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E_1933_Zeitung_Nr.104

E_1933_Zeitung_Nr.104

Viel näher liegt es, an

Viel näher liegt es, an irgendwelche giftigen Gase zu denken, die vom Motor her in das Wageninnere eindringen. In der Tat geben auch viele unter der Limousinenkrankheit leidenden Personen an, dass ihnen die Oeldämpfe ausserordentlich unangenehm seien. Es ist aber nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Dämpfe allein schon limousinenkrank machen; viel eher muss man an Kohlenoxyd denken. Kohlenoxyd bildet sich, wenn Kohlen langsam in einem Becken glimmen; die auf den Kohlen liegende Asche verwehrt den Zutritt von Luft, so dass die Verbrennung nur unvollständig ist. Dasselbe Gas ist auch in dem Leuchtgas enthalten. Eingeatmet wirkt das Kohlenoxydgas äusserst giftig. Auch die Auspuffgase der Automobile enthalten reichliche Mengen von Kohlenoxyd, weil der Verbrennungsprozess im Explosionsraum des Motors nicht ganz vollständig ist. Man nahm nun bis vor kurzem an, dass die Endprodukte der Verbrennung, vor allem das uns besonders interessierende Kohlenoxyd, ausschliesslich durch die Auspuffleitung entfernt werden. In Versuchen zeigte sich aber, dass diese gesundheitsschädlichen Verbrennungsgase noch einen anderen Weg nehmen; sie können besonders bei älteren Wagen durch den schmalen Zwischenraum zwischen Kolben und Zylinderwand entweichen. Sie gelangen dann durch das Kurbelgehäuse und den Oeleinfüllstützen unter die Motorhaube und werden von da durch die Spalten des vorderen Fussbrettes ins Wageninnere getrieben. Es ist nun die Frage, ob die Kohlenoxydkonzentration im Wageninnern so hoch ansteigt, dass die Insassen gefährdet sind. Wir untersuchten die Wagenluft und stellten bereits nach halb- bis einstündigen Fahrten Kohlenoxydkonzentrationen von 150—240 ccm CO im Kubikmeter Luft fest (150 bis 240 ccm/cbm). Diese Konzentration genügt bereits, um bei empfindlichen Personen eine leichte Kohlenoxydvergiftung zu erzeugen. Man wird nun sagen, dass man der Vergiftungsgefahr durch Oeffnen der Fenster begegnen könne. Wir haben auch diese Frage einer experimentellen Prüfung unterworfen und sind dabei manchmal zu verblüffenden Ergebnissen gekommen. Wir fuhren z. B. einmal mit einer Limousine bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 60 km über eine ebene Strecke; der Wind kam von links vorn, und das linke Vorderfenster war geöffnet. Trotzdem stieg- die Kohlenoxydkonzentration in der Wagenluft bis zu 210 ccm pro Kubikmeter. Auf der Rückfahrt be-. trug der Kohlenoxydgehalt nur «180»ccm pro Kubikmeter, obgleich alle*Fenster-j geVJ schlössen waren. Es kommt also Wim'Oelf-' nen der Fenster sehr auf die ,Art, der!:Lüft-; ;j Strömungen im Wageninnern an. Im allgemeinen stellte sich heraus, dass der Wagen: am besten entlüftet wird, wenn man das dem Winde abgewandte Fenster öifnet. Das Kohlenoxyd wird von den Insassen mit der Atmunssluft aufgenommen und ist dann verhältnismässig einfach im Blut nachzuweisen. Diese Untersuchungen wirken vielleicht auf den Laien noch überzeugender als die erwähnten Luftanalysen; denn durch die Blutuntersuchung wird der direkte Beweis dafür erbracht, dass dieses gefürchtete Gas sich im Körper anzureichern vermag. Wir untersuchten das Blut auf seinen Kohlenoxydgehalt an einer Reihe von Führern von Autoomnibussen unmittelbar vor und nach Beendigung des Dienstes. Beim Personal, das seinen Dienst auf älteren Wagen kann man etwas Derartiges natürlich nicht unternehmen. Ich müsste Gewissheiten hahen!» «Das sollen Sie selbstverständlich. Ich werde Sie mit einem Herrn- zusammenbringen, der gewissermassen die finanzielle Garantie übernimmt und mit Ihnen die Summe festsetzt, die Sie für die Arbeit zu bekommen haben. Sie können dann aut dem von unseren Leuten benützten Wege über die Grenze gehen. Mit Ausweispapieren, die wir Ihnen verschaffen — sprechen Sie deutsch, Herr Naschtschenko?» «Ja — einigermassen.» «Mit den Ausweispapieren in der Tasche werden Sie zunächst unseren Vertrauensmann in den Longawerken aufsuchen und dann mit meinen Korrespondenten in Verbindung treten. Die Art der Ausführung und der Zeitpunkt bleibt natürlich vollkommen Ihnen überlassen.» «Gut. Machen Sie mich mit dem Mann bekannt, der das Unternehmen finanziert; wenn ich mit ihm einig werde, kann die Arbeit sehr bald beginnen.» «Schön. Ich denke dann, wenn .das glückt, noch an eine andere Sache. An Friedrichshafen. Das allerdings ist wesentlich schwieriger, da wir in der Werft niemanden haben,, mit dem wir arbeiten können. Aber, wenn Sie einmal drüben sind — doch davon können wir später sprechen. Kommen Sie heute abend ^ in meine, Privatw.ohnüng, Rheirt- «trasse 25; Sie werden bei mir. ,den Herrn, verrichtete, stieg die Kohlenoxydkonzentration im Blut höher an als bei den Fahrern und Schaffnern der neueren Omnibusse. Einen sehr grossen Einfluss auf den Kohlenoxydgehalt des Blutes übte auch die Länge der Zwischenpausen an den Endstationen aus. Konnte sich das Personal am Ende jeder Fahrt eine relativ lange 5 Ruhepause gönnen, so reicherte sich das Blut im Laufe des neunstündigen Dienstes nicht wesentlich mit Kohlenoxyd an. Waren dagegen die Pausen an den Endstationen kürz, so zeigte, das Blut am Ende der Dienstzeit einen recht erheblichen Kohlenöxydgehalt. ' Wir können somit als sicher annehmen, dass bei längeren Fahrten in geschlossenen oder ungenügend ventilierten Wagen die Gefahr einer Kohlenoxydgasvergiftung gegeben ist. Aber es muss auf der anderen Seite zugegeben werden, dass das Kohlenoxyd nie in solchen Mengen auftritt, dass unmittelbar bedrohliche Vergiftungserscheinungen zu befürchten sind. Immerhin sind die Konzentrationen an diesem Gas gross genug, um bei empfindlichen Personen Kopfschmerz und starkes Müdigkeitsgefühl auszulösen. Das eingeatmete Kohlenoxyd steigert aber auch in den von uns beobachteten Mengen die Empfindlichkeit unseres Gleichgewichtsorgans. So ist es verständlich, dass schon die leichten Erschütterungen und Schleuderungen des Wagen -genügen, um Schwindelgefühle hervorzurufen und unter Umständen sogar den Brechakt auszulösen. Durch die Untersuchungen scheint uns heute mancher Unglücksfall in einem neuen Licht Wenn ein Fahrer am Steuer fühlt, dass er müder und müder wird, so soll er sich dessen bewusst sein, dass er vielleicht schon in den nächsten Minuten nicht mehr imstande ist,, durch seine Aufmerksamkeitsspannung die Müdigkeit zu unterdrücken. Gegen eine Kohlenoxydnarkose kann sich auch der stärkste Wille nicht durchsetzen. In solchen Fällen hilft es auch wenig, wenn dem Fahrer zur Sicherheit ein Begleiter mitgegeben wird. Man erreicht durch diese vorbeugende Massnahme lediglich, dass statt eines zwei Menschen durch das Kohlenoxyd eingeschläfert werden. Diese Unfall quelle auszuschalten, ist ein ganz einfaches technisches Problem. Sportnachrichten Vom Grossen Preis der Schweiz 1934 Nun wäre dieses Rennen im Prinzip endlich unter Dach. Die Genugtuung darob mag es rechtfertigen, dass wir an dieser Stelle nicht noch einmal auf die langwierige Vorgeschichte zurückkommen. Der Erfolg der seit mehreren Jahren durch die Motorradfahrer organisierten Grossen Preise und die zunehmende' Popularität der Rundstreckenrennen im Aüslande, sowie das vollständige Fehlen einer derartigen Konkurrenz in unserem nationalen, Sportkalender legten es bernischen Autosportkreisen nahe, die Möglichkeit, der Durchführung von AutomoWl- RundTeniien auf dem Circuit im Bremgarten-^ wald zu studieren.,Wir haben mit an erster Stelle den Vorschlag vor zwei Jahren zur Diskussion gestellt, der dann freudig von massgebenden Kreisen des A.S;S. und- vorn Berner Verkehrsyerein aufgegriffen- vfutds. Die Prüfung der von den Motprrji^faTi.rern bisher benutzten „Piste durch Fachleute^ ergab aber ; alsbald die;;;: Gewissheik dass die Strasse in ihrer jetzigen Führung und Breite "den viel weitergehenden Ansprüchen, dleWÄ 5 Aujöfehnen an die Strecke stellt, •keineswegs entsprach. Von den Sportsinstanzen wurde erklärt, dass die Bewilligung für das Rennen "nur bei Verbreiterung der Strasse auf 8 m und bei Verbesserung verschiedener Kurven erteilt werden könne. Damit mussten die städtischen und kantonalen Behörden ins Vertrauen gezogen werden, welche erfreuliches Interesse an dem Vorschlag bekundeten. Vorab die Herren Regierungsrat Bösiger und Finanzdirektor Raaflaub setzten sich für die notwendigen Vorstudien ein. wobei sich ein recht beträchtlicher Finanzbedarf für die Instandstellung der Strasse ergab. Kanton und Gemeinde haben aber die- hiefür notwendigen Kredite bereitgestellt und man ist berechtigt auch vom Bunde eine grössere Subvention zu erwarten, da die Arbeiten im Winterhalbjahr und als produktive Arbeitsosenfürsorge durchgeführt werden, wodurch zahlreichen Erwerbslosen eine Verdiensti-' finden, mit dem Sie das Nähere besprechen können!» Als Eberhard den Journalisten verliess, de? über die Ermordung von Tausenden von Arbeitern — die Longawerke hatten, wie Stein sehr wohl wusste, keine Feierschicht! — so glatt hinweg sprach, als handle es sich um :das Ausheben eines Vogelnestes, stand' der Entschluss in ihm fest, diesen Menschen und seine Helfershelfer um jeden Preis' an das Messer zu liefern. Er war jetzt aufs äusserste gespannt, wer der Mann sein konnte, der «das Unternehmen finanzieren» sollte. Ein paar Stunden später erhielt er von der französischen Gesandtschaft die Mitteilung,, dass er eine Artikelserie über «Der Krieg und die Neutralen» für den Pariser «Matin» schreiben sollte, unter besonderer Berücksichtigung der Schweiz, die ja am.stärksten unter dem Krieg und unter der ständigen Bedrohung durch Deutschland zu leiden hatte. Dem Brief waren fünfhundert französische Francs in Scheinen beigelegt, als ä conto-Zahlung auf das Honorar. Eberhard wusste zwar nicht, wieso die Schweiz ständig von Deutschland bedroht sein sollte, aber die Serie konnte er ja wohl schreiben. Die Artikel sollten durch die Vermittlung der Gesandtschaft nach Paris gehen — dass sie nie gedruckt werden würden, davon war Eberhard im voraus überzeugt. Mercedes, die vormittags die erste Probe im Edentheater gehabt hatte, war nicht gerade begeistert von dem Etablissement, in ÄUT^ÖBIL-REVUE 1933 — N» 104 möglichkeit geschaffen werden kann. Wie bereits in letzter Nummer gemeldet, haben sich auch die bernischen Wirtschaftsverbände bereit erklärt, an der Bereitstellung der notwendigen Mittel durch Zeichnung von Aktien und Obligationen der Rundstrecken- A.G. aktiv mitzuhelfen. Das ganze Unternehmen befindet sich demnach auf dem besten Wege und ist zu hoffen, dass bis zum 20, Januar die noch ausstehenden 360,000 Fr. voll oder gar überzeichnet sind. Das Rennen seSbst wird, wie früher schon gemeldet werden konnte, als Grosser Preis der Schweiz ausgefahren und ist als solches durch die N.S.K. bei der internationalen Sportkommission angemeldet und im Sportkalender berücksichtigt und auf Sonntag den 26. August festgesetzt. Dieses Datum gab in schweizerjsohett Sportkreisen anfänglich zu etwelehen Bedenken Anlass, indem für den nämlichen Tag auch das Stilfserjoehrennen und "der Grosse Preis von Comminges vorgemerkt sind. Das erstere soll aber nach italienischen Mitteilungen aller Wahrscheinlichkeit nächstes Jahr nicht ausgetragen werden während der Veranstaltung von Comminges neben allen übrigen Grossen Preisen, welche auf französischem Boden noch stattfinden, nicht die Bedeutung zukommen dürfte, welche unsere Veranstaltung beanspruchen darf, vorausgesetzt natürlich, dass sie von allem Anfang an grosszügig aufgezogen wird. Die Veranstaltung selbst ist unterteilt in zwei Rennen. Das, eine ist für Kleinwagen Ms 1500 ccm reserviert und nimmt um 10 30 Uhr morgens seinen Anfang. Es führt über 100 km, also ca.-14- Runden. Das rTauptereignrs des Tages wird der eigentliche Grand Prix bilden, der für Wagen über 1500 ccm nach der neuen internationalen Formel ausgetragen wird, welche das Gewicht des Wagens ohne Wasser, Brennstoff, Oel und dem sie nun Abend für Abend auftreten sollte; ein keineswegs erstklassiges Lokal, das aber nur den Vorzug hatte, viel von Ententeleuten besucht zu werden. Eberhard war gerade darüber sehr wenig erfreut, aber — das Hess sich nun nicht ändern. So glänzend sich «beruflich» die Dinge für ihn gestalteten: sein Gefühl, sein Herz litt um Mercedes. Freilich — Gefühl, Herz, das waren Dinge, auf die er wenig Rücksicht nehmen durfte, wenn er seine Pflicht erfüllen wollte. Aber es war sehr schwer, unendlich schwer. Am Abend suchte Eberhard den Journalisten in seiner Privatwohnung auf. Eberhard wurde bereits erwartet. Neben dem Journalisten befand sich in dem Zimmer, das eher dem Boudoir einer Luxüsdame zu gehören schien als eines Journalisten, ein hoch^ gewachsener, gut aussehender Mann, dem man den französischen Aristokraten vom Gesicht ablesen konnte. Es war der Graf Mougeot, der Besitzer einer grossen Uhrenfabrik. Ein früherer französischer Offizier, der es aber vorzog, seinem Vaterland in anderer Weise zu dienen als mit der Waffe in der Hand. Sein Name war Eberhard in Berlin wiederholt genannt worden — man glaubte, dass er bei verschiedenen Unternehmungen die Hand im Spiele gehabt hatte, besass aber keine Beweise. Graf Mougeot gab sich sehr höflich, sehr liebenswürdig. Der Plan, die Longawerke in die Luft zu sprengen, wurde behandelt, als ob es sich um etwas durchaus Legales handle. Graf Mougeot bot die hübsche Summe von Pneugarnitur auf 750 kg begrenzt. Es geht über 500 km, also ca. 80 Runden. Die Rundstrecke, welche erst nach ihrem Ausbau genau ausgemessen werden kann, wird ungefähr 7200 m lang sein. Die Organisatoren möchten mit dem Rennen der kleineren Kaliber hauptsächlich auch jüngeren einheimischen Fahrern Gelegenheit geben, sich die notwendige Routine für diese Art Rennen anzueignen. Daneben darf man aber auch m dieser Klasse mit internationaler Beteiligung rechnen. Der Grosse Preis wird unbedingt grösste Internationalst aufweisen und das Interesse, welches in Rennfahrerkreisen dem Projekt eines solchen Austrages auf schweizerischem Boden entgegengebracht worden ist, berechtigt zur Annahme, dass wir in Bern ein Schock ausländischer Meister des Volants von Ruf beisammen sehen werden. Unser Land hat sich bereits durch die glänzende Organisation des Klausenrennens, als das grösste Bergrennen Europas ein internationales Ansehen geschaffen, und auch der Schweizer Franken hat einen guten Klang. .Es werden nämlich für die Dotierung der beiden Rennen 50,000 Fr. Bargeld zur Verfügung gestellt werden, wodurch der Grosse Preis auch für ausländische Kanonen eine Attraktion bilden dürfte. Die Zahl der Fahrer wird gemäss den durch die Strasse gegebenen Raumverhältnissen begrenzt. Immerhin wird sich, wie an andern ausländischen Rennen dieser Art, ein Massenstart von wenigstens 20 Fahrern ergeben, der zum imposantesten und spannendsten gehört, was der ^utosport zu bieten vermag. Die Organisation ist im Einvernehmen mit der N.S.K. von der Sektion Bern des A.C.S. in ihren Hauptzücren sorgfältig vorbereitet und bereits festgelegt worden. Dem Orgänisationskomitee steht der Präsident der Sektion Bern. Herr Oberst Marbach. vor. Das Rennkomitee präsidiert W. Ed. Huber, der Sportoräsktent der Sektion, der gleichzeitig als Rennleiter fungiert. Als Kommissionspräsidenten wirken die Herren Pufener, Herren, Fortmann. Mnrcuard. Oberst Hamberger, Dr. Bftchi und Dr. med. Walthard. denen ein Stab tiiehtisfer und sachkundiger Mitarbeiter zur Seite steht. Die Anlage der Rennstrecke wird durch die Rundstrecken A.-G. ausgeführt, welche zur Bereitstellung der hiefür notwendigen Mittel Aktien und Obligationen zur öffentlichen Zeichnung auflegt. Die Strasse wird fast durchwegs auf 8 m ausgebaut und weist grösstenteils den nämlichen Verlauf auf wie die für die Motorradrennen benützte Piste. Eine wesentliche Aenderung wird aber durch die Umfahrung der Ortschaft Bethlehem erreicht, welche Trasseverlegung vor allem aus Sicherheitsgründen befürwortet wurde. Die neue Strecke führt durch die an den Wald angrenzend« mächtige Kiesgrube, wodurch eine Steigung von gegen 9 Prozent in den Circuit einbezogen wird, was den Reiz des Rennens nur erhöht. Für die Sicherheit des Publikums wird in weitgehendem Masse durch die Abschrankung der Rennstrecke gesorgt, wobei die Umzäunung aber so angelegt wird, dass die Zuschauer die ganze Piste umgehen können. Bis das endgültige Projekt der zu erstellenden festen Bauten vorlag, wurden etwa fünf verschiedene Varianten ausgearbeitet und studiert. Man hat sich nunmehr für eine grosse Tribüne auf der prächtigen Geraden nach dem Forsthaus entschlossen, die aus Beton und Eisen erstellt wird hunderttausend Francs im Falle des Gelingens des Anschlages. Misslang das Unternehmen, so sollte Eberhard, «falls er zurückkehrte», zwanzigtausend Francs erhalten. Die volle Summe wurde in einer Schweizer Bank deponiert. Kam Eberhard bei dem Unternehmen ums Leben — auch davon wurde ganz offen gesprochen —, so sollte die Summe nach den bei Stein niederzulegenden testamentarischen Bestimmungen verwendet werden. Eberhard nannte hier zum erstenmal Mercedes Namen. Er erklärte sich mit den Bedingungen einverstanden ... Nun Hessen Graf Mougeot und Stein alle Reserve fallen. Eberhard erfuhr, dass der Graf seine Uhrenfabrik seit Jahren nur betrieb, um Reisende nach Deutschland schikken zu können. Diese Reisenden waren ausschliesslich Spione und arbeiteten durch den Grafen für das französische Bureau. Und nun während des Krieges bereisten diese Agenten, die mit den allerbesten neutralen Pässen ausgestattet waren, Süddeutschland, und sie waren es, die immer wieder neue Verbindungen mit Deutschen anknüpften und sie zum Verrat verleiteten. Stein war der Mittelsmann des Grafen. Der französische Gesandte war selbstverständlich genauestens über die Tätigkeit des Grafen Mougeot und seiner Leute unterrichtet; die Berichte gingen durch diplomatische Kuriere auf dem kürzesten Wege nach Paris. (Fortsetzung im eAutler-Feierabend».)

N° 104 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Der nationale Autosportkalender 1934 Datum Veranstaltung*) Organisierende A.C.S.-Scktion Anfang Februar: Winterfahrbarkeitswettbewerb Zürich März: 16. Nationale Sternfahrt nach Genf Genf 17. Kilometerrennen von Grand- Saconnex Genf April: 22. Autogymkhana in Bern Bern 29. Ballonfuchsjagd in Basel Basel April-Mai: Verfolgungsrennen für Automobile Zürich Anfangs Mai: Fuchsjagd Luzern Juni: 3. Rundstreckenrennen von Montreux Waadf 16. oder 23. Ballonverfolgungsjagd mit dem Berner Aero-Club Bern 29. Zuverlässigkeitsfahrt und Prüfung in Frauenfeld Thurgau 30. Juni oder 1. Juli: Autavia oder Flugzeugverfolgung **) Basel Ende Juni oder Anfang Juli: Gymkhana Luzern Juni-Juli: Flugzeugverfolgung durch Automobile Zürich Juli: 1. Bergrennen Rheineck-Walzen- Sf. Gallenhausen Appenzell 15. Bergrennen Develier-Les Rangiers Les Rangiers August: 5. Internationales Klausenrennen Zürich, Uri, Glarus 19. Basler Rennsonntag Basel 26. Grosser Preis der Schweiz Bern September- •— Geschlossenes Rennen Luzern 16. Bergrennen Montreux-Caux Waadt 23. Bergrennen vom Monte Cenerl Tessin 23. Autoslalom in Interlaken (offene Veranstaltung) **) Bern 29. II. kombinierte Auto-Reit-Konkurrenz Basel Ende Sept.: Gymkhana in Winterthur Zürich 21. Fuchsjagd zum Sausertreffen Thurgau V 27. Autofuchsjagd Bern Der oben veröffentlichte schweizerische Sportkalender 1934 ist von einer sehr erfreulichen Reichhaltigkeit. Nicht weniger als 9 nationale und internationale Sportveranstaltungen sind in den Kalender eingetragen, ge- *) Alle fettgedruckten Veranstaltungen sind national organisiert, die übrigen stellen alles geschlossene Konkurrenzen dar. Klausen-Rennen, Grosser Preis der Schweiz und eventuell das Rennen von Montreux sind international offen. **) Infolge Datenkollision mit nationalen Rennen werden diese geschlossenen Veranstaltungen voraussichtlich noch eine Ahänderun? erfahren. Grosser Preis der Schweiz 1934 (Schluss von Seite 2) und 4000 Sitzplätze fasst. Zu diesen gelangt man durch drei grosse Aufgänge, während im Parterre ein geräumiges Restaurant eingerichtet wird, welche Räumlichkeit das Jahr hindurch für viele andere Zwecke noch Verwendung finden kann (Hallensport, Versammlungen etc.). Weitere Sitzplatzanlagen sind auf einer Waldwiese beim Pfrundwald und in der Eymatt vorgesehen. Die Boxen der Rennfahrer kommen schräg gegenüber der Haupttribüne zur Aufstellung, von wo aus das Leben und Treiben, wie auch der Start, die Ankunft und die Durchfahrt sehr gut beobachtet werden können. Längs der Geraden, .zwischen Forsthaus und dem Auslauf, gegen Bethlehem zu, werden auch Zeittafeln, Chronometerhaus, Kommandoposten der Rennleitung etc. Aufstellung finden, welche Anlagen nach modernsten renntechnischen Gesichtspunkten erstellt werden. Die Pläne hiezu stammen vom Baugeschäft Marbach. Die Finanzierung. Diese wird, wie bereits erwähnt, durch die Rundstrecken A.-G. besorgt. Diese gibt, laut dem soeben veröffentlichten Prospekt, ein Aktienkapital von 200 000 Fr., sowie ein Obligationenkapital von 240 000 Fr. aus. Vom Aktienkapital werden 80 000 Fr. durch Kanton und Gemeinde übernommen, sofern der Rest, der nunmehr zur öffentlichen Zeichnung aufliegt, von privatem Publikum vollständig aufgebracht wird. Das Obligationenkapital erfährt eine Verzinsung von 4,5 Prozent und soll in 15 Jahren durch jährliche Auslosung zur Rückzahlung gelangen. Üeber den Finanzplan gibt der Prospekt folgende Auskunft: I. Feste Anlagen. A. Strassen, total Kosten Fr. 462,000.— B. Bauten, inklusive ständigerTribüne mit zirka 4000 Plätzen und grosser Restaurationshalle » 381,000.— Total feste Anlagen Fr. 843,000.- II. Bewegliche Anlagen (jährlich wiederkehrende Kosten). A. Gebühren Fr. 8,650.- B. Bauten > 35,350.- Total bewegliche Anlagen Fr. 44,000.- Finanzierungsplan. a) Beteiligungen und Beiträge von Bund, Kanton Bern und Gemeinde Bern, inkl. Fr. 80,000.— Aktienbeteiligung Fr. 526,000.- b) Obligationen-Kapital » 240,000.- c) Aktien-Kapital von Privaten » 120.000.- Fr. 886,000.- Aufwendungen für feste Anlagen wie obenstehend Fr. 843,000.- Verbleiben für Reserve und Grüniunsskosten Fr. 43.000.- genüber 6 im Vorjahre, wobei dann nur 5 davon durchgeführt wurden. Während das Jahr 1933 überhaupt kein internationales Rennen brachte, sind für 1934 gleich zwei grosse internationale Konkurrenzen vorgesehen. Der Grosse Preis der Schweiz und das Klausenrennen werden für die Schweiz die Höhepunkte der kommenden lebhaften Saison darstellen. Ausser diesen beiden Grossveranstaltungen enthält der Kalender auch vier traditionelle Bergrennen, nämlioh Rheineck- Walzenhausen, Develier-Les Rangiers, Montreux-Caux und Monte CenerL Im weitern wird auch das traditionelle Kilometerrennen von Grand Saconnex wieder stattfinden, und wie gewohnt gelangt auch die Sternfahrt nach Genf zur neuen Ausschreibung. Wie aus dem Kalender ersichtlich ist, wurde auch das projektierte Rundstreckenrennen von Montreux darin berücksichtigt. Wie unsere Leser bereits wissen, kann dieses Rennen von der N.S.K. nur unter der Bedingimg bewilligt werden, dass gewisse Partien der geplanten Stadtrundstrecke ausgebaut werden. Von der rechtzeitigen Durchführung dieser Arbeit wird das Schicksal dieses Anlasses abhängen. Sollte er nioht organisiert werden, dann findet das Bergrennen Montreux-Caux am 3. Juni statt. Im grossen und ganzen darf man mit Freude eine seltene Vielseitigkeit das Kalenders konstatieren, und alles lässt darauf •schdiessen, dass das Jahr 1934 nicht nur für das Ausland sondern auch für die Schweiz autosportlich ganz besondere Ereignisse bringt. Man wird vielleicht in der obigen Aufstellung die Erwähnung der internationalen Alpenfahrt vermissen. Sie konnte vorläufig noch nicht in den Kalender aufgenommen werden, da über die Organisation dieser Prüfung noch keine definitiven Beschlüsse gefasst worden sind. Im übrigen treten auch die meisten A.C.S.- Sektionen im neuen Jahre wieder mit verschiedenen geschlossenen Veranstaltungen hervor. Diese lebhafte Tätigkeit ist sehr erfreulich. Wie man weiss, haben zwei Mitglieder der N.S.K. verschiedene Clubveranstaltungen dieser Art in der Saison 1933 genau geprüft und dabei festgestellt, dass sie den sportlichen Geist und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitgliedern in stärkstem Masse fördern. bo, Zur Offenhaltung der Julierstraste im Winter. Die ersten Versuche mit dem oben abgebildeten, von der Firma Marti, Bern, zur Verfügung gestellten Traktorpflug, sind vorläufig abgeschlossen worden. Obwohl äusserst ungünstige Verhältnisse anzutreffen waren, konnte sich die mit zwei Mann besetzte Maschine, denen noch drei Wegmacher beigegeben waren, ihren Weg bis zum Hospiz und darüber hinaus gegen Bivio hinab bahnen. Da inerva Der neue 25-PS-Minerva, 8 Zylinder, 4 Liter (20 Steuer-PS) mit hochkomprimiertem Motor, ist einer der schnellsten Touren- und Reisewagen der Gegenwart und dies mit dem höchsten Komfort und der maximalen Fahrsicherheit, dank seinen unübertroffenen Fahreigenschaften. WAS EIN SCHWEIZER-BESITZER SCHREIBT: „Ich bestätige Ihnen gerne, dass die mir im April ds. J. gelieferte Limousine, 6/7plätzig, MINERVA, 8 Zyl., 25 PS, mich über alle Massen befriedigt. Wie Ihnen bekannt, bin ich ein eifriger Fahrer, der sehr hohe Anforderungen an seine Maschine stellt; aber noch nie hat sich bei derselben auch nur die geringste Störung gezeigt. Im Gegenteil, ich bin immer wieder aufs neue von ihren ausgezeichneten Fahreigenschaften entzückt; ihre aussergewöhnliche Strassenhaltung und vorzüglichen Bremsen erzeugen ein Sicherheitsgefühl, das Durchschnittsgeschwindigkeiten zulässt, welche ich nie für möglich gehalten hätte. Trotz des grossen Gewichtes ist der MINERVA äusserst leicht zu führen, so dass selbst nach anhaltenden sehr grossen Tagesleistungen eine starke Ermüdung, wie ich dies beim Führen anderer Automobile verspürt habe, nicht in Erscheinung tritt. Was den Verbrauch an Betriebsstoff anbelangt, so ist derselbe, in Anbetracht der Grosse des Wagens, äusserst gering. - Ich darf Ihnen offen gestehen, dass mein MINERVA-Wagen alle die hervorragenden Eigenschaften aufweist, die ich mir schon jahrelang an einem Automobil ersehnte, und ich bin in der Tat sehr froh, hach langem Suchen und Ausprobieren schliesslich einen MINERVA, 25 PS, gewählt zu haben." A. Tsch. In G. Original steht zur Verfügung der Interessenten. mmerva FAB TN ?&""" Bureaux und Ausstellung — Utoquai 29 — Telephon 27.083 Service und Ersatzteile: Badenerstrasse 330 — Telephon 59.372 4-, 6- und 8-Zyl.-Modelle ab 10 PS und 7950 Fr. die Räumungsarbeiten verspätet einsetzten, war die unterste Schneeschicht vollständig vereist und schwer zu beseitigen. Andererseits wurden Schneehöhen bis zu 2,7 m angetroffen. Oberingenieur Sutter wird nun den bündnerischen Behörden einen Bericht unterbreiten, welcher die Möglichkeit der durchgehenden Offenhaltung der Julierstrasse bejahen soll. Nunmehr gilt es die finanzielle Seite des Problems zu regeln. Die notwendigen Mittel zur Beschaffung von zwei Pflugtraktoren und den Bau einer zweckmäßigen Garage auf der Passhöhe, können nicht allein vom Kanton Graubünden beschafft werden. Es wird Sache des Bundes und der Nachbarkantone sein, dabei mitzuhelfen, da es sich letzten Endes um eine eidgenössische Verkehrsangelegenheit handelt. Die Verkehrsverbände werden ihrerseits nicht beiseite stehen. Es sei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass damit nicht etwa die Offenhaltung des Juliers bereits Tatsache geworden ist. (Photo Niedecken, St. Moritz). Die Rundstrecken-AG, wird, gestützt auf ihr ausschliesslicb.es Recht zur Veranstaltung von Rundstrecken-Rennen auf der ausgebauten Strecke, an die Rennveranstalter, Sektion Bern des Automobil- Clubs der Schweiz und Motorfahrer-Club Bern,. Sektion der U. M. S., die Anlagen vermieten. Die abgeschlossenen Mietverträge sichern den Mietzins von Fr. 80,000.—. Die Eingänge dienen ausschliesslich zur Verzinsung und Amortisation des Obligationenkapitals, zur Deckung der jährlichen Aufwendungen für bewegliche Anlagen, der Verwaltungskosten und zur Ausschüttung einer Dividende auf das Aktienkapital. Das Betriebsbudget der Rundstrecken-AG, wird eich wie folgt gestalten: Ausgaben. 1. Verzinsung des Obligationenkapitals, Fr. 240,000.— ä iH Proz. Fr. 10,800 — 2. Amortisation des Obligationenkapitals, Fr. 240,000.—, in 15 Jahren, pro Jahr » 16,000.— 3. Jährliche Aufwendungen für bewegliche Anlagen » 44,000.— 4. Verwaltungs-Unkosten • » 3,200 — 5. Dividende auf das Aktienkapital > 6,000.— Geldbedarf pro Jahr Fr. 80,000.— Einnahmen. Leistungen der Pächter etc. a) Automobilrennen Fr. 52,000.— b) Motorradrennen » 27,000.— c) Vermietung der Tribüne und des Restaurants für andere Anlässe » 1,000.— Jährlicher Ertrag Fr. 80,000.— Angesichts der grossen wirtschaftlichen und sportlichen Bedeutung der Veranstaltung ist zu erwarten, dass die bernischen Geschäftskreise, wie die schweizerischen Freunde des Automobilsportes durch die Zeichnung die notwendigen Mittel vollauf bei reitstellen werden. Die Betriebsrechnung ist sehr sorgfältig aufgestellt und wird auch unter ungünstigen Verhältnissen eingehalten werden können. Dazu kommt, dass die Anlage später auch für weitere sportliche Veranstaltungen (Radrennen, Leichtathletik etc.) in Anspruch genommen werden wird und auch die Halle grössere Einnahmen abzuwerfen in der Lage ist. Die Subskription darf daher auch vom Standpunkt der Rendite aus empfohlen werden. Als Zeichnungsstellen fungieren alle bernischen Banken, das Sekretariat des A. C. S., das Bureau des Verkehrsvereins. Auch unsere Redaktion ist gerne bereit, Zeichnungsanmeldungen weiterzuleiten. Die Zeichnung ist bis 20. Januar 1934 offen, während die Beträge bis Ende Februar einbezahlt werden müssen. Es ist nur zu begrüssen, dass die Schweiz damit endlich'das von Publikum und Fahrern gleichermassen seit langem erwartete Rundstreckenrennen erhält, welches den Automobilsport mächtig fördern hilft und uns auch im Ausland erhöhtes Ansehen und Mitspracherecht in autosportlichen Angelegenheiten einbringen wird.