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E_1933_Zeitung_Nr.094

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Strassen o60 Kilometer

Strassen o60 Kilometer deutsche «Keichsautobahnen » für den Bau freigegeben. Der Generalinspektor für das deutsche Strassenbauwesen, Dr. Todt, hat in einer Besprechung mit den beteiligten Stellen die Bauvorbereitung der Reichsautobahnen Köln-Düsseldorf-Duisburg-Dortmund freigegeben. Ausser der bereits in Köln tätigen Bauleitung wurde in Essen eine solche eingesetzt mit dem Auftrag, die Inangriffnahme der Arbeiten mit Rücksicht auf die Zahl der Erwerbslosen im Ruhrgebiet zu beschleunigen. Mit dieser Massnahme entsteht für das Industriegebiet eine Arbeitsgelegenheit von 60—80 Millionen Mk., das Tausenden von Arbeitern für zwei bis drei Jahre Beschäftigung bringt und eine nachhaltige Belebung der dortigen Industrie bedeutet. Damit sind insgesamt 560 km Reichsautobahnen vom Generalinspektor für das deutsche Strassenwesen für den Bau freigegeben, und zwar: Frankfurt a.'M. - Heidelberg 100 km, München - Reichenhall 120 km, Berlin - Stettin 120 km, Elbing-Königsberg 100 km, Köln-Düsseldorf-Duisburg-Dortmund 120 km. Auch für den allgemeinen Strassenbau und den Bau von Zubringerstrassen ist in Zusammenarbeit zwischen dem Reichfinanzministerium und dem Generalinspektor für das deutsche Strassenbauwesen das Winterprogramm von 50 auf 80 Millionen Mk. erweitert worden. Dazu erfahren wir noch folgendes : Die neuen Autobahnen werden in einer Breite von 25 m angelfegt und sind in zwei Fahrbahnen von je 7.5 m Breite unterteilt. Die Trennung der beiden Fahrstreifen erfolgt durch einen 3—5 m breiten Grünstreifen, der mit einem Lebhag bepflanzt wird, welcher die Blendwirkung von sieh kreuzenden Fahrzeugen beseitigen oder doch wenigstens mildern soll. Veranlassung zu dieser Aufteilung gaben die Erfahrungen, welche auf den bereits im Verkehr stehenden Autobahnen in Deutsc M and und Tta'ien gemacht wurden, bei welchen die Teilung der Fahrstreifen nur durch einen weissen Strich erfolgt. Der entgegenströmende Verkehr hat aber durch die Blendwirkung der sich krpuzenden Wagen die Sicherheit sowie die Fahrgeschwindigkeit auf d'esen Autosfrassen erheblich beeinträchtigt. Da eine Bepflanzung des Grünstreifens mit einer einzigen zusammenhängenden Län^rshecke zu hohe Unkosten ver- ur«nrfion wfirri»» utirl nnrfprce'ts R'flG trewisse Sicht von der einen auf die andere Fahrbahn in vielen Fällen notwendig wird, hat man sich entschlossen, Querhecken zu pflanzen, die in kürzeren Abständen angebaut werden. Da bei einer Kronenbreite der Fahrbahn von 25 Meter durchschnittlich ein Geländestreifen von etwa 40 Meter Breite beansprucht werden muss, so wurde von der Bauleitung auch vorgesehen, dass im Interesse der Kostenverminderung, die beiden Fahrstreifen in bergigem Gelände nicht auf gleicher Höhe, sondern gegeneinander abgestuft geführt werden können. Vom Standpunkt des Fremdenverkehrs aus beansprucht die Reichsautobahn von München nach Reichenhall besonderes Interesse. Für diese Verbindung bestanden eine grössere Anzahl von Vorprojekten, wobei dasjenige mit der kürzesten Baulänge von rund 100 km sich nördlich des Chiemsees hingezogen hätte. Da diese aber die Schönheiten der dortigen Gebirgswelt nur zu einem geringen Teil erschlossen hätte, entschied man sich für eines der Südprojekte in der Länge von 122 km. Die Strasse wird nun so geführt, dass sie auch nach den Weisungen des Kanzlers die malerischen Täler von Tölz, Tegernsee und des Inn erschliesst und möglichst weit dem prächtigen Ghiemsee entlang führt. Da die Route nicht nur durch landschaftlich äusserst reizvolles Gebiet der Voralpen und charakteristische Hochmoorgegenden führt, sondern auch eine schnelle Verbindung von der Landeshauptstadt mit der Alpenwelt darstellt und damit eine unendliche Füll« interessanter Ausflugsmöglichkeiten eröffnet, wird dieser Autobahn ganz besondere touristische Bedeutung zukommen. Damit wird Deutschland einen neuen Treffer für die Förderung des Autoreiseverkehrs ins Feld führen, während wir in der Schweiz immer noch über einzelnen interessanten Strassenprojekten brüten, ohne dass endlich einmal ein Ei gelegt würde !. In Bezug auf den Ausbau der Autobahnen sei schlussendlich noch erwähnt, dass überall da, wo wichtige Anschlussstrassen in die Autobahnen einmünden, sogenannte Autobahnhöfe vorgesehen sind, die mit Warteund Erfrischungsräumen, sowie mit Tankund Reparaturstationen ausgerüstet werden AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N" 94 sollen. ß Ungarische Autostrassen-Projekte. Zur wiesen. Es gibt z. B. im Norden Dörfer, deren Einwohner noch vor 10 Jahren drei bis Zeit ist die ungarische Regierung mit der Ausarbeitung eines grossen Autostrassen- vier Tage und Nächte mit dem Pferdewagen Projektes beschäftigt. Die neu zu erstellende zur nächsten Stadt fahren mussten. Jede solche Fahrt kostete sie 50—70 Kr., Mit Route soll die hauptsächlichsten Verkehrs- dem zentren des Landes miteinander verbinden. Die projektierten Arbeiten stehen im Zeichen vermehrter Beschäftigung von Arbeitslosen, da Ungarn, als landwirtschaftlich orientierter Staat, die Krisenwirkung sehr stark zu spüren bekommt. = Bah Umgestaltung der deutschen Reichsbahnen. Ein Direktor der deutschen Reichsbahngesellschaften hat unlängst über ein Zweimilliardenprojekt der Reichsbahnen berichtet, wonach die völlige Umstellung des deutschen Personen- und Gütertransportes auf Schnelltriebwagen in Aussicht genommen ist. Danach strebt Deutschland mit allen Mitteln eine möglichst grosse Verkürzung der Reisegeschwindigkeiten an- und zwar nicht nur auf den Haupt-, sondern auch auf den Nebenlinien. Im beschränkten Umfange sollen die Leichttriebwagen auch dem Güterverkehr zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin sei zur Verkehrswerbung notwendig, auch die 3. Klasse mit Polsterung zu versehen. = Polnischer SchienenautomobHauitrag. Nach Meldungen aus Italien hat die polnische Regierung den Fiatwerken einen Auftrag zum Bau von 300 Schienenautomobilen, Marke Littoria, erteilt. Bekanntlich werden diese Modelle von den italienischen Staatsbahnen nicht nur auf Nebenlinien in Betrieb gesetzt, sondern es sollen mit ihnen in letzter Zeit auch Versuche auf einigen Hauptlinien aufgenommen worden sein. a Verkehr Der Autobusverkehr in Schweden. Nach einem neulich veröffentlichten Bericht hat Schweden im Verhältnis zu seiner Bevölkerung das grösste Autobus- und Eisenbahnnetz in Europa. Das Land besitzt über 3000 Autobuslinien in einer Gesamtlänge von 97,000 km. Im letzten Jahr allein sind 350 neue Linien in einer Gesamtlänge von 8000 km oder beinahe die Hälfte des gesamten Eisenbahnnetzes Schwedens eröffnet worden. Die Autobuslinien, von denen die meisten in Verbindung mit der Eisenbahn stehen, haben sich für die Bewohner der weitentlegenen Gegenden als eine Wohltat er- Autobus können sie heute dieselbe Strecke in 8—10 Stunden und zu einem Preise von 9—12 Kr. zurücklegen. Es steht ausser allem Zweifel, dass die Landstrasse ihre alte Bedeutung wiedererlangt hat. Jährlich weiden über 100 Millionen Kr. ausgegeben, um die schwedischen Landstrassen im bestmöglichsten Zustande zu erhalten. tia. Frankreich gründet eine Schule für Fremdenverkehr. Die amtlich'e Kommission für den Fremdenverkehr in Frankreich hat eine Schule für Fremdenverkehr in Paris eingerichtet. In dieser Schule, die unter der Obhut des Staates steht, werden Anfänger- und Fortbildungskurse abgehalten. Alle jungen Leute, dio eine bestimmte Schulbildung haben und sich einem Beruf auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs widmen wollen, können in zweijährigem Studium für diesen Beruf ausgebildet werden. Dieser Unterricht steht in enger Verbindung mit der Hotelschule von Paris und bildet eine Spezialabteilung dieser Fachschule. Ausserdem werden — unabhängig von diesen Anfängerkursen — diejenigen die bereits in einem praktischen Beruf ßtehen, in sechs Monate dauernden, abendlichen Fortbildungskursen von Fachleuten in allen mit dem Fremdenverkehr verbundenen Fächern unterrichtet. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, dass der Unterricht stets der Praxis dient. Daher ist mit allen Kursen eine praktische Betätigung, sei es im Reisebureau, sei es als Fremdenführer oder 'dergleichen, verbunden. Sowohl für die Anfänger wie für die Fortgeschrittenen wird das Studium durch ein Examen abgeschlossen. Wer die Prüfung, die streng gehandhabt wird, besteht, erhält ein Staatsdiplom. Ueber das Ziel, das die Schule für den Frem-' denverkehr verfolgt, äusserte eich der Direktor dieses tCentre d'Enseignement professionnel totrristitjue», Hubert Delestree unserem Pariser Mitarbeiter gegenüber folgendermassen: «Der touristische Unterricht, den wir geschaffen haben, entspricht der Notwendigkeit, allen Mitarbeitern auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs 'ind den Fremdenführern eine vollkommenere Ausbildung zu geben. Um den für Frankreich so wichtigen Wirtschafts- und Kulturfaktor das Fremdenverkehrs rationell auszuwerten, sind wirklich sachkundige Helfer auf allen seinen Gebieten erforderlich. Unser Programm will daheT die Qualität des Personals, das sich im Fremdenverkehr betätigt, verbessern. Es ermöglicht durch die Fortbildungskurse einmal, dass die Personen, die sich in amtlichen oder privaten Unternehmen mit touristisch Angelegenheiten befassen, sorgfältig ausgewüj und durchgebildet werden, andermal, dass der Nachwuchs durch den zweijährigen Unterricht umfassend vorgebildet werden kann. Das Diplom der Schule für Fremdenverkehr wird ihnen erleichtern, eine Stellung zu finden, als Reiseführer für Gesellschaften oder Gruppen, als Mitarbeiter in Reisebureaux, in der Publizität, in den touristischen Bureaux der Eisenbahngesellschaften, der grossen touristischen Verbände in Frankreich oder im Ausland, und schliesslich als Sekretäre in den Gemeindeverwaltungen der Bade* und Kurorte. SI. 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NO 94 - 1933 keiten mit allen ihren Folgen für die Arbeitgeber nach sich ziehen. Der Gegenentwurf sieht im Gegenteil eine Milderung vor. Einer unnachsichtigen Handhabung der Arbeits- und Präsenzzeitregelung stellen sich im täglichen Leben so viele Hindernisse entgegen, dass eine schroffe Durchführung ohne eine ständige gewerbliche Schädigung der betreifenden Betriebe gänzlich undurchführbar ist. Ziff. 3 will dem Umstand Rechnung tragen, dass strafbare Handlungen sowohl von Seiten des Arbeitgebers als von Seiten des Arbeitnehmers getrennt vorliegen können, sei es z. B. durch Ueberforderungen im Arbeitspensum, das sich in der vorgesehenen Zeit nicht erfüllen lässt, sei es durch unangebrachte Versäumnisse des Motorfahrzeugführers während der Fahrt usw. In derartigen Fällen soll die Bestrafung dem schuldigen Teil zufallen. Nur wo gegenseitiges Einverständnis und dergleichen zutrifft, sollen beide Teile erfasst werden. Neuer Art. 10. Aufsteht (Departementsentwurf Art. 11.) 1 Die Kantone haben die zur Aufsicht über diese Verordnung zuständigen kantonalen Amtsetellen zu bezeichnen. 2 Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement übt die Oberaufsicht über den Vollzug dieser Verordnung aus. Das Departement kann in Fällen, wo seine Entscheidung angerufen wird, die durch die Verordnung erfassten Unternehmungen durch Fachleute besuchen und kontrollieren laseen. * In Streitfällen oder in Fällen ungleicher Handhabung der Vorschriften sowie bei willkürlichen Bussenverfügungen ist der Rekurs an den Bundesrat zulässig Das als eidg. Instanz vorgesehene Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit hat andere Funktionen zu vollziehen als die Strassenpolizei auszuüben, wie sie das gesamte Automobilgesetz umfasst. Es sei auch an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass die ganze Verordnung ausschliesslich nur die Verkehrssicherheit bezweckt und nicht andere soziale Einrichtungen, für die dann dieses Amt zuständig wäre. Zur Aufrechterhaltung des ganzen Zusammenhanges mit dem Automobilgesetz ist es viel besser, wenn die Oberaufsicht in einer Hand beim eidg. Justiz- und Polizeidepartement vereinigt bleibt. Auch der Verkehr zwischen den kantonalen Polizeidirektionen mit diesem Departement ist gegeben. Es muss aber dringend gefordert werden, dass gegen unangängige Entscheide, willkürliche oder ungleiche Handhabung durch die Kontrollorgane, vorab die kantonalen Instanzen usw., eine Rekursmöglichkeit an den Bundesrat geschaffen wird. Neuer Art. 11, Einführung. (Dfipartementsentwurf Art 12) 1 Fortsetzung von Seite 1 Diese Verordnung tritt am In Kraft. Mit ihrem Inkrafttreten sind alle entgegenstehenden Vorschriften des eidgenössischen und kantonalen Rechts aufgehoben. 2 Die Kantone haben die für ihre Durchführung notwendigen Massnahmen zu treffen. Die Eidgenossenschaft, gleich wie die Kantone, sind durch diesen Artikel gehalten, ihre bestehenden Arbeitsbestimmungen den neuen Vorschriften anzupassen. Es kann kaum ein Zweifel darüber bestehen, dass die Abänderung und Anpassung bestehender Vorschriften lediglich die in Art. 1 genannten Motorfahrzeugführer zu umfassen hat. Zusammenfassend darf zu diesem Gegenentwurf behauptet werden, dass er wesentlich eher als der Departementsentwurf versucht, « den Betriebsverhältnissen angepasste Bestimmungen » aufzustellen und den in der Praxis gegebenen Betriebsbedürfnissen Rechnung zu tragen. Er nimmt im weitem starke Rücksicht auf die bereits bestehenden Gesamtarbeitsverträge, wodurch vermieden wird, dass mit der neuen Verordnung bestehende und als zweckmässisr sich erprobte Bestimmungen vollständig beseitigt werden und •einer Neuordnung Platz rriachen, die sich auf keine praktischen Erfahrungen stützen kann. Wie erinnerlich tritt die Expertenkommission bereits morgen Mittwoch den 15. neuerdinsrs zusammen. Es ist im Interesse einer rationellen Betriebsweise und möglichst günstigen Ausnutzung, der im Erwerbsleben verwendeten Motorfahrzeuge zu erwarten, dass die im Gegenentwurf zusammengestellten Anträge weitgehende Berücksichtigung in der endgültigen Vorlage zur Verordnung finden werden. Rechtes Thunerseeufer. Strassenbahn oder Autobus ? Im Auftrag der Gemeinden Thun und Steffisburg haben die Herren Oftinger, alt Postkursinspektor, und Amstutz, Direktor der Solothurn-Bern-Bahn und des Autokurses Solothurn-Wasseramt, ein Gutachten über die Frage Bahn oder Autobus am rechten Thunerseeufer verfasst. Die Auftraggeber verfolgten damit den Zweck, die Vorlage der Regierung des Kantons Bern auf Ausrichtung eines Betrages von Fr. 250,000 bis 300,000 für die Ablösung der Strassenlasten am rechten Thunerseeufer zu bekämpfen und dem Grossen Rat einen ablehnenden Beschluss nahezulegen. Der Auftrag ist offenbar nach Wunsch aus- i AUTOMOBIL-REVUE refallen, wenn daraus auch kein Gutachten, sondern nur eine leidenschaftliche Polemik gegen den ersten, von den Herren Dr. Zehnder und Zipfel und den zweiten, vom letztern allein verfassten Expertenbericht über die Möglichkeit einer Traktionsänderung am rechten Thunerseeufer geworden ist. Dabei haben die Herren allerdings insofern gründlich danebengeschossen, als weder der eine, noch der andere dieser beiden Berichte die Grundlage für den Antrag der Regierung des Kantons Bern an den Grossen Rat bildete, dieser sich vielmehr auf ein Gutachten von Herrn Ingenieur Schwegler, Direktor der städtischen Tram- und Autobusbetriebe in Luzern stützte. Das war den Herren offenbar nicht bekannt. Sie haben also etwas voreilig einen Fachmann angegriffen und ihm «schlimmste Einseitigkeit», «phantasievolle Ausmalung» und gar «Unverfrorenheit» usw. vorgeworfen. Dass sie damit einen weitern, der Sache vollständig fernstehenden und sehr bekannten Fachmann mitgetroffen haben, da er zu den gleichen Schlüssen wie Herr Zipfel gekommen ist, dürfte jetzt etwas peinlich sein. Ebenso peinlich ist aber wahrscheinlich auch die Feststellung, dass Herr Zipfel noch vor wenigen Jahren den cAutobetrieb von Herrn Amstutz begutachtete und ihm bei der Einrichtung der Linie ratend zur Seite stand und im weitern 12 Jahre lang in engster Verbindung mit Herrn Oftinger arbeitete, ohne dass diesem seine «Einseitigkeit» und «Unverfrorenheit»' zum Bewusstsein kam, und zwar auch dann nicht, als die Gutachten über die Traktionsänderung am rechten Thunerseeufer bereits veröffentlicht waren. Damit genug der Polemik. Mit vorstehend Gesagtem ist der Wert des Gutachtens der Heiren Amstutz und Oftinger bereits angedeutet. Zur Sache selbst sei kurz folgendes festgestellt: Das Gutachten der Herren Dr. Zehnder und Zipfel wurde nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Verlangen der Gemeinden am rechten Thunerseeufer verfasst. Es muss also ein Grund dafür vorgelegen haben und dieser Grund bestand im Zustand der Strasse und in den Klagen der Gäste. Primär war also das Bestreben, eine bessere Strasse zu erhalten. Bevor die Gutachten ausgearbeitet wurden, fanden Besprechungen zwischen den Gemeinden und den kantonalen Strassenbehörden statt. Dabei ergab sich, dass ein Ausbau der Strasse nur möglich sei, wenn entweder die Geleise der elektrischen Bahn konsolidiert oder dann diese Geleise vollständig entfernt werden. Für die erste Lösung, die Aufwendungen im Betrag von Fr. 1,600,000 erfordert hätten, fehlten die Mittel. Also musste eine Lösung auf Grund der zweiten Möglichkeit gesucht werden. Die Experten Amstutz und Oftinger bestreiten den schlechten und betriebsgefährlichen Zustand der Strasse. Demgegenüber stehen die Feststellungen der kantonalen Behörden und das Gutachten von Herrn Kantonsingenieur Widler in Aarau. Ob die Feststellungen die Herren Amstutz und Oüinser oder jene der Strassenfachleute schlüssig sind, sei hier nicht untersucht. Bestritten wird ferner die Behauptung, der schlechte Strassenzustand und das Vorhandensein der Bahn habe den Fremdenverkehr geschädigt. Auch da sei lediglich auf das Ergebnis der Gemeindeabstimmungen verwiesen. Man wird den 6000 Einwohnern des Gebietes, die täglich auf Strasse und Bahn angewiesen sind und denen die Klagen der Hotelgäste und der Passanten bekannt sind, nicht jede Urteilsfähigkeit absprechen wollen. Dann werden von den Experten die Ergebnisse der bestehenden schweizerischen Autobusbetriebe als Beweis dafür angeführt, dass ein Autobetrieb den Bedürfnissen nicht zu entsprechen vermöge und keine Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb biete. Nun sind aber die schweizerischen Autolinien fast ausnahmslos in verkehrsarmen Gegenden eingerichtet worden, in denen für einen Bahnbetrieb die Unwirtschaftlichkeit von vornherein feststand, für irgendein Transportmittel aber gesorgt werden musste. Ein Blick auf unsere Landkarte genügt, um zu zeigen, dass überall, wo mit einiger Aussicht auf Verkehr gerechnet werden kann, Bahnbetriebe bestehen. Für die Post und die konzessionierten Unternehmungen hat es sich daher auch nie darum gehandelt, gewinnbringende Betriebe einzurichten, sondern, die Alpenposten ausgenommen, lediglich um die Befriedigung volkswirtschaftlicher Bedürfnisse. Dass man dabei das Ziel verfolgte, stark verlustbringende Pferdeposten zu ersetzen, ist verständlich und dieses Ziel ist auch erreicht worden. Die Garantieforderungen der Postverwaltung an die Gemeinden zeigen aber deutlich, dass man bei der Postverwaltung stets mit Verlusten rechnete. Ein Vergleich der verkehrsschwachen Postlinien mit den bei einem Ersatz der rechtsufrigen Thunerseebahn zu erzielenden Ergebnissen hinkt also bedenklich. Interessant ist freilich, (Fortsetzung SeiU 7j hat eine treue Kundschaft, weil M nerva seit über 30 Jahren stets QuaHtäffwaf en baut, teurer in der Herstellung, die wirtschaftlichsten aber Im Betriebe. WAS SCHWEIZER-BESITZER SCHREIBEN: „Ich war mit dem mir im Jahre 1928 gelieferten Minerva-Auto, 12 HP. in jeder Beziehung voll und ganz zufrieden. In den 5 Jahren arbeitete der Wagen absolut geräuschlos, störungs- und einwandfrei, benötigte sehr wenig Benzin (10 bis 11 Liter) und entsprach den gestellten Anforderungen in jeder Hinsicht. Die sprichwörtliche „Minerva-Qualität" hat sich bestens bewährt, sodass beim Kauf eines neuen Wagens für mich nur wieder Minerva in Frage kam. Ich bin ganz tiberzeugt, mit dem neuen 17 HP die gleich guten Erfahrungen zu machen wie mit dem kleinen Modell. Ing. E. F. in B. „Ich war mit beiden Minerva-Wagen, die ich bis jetzt gefahren habe, sehr zufrieden. Wenn ich mich je wieder zur Anschaffung eines neuen Wagens entschliessen sollte, so wird wieder ein Minerva-Wagen in erster Linie in Betracht kommen. Dr. G. B. in B. NB. Seitdem hat dieser Kunde einen neuen 17 PS Minerva gekauft. glnate stenen zur Verfügung der intereasciUtfl. FABftlK-JttttDrtLAQE IN ZÜRICH Bureaux und Ausstellung — Utoqual 29 — Telephon 27.083 Service und Ersatzteile: Badenerstrasse 330 — Telephon 59.372 4-, 6- und 8-Zylind«r-Mod«»U von 10, 13, 20 und 34 PS