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E_1933_Zeitung_Nr.096

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 96 Fah Achtung vor Oelverdünnung! Sehr oft kann man beobachten, wie Automobilisten beim Anlassen des kalten Motors die Gasgemisch-Bereicherungsvorrichtung (bei amerikanischen Wagen mit « Choke > bezeichnet) ganz unvernünftig handhaben. Praktisch wäre meist nur ein schwache, kurzfristige Gemischbereich©rung nötig. Viele Fahrer glauben aber besonders schlau zu handeln, wenn sie den betreffenden Knopf vollständig herausziehen und so lange herausgezogen halten, bis der Motor heiss geworden ist. Dass dann nur einzelne^ Zylinder arbeiten, beachten sie nicht oder schreiben es sogai der niedrigen Motortemneratur zu. Eine solche Handhabung der Gemischbereicherungsvorrichtung kann schwere Motorschäden zur Folge haben. Zum mindesten zieht sie grössere Motorabnützung nach sich. Ist das Gemisch übersättigt, datin verbrennt es in den Zylindern nur teilweise. Der überschüssige Brennstoff schlägt sich als Flüssigkeit an den Zylinderwänden nieder, zerstört den schützenden Oelfilm zwischen Kolben und Zylinder und tropft ins Kurbelgehäuse ab, wo er eine Oelverdünnung hervorruft. Bei einem mittelgrossen Motor kann so im Verlauf • einiger Minuten ohne weiteres ein halber Liter Benzin ins Kurbelgehäuse gelangen. Die Oelverdünnung und die damit parallel gehende Verminderung der Schmierwirkung des Oeles stellt aber nicht den einzigen Uebelstand dar. Der ins Kurbelgehäuse abtropfende Brennstoff führt immer auch grössere Mengen Schmutz und Russ mit sich, die er im Verbrennungsraum aufgelöst hat. Analysen haben schon ergeben, dass das Oel im Kurbelgehäuse 25 % feste und asphaltartige Verunreinigungen enthielt, wozu noch 25 bis 30 % Brennstoff kommen können. Die körnigen, von Strassenstaub herrührenden Bestandteile der Verunreinigungen üben auf die gleitenden Metallteile des Motors eine starke Schleifwirkung aus und sind so die Ursache rascher Abnützung. Auch dort, wo beim Anlassen des Motors die Gemischbereicherung auf das absolute Minimum beschränkt wird; ist im Winter die rasche Oelverschlechterung nicht ganz zu vermeiden. Um ihren unliebsamen Folgen vorzubeugen, gibt es nur eines: Eine genügend häuftee Erneuerung des Kurbelgehäuseöls. Das abgelaufene Oel Igest ci^li riortn immer noch nif weniger beanspruchter Teile verwenden, nachdem es durch Tücher hindurch filtriert und so von seinen gröbsten Verunreinigungen befreit worden ist. at Die einfachste Methode, um einen festsitzenden Splint zu entfernen: Man steckt durch seine Oese einen zweiten Splint oder einen Nagel, an welchem man dann mit der Beisszange angreift. T

Bern, Dienstag, 21. November 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 96 Dem bereits in der letzten Nummer besprochenen « Autobuch » von Hans Stuck und Burggailer (Drei-Masken-Verlag, Berlin) entnehmen wir im folgenden noch einige Anekdoten aus def Feder unserer Mitarbeiterin, Flau Paula Stuck- Ton Recnizek. Nürburgring 1932. An der Sperre zum Nürburgring stand jeden Tag ein kleines, zwölfjähriges Mädchen in restloser Verzückung. Einmal sprach ich sie an. «Du möchtest wohl mitfahren?» Kopfschütteln. «Oder eine Unterschrift von Varzi haben?» Kopfschütteln. «Oder ein Bild von Caracciola bekommen?» Kopfschütteln. «Ja, was willst du denn da?» «Den Chiron sehen!» «Warum gerade den Chiron — da ist doch noch der Stuck, der Nuvolari, die anderen alle...?» «Ich will aber nur den Chiron. Der hat ein rotes Halstuch und lächelt immer so freundlich. Ausserdem fährt er wie der Blitz in seinem blauen Wagen.» Am Renntag traf ich sie wieder. Ganz verzweifelt. In ein Notizbuch malte sie, fast un- ~ verlieh: «Grosser Unglückstag, Schiron uiihr von hinten gesehen!» Monza 1932. Zwanzig Minuten vor dem Monzarennen Unterhaltung zweier bekannter Journalisten: «Haben Sie die Trainingszeiten?» «Fabelhaft, 5,41 — 5,45 — 5,49 — aber ehrlich!» «Und selbst wenn einer ausfällt, was macht das, dann ist doch noch ein zweiter da.» «Da kommen die anderen nicht mit!» «Ausgeschlossen. Die Maschinen und Reifen halten bestimmt. Sie werden ja sehen. Das Rennen ist sozusagen bereits heute entschieden!» «Aber welchen von den beiden favorisieren Sie?» «Den Fagioli auf Maserati.» «Den Fagioli? Wieso den Fagioli? Ich spreche doch die ganze Zeit von Bugatti!» ^«Ach so, von Bugatti, na, dann wird's racciola auf Alfa gewinnen!» Und so geschah es! Stilfserioch 1932. Stuck probierte um die Mittagszeit seinen zweiten Trainingswagen, ein Kabriolett! Sein Rennwagen ist ganz weiss, sein Ersatzwagen schwarz abgesetzt; Er fährt absichtlich langsam und hält unterwegs mehrere Male an, um irgend etwas am Motor zu prüfen. Ein sensationslüsterner Rennbummler folgt ihm in seinem Tourenwagen die 43 Haarnadelkurven hinauf. Seine Begleiterin, auf den ihr unbekannten Wagen weisend, fragt neugierig: «Ist das auch einer von den Berühmten?» «Keine Spur», erwidert der Jüngling am Volant, «das sieht man doch schon, das ist einer von den unbekannten Anfängern, der schleudert sogar mit seinem Wagen in den Kurven, der muss erst noch fahren lernen!» F E U I L L E T O N Der geheime Kampf Renn-Anekdoten Von Paula Stack. Von Philipp Klein. (Fortsetzung ans dem Hauptblatt.) 9. In Burgas betraten Eberhard und Mercedes bulgarischen Boden. Die Fahrt über das Schwarze Meer hatte sich ohne jeden Zwischenfall vollzogen,, und von den bulgarischen Grenzbehörden waren wohl kaum besondere Schikanen zu befürchten. Denn wenn die Bulgaren auch keine besondere Vorliebe für die Griechen haben mochten,— augenblicklich waren die politischen Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern dadurch besser als gewöhnlich, weil in Sofia wie in Athen eine gewisse Sympathie für die Mittelmächte bestand. Bulgarien wenigstens glaubte an die Deutschfreundlichkeit des griechischen Königshauses, die ja auch bestand, aber sich auf die Dauer nicht durchzusetzen vermochte. Als «Aristides Onopoulos» und seine Gattin «Antigone» den Grenzbeamten in Burgas ihre Pässe vorwiesen, standen plötzlich, wie aus der Erde gewachsen, sechs Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett vor ihnen, und ein Masaryk-Ring-Rennen 1932. Während des Rennens taucht immer wieder ein Depeschenbote in den Boxen des Ersatzteillagers auf und bringt Telegramme. An Chiron das erste: «Gedenke deiner, Haisund Beinbruch, Elli». Dann kommen Borzacchini, Burggaller, Nuvolari, Dreyfus, Varzi an die Reihe. Immer andere Mädchennamen, die Glück wünschen. Die Mechaniker, Starthelfer, Frauen und Freundinnen lesen teilnahmslos die Depeschen und denken an den Start, an die Chancen, an die Fahrer, die mitten in der Schlacht liegen. Der Bote kommt und geht mit einer Gleichmässigkeit, die bewunderungswürdig für ihn und die Absenderinnen ist. Kurz vor Schluss des Rennens stellt der Kommissar, dem die Emsigkeit des Boten auffiel, fest, dass es sich um einen verkleideten Rennenthusiasten und falsche, aber psychologisch vorbildlich erfundene Depeschen handelt. Der Bursche hatte diesen Dress gewählt, um an Stelle einer Karte in die Boxen und das Rennlager zu gelangen. Sein erster Satz, als man ihn entlarvte, lautete: «Gott sei Dank, nun ist das Rennen vorüber, eine Woche Loch war's allemal wert!» Der ruhige Caracciola. Caracciola hasst Aufsehen und Andrang. Als einer der populärsten Fahrer der Welt kann er stürmischen Ovationen nur selten entgehen. Auch vor dem Rennen wird er oft von einer Schar Interessenten umringt und bedrängt. Vor einem «Grossen Preis» nahen einmal während des Trainings zwei Photographen, geführt von einem älteren Herrn. «Sind Sie der Caracciola?» fragt der Hinzutretende höflich unseren Meister. «Nein», meint Rudi, «der steht hier irgendwo», setzt er hinzu und verdrückt sich in die Gegend. Eine Stunde später kommen die Rennleiter, um Caracciola mit dem Präsidenten eines befreundeten Clubs bekannt zu machen, der Aufnahmen für seine Clubzeitung erbittet. Der graue Herr erkennt Caracciola wieder und fragt erstaunt: «Ja, Sie haben mir doch gerade vorhin gesagt, Sie wären Caracciola nicht. Warum tun Sie dehn das?» — «Es ist mir immer so peinlich», entgegnet Rudi typisch und entschuldigt sich — zum erstenmal ein wenig sprachlos. Graf Giulio Masetti. der grösste Kavalier, der je am Steuer'gesessen hat: Wer heute von Florenz nach Bologna über den bekannten Passo di Futta reist, wird auf der Passhöhe eine bronzene Gedenktafel dieses florentinischen Edelmannes finden. Masetti war Targa Florio-Spezialist. Nur einmal schlug ihn der Deutsche Werner. Aber Masetti freute sich darüber mehr, als wenn er selber gesiegt hätte. Die Liebe zu dieser Strecke hat Masetti auch das Leben gekostet, junger Leutnant erklärte lächelnd, in französischer Sprache, dass sie verhaftet seien. Im nächsten Augenblick hatte Eberhard Spangen um die Knöchel — von einer Fesselung der Frau nahm der Offizier Abstand. Eberhard war über dieses Unerwartete so verblüfft, dass er im ersten Augenblick gar nicht protestierte — übrigens: es hätte ihm natürlich nicht das mindeste genützt. Während er, von den Soldaten umgeben, an Mercedes Seite vorwärts schritt — ganz mechanisch —, wandte er sich an den jungen Offizier: «Mein Herr, ich glaube, hier handelt es sich um ein Missverständnis. Weshalb verhaften Sie uns?» «Ich bin Ihnen darüber keine Auskunft schuldig. Ich habe den Befehl, Sie, Aristides Onopoulos und ihre Frau zu verhaften. Diesen Befehl führe ich aus.» «Wohin führen Sie uns?» «Zunächst nach der Kaserne.» «Und unser Gepäck?» «Darüber brauchen Sie sich keine Sorge zu machen. Das ist schon unterwegs dorthin.» «Verstehst du das?» wandte Eberhard sich an Mercedes. «Nein. Durchaus nicht!» stellen können, dass Masetti im Bett gestorben wäre. Masetti war ein grosser Freund des Hauses Mercedes. Nachdem sein Vater sehr oft in Karlsbad zur Kur weilte, sprach Masetti Sohn ein Deutsch, das man landläufig als gut bezeichnen konnte. Er hatte aber oft Ausdrücke, die seine ganze Zuhörerschaft in schallendes Gelächter versetzte. Mercedes hatte nun zwei Vertreter in Italien, und zwar in Rom Morescalchi, in Mailand Saporiti. Morescalchi erschien, solange wir uns erinnern können, immer mit demselben Strohhut, Form «Girardi». Während man von Amerika weiss, dass mit Sommerbeginn alle alten Strohhüte aufs Pflaster fliegen und bergeweis zusammengekehrt auf den Kehrichthaufen wandern, trug Morescalchi immer denselben alten Deckel. Der Rennmanager Neubauer meinte, er müsste ihn in Amerika von einem der Strohhutmisthaufen fortgenommen haben. Saporiti dagegen war wiederum der Freund alter Automobile, d.h. nur für seinen Hausgebrauch. Wenn die Mercedes-Mannschaft in Monza müde vom Training in das Stammquartier Mailand zurückkehren «wollte», war es immer- eine weite Reise von Monza nach dem entfernten Mailand. Saporiti sparte eben, meinte Neubauer. Vielleicht war es auch Boshaftigkeit gegen die Mercedes-Mannschaft, die sich nie einen eigenen ordentlichen Wagen mitbrachte, sondern sich immer auf die «Ja», sagte der Gymnasiallehrer und putzte seinen Klemmer aus Doublt mit Horneinfassung, «wie der Mann ins Irrenhaus kam? Das ist eine merkwürdige Geschichte, sehr merkwürdig — Es" fing mit einem unserer Klubabende an, oder eigentlich mit dem Weg zum Klublokal. Er war sonst durchaus nicht fair das zu Fuss gehen, mein Freund, warum tat er es diesmal? Man sollte nie ohne Grund von alten Gewohnheiten abweichen, derlei ist eine Art Fallstrick des Satans ... Er ging also durch breite, schattige Strassen, und sah hinter den Bäumen grosser Parks das Abendrot aufflammen. Ich wundere mich gar nicht, dass er da in eine komische Stimmung kam — wann sieht man denn einmal ein richtiges Abendrot? In der Stadt sitzt man um diese Zeit im Geschäft oder im Cafe. Ich bin überzeugt, es wäre alles gar nicht so gekommen, wenn er nicht das vertrackte Abendrot gesehen hätte. Das erinnerte ihn so an Kindheit und Jugend und allerlei Ideale, die man aus Erleichterungsgründen sonst mit dem Staatsexamen abzulegen pflegt. Nun ja. Und so kommt er immer mehr nach der City, und geht quer über einen grossen, belebten Platz. Und sieht eine Zeitungsfrau mit dem Kopf gegen eine Litfasssäule gelehnt stehen, die Zeitungen verstreut um sie herum. Sie war in gesegneten Umständen, sehr bleich im Gesicht und wankte. «Arme Frau!» denkt mein Freund, «Sie dürfen nicht miteinander sprechen!» sagte der Offizier. Die beiden wurden durch das kleine, nicht unfreundliche Städtchen geführt: nach einem halbstündigen Marsch langten sie vor einem grösseren, kasernenähnlichen Bau an, der noch aus der Türkenzeit stammen mochte, und den die neuen HeTren durch ein paar Anbauten aus rohen Backsteinen nicht gerade verschönert hatten. Eberhard und Mercedes wurden in ein kahles, sehr dürftiges Zimmer geführt, in dem nur ein Tisch und ein paar Stühle standen. Gleich darauf trat ein höherer Offizier ein. Ein Major. Ein grosser, derbknochiger Mensch mit dickem, buschigem Schnurrbart und kurzgeschnittenen Haaren. Er nahm die Meldung des Leutnants und die beiden Pässe entgegen und Hess den jungen Offizier und die Soldaten abtreten. Dann musterte er mit einem scharfen Blick Eberhard und Mercedes. «Sieheissen Aristides Onopoulos?» wandte er sich an Eberhard, und zwar in griechischer Sprache. «Ich spreche nicht Griechisch», sagte Eberhard ruhig auf Russisch. Der Major lachte. «Das ist glänzend!» sagte er nun auch auf Russisch. «Sie heissen Freundlichkeit ihrer Vertreter verliess. Der Wagen Saporitis, auch «Kiste» oder «Kübel» genannt, hatte natürlich noch keine abnehmbaren Räder, und das im Jahre 1924. Es muss eine Seele gehabt haben, dieses Automobil, denn es war jedenfalls nicht gewillt, sich diese Benachteiligung gefallen zu lassen. Regelmässig vor Eingang der Stadt Mailand ging irgendeinem Reifen der Odem aus, und dann hiess es wie zu Anno Schnee: Montage- Werkzeug ausgepackt, Reifen montiert und aufgepumpt. Als einmal der Kreis der Rennfahrer um dieses Teufelsding in glühender Mittagsglut herumstand und der Beendigung der Arbeiten mit knurrendem Magen wütend entgegensah, sagte Masetti: «Sind zwei Dinge — muss man brennen! Auto von Saporiti und Strohhut von Morescalchi!» Ein andermal unterhielten wir uns ebenfalls mit Masetti. Es wurde über das heikle, aber für das Leben der Rennfahrer grundwichtige Kapitel — «Startgelder und Rennprämien» — gesprochen. Da meinte Masetti: «Sie werden machen ein Rennen in Afrika — erster Preis ein Mädchen sehr schön, ... zweiter Preis ein Mädchen nicht so schön!» Damals gab es noch keine Rennen in Afrika. Inzwischen wurden die «Grossen Preise von Tunis und Tripolis» geschaffen, aber klingende Münze scheint allen Rennfahrern doch lieber zu sein, als irgendeine blau-schwarze Perle des heissen Landes. Tod einer Zeitungsfrau Von Julius Hufschmidt. «hoffentlich werden ihre Kolleginnen zuspringen!» Sonst denkt er nichts und geht weiter. Aber er war noch keine zwanzig Schritte fort, da hört er einen Schrei, und dreht sich um, und sieht, wie man den Körper der Frau unter einem Tramwagen hervorzieht. «Arme Frau!» denkt er wieder und geht weiter. Solche Szenen sind immer ziemlich peinlich. Ich bin sicher, er hatte die Geschichte abends im Klub schon längst vergessen. Aber so gegen elf Uhr fragte er mich mit nachdenklichem Lächeln: «Höre, wann hast du das letzte Abendrot gesehen?» Eine kuriose Frage, aber ich dachte doch Kein Ueberhitzen aber wie hätte es auch anders sein können — Rennfahrerlos! Man hätte sich nicht vor- mehr . . wen» Sie das 1 bcnweiz SOLIS Heizkissen wählen Vorlangen Sie einen Prüfbericht uOer eine 3 jno cidtigt' Gewdlturobe >n jedem Elektrüitdts uder Sanitätsyesihdft Aristides Onopoulos und sprechen nicht Griechisch. Wollen Sie mir das erklären?» «Es ist sehr einfach: Ich bin kein Grieche!» «So? Und Ihr Pass?» «Ist gefälscht.» Das schien dem Major doch etwas zu stark; er setzte sich. «Und der Pass Ihrer Frau Gemahlin natürlich auch?» «Gewiss, Herr Major!» «Und das sagen Sie mir ganz ruhig ins Gesicht? Ich begreife Sie nicht!» «Warum soll ich Sie anlügen? Sie würden die Wahrheit ja doch bald herausbekommen, und da mir die Wahrheit auch für mich bekömmlicher scheint als ein aussichtsloser Täuschungsversuch, ziehe ich sie einem solchen vor!» Der Major nickte. «Wer sind Sie also?» «Ich bin der Deutsche Eberhard Graf Hatzberg, für die Nachrichtenabteilung der Obersten Heeresleitung tätig und komme aus Russland, wo ich mich als Franzose Andre Pigeot in Petersburg und als Ephraim Zobelsohn in Moskau aufgehalten habe.» Der Major sah Eberhard mit einem langen, höchst verwunderten Blick an. Er war wieder aufgestanden. «Und Madame ist auch eine Deutsche?»