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E_1933_Zeitung_Nr.092

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teressieren, so dass er

teressieren, so dass er die Vollmacht erhielt, eine Dynamitfabrik zu gründen, obwohl die Herstellung von Explosivstoffen ein Monopol des Staates war. Gegen Ende 1871 errichtete er die Fabrik von Panlilles, der noch viele Fabriken, in anderen Ländern folgten. • Kieselgur spielt im Dynamit die Rolle eines trägen Körpers, weshalb Nobel es durch eine Substanz zu ersetzen suchte, welche an der Explosion selbst teilnimmt. Er hatte versucht, eine Auflösung von Schiessbaumwolle in Nitroglyzerin zu erzielen, aber ohne Erfolg. Eines Tages, als er sich am Finger verletzt hatte, liess er Collodium holen, um die Wunde zu bedecken. In der folgenden Nacht, da der Schmerz ihn verhinderte zu schlafen, begab er sich um 2 Uhr morgens in sein Laboratorium und versuchte, Collodium mit Nitroglyzerin zu mischen. Es gelang, und er erhielt eine halbfeste Masse. Wiederholte Versuche zeigten ihm, dass Nitryglyzerin bei gelinder Wärme Collodiumwolle auflösen kann und eine gallertige Masse bildet. Diese Erfindung wurde am 8. Juli 1876 patentiert, und seit diesem Datum war das Dynamit, welches 9 Jahre regiert hatte, entthront durch das neue Produkt, den „Dynamit-Gummi"; er ist der Vater des rauchlosen Pulvers geworden. Wie oben gesagt, wurde Alfred Nobel am 21. Oktober 1833 in Stockhohn geboren. Mit 8 Jahren kam er in die Elementarschule der Pfarre von St. Jacob in Stockholm. Aber dort blieb er nur ein Jahr, da sich seine Familie nach St. Petersburg begab. Hier wurde er zwar in die Schule gesteckt, besuchte sie aber nur selten wegen seiner zarten Gesundheit. Wie aus den Ausführungen der „Umschau" und den von der Nobel-Stiftung herausgegebenen und von P. T. Cleve verfassten Lebensbeschreibung hervorgeht, interessierte sich der Vater.zu jener Zeit für den Gedanken von John Ericsson, der heisse Luft an Stelle des Dampfes für Maschinen benutzen wollte, und er schickte Alfred nach Amerika, um dies dort zu studieren. Da er die Maschine zu verwickelt und kostspielig fand, blieb er nur einige Wochen dort. Nach St. Petersburg zurückgekehrt, beherrscht der junge Mann, 21 Jahre alt, die russische, schwedische, englische, deutsche und französische Sprache. Er ist schon ein geübter Ingenieur und lebt in einem Milieu von Erfindern. Seine ersten Patente datieren von 1857 und betreffen einen neuen Gasmesser, einen Apparat, um die Flüssigkeiten zu messen, und ein Barometer. Es scheint, dass er seine Kenntnisse hauptsächlich aus der Praxis schöpfte und dass er ein Autodidakt war. Ueber 35 Jahre arbeitete er an den Versuchen über Nitroglyzerin und teilte bis zu seinem Tode sein äusserst geschäftiges, tätiges Leben zwischen Studien, wissenschaftlichen Versuchen und der Verwaltung von Geschäften, die in der ganzen Welt zerstreut waren. Für seinen Briefwechsel hatte er versucht, Sekretäre zu verwenden, aber schliesslich erledigte er alles persönlich und beantwortete ungefähr 50 Briefe täglich. Ausser an Explosivstoffen war Nobel auoh ZÜRICH 2, BLEICHE MUSIKHAUS WOHLFAHRT bietet Ihnen folgende Vorteile: Schweizer Pianos u. Flügel direkt ab Fabrikdepot Tausch - Teilzahlung - Miete zu günstigen Bedingungen Reparaturen Stimmungen Beethovenstrasse 49 - Telefon 57.037 Still! Sachte lemand schläft, aber es stört nicht, denn die neue Erika schreibt leise, fast geräuschlos. Eine einwandfreie Schreibmaschine für persönlichen Gebrauch, solidester genial gelöster Konstruktion, aus denkbar bestem Material, das ist das Richtige I Wird in elegantem Koffer mit Zubehör in speziellen Schriftarten und wunderbaren Farben geliefert. Hat viele konkurrenzlose Vorteile, u. a. automatischen Setztabulator, wunderbar leichten Anschlag prüfen Sie selbst ohne Kaufzwang, unverbindlich und gratis. und zahlen können Sie in kleinen Monatsraten, sogar nur Fr. 20. — monatlich. 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So gab er 80,000 Francs für die Andreesche Ballonexpedition. — „Sehen Sie," schreibt er an Frau von Suttner, „damit will ich auch der Sache des Friedens dienen, denn jede neue Entdeckung lässt in den Gehirnen der Menschheit Spuren, die es ermöglichen, dass desto mehr Gehirne der nächsten Generation entstehen, die imstande sind, neue Kulturgedanken aufzufassen." Da er Arbeit leidenschaftlich liebte, so genoss er niemals Ruhe. Immer war er auf der Suche nach einer Vervollkommnung, einem Fortschritt auf dem Gebiet der Ex-, plosivstoffe. Die Arbeit war in seinen Augen nicht allein das Gesetz der menschlichen Kreatur, sondern auch die Quelle des wah- Nobel gedachte seine letzten Tage in Bo- zu verbringen, aber der Tod ereilte ihn 1888 starb sein Bruder Ludwig in St-fors Petersburg, und er konnte bei dieser Gelegenheit sehen, wie die Mitwelt seine eigenen Jahren. Alle die, welche ihn persönlich ge- dass ein Mensch das Leben gemessen könne, am 10. Dezember 1896, im Alter von 63ren Glückes. Drum liess er es nicht gelten, Arbeiten beurteilte. Die Tagesblätter hatten kannt haben, bezeugen seine Liebenswürdigkeit und sein höfliches Wesen, das er sieh der Sohn seines Vaters und der Neffe seines ohne gearbeitet zu haben, „einfach weil er nämlich irrtümlich den Tod von Alfred Nobel gemeldet. Die deutschen und englischen Blätter überschütteten ihn mit Lotionen erworben hatte. Er war ein trefflicher Nobel verstand sich auf Geschäfte; er be-> durch seinen Umgang mit Leuten aller Na- Onkels war." beserhebungen, aber die chauvinistische französische Presse griff ihn, der damals in Alfred Nobel über Welt und Menschen, über rung für die Tätigkeit seines Geistes. Wenn Unterhalter. Frau von Suttner sagt: „Mit handelte sie grosszügig, fand hier eine Nah-* Paris lebte, lebhaft an, besonders weil er Kunst und Leben, über die Probleme der er die Rechnungen seiner Fabriken prüfte, das rauchlose Pulver anderen Staaten angeboten hatte. Ausserdem hielt die Presse geistiger Hochgenuss. Seine Konversation Teil des Glückes haben, welcher ihnen zu-i Zeit und der Ewigkeit zu sprechen, war ein fragte er sich, ob die Menschen hier den der Regierung vor, dass sie Nobel erlaubt war funkelnd und tief, und geradezu phänomenal war die Vollkommenheit, mit welcher hartnäckig. Und er war dazu gekommen, kommt. Dieses Problem beschäftigte ihn hatte, ein Laboratorium in der Nachbarschaft einer staatliehen Pulverfabrik zu errichten. Die Verwaltung machte ihm nun und die englische Sprache zu reden und zu Menschheit zu betrachten. Er, der Erfinder- dieser Schwede die deutsche, die französische den Krieg als das grösste Unglück de* tausend Schwierigkeiten, und der Präfekt schreiben wusste — jedes dieser in allen des modernen Pulvers, hatte ein Grauen vor von Seine und Oise drohte ihm sogar.mit seinen Feinheiten beherrschten Idiome hätte Kanonen, vor Soldaten, vor allem, was zum. zwei Monaten Gefängnis wegen Uebertretung man für seine Muttersprache halten müssen." Krieg gehört. Seine liebe zum Frieden der Verordnung über die Behandlung von Er hatte grosse Freude am Schreiben von wurde besonders durch die Freundschaft mitj» Explosivstoffen. Briefen, in welchen er Gelegenheit fand, seine Baron und Baronin von Suttner genährt. Alfred Nobel verliess Frankreich 1891 mit Gedanken über die Fragen, welche sein Interesse fesselten, zum Ausdruck zu bringen. gress nach Bern zu bringen, aber er Letztere suchte ihn auf den Friedenskon- ging dem bitteren Gefühl, dass er davongejagt war. Er begab sich nach San Bemo, wo er eine prächtige Villa am Mittelmeer kaufte. Diese Villa „mio nido" (mein Nest) ist unter dem Namen „Villa Nobel" bekannter. Im Garten liess er ein neues Laboratorium bauen. In San Remo beschäftigte sich Nobel mit der Verbesserung des rauchlosen Pulvers, aber auch neue Arbeiten griff er auf; er machte z. B. Versuche, einen künstlichen Kautschuk aus Nitrocellulose herzustellen, ein Problem, das ihn seit 1893 bis zu seinem Tode beschäftigte; er studierte die Herstellung künstlicher Seide u. a. Die Arbeiten Nobels über rauchloses Pulver führten ihn dazu, sich lebhaft für Geschütze und Artilleriematerial im allgemeinen zu interessieren. Damit er in ausgedehnterem Masse experimentieren könne, kaufte er 1894 den grösseren Teil (später das Ganze)" der Aktien der Bofors-Gullspanggesellsehaft. — Er hatte den Gedanken, daraus eine Art „skandinavischen Krupp" zu machen, und er wandte dafür beträchtliche Summen auf. Zur selben Zeit richtete er auch bei Bofors, in Björkborn, wo ihm das Hauptgebäude zur Wohnung während seines Aufenthaltes "in Bofors diente, ein prächtiges Laboratorium ein für technische Versuche grösseren Stils, als in seinem Laboratorium in San Remo möglich war. Er stellte in Bofors sechs Assistenten ein und hatte die Absicht, hier sich ganz Ha ZürichNeu-SeidcnhofUraniastrrGerbergj la Wagendedcen fehlerfrei, die einmal gebraucht wurden, sind zu sehr günstigen Preisen abzugeben. Diese Decken sind Qualitätsware wasserdicht und in jeder Grosse erhältlich» solange Vorrat. Variangen Sie Offerte von Zelt- und Deckenfabrikation PICARD, B IE L F. Spüzharth-Grleb, Zürich B Feldeggstrasse 58 — Telephon 27.464 SILBERSCHMIED AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 92 auf seine Tätigkeit als Erfinder zu konzentrieren; aber der Tod setzte seinen Plänen ein Ziel. Ausser den Versuchen, welche ihn in San Remo beschäftigt hatten, fing er in Bofors Arbeiten in mehreren neuen Richtungen an, z. B. im Gebiet der Elektrochemie. Er baute auch einen Apparat, um topographische Photographien von einem Fallschirm aus aufzunehmen. Im Laufe seines Lebens hat Nobel 129 Patente genommen. Aber ausser diesen Erfindungen gebar sein fruchtbares Gehirn eine grosse Zahl von anderen, die er zu notieren pflegte „zum Gebrauch derjenigen, welche freie Zeit haben". Da er selbst frei von Vorurteilen war, sonicht ohne Widerstand hin. „Versuchen Sie, scherzte er gerne in Schrift und in Wort mich zu überzeugen," sagte er, „und ich über die seiner Nächsten. Sein Stil war werde Ihnen die Mittel zur Tat geben." Sie unternahm die Bekehrung und sie gelang* Nobel wurde ein Apostel der heiligen Sache, und er ist es bis zum Ende seines Lebens geistreich und originell, und man kann sagen, dass er ein Meister in der Kunst, Briefe zu schreiben, war. Seine Vielsprachigkeit öffnete ihm den Weg in die Literaturen aller Kulturnationen. Seine gewählte Bibliothek enthielt die schwedischen, russischen, französischen, englischen und deutschen Meisterwerke, welche er gründlich kannte. Besonders bewunderte er Byron. Er schrieb selbst Gedichte, welche jedoch nicht veröffentlicht worden sind. Frau von Suttner sagt: „Wäre dieser geniale Mann nicht ein grosser Erfinder geworden, sicherlich hätte er als Schriftsteller eine hohe Stufe erreicht." Gegen Ende seines Lebens, als seine schlechte Gesundheit ihn am Arbeiten hinderte, beschäftigte er sich mit der Abfassung eines Dramas „Beatrice Cenci" oder „Nemesis" in schwedisch. Er interessierte sich auch für Malerei, aber auf seine Art. Schnell war er müde, dieselben Bilder zu betrachten und liess sich von einem grossen Kaufmann die Gemälde, die er liebte, schicken und vertauschte sie einige Zeit nachher gegeneinander. Nobel war nicht verheiratet. Als Feind grosser Gesellschaften sah er bei sich in Paris und in San Remo nur wenige Personen gleichzeitig. Zu korpulent? Vasen-Blumen für Salons und AUTOS. Ansteckblumen, Palmen. Blumenvasen In unerreicht schöner, künstlerischer Ausführung. J.Fr.GUBSER, ZÜRICH Blumenfabrik Er entfernt das Überschüssige Fett und verhindert neuen Fettansatz. Zugleich bewährte Blutreinigung. 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Nobel hatte zunächst, wie Baron und Baronin von Suttner bezeugen, die Absicht, nur eine einzige Stiftung zu machen für di« Propaganda der Idee des allgemeinen Frie^ dens. Aber da er einen starken Eindruck von den Worten Pasteurs empfangen hattet „Die Unwissenheit trennt die Menschen und die Wissenschaft nähert sie einander," enti schied er sich dazu, sein Vermögen nicht nur der Sache des Friedens, sondern auch dem Fortschritt der Wissenschaft zu ver* machen. So entstand die Nobelstiftung, welche au* jährlich Preise für die bedeutsamsten Lei* stungen auf den Gebieten der Chemie^ Physik, Medizin und Literatur, sowie einen Friedenspreis verteilt. Je länger Sie sich der gleichen Klinge bedienen können, desto billiger kommt Sie das Rasieren zu stehen. Wir raten Ihnen • falls Sie dies noch nicht getan hoben • einmal die Maag-Klinge auszuprobieren. 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N*»92...- 1933 AUTOMOBIL-REVUE 15 HD CG EP Gedankt sei dem, der das Gebot erlassen hat, dass man heuer im Herbst wieder weisse Rüschen und Jabots, Kragen und Manschetten trägt. Denn ohne sie wäre der Herbst entsetzlich traurig. Angefangen von den schmalen weissen Plissees, die tugendhaft unter dem langen, engen Aermel hervorlugen, bis zu den loseflatternden gi- gearbeitet sein. Schwarz ist und bleibt unzweifelhaft das Eleganteste. Dann rangiert Dunkelblau und Tiefdunkelgrün. Man hat ganze Oden über das dunkle Promenadenkleid angestimmt, das keinen anderen Schmuck trägt als die Schönheit des Schnitts und bestenfalls sehr, sehr schöne Knöpfe. Aber das Promenadenkleid ist weissen Kaskaden, die vomeben etwas ganz anderes als das Nachmit- gantischen Gürtel bis zum Rockrand hinabwallen, ist heuer alles zulässig, was geeignet ist, die Kleider zu beleben und aufzufrischen. Vielleicht ist es gar nicht so sehr Belebung, als ein frischer, sauberer Ton, den jede Toilette, die einfachste wie die prunkvollste, durch Hinzufügen dieser weissstrahlenden Kleinigkeiten erhält. Gibt es nun irgendein ganz neues Plätzchen an den Kleidern, wo diese weisseh Wunder hingezaubert werden können? Seit jeher waren uns die Kragen und Manschetten, die Fichus und Jabots bekannt. Vor dem Kriege trug man die verschiedensten Bäffchen und Rüschchen an den hohen Stehkragen, auf denen sich der Kopf präsentierte wie ein Bonbon auf seiner plissierten Papierunterlage. Der Kragen ist in unzähligen Varianten wieder da, ganz einfach im Material, aber in gewagtestem Schnitt, aus altem und wieder modernem Material: Leinen, Pique, Organdi, Crepe de Chine, Moire, Rips, Tüll, Marquisette — eigentlich aus allem, was weiss ist und sich zu Kragen verarbeiten lässt. Wir betonen mit voller Absicht das Weisse, denn genau so wie jede Saison irgendeine lichte Farbe protegiert — einmal beige, ein andermal rosa, bois de rose, gelblich oder bläulich — wird im heurigen Herbst ausgesprochen Schneeweiss getragen. Neuartig ist die Anbringung der Rüschen und Volants am Ausschnitt, hinten am Dekollete und weiter hinunter, dem Rücken entlang, sich windende Volants, schiefgeschnittene Biais, gereihte, ungleich breite Streifen laufen mitten über den Rücken hinab, bis an den Rockrand, in der Mitte oder etwas seitlich placiert. Manchmal bilden sie einen luftigen Cul-de-Paris, der ganz an die Zeiten um 1890 mahnt, die ja übrigens heute viel Anziehungskraft besitzen, in der Mode, wie auf der Bühne und im Film. Auch um den Gürtel kann ein Volant angebracht werden, der die Stelle der einstigen Schösschen vertritt. Und natürlich kommen Stuart- und Medicikragen wieder in Verwendung. Es ist nur logisch, alle diese reizvollen Nichtigkeiten auf dunklen Kleidern anzubringen, mögen sie aus Wolle oder Seide SIE Lob des Weiss EPyöftOJ tagskleid, das man zu Besuchen, zum Tee und zu anderen geselligen Gelegenheiten trägt. Hier ist der weisse Aufputz unbedingt am Platz. Weisse Manschetten, die über dem Tee- oder dem Bridgetisch flattern. Weisse Schösschen, die das schwarze Kleid in zwei Teile trennen. Weisse, frische Kragen, die nicht zerknüllt sind, da man den Mantel vorsichtig nicht geschlossen hatte, als man im Auto sass. Der weisse Aufputz wäre aber nicht so willkommen und wichtig, wenn er tatsächlich nur für jene da sein sollte, die im Auto fahren. Er ist eine durchaus demokratische Einrichtung, die um so erfreulicher ist, als sie imstande sein wird, eventuell auch ein vorjähriges, schon auffrischungsbedürftiges Kleid zu einem neuen zu machen. Gerade deshalb, weil der Aufputz nicht mehr einzig und allein aus den stereotypen Kragen und Manschetten in konventioneller Form bestehen muss, die ja nicht zu jedem Kleide passen, während jedes Kleid beinahe heute einen Zug hat, der durch ein bisschen Weiss akzentuiert werden kann. Ist die Taille nicht mehr völlig auf der Höhe, dann wählt man eines der grossen Plastrons, die wohltätig bedecken, was man nicht mehr sehen soll. Wenn man, um mit der Herbstmode Schritt zu halten, durchaus lange Aermel haben will, kann man unbesorgt die halb- oder dreiviertellangen Aermel mit weissen Ergänzungen komplettieren, eine Machart, die an den schönsten Modellen der grossen Häuser zu sehen ist. Wer Stickereien und Spitzen liebt, darf heuer in diesen Zutaten geradezu schwelgen. Alles lässt sich in luxuriösester Weise arbeiten. Eine dunkle Toilette mit einer solchen Garnitur ist unendlich distinguiert^ aber auch helle Woll- und Seidenkleider werden mit Vorliebe mit dieser immer und ewig distinguierten Verzierung getragen. Modische Neuheiten gen amüsante Zierknöpfe und hübsche Verzierungen. Besonders der Vierecksattel und der Matrosenkragen — neue Ideen auf dem Gebiet der Mode — bereichern die herbstliche Note. Sie gehen übrigens ganz konform mit der internationalen Silhouette, haben phantasievolle Aermel und ausgestaltete Schultern, schlichte Figuren und hübsche Gürtel. Wichtig für ihre Eigenart ist die Farbe und der Stoff. Am reizendsten ist Angora-Jersey. Seine Weichheit ist verblüffend, seine Schmiegsamkeit bezaubernd. Manche Stoffe sind durch Angorafonds zart und warm, leicht und modern, andere überziehen einen Trikotgrund mit abstehenden oder anliegenden Angorahaaren. Noch andere bringen nur etwas Angorastickerei, um dieses eigentlich nicht billige aber prachtvolle Material doch anzuwenden. Die Trikotstoffe sind manchmal langhaarig, ja zottig. Es gibt Boucles und Noppen; feingerippte Jerseys (Cotele) und grobgerippte (Cöte de cheval). Besonders gut verwendbar sind die neuen Walkungjerseys. Wie ihr Name sagt, sind sie gewalkt und nur der Fachmann kann ihre Provenienz von der Strickmaschine feststellen, so sehr gleichen sie den Stoffen. In allerlei Stärken entsprechen sie dem flotten Trotteurkleid, dem im Herbst neuerdings beliebten Kostüm mit der verlängerten Jacke, aber auch dem Strapazmantel und dem Paletot. Der Jumper ist ganz anders gestrickt. Er ist leicht, ahmt Handarbeit nach, seine schwammige Durchsichtigkeit bleibt aktuell und nur die Wollblusen bedienen sich der dichten, den Kaschmir kopierenden Stricktechnik und der so beliebten Links-Links- Arbeit. Die Jerseykrepps, in zartesten Vierecken geprägt, flanellartig glatt; sanft wie Duvetine und wie seidiges Tuch, sind dunkelgrün, schwarz, stahlblau, korinthenrot, braun, schiefergrau und schwarzweiss und in neuen warmen Pastellfarben meist dunkelster Schattierung gehalten. Da der Alltag vor allem und auch der Sport auf Jersey eingestellt ist und die Frauenwelt immer hübsch sein will, spielt die Ausgestaltung der gestrickten Mode eine grosse Rolle im Modeherbst. Stahl, Silber und Bronze. «Linie und wieder Linie», so lautet die Devise der Saison. Fliessende Gewebe und schmeichelnde weiche Formen. Schnitte, die •schlank machen, die raffiniert und geschickt klassische Vorbilder verraten und doch auch an die Mode der Jahrhundertwende und ihren spielerischen Luxus anknüpfen, passen für die neuen Kleider. Sportensembles und Alltagsjumper bleiben ein eigenes Genre und sich doch auch von dem neuen Luxusbedürfnis beeinflusst. Keinerlei « maskuline » Modemotive, keine gewollt einfachen Effekte. Die Frau von heute will damenhaft wirken, Girl und Flapper gelten augenblicklich als Der Herbst Von Manfred Sturmann. Ueber das falbe Gras Schwingt sich der Fittich Des späten Sommers. Und es ist, als klage Mit dunkler Stimme Jeder verrinnende Tag. Denn von Schatten verhängt Sind schon die blauen Buchten des Himmels. Und in den Gärten Rüttelt der Wind An vergessenem Laub. Und der Wein, beschwert Von der Reife seiner Strotzenden Fülle, Fällt in die braunen Hände der Leser. Das ist der Herbst. Der Herbst und der Jersey. Der praktische und nicht teure Jerseystoff bleibt unbedingt modern. Die fassonierten Kleider, die mit viel Sorgfalt genäht werden, überwiegen und die einfarbigen Modelle traantiquierte Begriffe und das Wort «Oarconne» ist gegenwärtig nicht aktuell und mutet als ein verstaubter Modebegriff von gestern an. « Dame » ist das Stichwort dieser Saison und es vermittelt mit der neuen Einstellung auch wieder den Sinn für kostbaren Schmuck, für eine graziös getragene Blume, die sich in die Falten der Halsumrahmung schmiegt, und für Garnierungen, die edel und schön sind. Lanvin, ein seit Jahren führendes Haus der Pariser Hautecouture, erfinderisch in vornehmen Stilarten, ersinnt Metallverzierungen für die neuen Nachmittagskleider und die schönen und eleganten Tageskleider. Und jede Woche erfindet man in Paris, London, Wien und andern Modezentren auf diesem reichen Gebiete des Modeschaffens unzählige Neuheiten. Die Masche, die sich an den Hals legt und sich aus dem Schnitt des quergestellten Sattels als organische Selbstverständlichkeit erzibt, hat Nickelenden an ihren Schleifen. Echte ziselierte Silberknöpfe und getriebene schmale Stangenknöpfe zieren das neue Besuchskleid aus « Hawaia », dem matten, leicht reliefierten Modekrepp, der wie Wolle aussieht und doch aus Seide gewebt ist. Die reizvollen Clips aus echtem Geld, die man von der Kunstgewerblerin aus gesammelten Goldresten alter Schmucksachen anfertigen Hess, sitzen in den zwei Ecken des wieder so sehr beliebten viereckigen Ausschnittes und schliessen auch den schmalen Gürtel. Ein anderer Gürtel — für dasselbe Kleid, das braun-kapuzinefarbig ist — besteht aus Bronzeposamenterie, schnurförmig gedreht. Und eine schwarze Schnur auf schwarzem Kleid läuft um die Taille und schliesst auch den weichen hohen Tütenkragen und hat Zürcher Wochenprogramm Abends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 8 Uhr. DL abend 7. NOV. Tanzabend Ernst Mohr und Nina Macciacchini. Mi. abend 8. NOV. Zum letzten Mal: Der Kreidekreis (B-Ab. 5), Oper von A. v. Zemlinsky. DO. abend 9. NOV. Geschloss. Vorstellung f. Schulentlassene: Der Vogelhändler. Schauspielhaus Abends «* Uh o r 1> s ? nn - r tag nachm. ZVt Uhr. Di. abend 7. NCV. Viel Lärm um Nichts, von Shakespeare, Musik n. Mozart. Mi. abend 8. NOV. Etienne, Schauspiel v. Jacques Deval. Do. abend 9. NOV. Premiere: Ist Geraldine ein Engel?, Lustspiel von Hans Jaray. Magenleidende kuriert euch durch die bewährten Magenpulver von D. S c h ü c p p. Sie sind ein sicheres Mittel zur Beseitigung selbst veralteter Fälle von Magenleiden, Verdauungsstörung oder chronischem Magenkatarrh. 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