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E_1933_Zeitung_Nr.098

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Querfahrt durch die

Querfahrt durch die Riesenstadt, natürlich wieder mit verbundenen Augen, wird Charlie in Freiheit gesetzt, kulanterweise in der Nähe seiner Villa. Ganz benommen und ver- Bozena bestieg, um ein wenig zu proben, da straffte sich ihre Gestalt wieder empor. Da stört schleicht er unbemerkt in sein Schlafzimmer. Und was sieht er dort in einer Ecke? noch nicht alle Uebungen mit der wün-fällschenswerten Sicherheit gingen. Bozena rektor auf Anton Wurzwallner. Froh, ein Sein geliebtes Spazierstöckchen, sein Glücks- der noch gereizte Blick der Frau Di- hüpfte auf Kleinmädchenart über ihre Objekt für ihre böse Laune gefunden zu haben, herrscht sie ihn barsch an, aus dernicht in der Hand hatte. Und nun begreift stöckchen, das er einmal ausnahmsweise Springschnur, tändelte in gut gespielter Kindhaftigkeit mit einer Puppe, alles, während der graue Schecke mit den hellroten und Bo=ena versunken, überhört auch noch scheinliche Abenteuer passiert ist, warum er Manege zu gehen. Wurzwallner, in sich Charlie erst, warum ihm dieses unwahr- Nüstern schnaubend und in gleichmässig den zweiten Anruf, wird von der zornigen diese peinliche Rolle spielen musste, die weder seiner grossen Kunst, noch der Sicher- ruhiger Gangart Runde um Runde abtrabte. Frau mit roher Hand gepackt und gegen Dann aber kam der Höhepunkt: Bozena die Einfassung der Manege geschleudert, heitsverhältnisse Neuyorks würdig ist ... schwebte mit leicht emporgestreckten Aermchen, das linke Bein ein wenig erhoben, in blick, als Bozena auf dem grauen Schecken unglücklicherweise gerade in dem Augen- Es war sein teuerster Film, aber, weiss ernster, schwärmerischer Haltung durch Gott, nicht sein bester ... herankommt. Sein Vorderhuf trifft wie ein den Raum. Sogar der graue Schecke hielt Keulenschlag Anton Wurzwallners Köpf- das Schnauben an. Wurzwallner sah das hundertmal gesohaute verklärte Bild durch einen Schleier von Blut. Ob denn wirklich alles zu Ende war und verloren? Stand Bozena nicht unverändert oben auf der rotsamtnen Schabracke wie ein kleiner Siegesengel? Konnte die Welt wirklich so hoffnungslos sein? Frau Direktor Baroe knallte tadelnd und drohend ihre Peitsche. Bozenas rechtes Bein, auf dem die Last des Körners ruhte, war ein wenig eingeknickt. Aber gleich Der Tagesfilm chen und zerschmettert es. Der Schecke, wie unwillig über die Störung, schnaubt kurz auf, und Wurzwallner kann noch mit beruhigtem Lächeln sehen, wie das geistesgegenwärtige Tier, ohne aus seiner rhythmischen Gangart zu fallen, Bozena heil und unbeschädigt weiterträgt, einen kleinen schwebenden Sieges-Cherubin in feierlichernster Haltung und mit einem wundervoll kindlichen Lächeln himmelwärts. Dann stirbt er im Sand... jetzt bekannt wurde, macht, obwohl es ihm wirklich passiert ist, einen absolut unwirklichen Eindruck. Im Grundeinfall und in der Ausführung, im Tempo, in der Maskierung der Mitwirkenden und in den Requisiten mutet das Ganze wie einer jener übertrieben grotesken und komisch spannenden Kurzfilme an, die auch Chaplin am Anfang seiner Karriere gespielt hat. Wenn man den Bericht liest, hat man geradezu das Gefühl, in einem Kino zu sitzen, natürlich in einem Vorstadtkino, in dem ausser dem grossen Detektivfilm noch ein Vorprogramm geboten wird. Und man wundert sich, dass einem heutigen Publikum noch solche grelle Wildwestromantik zugemutet wird ... Wildwest? Nein. Der Kurzfilm spielt ja in Neuyork, im Villenviertel der reichen Leute. In einer friedlich stillen Hochsommernacht, soweit diese Nächte drüben still und friedlich sind. Immerhin, es ist Schlafenszeit, und Charlie, der glückliche Besitzer der prachtvollen Villa, macht eben Nachttoilette. Man sieht, wie er vor dem Spiegel sein nicht mehr junges Gesicht mit dem melancholischen Schnurrbärtchen betrachtet und wie er eine Frisierhaube anlegt. Dann gurgelt er, weil Unfreiwilliger, wahrer Chaplin-Film. das immer ein komischer Effekt ist, schlüpft Amerika hat sich wieder einmal als dasin einen modischen Seidenpyjama und will Land der unbegrenzten Unwahrscheinlichkeiten erwiesen. Denn das sonderbare Enträuschlos, mit abgeblendeten Lichtern, also zur Ruhe gehen. Indessen aber ist fast geführungsabenteuer Charlie Chaplins, das erst ganz unbemerkt, ein Auto bei der Villa vor- nach dem ersten Auftreten in der neuen Rolle erlitt die Künstlerin einen Autounfall und kam ums Leben. Nun fand sich in der vorigen Spielzeit keine Bühnenkünstlerin mehr Der Beschluss der N.R.A., den Filmstars Filmstars von Hollywood In Aufruhr. in London, die bereit war, die Rolle der Dubarry zu übernehmen. Das Stück musste Höchstgehälter vorzuschreiben, veranlasste vom Spielplan abgesetzt werden. In dieser : Saison nun versuchte man abermals, das gefahren. Sieben Männer entsteigen ihm. Sie Werk herauszubringen, an einem andern haben sich durch schwarze Masken unkenntlich gemacht und kommen dem Zuschauer Hilliard übertragen, Die Proben waren in Theater. Die Titelrolle wurde der Soubrette schon deshalb sehr bekannt vor ... Einer vollem Gang, die Premiere sollte stattfinden, steigt auf die Schultern des andern und soda erkrankte die Künstlerin an einem bis da- gelangen sie über die Mauer in den Garten. Auf welche Art der Letzte das Kunststück macht, das sieht man nicht mehr, aber er kommt auch hinüber ... Und schon stehen sie im Schlafzimmer Charlies, mit gezückten Revolvern. 3anz entsetzt, dass so etwas heute im Film noch möglich ist, folgte der zu Tode Erschrockene seinen Entführern willenlos und mit verbundenen Augen. Die gehen ihm erst auf, als er das Lösegeld bezahlen muss: 25,000 Dollar, über welchen Betrag er sofort einen Scheck ausstellt. Denn in solchen Kurzfilmen führt das reiche Opfer das Scheckbuch selbstverständlich auch im Pyjama mft sich. Am nächsten Morgen aber schicken, die Gangsters in aller Früh zur Bank und /lösen den Scheck ein, bevor der Dollar noch weiter fällt ... Und dann, nach einer Kreuz- und AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N° 98 ; Die unheilvolle Dubarry-Rolle. In Londoner Theaterkreisen kursieren seit längerer Zeit abergläubische Gerüchte: Wer die Rolle der Madame Dubarry spiele, sei von furchtbarer Gefahr bedroht. Die Wiener Soubrette Anny Ahlers stand im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes. Ihre Darstellung der Dubarry war für ganz London eine unerhörte Sensation. Wenige Tage nach der Premiere stürzte die Künstlerin vom Balkon ihres Hotelzimmers. Ob ein Unglücksfall vorlag oder ein Selbstmord wegen einer unglücklichen Liebe, ist ungeklärt geblieben. Man übertrug die Rolle der jugendlichen Soubrette Evans, Wenige Tage hin unbekannten Leiden. Die Aerzte bemühten sich vergebens, sie konnten ihr keine Rettung bringen. Fräulein Hilliard starb. Dadurch haben die dunklen Gerüchte wieder neue Nahrung gefunden und es ist unmöglich, eine Künstlerin zu finden, die bereit wäre, die «Unglücksrollo zu übernehmen ... Sie transit gloria mundi.„ Alexander Sibirjakov, einst einer der wohlhabendsten und freigebigsten Mäzen im zaristischen Russland, ist neulich in Nizza im Alter von 84 Jahren allein, arm und vergessen, gestorben. Durch die Intervention von Schweden wurde verhindert, dass er auf : dem Armenfriedhof bestattet wurde. Die Freigebigkeit Sibirjakovs hat eines der grössten geographischen Resultate des vorigen Jahrhunderts, nämlich die Entdeckung der Nordostpassage, ermöglicht, worunter die Umschiffung der Nordküste Asiens von dem schwedischen Forscher Baron E. A. Nordenskiöld in den Jahren 1878/80 gemeint ist. Der russische Millionär, der selbst ein arktischer Forscher war, unterstützte nicht nur freigebig die Expedition Nordenskiöld's, sondern auch mehrere andere wissenschaftliche Untersuchungsfahrten in Sibirien und den arktischen Regionen. Wie viele andere Kulturpersönlichkeiten wurde er durch die russische Revolution gezwungen zu emigrieren und sah sich seines riesenhaften Vermögens bis auf den letzten Heller beraubt. Er lebte in vollkommener Verlassenheit, bis die schwedische Regierung im Jahre 1920 von seinem Schicksal erfuhr und ihm eine Stäatspension von 3000 Kr. im Jahre sicherte. Auch seine letzte Ruhestätte in dem wunderschön gelegenen russischen Kirchhof in Nizza wurde von Schweden gestiftet. Der einzige Kranz, der .sein frisches Grab schmückte, wurde vom schwedischen Erziehungs- und Kultusminister gewidmet und trug die schwedischen Farben. Nur vier Personen folgten seinem Sarge, die Hauswirtin, der schwedische Konsul in Nizza und zwei andere Schweden, aber von den Landsleuten des Verstorbenen war ausser dem russischen Priester niemand zugegen. Die schwedische Presse gedenkt mit Ehrfurcht und Dankbarkeit dieses Mannes. diese unter Führung Eddie Canters. zu Massenversammlungen und Demonstrationsumzügen. Man erklärt, die Regierung benehme sich einfach «unwürdig >. wenn sie den Stars vorschreiben wolle, welches Gehalt sie beziehen dürften. Wenn man eine Gleichheit der Gehälter anstrebe, würde man in eine Sackgasse geraten. Joan Crawford, die jetzt 4000 Dollars wöchentlich bezieht, müsste dann dasselbe Gehalt bekommen wie Greta Garbo, die an jeder Produktion 225,000 Dollars verdiene. Man zieht Vergleiche zwischen der Stellung des Präsidenten der Vereinigten Staaten und der der Filmstars. Irrj^ letzten Jahre wurde ein Film gezeigt, in de das Weisse Haus und der Kongress verulkt wurden. Man wies darauf hin. dass der Präsident der Vereinigten Staaten weniger Gehalt beziehe als ein Filmstar. Wenn der Präsident und die N.R.A. es als ungerecht empfänden, dass ein Filmstar mehr verdient als sie, so müsse demgegenüber betont werden, dass der Präsident auf vier oder gar acht Jahre gewählt wird, während bei den Filmstars ausser Charlie Chaplin, Douglas Fatrbanks und Harold Lloyd niemand wisse, ob er dem Publikum vier oder gar acht Jahre gefalle. Was immerhin ein höchst dürftiges Argument ist f Der Tourenonkel Das Schweizerpiano bevorzugt Zürcher J Wochenprogramni Stadttheater **"*** * **.*«&** nachmittags 3 Uhr. Zum Tourenonkei ziehet hin Wer eine Reise hat im Sinn. Sein Tourenral die Menge sucht Weshalb sein Bureau so besucht. 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N°98 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 15 EDEI Selbst wenn man davon überzeugt ist, dass ein Pelz anderen Modegeboten zu folgen hat, als beispielsweise ein Stoffmantel, darf nicht übersehen werden, dass jede Saison gewisse Aenderungen auch in der Fasson und der Ausarbeitung der Pelze bringt, die eben jenes geheimnisvolle Etwas bedeuten, das unsere Erscheinung mehr oder weniger modisch erscheinen Iässt. Und auch wenn die Wandlungen im Bereich der Pelze nicht so krass sind wie die andern, es sind ihrer genug, um hier verzeichnet zu werden, zumal die Pelzmode und ihre Schöpfer sich wohlweislich den Umstand vor Augen gehalten haben, dass man auch durch Umarbeitung oft die gleichen Effekte erzielen kann wie durch Anschaffung ganz neuer Stücke. Bei einer Modenschau'' allerdings werden solche Modelle nicht gerade vorgeführt, aber die intelligente Beobachterin wird bei etwas Phantasie auch der knappsten Beschreibung der vorgeführten Mäntel und Jacken so manches finden, das selbst weniger gespickten Geldtaschen erschwinglich ist. Nicht anders wie bei einem Mantel aus kostbarem Material genügt auch beim Pelzwerk oft die Kostbarkeit als einziger Schmuck, weshalb man vergebens bei einem Nerzmantel nach schmückenden Beigaben suchen würde. Der Schnitt verfolgt, wie übrigens bei allen vorgeführten Modellen, durchaus die Linien des Körpers, ist also ausgesprochen schlank und um diese Schlankheit besonders zu betonen, gehen die Vorderblätter weit übereinander und der Mantel wird an der linken Seite mit einem Knopf geschlossen. Die Kragen sind von verschiedener Höhe, meist vorne weit auseinandergehend, so dass der Kopf und der Hals frei bleiben, die Aermel zeigen ganz amüsante Ausarbeitungen, manche sind mit Epauletten, andere mit bis zum Ellbogen reichenden Pelerinenteilen versehen, andere über oder unter dem Ellbogen geschoppt, in allen Fällen aber ums Handgelenk schlank und ohne Manschette, teils mit Rücksicht auf die Stulpen der Handschuhe, teils weil zu den meisten Garnituren der Muff gehört. Von unleugbarer Eleganz sind alle diese Modelle, ob es nun der Breitschwanzmantel mit einem Kragen aus AHaskafuchs ist oder ein grauer Breitschwanzmantel mit Polarfuchs, der Nutriamantel, zu dem Mütze und Muff gehören oder der Breitschwanzmantel mit einem Schalkragen aus zwei Silberfüchsen. Für Sportmäntel sind Leopardenfelle und Jaguar beliebt; sie werden mit Gürtel oder mit Dragoner getragen, mit dem Stehkragen aus dem gleichen Material oder mit kleinem Kragen und Manschetten aus Biber. In eine andere Kategorie gehört der weisse Breitschwanzabendmantel, dessen kleiner Stehkragen rechts in einen grossen Revers ausmündet, während die linke Seite glatt bleibt. Für den Abend sind die verschiedenen Füchse bestimmt, der graue Polarfuchs, der echte Blaufuchs, die Pelerinen aus Hermelin und jene aus braunem Buenos mit Verbrämung aus Zobelfäh, der Silberfuchs und das Collier aus zwei Steinmardern. Ausserordentlich kleidsam sind das Jäckchen aus gefärbtem Buenos mit Aermeln, Kappe und Muff aus weissem Hermelin, das Jäckchen aus Jaguar mit Ledergürtel oder der Astrachanbolero mit kurzen Aermeln, die auch unter dem Mantel zu tragen sind. Apart ITfT HD»CE SEHTE Die Pelzmode IDQ^ID die Hermelingarnitur, aus breitem Schulterkragen, Muff und Mütze bestehend, und— um den Herren der Schöpfung auch einen Raum in dieser Uebersicht einzuräumen — die Stadtpelze, sowohl der dunkle mit Hamsterfutter und schwarzem Zersianerkragen, wie der englische mit dem Futter aus Bisambauch und dem Biberkragen. Und wenn wir auch nicht alle Aussicht haben, bei einem Schönheitswettbewerb unserer Pelzgarderobe mit Marlene Dietrich wetteifern zu können, die jüngst bei einer Modenschau der «Pelze aus eigenem Besitz » auf einem Ozeandampfer mit 17 (!) kostbaren Pelzen den Vogel abschoss, während eine Bankiersgattin aus New York mit 16 Pelzen erst nach ihr rangierte und die weniger begüterten Teilnehmerinnen des Wettbewerbes, die sich nur mit 8 oder 9 Pelzen ausweisen konnten, überhaupt keine Preise erhielten, so können wir aus Pelzen, die wir einst getragen, unversehrte Stücke herausschneiden und Aermel- oder Kragengarnituren daraus fabrizieren lassen und auf diese Weise mit der Mode gehen. Denn — Pelz ist Trumpf und wenn er auch billiger geworden ist, der gute Pelz ist immer noch so teuer, dass man ihn nicht jedes Jahr neu kaufen kann. Aber sicher ist guter Pek eine gute Investition, das wird Ihnen jeder Kürschner gerne bestätigen. p. Neue Stoffe Man kann ruhig behaupten, dass alle neuen Stoffe trotz aller Verschiedenheiten einen Macht Wassertrinken fett? gemeinsamen Zug aufweisen: nämlich eine ungemein phantasievolle Note. Die Gewebe Immer wieder hört man. Trinken während sind seit Menschengedenken nicht so amüsant gewesen. Da ist z. B. ein Wollstoff, der der Mahlzeiten, ebenso Suppen usw. fördern mit weissen Härchen förmlich beschneit ist, zenden Tupfen, in Braun oder Dunkelblau ein anderer, der von goldenen Nägeln wimmelt. Eine flaumige Seide scheint ein Gelaps, gestreift, kariert, mit Nervüren gear- sehr beliebt. Und die ganze Familie der Djawebe aus Marabouts zu sein, eine andere ist beitet, erhöht die Qual der Wahl! sozusagen mit Fransen durchwirkt. Man Für angezogene Kleider und Ensembles kann sagen, dass der glatte, einfarbige Stoff kaum mehr existiert. Man sieht fast nichts als Streiken. Karo, geflochtene, diagonale Stoffe. Härchen, Borsten, Pastillen, aufgerauhte, gewellte Gewebe. Die erste Frage, die uns der Beginn des Winters vorlegt, lautet: «Woraus machen wir unsern Wintermantel?» Handelt es sich um einen einfachen Sportmantel, dann wählen wir z. B. Burnatte, einen dicken, geflochtenen Wollstoff, der sich besonders gut in Marineblau ausnimmt. Auch Brizah mit seinen dicken Nervüren ist dankbar, ebenso Rodier, der gerippt, rauh und vielfarbig ist. Dicke, haarige, gelockte englische Stoffe wirken geradezu wie Pelze und werden ebenfalls Anklang finden. Aber für angezogene Mäntel kommt Samt in Betracht und jene Stoffe, die ihn imittieren. Vlap, ein dicker, aber' dabei geschmeidiger Velours de Laine, verdient unter ihnen den ersten Preis. In Grau macht er sich unvergleichlich schön. .Für Schneiderkleider empfiehlt es sich, Bavella zu wählen, ein gerippter Wollsamt, der flotte Jäckchen liefert, während der Rock aus glattem Tuch ist. Für einfache Kleidchen, die man unter dem Mantel trägt, gibt es geschmeidige Wollstoffe, Plumilap, Djalap usw. Djalap, mit Schnee bestäubt, macht sich sehr gut in Lavendelblau. Cloudor ist ein Gewebe mit glän- Unsere Ecke der Hausfrau: Kleine Winke — grosse Hilfe Uebermässlges Schwitzen den Fettansatz. Manche schlanken Damen kommt, sieht man von fieberhaften Erkrankungen, nervösem Schwitzen usw. ab, aufser. In Wirklichkeit, dies hat E. Heilner verabscheuen daraufhin geradezu! das Was- Grund besonderer Schweissdrüsenverardagung zustande. In solchem Fall ist als Ge-beim Menschen zur Fettzersetzung. Wasser- nachgewiesen, führt überschüssiges Wasser genmassnahme die Nahrung stärker zu salzen (zur Bindung des Wassers in Blut und weshalb auch die Wasserenthaltsamkeit zu entzug fördert diese dagegen keineswegs, Geweben), die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken und der Genuss heisser Flüssigren landwirtschaftliche Erfahrungen, dass Abmagerungszwecken sinnlos ist. Auch lehkeiten möglichst zu vermeiden. Nicht immer reichliche Wasserzufuhr dem Ansatz von ist leichteste Kleidung am besten, sondern Fett beim Mastvieh entgegenwirke. eine solche, die die Strahlung abfängt. Vorsichtiges Betupfen stark schwitzender Körperpartien mit 5 % Formaldehydlösung wird empfohlen, aber keinesfalls konzentrierte Lösunzen. Auch Abwaschungen mit Essiglösungen und verdünntem Franzbranntwein sind von Nutzen. Weinessig oder Zitronensaft? Durch Vergleichsversuche konnte Professor Bickel nachweisen, dass das gesundheitschädliche Vorurteil gegen Essig zu Unrecht besteht und die Ansicht, dass jeder Tropfen Essig den Untergang eines Tropfen Blutes herbeiführe, vollkommen irrig sei. Durch allzu grosse Mengen Essig könne allerdings Blutarmut herbeigeführt werden, die aber ebenfalls beim Genüsse desselben Ouantums Zitronensaft eintrete. Bei allen Versuchen wurde ersichtlich, dass Weinessig von Gesunden in der üblichen Menge ohne gesundheitsschädliche Nachteile genossen wenden konnte. Wobei Essig gegenüber der Zitrone sogar den Vorteil besass, eine stärkere Maeensaftabsonderung zu erzeugen. Lediglich bei besondern Magenkrankheiten war Zitrone vorzuziehen. Herbst und Winter in den Schaufenstern. Die Mode ist im allgemeinen wohl an die Jahreszeiten gebunden und hat für jede Saison besondere Neuigkeiten. Aber der Erfindungsgeist der Modeschöpfer Iässt sich nicht auf vier begrenzte Termine festlegen. Fast jeden Tag kann man in den Schaufenstern Überraschungen entdecken. Schwarze Abendkleider {Hessen an den schlanken, holzgeschnitzten Puppen herab und wirken durch ein farbiges Gürtelband und durch einen Blumentuff an der Taille. Die Schulterträger Ueberwintern von Balkonpflanzen. Alle jene Pflanzen, die während des Sommers grünen und blühen, haben im Winter Ruhe nötig. Es ist daher falsch, sie im Winter im gut geheizten Zimmer unterzubringen. Sie stellen ihre Balkonpflanzen daher am besten während der kalten Jahreszeit in den Keller, der frostfrei sein soll, dessen Temperatur im allgemeinen jedoch nicht höher sein darf als 3—8 Grad über dem Gefrierpunkt. Die Pflanzen müssen dort zwar etwas Licht erhalten, aber vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden. Die Räume dürfen also auch nicht durch die Rohre der Zentralheizung allzusehr erwärmt werden. Es genügt, wenn Sie ihre Pflanzen dort einmal im Monat giessen. Sollte starker Frost eintreten und daher die Gefahr bestehen, dass es im Keller friert, so dürfte es in den meisten Fällen genügen, den Raum mittels einer brennenden Petroleumlampe oder auch eines Petroleumofens etwas zu. erwärmen. Es ist darauf zu achten, dass die überwinternden Pflanzen nicht unter Fäulnis leiden. Angefaulte Pflanzenteile müssen daher regelmässig entfernt werden. Selbstverständlich kann, auch ein kühler Flur oder ein Treppenhaus als Überwinterungsraum dienen, falsch aber ist unbedingt, die Pflanzen ins warme Zimmer zu nehmen. haben sich aus den schlichten Bändchen, die sie vor Jahren waren, zu schmückender- Vielheit entwickelt. Einmal sind sie aus Pelz, als wollten sie den Versuch machen, den entblössten Rücken zu wärmen. An einem:' sind Samt, lackierte Cloquestoffe, gauffrierte, andern Kleid sind sie aus Blütenranken. matte Seide, glänzender Satin, Moire 1 in erster Manchmal wird Panne Sauvage oder silbrige Seide an den Schultern drapiert, von Reihe zu nennen. Nichts wird schicker sein -als ein Nachmittagsensemble aus schwarzem, Clips gehalten oder durch Ringe gezogen. lackiertem Cloque: Rock, kurze Jacke mit Auch Ketten und phantasievolle Perlenschnüre lösen sich aus dem vorn hochdra- einem Cape, elfenbeinweisse Satinbluse. Und ebenso verführerisch ist ein Samtkostüm, pierten Leibchen und schlingen sich über eine Schösschenjacke, ein gerader Rock, in den Rücken der braun gebeizten, exotischen Schwarz, Rabenblau, Dunkelrot, Goldbraun. Schaufensterfigurine. Und zu Füssen dieses Sehr viele Lame'blusen werden diesen Puppenmannequins liegen alle Kleinigkeiten, dunklen Samtkostümen beigesellt, selbst die der Frau von heute zugedacht sind: Wollkostüme werden durch sie erhellt werden. Es ist sehr praktisch, im Salon, im Re- Gürtel aus Metallketten und Gürtel aus Leder. Und, seit heute erst, ein Gürtel aus Filz, dessen bunte Zusammensetzung einem indianischen Kriegsgewand entlehnt scheint. Aus staurant, im Kino die einfache Jacke auszuziehen und in der gold- oder silberdurchwirkten Schösschenbluse auf der Höhe der Si-sen Abendkleid tragen will. Ein Fächer aus Federreihen ist der Muff, den man zum grostuation zu sein. Reiherfedern liegt daneben; zwei Epauletten, die an den Schultern der abendlichen Robe befestigt werden, machen durch ihre deko* rative Garnierung rasch und mühelos aus einem einfachen Theater- und Souperkleid eine Grandtoilette. Reizend ist ein Handtäschchen aus zartem Silberlame, dessen Schliessmechanismus in einer tief dunkel roten Rose verborgen ist. Die Juweliere legen wieder Diademe in die Schaufenster, wo sie neben Clips, Armbändern und kostbaren Puderdosen. Zigarettenetuis, Crayons und Flacons die Wünsche der vorübergehenden Frauen entzünden. Die Toques und Baretts werden, Itadio Sonntags geschlossen OERLIKON-ZURICH - Ueberlandstr. 3 Gasthaus z. MARKUS Telephon Nr. 68.101 Waldgarten Verschiedene Lokalitaten für Gesellschaftsanlässe und Hochzeiten. Sitzungssaal. Zimmer mit fHess. Wasser. Bestgef. Küche. Ausen. Weine. Garage. FRAU L. BRÜTSCH, früher Hallauer Weinstube. Inserieren bringt Gewinn Wie entsteht das tägliche Zeitzeichen ? 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