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E_1934_Zeitung_Nr.001

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mobihst auch ein Mensch

mobihst auch ein Mensch mit gutem Herzen ist. Schon auf unseren ersten Aufruf hin sind eine sehr erfreuliche Zahl von Paketen eingelangt, die zum Teil einen geradezu begeisternd guten Inhalt aufwiesen. Gerade was wir brauchen. Vielen herzlichen Dank schon jetzt! Vielleicht macht diesen Einsendern auch dieser erste, bei uns eingelangte Dankesbrief einer notleidenden Familie etwas Freude: « Mit grosser Freude bestätige ich Ihnen, dass wir am 31. Dezember das Paket von Ihnen erhalten haben. Mit unendlicher Freude versammelte sich die ganze Familie um das Paket und freute sich an den vielen und schönen Sachen, welche wir alle sehr gut gebrauchen können. Wir verdanken Ihnen und allen Wohltätern diese edle Spende mit einem herzlichen « Vergelt's Gott». Wir wünschen allen ein recht glückliches, von Gott gesegnetes und gesundes neues Jahr. » Helft alle, seid alle bereit! Es sei eine freie Tat des Herzens! bo. Hausse in Mastkuren. «Lasst wohlbeleibte Leute um mich sein!» Dieses Shakespeare-Wort kommt jetzt sogar in England zu Ehren, obwohl doch dort die Schlankheit sozusagen zum Nationalcharakter gehört. Die Vergötterung der «schlanken Linie» ist eben während der letzten Jahre allzusehr übertrieben worden, und auf Grund jenes Gesetzes, nach dem mit unentrinnbarer Notwendigkeit jeder Hyperradikalismus schliesslich in sein absolutes Gegenteil umschlägt, folgt der Schwärmerei für Schlankheit nunmehr ein Kult des Embonpoints, und den mageren folgen die — nun ; zwar nicht gerade die fetten, aber doch wenigstens die molligeren Jahre. Nach den Hungerkuren kommen die Mastkuren, und Skelette bedecken sich mit einer gepolsterten Hülle. Man interessiert sich zwar noch immer für Kalorien, aber nicht mehr in der Furcht vor Gewichtszunahme, sondern um nicht mehr den schlotternden Lemuren aus dem «Faust», diesen aus Bändern, Sehnen und Gebein geflickten Halbnaturen, zu gleichen. Dass ein gesundes Mass der Leibesfülle nicht überschritten und die Bevölkerung Englands Tor Verfettung bewahrt bleibe, dafür sorgen die Sportleidenschaft und die Höhe der Lebensmittelpreise. Man schwärmt nicht für Dicke, aber man will die physiologische Schädigung korrigieren, die durch übertriebene Abira?;rangskuren häufig entstanden ist. Auf den Speisekarten der Restaurants sieht man häufig den Zusatz: «Diät nach Vorschrift». Während aber diese Verheissung früher bedeutete, dass die meisten schmackhaften und nahrhaften Speisen verpönt waren, haben die Diätsmenüs jetzt die angenehme Eigenschaft der Reichhaltigkeit. Uabertreibungen sind nicht zu befürchten, da ja die englische Küche überhaupt nicht so sehr auf Ueberernährung eingestellt ist wie manche kontinentale Küchen. Man bewilligt sich eine kräftige Kost, ohne durch ein Uebermass schwerfällig zu werden. Man retouchiert durch wohldosierte Mastkuren die Ecken und Kanten abnorm abgemagerter Körper. Und was die Hauptsache ist, man lässt sich ohne Furcht vor Gewichtszunahme und ohne Gewissensbisse seine Mahlzeit schmecken. Aus Versehen über den Ärmelkanal geflogen. Allen Sparling, ein 22 Jahre alter Flugschüler, der eben seine letzte Prüfungsfahrt behufs Erreichung seines Pilotenzeugnisses abzulegen hatte, kann auf ein ganz merkwürdiges Ereignis in seiner Flugtätigkeit zurückblicken. Eine freundliche Leserin sandte uns ihr Paket mit dem folgenden Vers zu: Es hat mich ungemein gefreut Zu lesen in der Zeitung heut' Von der geplanten Aktion Für die armen Bauern ohne Lohn. Drum send' ich Kleider, Reis und Schuh' Sofort der «Auto-Revue» zu. Denn Hilfe tut so bitter Not Dem Bergler, dem der Hunger droht. Ich hoffe flehentlich im stillen, Die Leser haben guten Willen, Und spenden reichlich ihre Gaben, Schuh', Kleider, die sie übrig haben. Auch Lebensmittel leget bei, Damit die Hilfe möglich sei. Fühlen soll es jeder Christ, Dass geben seliger als nehmen ist. A. W. in D. Der Tagesfilm Er war vom englischen Flugplatz Croydon gestartet, mit dem Auftrag, den Flugplatz in Lympne anzufliegen und dort zu landen. Es dämmerte bereits, doch Sparling erhob sich mit seinem Flugzeug in die Lüfte und entschwand alsbald. Kurs auf Lympne, den Blicken. Mittlerweile hatte böser, unsichtiger Kanalnebel eingesetzt und Sparling verlor die Orientierung. Aber dessenungeachtet flog er weiter in der von ihm angenommenen Richtung von Lympne. stets in dichtestem Nebel. Endlich sah er unter sich — die Nacht war mittlerweile hereingebrochen — die Lichter einer grösseren Stadt blinken, aber keinen beleuchteten Flugplatz von Lympne. Es war auch nicht diese Stadt, sondern — Calais ! Fast eine Stunde kreiste er über der Stadt, welche er immer noch für den englischen Bestimmungsort hielt, um eine günstige Landungsstelle zu finden, entkam mit knapper Not der Gefahr, an ein paar Hauserkamme oder Starkstromleitungen anzufahren und landete endlich auf einem — Boulevard ! Zu seinem grössten Erstaunen vernahm nun Sparling durch einen Polizisten, dass er, ohne es zu wissen, den Aermelkanal überflogen hatte und sich in Calais befände. König Georg V. als Philatelist. In New York begann die Versteigerung der berühmten Hind-Sammlung, die zu den bekanntesten Briefmarkensammlungen der Welt zählt. Aus diesem Anlass sei an eine andere, nicht minder berühmte Sammlung erinnert: die des englischen Königs. Die Briefmarkensammlung König Georgs V. von England gilt als die grösste und wertvollste der Welt. In drei grossen Gemächern ist sie untergebracht und enthält in erster Linie englische Briefmarken. Der Herrscher Englands besitzt alle Seltenheiten der exotischen Staaten, was jedoch nur ein Beiwerk ist, denn der Wert der Sammlung besteht darin, dass sie alle Sammlungen lückenlos umfasst, die das britische Reich (die Kolonien natürlich inbegriffen) seit der Emission der ersten englischen Marken herstellen Hess. Die Hauptzierden der Sammlung bilden zwei Maurifiusmarken, die überhaupt nur in je einem Exemplar vorhanden sind, aus dem Jahre 1847 stammen und das Bildnis der Königin Viktoria tragen. Ihre Ausführung ist, wie die aller alten Marken, ziemlich primitiv. König Georg kaufte sie im Jahre 1910 und zahlte für die blaue Zwei-Pence-Mauritius 15,000 englische Pfd. Auch für damalige Zeiten war dieser Betrag enorm hoch, die zweite Mauritiusmarke, die rotgelbe Farben aufweist, wurde vom König mit 600 Pfd. angekauft, also schon erheblich niedrigen. h AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N* 1 Wie oft und wie lange schlägt eine Turmuhr im Jahr? Diese Frage bringt ein etwas überraschendes Ergebnis. Wenn die Uhr einmal ein Viertel, zweimal ein Halb, dreimal drei Viertel und viermal die volle Stunde schlägt, so sind das zehn Schläge in der Stunde. Für den ganzen Tag also 240 Schläge, wozu noch 156 Schläge für die vollen Stunden (nämlich zweimal von 1—12) kommen. Am Tage schlägt die Turmuhr also 396 Mal. Für das ganze Jahr kommen also 365 mal 396 = 144,540 Schläge zusammen — das ist eine gan-z stattliche Zahl. Rechnet man nun für den Schlag in einem grösseren Werk zwei Sekunden, dann ergibt das im Jahr 289,080 Sekunden, oder die sehr stattliche Zeit von 80 Stunden und 18 Minuten. Hundehalsbänder mit « Schlusslicht». Die Gefahren des immer stärker werdenden Strassenverkehrs haben in London eine Neuheit auf den Markt bringen lassen, die von den tierliebenden Engländern beifällig aufgenommen wurde : Hundehalsbänder mit Schlusslicht. Die Halsbänder sind grosszügig mit Stücken roten Reflexglases besetzt und sollen dem nächtlichen Autofahrer durch das rötliche Reflektieren anzeigen, dass seine Fahrbahn nicht frei ist. Das Schutzhalsband ist mit genügend Glasstückchen besetzt, sodass auch ein Verrutschen des Bandes oder eine Kopfdrehung des Hundes immer noch ein Schlusslicht sichtbar lassen. f. Kulmination der Genüsse. In Paris bringt eine Firma Jetzt Stricknadeln in den Handel, deren Spitzen leuchtend gemacht worden sind. Die Nadeln sollen alten Damen beim Kinobesuch den Genuss des Strickens ermöglichen, denn das Licht ist so schwach, dass daneben sitzende Personen nicht gestört werden. Selbstmord mit dem Flugzeug. Einen wohl einzig in seiner Art dastehenden Selbstmord mit dem Flugzeug beging die in Gesellschaftskreisen der fashionablen Seebäder an der amerikanischen Atlantikküste sehr bekannte Miss Luise Stanton. Aus Gram über den kürzlichen Tod ihres Gatten mietete sie sich ein Flugzeug, das sie selbst steuerte. Sie flog mit der Flugmaschine weit auf das Meer hinaus. Als der letzte Tropfen Benzin verbraucht war, glitt das Flugzeug ins Meer und versank in den Fluten des Atlantik, wobei Miss Stanton den Tod fand. Nachforschungen auf dem Flugplatz ergaben, dass die Frau Betriebsstoff für etwa vier Stunden mitgenommen hatte. Vor dem Start gab sie bei der Tankstelle einen Brief an den Kommandanten des Flugplatzes ab. der später, als Befürchtungen über den Verbleib der Frau wach wurden, geöffnet wurde. In dem Brief hiess es unter anderem: «Ich fliege in das All hinaus, um herauszufinden, was der Sinn des Lebens ist. Ich will nicht, dass nach dem Wrack der Maschine und nach mir gesucht wird. Ich will vermeiden, dass bei der Sache jemand zu Schaden kommt.» Dem Brief lag ein Scheck bei, der den Verlust der Maschine deckt. Der extravagante Selbstmord der Miss Stanton hat in allen Gesellschaftskreisen riesiges Aufsehen hervorgerufen. Einige Küstendampfer, die zur Suche nach der Vermissten ausliefen, kehrten mit Anbruch der Dunkelheit unverrichteter Dinge wieder zurück. 40.000 Ehen geschieden ! Mehr als 40,000 Ehescheidungen hat Richter Joseph Sabbath, einer der bedeutendsten Juristen von Chicago, während seiner vierundzwanzigjährigen Amtstätigkeit vorgenommen. Ein unübersehbarer Zug von Paaren, die aus einer lästig oder unerträglich gewordenen Gemeinschaft ins Freie drängten, ist an ihm vorübergegangen, hasserfüllt die einen, gleichgültig oder resigniert die andern. Nun veröffentlicht Richter Sabbath den Niederschlag seiner vieljährigen Erfahrungen und Beobachtungen. Es sind allerdings nicht gerade abgrundtiefe Weisheiten, die er zum Besten gibt, sondern nur sozusagen Hausmannskost der Ehepsychologie. Aber da die Ratschläge für Jungvermählte von einem der erfahrensten Praktiker der Ehescheidungen stammen, sind sie immerhin bemerkenswert. « Seid beim Tadeln niemals zu heftig ! », ermahnt Richter Sabbath die jungen Paare, < seid gegeneinander aufrichtig, und wenn ihr nicht zufrieden seid, so machet einander rechtzeitig auf eure Fehler aufmerksam und wartet damit nicht, bis es zu spät ist. Ihr müsst eure Verantwortung teilen. Beginnt euren Tag ohne Streit. Habt miteinander Geduld ! Arbeitet und unterhaltet euch gemeinsam. Kümmert euch um euer Heim ! » Um jungen Ehepaaren solche Ratschläge zu geben, braucht man allerdings nicht gerade 40,000 Ehen geschieden zu haben. Würden aber diese Ratschläge, so banal sie auch seien, immer gewissenhaft befolgt werden, so hätten Richter Sabbath und die übrigen Scheidungsspezialisten nichts mehr zu tun. Glossen am Lenkrad. Fuhrleute sind taub, wenn ein Auto von hinten, blind, wenn eines von vorne, und lahm, wenn es von der Seite kommt. Alles daher, weil man sie auf ihren Wagen nicht genug ausschlafen lässt. Alles hat sich schon an das Auto gewohnt: Hühner, Gänse, Hunde, Katzen, da und dort sogar schon Fussgänger. Alte Wagen gefallen sich darin, niemanden vorlassen zu wollen, junge Fahrer, jeden zu überholen. Distanz : 500 Kilometer mit der Tochter erscheinen gewöhnlich kürzer als 50 mit der Mutter. Die einträglichste Seite der Automobilfabrikation ist die falsche Strassenseite. Das grösste Entgegenkommen findet der Automobilist stets in den Kurven. Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Abends 8 nachmittags 3 Dhr. Fr. abend 5. Jan. Die goldene Meisterin (B-Ab. 9). Sa. nachm. 6. Jan. Schneeflock und Regentropf. Sa. abend 6. Jan. Bunter Abend. So. nachm. 7. Jan. Der Vogelhändler. So. abend 7. Jan. Premiere: Der Troubadour, Oper von G. Verdi. Schauspielhaus Abends 8 * ^L'Ü 8 ?r tae nachm. SH Uhr. Fr. abend 5. Jan. Pension Schöller. Sa. abend 6. Jan. Der Verrat von Novara. So. nachm. 7. Jan. 3 Uhr: Die Rassen. So. abend 7. Jan. Pension Schöller. Cinema Olympia, Bahnhotstr. 51 Schweizer Uraufführung: Vagabunden des Himmels, mit Douglas Fairbanks jun. Grand Cafe Esplanade,ut O quai 21 Im Restaurant: Kapelle Jean Borel. Bar: Hermann Ehrlich am Flügel. Cabaret: Elmy Schwank, Tanz. Au Petit Dome Kirchgasse 3, b. Helmhaus Cafe" — Restaurant — Bar. — Der bekannte, vorzügliche Dome-Caf6 und die feinen Spezialplattenl Reisen Sie nach dem Süden? 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ÜOnny-Bar, Beatengasse 15 Die grösste und schönste von Zürich. Cafe-Tea-Room Kolibri, Nüschelerstr. 30, neben Spira Vorzügl. französische Küche, feine Patisserie. Mittag- u. Abendessen a Fr. 1.65 bis Fr. 2.50 Cafe Neumann,PelikansJr./St. Anna B . (Das Wiener Gross-Cafe 1 ohne Musik.) Ueber 70 Tageszeitungen und Illustrierte. — Parkplatz: St. Annagasse-Pelikanstrasse. Cafe FtägenCe, Beatengasse Orchester Battle: Nachm. Tee-Konzert von 4—6 Uhr; Abendkonzeri 8—11 Uhr. Chs. Burhop. Restaurant Urania, uraniasir. 9 Die beliebte ünterhaltungsstätte. Konzert und Variete Anerkannt gute Küche. Zett-Restaurant u. Roxy Bar Rebgasse 8 Mittag- und Abendessen von Fr. 1.60 an.

N»l Seit Christoph Kolumbus auf der Suche nach Indien zufällig Amerika entdeckte, hat die neue Welt unzählige Krisen erlebt. An jedem Krach hat jemand verdient. In der jetzigen Monstre-Krise verdienen... die Frauen. Ich will nicht sagen, dass es gerade die Gould und Vanderbilt sind, keine Spur! Das neue Berufchen, welches die jetzige kritische Zeit gebar, reicht nur dazu, um die « Lilien der Felder » in Modelle des Saison-Ausverkaufs zu kleiden... oder, im Falle eines Misserfolges, in ein Hochzeitsgewand, was schliesslich auch nicht tragisch ist. Zum neuen Berufe braucht man nicht viel Kapital: ein bisschen hübsch mutig und geschickt muss man nur sein ... dann kann man getrost zur < ewigen Braut > werden. So nennt man in Amerika die weibliche Legion, deren stupfnäsige Soldaten statt mit Handgranaten mit Myrten in die Schlacht ziehen. Der Beruf «ewige Braut» ist nicht sehr mühsam: man zieht sich nett an und geht ins Kino. Dort, im Reiche der Finsternis (den Menschen ähnlich hat es in Amerika auch der Film eilig, die Vorstellungen folgen einander ohne Zwischenpause), sucht sich die «ewige Braut» den Familienvater im gefährlichen Alter aus, neben dem noch ein Platz leer ist. Im Halbdunkel, wie das Schicksal, geht sie dem Opfer näher. Indem sie neben dem auserwählten Bräutigam Platz nimmt, tritt sie ihm heftig und nachdrücklich auf den Fuss. «Au!» stöhnt das arme Opfer. «Verzeihung;», haucht sie mitleidvoll. Nach fünf Minuten erkundigt sie sich wieder: «Tut es noch immer weh?» Nach zehn Minuten weiss sie alles, was eine Durchschnitts-Yankee-Braut von ihrem Yankee-Bräutigam wissen muss. Sie kennt vor allem sein ,Seelen-Leben', weiss, warum der Auserwählte den Rugby dem Football vorzieht und den Whisky dem Gin. Weiss, wer sein Lieblings-Filmstar ist und welchen Detektivschriftsteller er liebt. Nach einer halben Stunde verlassen beide zusammen das Kino und schütten bald darauf gegenseitig ihre übervollen Herzen aus, irgend wo bei einem Glase Ice-cream-soda, dem anerkannten Wundertrank aller Liebenden drüben. Für die Braut tritt nun der erste ernste Augenblick ein. Sie muss jetzt schon wissen, mit wem sie es zu tun hat. Muss erraten haben, ob der Mann ein .Unverheirateter', ein Schwindler, ist, der gern heiraten möchte und Frau und Kinder zu haben nur vorgibt, um ins klare zu kommen, ob er um seiner selbst willen geliebt wird, oder aber, ob es sich um einen wirklich .ernsten' Familienvater aus der Provinz handelt, der seine Frau fürchten muss wie das Feuer und obendrein drei Kinder zu Hause in Knoxville, Kentucky, zu sitzen hat. Denn nur mit letzterem lohnt sich die weitere Beschäftigung für die «ewige Braut», die dann in ein paar Monate währender «idealer Freundschaft» Beweise für Heiratsversprechen sammelt. Das ist freilich nicht ganz leicht. Denn im Fall «Liebe» ist der Amerikaner vorsichtiger als AI Capone, wenn er Gefahr wittert. Vor dem ersten Kuss dreht er sich zehnmal um — ob auch kein Zeuge in der Nähe ist. Ein richtiger Yankee schreibt keinen Brief, schwärmt nicht laut, spricht nicht einmal im Traume. Er weiss genau, ein leichtsinniges Wort müsste er vielleicht mit der Heirat bezahlen. Nebenbei: «Ewige Treue»» kann in Amerika nur Jack Smith ohne böse Folgen schwören, aber auch er nur ins Grammophon flüsternd. Trotzdem gelingt es auch unbegabten ewigen Bräuten, in ein paar Monaten soviel Beweise zu sammeln, dass sie ausreichen, den einbringlichen Brief an den Advokaten zu sehreiben. In diesem Briefe wird dem Bräutigam, Mister Sam Brown, mitgeteilt, dass er eine unschuldige Lilie auf dem Felde geknickt habe, und die Lilie dafür so und soviel Dollar verlange. Und Sam Brown zahlt. Ohne Park- Platz: GemOsebrücke — 1934 ÄUTOMOBIL-REVUE Decken Auto- Decken Zeltgemäss tiefe Preise. MARKTGASSE-TBAM RATHAUS ZÜRICH HDB« 5EBTC Amerikanische Ehe-Komödien Gesundheit und Musikinstrument. Während zur Erlernung eines Musikinstrumentes, wie Klavier oder Violine, gewöhnlich nur Lust und musikalische Begabung ausschlaggebend sind, bedarf es nach neuen Untersuchungen bei Blasinstrumenten auch gesundheitlicher Rücksichten. Mit Ausnahme von. Flöte und Saxophon soll deshalb niemand vor Ahschluss seiner Körperbildung ein Blasinstrument erlernen, da vor allem die Lunge durch die vorzeitig schwere Be- Woll- Zögern. Sofort 1 Er weiss genau was folgt, wenn er nicht zahlt. Er weiss, wenn er sein Haus in Begleitung seiner Frau verlässt, wird er bestimmt «zufällig» die ,New Yorker Lilie' treffen, die bei der «unerwarteten» Begegnung ohnmächtig vor seine Füsse fällt, ihm zurufend: «Sam, dir gehöre ich, du hast mir die Ehe versprochen!» Die Folgen einer solchen Szene sind unabsehbar in Amerika. Die richtige Frau würde die Scheidung einreichen, der Chef würde ihn entlassen. Im Falle eines Prozesses aber würde die «Braut» bestimmt gewinnen. In Amerika hat die Frau immer recht. Das beste für den armen Mann ist: zahlen! Zwei bis drei Sams jährlich und die Lilie des Feldes ist gekleidet, das sogar sehr nett. Ein Konflikt entsteht nur dann, wenn der «Bräutigam» sich wirklich so verliebt hat, dass er Frau und Kinder sitzen und sich scheiden lässt, um die «geknickte Lilie» zu heiraten, aufzurichten. Was kann dann die Arme machen? Sie wählt einen Myrtenkranz aus dem Vorrat (in ihrem Berufe muss man auf «alles gefasst sein», man kann nie wissen, wann «einem eine Trauung zustösst») und lässt sich in Gottes Namen trauen. Doch Geduld, Geduld. Nach einem Jährchen lässt man sich wieder scheiden. Man geht wieder ins Kino. Mit einer beträchtlichen Abfindung in der Tasche kann sich die Braut sogar den Luxus leisten, einem unverheirateten Manne auf den Fuss zu treten... Kleine Mode-Notizen Kapuzinerkragen und Schärpen. Jede Modewandlung verändert die Silhouette der mondänen Frau und ihrer Erscheinung. Jetzt aber, da man die überladenen Schultern, die verbreiterte Schulterlinie und die grotesk erweiterten Aermel nicht mehr mag, sondern wieder ganz auf «fliessende Linien», auf schmale Aermel und zarte Umrisse der Figur eingestellt ist, scheint die elegant gekleidete Frau dem prüfenden Blick ganz besonders verändert. Man wählt ein Abendkleid mit schräg gebundener Schärpe, die mit ihrer unterhalb, der Taille gebundenen Masche vielleicht berufen erscheint, die Gürtelhöhe ein bisschen zu modifizieren. Manche Schärpen, zweifarbig oder Ton Blumen, von Metallstoffen garniert, schlingen, sich, um das üiessende Abendkleid, das selbstverständlich mit einer Schleppe und anmutigem Umhang fassoniert wurde. Manche Kleider sind mit einer an der Hüfte sitzenden Stoffdrapierung versehen, die mit Rüschen und Bauschen die Gestalt ein bisschen verbreitert, vielleicht nur, weil die schlanke, natürliche Linie durch solche Raffinements noch mehr betont wird. Der Kapuzenkragen schmückt das Festkleid und garniert, von einem schönen Schmuckstück gehalten, die Nachmittagstoilette. Kapuzen sind jetzt sehr beliebt. Sie bieten der neuen Tendenz, Garnierungen aus dem Material der Roben zu schaffen, viele Entwicklungsmöglichkeiten. Dekorative Schärpen werden so reich zugeschnitten, dass sie in dichten Falten des Mousselins um die Taille laufen und einen breiten, engen oder losen Gürtel ergeben. Ihre Enden fliessen bis an den Rocksaum. Frauen von Geschmack komponieren, für ihre einfachen weissen und schwarzen Abendkleider lange, farbige Schärpen, die sie erfinderisch um das Dekollete raffen und als Gürtel und Schleppe weiterlaufen lassen. Die neuen Nachmittagskleider mit ihren langen, schmalen Aermeln gewinnen durch die erfinderisch komponierten Raffungen an Hals und Taille, die durch Clips und Nadeln gehalten werden. Für Kleider aus Wollstoff gibt es bunte Holzclips und farbige Agraffen. Zu den Toiletten aus Sürah, Faule, Chinakrepp und gekreppter Seide aber trägt man echte Brillantnadeln. Zackenlinien und Bogenkanten sieht man an mancher neuen Toilette, vor allem an den reizvollen Besuchskasacken. g,r.wO •ehlerfrei, die einmal gebraucht wurden «Ind tu «ehr günstigen Preisen abzugeben. Diese Decken sind QmilitlifSDuave wasserdicht and in leder Grfisse erhältlich, Zelt- «olange und Vorrat. Deckenfabrikation Verlangen PIOARD, Sie Offerte BIEL von , er»»"* w Cüches Hallwag sind erstklassig lastung empfindlich geschädigt werden kann. Besonders stellen Oboe und Fagott die grössten Anforderungen an Herz und Atmungsorgan. In Musikerkreisen Ist es daher allgemeine Ansicht, dass Oboisten und Fagottisten — infolge des dauernden Luftüberschusses — körperliche Sonderheiten bekommen, die durch die Blasdruckwirkung auf den Kopf und die behinderte Atmungsmöglichkeit entstehen. Fachleute regen daher eine vorzeitige ärztliche Untersuchung für Musikerlehrlinge an, um Missgriffe und oft auch ein verpfuschtes Leben zu vermeiden, an denen nur das ungeeignete Instrument Schuld trägt. Wassertrinken Regen Schlucken allein, hilft freilich nicht. Und doch kann dieses einfache Mittel alter Volksmedizin hundertprozentige Wirkung haben, wenn man sich dabei eines kleinen Kunstgriffes bedient. Die Hauptsache ist nämlich, dass während des Trinkens — was übrigens langsam geschehen muss — die Ohren des < Schluckers» fest verschlossen sind. So ausgeführt — berichtet die Chronfk — habe das Mittel noch nie versagt. Wohl bedarf es dabei einer Assistenz, die dem «Patienten » entweder beide Ohren fest zuhält oder ihm im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser reicht, da man allein nur äusserst unbequem beides zugleich tun kann. Lagernde Lebensmittel verHeren Vitamlngehalt. Zwei Gelehrte stellten bei verschiedenen pflanzlichen Trockenpulvern nach längerer Lagerung einen Verlust des Vitamingehaltes fest. Im Zeitraum von 9—19 Monaten erreichte diese Vitaminabnahme bis 80 Prozent. Sie betrug z. B. bei Trockenmüchoulver In 9 Monaten 80 Prozent und bei Geilbmais in einem halben Jahr 30—50 Prozent des ursprünglichen Vitamingehaltes. Wie wirkt Kohlensäure auf Fleisch ? Kürzlich nahm man in England Versuche vor, in denen nachgewiesen wurde, dass ein Kohlensäuregehalt von 10 % in der Luft von grossem Vorteil für das Frischhalten von Fleisch ist. Die Lagerzeit für Kühlfleisch lässt sich damit etwa verdoppeln, ohne dass sich Schimmelbildung, Zersetzung des Fetts oder Verfärbung bemerkbar macht. Man war zuerst bei einem Transport von gekühltem Fleisch nach England darauf aufmerksam geworden. Der Luftkühler der Kohlensäure- Kühlanlage war nicht dicht und füllte den Kühlraum mit Kohlensäuregasen. Trotz mangelhafter Kühlung war das Fleisch nach einer Reise von 25 Tagen trocken, völlicr schimmelfrei und von besserer Farbe und Beschaffenheit als bei früheren Transporten. Die Antworten, die sonst noch einliefen, bestätigen die Behauptung von Madame Schiaparelli nicht gerade. Augustabernard will vorläufig nichts vom Unterrock hören. « Ich verabscheue alles, was die Linie maskiert oder schwerfällig macht», erklärt sie. «Ich weiss nicht, was ich morgen machen werde, aber ich kann nur sagen, dass meine gegenwärtige Kollektion keine Spur davon erraten lässt und die Rückkehr des Rockes auch weiterhin ausschliesst.» Ebenso kategorisch ist die Antwort von Jeanne Lanvin. « Der Unterrock ? Ja, was soll denn diese Frage bedeuten... Hat es einen Sinn, Gespenster zu beschwören ? Die gegenwärtige Linie ist weich, fliessend, schlangengleich, sie unterstreicht jede Nuance des weiblichen Körpers und bringt sie zur Geltung. Ein Rock würde verhängnisvoll stören.» Also, wer wird recht behalten... im Kampf um den Unterrock ? * * * Eheliche Unterhaltung. Er: «Ich weiss selber nicht, warum ich dich eigentlich genommen habe. Es wäre einfacher gewesen, wenn ich mir für 50 Fr. einen PaDagei gekauft hätte. » — Sie : « Natürlich, ihr habt es immer besser. Für einen Ochsen hätte ich paar Hunderter anlegen müssen.» MAGENSCHMERZEN sind äusserst unangenehm Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeil beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit. Magenschmerzen. Magenkrampf, Uebelkeit, Erbrechen. Magendrücken. Sodbrennen. Blähungen. Aafnnssen übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 8.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden Ton dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. 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