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E_1933_Zeitung_Nr.107

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Verbilligter Tunneltranspört für Automobile! Als wahres Neujahrsgeschenk kommt uns von Zürich folgende Meldung zu : Die Schweizerische Verkehrszentrale in Zürich hat in den letzten Tagen mit der Generaldirektion der Schweizerischen Bundesbahnen ein Abkommen getroffen, wonach die Taxen für den beschleunigten Transport auf der Gotthardtunnelstrecke Göschenen- Airolo von Fr. 41.60 auf Fr. 25.— und diejenige der Simplon-Schweizerstrecke von Fr. 52.60 auf Fr. 30, — herabgesetzt werden. Ausserdem werden durch den Gotthardtunnel noch mehr Züge als bis anhin für Automobiltransporte zur Verfügung gestellt, d. h. täglich 13 Züge von Gesehenen nach Airolo und 12 Züge von Airolo nach GSschenen. Der Verlad der Automobile muss wie bis anhin eine Stunde vor Abfahrt der Züge beendigt sein, und eine spätere Annahme kann nur dann erfolgen, wenn dies, ohne Zugsverspätungen zu verursachen, möglich ist. Für die Gotthardroute werden in den Bahnhöfen Erstfeld und Biasca Meldestationen eingerichtet, die den Automobilisten bei der Durchfahrt Auskunft erteilen. Durch diese starke, am 1. Januar 1934 eintretende Verbilligung sind die Taxen für beschleunigte Beförderung nur noch unwesentlich höher als diejenigen für den Frachtguttransport, Seitdem der Autotourismus in der Schweiz einige Bedeutung erlangt hat, wurde von uns immer wieder darauf hingewiesen, wie die Bahn ein wichtiges Bindeglied in diesem Verkehr zu werden vermöchte, wenn sie den Bedürfnissen des Autoreiseverkehrs und den Erwartungen der Touristen vermehrte Rechnung tragen würde. Unter den revisionsbedürftigen Voraussetzungen für einen auch Hauptleute und Subalternoffiziere. A. Beförderungen. Verfügung des eidg. Militärdepartements vom 28. Dezember 1933. Es werden die nachstehenden Offiziere befördert und erhalten ein Brevet auf den 31. Dezember 1933: I. Motorwagentruppe. Zu Hauptleuten die Oberleutnants: Baumeier Josef, Luzern, Kdt. a. i. Mot.Lastw. Kol. V/5, Kdt. Mot. Lastw. Kol. V/5. Boss Johann, Biel, Kdt. a. i. Mot Lastw. Kol. V/2, Kdt. Mot. Lastw. Kol. V/2. Haller Gabriel, Geneve, Cdt. a. i. col. cain. aüto. V/l, Cdt. col. cam. auto. V/l. Grünenfelder Heinrich, Zürich, Kdt. a. i. Mot. Lastw. Kol. 1/5, Kdt. Mot. Lastw. KoL 1/5. Pontelli, Karl, Biel, Seh. Art. R. % bleibt: Kaenel Marx, Interlaken, Mot. Lastw. Kol. IV/3, Kdt Mot. Lastw. Kol. 1/4. " • Tissot Frederic, Leysin, R, art. auta. 5, bleibt. Qua.rtiermeister; Goetsphjnann Louis, Gormondreche, Gr. cam. auto. 1, bleibt. Zu Oberleutnants die Leutnants: Hotz Adolf, Höngg, Mot. Lastw Kol. IV/5, bleibt. Weber Felix, Bern, Mot. Lastw. Kol. V/3, bleibt. Baumberger Hans, Langenthai, Seh. Mot. Kan. Bttr. 8, bleibt. Miserez Frangois, Conge, Bttr. can. Id. auto. 1, bleibt. Zumstein Andr., Bern, Mot. Lastw. KoL IV/2, bleibt Diebold Paul, Baden, Mot. Lastw. Kol. 1/4, bleibt. Feierabend Fr., Zürich, Mot. Lastw. Kol. V/2, bleibt. Frank Herbert, Urlaub, San. Transp. Abt. 3, bleibt. Henzel Fritz, Zürich, Seh. Mot. Kan. Bttr. 20, bleibt. Honegger Fred., Zürich, Gr. transp. san. 2, bleibt. Lanz Ernst, Muri (Bn.), Mot. Lastw. Kol. V/3, bleibt. Petermann Walt, Moutier, Gr. transp. san. 1, bleibt. Scherer Albert, Basel, Mot. Lastw. Kol. IV/4, bleibt. Straumann Peter, Basel, San. Transp. Abt. 4, bleibt de Bidder Helmuth, Basel, Rdf. Abt; 3, bleibt. Burkhardt. Paul, Basel, Mot. Lastw. Kol. V/6, bleibt. Kleiner Joh., Zürich, Seh. Mot. Kan. Bttr. 22, bleibt. Koch Franz, Luzern, Mot Lastw. Kol. V/4, bleibt. Schelling Eugen, Schaffhausen, Seh. Mot. Kan. Bttr. 24, bleibt Motorradfahrer: Richner Hans, Urlaub, Motorradfahrer-Kp. 1, bleibt. Richli Herrn., St. Gallen, Motorradf .-Kp. 1, bleibt. Quartiermeister: Eichenberger Walt, Hasle b. B., Mot. Lastw. Abt 6, bleibt. Zu Leutnants die Unteroffiziere: Kauffmann Eduard, Luzern, Mot. Hb. Bttr. 92, z.D. Moser Ernst, Bern, Mot Lästw. Kol. 1/3, z.D. Rosselet Jean, Zürich, Cp. obs. art. 2, z. D. Cordin Georges, Lausanne, Bttr. can. Id. auto. 2, z.D. Hofweber Richard, Zollikofen, Mot. Lastw. Kol. 1/3, z.D. Köpplin Erik, Basel, Mot. Lastw. Kol. 1/4, z. D. Gerber Peter, Geneve, Mot. Lastw. Kol. 1/5, z. D. Koch Max, Luzern, Mot. Hb. Bttr. 87, z. D. Lehmann W., Signau, Seh. Mot. Kan. Bttr. 21, z. D. Scharplatz Andre, Bern, Tg. Kp. 3, z.D. Soheidegger M., Bern, Seh. Mot. Kan. Bttr. 21, z. D. Schneider Kurt, Ennetbaden, Seh. Mot Kan. Bttr. 9, z.D. Sehubarth Wilh., Basel, Mot Lastw. Kol. 1/4, z.D. Schwab Hubert, Zürich, Mot. Hb. Battr. 93, z.D. Vest Felix, Basel, Seh. Mot. Kan. Bttr. 23, z.D. Handschin Erik. Liestal, Mot Lastw. Kol. 1/4, z. D. II. Schwere und Motor-Artillerie. Zu Hauptleuten die Oberleutnants: Hofer Walter, Bern, Schw. Mot. Kan. Bttr. 6, Kdt. Mot. Hb. Bttr. 93. Olbrecht Hermann, St. Gallen, Kdt. a. i. Mot. Kan. Battr. 87, Kdt. Mot. Kan. Bttr. 87. Rosenmund Louis, Liestal, Seh. Mot. Kan. Bttr. 15, Kdt. Seh. Mot. Kan. Bttr. 12. Wyss Gottfried, Bern, Kdt, a. i. Mot. Kan. Bttr. 88, Kdt. Mot. Kan. Bttr. 88. Schneider Fritz, Bern, Seh. Mot. Kan. Bttr. 8, Seh. Mot. Kan. Bttr. 8, zuget. Hauptmann. Kaltenrieder Hans, Freiburg, Seh. Art R. 2, Tf. Of., bleibt Krebs Ernst, Sihlwald, Kdt. a. i. Seh. Mot. Kan. Bttr. 24, Kdt. Schi Mot. Kan. Bttr. 24. Ryf Ernst, Bern, F. Bttr. 31, Kdt Seh. F. Hb. Bttr. 3. für die Bahn interessanten Tunneltransport standen die Verladekosten mit an erster Stelle. Der Betrag von über 40 Fr. am Gotthard und von mehr als 50 Fr. am Simplon schreckten nicht nur einheimische, sondern auch viele ausländisch« Autotouristen davon ab, in den Herbst- und Wintermonaten den Weg durch die Schweiz zu nehmen. Wir mussten mehrmals auf ganz krasse Fälle hinweisen, die schlaglichtartig die Auffassung des Auslandes in Bezug auf die < teure Schweiz > kundgaben. Mit diesem Abkommen hat sich auch die Schweizerische Verkehrszentrale unter ihrer neuen Leitung vorzüglich eingeführt und damit quasi gleich bei der Abgabe der Visitenkarte an die schweizerische Oeffentlichkeit gezeigt, dass sie all die zahlreichen Probleme, welche noch der Lösung harren, von der richtigen Seite anzupacken versteht. Wohl möglich, dass die S.B.B. ihrem früheren bewährten Mitarbeiter und jetzigen Direktor der Verkehrszentrale diesen Wunsch weniger gut abschlagen konnten, als wenn er aus dem Lager der Automobilisten selbst kam. Sei dem wie ihm wolle, so gebührt sowohl der Generaldirektion der S.B.B, wie auch der Verkehrszentrale Anerkennung für ihre Bereitwilligkeit, das ihrige zur Förderung des Winterreiseverkehrs beizutragen, ganz ungeachtet, ob er nun per Bahn oder Strasse erfolge. Möge diese Vereinbarung ein günstiges Omen für eine weitere Zusammenarbeit Schiene-Strasse und Mi iVtSmwi isches die künftige fruchtbringende Arbeit der Verkehrszentrale sein! ß Leuenberger Gabriel, Grandson, Cdt. a. i. bttr. can. Id. auto. 3, Cdt bttr. can. Id. auto. 3. Zu Oberleutnants die Leutnants: Etter Ernst, Bienne, Seh. F. Hb. Bttr. 6, bleibt. Fornerod Marcel, Zollikon, Mot. Hb. Bttr. 92, bleibt. Lancoud Charles, Geneve, Bttr. can. Id. auto. 1, bleibt. Stauffer Albert, Berne, Bttr. can. Id. auto. 2, bleibt. Strehler Alfred, Baden, Seh. Mot. Kan. Bttr. 15, , bleibt. Flubacher Kurt, Liestal, Mot. Kan. Bttr. 88, bleibt. Huguenin Andrej Lausanne, Gr. ean. Id. auto. 2, Of. tf., bleibt Nägeli Willy, Zürich, Sch.Mot Kan. Bttr. 14, bleibt Rub Paul, Geneve, Bttr. can. Id. auto. 1, bleibt. Fink Emanuel, Pfungen, Seh. Mot. Kan. Batti. 20, bleibt. Albrecht. August, Liestal, Seh. F. Hb. Bttr. 7, bleibt, de Diesbach Franz, Düüdingen, Seh. F. Hb. Bttr. 1, bleibt. Dutoit Edouard, Lausanne, Bttr. can. Id. auto. 3,'"^ bleibt. Horlacher Karl, Bern, Seh. F. Hb. Bttr, 2, bleibt^ Lüthy Franz, Zürich, Seh. F. Hb. Bttr. 3, bleibt. '- Meyer Robert, Lausanne, Gr. can. Id. auto. 1 adj., bleibt. Mühlemann Fritz, Sumiswald, Seh. F. Hb. Bttr. 4, bleibt. Z'graggen Ernst, Zürich,' Mot. Kan. Bttr. 88, bleibt Baerlocher Hans, Zürich, Seh. F. Hb. Bttr. 2, bleibt. Beglinger Erwin, Holstein, Seh. F. Hb. ßttr. 4, bleibt Haudeuschild Rudolf, Bern, Seh. Mot. Kan. Bttr.8, bleibt. Huber Edw., Baden, Seh. Mot. Kan. Bttr. 24, bleibt. Küffer Robert, Bäle, Gr. can. Id. auto. 1 Of. tf., bleibt. Linnekogel Alfr., Zürich, Seh. Mot. Kan. Bttr. 5, bleibt. Lüthy Willy, Winterthur, Seh. Mot. Kan. Bttr. 13, bleibt Schüttler Roby, Kilchberg (Zeh.), Seh. Mot. Kan. Bttr. 14, bleibt. Sehwarzenbach Walter, Horgen, Mot Hb. Bttr. 92, bleibt. Zimmermann Hans, Rupperswil, Seh. Mot. Kan. Bttr. 10, bleibt. Zollikofer Rolf, Zürich, Seh. F. Hb. Bttr. 8, bleibt. Mereier Jacques, Lausanne, Bttr. can. Id. auto. 17, bleibt III. FlUgertruppe. Zu Hauptleuten die Oberleutnants: Messmer Arthur, Zürich, Jagd-Fl. Kp. 15, Stabd. Fl. Truppe Adj. Troller Hugo, Dtibendorf, Jagd-Fl. Kp. 18, Kdt.Fl. Kp.4. Gerber Fritz, Dübendorf, Pilotenkorps, Kdt. Fl. Kp. 8. Zu Oberleutnants die Leutnants: Tondeur Paul, Porrentruy, Cp. d'av. 1, bleibt Strässler Karl, Winterthur, Fl. Kp. 11, bleibt. Bieder Max, Zürich, Pilotenkorps, Fl. Kp. 5. Senn Peter, Bern, Pilotenkorps, Jagd-Fl. Kp. 13. Landolf Martin, Zürich, Pilotenkorps, Fl. Kp. 6. Wiesendanger Fritz, Winterthur, Pilotenkorps, Jagd-Fl. Kp. 13. Bpmpard Gesar, Martigny, Corps de pil., Cp. d'av. 1. Fischer Albert, Zürich, Pilotenkorps, Fl. Kp. 6. Häberli Max, Bern, Fl. Kp. 7. bleibt. Nievergelt Walter, Zürich, Pilotenkorps, Cp. d'av. 3. de Perregaux, FredSrie, Neuchätel, Corps de pilotes, Cp. d'av. 3. Schärer Paul, Romanshorn, Pilstenkorps, Fl. Kp. 4. Scherz Ernst, Zürich, Jagd-Fl. Kp. 18, bleibt. Wjlli Gottfried, Bülach, Pilotenkorps, Fl. Kp.ö. Bouvier Eug., Einbrach, Corps de pilotes, Cp. d'av. 1. Bosch Emil, Zürich, Jagd-Fl. Kp. 16, bleibt. Gerber Paul, Burgdorf, Pilotenkorps, Fl. Kp. 5. Honegger Heinrich, Zürich, Pilotenkorps, Jagd-Fl. Kp. 15. Lutiger Edwin, Bern, Pilotenkorps, Fl. Kp. 9. Schläpfer E., Zürich, Pilotenkorps, Jagd-Fl. Kp. 13.; Schlumpf Fritz, Zürich, Pilotenkorps, Fl. Kp. 8. Wegelin Albert, Urlaub, Pilotenkorps, Fl, Kp. 9. Weidmann Theophil, Zug. Jagd-Fl. Kp. 14, bleibt. Zarn Adolf. Zürich, Pilotenkorps, Cp. d'av. 1. B. Neueinteilung ohne Beförderung. Quartiermeis^er. Oblt. Nussbamuer, Josef, Zug, Mot Art Abt. 2, Geb. Mitr. Abt. 1. Leutn. Plattner, Karl, Bern, Geb. Mitr. Abt. 1, Mot. Art. Abt. 2. Artillerie. Häüptm. Stehlj, M., Zürich, Lst. Seh. Mot. Kan. Det 13, R. D. AUTOMOBIL-REVUE 1933 - NO 107 J Vom schweizerischen Benzinmarkt. In der Frage der Sanierung des schweizerischen Benzinmarktes fand am letzten Donnerstag Das klassische Land des Sportes, England, lähmt den Autosport durch das sehr unglückliche Verbot der Rennen auf Strassen. Dieser konzentriert sich deshalb auf die Brooklandsbahn, einige Pisten auf privatem Besitz, wie die Shelsley Walsh-Bergstrecke und die Rennen auf der Insel Man und in Irland. Der Engländer pflegt schon seit langer Zeit die Sternfahrten und hat sich neben Frankreich auch auf die Rekordfahrten spezialisiert. Französische und englische Piloten halten einen grossen Teil der internationalen und Weltrekorde inne. England ist im übrigen auch das klassische Land der Kleinwagenrennen. Von dort aus kamen diese Veranstaltungen auch nach dem europäischen Kontinent. Zu einem neuen Leben ist der Automobilsport auch in Deutschland! erwacht. Die internationalen Grossen Preise. Den Höhepunkt jeder sportlichen Saison bringen die offiziellen Grossen Preise, die gewissermassen zum eisernen Bestand des Autosportes gehören. Sie werden jeweils Von der internationalen Sportkommission in erster Linie in dem nächstjährigen Kalender berücksichtigt und gemessen das Privilegium, von keiner Veranstaltung am gleichen Tag konkurrenziert werden zu dürfen. Da der Titel des « Grand Prix > in den letzten Jahren von jedem Rundstreckenrennen angefordert worden ist, sah sich die Sportkommission veranlasst, diesen Begriff genauer zu bestimmen. Der Titel eines «Grand Prix » darf nur dem grössten Rennen jedes nationalen Automobilctübs verliehen werden, der der A.IA.C.R. angeschlossen ist. Das Jahr 1933 sah vier internationale Grosse Preise, die von Monaco. Frankreich. Belgien und Italien.. Sie wurden zum letztenmal nach der freien Formel durchgeführt und erstreckten sich mit Ausnahme des monegaskischen Rennens ;iiber eine Länge von 500 km. Die Eröffnung machte der Grosse Preis von Monaco vom vergangenen April, der bekanntlich über die ebenso schwierige wie interessante " Stadtrundstrecke von Monte Carlo führt. Wiederum bot dieses einzigartige Rennen ein Höchstrnass an dramatischen Spännungen, und Vor allem das Finale gestaltete sich zu einem unvergesslichen Zweikampf zwischen Varzi und Nuvolari. Nuvolaris Maschine fing im letzten Moment noch Feuer, und so gelang es Varzi, seinen Bugatti zu einem grossen Siege zu führen. Varzi benötigte für die 318 km 3 Std. 27 Min. 49,2 Sek. (Stundenmittel 91,8 km/St.). Anfangs Juli folgte als zweiter Grosser Preis in Montlhery der französische Grand Prix. Durch den kurz vor dem Rennen erklärten Rückzug Bugattis verlor die Veranstaltung etwas an Bedeutung. Das Rennen dominierte in einem Duell zwischen dem hervorragenden französischen Einzelfahrer Etancelin (Alfa Romeo) und dem Maseratifahrer Campari. Wegen Pneudefekt verlor Etancelin seine gute Schlussposition und musste damit Campari den Erfolg überlassen. Dieser beendete das Rennen mit dem Durchschnitt von -131,4 km/St.). Der Schweizer Villars auf Alfa Romeo belegte bei diesem Rennen, das im übrigen einen äusserst starken Fahrerausfall zu verzeichnen hatte, den sechsten Platz. Der Grosse Preis von Belgien brachte den Sensationsstart Nuvolaris auf einem der neuen Maserati-Monoposti. die sich bis zu diesem Augenblicke noch nicht sehr gut bewährt hatten. Einige geniale Aonderungen genügten, um den Wagen zu einer hervorragenden Waffe zu machen, mit der Nuvolari einen seiner am meisten bewunderten Siege erkämpfte^ Der Italiener legte die 500 km mit dem Durchschnitt von 143,6 km/St, zurück. Als letzter Grosser internationaler Preis wurde am 10. September der Grand Prix von Italien auf der Monzabahn ausgetragen. Chiron (Alfa Romeo), Fagioli (Alfa Romeo) und Nuvolari (Maserati) lagen abwechslungsweise an der Spitze, bis zwei Runden vor dem Schlüsse der führend gewordene Nuvolarj bei der Boxe anhalten und damit den Sieg Fagioli überlassen musste. Dieser hatte die 500 km mit dem Durchschnitt von 174J km/St abgerast. nachmittag im Hotel < Schweizerhof > in Bern eine Konferenz der Vertreter der grossen Konsumentenverbände statt, an welcher u. a. der A.C.S., der T.C.S., die U.M.S., der A.T.B. cSolidarität», die A.SP.A.. die Preiskontrolle des eidg. Volkswirtschaftsdepartementes und weitere Kreise vertreten waren. In Abwesenheit des Präsidenten Dechevrens (Genf) führte Fritz Hostettkr (von der AS. P.A., Bern) den Vorsitz. Der für die Automobilisten und Motorradfahrer äusserst wichtige Fragenkomplex wurde ausgiebig besprochen und einhellig herrschte die Meinung vor, dass alles getan werden müsse, um dem Benzin&onsumenten den Brennstoff zu bestmöglichen Bedingungen abgeben zu können. Der viergliedrigen Kommission wurden diesbezügliche Wünsche für die weiteren Unterhandlungen übergeben. Am 15. Januar soll in Bern eine von Prof. Lorenz einberufene Konferenz für die Wirtschaftskorporation des Benzinmarktes* stattfinden, r. Sportnachrichten* Rückblick auf die internationale Sportsaison 1933 (Schlu88 aus No. 106) Die übrigen internationalen Rennen. Neben den traditionellen Grossen Preisen brachte auch das Jahr 1933 eine Unzahl von weiteren bedeutenden internationalen Rennen. So erfreulich dieser sportliche Betrieb einerseits ist, so weist er anderseits auch wieder seine Nachteile auf. Das zeigte sidh von Jahr zu Jahr mehr, und auch 1933 hat wieder den Beweis geleistet, dass mit möglichst vielen Rennen der Sache des Sportes nicht unbedingt am meisten gedient ist. Die Folge der altzuvielen Veranstaltungen war eine heillose Zersplitterung 1 der Kräfte und eine gegenseitige unerwünschte Konkurrenzierung der Anlässe. Die internationale Spörtkommission hat sich schon vor einem Jahre mit diesem Uebelstande befässt. ohne aber über die ersten Ansätze zu eitler Besserung hinwegzukommen. Die Italiener haben nun diesem Zustand durch bestimmte Vorschläge, die sie bei der letzten Tagung der internationalen Sportkommission in Paris vorlegten ein Ende setzen wollen, und sie sind mit ihren Anträgen auf Verschärfung der Ausnahmebestimmungen für Rennen auch durch, gedrungen. So dürfte in- Zukunit in dieser Hinsicht also eine Besserung zu erwarten sein. Den Beginn der diesjährigen Sportsaison machte der Grosse Preis von Pau vom 22. Februar. Der frühe Zeitpunkt des Rennens rächte sich, denn die Fahrer mussten ihre Wagen durch knöcheltiefen Schneebrei und Kot lenken,, so dass selbst der Sieger Lehoux auf Bugatti bloss ..ein ..Stundenmittel von .73 km/St, erreichte. Nach alter Tradition..gehören zu den ersten Rennen des Jahres auch die Veranstaltungen in den Kolonien. Am 26. März vergrösserfe Nuvolari auf Alfa Romeo beim Grossen Preis von Tunis seine einzigartige Siegesserie mit einem neuen Erfolg (Stundenmittel 148,8 km/St.). Einen ersten sportlichen Höhepunkt brachte wieder die klassische Mille Miglia, an der 98 Konkurrenten teilnahmen, und die wieder mit einem Sieg von Nuvolari auf Alfa Romeo zu Ende ging, der die 1600 km lange Strecke mit dem Stundenmittel von 108,5 km/St, bewältigte. Das gute Abschneiden der Schweizer Equipe Rüesch-Kessler auf dem 6. Platz erregte allgemeines Aufsahen. 8 Tage nach dem bereits erwähnten Rennen von Monte Carlo folgte in Italien der Grosse Preis Pietro Bordino bei Alessandria, den Nuvolari auf Alfa Romeo mit dem Stundenmittel von 105,4 km/St, erneut für sich entschied. In einem hochdramatischen Finale ging der Grosse Preis von Tripolis zu Ende, bei dem Varzi auf Bugatti und Nuvolari auf Alfa Romeo nur mit wenigen Metern Abstand um den Schlussieg kämpften. Varzi konnte hier seinen zweiten Sieg der Saison über Nuvolari feiern. Sehr gut war auch 1933 das grossaufgezogene Berliner Avusrennen besetzt, bei dem Varzi auf Bugatti vor Graf Czaikows

107 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE Lehoux auf Bugatti mit dem Durchschnitt von 129,5 km/St, siegte. Die aus politischen Gesichtspunkten entstandene, sportlich aber interessante deutsche « 2000-km-Fahrt» sah die erstaunliche Zahl von 188 Fahrzeugen, die von 500 gestarteten Maschinen innerhalb vorgeschriebener sehr kurzer Zeit wieder am Ziele anlangten. Seinen zweiten Sieg auf einem neuen Maserati-Monoposto-Wagen erkämpfte Nuvolari beim Rennen um die Coppa Ciano in Italien (Stundendurchschnitt 87,1 km/St). Das erste Ergebnis verschiedener Fahrerumstellungen während der Saison zeigte sich beim Grossen Preis von Nizza. Nuvolari startete nach seinem brüsk erfolgten Austritt aus der < Scuderia Ferrari •» erstmals als Einzelfahrer, und Fagioli übernahm als neues Mitglied des italienischen Rennstalles einen Alfa Romeo-Monoposto. Wieder wurde hier Nuvolari auf Maserati- Monoposto mit dem Durchschnitt von 103,1 km/St. Sieger. Die Coppa Acerbo brachte dann Fagioli auf Alfa Romeo-Monoposto den ersten Sieg der Saison (Mittel 143,8 km/St.). Beim Grand Prix de la Baule dominierte Williams auf Bugatti und beim Grossen Preis von Comminges erzielte Fagioli auf AKa Romeo seinen zweiten Triumph. Den Grossen Preis von Marseille holte Chiron auf Alfa Romeo-Monoposto mit dem Durchschnitt von 178,9 km/St. Zu einem neuen Erfolg für Nuvolari wurde die Tourist Trophy bei Belfast, wo der Italiener auf einem ihm fast unbekannten M.G. Magnette-Kleinwagen die gesamte englische Rennfahrerelite schlug (Std.- Mittel 126,7 km/St). Das tragische Rennen des Jahres, der Grosse Preis von Monza, der durch die drei Todesstürze von Campari, Borzacchini und Graf Czaikowski eine traurige Berühmtheit erlangt hat. endete mit dem Gesamtsieg von Lehoux auf Bugatti mit dem Durchschnitt von 177.6 km/St. Sieger der Vorläufe wurden Graf Czaikowsky (Bugatti), Balestrero (Alfa Romeo) und Lehoux (Bugatti). Zum dritten aufeinanderfolgenden Male wurde Chiron (Alfa Romeo-Monoposto) beim tschechischen Rennen um den Masaryk- Preis Sieger Den Abschluss der Saison 193.1 brachte schliesslich der Grosse Preis von Spanien auf der Rundstrecke von San Sebastian. Ch'ron erzielte mit seinem Alfa Romeo einen Durchschnitt von 174 km/St, und konnte als Sieger gefeiert werden. Die Erfolge der Wagen. Wie schon einleitend erwähnt wurde, unterschied sich die diesjährige Saison ganz wesentlich von dem letzten Jahre. Damals hatten die neu herausgekommenen Alfa Romeo-Monoposto in einem eindrucksvollen Siegeszug die Führung errungen. Dieses Jahr war es abwechslungsweise bald die, bald jene Marke, der das Glück hold war. Im Anfang der Saison zeigte sich vor allem Bugatti als sehr gefährlich. Nacheinander gewann er drei grosse internationale Rennen. Ein ernsthafter Gegner war auch immer noch der Alfa Romeo 2600 ccm, der bekanntlich ursprünglich einen Zylinderinhalt von 2300 ccm besass und dann von der Scuderia Ferrari aufgebohrt worden war. Nuvolari war am Volant dieser Maschine mehrmals erfolgreich. Als dann Mitte des Jahres der Italiener den bis dahin nicht sehr bewährten Maserati-Monoposto aus eigenen Stücken einer Verbesserung unterzog und damit plötzlich einen glänzenden neuen Wagen erhielt, begann der Erfolg auch für Maserati zu blühen. Kurz nachher verkaufte Alfa Romeo die gesamte Serie ihrer Alfa Romeo-Monoposti an die Scuderia Ferrari, und nun beschränkte sich die Entscheidung über den Ausgang der Saison auf die beiden italienischen Marken Alfa Romeo und Maserati. Wie es sich dann zeigte, befanden sich die Alfa Romeo-Monoposti noch immer in alter Hochform, denn vom Augenblick ihres Wiedererscheinens an ernteten sie wieder Sieg auf Sieg. Die Konstrukteure bemühten sich selbstverständlich für die diesjährigen Wagen nicht mehr all zu stark, da sie mit ihnen 1934 nun nicht mehr viel anfangen können. Man versuchte einfach, aus den gegebenen Mitteln noch möglichst viel herauszuholen und richtete dafür sein Augenmerk auf die Zukunft. Die Erfolge der Fahrer. Aehnlich wie bei den Rennwagen stand es 1933 auch bei den Fahrern. Keinem ist das Missgeschick von Niederlagen erspart geblieben. Auch Nuvolari musste mehrmals einen der grossen Gegner als Sieger gefeiert sehen. Jedenfalls war der Italiener auch 1933 der beste Mann. Kein anderer brachte es wie er auf zehn Siege in der gleichen Saison. In die weiteren Erfolge teilen sich mit gleichmässigen Anteilen Chiron, Varzi und Fagioli. Jeder wurde ein paarmal mit der übrigen internationalen Elite fertig und erneuerte damit den Beweis seiner Weltklasse. Ein ganz grosser Fahrer musste sich 1933 leider passiv verhalten : Rudolf Caracciola. Er war beim Training zum Grossen Preis von Monaco im letzten April schwer gestürzt und hatte während eines grossen Teiles der Saison über schwer an den Folgen seines Sturzes zu leiden. Auch Hans Studk ist 1933 nicht aktiv gewesen und hat sich damit begnügt, dem Autosport ein interessantes Buch zu schenken. Die zahlreichen andern Fahrer von Rang belegten meist die Ehrenplätze, oder beendeten kleinere Rennen als Sieger. Internationale sportlich-touristische Veranstaltungen. Der Autosport erschöpft sich auch auf internationaler Basis nicht bloss in einer Anzahl Rennen, sondern berücksichtigt auch immer wieder die Sternfahrten und Regelmässigkeitsprüfungen. Durch die Aufnahme dieser Manifestationen im internationalen Sportkodex kommt ihnen nun noch grössere Bedeutung zu. Die klassische Sternfahrt nach Monte Carlo wurde im Januar 1933 zum XI. Male durchgeführt. Von allen Ecken Europas her fuhren 111 Konkurrenten unter Ueberwindung grösster Schwierigkeiten nach dem berühmten Rivieraort. 73 Wagen erreichten ihr Ziel. Am übelsten spielte die Witterung den Fahrern aus Athen und Bukarest mit, von denen überhaupt keiner auch nur bis Wien gelangte. Sieger des Rallyes wurde Vasselle auf Hotchkiss. Auch die Alpenfahrt erlebte 1933 eine Neuauflage. Sie führte von Meran aus über eine Gesamtlänge von rund 1900 km nach Nizza. 22 Prozent aller 120 gestarteten Wagen fielen aus. Von 14 in Meran abgegangenen Teams erreichten 13 geschlossen Nizza. Drei Fahrer blieben strafpunktfrei. Infolge sehr hoher vorgeschriebener Geschwindigkeiten für einzelne Bergstrecken hagelte es in diesem Jahre ausserordentlich viel Strafpunkte. Neben diesen ganz grossen internationalen Fahrten fanden auch noch eine Unzahl mittelgrosser und kleinerer ähnlicher Veranstaltungen statt, deren Frwnhnung an dieser Stelle natürlich zu weit führen musste. Die Weltrekorde des Jahres 1933. Von Jahr zu Jahr steigert sich die Tätigkeit vor allem englischer und französischer Fahrer auf dem Gebiete der Rekordversuche. Eine grosse Zahl von internationalen und Weltrekorden sind auch 1933 wieder neu aufgestellt, zum Teil wieder geschlagen und wieder verbessert worden. Am meisten Interesse beansprucht selbstverständlich der absolute Weltrekord, den Sir Malcolm Campbell in diesem Jahre auf der Daytona Beach auf die phantastische Höhe von 437 km/St, zu treiben wusste. Der berühmte Engländer ist auch mit diesem irrsinnigen Mobiloil Arctic hat gegenüber gewöhnlichen"Winterölen" noch den Vorteil, dass es der Hitze des Motors ausserordentlich gut widersteht, woraus sich ergibt: - absolut zuverlässiger Schutz des heissen Motors, • geringer Verbrauch Verwenden Sie es. Durchschnitt noch nicht zufrieden, denn schon bereitet er sich zu neuen Rekordfahrten mit seinem « Blauen Vogel » in Amerika vor. Eine ganz grosse Leistung vollbrachte im Mai dieses Jahres auch Graf Czaikowsky auf der Berliner Avus, wo er mit einem Bugatti 4900 ccm neue Weltrekorde über 100 km, 100 Meilen, 200 km und eine Stunde aufstellte. Die berühmteste dieser Bestzeiten ist der Stundenweltrekord, der durch Czaikowsky auf 210,3 km/St, geschraubt wurde. Eine geradezu unglaubliche Leistung erzielte im August der Amerikaner Jenkins mit einem 12 Zyl. Pierce-Arrow-Wagen in Kalifornien. Der gleiche Mann stellte 14 neue Weltrekorde auf, die sich alle zwischen einem Durchschnitt von 189 bis 199 km/St, bewegen. Der Fahrer sass 24 Stunden lang allein am Lenkrad. Auch die Schweiz konnte, wenn allerdings auch nur kurze Zeit, in der Weltrekordtabelle figurieren. Dem vielversprechenden jungen Zürcher Rüesch gelang es, im Spätherbst dieses Jahres mit seinem Maserati den Weltrekord über den stehenden Kilometer auf der Montlherybahn mit dem Durchschnitt von 142,3 km/St, zu schlagen. Leider existierte dieser Weltrekord nur wenige Tage, da kurz darauf der Engländer Cobb nach wiederholten erfolglosen Versuchen mit seinem Napier-Railton-Riesenrennwagen die Bestzeit ganz knapp wieder schlug, und im übrigen auch einen neuen Weltrekord über die stehende Meile aufstellte. Rüesch wird aber nicht ruhen, bis er den verlorenen Rekord wieder zurückgewonnen hat. Eine in ihrem ganzen Ausmass geradezu phantastische Fahrt vollbrachte in der ersten Hälfte dieses Jahres ein Citroenwagen auf der Montlherybahn. Während 4% Monaten kreiste die Maschine ununterbrochen und stellte während dieser Zeit 191 internationale Rekorde der Klasse 1500 ccm und 105 neue Weltrekorde auf. « Petite Rosalie » fuhr im ganzen 300,000 km mit dem grossartigen Stundendurchschnitt von 93,4 km/St. 3 Millionen franz. Fr. erhält diejenige Firma von Citroen ausbezahlt, deren Wagen bis zum 1. Januar 1935 die Strecke von 300.000 km mit einem höheren Mittel zurücklegt. Die Toten des Jahres. Das Jahr 1933 hat sich im Autosport noch in einer besondern, aber diesmal sehr beklagenswerten Weise ausgewirkt. Eine grosse Zahl von Rennfahrern wurde aus dem Leben gerissen und wird heute von der ganzen internationalen Sportwelt betrauert. Der Anspringen 10. September 1933 lebt im internationalen Sport als ein schwarzer Tag weiter, der furchtbarstes Unheil mit sich brachte. Beim Grossen Preis von Monza verunglückten nacheinander drei der besten Fahrer der Welt: Campari, Borzacchini und Graf Czaikowsky. Ihr Tod hat weit über die Sportkreise hinaus grösstes Bedauern erweckt, und indirekt war er auch Anlass zu den Diskussionen über die vermehrte Sicherheit auf den Rennbahnen. Auch die Schweiz ist dieses Jahr von einem schweren Verluste nicht verschont geblieben. Baron von Waldthausen, der zusammen mit Villars einen schweizerischen Rennstall führte, der im Auslande schon mehrmals gut abgeschnitten hatte, stürzte beim Grossen Preis von Marseille so unglücklich, dass er schon nach wenigen Stunden verschied. Mit ihm hat der schweizerische Autosport einen tatkräftigen Förderer und grossen Freund verloren. Im besten Mannesalter starb in England Sir Henry Birkin, einer der repräsentativsten englischen Piloten. Er hatte sich beim Grossen Preis von Tripolis eine Blutvergiftung geholt, an deren Folgen er im letzten Juli gestorben ist. Sehr tragisch verlief auch das kleine französische Rundstreckenrennen um den Grand Prix der Piccardie, bei dem die ausgezeichneten französischen Piloten Trintignant und Bouriat tödlich stürzten. Auch das Avusrennen 1933 hat ein Opfer gefordert. Der deutsche Mercedes-Benz-Fahrer Merz kam beim Training auf nasser Bahn ins Rutschen und blieb tot auf dem Platze liegen. Der früher sehr aktive Pietro de Viscaya, der einst der Bugatti-Mannschait angehört hatte, kam bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben. Der junge südfranzösische Sportsmann Frederic Tosselli stürzte beim Training zum Val de Cuech Rennen und starb an den Folgen des Unfalles. Auch eines der letzten Rennen der italienischen Saison, die Fahrt um die «Coppa Principessa di Piemonte» forderte noch ein Todesopfer. Der bekannte d'Ippolito rannte in voller Fahrt in ein Fuhrwerk und wurde sofort getötet. England und Amerika mussten dieses Jahr noch einige weitere Fahrer dem Sporte opfern, doch sind diese alle bei uns völlig unbekannt geblieben. Es ist sehr zu hoffen, dass vor allem durch Ausbau der Rennstrecken und durch Anwendung aller erdenklichen Sicherheitsmassnahmen in Zukunft diese traurigen Todeslisten auf ein Mindestmass beschränkt werden können. 1933/1934! Jedem Rückblick folgt ein Ausblick in das Kommende, und heute, am Ende einer sportlichen Periode voller Aktivität, sehen wir mit Erwartung der kommenden Entwicklung entgegen. Es ist der Wunsch jedes Sportfreundes, dass sie zu neuen Fortschritten und neuen Zielen führt, stets im Dienste des Automobils und damit auch im weiteren Sinne der gesamten heutigen Technik und Wirtschaft. bo. Ein neuer französischer Rennwagen. Die von uns bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Nachricht vom Bau eines neuen französischen Rennwagens hat ihre Bestätigung erfahren. Schon lange Zeit trug man sich in Frankreich mit dem Gedanken einer solchen Neukonstruktion, vor allem um zusammen mit Bugatti besser gegen die grosse italienische Konkurrenz ankämpfen zu können. Nun hat der Entscheid Alfa Romeos, ihre Rennwagen nur italienischen Fahrern zu reservieren, die Sache endgültig ins Rollen gebracht. Das neue Modell soll vor allem in die Hände französischer Piloten gelangen, die umsonst auf Alfa Romeos Hilfe gerechnet haben, es kann aber auch ohne weiteres von ausländischen Fahrern angekauft werden. Man will damit den Italienern zeigen, dass man mit ihren autarkischen Bestrebungen durchaus nicht einverstanden ist. Die Pläne liegen bereits fertig gezeichnet vor. Fachleute versichern, die neue Maschine werde hervorragend leistungsfähig sein und aller Konkurrenz leicht standhalten können. Die Pläne stammen von einem bekannten französischen Ingenieur, dessen Namen vorläufig noch verschwiegen werden muss. Der Bau wird in den Ateliers von Asnieres unter der Leitung Simon Braults vor sich gehen, der früher für die Firma Lombard wirkte. Der erste Wagen wird Raymond Sommer und einem neuen, noch nicht bekaanten französischen Fahrer, Andre Parant. übergeben. Schon jetzt können einige technische Details genannt werden. Der Achtzylindermotor hat zwei senkrechte, parallel zueinander stehende Vierzylinderblöcke und zwei Kurbelwellen, die miteinander verkuppelt sind. Seine vorgesehene Leistung beträgt 240 PS bei 6500 Touren pro Minute, sein Zylinderinhalt 2600 ccm. die Bohrung 80 mm und der Hub 90 mm. Die Ventile werden auch beim Schliessen halb zwangsläufig gesteuert. Der Kompressor zeigt eine ganz neue Bauart. Die gesamte Maschinenanlage bildet eine sehr kompakte Einheit und wird im Chassis aussergewöhnlich niedrig eingebaut.