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E_1933_Zeitung_Nr.096

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nach. Nein, ich konnte

nach. Nein, ich konnte mich nicht besinnen. Da sagte mein Freund: «Ich habe heute eines gesehen, weisst du. Das erste seit weiss Gott wieviel Jahren. Damals sass ich mit Vetter Friedrich im Roggenfeld — er ist gestorben — und er deklamierte so etwas, dass alle Menschen Schwestern und Brüder seien und dass man einander hilfreich die Hand reichen müsse —> Er stockte und sah mich an. Sein ausgestreckter Arm mit dem Weinglas in der Hand zitterte, sein Qesicht wurde weiss, er sah aus, als wollte er umsinken. «Hallo, was ist?» fragte ich, «willst du in Ohnmacht fallen?» «Nun, hier ist ja kein Tramwagen!» antwortete er mit so schneidender Stimme, dass es mir durch Mark und Bein ging. Dann verliess er den Klub. Ich gäbe heute was drum, hätte ich ihn gleich in den nächsten Tagen aufgesucht. Aber ich hatte so vielerlei vor — es verging eine Woche, ehe ich endlich zu ihm kam. Ich fand ihn zusammengekauert im Lehnstuhl, auf den Knien die aufgeschlagene Bibel. Der Witz, den ich machen wollte, erstarb mir im Munde, als ich in sein verfallenes Qesicht sah. Er erwiderte meinen Gruss stumm und blickte wieder in das Buch. Er hatte die Geschichte vom barmherzigen Samariter aufgeschlagen. «Und sah ihn liegen und ging vorüber ...» sagte er. «Ja», sagte ich. Ich wusste nicht, was ich sonst sagen sollte. «Du,» sagte er hastig und umklammerte mein Handgelenk, «wenn der Samariter nicht gekommen und der Mann gestorben wäre — wären da die beiden nicht genau so ein Mörder wie die Räuber?> «Ohne Zweifel,» sagte ich. Sein Kopf schlug dumpf gegen die Sessellehne. «Ich bitte dich, zeige du mich an,» sagte er matt, «ich kann es nicht.» «Anzeigen?» fragte ich verblüfft, «bei wem und warum?» «Beim Gericht, sagte er ruhig und stand auf, «ich bin auch ein Mörder!» Ich starrte ihn an. «Ja, so!» sagte er, «du kennst den Tatbestand noch nicht!» Und er erzählte mir die Geschichte von der Zeitungsfrau. «Nun.» fragte er dann, als ich noch immer schwieg. «Ja!» sagte ich aufatmend, «das ist freilich schlimm für die arme Frau. Ist sie schwer verletzt?» «Sie ist tot!» sagte er dumpf. «Tot!» wiederholte ich. und ich weiss nicht, warum ich bei dem oft ausgesprochenen Wort diesmal schauderte. «Aber was hast du dabei zu tun?» Er lächelte sanft. «Ich habe sie ja umgebracht!» sagte er. «Unsinn'» erwiderte ich brüsk, «wie kann man solchen Unsinn reden!» «Es ist leider kein Unsinn!» erwiderte er traurig. «Gewiss ist es Unsinn!» versetzte ich unerklärlich'gereizt. «Nein. Madame ist Amerikanerin. Sie ist ziemlich bekannt unter dem Namen Ata Bari und Mercedes Farere. Sie war oder vielmehr ist ebenfalls für unsere Nachrichtenabteilung tätig.» «Sie sind vielleicht ebensowenig ein Deutscher wie ein Grieche. Uebrigens: sprechen Sie Deutsch?» «Gewiss. Selbstverständlich spreche ich Deutsch. Und über meine Staatszugehörigkeit wird die deutsche Gesandtschaft in Sofia rasch Auskunft geben können!» Eberhard J.F. Man ist irgendwann in einer iremden Stadt. Es ist ein feuchter, grauer Novembertag und eine entsetzliche Verlassenheit kriecht langsam an einem hoch. Alles Bekannte hat man hinter sich gelassen, nichts ist da, was nah und vertraut wäre. Man friert inmitten soviel Fremdheit; der Inhalt des Koffers ist das einzige, woran man sich halten könnte. Und man klammert sich an eine bunte Schachtel, die Briefsachen Und andere Kleinigkeiten enthält, wie an ein unsichtbares Geländer.,. Das Hotelzimmer erschreckt in seiner Nüchternheit. Die Farbe der Divandecke beisst sich grässlich mit dem mitgebrachten Seidenkissen. Man schiebt es unter den Kopf, um es nicht sehen zu müssen, und baut vor sich auf dem Tisch die paar hübschen Sachen auf, die aus der Schachtel zum Vorschein kommen: Schreibzeug, ein kleiner Leuchter, Zigaretten, Feuerzeug, ein liebes Bild. Und plötzlich ist es die allerletzte Zigarette, die langsam und nachdenklich verglimmt, und man muss ausgehen, um neue zu besorgen. Die Strossen sind hastig und gleichgültig wie die Menschen, die vorüberdrängen. Tausendfache Geräusche, Autobusse, Plakate, grelle Lichtreklame, Zeitungsverkäufer i — geht einen das vielleicht irgend etwas an? Nein — oder doch: an einem Zeitungsstand kauft man sich die Zeitung, die man täglich zu lesen gewohnt ist. Man überfliegt die vertrauten Spalten und lächelt über die merkwürdige Tatsache, dass man dabei wieder so etwas wie Boden unter den Fassen spürt. Nicht lange. Man wird unsanft gestossen und faltet die Zeitung schleunigst zusammen. Menschenmassen, tausendfache Geräusche, Autobusse, Plakate, grelle Lichtreklame AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 96 Abends, in einer fremden Stadt Im Weitergehen kommt man an einem Reisebureaa vorüber und sein rätselhafter Zauber ist derselbe wie immer und überall: das zusammengedrückte Ich weitet sich unversehens, wird wieder umspannenden Weltgefühls fähig. Da liegen alle die wundervollen Prospekte und Bilder, die man so genau kennt und so sehnsüchtig liebt. Die Welt ist weit und offen und nur unser eigenes Empfinden mauert uns zuweilen im engsten Raum ein. Man setzt seinen Weg fort und findet es phantastisch schön, im nächsten Zigarrenladen seine Lieblingsmarke anzutreffen. Wie einen Schatz hält man sie krampfhaft in der Hand und ist beinahe glücklich... Briefmarken wollte man auch noch kaufen und also geht man in die nächste Post. Ach, wie bekannt und greifbar ist da alles! In langer Reihe sitzen freundliche Beamte, bereit, Sendungen jeder Art entgegenzunehmen. Man kann Briefe aufgeben, Päckchen, Telegramme, Gespräche in alle Welt. Wieviel tausend Möglichkeiten birgt ein solcher Schalterraum. Man braucht nur die Hand auszustrecken und kann sich, mit wem man will, in Verbindung setzen. Man könnte... Aber im Augenblick möchte man nichts als ein paar Marken. Und dann lässt man sich noch das Telephonbuch der Heimatstadt geben. Bloss um etwas nachzusehen, man will nicht sprechen, erklärt man dem Beamten. Die Seiten rascheln, man sucht einen bestimmten Namen — richtig, da steht er, man liest ihn mehrmals und immer wieder. Dann kehrt man müde ins Hotel zurück. Inzwischen ist ein Brief angekommen, ein sehr erwarteter, lieber Brief. Und das Alteinsein und die Traurigkeit ist dadurch plötzlich ganz und gar aufgehoben und vorbei... ;: Seine Augen blickten immer noch ruhig. Nur im tiefsten Grunde war ein unheimliches Flackern spürbar. «Als ich sie dort stehen sah,» sagte er langsam, «das arme Geschöpf, mit einer Ohnmacht kämpfend, hätte sich mir nicht das Herz im Leibe umdrehen müssen vor Erbarmen, wenn ich ein Mensch gewesen wäre? Vielleicht hatte sie Hunger — oder Schmerzen — aber ich war kein Mensch. Wir sind ja alle keine Menschen!» setzte"er f verzweifelt hinzu. •' ' ' Ich trommelte gegen die Fensterscheiben. «Wenn ich sie beim Arm genommen hätte,» murmelte er, «und hätte sie wenigstens zu einer Steintreppe geführt, oder sie im Auto heimgebracht, ich hätte doch etwas Gutes im Leben getan, und sie würde nicht tot sein. Ach, hätte ich sie wenigstens ein bisschen gestützt!» schrie er plötzlich auf, «ist es nicht entsetzlich, dass auf einem von Hunderten, von Tausenden belebten Platz kein einziger eine zusammenbrechende Frau gestützt hat, damit es sie nicht auf die Fahrbahn hinschlug?» Mir war sehr unbehaglich zumute. Schliesslich hatte ich andere Sorgen. «Nun, sei so gut!» sagte ich ungeduldig, «es gingen doch noch andere Leute da vorbei. Die müssten sich dann alle als Mörder fühlen!» «Das müssten sie wohl!» sagte er mit schwachem Lächeln. Es wurde still. Ich wünschte mich weiss Gott wohin. Endlich sagte er: «Willst du nun gehen und mich anzeigen?» «Fällt mir gar nicht ein!» sagte ich ärgerlich, «damit man mich als verrücjct einsperrt!» Ich wollte, ich hätte das nicht gesagt. Seine Augen bekamen einen seltsam metallischen Glanz. «Gut!» sagte er, «lass mich jetzt allein!» loh Hess mir das nicht zweimal sagen. Unterwegs war mir einmal, als fahre mein Freund auf der Elektrischen an mir vorbei. Aber dann hielt ich es für eine Augentäuschung. Bis ich an der nächsten Polizeiwache vorbeikam, vor der sich eine Menschenmenge angesammelt hatte. Ich hörte die Stimme meines Freundes und das tiefe Lachen eines Bassorganes. Rasch trat ich ein. verschwieg, dass er Amerikaner geworden war — wozu die Situation noch komplizierter machen! «Wir sind», sagte der Major nach einer kleinen Pause, «von Bord Ihres Dampfers aus benachrichtigt worden, dass Sie auf gefälschte Pässe reisen, und dass sie vermutlich Ententespione sind. Sie haben auf dem Schiff nur Französisch gesprochen und auf griechische Fragen gar keine Antwort gegeben. Der Kapitän ist ein guter Bulgare und hat seine Schuldigkeit getan. Sie stehen unter dem Verdacht der Spionage. Sie haben sich ferner strafbar gemacht dadurch, dass Sie bulgarischen Boden mit gefälschten Pässen betreten. Aber ich habe in dieser Angelegenheit glücklicherweise nicht zu entscheiden; ich werde Sie einfach nach Sofia bringen lassen. Dort wird man schon herausfinden, was es mit Ihnen für eine Bewandtnis hat.» «Wir müssen uns natürlich damit zufrieden geben. Aber ich möchte Sie bitten, mir die Fesseln abnehmen zu lassen. Sie sind Mein Freund wies mit dem Finger auf mich. «Der Herr da kann es bezeugen!» rief er leidenschaftlich. «Wir glauben Ihnen ja alles,» sagte, der Polizist, «nur wird kein Gericht der Welt da einen Mord herausfinden!» «Die Gerichte der Welt,» sagte mein Freund, «erkennen also nur den aktiven Mord an? Der passive Mord geht frei aus?» «Lassen Sie mich ungeschoren,» erwiderte der Polizist, «jedes Gericht wird Sie für verrückt halten, wenn Sie mit diesem Blödsinn kommen. Jawohl, für verrückt!» Ein leises Zucken verzerrte für einen Augenblick das Gesicht meines Freundes. Der Polizist trat befremdet zurück. «Komm!» sagte ich und nahm den Arm meines Freundes. Er folgte schweigend. — Die folgenden Wochen waren eine Folter für uns, seine Freunde. Er ging von Polizeirevier zu Polizeirevier, von Gericht zu Gericht. «•Nimm doch Vernunft an!» sagte ich, «begreife doch, dass du an dem Tode der Fran so schuldlos bist wie ein neugeborenes Kind!» «Ein Kind!» murmelte er, «sie erwartete auch ein Kind!» Er ass nicht mehr, er sprach nicht mehr. Ich zog zu ihm. Nachts wälzte er sich stöhnend auf seinem Lager, murmelte abgerissene Worte, stiess Schreie aus, bei denen mich ein Schauder überlief. Tagsüber ging er auf und ab, ruhelos, wie ein Tier, oder ein Irrsinniger. Noch sträubte ich mich gegen diesen Gedanken, versuchte es mit Vernunft, mit Logik. «Ich bitte dich,» sagte ich, «es gibt doch schlimmere Dinge!» «Noch schlimmere?» unterbrach er mich schreiend, «noch schlimmere, als dass ein Kranker mitten unter lauter Gesunden hinstürzt und überfahren wird, weil ihm kf^ einziger hilft? Nur das ist noch schlimmer, dass es dafür keine Sühne geben soll. Es wird doch jeder arme Hund bestraft, der eine Semmel gegen den Hunger stiehlt —» Und dann sagte er: «Weisst du, wie mir zumute ist? Wie einem Tier, das immer zufrieden von Weide zu Weide gegangen ist — und plötzlich wird in den Tierkopf ein begreifendes Hirn gesetzt und zwei sehende Augen — aber ich ertrage es nicht, zu sehen, ich ertrage es nicht!» schrie er und.schlug den Kopf gegen die Wand. In dieser Nacht öffnete er sich die Pulsadern. Aber man rettete und heilte ihn. Und dann begann er zu toben und gefährlich zu werden, und da musste er wirklich ins Irrenhaus. Wie es ihm dort geht? 0, sehr gut. Er ist ruhig und zufrieden, er glaubt, man habe ihn mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft, und sein Vertrauen in die Gerechtigkeit der W* ist wieder hergestellt. Ja, so kam das. Und Sie werden zugeben müssen: es ist grauenhaft, dass der Verstand eines gesunden Menschen über einer solchen läppischen Sache in die Brüche geht.» ganz und gar unnötig, denn wir wollen ia auch nach Sofia. Ausserdem ist das Vergehen, dessen wir uns wirklich gegen Ihr Land schuldig gemacht haben, nicht so bedeutend, dass Sie mich deshalb in Ketten zu legen brauchen. Und selbst, wenn es wahr wäre, dass wir der Entente dienen: gegen Ihr Land, das sich noch im Zustand der Neutralität befindet, hätten wir uns ja auf keinen Fall vergehen können — dafür haben Sie ja durch den freundlichen Empfang gesorgt !> (Fortsetzung folgt.) Erst wenn Sie eine Rasierklinge vieroder fünfmal gebraucht haben, wissen Sie, was sie wert ist. Je besser sie dann mit dem Bart noch fertig wird, desto vorteilhafter ist sie im Gebrauch. Machen Sie einmal folgenden Versuch: Sie rasieren sich am ersten Tag mit der Maag-Klinge, am zweiten mit einer andern, am dritten wiederum mit der Maag-Klinge usw.; Sie werden dann selber feststellen, wie aussergewöhnlieh lange die Maag-Klingen scharf bleiben. Sie erhalten Maag-Klingen, die in der Schweiz hergestellt werden, in allen grösseren einschlägigen Geschäften. Hch. 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N° 96 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Boase OD ICE DP In den Schaufenstern locken flimmernde Stoffe und in schönen Drapierungen rieseln dünne Samte herab. Glänzende Satins, die sich zu weiten Aermeln und Schleifen formen lassen, kommen wieder viel in Gnade. Es lebt ja doch die Mode so recht von allem, was schmiegsam, formungsfähig, schmeichelnd ist. Selbst der wiedergekehrte Taffet, der so ausgesprochen für Stunden der Müsse bestimmt ist, hat sich in gani weiche Qualitäten verwandelt, die wohl etwas stehen, jedoch nie eigentlich steif bleiben. Die Teestunde, die uns zum Konzert und Dancing in die Hallen eleganter Hotels, in mondäne Konfiserien ruft, sie hilft uns, das sportliche Tenue etwas abstreifen, die Arbeit mit Einbruch der Dämmerung beiseite zu schieben. Wir kleiden uns um, vielleicht schlüpfen wir in ein ganzes Kleid, ausgestattet mit allen Zügen der eben herausgekommenen Mode. Oder wir lieben den Wechsel. Tragen deshalb einen Rock aus schönem Samt, zu dem wir abwechselnd Blusen hinzuwählen. Denn die Bluse ist ein kleines Kunstwerk der Haute Gouture geworden, eine phantasievolle, modische Angelegenheit. Die Blusen können zwei Handbreit -über dem Rocksaum aufhören und ihn in halber Höhe überschneiden. Mit einem kleinen Schösschen kommen sie daher, das en forme, leicht glockig wird, wenn die Dame schlank ist. Blusen können auf dem Rock getragen werden, so dass zwischen Rock und Oberteil keine feste Grenzlinie entsteht. Die Farben der Blusen sind vielfach betont, sie stechen ab von den Röcken aus schöner Wolle, aus schwerem Marocain, aus Satin oder dem so beliebten, anschmiegenden Samt. Velours cotele, Velours chiffon, Velours sauvage, Velours frappe, Velours mit Goldfäden oder Goldpünktchen' leise belebt, sie alle dienen zu diesen Rökken, die langgestreckt bleiben und unten ein leichtes Spiel ausfallender Bahnen zeigen. Was die Blusen anbetrifft, so ist die schöne, in einer aparten Farbe gehaltene Satinbluse sehr elegant. Sie erscheint mit Drapierungen vorne wie auch zuweilen im Nacken. Diese sind meistens Ableitungen des berühmten Capuchons der Kapuziner. Dieser verlangt einen virtuosen Schnitt, um jene unnachahmliche Grazie zu erreichen, die wir an Modellen der Haute Couture bewundern, und die das Geheimnis der Einfachheit, -mit grossartigem Effekt vereint, IFUQ/^ill Modezauber am Nachmittag und Abend andeuten. Andere Schnitte geben dieses Drape mit Hilfe von froncierten Oberteilen der Bluse. Diese können von der vorderen Mitte in weichen Falten ausstrahlen. Und eine Schleife damit verbinden. All diese drapierten Effekte, die man sehen muss, die ihren ganzen Charme erst im Tragen enthüllen, umfassen eine Menge Varianten. Worunter die einseitigen, die bald rundlichen* dann wieder langgezogenen Drapes nicht die verschmähtesten sind. Sie gehen mitunter über die Schulter, sie fallen neuerdings häufiger in den Nacken. Sie dürfen mit einer um den Hals geschlungenen Echarpe verbunden sein und mit langen Enden in den Rücken hängen. Jede Idee, die kleidsam ist, die einen gewissen Stil besitzt, darf verwendet werden. Tuniken, die halblang sind, können von der Taille aus weiter fallen, mit allerlei Finessen wieder irgendein elegantes Mouvement bekommen. Aber dazu braucht es eine sichere Hand und jenen Schnitt, die die französische Modesprache «impeccable» nennt. Fehlerlos, unfehlbar, will damit gesagt sein. Satin schimmert an manchen schönen Frauen, die, hinter dem Teetisch zurückgelehnt, der Musik lauschen. Weiche, rieselnde Samte, so Velours plume, kann es auch sein, die der formenden Hand gehorchen. Oder aber die Königin aller derzeitigen Modestoffe wagt sich hervor. Es sind dies die Lames, die metalldurchwirkten Gewebe. Sie haben alle Schwere oder Rauheit verloren, lassen sich zusammendrücken und richten sich unversehrt wieder auf. Sie fallen mindestens so weich wie Satin. Und die Leidenschaft des Drapierens greift zu ihnen, wie zu Kleinodien, für ein Fest. Sie sind von mildem Glanz, gar nicht auffällig, und sie modellieren sehr schön Taille und Büste, Arme und Nacken, wo immer sie den Linien folgen. Sie sind farbig, silbern und golden, auch mit Schwarz durchmengt. Manche lassen der schwarzen oder dunklen Seide den Vortritt, und ihre Fäden liegen nur strichweise darin, bilden Karos und winzige Pünktchen. Einzelne haben kleine Webebilder. Wohl etwas vom Schönsten sind die grünlichen, die blassblauen, die leicht rose argente schimmernden. Sie ergeben die verlockendsten Habilletuniken, die kurzen, welligen Casques wie die drapierten Taillen, mit faltig gelegtem Gürtel oder zum Abschluss des Rocks reichenden, kurzen Blusen, die so jugendlich wirken und sich als leichte Hülle über den Oberkörper legen. Die Aermel sind gewöhnlich eingesetzt, oben nicht sehr weit, sie gewinnen am Ellbogen vorübergehend an Volumen, um sich bis zum Handgelenk dem Arm anzuschmiegen. Einzelne verwenden Aermel, die oben etwas gereiht sind, als Puffen überfallend; wieder andere sind ganz anliegend, von natürlicher Weite, stets lassen sie die Schlankheit der Unsere Ecke der Hausfrau: Kleine Winke — grosse Hilfe Das Geheimnis richtig zu baden beruht nicht nur in gründlicher Reinigung. Im Gegenteil, allzu reichliche Verwendung von Seife entzieht der Haut zuviel Fett. Auch beschränke man sich nicht nur auf Kaltwaschungen, wie sie zur Abhärtung täglich dienlich sind. Richtiges Baden besteht vielmehr darin, dass wenigstens einmal wöchentlich ein warmes Vollbad — 38 Grad C. — genommen wird, dessen Dauer, um es gesundheitlich voll auszunützen, auf 15—20 Minuten auszudehnen ist. « Wie neugeboren » fühlt man sich aber «rst dann, wenn an Stelle des darauffolgenden gewöhnlichen Abtrocknens eine «Radiermassage» tritt. Zu diesem Zwecke reibe man über jede Hautstelle 6—7 Mal in einer Richtung kurz und derb mit einem zusammengeballten groben Handtuch hinweg. Eine Unmenge Schüppchen wird dadurch von der Haut abgerieben, so dass sie sich rascher erneuert. Verhütung von SchJramelblldung auf Konfitüre. Die Schimmelbildung auf Konfitüre kann man dadurch verhüten, dass man ihre Oberfläche mit einer heissen Geleemasse bestreicht, die zu gleichen Teilen aus Zucker und einer Pektinlösung besteht. (Pektin ist auch in den Fruchtschalen vieler Pflanzen enthalten.) Es bildet sich auf der Konfitüre dann eine glänzende Haut, die eine Infektion durch Schimmelsporen auch dann verhindert, wenn man diese künstlich überträgt. Auch Konfitüren, die mit weniger Zucker, als es sonst üblich ist, eingekocht wurden, bleiben unter einer solchen Schutzhaut vor schnellem Verderben bewahrt. Ein Loblied von Obst und « flüssigem Obst». Nach Feststellungen des hervorragenden Ernährungsforschers C. v. Noorden, Wien, sind naturreine, unvergorene Obst- und Traubenmoste nicht nur bei Gesunden und Kranken (bezw. Genesenden, namentlich nach Infektionskrankheiten) appetitanregend, sie fördern auch die Darm- und Nierentätigkeit. Bei Kindern bewährten sich naturreine « Süssmoste > zur Abhärtung gegen Darmkrankheiten. Obst und «flüssiges Obst » müsse in der Ernährung viel stärker beachtet werden. Für alle Gesunden empfiehlt C. v Noorden einen reinen Obsttag in jeder Woche. Linoleum tötet Bazillen. Es ist schon seit langem bekannt, dass Krankheitskeime auf Linoleumboden sehr schnell absterben. Kürzlich haben Versuche dies wieder in eindrucksvoller Weise bestätigt. Bei warmer Temperatur gehen dort z. B. Bazillen innerhalb von 24 Stunden völselbst da, wo sie, lieh bleibt, gehört zu den Schlagern dieser Saison. Sie spart ganze Kleider, besonders wenn wir sie in Tunikform wählen und sie mit kurzen Blusen wechseln. E. Seh. Gelenke hervortreten, leicht zurückgeschoben, etwas Querfältchen bilden. Die Lamebluse für den Nachmittag, die ebensogut in Konzerte und Vorträge wie zum Abendessen im Restaurant dienlig zugrunde. Bei kühlem Wetter halten sie sich etwa die doppelte Zeit am Leben. Sonnenbestrahlung beschleunigt die Keimtötung ausserordentüch. Uebrisrens hat auch noch Jahrzehnte altes Linoleum dieselbe Wirkung. Ratsam ist es auch, den Linoleumboden häufig anzufeuchten : dann besteht die grösste Wahrscheinlichkeit, dass an den Schuhen ins Zimmer verschleppte Krankheitserreger schnellstens vernichtet werden. Chinin zur Grippevorbeugung. Bald kommt wieder die Qrippesaison, und so sind die Versuche von Professor Spitta, Berlin, aktuell. Er hat in langdauernden Selbstversuchen das als Vorbeugungsmittel empfohlene Chinin mit Erfols erprobt. Er nahm ohne jede schädliche Nachwirkung allmorgendlich 50 mg chin. hydrochlor. Für einen Monat machte dies 1,5 z Chinin aus. Die Kosten betrugen 1 Franken. Wahrlich kein Geld, wenn man dafür von der Grippe verschont bleibt. Warum giesst der Hausherr zuerst einen Schluck Wein in sein Glas ? Diese Sitte hat sich bis in unsere Tage erhalten, da oben auf der Flasche sehr leicht kleine Korkteilchen schwimmen und der Flaschenrand meist nicht ganz sauber ist. Der erste « unsaubere > Schluck wird daher in das Glas des Gastgebers gegossen. Es ist aber anzunehmen, dass diese Sitte aus einer Zeit stammt, in der solche Erwägungen keine Rolle spielten. Ursprünglich wollte man wahrscheinlich dem Gast beweisen, dass der Wein nicht vergiftet sei. Mohrrüben in der Zahnhygiene. J. Schiotz, Oslo, lässt von Schulkindern rohe Mohrrüben mit den Zähnen hobeln und erreicht dadurch eine « ernährungsphysiologische » Zahnreinigung und gute Massage des Zahnfleisches. Diese Methode soll freilich nicht die Ausschaltung von Zahnbürsten und Zahnpasta bedeuten. Künstlicher Nebel als Frostschutz. Der Frost verursacht jährlich einen Schaden von vielen Millionen Franken an den Obstkulturen. Man deckt sie vielfach mit Rohrmatten und Juteleinen ab, um Frostschäden abzuwehren. Das ist aber ein ziemlich teures Verfahren. Als wirksames Schutzmittel hat sich der künstliche Nebel erwiesen, den man durch geeignete Vernebelungsapparate erzeugt. Man lässt die Nebelflüssizkeit aus Kalk auslaufen, sie verdampft, und eine hinreichende Nebeldecke legt sich eine ganze Nacht hindurch auf das zu schützende Gelände. Der so gebildete Nebel lässt keine Säuretropfen fallen, so dass die Kulturen durch Säure nicht beschädigt werden. Verantwortliche Redaktion des Autler-Feierabend: M. Bulliger. III Magenleiden Die bewährten Magenpulver von O. Schüepp dnd ein sicheres Mittel zur Beseitigung selbst veralteter Fälle von Magenleiden. Verdauungsstörungen oder chronischen Magenkatarrh bezeichnet man gewöhnlich als Magenleiden, und die meisten Menschen sind heutzutage damit belastet. Die vorkommenden Beschwerden äussern sich verschiedenartig. — Nach dem Essen werden die meisten voll gegen die Brust hin, es liegt ihnen schwer auf dem Magen, bekommen Kopfweh über den Augen, Schwindel, manche glauben, sie könnten einen Schlag bekommen, sind überdrüssig, sehr sohnell bös und aufgeregt, so dass sich Herzklopfen einstellt. In der Regel ist wenig Appetit vorhanden, hat man aber nur weniges genossen, so bringt man nichts mehr hinunter. Auch gibt es solche, welche alle 2 Stunden Hunger haben, und doch nehmen ihre Kräfte ab. Auch kommt öfters Erbrechen vor. — Gewöhnlich ist harter Stuhlgang, auch Abweichungen vorhanden, saures Aufstossen oder Magenbrennen, manchmal Rücken- und Unterleibsschmerzen und gewöhnlich kalte Füsse. Viele glauben irrtümlich, sie seien lungenleidend, indem ihnen das vorhandene Magengas das Atmen erschwert. Durch diese Verdauungsstörungen werden die genossenen Speisen unverdaut fortbefördert, so dass das Blut zu wenig Nährstoffe erhält und hiedurch Blutarmut und Bleichsucht entsteht. Auch die vielen Sohlaganfälle, welche ein frühes Ableben herbeiführen, rühren von diesen Verdauungsstörungen. Die Mittel sind ohne Berufsstörung zu nehmen. Preis einer Kurp. Fr. 6.75 Erhältlich durch: Apotheke J. FREY, HEIDEN 28 (Appenzell). Teppiche Linoleum, Vorhangstofk. Decken, *" vorteilhaft im Spezialhaus Zürich, Bahnhofstrasse 18 Gleiches Haus in St. Gallen ZÜRICH 2, BLEICHE Ü^^l MUSIKHAUS WOHLFAHRT bietet Ihnen folgende Vorteile: Schweizer Pianos u. Flügel direkt ab Fabrikdepot Tausch - Teilzahlung - Miete zu günstigen Bedingungen Reparaturen Stimmungen Beethovenstrasse 49 - Telefon 57.037 Gesichts-Massagen mit Hormonverfahren nach Dr. Spuhl* Entfernung v. Warzen. Manlcure. Streng seriöse, von Aerzten empf. Behandlung. W.v.Traver$,staatl.dipl. 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