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E_1933_Zeitung_Nr.094

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14 AUTOMOBIL-REVUE Griff

14 AUTOMOBIL-REVUE Griff wieder auf die Beine. Jetzt sucht er wie in einem schleudernden Strassenbahnwagen Halt an einer Lederschlinge, die von der Decke herabhängt, und erwischt den Griff eines kleinen Damenköfferchens, das heruntersaust und seinen Toiletteninhalt: Wässer, Spiegel, Bürsten, Puder, Kamm auf einen Glatzkopf entlädt. Schon ist er Friseur — auch diese Profession hat er einst ausgeübt — welche nicht! — und massiert den Kopf mit dem Haarwasser, steckt sich den herausgefallenen Kamm in die schwarze Tolle und fragt, ob Puder gefällig ist. Der markige Ober bringt ihn ins Gegenwärtige zurück. Und dann war jenes Malheur mit der Sauce geschehen. Das alles erlebt Charlie jetzt in innerer Rückschau gesteigert noch einmal und sieht nicht die wütenden Blicke seiner Frau, die zum zweitenmal die Salatschüssel verlangt. Schwer ist der Beruf eines Speisewagenkellners, denkt er, wenn man kein Geschick dazu hat. «Noch etwas Braten gefällig, mein Herr?» fragt der junge Kellner, in der linken Hand die Platte und in der anderen die Sauciere. Charlie, ganz versunken, abwesend, traumhaft wie unter einem Zwang, nimmt dem verdutzten Burschen die Platte aus der Hand. «Charlie, benimm dich!» flüstert Edith noch rasch, erbleichend. Da aber hat sich Charlie schon erhoben und balanciert die Bratenschüssel durch den rasenden Gang des Speisewagens, er läuft wie auf Rollschuhen, rechtes Bein hoch, linkes Bein hoch, genau wie damals, verklärt und lächelnd, im Genuss seiner geschickten Ungeschicklichkeit. Der junge Kellner, dessen Nerven solchen unerhörten Zwischenfällen nicht gewachsen sind, lässt offenen Mundes und starren Auges die Tunkenschüssel in der schlappen, bewusstlosen Hand sich derart neigen, dass der braune Inhalt sich über Ediths helles Kostüm ergiesst. Ein kreischender Aufschrei, eine Flut Von Heinrich Zillich. Der Garten riecht von faulem Obste sauer. Es ist die Zeit, wo man das Auge hebt, Hinausblickt und es senkt zu kurzer Trauer. Ein Wind bringt Glück und Abend und verschwebt. Er läutet hier und dort der Bäume Glocken. Da sinkt ihm nach das rauschende Gebimmel. * Weit draussen lehnt verdämmernd in den Flocken Des Bergwalds Bronzeschild am blauen Himmel. Ich trinke heute von dem ersten Moste Den veilchenfarb'nen Abendbergen zu. Das Wildbret dreh' ich langsam überm Roste. Das Brot ist frisch. Geschnitten hast es du. Wir blicken durch das Fenster nach dem Himmel, Der grossen Wiese um die Mondesquelle. Getrost steigt auf ein kleiner Wolkenschimmel Und dunkelt durstig über ihre Helle. Ich lasse auch den Rauch vom Dache steigen. Sieh hin, er trägt mein Opfer steil empor, Vielleicht nicht ganz so hoch und doch ins Schweigen. Dich drückt der Schlaf? Verschliessen wir das Tor. Den letzten Schluck, eh' wir ins Dunkel sinken! Aus Tag rinnt Nacht und Nacht in Tag hinein. Auch dieser Trank war Licht und gärt zu Wein. Vergiss nicht, gib noch unsrem Kind zu trinken. von Gescmmpf, der junge Kellner, verstört und bleich, ruft nach heissem Wasser, kniet, reibt, wischt . Charlie sitzt wieder artig da, stumm, schuldbewusst, unbewegt, nur sein Mund zuckt, und er hat das Gefühl, durch die Ewigkeit zu sausen... Geschickte Fremdenwerbung. Auf originelle Art verbindet der schlesische Kurort Charlottenbrunn Reklamationen wegen lärmenden Autos mit diskreter Verkehrspropaganda. Wenn ein Automobilist das «Er braucht ihn nicht mehr, den Pass, der fel, zu denen sie sich hatte verstehen müs- und Eberhard fühlte sich in dem etwas arme Ephraim», sagte der Trödler mit ei-sennem bezeichnenden Augenblinzeln. «Und engen, kaftanähnlichen Oberrock auch nicht seine Witwe, die arme Rahel, könnte sich ja sehr behaglich. Aber man musste wenigstens nicht befürchten, dass plötzlich eine einen neuen ausstellen lassen!» Die «arme Rahel» sah nun allerdings etwas anders aus als Mercedes; es war viel «französische Ehepaar Pigeot» herausholte. Abteilung Polizei den Zug betrat und das Phantasie nötig, um eine leichte Familien- Einige Stationen vor Moskau verliessen ähnlichkeit herausfinden zu können. Aber die Photographie war alt, und der Pass auf den Namen der Kupitza Rahel Zobelsohn wahrscheinlich sicherer als der der Madame Pigeot. Für zweihundert Rubel war das Geschäft zu machen, und Eberhard besann sich nicht lange. Noch am gleichen Tage fuhren Ephraim Zobelsohn und seine Gattin Rahel über Rostow Moskau entgegen. Im Personenzug und in der dritten Wagenklasse, wie das für sie nun «standesgemäss» war. Diese Fahrt gehörte nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens. Die beiden befanden sich selten allein in dem schmutzigen, nach allen möglichen Speiseresten duftenden Abteil. Mercedes drückten die schweren Stie- Der Tagesfilm Haus im Herbst Städtchen durchfahren und den Unwillen der Bewohner erregt hat, wird seine Nummer notiert, die Adresse ermittelt und dann flattert eines Tages eine mit geschickten Zeichnungen geschmückte Postkarte ins Haus. Diese zeigt auf der einen Seite drei iidele, blasende Dorfmusikanten, darunter befindet sich der Spruch: «Willkommen im Bad Charlottenbrunn! Das gilt auch Ihnen, und wir freuen uns über jeden Besuch, den Sie uns machen. Aber am ... haben Sie gegen ... Uhr durch ... wirklich sehr viel Lärm verursacht und dadurch ganz erheblich gestört.» Die Vorderseite dieser originellen Karte zeigt eine nette Zeichnung des Dorfes und enthält folgenden Text: «Unsere Kurgäste, von denen ja unser Ort ausschliesslich lebt, suchen Ruhe und Erholung. Wenn Sie so krank wären, würden Sie auch auf den Autolärm schimpfen! An Stelle einer Strafverfügung bitte ich Sie daher, beim nächsten Mal darauf Rücksicht zu nehmen und ganz, ganz leise zu fahren, besonders abends. Versuchen Sie, es geht! In diesem Sinne: auf baldiges Wiedersehen! Der Amtsvorsteher.» Zu einem solchen klugen Amtsvorsteher kann man diesem Kurort nur gratulieren — es sei denn, er sei unterdessen nicht längst •weggeschaltet... bo. 90 + 91. In der australischen Stadt Sidney kam es zu einer seltsamen Eheschliessung, an der die Bevölkerung riesigen Anteil nahm. Der über neunzigjährige bekannte Bankier Fox heiratete eine Frau, die noch ein Jahr älter ist als er. Derartige Eheschliessungen kommen bisweilen vor, aber das Einzigartige an dieser Ehe ist darin zu erblicken, dass die beiden «jungen alten Eheleute» vor mehr als 50 Jahren bereits einmal miteinander den Bund fürs Leben eingegangen sind, allerdings diesen Bund schon nach kurzer Zeit gelöst hatten. Fox ist seitdem nicht weniger als viermal in einen anderen Ehehafen eingelaufen, während seine erste Frau sich dazu nicht entschliessen konnte und seit über 10 Jahren in einem Altersheim lebte. Trotz des Ansturmes der Reporter lehnten die beiden Alten es kategorisch ab, die Gründe für ihre nochmalige späte Verehelichung bekanntzugeben. Sie haben inzwischen ihre «Hochzeitsreise» nach einer kleinen Südseeinsel angetreten, auf der Fox einen herrlichen Besitz hat. _____ Der Arzt hatte eine Rechnung geschickt, der Patient einen Scheck zur Begleichung. Nach drei Tagen telephonierte der Arzt : « Der Scheck ist zurückgekommen.» — Der Patient: « Die Krankheit auch. » den Koffern die kleine Wirtsstube betraten, litärischen Geheimnissen zu sehen und zusahen sie, dass sie die einzigen Gäste waren. hören. Aber er hatte Moskau aufsuchen wollen oder eigentlich müssen, da er nach Pe- breitschultriger Mann mit einem starken Sar- An einer Art Schanktisch stand ein grosser, tersburg doch unter keinen Umständen zu- Vielleicht gelang es ihm, vonmochte die unzähligen Blatternarben nicht zu matengesicht; der schüttere dunkle Bart ver- Eberhard und Mercedes den Zug, der im-rückkonntemerhin ein «Fernzug» war, und dessen Passagiere beim Eintreffen in der Hauptstadt kommen und irgendwie den Weg nach der Unter dichten, schon etwas angegrauten hier aus mit Mercedes nach dem Süden zu verdecken, die dieses Gesicht entstellten. vielleicht kontrolliert wurden. Sie sassen mit Türkei, nach Griechenland oder nach Bulgarien zu finden. würdig helle Augen auf die eintretenden Brauen richteten sich ein paar scharfe, merk- ihren beiden schäbigen, leinwandbespannten Koffern auf einer Bank und warteten auf Eberhard und Mercedes fragten sich durch Gäste. Das war offenbar Wladimir Sergejewitsch Semenow selbst. Er trocknete sich die den Vorortzug, der sie dann auch pünktlich nach — der Nikoloiamskaja 27. am Jaroslawl-Bahnhof absetzte. Hände an einem nicht übermässig reinlichen Kein Mensch kümmerte sich um die Pas- 8. Handtuch ab, bot den Gästen, ihnen entgegentretend, einen guten Morgen und Ein kleines Kellerlokal, über ein paar Stu- fragte sagiere, zumeist Arbeiter, die — es war am Morgen — in die Stadt fuhren, um sich zu ihren Werkstätten zu begeben. Eberhard war es natürlich klar, dass er von den Empfehlungsschreiben des Generals Bobrikow keinen Gebrauch machen durfte, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen wollte, festgenommen zu werden. Er wusste auch, dass er in Moskau kaum besonders viel Wissenswertes erfahren würde. Die Schicht, zu der er als Ephraim Zobelsohn gehörte, bekam kaum allzuviel von mi- 1933 - No 94 dass der Besitzer Wladimir Sergejewitsc. Semenow hiess. Als Eberhard und Mercedes mit ihren bei- fen zu erreichen. In dem Fenster Würste, nach ihren Wünschen. Schinken und andere Lebensmittel. Alles «Wir hätten gern gefrühstückt,» sagte nicht gerade sehr appetitlich, nicht gerade Eberhard. «Wir kommen von auswärts, m|J sehr verlockend. Dazwischen dickbauchige der Bahn — wenn es Kaffee oder Tee gätk Flaschen. Ein paar anpreisende Plakate. oder irgendein heisses Getränk!» Und über dem Fenster und der Tür ein Schild: «Traktyr». Man erfuhr auch noch, (Fortsetzung folgt.) Höhere Ham&fr&Mlß Zürich-Neu-Seidenhof- Uraniastr.- GerbergJ Waffeldecken tehlerirei, die einmal gebraucht wurden sind zu sehr günstigen Preisen abzugeben. Diese Decken sind Quatftätsvuare wasserdicht und in jeder Grosse erhältlich, solange Vorrat. Verlanaen Sls Offerte von Deckenfabrikation Das Schweizerpiano immer muu Zu ch Beethoven strasse 49 Telephon 67.037 bevorzugt Vorführung unverbindlich Reparaturen Stimmungen Warum sollten Sie den Versuch nicht auch selbst einmal machen? 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N° 94 - 1933 AUTOMOBIL-REVUB 15 EDflffiDQ HD»» Modische Perspektiven Die neue Damensilhouette. So lange sprach man von der «unveränderten Linie >, bis man schliesslich. die neue damenhafte und elegante Mode betrachtend, feststellen muss, dass sich die Umrisse der Frauenerscheinung, die Silhouette, doch verändert hat. Die Schulter, die breit, ausladend und mächtig scheinen sollte, wird plötzlich wieder sanft; schmal abfallend, schmiegen sich die Capes, die Aermel und die Garnierungen um die Gestalt der Frau. Die Halsausschnitte haben sich sehr verändert. Sie sind von den Tageskleidern beinahe verschwunden. Der Rollkragen, der Russenund Chinesenkragen und die spanischen faltigen Halsumrahmungen wurden für die neuen Entwürfe zu Vorbildern. Wie in den achtziger Jahren trägt die moderne Dame ihre Brosche, ihren Anhänger knapp an dem Halsansatz, auf faltig gelegtem Kragen. Zärtlich legen sich die matten weichen wolligen Gewebe um den Hals, umrahmen in scheinbar willkürlichen Falten den Nacken und das Kinn und wirken ganz neuartig, obwohl Eislaufsweater und Skibluse seit Jahren auf den Rollkragen eingestellt sind. Die abstehende Taillenmasche soll sich der allgemeinen Devise unterordnen und fliessend, anliegend und weich den Linien des Körpers folgen. Manche Kleider verzichten auf einen Gürtel und betonen mit faltigen Effekten die Taille. Das klassische Vorbild mit seinen einheitlichen Linien ist ein Beispiel für die neue Mode geworden. Der mädchenhafte, 3a fast knabenhaft wirkende Gürtel weicht den gelegten Fältchen, die aussehen, als wären sie nur zufällig aus der Drapierung des Stoffes entstanden. Die kostbarsten Toiletten sind so raffiniert zugeschnitten? dass sie wie gesteckt wirken. Auch ist der Rocksaum länger, der Rock weiter : die Toiletten sind reich an Material, und das abendliche Kleid, das immer noch die Hüften eng umschliesst, löst sich an den Knien zu besonderer Weite oder fällt schmal und scheinbar eng an der Gestalt herab. Das Biedermeier-Fichu, das die Schulter sanft konturiert. der kurze Volantärmel, der den Arm liebenswürdig begleitet, und das anliegende Vetement, das sich weich um den Körper legt, bestimmen die neue Silhouette. Der riesenhafte Pelzkragen Hess das Köpfchen fast verschwinden; er wird gemässigt zu einer Umrahmung für Gesicht und Schulter, und der abstehende Mantel gibt nur noch dem Paletot seine Richtlinien und verschwindet, um dem schmalen, vornehmen, langen, ja schleppenden Abendmantel wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Wie man glaubt, wird der Muff gross und weich; aus den lustigen Miniaturtonnen sind weiche Sac de fourrure geworden und auch die Hüte sind ganz auf Drapierung eingestellt und begleiten die kapriziösen Frisuren. Pelzmäntel. Wenn es noch so reizende, kapriziöse Pelzkrawatten gibt, die sich um Mantel und Kleid schlingen, mit einer Pelzmasche oder Der Weq jurMMnMeff] führt üb. eine Kur m. Dr. Welnreioh's Schlank-! heitstee „Ledbai". Dieser aus erles. Heilkräutern zusammengesetzte Tee ist, da frei von Jod, vollkom-' men unschädlich. Er reinigt das Blut und schwemmt 1 alles überschüssige Fett in kurzer Zelt fort. Leobaitee ^ istdas Schlankheitsmittel derHollywooderFilmstars. Schachteln zu Fr. S und Fr BCBITBe EFER/^DJ werden durch feste Rollen, durch kantige Einsätze oder durch Ansetzen von Patten betont. Die Garnituren bestehen aus Metallin allen Apotheken od. direkt v. Hersteller: Löwen-Apotheke, Basel von welcher Gratisprobe bei Einsendung dieses Inserates erhältlich Ist. einem kostbaren getriebenen Goldknopf schliessen — ein Mantel aus Edelfellen ist doch schon im Herbst der Herzenswunsch der Frauen. Paris bringt ganz entzückende Vorschläge. Der Paletot aus Fohlenfell, braun oder schwarz, mit einem eigenartigen Kragen garniert, ist sportlich und wetteifert mit dem grauen Fohlenmantel, dessen Kanten, nach russischem Vorbild, mit einem andern Fell, mit Opossum, besetzt sind. Die brünette Frau, die darauf verzichtet, zu « erblonden «, ist ganz begeistert, dass Nutria wieder modern wird. Ein schmiegsamer Nutriamantel mit einem weichen, gelegten Halstuch aus Fell oder einem Herrenkragen aus braunem Biber ist ganz besonders elegant. Und um ein Abendjäckchen aus Hermelin bestellen zu dürfen, beweist die kluge Dame ihrem Gatten, dass es keinen praktischeren Abendumhansr gibt Jedes Vetement aus Panne oder aus Seide, aus Tüll, Brokat oder Lame passt nur zu einer oder zu zwei Toiletten. Ein Hermelinjäckchen aber kann jedes Kleid ergänzen: das obligate schwarze Abendkleid und das weisse Tanzkleid aus Netztüll, die Festtoilette aus orchideenfarbigem Satin und das einfache, champignonbraune Besuchskleid. Hoffentlich ist der Gemahl galant und splendid genug, um sich von diesen Argumenten überzeugen zu lassen. « Es muss ja kein Jäckchen sein, ein Schulterkragen ist auch hübsch ». lenkt manche Dame ein und bekommt nun einen Matrosenkragen, minutiös in Streifen verarbeitet, mit einer abschliessenden weichen Pelzmasche. Manch schöner Silber- oder Blaufuchs wird, der Mode zuliebe, geteilt. Ein Fuchscape, aus einigen Fellstreifen bestehend, durch die pikant die nackten Schultern oder der Stoff des Promenademantels durchschimmern, ist der « dernier cri» der Saison. Die alten, seit Jahren wohlbehüteten und eingemotteten Fellbestände werden geprüft. « Heuer kann man aus jedem Restchen etwas machen», meint der Kürschner — und er muss es wissen. Ein kleiner Fellkragen, eine schrnale Echarpe, einige dünne Pelzbändchen, die das Jäckchen und seine Taschen roulieren, Pelzknöpfe für einen Ausflugsdress oder nur eine Pelzmasche für Hut oder Halskragen — die Mode scheint so einfach und leicht erreichbar. Wenn man bescheiden bleibt und sich die Wünsche nicht an die Breitschwanzmäntel, an Modelle aus Nerz und Feh klammern. Ein Fehmantel, silbrig grau, weich und elegant, wie wunderschön !, und für Tag und Abend zu tragen. Oder ein Breitschwanzmantel. Schwarz, schlicht in der Linie, ganz wenig tailliert, mit Silberfüchsen garniert. Oder ohne Fuchszierde, einheitlich und vornehm. Der Nerzmantel muss ganz stilrein und einfach sein, die Felle sprechen für sich. Ein Capekragen, den man auch um den rTals drapieren kann, wäre vielleicht am allerhübschesten. Wünsche — hoffentlich finden sie Erfüllung. # Ihr Aussehen # gewinnt durch eine Behandlung im Salon Dittli, Zürich Welnbergstr 17 Tel. 43.020 • Ein Versuch wird Kleine Geselligkeit. Eine grosse, üppiffe Geselligkeit wird 5a in dieser Saison der Bescheidenheit und Zurückhaltung für die meisten kaum fai Frage kommen. Die Zeit, in der man die häuslichen Feste feierte, wie die Kurse stiegen, ist längst vorbei. Aber auch, wenn sie noch so tief stehen, wenn das Familienoberhaupt noch so bedenklich den Kopf schüttelt und immer wieder neue Sparmassnahmen ausarbeitet: es hilft ihm nichts, die Familienereignisse, die heranwachsende Generation, sind stärker als seine besten und kleinlichsten Absichten ... So schlechtweg können die Zeiten gar nicht werden, dass es nicht doch einen Anlass gibt, irgend etwas zu feiern. Die Tochter wächst heuer endgültig zum rumba- und flirtfähigen Fräulein heran. Da müssen nette junge Leute ins Haus kommen und die kommen eben nur dann, wenn ein Tanztee winkt, der garantiert in ein kaltes Nachtmahl ausartet. Und was kann man wissen, im Laufe des Winters kann sich auf diese Art auf Ja und noch einmal Ja die Notwendigkeit einer Verlobungsfeier, eines Polterabends, einer Hochzeit ergeben. Auf jeden Fall wird es bestimmt wieder Weihnachten und Silvester werden und nach allen diesen Strapazen für die andern will die selbstlose Hausfrau einmal auch etwas für sich tun. Auch die kleine Geselligkeit hat ein ziemlich umfangreiches Repertoire, aber wie man es mit gekürztem Wirtschaftsgeld durchstehen soll, das ist vorläufig noch ein sorgenvolles Problem, das ungefähr lautet: Wie kann man in diesen Zeiten noch eine halbwegs nette Geselligkeit betreiben, ohne es merken zu lassen, dass es den Gastgebern genau so knapp geht wie den Gästen? ... In solchen Fällen pflegte man früher zu sagen: da ist guter Rat teuer. Aber jetzt muss, wie alles, auch der Rat billig-sein, erschwinglich, und diese menschenfreundliche Aufgabe haben sich zwei Damen gestellt: Jda Bock und Mela Weiss, die eine Art gastronomische Knigges für die Gegenwartshausfrau verfasst haben: «Wie bewirte ich meine Gäste?» Vor allem durch eine hübsche Aufmachung, die auch den Reiz bescheidenerer kulinarischer Genüsse erhöht. Nicht auf die Leckerbissen kommt es an, sondern darauf, wie man sie serviert, wie die Tafel gedeckt und mit Blumen geschmückt wird. Auch die Sitzordnung ist wichtig. Bei der Hochzeitstafel muss man den Bräutigam neben die Schwiegermutter setzen, offenbar, damit er sich rechtzeitig an sie gewöhnt ... In die Mitte der Weihnachtstafel gehört ein kleiner geputzter Baum, auf den Silvestertisch ein Spanferkel oder wenigstens ein lorbeergeschmückter Schweinskopf. Bridgespieler wollen in ihrer ernsten Tätigkeit nicht durch Essen und Trinken gestört werden, aber wenn man ihnen neben den Spieltisch diskret einen kleinen Teetisch mit viel Sandwiches stellt, sind sie auch nicht bös ... Die grössten Anforderungen an die Es ist gar noch nicht so lange her, da konnte man sich das Strickkleid bloss als sportliche Bekleidung in engerem Sinne denken. Die Art der Verarbeitung des Wollfadens Hess vorerst keine weitgehendere Verwendung zu und Strickkleider für andere als für sportliche Zwecke fanden wenig Anklang. Die Mode in Strickkleidern hat nunmehr eine ganz neue Richtung eingeschlagen, indem sie Modernes Striclkostüm in den Farben braun nai beige. (Modell des Hauses Montreux-Knittinj, Zürich.) sich von allen Zierarten, von den oftmals zu kräftigen Farbtönungen befreit und den Modellen die klare, fest umrissene Form gibt, die durch die •Materialbeschaffenheit des Fadens bedingt ist. Das handgestrickte Kleid unterscheidet sich im wesentlichen immer noch durch die Vielgestaltigkeit der Strickarten; es ist jedoch erstaunlich, in welch bravouröser Weise die Maschine das Problem des Strickens gelöst hat und mit bewunderungswerter Technik die Eigenart des Handgestrickten hervorbringt. Die Muster sind vielgestaltig und wirken mit ihren Unebenheiten grobflächig und stofflich. Damit ergibt sich eine gewisse Einfachheit der Modelle, die aber in ihrer Beschaffenheit äusserst gediegen sind. Das moderne Strickkleid gliedert sich der Mode unter Berücksichtigung der Materialgebundertheit an. Das Jakkenkleid in Kasak- oder Westenform weist Leistungsfähigkeit der Hausfrau und denalle Kennzeichen der heutigen Mode auf und Appetit der Gäste stellt aber das Apres-Souper. Es soll sogar Gäste geben, die sich der- Gerade wegen der porösen Beschaffenheit findet als Strassenkostüm grosse Geltung. art wohl fühlen, dass sie nicht vor Verabreichung eines Morgenkaffees gutwillig weg- Autlerin ideal. Es erzeugt eine angenehme, des Gewebes ist das gestrickte Kleid für die gehen ... Diesem lehrreichen Knigge ist noch dauernd gleichbleibende Wärme und ist darum hygienisch einwandfrei. Auch bei stun- eine Sammlung von Kochrezepten beigegeben, die alle Genüsse der Geselligkeit zwischen 5 Uhr nachmittags und 4 Uhr früh umdenlangem Sitzen zerknittert das Kleid nicht und präsentiert sich auf der Strasse immer fassen: von Petit-Fours bis zur Bombe und tadellos. Die Jumperbluse, die zum Strickkostüm getragen wird, weist alle modischen zu Butterdatteln. Wenn man das nur liest, liegt einem schon die ganze kommende Saison im Magen. Eigenheiten auf. Die verbreiterten Schultern Sie überzeugen I A ^^ Das moderne Strickkleid lt.*** trägt für Reise, Sport und Haus die hygienisch einwandfreien TRICOTKLEIDER Sie zerknittern auch bei langem Sitzen nicht und präsentieren sich gleich gepflegt und elegant Im Auto wie auf der Strasse. Wir zeigen Ihnen gerne die allerneuesten Modelle zu vorteilhaften Preisen. Stadthausquai 3, ZÜRICH 1 werden wieder wie neu, durch Auf- oder Umfärben durch das erste Färb«' 6 ZUrt Spezialgeschäft R. HEER Zürich - Hallenstrasse 22 Sämtl. Schuhpflegemittel Telephon 44.983 sind den Lederwaren - Schuhe MAGENSCHMERZEN äusserst unangenehm Dieselben verschwinaber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel fegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf. Debelkeit. Erbrechen, Magendrücken. Sodbrennen. Blähungen, Aufstoßen übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr- 3.—. 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