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E_1934_Zeitung_Nr.003

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Luftfahrt Verstärkung

Luftfahrt Verstärkung der italienischen Luftstreitkräfte und Zentrallsation des Luftverkehrs. Erklärungen des Unterstaatssekretars für Luftfahrt. General Valle. Die Abgeordnetenkammer hat die Bearbeitung des Luftfahrthaushaltes nach Abgabe wichtiger Erklärungen des Generals Valle in Angriff genommen. Der Unterstaatssekretär für Luftfahrt gab Erklärungen zu folgenden Punkten ab: 1. Die italienische Militärfliegerei besitzt zur Zeit nur eine effektive Dienststärke von 1125 Offizieren gegenüber einer im Programm vorgesehenen Zahl von 1755. An Stelle der in Aussicht genommenen vier militärischen Landzonen für die Luftfahrt bestehen nur' drei; die grössten vorhandenen Lufteinheiten werden von Brigaden gebildet, während das ursprüngliche Programm die Einteilung in Divisionen und Geschwader vorsieht. Nur straffste Sparsamkeit gestattete, trotz der geringen vorhandenen Mitel des Etats, hundert Militärgeschwader zu unterhalten. 2. Es ist unbedingt notwendig, in Anbetracht der geographischen Lage der italienischen Industrie, die nahe der Grenze und infolgedessen unter der Bedrohung der Produktionseinstellung bei einem feindlichen Einfalle liegt, über die entsprechenden Luft- Teserven zu verfügen. 3. SchneHfeuergeschiitze kleineren und mittleren Kalibers stellen die erstrebenswerte Bewaffnung von Luftfahrzeugen dar. 4. Der fliegerische Nachwuchs wird vereinfacht und gesichert durch die Absolventen der Königlichen Luftfahrt-Akademie, aber auch durch einen weiteren Stamm, der die grundlegenden Anfanzskurse mitmachen muss, um die beachtenswerte Ausbildung von Flugzeugführern zu sichern, die notwendig ist, um in das Luftheer Aufnahme zu finden. Zum Schluss teilte Exzellenz Valle mit, dass eine teilweise Konzentration des Zivilluftverkehrs vorgesehen sei. Wir führen die diesbezüglichen wichtigen Erklärungen des italienischen Unterstaatssekretärs für Luft- ben. Die Gesamtheit des internationalen Streckennetzes muss hingegen fast vollständig in einer Einheitsgesellschaft zusammengeschlossen und von dieser verwaltet werden. Diese Einheitsluftverkehrsgesellschaft ist die Societä Aerea Mediterranea (S.A.M.), die in direkter Verbindung mjt der Regierung zum gegebenen Zeitpunkte fast alle vorhandenen italienischen Luftverkehrsgesellschaften aufnehmen wird.» Es wurde ferner den Abgeordneten' zur AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N°5 fahrt wörtlich an: «Luftverkehrsstrecken zweiter Ordnung, die nur einen touristischen Charakter tragen, können unter Staatsaufsicht der privaten Initiative überlassen blei- Flughafen Im Herzen Londons. Ein Projekt von Riesenausmassen soll demnächst von der Londoner Stadtverwaltung beraten werden. Wie verlautet, sind die Aussichten für die Verwirklichung des Planes günstig. Es handelt sich um einen Flughafen, der mitten in der City von London errichtet werden soll, und zwar nicht etwa auf einem grossen Platz, sondern über der Themse. Das Projekt, das nach einer Idee von Mr. F. A. Horner, der selbst Mitglied des Londoner Stadtrats ist, entworfen wurde, sieht eine riesige Brücke vor, die auf turmhohen Trägern ruhen soll. Diese Träger haben eine Höhe, dass sich die Plattform hoch über den höchsten Häusern Londons befinden wird, und dass auch die grössten Schiffe bequem unter ihr passieren können. Als Platz für den neuen Flughafen ist der Raum zwischen der Southwark- und der Blackfriars vorgesehen. Ausser einem Kontrolilgebäude und den Häusern für die Bureauräume wird sich alles, was zum Flughafen gehört, über der Themse befinden. Personen und Lasten werden durch grosse Aufzüge auf den Ländeplatz gebracht, so dass keinerlei Raum für Treppen benötigt wird. Die technische Ausrüstung der Landefläche, einer Plattform, wird nach den Plänen des bekannten englischen Luftfahrtpioniers Air Commodore C. W. Samson ausgeführt werden, die dieser noch kurz vor seinem Tode im Februar 1931 entwarf. Das Projekt wird von der Stadtverwaltung als ausserordentlich dringlich behandelt und hat um so mehr Aussicht auf Verwirklichung, als es eine grosse Arbeitsbeschaffungsmöglichkeit darstellt. Für die Luftfahrt ist es selbstverständlich von grosser Bedeutung. Kenntnis gebracht, dass das italienische Luftverkehrsmaterial einer Reorganisation unterzogen werden soll. Die Erklärungen des Generals Valle sind für die italienische Luftfahrt von ausschlaggebender Bedeutung. Auch Italien nimmt, gleich wie alle anderen Länder, in diesem Augenblick eine Reorganisation seiner Militär- und Verkehrsluftfahrt vor. Die Tatsache, dass die «S A. M.» nun die Einheitsgesellschaft des italienischen Luftverkehrs wird, kann Fachkreise nicht mehr überraschen. Diese Gesellschaft galt bereits in den letzten Jahren als das bedeutendste italienische Luftverkehrsunternehmen, und ihr Präsident, Umberto Klinger, ein Jugendfreund Balbos, seit langem als der kommende Mann. Wenn jetzt diese Konzentration, die Balbo bereits anstrebte, zur Durchführung kommt, so beweist dies von neuem, dass dessen Rücktritt in der italienischen Luftfahrtpolitik nichts geändert hat und dass die von ihm begonnene Arbeit unter seinem Nachfolger und langjährigen Mitarbeiter General Valle in gerader Linie fortgesetzt wird. Der italienische Südatlantikverkehr wird einen der wesentlichen Punkte des nächsten Programms darstellen, und die Verhandlungen, die zur Zeit in Rom zwischen dem Delegierten der Air France, Direktor Briend und den italienischen Luftfahrtstellen stattfinden, verdienen Beachtung. Expressverkehr Holland-Indien. Das holländische Schnellpostflugzeug Pander hat auf dem Hinflug nach Indien eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 300 km/St, über eine 14,000 km lange Strecke entwickelt. Nacht-Luftverkehr Holland-Indien. Die houländische Luftverkehrsgesellschaft K.L.M. hat den für Nachtflüge spezialisierten amerikanischen Flugzeugführer Stark zunächst für eitl halbes Jahr verpflichtet, um ihr Personal für Nachtflüge weiter auszubilden. Diese Netteinsteüung hängt mit dem Plan der K.LJVL zusammen, die Holland-Indien-Strecke auch im Nachtlufrverkehr durchzuführen. Das viermotorige Fokkerflugzeug F-36. das für diese Zwecke eigens eingerichtet wird, wird in einigen Monaten seinen ersten Flug unternehmen. Neuer Weltrekord auf Caudron. Der französische Flieger Louis Massotte hat am 7. Januar auf Caudron « Deutsch-de-la-Meurthe No 2 » mit 6 Zylinder-Reihen Motor Regnier von 205 PS den Weltgeschwindigkeitsrekord über 1000 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 358,185 km/St, geschlagen. Der bisherige Rekord gehörte mit 347,4IT\ km/St, dem Deutschen Untucht auf Sehne" Testflugzeug Heinkel He-70 mit B.M.W. VI- Motor. Von dem Caudron-Typ «Deutschde-la-Meurthe Nr. 1», mit welchem kürzlich bereits Delmotte 3 neue Weltrekorde schuf, unterscheidet sich der vorliegende Maschin-en-Tyo nur durch -den Motor, im ersten Fall einen Renault-Bengali-4-Zyl. von 140 PS. " (•Copvrielit Interavia.) Warnung vor dem Ankauf gestohlener Mercedes Benz Automobile Das neue Rftlhef-Verripftk Es sind in letzter Zeit verschiedene in Deutschland gestohlene MERCEDES-BENZ-Automobile Inder Schweiz auf den Markt gekommen und auch teilweise verkauft worden. Wir warnen vor dem Ankauf derartiger Wagen und empfehlen den Interessenten, zur Vermeidung der mit dem Kauf gestohlener Wagen verbundenen Unannehmlichkeiten und Gefahren (entschädigungslose Wegnahme des Wagens, event. Verhaftung im Ausland u. a.). sich vor dem Erwerb gebrauchter Mercedes-Benz-Wagen mit uns in Verbindung zu setzen. Wir sind in der Lage, die Herkunft jedes gebrauchten Mercedes - Benz-Wagens einwandfrei nachzuprüfen. MERCEDES-BENZ-AUTOMOBIL A.-G., ZÜRICH Badenerstrasse 119. Tel. 51.693 lässt sich mit einem Griff öffnen und schliessen, ermöglicht das Ein- und Aussteigen in aufrechter Körperhaltung, gibt den Ausblick nach allen Seiten für alle Insassen frei, stellt einen geschlossenen und offenen Wagen dar, ist wetterfest und dauerhaft. Karosserie H. Fehler Jf 6 T 11 " B U 111 P 1 I Z Patent angemeldet. Schlenderfreies auf nassem Rsphalt, ja selbst auf oereisten Strassen yDem 9

N°3 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Verkehr Zur Verkehrserziehung In der Schule. Wir haben kürzlich über den Verkehrsunterricht berichtet, der im Kanton Solothurn durch regierungsrätliche Weisung in der Schule obligatorisch eingeführt wurde. Ein eifriger Leser macht uns nun darauf aufmerksam, dass in gewissen Schulgemeinden anderer Kantone auf dem Wege der Freiwilligkeit ebenfalls beachtenswerte Anstrengungen unternommen werden, um die Kinder mit dem Strassenverkehr vertraut zu machen. So führen die Schulkinder in Münster (Luzern) ein Verkehrsheft, in welchem alle ihre Beobachtungen aus dem Verkehrsleben zusammengetragen und verarbeitet werden. Um ihnen dabei an die Hand zu gehen, wird ihnen regelmässig eine Anleitung ausgeteilt, der folgendes entnommen sei: Die Strasse als Verkehrsader. Weisst du auch etwas aus der Geschichte des Strassen- •wesens? Zeichne Strassen verschiedener Art: Hauptstrasse, Gemeindestrasse, Nebenwege. —: Beim Strassenbau. — Die Fahrzeuge: Du bist noch nie Auto gefahren? Das gäbe ein interessantes Brieflein! Schildere so eine Fahrt! Oder wenn du gar selbst ein Velo hättest! — Beobachte, wer alles die verschiedenen Fahrzeuge benutzt. — Beobachte den Warentransport mittels Kraftwagen, schreibe solche Waren aufl — Was sagt man auf der Bahn dazu? Wie man diese Schwierigkeiten löste! — Erkundige dich über die Bahntarife, vergleiche mit dem Transport durch das Auto! — Und der Fusegänger? Auf der Strasse lernt man den Anstand der Schüler kennen! Erzähle darüber! Man muss aber nicht nur wissen, was auf der Strasse Anstand ist, man soll diesen auch bezeigen. — Für die Fussgänser wird es auf der Strasse stets gefährlicher. Da gibt es Vorschriften, die jedermann kennen und auch beachten muss. Schreibe solche Verkehrsregeln auf! z. B.: stets rechts marschieren! — Spiele nicht auf der Straese usw.. — Sei nie unvorsichtig! Du hast schon gehört, wie durch Unvorsichtigkeit schweres Unglück entstanden ist. Sammle solche Fälle als Warnung für alle! Freilich sind nicht immer die Fussgänger schuld. Oft liegt Selbstverschulden der Fahrzeuglenker vor. Interessante Zahlen! Warum gerade an 'Samstagen und Sonntagen die meisten Unglücksfälle vorkommen? Verschiedene Ursachen! •**^vnn du Zeuge eines solchen Unfalles sein müss- -! Was heisst Unfallversicherung? — Haftbarkeit? — Die wichtigsten, Bestimmungen des neuen Verkehrsgesetzes. — Licht — Signale — Richtung — Geschwinrtiskeit etc. — Beobachte auch die Fahrgeschwindigkeit der verschiedenen Fahrzeuge! Stecke eine Strecke von 100 m ab und miss mit der Uhr! (Etwas für helle Buben!) Bechne an der Sohweizerkarte! — Versuche Warnsignale — Wegweiser — Leuchttafoln (Flecken!) — Kurvenzeiger — Verbote etc. zu zeichnen, auszuschneiden oder in Holz nachmbildpn! Alle die oben erwähnten Aufgaben appellieren an die Beobachtungsgabe der Schüler und vermitteln ihnen, wie auch dem Lehrer, gewiss manche wertvolle Anregung, um den Verkehrsunterricht abwechslungsreich und lebendig zu gestalten. Besonders zu begrüssen ist auch hier der Umstand, dass es sich nicht etwa um einen einmaligen Versuch handelt. Wie uns unser Gewährsmann versichert, wird jedes Jahr ein neuer Anlauf genommen und wird an die älteren Schüler appelliert, sich der Jüngern Schulkameraden anzunehmen, um sie vor drohenden Gefahren zu warnen. Wir geben gerne von diesen Bestrebungen einem weitern Leserkreis Kenntnis und hoffen nur, dass andere Gemeinden nicht hintaristehen wollen. Vom heutigen Strassenverkehr. Unter diesem Titel hat der Präsident des Fussgängerschutzverbandes Zürich, Herr Nationalrat Schmid-Ruedin, eine längere Einsendung an die zürcherische Presse gesandt, die wohl das Schlimmste darstellt, was dieser angebliche Fussgängerverband, der sich nie über seine wohl äusserst kümmerliche Mitgliederzahl äussert, je verbreitet hat. Die Demagogie des Verfassers geht sogar so weit, dass er nach läppischer Kritik des Motorfahrzeugverkehrs offenbar in Selbsterkenntnis schreibt : «Der verspritzt eine tüchtige Portion Gift und Galle, denkt der Leser.» Er-, freulicherweise kommt der « Leser » in wenigen Fällen dazu, dies feststellen zu müssen,