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E_1933_Zeitung_Nr.089

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Schwelzerwoche 1933. Durch die im Laufe der letzten Monate verfügten Einfuhrbeschränkungen und Kontingentierungsmassnahmen ist der das Automobilwesen beschlagende Handel und interstaatliche Warenverkehr wieder einmal in das vordere Rampenlicht gerückt worden. Zugegeben, die Zahlen, welche die Aussenhandelsbilanz der Motorfahrzeugbranche aufweist, sind nicht gerade erhebend und passen leider nur allzu gut in den Rahmen unserer seit langem passiven Gesamthandelsausweise. So bezifferte sich 1932 die Einfuhr an Automobilen, Motorrädern, Zubehör und Brennstoff auf 53,79 Mill. Fr., denen ein Export der einschlägigen einheimischen Industrie von 14,6 Mill. Fr. gegenübersteht. Diese wenigen Angaben präsentieren sich freilich alsbald unter einem anderen Gesichtspunkt, wenn beigefügt wird, dass die Eidgenossenschaft aus dieser Einfuhr in Form von Zöllen eine Bruttoeinnahme von rund 66 Mill. Fr. zog, also über 100 Prozent des an das Ausland bezahlten Warenwertes als « Zwischengewinn» für sich einsteckte. So einseitig ist also — wenigstens für den Bund — das ganze Geschäft nicht, wie es sich auf den ersten Blick ausnimmt. Dies ändert aber wenig an der rein volkswirtschaftlich beurteilten Tatsache, dass die das Automobilwesen betreffende Einfuhr mindestens dreimal grösser ist als der gleichgerichtete Export. Nun kann und soll diese negative Bilanz keineswegs den Motorfahrzeugbesitzern zum Vorwurf gemacht werden. Mancherlei Gründe haben dazu geführt, dass die Fabrikation von Personenwagen im Inland gänzlich aufgegeben wurde und wir daher restlos auf den internationalen Markt angewiesen sind. Das nämliche gilt für die serienmässig hergestellten Ersatzteile für den gesamten Personenwagenpark. Ebenso vermochte sich in der Schweiz keine vollständige Zubehörindustrie anzusiedeln und zu entwickeln, die uns gänzlich vom Ausland unabhängig machen würde. Dazu die Armut unseres Landes an Rohstoffen und vorab an Oelquellen, deren Derivate uns das unentbehrliche Benzin und Oel liefern, ohne die der gesamte Strassenverkehr fast zum völligen Stillstand verurteilt wäre. Diese weitgehende Abhängigkeit vom Ausland und möglicherweise auch eine gewisse Oberflächlichkeit der Käuferschaft haben nun freilich zu einer Vernachlässigung des einheimischen Qewerbefleisses geführt, der es rechtzeitig zu steuern galt. "Während schweizerische Firmen der Zubehörbranche ihre Leistungsfähigkeit dadurch dokumentieren konnten, dass ausländische Fabriken ihre Erzeugnisse serienweise zur Verwendung brachten, hatten sie anderseits Mühe, sich im Inland gegen fremde Konkurrenz Geltung zu verschaffen und zu behaupten. Auch unsere hochentwickelte Lastwagenindustrie steht in schwerem Existenzkampf, obwohl sie es verstanden hat, die Fahrzeuge zu liefern, welche für unsere Terrain- und Witterungsverhältnisse berechnet und gebaut sind. Sie ist gerade auch im Bau von Dieselmotoren mit Pioniergeist vorangegangen, und erst der Lastwagen-Salon in Paris hat wiederum eindrücklich gezeigt, welchen hohen Stand unsere Industrie erreicht hat. Angesichts der unerquicklichen Verhältnisse auf dem internationalen Markt, # der nationalistischen Einstellung der meisten Länder in wirtschaftlichen Dingen, geziemt es sich, daran zu erinnern, dass wir im Lande eine vielseitige Produktion haben, die auch für das Automobilwesen Hervorragendes und mit dem ausländischen Fabrikat mindestens Gleichwertiges bietet. Nachdem wir für gewisse Fahrzeugarten, den Brennstoff und manches Zubehör ausschliesslich auf das Ausland angewiesen sind, so ist es heute um so mehr unsere wohlverstandene Pflicht, als Glied unserer wirtschaftlichen Volksgemeinschaft mindestens dort einheimischen Gewerbefleiss zu berücksichtigen, wo er uns von der fremden Konkurrenz unabhängig machen kann. Es braucht dabei weder übertriebene Gefühls- oder Nationalduselei mitzuwirken. Aber auch für uns gilt das Geleitwort von Bundespräsident Schulthess, das er der Schweizerwoche widmete und in welchem er u.a. ausführte: « Wir Schweizer sind auch auf wirtschaftlichem Gebiete nicht nationalistisch eingestellt. Wir wünschen einen möglichst freien Warenaustausch und sind bereit, fremde Produkte zu kaufen, wenn auch dem Absatz der unsrigen keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Heute aber und zumal bei Beginn des Winters, wo die Arbeitslosigkeit wieder zuzunehmen droht, wo unsere Ausfuhr lahmgelegt ist, wird jeder Schweizer daran denken, dass er durch den Ankauf schweizerischer Produkte Arbeit schafft und Mitbürger vor dem Unglück der Arbeitslosigkeit beschützen hilft.» Unser wirtschaftliches Fühlen und Handeln soll aber nicht nur bis nächsten Sonntag abend, da die Schweizerwoche bereits wieder ihren Abschluss findet, von wohlverstandener Solidarität erfüllt sein. Haben wir die Sonderwoche zum Anlass genommen, uns einmal mit den Verhältnissen auf dem Markte auseinanderzusetzen und sind wir überzeugt worden, dass mancher Franken im Inland verbleiben kann, so soll uns diese Erkenntnis als Lehre und Leitsatz das ganze Jahr hindurch dienen. Auf diese Weise wird der Automobilismus zu einer noch stärkeren und unentbehrlicheren Stütze unserer Volkswirtschaft. Der Fiskus wird sich dann auf die Dauer dieser Tatsache auch nicht verschliessen können und seinerseits unter dem Drucke der öffentlichen Meinung hoffentlich einmal gezwungen sein, die Steuerschraube, die er gerade dem Motorfahrzeug gegenüber so unerbittlich angezogen hat, wieder zu lockern, wenn er sich nicht selbst seine ergiebigsten Quellen mutwillig verstopfen will. B. Zur Beschränkung der Automobileinfuhr. Die Sektion für Einfuhr des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes gab seinerzeit bekannt, dass Bewilligungen zur Einfuhr grundsätzlich nur denjenigen regulären Firmen erteilt werden, die schon im Jahre 1932 den Automobilimport betrieben. An Privatpersonen sollen daher grundsätzlich keine Bewilligungen erteilt werden, indem die Einfuhr den kontingentsberechtigten Firmen des regulären Handels vorbehalten bleibt. Durch diese Bestimmungen will man nun auch behördlicherseits einem ungesunden gelegentlichen Händlertum und dem Schwarzhandel, der in den letzten Monaten ins Kraut zu schiessen begann, einen energischen Riegel vorschieben. Die alteingesessenen und regulär im Autohandel tätigen Firmen haben diese Bestimmung begrüsst, die übrigens auch im wohlverstandenen Interesse der Käufer liegt, wie dies ausführlicher demnächst an dieser Stelle belegt werden soll. Dieser Tage sind nun ergänzend noch folgende Bestimmungen bekanntgegeben worden : ten, nehme ich Sie gerne einmal mit zu einem nicht morgen. Wir müssen augenblicklich unserer .Nachtgottesdienste'. Dort werden noch sehr vorsichtig sein. Aber unser Tag Sie erkennen lernen, dass der schlafende wird kommen!» Riese, von dem ich Ihnen einmal sprach, anfängt, wach zu werden. Er ist noch nicht «Sie haben einen Einblick in die Putilow- «Ihre Organisation ist also fest gefügt?» w^ach, er weiss noch nicht, dass er heute werke. Einen oberflächlichen wenigstens. seine gefesselten Glieder bereits gebrauchen Von den achtzigtausend Arbeitern sind könnte, wenn er nur wollte. Aber er fühlt vierzigtausend im Herzen Revolutionäre und wenigstens die Glieder, und er fühlt die Fesseln. Das ist schon sehr viel bei uns. EsDie andere Hälfte, die heute noch indifferent zehntausend betrachten sich als organisiert. ist übrigens nicht die Masse der misshandelten Arbeiterschaft allein, die sich ihres Dazweiflung gebracht sein. Je unmenschlicher ist, wird in einigen Monaten auch zur Verseins bewusst wird. Auch in den bürgerlichen Kreisen, soweit sie bereits unter den ankam, waren vielleicht noch nicht tausend die Behandlung ist, desto besser! Als ich hier Folgen des Krieges zu leiden haben, herrscht reif zur Empörung. Eine Deputation von fünf Unzufriedenheit, Missmut, der Geist der Empörung. Wir — das heisst die entschiedenen Erleichterung des schweren Dienstes. Zwei Mann ging zum Kriegsminister und bat um Revolutionäre — suchen diesen Geist zu fördern, obwohl wir nichts von ihm erwarten, Effekt war, dass die Arbeitszeit um zwei von ihnen sind irgendwo verschwunden. Der nichts für uns, nichts für die Masse. Wenn Stunden verlängert wurde! Das ist es, was Sie die bürgerlichen Blätter lesen — und andere gibt es ja eigentlich nicht —, werden gehen, wenn unser Erfolg heranreifen soll. wir brauchen! So muss die Regierung vor- Sie finden, dass trotz aller Zensur sich manches Wort hervorwagt, das man im früheren muss ihm ganz dick kommen, bis er endlich Der Russp ist schwer von Begriff — man Russland nicht sagen durfte. Die parlamentarische Linke scheint entschlossen, die Konsequenzen ziehen. General Bobrikow soll überzeugt wird. Aber dann wird er auch die nächste Gelegenheit zu benützen, mit der nur immer dekretieren! Unter den tausend Autokratie aufzuräumen. Sie wird vielleicht Aufsehern in den Putilowwerken, unter den Erfolg haben, aber sie wird Ihn nicht ausnützen können. Die wirkliche, die wahre Re- heute schon uns, und gerade diese Hälfte fünftausend Vorarbeitern gehört die Hälfte volution muss von unten ausgehen, von ganz sorgt dafür, dass die Dekrete Seiner Exzellenz mit möglichster Schärfe zur Durch- unten. Und sie wird kommen, wenn auch noch nicht heute und vielleicht auch noch führung gebracht werden. Und wie es bei AUTOMOBIL -REVUfc 1933 - 89 < Als reguläre Importfirmen, denen allein Kontingente gestützt auf ihre Einfuhr im Jahre 1932 gewährt werden können, gelten nur die in der Schweiz niedergelassenen Vertreter ausländischer Automobilfabriken. Sie haben sich durch Vorlage des Vertretervertrages auszuweisen. Auch zusätzliche Bewilligungen für Chassis zur Karossiermg in der Schweiz und Wagen mit schweizerischer Apparatur können grundsätzlich nur diesen regulären Importfirmen erteilt werden. Weitere zusätzliche Bewilligungen für die Einfuhr von Personenwagen können von Fall zu Fail -lurch die Handelsabteilung des Valkswirtschaftsdepartementes regulären Automobil-Importfirmen (Fabrikverireter) in Aussicht gestellt werden, wenn von deren ausländischer Automobilfabrik bei schweizerischen Fabriken zusätzliche Bestellungen aufgegeben werden für Artikel, die mit dem Automobil zusammenhangen (Bestandteile ' und Zubehör). Das Wertverhältnis zwischen der Bestellung in der Schweiz und den zur Einfuhj zusätzlich zuzulp.ssenicien Automobilen wird in diesen Fällen jeweilen vorgängig durch die Handelsabteilung bestimmt. Ob ausnahmsweise für andere Waren, die in der Schweiz bestellt werden (namentlich für Artikel auf dem Gebiete der Maschinenindustrie), zusätzliche Bewilligungen für die Einfuhr von Personenautomobilen zugestanden werden könnten, müsste von Fall zu Fa.ll geprüft werden. > Z. Aui «f«e»n Kantonen Die zürcherische Unfallstatistik weist auch im zweiten Quartal 1933 eine Entwicklung auf, die zu etwelchem Optimismus berechtigt. Die Unfälle mit Sachschaden gingen der Zahl nach um 40 auf 315 zurück. Allerdings hat der verursachte Schaden dem Werte nach um 5000 Fr. auf 190 000 Fr. zugenommen. Ganz besonders erfreulich ist aber die Tatsache, dass die Unfälle mit Personenverletzungen im Vergleich mit dem nämlichen Zeitraum des Vorjahrs von 272 auf 252 zurückgegangen sind, wobei hauptsächlich eine fühlbare Abnahme der schweren Verletzungen eintraf. Auch die Zahl der Todesopfer reduzierte sich um die Hälfte, doch sind immerhin noch fünf Tote zu beklagen. Von den insgesamt 283 (im Vorjahr 310) verletzten Personen waren 84 (1932: 118) Fussgänger, während die übrigen als Führer oder Passagiere von Fahrzeugen aller Art in Verkehr standen. Trotz dem Rückgang der Unfälle an sich hat die Unfallbeteiligung der Personenautos mit 482 gegenüber dem Vorjahr sogar noch etwas zugenommen. Die Beteiligung der übrigen Automobile blieb mit 203 praktisch die nämliche, während die der Motorräder und übrigen Fahrzeuge zurückging. Auch die Zahl der Fussgänger hat von 123 auf 88 abgenommen. Diese Ergebnisse sind um so be- deutsamer, als durch sie die günstige Wendung beibehalten wird, welche bereits die Statistik für das erste Quartal nahm. Die Zahlen stehen also in beachtenswertem Gegensatz zu der Unfallbewegung in Bern und zeigt schon dieses eine Beispiel, dass es keineswegs angängig ist, aus der Unfallstatistik einer Oertlichkeit Verallgemeinerungen abzuleiten und Rückschlüsse auf die Eignung oder Untauglichkeit der gegenwärtigen Verkehrsvorschriiten ziehen zu wollen. Es ist zu hoffen, dass sich alle Strassenbenützer und vorab die Fahrzeugführer grösste Mühe geben, um die Kurve der Zürcher Unfallstatistik noch weiter zu senken und auf diese Weise alle pessimistischen Voraussagen Lügen zu strafen. z. Automobilisten und der Kanton Schwyz. Im schwyzerischen Amtsblatt erliess unlängst der Regierungsrat eine Warnung, indem er auf die Störung der Nachtruhe aufmerksam macht und daran erinnert, dass das Fahren mit offenem Auspuff sowohl bei Tag wie bei Nacht verboten ist. Behörde und Polizeiorgane werden ersucht, Fehlende uns ist, so ist es in Moskau, ist es in allen grossen Städten. Die Revolution kommt und hoffentlich nicht nur bei uns! Wie es in den französischen Werkstätten aussieht, davon habe ich ein ungefähres Bild — nicht viel besser als bei uns. In Frankreich ist nur das schlimme: gegen wen soll die Revolution sich wenden? Gegen die Regierung, die im Namen der Freiheit ihre Arbeiter bis aufs Blut schindet? In Deutschland ist es etwas anderes! Da ist wenigstens ein verkappter Absolutismus, gegen den man losgehen kann. Aber Ihre deutschen Sozialisten — lächerlich! Und das sind die Leute, die das Testament von Karl Marx in Verwahrung zu haben behaupten!» «In Deutschland sind die Verhältnisse doch ganz andere. Dort herrscht nicht diese furchtbare Art von Sklaverei wie hier!» «Kann sein. Aber Sie werden mich nicht zu der Ueberzeugung bringen, dass das deutsche Proletariat auf Rosen gebettet ist!» Buturlin sass bis lange nach Mitternacht bei Eberhard und Mercedes und entwickelte mit dem ihm eigenen Fanatismus seine Theorie von der Weltrevolution. Der Bericht, der acht Tage später über Schweden im deutschen Hauptquartier anlangte, brachte interessante Details über die Anfänge der revolutionären Bewegung in der russischen Arbeiterschaft, besonders in den Munitionsfabriken. Ausserdem über Einrichtung und Arbeitsmethoden bei den - Putilowwerken. anzuzeigen, damit solche bestraft werden können. Inskünftig ist vorgesehen, eine P.eriodische Verkehrskontrolle durchzuführen; Fahrern, die sich den bestehenden Vorschriften nicht fügen, werde der Verkc>;s- und Führerausweis entzogen. Es ist zu hoffen, dass mit der in Aussicht gestellten Verkehrskontrolle der Kanton Schwyz sich gegenüber den Automobilisten nicht neuerdings zu Massnahmen versteigt, die er einst so meisterhaft zur Füllung der Staatskasse zu handhaben wusste. Wir sind sicherlich die Letzten, die gegen obrigkeitliche Lärmmassnahmen etwas einzuwenden haben und wünschen ebenfalls strikte Handhabung von Art. 21. Abs. 2, des B.G. vom 15. März 1932. Was Jedoch die von der Schwyzer Regierung in Aussicht gestellte Kontrolle anbetrifft, so hoffen wir, dass diese auf den bekanntgegebenen Umfang beschränkt bleibe. = V«»»l««»hps|»«»li# Die fraktionsweise*Bezahlung der Motorfahrzeugsteusrn, wie sie in zahlreichen Ländern bereits zur Anwendung kommt, wurde auch von den schweizerischen Automobilisten anlässlich der Revision der kantonalen Verkehrsbestimmungen in Vorschlag gebracht. Die meisten kantonalen Verwaltungen äusse'rten sich ablehnend und begründeten diesen Standpunkt mit dem Hinweis vermehrter administrativer Arbeit und erschwerter polizeilicher Kontrolle der Fahrzeuge. Die bisherige Praxis in verschiedenen Staaten hat nun aber bewiesen, dass es mit etwas gutem Willen und organisatorischem Geschick sehr wohl möglich ist, die Steuern in Raten zu unterteilen. Während das Postulat der schweizerischen Motorfahrzeugbesitzer auf quartalsweise Berechnung der Steuern lautet, ist man im Auslande bereits weiter gegangen und" hat die Monatssteuer eingeführt. Durch Dekret des Ministerrates ist nun auch- Italien zur monatsweisen Entrichtung der Motorfahrzeugsteuern übergegangen. Der Gesamtbetrag der Jahressteuer wird in 12 gleiche Fraktionen eingeteilt und bei Neuanmeldung von Fahrzeugen eine Summe entsprechend der Anzahl der noch bis Jahresende verbleibenden Monate als Abgabe verrechnet. Dabei wird der angebrochene Monat, in welchem die Anmeldung erfolgt, als ganze Fraktion gerechnet. Zur Unterstützung und Belebung der italienischen Automobilindustrie wurde seinerzeit verfügt, dass fabrikneue Fahrzeuge, welche im letzten Quartal des Kalenderjahres in Verkehr gebracht werden für diese Zeit steuerfrei bleiben. Durch das neue auf 1. Oktober dieses Jahres in Kraft getretene Dekret wurde nun auch diese Materie neu geordnet und zwar in dem Sinne, dass für jedes fabrikneue Fahrzeug diese Steuerbefreiung gewährt wird, gleichviel ob es zu. Beginn oder Ende des Jahres zur Anme! dun? kommt. Es würde sich gewiss verlohnen, auch einmal in unserrn Land einen ähnlichen Versuch zu Gunsten der einheimischen Lastwagenindustrie durchzuführen. Man würde ihr und den Kaufsinteressenten auf diese Weise wahrscheinlich einen bessern Dienst erweisen, als durch Experimente wie es die Einfuhrbeschränkung beispielsweise darstellt. Die Kauflust wird gewiss weniger durch derartige Beschränkungen als durch Steuervorteile angeregt, wie sie Italien den Käufern einheimischer Fabrikate einräumt. ß Ueber Versuche mit einem neuen Gas, dessen chemische Zusammensetzung genau mitgeteilt wurde. Und ausserdem Bericht über die von französischer Seite vorgelegte Konstruktion eines neuen Panzerwagens, der imstande sein sollte, auch tiefe Schützengräben zu überqueren, überhaupt jedes Gelände zu nehmen. Ueber das neue Gas lachte man im Hauptquartier; da waren die eigenen Chemiker noch wesentlich weiter. Den Panzerkraftwagen, den ein hochstehender Offizier den Grubenwurm nannte, hielt man für grotesk. Aber an die kommende russische Revolution begann man zu glauben. Nur — bald, sehr bald hätte sie kommen müssen. Denn die russische Hauptarmee war zwar auf der ganzen Linie zurückgeworfen, aber noch sehr lebendig. Es hiess zwar — auch das hatte der Vertrauensmann aus Petersburg gemeldet —, dass man sich in Zarskoje Selo mit dem Gedanken trug, den Grossfürsten Nikolai Nikolajewitsch zurückzuberufen, wenn er nicht endlich die deutsch-österreichische Offensive zum Stillstand brächte, aber man glaubte nicht recht daran. Der Zar sollte sich an die Spitze der Truppen stellen? Das klang zu verheissungsvoll, als dass man daran hätte glauben können. Der Chef der Abteilung IIIB war mit dem Herrn Andre Pigeot ausserordentlich zufrieden. (Fortsetzung folet.)

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