure ihre Lager durch stark gesteigerte Einfuhr noch nach Möglichkeit füllen würden, um von kommenden- Einschränkungen möglichst wenig berührt zu werden. Mit dem Inkrafttreten der Kontingentierung, dl h; vom 1. Juli 1932 an, lag aber kein Grund mehr vor, die Eindfc 1933 - N» 88 Instrumentes, das im Dienste der Exportförderunggspolitik die Warenbezüge je nach dem Verhalten der Produktionsländer vornimmt und dass dieses Ziel viel wichtiger sei als die Form, so dass ohne zwingende Notwendigkeit nicht in bestehende Verhältnisse eingegriffen werden müsse. Es scheint doch, dass neben dem Ziel auch die Form eine nicht unwesentliche Bedeutung zu gewinnen vermochte und dass ohne 'durchaus zwingende Notwendigkeit in bestehende Verhältnisse einschneidend eingegriffen * wurde. Denn . bis zum Erlass des > Bundesratsbeschlusses vom 6. Mai 1932 waren die bestehenden Verhältnisse immerhin so, dass es jedem Händler freistand, .sein „Benzin selbst einzukaufen, und es war seiner Initiative und seiner Geschäftstüchtigkeit überlassen, sei- nen Bedarf so .billig und so vorteilhaft als möglich einzudecken. Wäre an seine Stelle eine Zentralstelle getreten,' denti wäre diese Lösung für alle Beteiligten eine 'gerechte gewesen. Eine ganz andere Wendung haben die Dinge genommen dadurch, dass die Einfuhr auf einige wenige Grossimpörteure beschränkt wurde. Diese Massnahme hatte zur Voraussetzung,^ dass zuerst bestimmt, werden musste, wer "überhaupt Mitglied der Zentralstelle werden dürfte. Für die heutigen, mit dem Einfuhrmonopol ausgestatteten Importeure musste es eine gegebene Sache sein, dass nur sie einfuhrherechtigt sein sollen. Das konnte nur erreicht werden dadurch, dass das Jahr 1931 als Stichjahr bestimmt wurde. Die Festsetzung" dieses Jahres hatte für die heutigen Importeure ihren guten Grund: im 'Jahre 1931 wurde der Benzinkampf zwischen den verschiedenen Trustgruppen durchgeführt. Jede Gruppe suchte so viel Boden als möglich für sich zu gewinnen und so viel Benzin als möglich auf den Schweizerischen Markt zu bringen. Durch diesen Kampf, der auf schweizerischem Gebiet als, Machtkampf der ausländischen Trustgesellschaften geführt wurde, wurden die Detailpreise auf ein tiefes Niveau heruntergedrückt. Aus diesem Grunde lag für alle diejenigen schweizerischen Händler, die mit den Trusts nicht liiert waren, keine Veranlassung vor, im Jahre 1931 Benzin selbst einzuführen, weil ja die Trusts ihnen die Ware billiger anboten, als wi© sie sie selbst importieren konnten. Darum wurde von den Importeuren das 'Jahr 1931 als Srichjahr "gewünscht, denn für dieses Jahr konnten'" nur sie als «bisherige» Importeure in Betracht kommen* -alle übrigen 1 schweizerischen Händler mussten ausscheiden. Das mag wohl der Grund sein, warum «in Uebereinstimmung mit der ganz überwiegenden Auffassung der Interessenten » (III. Bericht) die Importkontingente « nach den Verhältnissen » des Jahres 1931 festgelegt wurden. Wenn der Bundesrat am 6. Mai 1932 beschlöss, dass den bisherigen Importeuren im Hessen und mir mitteilen würden, wie Sie den Betrieb bei uns finden und welcher Art diie ; Unterschiede zwischen Ihren und unsern Methoden sind.» « Sehr gern, Exzellenz ! » Der General reichte ihm die Hand zum Abschied, «..Auf Wiedersehen also, mein Herr. Und sehen Sie sich nur ordentlich um ! » Eberhard empfand das Komische dieses Wunsches; er verbiss ein Lachen. Allerdings würde er sich ordentlich umsehen! Kapitän Rybkow ging mit Eberhard hinaus. «Was wünschen Sie zu sehen* Herr Pigeof?» .-,< « Möglichst alles, Herr Kapitän ! > «Ist es Ihnen recht, wenn ich Sie morgen früh um 8 Uhr persönlich zu den Werken bringe ? > • «.Ich wäre Ihnen sehr dankbar. Herr Kapitän, denn ich nehme an. dass man mich nicht so ohne weiteres einlassen würde. Bei uns wenigstens ist man Fremden gegenüber sehr vorsichtig.* « Wir sind es nicht minder. Herr Pigeot. Sie' würden trotz des Passierscheines vermutlich nicht in die Werke kommen, ehe man sich hier vergewissert hätte. ! ob der Schein in O'dnung ist. Sie müssten also sicher ein paar Stunden irgendwo herumsitzen, und das will ich Ihnen ersparen.» « Sehr liebenswürdig, Herr Kapitän ! » fuhr weiterhin nur auf die Importeure des Zwischenstadiums vom 6. Mai 1932 bis zum 1. Juli 1932 zu beschränken. Dadurch, dass dieses « Zwischenstadium » zum dauernden System erklärt und! Einfuhrbewilligungen nur an einen geschlossenen Kreis von Importeuren erteilt werden, ist eine grosse Anzahl schweizerischer Benzinhändler in ihrer Geschäftstätigkeit wenn nicht vollständig lahmgelegt, so doch in einer Weise eingeschränkt worden, die unerträglich ist. Wenn das Ziel — Schaffung eines Instrumentes, das im Dienste der Exportförderungspolitik die Warenbezüge ie nach dem Verhalten, der Produktionsländer vornimmt viel wichtiger als die Form ist. dann ist nicht einzusehen, warum der Zentralstelle nicht jeder schweizerische Händler soll angehören können, der in der Lage ist, Benzin selbst zu importieren. Denn für das Volkswirtschaftsdepartement kommt es aufs gleiche heraus, ob der Zentralstelle ein Dutzend oder zwei Dutzend oder noch mehr Mitglieder angehören. Das Völkswirtschaftsdepartement gibt ja seine Weisungen, wie die Warenbezüge je nach dem Verhalten der Produktionsländer verteilt werden sollen, der Zentralstelle und nicht den einzelnen Importeuren und die Zentralstelle gibt dann die Weisungen an diese letztem weiter. Das ist ihre Funktion, die sie vollständig unabhängig von der Anzahl der Vereinsmitglieder erfüllen kann. Wenn mit der Zentralisierung der Importe wirklich nur das erreicht werden soll, was als Zweck bezeichnet ist, dann kann es auch erreicht werden bei Freigabe der Einfuhr, das selbstverständlich gemäss den Weisungen des Volkswirtschaftsdepartementes und unter der Kontrolle der Zentralstelle. Wenn die vom Bundesrat nachträglich geltend gemachten Zwecke auch im Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 nicht vorgesehen sind, aber im Interesse unserer Volkswirtschaft doch als zweckmässig erachtet wurden, so ist an und für sich gegen sie nichts einzuwenden, obschon diese neuen Zwecke vollständig ausserhalb des durch den Bundesbeschluss gezogenen Rahmens liegen. Aber gegen das System, wie die Benzinimporte seither handelspolitisch ausgenützt werden und wie Importeure es planmässig zn einer Monopolstellung für sich ausbauen konnten, muss Einspruch erhoben werden. Die heute immerhin noch verfassungsmässfe garantierte Handels- und Gewerbefreiheit wurde ohne gesetzliche Grundlage und ohne zwingende Gründe einfach über Bord geworfen. (Fortsetsang folgt.) Schweizerische Rundschau Kontingentierung von Oelen. Ende letzter Woche wurde vom Bundesrat eine weitere Beschränkung der Einfuhr beschlossen, welche den Import von technischen Oelen, die unter Nr. 1128 im Gebrauchszolltarif zusammengefasst sind, betreffen. In dieser Zollposition sind gruppiert: Solventnaphtha auch Auflösungsnaphtha genannt, bestehend aus besondern Fraktionen des Steinkohlenteeröles, das in der Hauptsache als Lösungsmittel für Kautschuk und in der Lackfabrikation dient. Solventnaphtha, soweit es zu motorischen Zwecken verwendet wird, fäll unter eine andere Zolltarifnummer. Im weitern gehören zur Gruppe 1128 Mineral- und Teeröle aller Art, welche nicht anderweitig genannt sind. Rohe und raffinierte Mineralöle, wie sie für die Schmierung und den Betrieb der Automobilmotoren verwendet wer- Als Eberhard sich vom Kapitän verabschiedete, schien es ihm, als ob irgendwo in den Augen dieses verhältnismässig noch jungen Mannes noch ein Rest von Misstrauen sässe. Dieser Kapitän mit dem hartgeschnittenen, echten Sarmatengesicht war bestimmt nicht so vertrauensselig wie der General selbst, den hinters Licht zu führen keine Heldentat war. Vor dem Kapitän musste man auf der Hut sein; seine graugrünen Augen schienen sehr scharf zu sehen ! Am andern Morgen, wenige Minuten vor acht, klopfte der Kellner an der Tür Eberhards: ein Offizier halte mit einem Wagen vor dem Hotel und ersuch© Herrn Pigeot, sich bereitzumachen. Eberhard, der eben mit Mercedes beim Frühstück sass, goss den letzten Schluck Tee hinunter, nahm Ueberrock und Hut, verabschiedete sich zärtlich von der geliebten Frau und eilte die beiden Treppen hinunter. Mit einem kurzen, höflichen Gruss stieg er zu Kapitän Rybkow in den Wagen. Der Chauffeur Hess den Motor anspringen und das Auto surrte durch die noch wenig belebten Strassen. «Wie sind Sie auf dieses Hotel Moskwa gekommen, Herr Pigeot», fragte der Kapitän. «Waren Sie früher schon in Petrograd ? > «Nein. Es ist mir von einem Freund empfohlen worden, den seine Geschäftsreisen den, sind unter Position 1131b aufgeführt. Sie fallen daher nicht unter die neue Kontingentierungsmassnahme. Die dadurch betroffenen Oele können künftig nurmehr gestützt auf eine Einfuhrbewilligung der Carbura, der schweizerischen Zentralstelle für den Import flüssiger Brennstoffe, eingeführt werden, welche bekanntlich auch heute schon den Benzinimport regelt 2tu* den Kaintfonen PoHzelliche Kontrollen im Kanton Zürich. Wie dies im Kanton Bern schon dieses Jahr gehandhabt wurde, wird die Kantonspolizei des Kantons Zürich anfangs Januar mit planmässigen und kontinuierlichen Kontrollen auf den Landstrassen hinsichtlich der technischen Ausrüstung der Fahrzeuge beginnen. Unter genauer Beachtung der eidgenössischen Vorschriften wird jede nicht vorschriftsgemässe Ausrüstung streng mit Busse gdahndet. Eine Verwarnung erfolgt nicht mehr, indem die Karenzzeit, die Ende 1933 abläuft, genügend! Gelegenheit bot, die nötige Anpassung vorzunehmen. Es kann daher nicht dringend genug allen Motorfahrzeuigbesitzern angeraten "werden, die nötigem Äenderunjjsarbeiten unverzüglich vornehmen zu lassen, wenn man nicht unliebsame Bussen, gegen die jede Einrede aussichtslos sein wird, mit in den Kauf nehmen will. Es ist wohl anzunehmen, dass die Stadtpolizei in Zürich und Winterthur auf- analoge Weise vorgehen v wird. Neuregelung der Autotaxen im Kanton Wallis. In einer am 10. Oktober stattgefundenen Sitzung hat der Staatsrat des Kantons Wallis ein neues Gesetz genehmigt, welches die Taxen und die Einnahmen aus dem Motorfahrzeug- und Veloverkehr neu regelt. Die verschiedenen, dem neuen Gesetz zugrunde liegenden Artikel sind vom Chef des Justiz- und Polizeidepartements ausgearbeitet und erläutert Worden. Sie enthalten verschiedene Neuregelungen, welche in den 1 interessierten Kreisen sicherlich einer guten Aufnahme begegnen werden. Es sind vor , Die vor kurzem zu Ende gegangene Saison 1933 hat sowohl in der Schweiz als auch im Ausland die Bekanntschaft mit einigen neuen Fahrern vermittelt, die sich wohl früher schon als Anfänger gelegentlich versuchten, aber nun erst in letzter Zeit deutlicher ins Rampenlicht gerückt sind. Der vor dem Krieg häufig hierher führten. Es liegt sehr zentral und man scheint ganz gut da zu wohnen. Es ist wenigstens sauber. Aber wenn ich länger hierbleiben sollte, werde ich mir wohl ein Privatquartier suchen — Sie begreifen, Herr Kapitän, für meine Frau ist es nicht gerade angenehm, ihre Tage in einem Hotel verbringen zu müssen. Besonders wenn sie kaum ein paar Worte Russisch versteht. > « Ihre Frau Gemahlin ist hier ? » « Gewiss!» « Petrograd ist augenblicklich kein angenehmer Aufenthalt, besonders für eine Frau ! » Eberhard lächelte. «Wir sind erst ein paar Monate verheiratet — Sie verstehen, Herr Kapitän !» Kapitän Rybkow verstand. Auch das Misstrauen schwand aus seinen Augen. Der Wagen bremste scharf. Ein grauer, hässlicher, ineinander verschachtelter Riesenkomplex lag im Dunst und Rauch vor ihnen. Zwei Posten präsentierten vor dem aussteigenden Kapitän; die ganze Strasse hinauf und hinunter war militärisch besetzt. Ein grosses Tor öffnete sich. Eberhard trat ein und sah in einen Hof, in dem Eisenbahnwaggons rangierten. Und auf graue Wände. Hinter diesen Wänden wurde der Tod f&r allem die Art. 12 und 13 des erwähnten Gesetzes, in welchen die Neuerungen umschrieben sind. Vor allem ist dem berechtigten Anspruch aus Automobilkreisen auf vierteljährliche Steuerentrichtung entsprochen worden, eine Massnahme, die speziell in Bergkantonen, wo die Motorfahrzeuge sowieso nur während eines Teiles des Jahres gebraucht werden können, nur als berechtigt erscheint. Die Abstufungen sehen für drei Quartale Reduktion um 20%, ffir ein halbes Jahr um 40%, tmd für die Erneuerung während des 4. Quartals eine solche von 70% vor. Eine weitere Neuerung bezieht sich auf die Taxenreduktion von 30% für die Besitzer von zwei Tourenwagen', wobei die Reduktion auf demjenigen Wagen in Abschlag gebracht wird, der weniger PS besitzt. Die übrigen Artikel beziehen sich auf die Festsetzung von Grundtaxen für Velos, Motorvelos und Automobile sowie die Gebühren für Expertisen und verschiedene Dokumente. =. Für die Ausbildung von Automoflninechanikern. Die Genfer Regierung zieht sich im Hinblick auf die prekäre Lage der öffentlichen Finanzen auch auf dem Gebiete des kantonalen Erziehungswesens zu Erspamisumd Rationalisieruntgsmassnahmen veranlasst. So wird 1 gegenwärtig von einer Kommission des Grossen Rates ein von Staatsrat vorgelegtes Projekt geprüft, das die AngMederung der bisher selbständigen Genfer Uhrmacherschule an die dortige Kunst- und Gewerbeschule vorsieht. Nach den Erklärungen des Regierungspräsidenten Paul Lachenal wird dadurch eine viel stärkere Benutzung gewisser Werkstätten ermöglicht werden. Im besondem gedenkt man durch die Entlastung der Mechanikerabteilung der Gewerbeschule von gewissen Spezialfächern welche die Zusammenlegung bringen soll, das Schwergewicht dieser Sektion auf die Ausbildung ftbr die Automobjlbranche verlegen zu können. Sportnachrichten Der Nachwuchs Im Autosport. Nachwuchs drängt auch im Autosport gebieterisch nach vorn, und eine alternde Generation, die wohl noch die berühmtesten Namen zu den ihren zählt, muss sich mit neu aufsteigenden Kräften messen. An der Schwelle zu einer neuen Rennformel, die untejr Umständen geeignet ist, einen Markstein in der Geschichte des Autosportes zu bilden, erscheint es beinahe als Notwendigkeit, das Thema des Nachwuchses einer näheren Betrachtung zu unterziehen, und gerade deshalb, weil dieser Uebergang als Beginn einer neuen Periode auch das erste Eingreifen der «Jungen» sieht. Die Zukunft jedes Sportes hängt eng mit der Frage seines Nachwuchses zusammen, und das Problem der Heranziehung einer neuen leistungsfähigen Generation bildet gerade die Sorge der Besten. Auf den verschiedensten Sportgebieten lässt sich auf die Mühen hinweisen, mit denen ein hoffnungsvoller Nachwuchs gesammelt und erzogen wird. Wenn man diese Bestrebungen, wie sie,bej,; mannigfachen Sportarten zu finden sind, mit denen vergleicht, wie sie im Autosport — jenen Sport, wo menschliche und technische Höchstleistung auf unvergleichliche Weise kombiniert werden — vorhanden sind* dann wird man kaum sehr viel Erfreuliches antreffen. Nur mit Mühe lässt sich nachweisen, was beispielsweise im internationalen Autosport für den Fahrernachwuchs, der einst bestimmt ist, die technischen Produkte in harten Kämpfen zu erproben, getan wird. Im Gegenteil, viel eher liessen sich Beweise dafür zusammentragen, dass dem Nachwuchs teilweise geradezu verunmöglicht wird, seine Kräfte mit gleichwertigen Gegnern zu messen. Gewiss, es ist im Autosport eine glatte Unmöglichkeit, einen blutigen Dilettanten im ersten besten Grand Prix auf die ganze internationale Elite loszulassen, da dieser schlimmstenfalls nicht einfach bloss rettungslos zurückbleibt, sondern gleichzeitig zu einer ernsten Gefahr für die andern Konkurrenten wird. Die wenigen einleitend erwähnten neuen Fahrer, wie etwa Rüesch, Braillard, Whitney Straight, Hamilton, Moll, Wimille, der verstorbene Baron von Waldthausen u. a. kamen selbstverständlich nicht Tausende von feindlichen Soldaten vorbereitet; hier arbeiteten Zehntausende von Händen an dem grossen Vernichtungswerk Der Kapitän sprach mit einem älteren Subalternoffizier, der das Kommando an der Hauptpforte hatte. «Dieser Herr hier, der Ingenieur Andre Pigeot, betritt von nun an gegen Vorzeigung der Einlasskarte jeden Tag die Werke und verlässt sie nach seinem eigenen Belieben. Besonderer Befehl seiner Exzellenz! » Der Angesprochene fasste Eberhard schaff ins Auge, las den Passierschein und schlug die Hacken zusammen. «Kommen Sie!» Kapitän Rybkow führte Eberhard zunächst zu dem stellvertretenden Leiter der Werke, einem Zivilingenieur, und machte ihn dann mit einer ganzen Anzahl von Abteilungsleitern bekannt, zum grössteh Teil Artillerieoffizieren, von denen einige offenbar Invalide waren, die bereits an sich erfahren hatten, was der Krieg bedeutete. Dann erhielt ein junger Leutnant, der nur' noch einen Arm besass, den Auftrag, Eberhard das ganze Werk zu zeigen und schliesslich in der Abteilung abzusetzen, in der Andre Pigeot seine informatorische Tätigkeit beginnen sollte. Bei der Fabrikation von Ma« schinengewehrmunition. (Fortsetzung im .«Autler-Feierabend»j

SA 4AM so zufällig auf die internationalen Bahnen, sondern bewiesen ihr Können zuerst auch an kleineren Veranstaltungen. Einmal über ihre Fähigkeiten ausgewiesen, war es ihnen nachher eher möglich, sich mit einem «Internationalen» zu messen. Wie notwendig es indessen ist, dass ein junger Fahrer seine ersten Lorbeeren an bescheidenen Anlässen verdient, hat gerade die jüngste Vergangenheit gezeigt. Der Lausanner Qrosch, der sich zu früh an schwere Prüfungen im Ausland herangewagt hat, verunglückte nach verschiedenen Unfällen auf europäischen Pisten kürzlich erneut derart schwer, dass vier Menschen den Tod dabei fanden. Eine ernste Mahnung, dass es bei dem schönen, aber verantwortungsvollen und harten Autosport nichts anderes als Training, körperliche und geistige Disziplin und hohes Verantwortungsbewusstsein gibt ! Unbestritten kann heute festgestellt werden, dass bei verschiedenen Rennen jeder Versuch des Nachwuchses, sich geltend zu machen, unterdrückt wird. Die Unsitte der Startprämien, die an reputierte Fahrer gezahlt werden, während die weniger bekannten Konkurrenten leer ausgehen, hat neben vielen andern Nachteilen auch denjenigen, die kleineren Konkurrenten um ihre letzte Chance, einen annehmbaren Geldgewinn erhalten zu können, zu bringen, trotzdem ihnen dieser meist sehr notwendig wäre! Die Startgelder fliessen meist aus dem Gesamtbudget, das für die Fährer aufgestellt wurde, und somit verringert sich die Höhe der ausgeschriebenen Preise, meist nicht der Erst-, sondern der Letztplacierten. Die besten Gelegenheiten für die «coming men », sich an Rennen zu erproben, werden meistens durch Läufe der 1500 ccm .oder 2000 ccm-Klassen geboten. Gerade diese Rennen finden aber heute nicht immer die Gnade der Organisatoren, ob auch die des Publikums nicht, wagen wir noch zu bezweifeln. Bekanntlich haben sich manche heute erstklassigen Rennfahrer zuerst bei den Kleinwagen erprobt, um dann von dort aus den Sprung in die grosse Klasse hinüber zu wagen. Ganz besonders unheilvoll wirken sich aber die « Rennen für Eingeladene » aus, die jedem jungen, vielversprechenden Nachwuchsfahrer Tür und Tor versperren. Auf diese Weise werden alle eingeladenen illustren Fahrer der gegenwärtigen Generation auf jede Weise gehätschelt und gepflegt, während das Auftauchen eines neuen Könners gänzlich verunmöglicht wird. Bis zu einem gewissen Grade lässt sich auch die Haltung der Organisatoren verstehen, denen es darauf ankommt, wirklich nur die Elite um sich zu versammeln. In ihrem Bestreben, ein grosses Rennen lancieren und — notabene — ein glänzendes Geschäft machen zu können, vergessen sie aber mehr oder weniger ganz ihre Verantwortung dem Autosport gegenüber, dem mit solchen geschlossenenen Rennen im Hinblick auf die Zukunft nicht besonders gedient ist. Die Zulassung von Fahrern muss aus Gründen der Sicherheit immer beschränkt bleiben, auch wäre es geradezu strafbarer Leichtsinn, einem unbekannten Herrn X., weil er nun einen neuen Rennwagen besitzt, gleich starten zu lassen. Dennoch wäre es denkbar, wenigstens ein paar jungen Fahrern auch bei reservierten Rennen Aufnahme zu gewähren, indem die Organisatoren in die Höchstzahl der zum Start zugelassenen Konkurrenten beispielsweise fünf Plätze einbegreifen, die von aussichtsreichen jungen Anwärtern besetzt werden dürfen. Selbstverständlich müssten diese «comingmen > bereits früher den Beweis geliefert haben, dass sie zum mindesten imstande sind, ein Rennen bis zum Schlüsse durchzuhalten, wenn unter Umständen auch am Schluss des Feldes. Zur besseren Illustration der geschilderten unangenehmen Lage, in der sich die zu allem Tun entflammten, aber oft gehemmten jungen Fahrer befinden, sei folgendes Beispiel erzählt : Ein junger Pilot, der bereits einen schönen Sieg errungen hat, entschloss sich, für die Saison 1933 einen Monooosto der 1500-ccm-Klasse bauen zu lassen. Gesagt, getan! Die Sache war schwierig und sündhaft teuer. In Erwartung der neuen Maschine bestritt der Fahrer keine Rennen. Doch, als er sie besass, sah er mangels Erfolgen an Rennen mehrmals Tür und Tor geschlossen. Sein Wagen musste in der Garage stehen bleiben, während bei mehr als einem Rennen Konkurrenten siegten, mit denen er wohl erfolgreich hätte fechten können. «Ich würde wohl besser getan haben, mir einen alten Klepper zu kaufen, der mein Portemonnaie weniger angegriffen hätte », sagte der junge Fahrer. « und mit dem ich mich das Jahr hindurch auf den hinteren Plätzen herumgebalgt hätte. » Eine Lösung, die unter Umständen auch noch zu studieren wäre, bestände darin, die Fahrer bei grossen Rennen in eine erste und zweite Kategorie unterzuteilen, wobei für diese Wertung die bereits gezeigten Leistungen tmd dfe Dauer der Renntätigkett ausschlaggebend wärea Für die Fahrer der « zweiten Kategorie » könnte dann unter Umständen ein kleineres Rennen eingeschaltet werden. Dies alles sind Vorschläge, die bei den Organisatoren nicht Eitel Freude auslösen mögen, die aber vielleicht doch dazu dienen, das Problem des Nachwuchses der Vernachlässigung zu entreissen, in der es sich unbestritten seit längerer Zeit befindet bo. Perspektiven auf die Sportsaison 1934. Wichtige neue Entscheidungen. In den letzten Tagen sind wieder verschiedene Schleier gelüftet worden, die einen aufschlussreichen Einblick in die nächstjährigen Rennfahrerformationen gewähren. Sowohl den Firmen wie den Fahrern ist daran gelegen, für 1934 zeitig gerüstet zu sein. Dies ist auch der Grund, weshalb diesmal früher als in den letzten Jahren die entscheidenden Pläne gefasst werden. Die Frage, ob Bugatti sich im nächsten Jahre wieder offiziell am Rennsport beteilige oder nicht, ist glücklicherweise in positivem Sinne gelöst worden. Für die Freunde des Autosportes mag es eine angenehme Ueberraschung sein, zu vernehmen, dass der berühmte Molsheimer Konstrukteur auch die Saison 1934 wieder bestreitet. Damit sind alle unverantwortlichen Gerüchte über eine Abkehr Bugattis vom Rennwagenbau widerlegt worden. Offiziell wird nun ebenfalls der Austritt Varzis aus der französischen Equipe bestätigt. Vorläufig hat sich Ettore Bugatti den Rennfahrer Dreyfus, der sich schon seit zwei Jahren in den Diensten des Molsheimer Konstrukteurs befindet, für 1934 wieder gesichert, und fernerhin auch den jungen Franzosen Wimille in seine Dienste gestellt. Mit Wimille hat Bugatti eine noch neue, aber sehr vielversprechende Kraft erhalten, die bestimmt innert kurzer Zeit zu den führenden Piloten Europas zählen wird. Ein dritter offizieller Fahrer wird noch zu bestimmen sein. Einige Tage lang zirkulierte in Frankreich das Gerücht wegen eines Eintrittes von Nuvolari in die Bugatti-Equipe, doch stellte sich diese Meldung bald als völlig falsch heraus, und es bleibt nur der leise Verdacht, dass hier ben der Wunsch der Vater des Gedankens war.. • Die Fahrer der französischen Equipe werden sich auf besondern Wunsch von Bugatti hin in Molsheim selbst ansiedeln, da dieser eine ständige Verbundenheit der Piloten mit den Werkstätten, wo die Maschi-I Ein moderner Droschkenkutscher ist im Bestreben, seiner Kundschaft die Fahrt so angenehm «m möglich zu machen, auf eine originelle Idee gekommen. Er hat vier alte Autoräder an seine Kutsche montiert und xoUt nun seine Fahrgäste weich und bequem wie ein König durch die Straseen der Stadt. nen hergestellt und repariert werden, wünscht, und auch ein anhaltendes Training fordert Auch über Delages Pläne sind nun nähere Angaben bekannt geworden. Der französische Konstrukteur soll sich nun entschlossen haben, für 1934 wenigstens einen neuen Detege-Rennwagen zu bauen, dessen Pläne schon lange fertig gestellt sind und der dann Louis Chiron anvertraut werden soll. Selbstverständlich herrscht ob den Entschlüssen Bugattis und Delages, aktiv an den Rennen teilzunehmen, in französischen Sportkreisen keine geringe Freude, denn allzu ungern verfolgte man dort die fast ununterbrochenen grossen Erfolge der italienischen Wagen und Fahrer. Gans besonders bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass Nuvolari seine Pläne für 1934 nun definitiv festgelegt hat. Der italienische Pilot wird sich keiner Marke offiziell anschliessen, sondern auf Alfa Romeo als Einzelfahrer starten und indessen die volle Untertützung der Mailänder Firma geniessen. Nuvolari besass Offerten von Mercedes und Maserati, hat diese aber ausgeschlagen. Nur die englische Tourist Trophy wünscht er auf einem englischen Wagen bestreiten zu können. Auch Varzi und Fagioli sind bereits « unter Dach >, und zwar werden beide Fahrer die nächste Saison als Mitglieder der « Scuderia Ferrari» bestreiten, die damit beweist, dass sie auch in Zukunft ein gehöriges Wort an den Rennen mitzusprechen wünscht. Ueber Alfa Romeos Absichten ist auch weiterhin nichts laut geworden. Die paar Einzelfahrer, für die die Mailänder Firma Monoposti zu bauen beabsichtigte, befinden sich gegenwärtig in einer schwierigen Lage, da ihnen keine Fristen für die Lieferung der •Maschinen genannt wurden und sie deshalb nicht wissen, ob die Wagen anfangs der Saison 1934 bereitstehen werden. Es scheint nicht ganz ausgeschlossen, dass Alfa Romeo nächstes Jahr sich nicht offiziell an den Rennen beteiligt; jedenfalls deutet die Unterstützung des Einzelfahrers Nuvolari in dieser Richtung. Wie man noch vernimmt, wird der ausgezeichnete französische Fahrer Sommer einen neuen Maserati-Wagen erwerben und dazu noch über einen Rennwagen verfügen, der von mehreren erfahrenen Technikern, die von keiner Firma abhängig sind, in Zusammenarbeit hergestellt wird und ein völliges Novum darstellen soll. Angesichts dieser vielversprechenden Projekte und Ankündigungen kann man nur sagen: qui vivra, verra... bo. Schweizer Erfolg in Frankreich. Das am letzten Sonntag zum viertenmal vom A.C. de nie de France organisierte Bergrennen von Gometz-Le Chatel bei Paris ergab einen sehr erfreulichen Schweizer Erfolg. Der Zürcher Rüesch erzielte auf einem Maserati 3000 ccm die beste Zeit des Tages. 96 Automobile und Motorräder hatten an dem Rennen teilgenommen; auch einige bekannte Konkurrenten waren an der Veranstaltung vertreten wie Veyron (Bugatti), Jacob (Bugatti), Brunet (Bugatti), Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo), Bussienne (Bugatti), Benoit Falchetto u.a. Wie wir weiter aus Paris erfahren, will Rüesch schon in wenigen Tagen auf dem Maseratiwagen in Montlhery Rekordversuche unternehmen. mb. Rennen in Brooklands. Das bereits auf vorletztes Wochenende angesetzte letzte Rennen der Saison in Brooklands musste wegen sehr schlechter Witterung um acht Tage verschoben werden, so dass es letzten Samstag zur Austragung gelangte. Die ganze englische Rennfahrerelite traf sich zu diesem letzten Kampf im Jahre. Die Veranstalter hatten lange gehofft, Nuvolari ebenfalls am Starte zu sehen, doch musste dieser in letzter Stunde noch absagen. Wieder war es Whitney Straight, der auf Alfa Romeo das Rennen mit einem Stundenmittel von 123 km/St, vor dem Italiener Taruffi auf Bugatti und dem Engländer Brian Lewis auf Alfa Romeo gewann. Sir Malcolm Campbell nahm an dem Rennen ebenfalls teil, musste aber schon nach der ersten Runde aufgeben. x. Neue Rekorde In Montlhery. Der englisch« Fahrer Denly hat auf einem M.G. 750 ccm in Montlhery die folgenden internationalen Rekorde geschlagen : 1 km: 17 Sekunden 39/100 (Shmdenmittel: 206,9 km/St.). 1 Mefle: 27 Sek. 91/100 (Stundenmittel 206,» km/St.). 5 km: 1 Min. 27 Sek. 63/100 (Stundenmittel: 205,4 km/St.). 5 Meilen: 2 Min. 20 Sek. 84/100 (Stundenmittel: 205.6 km/St.). 10 km: 2 Min. 55 Sek. 80/100 (Stundenmittel: 204.7 km/St.). 10 Meilen: 4 Min. 47 Sek. 2/100 (Stundenmittel: 203.8 km/3t.). x.