Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.001

E_1934_Zeitung_Nr.001

treten müssen. Auf

treten müssen. Auf jeden Fall benötigen wir aber noclf das ganze neue Jahr zum Sammeln von Erfahrungen. Wo nicht eine eindeutige gesetzliche Vorschrift besteht und die Praxis Auslegungen ruft, haben wir diese so weitherzig wie möglich gefasst, immer ausgehend vom hauptsächlichsten allgemeinen Interesse, der Verkehrssicherheit. Dass wir für die Interessen der Automobilisten nicht taube Ohren haben, zeigt die Erstreckung der Uebergangsfristen für die Bereifung sowie für die Bremsvorrichtung für Anhänger auf Ende 1934, die der Bundesrat mit seinem Beschluss vom 4. Dezember 1933 verfügt hat, um den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Einem Gesuch um Erstreckung der Uebergangsfrist für die -übrigen Vorrichtungen an Motorfahrzeugen konnte hingegen nicht stattgegeben werden. Für diese war ein ganzes Jahr genügend Zeit. Wer seinen Wagen noch nicht angepasst hat, soll es jetzt sofort nachholen. Die Kantone werden übrigens sicherlich viel mehr darauf tendieren, dass alle Motorfahrzeuge so rasch wie möglich in Ordnung gebracht werden, als die Staatskasse mit Bussengeldern füllen zu wollen. Zu diesem Punkt noch ein Wort: Das Phantom des hinter der Durchführung der Verordnung stehenden geldgierigen kantonalen Fiskus spukt immer noch gelegentlich. Natürlich wird es nicht ohne Bussen abgehen. Wo eine Vorschrift, deren Uebertretung mit Busse bedroht ist, nicht eingehalten wird, muss der Staat eben eingreifen. Aber er soll da, wo in guten Treuen verschiedene Auslegungen noch möglich sind, weil eine einheitliche Praxis noch nicht geschaffen ist, nicht mit Bussen dreinfahren, sondern für Abklärung sorgen. Wir haben dies den Kantonen gesagt und sind überzeugt, dass sie sich daran halten werden. Dies um so mehr, als wir zur Erzielung einer einheitlichen Praxis in der ganzen Schweiz alle technischen Fragen mit einem von den kantonalen Automobilexperten eingesetzten Ausschuss von Fachleuten behandeln. Zwei Dinge haben kurz vor Torsehluss noch Unruhe in die Welt der Automobilisten gebracht: Das Erfordernis einer Kühlerfigur, die bei einem Zusammenstoss keine schwereren Verletzungen erzeugen kann als irgendein anderer Bestandteil am Automobil. Diese Vorschrift trifft natürlich hauptsächlich den Fahrer, der schon seit vielen Jahren ein Automobil führt und immer die gleiche Kerker schien der Laut erstorben. Und dieses Schweigen war furchtbar. Das Schweigen des Todes musste so sein. Und die Nacht war ewig. Vor den Augen seiner zitternden Seele gaukelten Bilder der Vergangenheit. Seine glückliche Kindheit wurde auf Sekunden lebendig, die Jahre in der Schule. Seine Leutnantszeit. Seine Leidenschaft für die Frau, der er seine ganze Zukunft opferte und die ihn verliess, — leicht und unbeschwert. Die Jahre in Amerika, die eigentlich nur seinen äussern Menschen beeinflusst hatten. Dann kam der Krieg, dann kam sein Weg in dies Dunkel. — Und seine Liebe zu Mercedes. War diese Liebe ein Glück ? In Stunden des Vergessens: ja ! Diese Liebe war echt und aufrichtig und innig auf seiner wie auf Mercedes' Seite. Und doch — zwischen ihr und ihm stand die Vergangenheit, die immer wieder lebendig zu werden drohte. ,Sie hat mich mehr und tiefer geliebt, als ich sie, dachte Eberhard, ,und jetzt muss sie für ihre Liebe ihr Leben lassen ! Unlösbares Schicksal, das diese arme Frau schon zerbrach, als sie noch ein Kind war ! Wir furchtbar ist das, ohnmächtig zu sein Gewalten gegenüber, die in unser Leben eingreifen nach Gesetzen, die wir nicht kennen, die uns vernichten, ohne dass wir ergründen können, warum !' Kühlerfigur auf seinem Wagen hatte, die ihm lieb geworden ist. Er stelle sich vor, welche Verantwortung er auf sich laden würde, wenn ein unvorsichtiger Radfahrer auf den Kühler geschleudert und durch die spitze Figur schwer verletzt würde! Gegen einen solchen Unfall ist ja kein Automobilist gefeit. — Sodann der genügende Gleitschutz, der nach unserer Auslegung dann vorhanden ist, wenn das Reifenprofil, d. h. seine Struktur, auf der Lauffläche noch deutlich erkennbar ist. Natürlich wird der Reifen auch nach Abfahren dieses Gleitschutzes noch verwendbar sein, ohne dass die Gefahr des Platzens besteht. Wenn uns aber entgegengehalten wurde, der Vorschrift des genügenden Gleitschutzes sei Genüge getan, solange das Gewebe unter dem Gummi noch nicht hervortrete, so ist das nicht ein Begehren auf Auslegung einer gesetzlichen Bestimmung, sondern auf deren Abänderung. Und das steht ausser Frage. Weil aber die Frage der Neuerstellung des Gleitschutzes — durch Einschneiden, Rillen des Pneus — noch nicht genügend abgeklärt ist und dies unter Umständen die Gefahr des Platzens der Pneus im Gefolge haben kann, haben wir die Kantone ersucht, vorläufig nicht einzuschreiten, wenn der Gleitschutz abgefahren ist. Wir haben uns erneute Stellungnahme vorbehalten nach Abschluss der angeordneten technischen Prüfung. Was bleibt uns zu tun im neuen Jahr? Zunächst die lang ersehnte Regelung des Vortrittsrechts durch die Ausscheidung der Hauptstrassen, für die es gelten soll, fie Frage ist recht heikel, schreibt das Gesetz doch vor," dass diese Haüptstrassen gekennzeichnet werden müssen. Wir beabsichtigen, diese Bestimmung so auszulegen, dass die von den Strassenfachmännern in Verbindung mit den kantonalen Baudirektoren als Hauptstrassen erster und zweiter Klasse ausgeschiedenen Strassen vom Bundesrat als Hauptstrassen mit Vortrittsrecht bezeichnet werden sollen. Abzuklären ist noch die Frage, ob dies auch in Ortschaften gelten soll. Wir neigen nicht dazu, gezwungen schon durch die oben gemachte Feststellung, dass heute viel zu schnell gefahren wird. Die Verbände werden in allernächster -Zeit noch einmal begrüsst werden. Die Regelung muss im Laufe des Februar getroffen werden. — Der Regelung harrt auch die Einführung der Haftpflichtversicherung ausländischer Motorfahrzeuge, für die der Bundesrat, gemäss Art. 54 des Gesetzes, die erforderlichen Vorschriften aufstellen muss. Es steht also nicht in seinem Belieben, diese Materie einfach hinauszuschieben, wie es in Fremdenverkehrskreisen schon verlangt worden ist. Die Prüfung dieser Frage ist deshalb schon lange in Angriff genommen worden und soll gefördert werden. Es wird selbstverständlich eine Lösung angestrebt, die den Verkehr ausländischer Automobilisten nicht durch die Erhebung hoher Prämien von unseren Grenzen abhält. — Das neue Jahr soll auch die endgültige Aufstellung der Verkehrssignale bringen. Hoffentlich auch die angestrebte Verkehrsteilung zwischen Bahn und Auto. Wenn diese Frage auch ausserhalb unseres Aufgabenkreises liegt, so haben wir am endlichen Friedensschluss zwischen den beiden grossen Verkehrsmitteln doch das grösste Interesse. Wird uns doch ständig Rücksicht auf Bahnschutzinteresse vorgeworfen, wo wir Vorschriften aufstellen oder auslegen im Interesse der Verkehrssicherheit. So auch bei der Bekämpfung ^s Nachtfahrverbotes für Lastwagen in der Verordnung über .die Ruhe- und Arbeitszeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer.,Als. Begründung gegen ein solches Verbot wird zwar geltend gemacht, die Strassen müssten durch den Nachtverkehr am Tage entlastet werden. Dabei steht aber fest, dass der gut organisierte, seriöse Transporteur mit wenig Ausnahmen, die in der Verordnung vorgesehen sind, schon heute keine Transporte zur Naehtzeit ausführt, weil es sich nicht rentiert. Dagegen steht, neben dem Wunsch nach Nachtruhe für die Strassenanwohner, das grosse Interesse, das jeder Strassenbenützer hat, keinem übermüdeten Chauffeur zu begegnen. Das einzig sichere Mittel zur Kontrolle über die Ruhe- und Arbeitszeit der Lastwagenchauffeure ist aber das Verbot, während einiger Nachtstunden zu fahren — im Sommer von 23 Uhr bis 4 Uhr, im Winter von 22 Uhr bis 5 Uhr. Unvoreingenommene Prüfung dieser Frage, losgelöst von wohl berechtigten Rankünen zu Zeiten der Voreingenommenheit gegen das Automobil durch grosse Kreise unserer Bevölkerung, die aber heute überwunden sind, kann sicher dem Nachtfahrverbot in dem beschränkten Umfange, in dem es durch die Verordnung vorgesehen ist, die Zweckmässigkeit und Berechtigung nicht abgesprochen werden. Die Langsam trat das kleine Fenster aus dem Dunkel der Nacht, wurde heller und heller. Ein neuer Tag nahte. ,Wie viele noch ?' dachte Eberhard. Aber er empfand es nicht bitter, dass er sterben musste —; War es nicht ein Glück, nicht mehr denken, nicht mehr leiden zu müssen ? Er fühlte, dass er fieberte. Nach einiger Zeit, die sich nicht abschätzen Hess •— bei der Einlieferung war Eberhard seine Uhr abgenommen worden — wurde die dicke Bohlentür seiner Zelle geöffnet; ein Schliesser und zwei Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett traten ein. Eberhard wurde gefesselt und weggeführt. .Vielleicht stellen sie mich ohne weiteres an die Wand', dachte er — ,auch gut. Besser als die unerträgliche Ungewissheit !' Aber er wurde nicht an die Wand gestellt, sondern in ein Amtszimmer geführt, in dem ein Major und ein Schreiber sassen. Ein nüchterner, kahler Amtsraum. « Wer sind Sie ? » «Aleksander Grigorjewltsch Naschtschenko aus Moskau.» « Das ist nicht wahr. » Eberhard schwieg und sah den Major verwundert an. « Sie sind ein deutscher Spion ! Legen Sie ein Geständnis ab, und erschweren Sie sich AUTOMOBIL-REVUE 1934 - Verordnung Hegt vor den eidgenössischen Räten und wird voraussichtlich in der Frühjahrssession behandelt werden.. Neben diesen grossen Fragen bringt jeder Tag Details, deren Behandlung ruhige Ueberegung und vor allem Fühlungnahme mit echnischen Fachleuten und Verbänden erordert. Dass uns die kantonalen Experten bei der Behandlung ; technischer Fragen rosse Dienste leisten, habe ich bereits erwähnt. Von grösster Wichtigkeit für uns st aber auch der ständige Verkehr mit den Verbänden. Diesen möchte ich an dieser Stelle zum Schluss noch den ihnen gebührenden verdienten Dank abstatten für ihre tätige, fachmännische Mitwirkung und Beratung. Auch für das Vertrauen, das sie uns stets entgegengebracht haben und das wir uns zu erhalten bestrebt sind durch objektive Prüfung aller Begehren und offene, loyale Haltung. Möge das auch im neuen Jahre so bleiben, ist mein Wunsch für uns! Möge der Automobilist und der andere Strassenbenützer bald Ruhe und Sicherheit finden unter der Herrschaft der neuen gesetzlichen Ordnung, ist mein Wunsch für die Allgemeinheit. Auf gutes ferneres Einvernehmen auch mit der « Automobil-Revue ». Der Chef der eidg. Polizeiabteilung: Heinrich Rothmund, ckf Angetrunkene Fahrer. (Aus dem Bundesgericht.) In einem Urteil vom 18. Dezember hatte der bundesgerichtliche Kassationshof zum ersten Male die Handhabung einer Strafbestimmung des eidg. Automobilgesetzes zu überprüfen, und zwar handelte es sich dabei um Art. 59: «Wer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führt, wird mit Gefängnis bis zu 20 Tagen oder mit Busse bis zu 1000 Franken bestraft. — In schweren Fällen oder bei Rückfall wird auf Gefängnis bis zu sechs Monaten oder auf Busse bis zu 5000 Fr. erkannt» Gestützt auf diese Strafbestimmung war ein betrunkener Motorradfahrer vom aargauischen Obergericht zu vier Wochen Gefängnis ohne Gewährung des bedingten Straferlasses verurteilt worden; das Gericht hatte dabei yon dem weiteren Strafmass des zweiten Absatzes Gebrauch gemacht, da es einen ..«schweren Fall» annahm. Der Motorradfahrer rwar in der Nacht vom 2&J24. Mai 1933 wegen seines betrunkenen Zustandes in Safenwil mit dem Rade gestürzt. Seine Gefährten rieten ihm dringend an, nicht weiterzufahren; er setzte sich trotzdem wieder aufs Rad, um zwischen Safenwil und Uerkheim nochmals zu stürzen. Ein Polizist, der den Betrunkenen ohne Licht fand, verbot ihm die Weiterfahrt, doch ergriff dieser nochmals die Flucht, kam aber bald darauf zum drittsn Male zu Fall, worauf ihm der Polizist das Rad wegnahm und Anzeige machte. Der Motorradfahrer reichte beim Bundesgericht Kassationsbeschwerde ein, da Abs. 2 des Art. 59 nach seiner Ansicht zu Unrecht angewendet worden sei. Der Kassationshof des Bundesgerichtes hat jedoch seine Auffassung nicht geteilt. In erster Linie verfocht die Kassationsbeschwerde die Auffassung, ein schwerer Fall im Sinne von Absatz 2 sei deswegen nicht gegeben, weil ein schwerbetrunkeher Fahrer auf der Strasse eine weniger grosse Gefahr darstelle als der nur leicht Angeheiterte, der immer noch grosse Strecken zurücklegen könne. Diese Behauptung erledigte sich mit dem Hinweis darauf, dass der Motorradfahrer Ihre letzten Stunden nicht selbst. Warum sprechen Sie nicht ? Hören Sie nicht, was ich sage ? » «Ich kann doch darauf nicht antworten ! Die Anschuldigung ist so ungeheuerlich — Sie sagen : ich sei ein deutscher Spion ! Ich habe bisher geglaubt, im Dienst der französischen Regierung zu arbeiten !» «Sie bestreiten, Beziehungen zur Deutschen Obersten Heeresleitung zu haben ? » «Ich bestreite das — selbstverständlich bestreite ich das. Ich begreife gar nicht, dass auch nur der Schatten eines Verdachtes sich gegen mich richten kann, nachdem ich seit .mehr als zwei Jahren gerade für den Nachrichtendienst Ihres Kriegsministeriums tätig bin. » « Sie haben unter dem Vorgeben, für uns tätig zu sein, für Deutschland zearbeitet. Seit wann sind Sie mit der Dame zusammen, mit der Sie verhaftet worden sind? » «Ich habe sie in Bukarest kennen gelernt. » «Wer ist sie?» Eberhard sah den Maior an. als hätte er ihn nicht verstanden. « Wer die Frau ist, frage ich Sie ! > « Die Sängerin Georgette Ernano aus New Orleans.» « Das ist nicht wahr. Die Frau Ist unter trotz seines Zustandes eine genügend grosse Entfernung zurückgelegt hatte, um für andere Strassenbenützer eine schwere Gefahr zu bilden. Auch gefährdet gerade der Schwerbetrunkene, der nach einem Sturze auf der Strasse liegen bleibt, nicht nur sich, sondern andere. — Ebenso wurde die zweite Behauptung des Beschwerdeführers abgelehnt, von einem schweren Falle sei nur dann die Rede,, wenn schwere Folgen eingetreten seien, während hier ausser dem Fahrer selber niemand zu Schaden gekommen sei. Für den Begriff des schweren Falles ist nicht notwendig, dass ein grosser Schaden verursacht worden sei, sondern es genügt, wenn eine schwere Gefährdung des Verkehrs auf der Strasse gegeben war. Eine solche Gefährdung lag aber zweifellos im Verhalten eines Betrunkenen, der trotz zweimaligen Sturzes, trotz der Mahnung seiner Freunde und trotz des Verbotes eines Polizeiorgans seine Fahrt, noch dazu ohne Beleuchtung, fortsetzen wollte. Hierin ist der Auffassung des Obergerichtes durchaus zuzustimmen und auch die ausgesprochene Strafe kann nicht als übermässig bezeichnet werden, da sie weit unter der oberen Grenze des Strafrahmens bleibt. Die Kassationsbeschwerde wurde abgewiesen, das Strafurteil somit geschützt. Wp. Schweizerische Rundschau Verkehr schweizerischer Gesellschaftswagen In Italien. Hierüber orientiert das eidg. Justiz- und Polizeidepartement die Kantone in einem Rundschreiben wie folgt: < Gemäss Mitteilung der italienischen Gesandtschaft müssen die Führer der ausländischen Gesellschaftsw-agen bei der Einreise nach Italien den Grenzorganen eine von ihnen nach bestimmtem Schema im Doppel auszufertigende liste übergeben. (Darin sind anzugeben: Zahl der einreisenden Besucher, Polizeinunamer des Wagens, Ausstellungsstunde und Datum des internationalen resp. nationalen Verkehrsaueweises. Name des Fahrers etc.) Diese Massnahme soll die Kontrolle darüber ermöglichen, dass mit ausländischen Gesellschaftswagen in Italien keine internen Personentransporte ausgeführt werden. Ein Exemplar deT Liste wird von den Grenzorganen zurückbehalten, während das andere nach Stempelung durch diese Organe dem Führer zurückerstattet wird, damit er es bei einer allfälligen Kontrolle auf der Strasse vorweisen kann. Bei der Ausreise ist die Liste den Gr«nsorganen immer vorzuweisen. Mit Rücksicht darauf, dass nach Ziff. II 5 der schweizerisch-italienischen Vereinbarung vom 10. Dezember 1930 über den Motorfahrzeusrverkehr auf die Vorweisung der internationalen Ausweise -»e.rj. ziehtet worden ist, wird in der Liste an Steile des internationalen Zulassungsscheines (Gertificato internationale) deT nationale Fahrzeugausweis zu erwähnen sein. > Erneuerung der Führer- und Fahrzeugausweise. Es herrscht bereits vielfach die Mei* nung, dass für die Erneuerung der Ausweise eine Fristerstreckung bis Ende Januar gewährt worden sei und deshalb die bisherigen Kontrollpapiere bis Ende des Monats Gültigkeit hätten. Der Irrtum kam deshalb auf, weil bekannt wurde, dass sich ein Rundschreiben des eidg. Justiz- und Polizeidepartementes mit dieser Angelegenheit befasste. Es handelt sich aber hier nurmehr um einen von dieser eidgen. Behörde zum Ausdruck gebrachten Wunsch, da von verschiedenen Kantonen Berichte eingegangen waren, dass es bei der grossen Zahl von Motorfahrzeugen kaum möglich sei, alle Erneuerungen bis zum Neujahr vorzunehmen. Die Motorfahrzeugbesitzer haben sich daher strikte an die von den kantonalen Motorfahrzeugkontrollen und Verkehrsämtern bekanntgegebenen Daten zu halten. ß dem Namen Ata Bari als Spionin seit Jahren für den deutschen Generalstab tätig. Sie ist Ende 1914 aus Paris geflüchtet, hat sich dann anscheinend auf dem Balkan herumgetrieben und ist mit Ihnen wieder nach Frankreich zurückgekehrt. Sie haben mit ihr zusammengearbeitet. » «Herr Major — die Achtung vor dem Amt, das Sie ausüben, die Achtung vor Ihrem Beruf verbietet mir, über diese ungeheuerliche, diese unmögliche Anschuldigung zu lachen ! Georgette Ernano eine Spionin! Identisch mit einer Frau, die für Deutschland gearbeitet hat! Wenn Sie Georgette auch nur zwei Minuten sprechen, werden Sie erkennen, welch ein Missverständnis hier vorliegt.» «Geben Sie sich keine Mühe; ich habe Beweise 1 Sie behaupten also, die Frau in Bukarest kennengelernt zu haben. Was taten Sie damals in Bukarest?» < Ich gründete mit dem Rest meines Vermögens und mit Unterstützung der französischen Regierung ein Blatt in französischer Sprache. Ich nehme an, dass meine Papiere beschlagnahmt worden sind. Unter ihnen befindet sich ein Anerkennungsschreiben des französischen Gesandten in Bukarest.» «Den Sie schmählich hinters Licht geführt haben! Weiter! Was geschah weiter?» (Fortsetzung im «Autler-Feierabend-».)

N« 1 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten £•»«»••# 6m* d< Schweb Die Kapitalzeichnungen für die Rundstrecken A.G. Bern. Unmittelbar vor Jahresschluss ist der im Einvernehmen mit den Bernischen Banken abgefasste Prospekt zum Versand gelangt, der zur Zeichnung auf ein Aktienkapital von 120,000 Fr. und ein Obligationenkapital von 240,000 Fr., das zu 4,5 % verzinsbar ist, einlädt. Bekanntlich haben sich Stadt und Kanton Bern bereit erklärt, je weitere 40,000 Fr. an Aktien zu übernehmen, womit die Behörden schon in weitgehendem Masse ihr Interesse an der Gründung bekundet haben und damit auch dartun, welche wirtschaftliche und propagandistische Bedeutung sie den in Aussicht genommenen Rennen für das Bernerland zumessen. 8 bernische Kreditinstitute figurieren auf dem Prospekt als Zeichnungssstelle, die damit auch vom finanziellen Standpunkt aus die Gründung empfehlen. Bereits hat sich ein erfreuliches Interesse für die Anteilscheine ergeben. Als eine der ersten bedeutsamen Zeichnungen ging die eines bekannten Zürcher Sportsmannes ein. der selbst aktiver Rennfahrer ist. Diese Geste ist den Initianten als Vertrauenskundgebung aus Kreisen der Fahrer für die kommende Entwicklung der Rundstrecken A.G. besonders wertvoll. Der Kapitalbedarf ist, wie bereits früher mitgeteilt, deshalb recht beträchtlich, weil es gilt, für über 800,000 Fr. allein an festen Anlagen zu erstellen. Neben den Strassenbauten ist die projektierte permanente Tribüne das wichtigste Bauobjekt. Sie soll nach Entwürfen von Baumeister A. Marbach erstellt werden und ist als modernste Konstruktion aus Beton und Eisen gedacht. Sie wird 4000 Sitzplätze bieten und im Erdgeschoss eine grosse Halle beherbergen, die zu Restaurationszwecken, Versammlungen aller Art, ja sogar für gewisse sportliche Anlässe verwendet werden kann. So ist die Bereitstellung der Räume als Hallen für Saaltennis in Erwägung gezogen worden. Daneben sind natürlich alle für den Rennbetrieb notwendigen Nebenräume, wie Pressebureaux, Telephonkabinen usw. vorgesehen. Beistehende Illustration vermittelt ein Bild von den Ausmassen der Halle und der Anlage am Startplatz und Ziel überhaupt. Im Vordergrund ist das Chronometerhaus ersichtlich, -dann j folgen rechts daran anschliessend die Boxen und Verpflegungsstände der Fahrer. Direkt gegenüber der Tribüne ist eine grosse Zeittafel, sowie eine Lautsprecheranlage vorgesehen. Die Fachleute sind sich darüber einig, dass sowohl die Tribüne als auch die übrigen für die Rundstreckenrennen notwendigen Bauten und Einrichtungen allen Anforderungen auf Jahre hinaus entsprechen und den Anlagen ebenbürtig sein werden, wie sie das Ausland, sei es auf dem Nürburgring, auf der Avus, in Monza, Montlhöry oder anderswo, för die Austragung von internationalen Grossen Preisen heute schon zur Verfügung stellen kann. Es ist daher zu erwarten, dass das notwendige Kapital innerhalb der vorgesehenen Frist (die Zeichnungen sollen bis zum 20. Januar, die Einbezahlung der Beträge bis Ende Februar 1934 erfolgen) vollständig aufgebracht werden kann, da die Schweiz den Anschluss an den internationalen Bahnrennsport auf etliche Jahre hinaus verpassen dürfte, wenn der Grosse Preis der Schweiz dieses Jahr nicht zum Austrat gelangen könnte. Da aber die gesamte Organisation bereits recht fortgeschritten ist und sich in besten Händen befindet, und sich übrigens auch schon das Interesse der internationalen Sportskreise geltend macht, so wird es hoffentlich am guten Gelingen nicht mehr fehlen. Um einen Weltrekord. Der reiche Schneefall, der kurz nach dem Eintreffen des Zürcher Rüesch in Budapest einsetzte, hat die Austragung der Rekordversuche auf der Rennstrecke von Tat vollständig verunmögiicht, so dass Rüesch nichts anderes übrig blieb, als nach Zürich zurückzukehren. Es fragt sich nun, ob die Versuche über den Kilometer und die Meile mit stehendem Start eventuell auf der Kilometerstrecke von Giubiasco vorgenommen werden können. Sofern auch dies nicht möglich sein sollte, käme für weitere Versuche wohl nur das wieder geöffnete Autodrom von Montlhery in Betracht, da Brooklands noch für einige Wochen in Reparatur begriffen ist und die Dammstrasse am Zuidersee, die sich für solche Versuche sehr gut eignen würde, hiefür vorläufig noch nicht erhältlich gemacht werden kann unfl auch die elektrische Chronometriereinricli. tun« fehlt. ' Man sieht, es ist nicht so einfach, Rekordversuche zu unternehmen. Um so mehr isjt man Herrn Rüesch zu Dank verpflichtet, das} er weder Mühe, Zeit noch Geld scheut, un> wieder einen Weltrekord für die schweizerischen Farben sichern zu können. " Die Equipe Bralllard am 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Die Equipe Braillard wird im Jahre 1934 auch am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnehmen. Zur Verfügung werden mehrere Maserati- und Bugattiwagen stehen. Louis Braillard, Nelly Braillard und Benoit Falchetto, sowie ein noch nicht bekannter vierter Pilot werden an dein Rennen starten. x. Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Die internationale Sternfahrt nach Monte Carlo, die in der 2. Hälfte Januar ihre 12. Wiederholung erleben wird, hat einen neuen, ganz erstaunlichen Teilnehmerrekord zu verzeichnen. Was niemand zu hoffen wagte, ist eingetreten : Die Rekordzahl von 149 Konkurrenten von 1931 ist auf 161 erhöht worden ! Diese beispiellose Ziffer darf zu Beginn des neuen Jahres als ein günstiges Omen für die weitere Entwicklung des internationalen Automobilsportes betrachtet werden. Wir verzichten für heute auf die vollständige Veröffentlichung der ganzen Rennliste und versparen dies bis zum Augenblick, da die Teilnehmer nach Startorten geordnet bekannt sind. Aus den in den letzten Tagen noch eingelaufenen Nennungen seien die folgenden bekannteren Fahrer erwähnt : Major Montague-Johnstone (Triumph), Mrs. Stewart (Derby), de Cortanze (Peugeot), Bussienne (Mathis). Stoffel (Peugeot), Klinke (NAG), Hansberger (Mathis), Healey (Triumph), Hobbs (Triumph) usw. Nach den Startorten geordnet, ergeben sich vorläufju die folgenden Meldeziffern: Athen 25 (Distanz bis Monte Carlo 3786 km), Bukarest 16 (3772 km),'Tallinn 21 (3780km), Umea 23 (3784 km), Stavanger 19 (3700 km), John O'Groats 25 (3382 km), Valencia 10 (3986 km), Amsterdam 7 (1496 km), und 15 weitere Fahrer von Aberdeen, Glasgow, Palermo, Lissabon, Harrogate, Kopenhagen, London, Berlin, Boulogne und Madrid. Es wird erstaunen, dass Athen, trotz den schlechten Erfahrungen des letzten Jahres, wieder von 25 Konkurrenten als Ausgangspunkt gewählt worden ist. Unsere Leser werden sich noch erinnern, dass 1933 kein einziger in Athen gestar- 1. Querketten mit dreifachen Doppelgfiedern, daher grösste GreifWirkung. Reissen der Querketten. Das lästige Nachziehen fällt fort. 4« Das einfachste und sicherste Schloss. teter Fahrer bis nach Mitteleuropa vordringen konnte. Ueber die geradezu gigantischen Schwierigkeiten, die sich den Fahrern entgegenstellten, gab seinerzeit ein interessanter Reisebericht einer Teilnehmerin aus Vaduz im «Autler-Feierabend» Aufschluss. Frühere Monte Carlo-Sternfahrer. die sich ebenfalls von Athen aus auf die Reise gemacht hatten, haben der französischen Presse zu Händen der diesjährigen Konkurrenten zum voraus Weisungen über die klimatischen Verhältnisse im Januar in Griechenland übergeben. Sie betonen darin, wie ungeheuerlich schwierig eine Fahrt von Athen nach Mitteleuropa sich in dieser Zeit meist gestaltet Der Regen weicht die Wege zu grundlosen Sümpfen auf und an vielen Stellen befindet sich wieder meterhoher Schnee, in dem die Wagen rettungslos stecken bleiben. Neben Athen erfreuen sich die skandinavischen Startpunkte Umea und Stavanger, das estländische Tallinn (das frühere Reval) und der schottische Ort John O'Groats ihrer alten Beliebtheit. Der rumänische Hauptort Bukarest ist, wie man sieht, von 16 Teilnehmern auserwählt worden. Dass die Aussichten für die in Athen Startenden im übrigen tatsächlich nicht beson- Vorteile der Nordland-Edelstahl- Schneelcetf e Kein seitliches Rutschen, kein 2. Edelstahl besonderen Eignung, daher längste Lebensdauer und grösste Sicherheit. 3. Nach Schweizerpatent gezogene Seitenketten, daher kein Dehnen. 5. In einer Minute montiert mit dem Spezial-Montagebügel, den Sie zu jedem Paar Nordland-Ketten kostenlos erhalten. Der weitsichtige Automobilist verlangt von seinem Händler nur NORDLAN D.EDELSTAHL FIRESTONE IMPORT A.-G. Tel. 24.885 BASEL Tel. 24.885 Bern Lausanne St. Gallen Wil Zürich Tel.24.065 Telephon 31.112 Telephon 51.08 Teleph. 5.50 Tel. 44.780 Die Tribünenlage für den Grossen Preis der Schweiz aus der Vogelschau. ders vielversprechend sind, zeigen schon die Erfahrungen der letztjährigen Sieger in der kleinen Wagenklasse, Mme Rouault und Ouinlin. Beide reisten von Marseille auf dem Wasserwege nach Griechenland und fuhren von dort aus probeweise die Sternfahrtstrecke ab. Sie trafen auf geradezu fürchterliche Wegverhältnisse und hatten manchmal meterhohe Schneedämme zu durchfahren. Schon in Sofia gaben sie den Versuch auf, bestiegen den nächsten Express nach Paris und sind heute auf dem Wege nach dem weniger beschwerlichen Stavanger. bo. Pläne der Scuderia Ferrari. Der bekannte italienische Rennstall «Scuderia Ferrari» hat innert kürzester Zeit europäische Geltung erlangt und repräsentiert heute den italienischen Autosport von seiner besten Seite. Enzo Ferrari, der Gesamtleiter des Unternehmens, hat die finanziellen und technischen Verhandlungen im Hinblick auf die kommende Saison abgeschlossen und widmet sich nun der sportlichen Vorbereitung. Er hat sich kürzlich über die Pläne der Scuderia geäussert und dabei erklärt, dass der Rennstall an fünfzig internationalen Autorennen vertreten sein werde. Das ist ein Programm, wie man es sich grosszügiger und gleichzeitig verpflichtender nicht denken kann. Der Wunsch Ferraris geht heute dahin, dass nicht nur Alfa Romeo, sondern auch noch andere italienische Firmen ihm ihre Wagen abtreten, damit er die italienische Motorfahrzeugindustrie möglichst komplett vertreten kann. Die sportliche Tätigkeit wird mit dem Grossen Preis von Pau am 18. Februar aufgenommen, wo die im Hinblick auf die neue Rennformel umgebauten Alfa Romeo einer ersten Feuerprobe unterzogen werden sollen. Die neuen Alfa Romeo, die gegenwärtig in Mailand auf Rechnung der Scuderia Ferrari konstruiert werden, sollen keine bemerkenswerte Stärkeunterschiede gegenüber dem früheren Typ aufweisen; doch sollen sie sonst verschiedene Neuerungen besitzen. Ueber alle weiteren Details wird heute noch Schweigen beobachtet. Ferrari glaubt, dass in der nächsten Saison der Kampf sich auf die beiden Gegner Alfa Romeo und Maserati zuspitzen wird. Dass man auch im Ausland energisch arbeitet, weiss er allerdings. Bugatti mutet Ferrari allerhand zu, auch von Mercedes erwartet er bedeutende Leistungen. Mit besonderem Interesse sieht Ferrari dem Grossen Preis von Monte Carlo entgegen, wo nach seiner Auffassung die meisten neuen Rennwagen debütieren werden. Vor wenigen Tagen unternahmen übrigens Varzi und Ing. Marinoni zusammen mit mehreren Mechanikern erste Probefahrten mit den von der Scuderia Ferrari auf die neue Rennformel hin umgebauten Alfa Romeo- Monoposti. Die Versuche zeigten sehr gute Resultate. Der Zylinderinhalt der Wagen soll erhöht und die Konstruktion der Vorderachse abgeändert worden sein. mb. Zehenders Stundenweitrekordversuch endgültig verschoben. Wie wir seinerzeit mitgeteilt haben, beweist der Stundenweitrekordversuch des verstorbenen Grafen Czaikowsky eine ganz erstaunliche Zähigkeit. Wochenlang mühten sich die beiden bekannen Piloten Eyston auf Panhard und Zehender auf Maserati vergeblich ab, die alte Bestreit schlagen zu können. Wegen den Schneeällen und eintretenden Frostes mussten die 'ahrten dann eine Zeitlang unterbrochen werden. Nachdem die Bahn erst vor wenigen Tagen wieder befahrbar gemacht worden ist, hat Zehender einen neuen Angriff gegen den tundenweltrekord unternommen. Schon nach wenigen Runden brach eine Pleuelstange, und die Fahrt hatte erneut ein vorzeitiges nde gefunden. Zehender verdross dieser neue Misserfolg so sehr, dass er kurzerhand seinen Rennwagen auf den Camion