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E_1934_Zeitung_Nr.003

E_1934_Zeitung_Nr.003

BERN, Freitag, 12. Januar 1934 Gelbe Liste Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang — N° 3 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Kr. 10.-. Im Ausland unter Portozuschlag, toten nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliehe Bestellung 30 Rappen. Postcheek-Kechnung 111/414. Es war vorauszusehen, dass die sich vorletztes Jahr in stärkerem Masse geltend machende Wirtschaftskrise auch auf dem Gebiet der Einnahmen von Bund und Kantonen aus dem Motorfahrzeugverkehr ihre Spuren im Sinne eines relativen Rückganges der Erträgnisse zurücklassen werde. Mancher Fahrer dürfte, zu Ersparnissen veranlasst, seine Verkehrsbewilligung erst nach dem ersten Quartal gelöst und sich so eine Vierteljahressteuer erspart haben. Und ähnlich war es auch bei der frühzeitigeren Abgabe der Schilder schon per Ende September. Konnte z.B. das Jahr 1931 noch mit einer Rekordzunahme der Erträgnisse aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren von rund 3,5 Mill. Fr. aufwarten, so ging diese vorletztes Jahr auf mehr als die Hälfte zurück. Während so die " Kantone 1932- mit einer weniger hohen Zunahme als erhofft vorlieb nehmen mussten, so kam der Bund zum Teil besser weg, indem die Benzinzollerträgnisse 1932 mit rund 45 Mill. Fr. einen neuen Rekord zu verzeichnen hatten, was deutlich zeigt, dass der Motorfahrzeugverkehr vorletztes Jahr keinen wesentlichen Verkehrsrückgang aufzuweisen hatte. Zu diesem erfreulichen Resultat dürfte selbstverständlich auch die starke Zunahme des internationalen Autotourismus in unserem Lande mit beigetragen haben. I. Die Kantone. Die oben erwähnte weniger lange Inbetriebnahme zahlreicher Motorfahrzeuge im Jahre 1932 dürfte durch die ziemlich befriedigende Zunahme des Motorfahrzeugbestandes mehr als ausgeglichen worden sein, so dass sich das höhere Total der Einnahmen aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren erklärlich macht. Mit einer Totaleinnahme aller 25 Kantone von 30,906,407 Fr. ist ein neuer Höhepunkt erreicht. Die Erträgnisse der Kantone an Motorfahrzeugsteuern und -gebühren diverser Art (Bruttoeinnahmen) stellen sich in den letzten sechs Jahren wie folgt, wobei vergleichshalber noch das Ergebnis pro 1919 beigefügt sei: 1919 1927 1928 1929 1930 1931 1932 A BONN CM ENTS-l»n EISE: Erscheint Jeden Dienstag and Freitag Monatlich „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Fiskus und Motorfahrzeugverkehr Fr. FEHL 890 430.— 17 115 610.— 20 028 969.— 23 481907 — 25 784 663.— 29 312 787 — 30 906 407 — + 2 913,359.— + 3 455 938.— + 2 299 756.— + 3 528 124.- + 1 593 620.— (39. Fortsetzung) Sie musste sterben, weil sie ihn geliebt hatte. Und er musste auch sterben — ach, — warum war das nicht gleich? Wenn ihm die Kugeln ins Hirn drangen, dann war auch dieses furchtbare Bild ausgelöscht, — die fallende, von den Kugeln zerschlagene Frau mit den verbundenen Augen! Der Schliesser trat in die Tür. «Zum Verhör!» Ach — dieser furchtbare Mensch, der ihn gezwungen hatte, das Entsetzliche zu sehen, glaubte ihn wohl jetzt reif! Und im Augenblick kam ihm zum Bewusstsein: «Nein, nein! Er soll diesen Triumph nicht haben! So schön es wäre, ausgelöscht zu werden: Ich will nicht! Gegen diesen Mann will ich mich wehren, solange noch ein Tropfen Blut in mir ist.» An der Schwelle des Amtszimmers brach er zusammen. 27. Als Eberhard das Bewusstsein wiedererlangte, lag er auf der Holzpritsche in seiner Zelle. Neben ihm stand ein älterer Mann mit grauem Haar und Bart, der Eberhards Arm- Gelenk in seiner Hand hatte Die Ergebnisse des Jahres 1932. Zunahme E T O N Der geheime Kampf. Roman von Philipp Klein. Kantone steuern 1932 Fr. Aargau 1.726.788.— Appenzell A.-Bh. 160.423.95 Appenzell I.-Rh. 17.633.— Baselland Baselstadt Bern Fribourg Genf Glams Graubünden Luzern Neuenburg Nidwaiden Obwalden St. Gallen Schaffhausen Schwyz Solothurn Tessin Thurgau Uri Waadt Wallis Zug Zürich Motorfahrzeug- AndereGebühren aus _ , . 575.550.70 1.023.841.50 3.821 798.20 539.258.75 1.897515.15 144.085.45 276.165.15 1.220.780.— 795.929.50 55.430.50 45.171.80 1.463 965.55 248.322.25 216.462.75 897.543.05 1.251.000 — 1.139.645.70a 39.144.—a 3.497 111.— 369.616.30 168.325.35 6.212.015.50 dem Motorfahrzeug- lotal verkehr 1932 Fr. 166.284.10 25.322.90 1.430.30 45.588.70 93.750.— 792.941.50h 35.000.— 258.448.80 7.026.10 29.290.20 109.806.40 85.944.70 639.— 5.130.— 100.361.40 46.624.25 22.904.75 264.464.15 78.000.— 264.448.50 32.374.10 15.392 85 621.711.— «Wie fühlen Sie sich?» fragte der Mann. Eberhard richtete sich auf; es fiel ihm, der aus der dunklen Nacht des Nichtseins kam, schwer, sich zurechtzufinden. Aber im Augenblick stand alles wieder vor seinen Augen; der kleine Hof, Mercedes, die Schüsse. «Danke!» sagte er tonlos. Der Mann — es war offenbar ein Arzt — warf noch einen Blick auf Eberhard, einen fast mitleidigen Blick. Dann ging er. Vermutlich dachte er: — ,Armer Teufel! Es wäre besser für dich gewesen, wenn du nicht mehr aufgewacht wärest!' Eberhard hörte, wie die Zellentür von aussen zweimal verschlossen wurde; nun war er wieder allein; nun hatte er Zeit, sich zurechtzufinden. Es war ja auch nicht schwer. Er stand unter der Anklage der Spionage, doch besass man vermutlich keine Beweise gegen ihn. Mercedes hatte wahrscheinlich gestanden, war verurteilt und gerichtet worden. Einen Augenblick versuchte Eberhard zu denken. Vielleicht war es gar nicht Mercedes, die man erschossen hat: ich habe ja das Gesicht nicht sehen können! Aber er wusste: Nein! Es war kein Zweifel. Es war Mercedes, die unter den Schüssen der sechs Mann vornüberstürzte und ohne eine Bewegung auf, den gefesselten Händen liegenblieb. Mit einer ausgesuchten, diabolischen Grausamkeit war er gezwungen worden, diesem furchtbaren Akt zuzusehen. Und dann Von diesem Betrag von 30,906,407 Fr. entfallen 27,803,523 Fr. auf die eigentlichen Motorfahrzeugsteuern (zwei Kantone haben in ihren Angaben eine Ausscheidung zwischen Steuern und Gebühren nicht vorgenommen), während der Rest von 3,102,884 Fr. durch die verschiedenen Gebühren (Fahrausweiserneuerung, Fahrprüfungen, Wagenabnahme usw.) aufgebracht wird. Auffallend ist, dass von der gesamten Jahreszunahme von rund 1,6 Mill. Fr. nicht weniger als 440,000 Fr. oder rund 28 Prozent auf die Gebührenzunahme entfallen. Wenn auch zufolge der Arbeitskrise der Zustrom Beschäftigungssuchender zu den Fahrprüfungen letztes Jahr grösser war als in früheren Zeiten, so bestätigt diese Konstatierung nur, dass die Zeit wohl da ist, wo die Kantone, wie dies Deutschland getan hat, zu einer Gebührenreduktion schreiten sollten. Dies auch, um den geänderten Geldyerhältnissen Rechnung zu tragen. Ueber die Anteile der Kantone an den rund 31 Mill. Fr. Steuer- und Gebührenerträgnissen des Jahres 1932 orientiert untenstehende Zusammenstellung. Erwartungsgemäss rangiert der Kanton Zürich mit Fr. 6,833,726.50 weitaus an erster Stelle, gefolgt von Bern mit Fr. 4,614,759.70 und Waadt mit Fr. 3,761,559,50. An letzter Stelle steht Appenzell-I.-Rh. mit Fr. 19,063.30. Gegenüber den Erträgnissen des Jahres 1931 weisen nur drei Kantone, Graubünden, Basel-Stadt und Uri, Abnahmen auf. Die Einnahmen der Kantone aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren werden ergänzt durch deren Anteil am eidg. Benzinzoll (25 Prozent), welcher sich 1932 auf 11,444,356 Fr. belief, gegenüber 10,233,445 Fr. im Vorjahr. Auch hier somit eine Zunahme von rund 1,2 Mill. Fr. Schliesslich bleibt noch als weitere Einnahme der Kantone der Bundesbeitrag von 1,060,000 Fr. für die Alpenstrassen, welche allerdings nur einigen Gebirgskantonen zukommt, nämlich Graubünden und Tessin je 400,000 Fr., Uri 160,000 Fr. und Wallis 100,000 Fr. Statistisch nicht erfassbar sind die Erträgnisse aus Polizeibussen im Motorfahrzeugverkehr. Nachdem die frühere rigorose Bussenpraxis einiger Kantone nach und nach gemildert werden konnte, fliesst diese Finanzquelle nicht mehr so reichlich, so dass es sich hier um den einzigen Einnahmenposten handelt, wo sich effektiv eine «Krise» geltend machte. Man wird diese Erträgnisse aber immerhin noch mit ca. 500,000 Fr. in Rechnung stellen dürfen. Fr. 1.893072.10 185.746.85 19.063.30 621.139.40 1.117.591.50 4.614.739.70 574.258.75 2.155.963.95 151.111.55 305.455.35 1.330.586.40 881.874.20 56.069.50 50.301.80 1.564.326.95 294.946.50 239.367.50 1.162.007.20 1.329.O0O — 1.139 645.70 39.144.— 3.761.559.50 401.990.40 183.718.20 6.833.726.50 Total 1932 27 803.52310 3.102.883.70 30.906 406.80 Total 1931 26.751.949.25 2.560.837 45 29.312.786.70 a) Inklusive andere Gebühren aus dem Motorfahrzeugverkehr. b) Exklusive Einnahmen aus Fahrprüfungen, c) Inklusive Gebühren für Fahrräder. Total 1931 Fr. 1.758.746.55 156.394.60 17.062.50 561.455.25 1.118.127.55 4.394.961.40 389.851 75 2.137.471.10 140.104.85 336.535.— 1.250.000.— 872.314.30 49.468.50 46.698.90 1.544.213.55c 288.276.50 228 096.80 1.006.001.45 1.254.000.— 1.033.597.95 40.045.70 3.619.780.30 376.993.30 174.599.25 6.517.989.65 INSERTIONS-PREIS: Die acbtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; fUr Anzeigen aus dem Ausüand 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratenschluss 4 Tage vor Erseheinen der Nummern Zunahme Fr. 134.325.55 29.352.25 2.000.80 59.684.13 — 536.05 219 778.30 184.407.— 18.402.85 11.006.70 — 31.079.65 80.586.40 9.559.90 6.60t.— 3.602.90 20.113.40 6.670.— 11.270.70 156.005.75 75.000.— 106.047 75 — 901.70 141.779.20 24.997.10 9.118.95 315.736.85 29.312.786.70 1.593.620.10 sollte er vernommen werden. Der Major rechnete offenbar damit, dass unter dem furchtbaren Eindruck der Hinrichtung die Wahrheit zutage käme, dass der Beschuldigte nicht mehr die Kraft aufbringen würde, zu leugnen. Entweder, dachte Eberhard, ist dieser Major ein schlechter Psychologe oder ich bin härter als die Mehrzahl der anderen! Er erinnerte sich genau, dass er die Absicht gehabt hatte, nun erst recht festzubleiben. Der Körper war freilich nicht stark genug gewesen, all das zu ertragen und hinübergeglitten in die, purpurne Finsternis der Bewusstlosigkeit. Nun lag er also wieder und wartete. Worauf? Auf eine neue Vernehmung? Auf den Tod? Eberhard hatte das Gefühl einer kalten, einer eiskalten Gleichgültigkeit. Es war ganz nebensächlich, was mit ihm geschah. Mochten sie ihn vernehmen, mochten sie ihn vor eines ihrer berühmten Standgerichte stellen, mochten sie ihn zum Tode verurteilen, hinrichten — das war alles genau so. als ob es nicht ihn, sondern einen völlig fremden Menschen beträfe. Mercedes war tot! Und nun- wusste- er plötzlich, was diese Frau für ihn bedeutet hatte, was sie ihm gewesen. Die Erinnerung an jede glückliche Das Total der vier Einnahmeposten der Kantone aus dem Motorfahrzeugverkehr ergibt so für die zwei letzten Jahre folgendes Bild: Motorfahrzeugsteuem und -gebühren Anteil der Kantone am Benzinzoll Bundessubvention für Alpenstrassen Bussen aus dem Motorfahrzeugverkehr 1931 1932 29 312 787.— 30 906 407.— 10 233 445.— 11 444 356.— 1 060 000.— 1 060 000.— 650 000.- 500 000.— Totalerträgnis 41 256 232.— 43 910 763.— Die effektive Zunahme steht mit rund 2,65 Mill. Fr. hinter derjenigen des Vorjahres von rund 4,2 Mill. Fr. wesentlich zurück. Immerhin werden die kantonalen Finanzdirektoren dafür dankbar sein, dass der vielverschriene Motorfahrzeugverkehr wenigstens nicht mit einem Rückgang dieser wichtigen Finanzquelle aufgewartet hat. Die Angaben über die Aufwendungen der Kantone für das Strassenwesen im Jahre 1932 liegen noch nicht vor. Für das Jahr 1931 beliefen.sie sich auf 89,540,498 Fr. oder rund 11 Mill. Fr. mehr als im Vorjahr. Dabei bleibt aber zu berücksichtigen, welche Beträge für Notstandsarbeiten in Form von Strassenbauten in Abzug zu bringen sind, da diese ausserordentlichen Ausgaben, die unter Arbeitslosenunterstützung zu buchen sind, nicht zum ordentlichen Strassenbau und -unterhalt gehören. Zudem sind in obigem Betrag auch alle Verwaltungskosten, Löhne für Aufsicht, Strassenwärter, Maschinen, Versicherungen, Pensionskassen und Krankenkassen, Schneebruch etc. mit inbegriffen. Rechnet man mit einer mutmasslichen Ausgabe von 76 Mill. Fr. für den eigentlichen Strassenbau und -unterhalt der Kantone, so wird man anderseits von behördlicher und Bahnseite zugeben müssen, dass die Motorfahrzeugbesitzer 1932 mit ihren rund 44 Mill. Fr. einen genügenden Beitrag für das Strassenwesen geleistet haben, zumalen 75 Prozent des Benzinzolls und die sehr hohen Motorfahrzeugzölle ganz dem Bund zufallen. II. Der Bund. Vorstehende Feststellung wird durch die Tatsache erhärtet, dass die Motorfahrzeugbesitzer in Form unzulässig hoher Zölle auf Motorfahrzeugen und vor allem auf Benzin der Bundeskasse einen ausserordentlich hohen Betrag Jahr für Jahr zukommen lassen, der leider vom Bund für andere Zwecke des Fiskus verwendet wird. Kein Wunder, wenn sich daher Automobilisten und Motorradfahrer gegen jede Heraufsetzung des Benzinzollansatzes mit allen Mitteln wehren. Stunde, die er mit ihr erlebt, kehrte wieder, eine schmerzvolle Erinnerung! Zwei Verdammte waren sie gewesen, als sie sich kennengelernt hatten, aber in der Hölle ihres Lebens erblühte die bittersüsse Blume ihrer Liebe und gab ihnen Glück und Qual zugleich. Sie waren dazu geschaffen, einander zu lieben und aneinander zu zerstören! Mercedes war an dieser Liebe zerbrochen. Denn wenn sie auch die Gefahr liebte, wenn sie auch ohne diese ständige Gefahr nicht leben konnte, sie wäre doch nicht nach Frankreich gegangen, wenn Eberhard nicht hätte gehen müssen. Sie starb aus Liebe, aber — und der Gedanke zwang sich Eberhard immer stärker und unwiderleglicher auf — vielleicht war es ihr eine Erlösung, zu sterben. Der Mensch hat den Willen zum Leben nur so lange, als er von diesem Leben noch etwas erhofft. Hatte Mercedes von dem Leben noch etwas erhofft? Hatte sie die Erwartung eines glücklichen Zusammenlebens mit ihm, oder wenigstens eines friedvollen Hinübergleitens in Alter und Vergessen? Nein. Gewiss nicht. Er wusste, das Unausgesprochene stand immer zwischen ihnen, und auch Mercedes hatte es stets gefühlt. Sie war ohne Hoffnung gewesen, als er sie kennenlernte, und die Liebe hatte ihr Augenblicke des Vergessens, aber keine Hoffnung gebracht'. Oder — war es doch nicht ganz so? Ach — was wusste der Mensch vom Menschen! ,Wjr sind ja alle arme Hunde', dachte F.bTVinrri linri HP?PTI vor