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E_1934_Zeitung_Nr.002

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 2 stand unversehrt mit Altar, Kruzifix und allem. Ich sagte nichts. Ich dachte, es sei eine Halluzination, eine Ueberreizung der von zu langem Fahren ermüdeten Augen. Ich hoffte, dass die andern etwas sagen würden. Endlich fragte Renate — und ihre Stimme klang merkwürdig trocken: «Ist das Lyell?» Ehe ich antworten konnte, krähte Ralphs helle Kinderstimme: «Aber die Kirche ist ja kaputt!» Damit war der Bann gebrochen, und die unheimliche Stadt hatte mit einem Male gar nichts Gespenstisches mehr, trotzdem auf die durchgeschnittene Kirche ein grosses Haus folgte, das wie von Ratten angeknabbert war, und ein anderes, dem das Dach fehlte, und ein drittes, dem man säuberlich alle Türen und Fenster herausgeschnitten hatte. Dazwischen aber standen kleine, bescheidene Häuser, die völlig unversehrt und wohlerhalteri waren, so dass kein Unwetter die Stadt zerstört haben konnte, kein Erdbeben und kein Orkan, sondern es sah aus, als ob die kleinen Häuser angefangen hätten, die grossen aufzuessen, wie In Josefs Traum in Aegypfren die mageren Kühe die fetten. Aus einem der erhaltenen Häuser schien Licht. Wir hielten. « Hotel» stand über der Tür. Als Kind habe ich die Geschichte vom «Wirtshaus im Spessart» gelesen. Sie hatte mir grossen Eindruck gemacht. Genau wie dieser Räubergasthof wirkte das Hotel, in das wir jetzt einkehrten. Die Halle war nicht gross, aber für die wenigen Gäste war sie noch viel zu gross. Ausser uns sass nur noch ein Gast vor dem Kamin, in dem ein hell loderndes Feuer brannte. Die trübe, völlig verrusste Petroleumlampe, die über dem Esstisch hing, Hess kaum erkennen, dass der Tisch gedeckt war. Das Feuer war hell, warm und wohlig und tat uns gut. Es waren keine Scheite, die in ihm prasselten, sondern es sah aus wie alte Möbel, schöne, alte Möbel. Endlich erkannte ich es, als die Flammen eine Rosette umspielten: es war Kirchgestühl, das da im Kamin verbrannte. «Es hat niemand Interesse dafür gehabt», beantwortete der einsame Gast meinen fragenden Blick, «und so verbrennen sie es halt!» Ich rmiss wohl nicht sehr befriedigt ausgesehen haben, von dieser Antwort, und so erzählte der Mann, dass die Bewohner dieses Ortes tatsächlich davon lebten, dass sie ihre Stadt langsam aufzehrten. Als das Goldfieber über Neuseeland hereinbrach, da rund einer Viertelmillion Dollar hinterlegt; die Zinsen sollen zu Deiner Erziehung verwendet werden. Das Kapital erhältst Du, wenn Du Dich verheiratest oder wenn Du volljährig bist. Wenn ich Dir einen Rat geben darf, so bleibe nicht in Amerika, wo man Dich deswegen verachtet, weil einer Deiner Urvorfahren Negerblut in den Adern hatte. Gehe nach England oder nach der Schweiz. Sei glücklicher als Deine Mutter und denke zuweilen an mich, die ich Dir nicht sein konnte, was ich hätte sein müssen. Deine Mutter Mercedes, genannt Ata Bari.* Dann adressierte sie den Umschlag und Hess den Brief offen auf dem kleinen Tisch liegen. Vielleicht hatte man doch noch soviel Gefühl, diesen Brief an die Adresse eines unschuldigen Kindes zu schicken. Sie löschte die Kerze und tappte sich im Dunkel zu der Holzpritsche. Als am andern Morgen, in der dämmerigen Frühe des jungen Tages, die zur Exekution beorderten Soldaten in die Zelle traten, sie wegzuführen, d umMtM, n/rr/i. Erst wenn Sie eine Rasierklinge vieroder fünfmal gebraucht haben, wissen Sie, was sie wert ist. Je besser sie dann mit dem Bart noch fertig wird, desto vorteilhafter ist sie im Gebrauch. Machen Sie einmal folgenden Versuch: Sie rasieren sich am ersten Tag mit der Maag-Klinge, am zweiten mit einer andern, am dritten wiederum mit der Maag-Klinge usw.) Sie werden dann selber Feststellen, wie oussergewöhnlieh lange die Maag-Klingen scharf bleiben. Sie erhalten Maag-Klingen, die in der Schweiz hergestellt werden, in allen grösseren einschlägigen Geschäften. Hch. Jenny & Co., Zürich W I ••••••>»«• r lilipbn J6.»O7 wurde die Buller Gorge mit einem Schlage ein Dorado für Goldgräber, und mit einem Schlage entstand Lyell, eine grosse, blühende Stadt mit Kirchen, grossen Läden und Hotels. So rasch das Goldfieber aufgeflammt war, so rasch erlosch es wieder. Die reichen Fundstellen waren schnell erschöpft, und das andere Gold, das fein verteilt im Flusssand vorhanden war oder in winzigen Mengen Im Gestein versprengt, das auszubeuten lohnte nicht. So zogen die Goldgräber wieder ab, und die Wirte, die Geschäftsleute folgten schliesslich, rmissten folgen, was sollten sie anders tun? In der toten Stadt waren keine Geschäfte mehr zu machen. Ihre Hotels, ihre Läden, ihre Wohnräume aber mussten sie stehenlassen. Auch die Kirchen blieben stehen, die eifrige Gemeinden in allzu grosser Zahl errichtet hatten. Eine winzige Anzahl Menschen aber blieb. Sie lebten von der verlassenen Stadt. Gold gab es nicht mehr; Ackerbau oder Viehzucht hatte es nie gegeben, Forstwirtschaft ebensowenig. Das Holz der Wälder war nicht verwertbar, soweit überhaupt Wälder da waren und Landschaft, nicht lediglich kahler Fels. Von Handel war keine Rede; denn mit wem hätte man Handel treiben sollen? Fremde oder Touristen kamen nicht. So blieb tatsächlich nichts übrig, als die verlassene Stadt langsam aufzuessen. Der Mann am Kamin war der Chauffeur eines Lastautos. Er fuhr regelmässig von Westport nach Nelson und zurück. Mit Kohle auf der einen Strecke, mit Obst auf deT andern. Hatten die Lyeller etwas zu verkaufen, so Hess er dafür Platz auf dem Wagen. Und sie hatten immer irgendetwas: Tür und Fensterrahmen, Glas, Bohlen, Bauholz, Alteisen. Es war nicht viel und brachte nicht viel Geld, aber bisher immer noch soviel, dass die dreizehn Familien, aus denen das lebende Lyell noch bestand, davon leben konnten. Nicht sehr gut leben, allerdings. Das blasse, dürftige Mädchen, das uns bei Tisch bediente, sah nicht nach reichlichem Essen aus. Ich schätzte es auf sieben. Es war elf. Es sah nach viel Arbeit aus. Ich fragte den Vater, warum er das kleine, schmächtige Ding so hart arbeiten Hesse. Er grinste: «I believe in breaking them early». — «Ich bin der Ansicht, Kinder müssen früh .gebrochen' werden». «Brechen» nennt man in Kolonialländern das gewaltsame, ein wenig brutale Gefügigmachen junger Pferde. - * Der Wirt erinnerte mich an einen -Dalmatier aus Ollagüe in der Kordillere der Anden lag sie mit über der Brust gekreuzten Armen da und schien noch zu schlafen. Einer der Soldaten stiess den Gewehrkolben auf den Boden. Sie schreckte auf, richtete sich empor und sagte ruhig: «Es ist also so weit! Gehen wir!» ... Eberhard hatte den Tag über nichts zu essen bekommen. Er verbrachte eine qualvolle, unruhige Nacht und fand erst in den frühen Morgenstunden ein wenig Schlaf, wurde aber geweckt. Zwei Soldaten nahmen ihn in die Mitte. Es war noch fast dunkel in den Gängen, als er hinausgeführt wurde. Er musste eine Treppe ersteigen, dann stellte man ihn an ein Fenster, das auf einen der kleinen Höfe führte. Noch war dieser Hof menschenleer; ein graues, winterlich müdes Licht rückte zwi-, sehen den hohen Mauern herein, ein frostiges Licht, das alles Leben zu ersticken schien. Ein Tor wurde geöffnet. Ein Sergeant mit sechs Mann trat ein; die genagelten Stiefel schallten hart auf dem Steinpflaster. Etwa zwölf Schritte von der T wurden «tod abzusehen. Diese Decken an der chilenisch-bolivianischen Grenze, In dessen Gasthaus ich einmal eingekehrt war. Wie dieser war er eher klein, wirkte* aber merkwürdig gross und kräftig und vor allem gewalttätig. Es sah aus, als ob das schwache Mädchen regelmässig zitterte, wenn es in seine Nähe kam. Aber natürlich war dies eine Augentäuschung und wohl ein Reflex der auflohenden Flammen am Kamin. In der Nacht hatte ich einen scheusslichen Traum. Ich träumte, wie die Häuser in Lyell sich gegenseitig auffrassen, buchstäblich auffrassen, eins nach dem andern. Zuletzt stand nur noch das Hotel. Da fing der gewalttätige Wirt an zu verschlingen, was er in ihm noch vorfand, Tische, Stühle und Schränke, das kleine, blasse Mädchen lief dabei immer ängstlich vor ihm her, von einem Möbelstück zum andern. Als das letzte verzehrt war, griff der Mann nach dem Mädchen. Es schrie gellend, und ich wachte auf. Als ich am Morgen in die Halle kam, war ich ordentlich erleichtert, als ich die Kleine dort sah, wie sie gerade den Tisch deckte. Ich war so froh, dass ich dem Mädchen eine Freude machen musste. Ich lief ins Zimmer zurück und fragte meinen Kameraden: «Hast du nicht irgend etwas für das Mädchen?» Auf der Kommode lag eine Halskette. Sie stammte vom Niagara. Es gibt dort einen matt schimmernden Stein, der unter den Fällen gewonnen wird. Ich hatte sie von meiner ersten Reise meiner Frau mitgebracht. Mein Kamerad drückte mir die Kette in die Hand: «Gib sie ihr!» Die Kleine war völlig fassungslos, als ich ihr die Kette überreichte. Sie krampfte sie in ihrer mageren, ein wenig schmutzigen Hand. Dann rannte sie eilig damit davon, wie ein kleiner Hund, der einen allzu grossen Knochen erwischt hat. Greta Garbo — Flimdlrektorln. Greta Garbo als Filmdirektorin — das ist das neueste über die göttliche Greta, und zwar scheint es sich diesmal nicht nur um ein Gerücht, sondern um eine briefliche Mitteilung der Künstlerin selbst an eine ihr nahestehende Stockholmer Persönlichkeit zu handeln. Greta, beabsichtigt, sofort nachdem der Film « Königin Christine » in Hollywood fertiggedreht ist, nach Schweden zurückzukehren, was vielleicht noch im Januar geschehen wird. In ihrer Begleitung sollen sich ein Regisseur und zwei Photographen befinden, Wand nahmen die Soldaten Aufstellung, Gewehr bei Fuss. Dann öffnete sich eine Tür in der gegenüberliegenden Wand; eine Frau wurde herausgeführt, eine Frau mit verbundenen Augen. Mercedes! •.. Eberhard atmete nicht. Das Kommende vollzog sich in wenigen Sekunden. Die Frau stand an der Wand, die zwei Mann, die sie geführt- hatten, traten rasch zurück. Ein kurzes, halblautes Kommando. Die sechs Soldaten standen mit den Gewehren im Anschlag. Ein zweites Wort. Die Schüsse krachten. Kurz und hart... Die Frau stürzte vornüber zu Boden auf die gefesselten Hände. Die Soldaten schulterten die Gewehre. Der Sergeant nahm seine Pistole zur Hand und schritt auf die Frau zu. Er beugte sich über sie, einen Augenblick, dann richtete er sich wieder auf, sicherte die Waffe und steckte sie in das Futteral. Die Frau war tot; es war nicht nötig, noch einen Schuss an sie zu verschwenden. Ein kurzes Kommando. Die Qa alitäts w are wasserdicht und in leder Grrts« erhaltUch, solange Vorrat. Verlangen Sie Offerte von Bunte Chronik Höhere rto Zürich- Nsu-ScidcnhofUraniastr.-Gerbergs la Wa*»eiidecken leblertref, die einmal «gebraucht zu sehr günstijren Preisen sind Zelt- und Deckenfabrikation PICARD, BIEL mit denen sie ein eigenes Filmstudio eröffnen will, ob in Paris oder Stockholm, ist noch nicht sicher. Die einleitenden Verhandlungen soll die Garbo bereits bei ihrem jüngsten Aufenthalt in Europa geführt haben. Clubs für Neuvermählte. Wir hsen in englischen Blättern: Man war miteinander ein paarmal im Kino und Theater und hat ein paar Weekendausflüge unternommen — warum soll man sich nicht trauen lassen? Man mietet in einer netten kleinen Pension ein Zimmer — die jungen Paare in London denken meistens gar nicht daran, sich erst umständlich eine Wohnung einzurichten — und improvisiert ein Leben zu zweit. Die junge Frau gibt ihren Beruf nicht auf, geht weiter ins Bureau, wo sie als Stenotypistin, oder ins Geschäft, wo sie als Verkäuferin tätig ist. Und wie man als Liebespaar den Abend gemeinsam verbracht hat, so hält man's auch als Ehepaar. Es gibt übrigens sehr nette Clubs für junge Paare. In England ist ja bekanntlich jede Lebenserscheinung nur der Vorwand für die Gründung eines neuen Clubs. Die Clubs für Jungvermählte aber bedeuten jedenfalls eine originelle Note. Man nimmt hier seine Mahlzeit ein, hat ein behagliches Lese- und Konversationszimmer zur Verfügung, und ein solcher Club besitzt eine unleugbare Aehnlichkeit mit einem Taubenschlag, bei dem die jungen Paare in ihrem Flitterwochenglück aus- und einschwärmen. Für empfindlichere Geschmacksnerven mag zwar in solchen Clubs eine gar zu ausgesprochene Atmosphäre von Glück und Seligkeit herrschen, die Clubräume sind gewissermassen mit der legitimen Verliebtheit des Honeymoon imprägniert. Auch ist ein solcher Club ein Glashaus. Man beobachtet einander, die leiseste Verstimmung wird sofort registriert, kommentiert und bietet Anlass zu allerhand Klatsch. Und die netten Bekanntschaften, die man in einem solchen Club macht, sind auch nicht immer ganz harmlos. Es soll schon vorgekomm^ sein, dass sich kleine" Flirts auf Nebengeleisen entwickelten, ja, dass wie bei einer Quadrille die Parole: cChangez les dames!> galt. Und nicht nur die Partnerinnen, auch die Partner werden zuweilen ausgetauscht. Doch vermögen derartige programmwidrige kleine Zwischenfälle, für die es in den Clubstatuten keine Vorkehrung gibt, der Beliebtheit dieser Clubs nicht zu schaden. Nur eine einzige Frage gibt zu Meinungsverschiedenheiten Anlass: Wie lange ist öan berechtigt, Clubmitglied zu bleiben — wie lange ist man jungvermählt? Unfall- und Lebens- Versicherungen, die wirksamen materiellen Schutz vor mancherlei SchicKsaisschlägen gewähren. Schweizerische Unfallversicherung«-Ge«ellschaft sechs Soldaten nahmen das Gewehr über und traten mit dem Sergeanten an der Spitze ab. Ein Wagen wurde hereingeschoben. Eberhard fühlte sich an den Armen ergriffen und vorwärtsgestossen; er wurde die Treppe hinuntergeführt. Als er wieder in seiner Zelle stand u sich die Tür schwer schloss, wunderte er sich. Er hatte erwartet, dass man jetzt ihn hinausführen und an die Wand stellen würde. Er war fast von Sinnen. War das eben Wirklichkeit, was er gesehen hatte? War es nicht nur ein Spiel seiner kranken Phantasie? Aber immer klarer kam ihm die Erkenntnis. Es war wahr! Eben haben sie Mercedes hinausgeführt und erschossen! Sie ist tot, tot, tot! Von sechs Kugeln durchbohrt ist der Leib, und nun werfen sie ihn in die Grube und schütten Kalk darauf. Oder die Studenten der Anatomie erhalten ihn ausgeliefert. «Mercedes!» Zu Ende! Alles zu Ende! Für den Automobilisten sind nicht nur Haftpflicht-Versicherungen 19 notwendig, sondern auch (Fortsetzung folgt.) Uli Verlange Sie unsere ProsoeKte ono Offerte. Wintert hur" Lebensversicherung«- Gesellschaft

N° 2 - 1934 floate ODIEEIDQ !CFÜDQ,0£\ Lasst uns wieder von der Liebe reden Eine Forderung von mehr als nur spielerischem Ernst in unserer sinnlos gewordenen, lieblosen Welt. Der Mensch, der sie erhob, hat eie stets durch sein eigenes Leben voll Güte und Liebe selbst erfüllt. «Dieser stille und grosse Mensch starb am Herz » — schrieb vor Jahresfrist das « Berliner Tageblatt» bei dessen Tode. Kahane, ein gebürtiger Wiener, war 30 Jahre lang der Dramaturg Max Reinhardts, ein bedeutender Theatermann, Philosoph und Schriftsteller von Rang. Wir freuen uns, diese Arbeit aus seinem Nachlass unsern Lesern vorlegen zu können. Bie Red. I. Die Liebe hat eine schlechte Presse zur Zeit. Von den einen wird sie als unzeitgemäss, als eine private Angelegenheit neben den wichtigen Geschäften der Politik und der anderen Pleiten überhaupt negiert. Für soche Spielereien hat die Zeit keine Zeit. Von andern wird sie in die grosse Konkursmasse der Zeit hineingeworfen und für bankrott erklärt, wie man das jetzt von den Banken her sehr gewohnt ist : da dieser heiligste und sicherste Glaube erschüttert ist, geht alles schon in einem Aufwaschen mit, auch die Kunst, auch das Theater, warum nicht auch die Liebe ? Von wieder andern wird die Zarte zwischen den Mühlsteinen Ernst der Zeit und Verfall der Sitten zerdrückt und in ein soziologisches Problem verwandelt : aber die Soziologen sind, ihrer natürlichen Veranlagung nach, in Sachen der Liebe nie sehr sachverständig gewesen, ebensowenig wie die Sexualpathologen, die, nicht gerade auf Selbstbeobachtung gestützt, sich für die Liebe nur in ihren medizinischen Grenzfällen interessieren. Die Troubadours gibt es nicht mehr; und wenn es sie gäbe, würden sie ihre Frau Minne kaum in dem Unterbewusstseinskomplex wiedererkennen, zu dem sie unter den Händen der Psychoanalytiker geworden ist; so Freud-voll haben sie sich ihr « freudvoll und leidvoll und gedankenvoll sein » nicht vorgestellt. Sie ist nicht mehr He.itaht. die Liebe. Ihre Polle ist Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Abe u nd « 8 °* r -•* mat ** nachmittags 3 Uhr. Di. abend 9. Jan. Voiksvorsteiiung. Mi. abend 10. Jan. iy> Uhr: Lohengrin. DO. abend 11. Jan. Geschlossene Schülervorstellung. Schauspielhaus u*** * y * m» ,«. r tag nachm 3H Ohr Di. abend 9. Jan. Gastspiel Freie Bühne: Kleines Welttheater, Dialektspiel von Herrn. Schneider; Das Urner Spiel vom Wilhelm Teil. Mi. abend 10. Jan. Der Verrat von Novara, Schauspiel von Cäsar von Arx. Do. abend 11. Jan. Premiere, in Gegenwart des Autors: Wetter veränderlich, Komödie von Ernst Gürster. Cinema Olympia, Bahnhofs»* 51 Der Fischer von San Diego, mit Edward G. Robinson. Cln6ma Walcfie, stampfenbaehplah 1 Grün ist die Heide, mit Fritz Kampers. — Samstag, Sonntag, Montag persönliches Gastspiel von Fritz Kampers. Grand Cafe Esplanade, utoquai 21 Im Restaurant: Kapelle Jean Borel. Bar: Hermann Ehrlich am Flügel. Cabaret: Elmy Schwank, Tanz. Au Petit Dome Kirchgasse 3, b. Helmhaus Cafe — Restaurant — Bar. — Der bekannte, vorzügliche Dome-Cafe und die feinen Spezialplatten! Jonny-Bar, Beatengasse 15 Die erösste und schönste von Zürich. Cafe-Tea-Room Kolibri, Nuschelerstr. 30, aeben Spira Vorzügl französische Küche, feine Patisserie. Mittag- u. Abendessen ä Fr. 1.65 bis Fr. 2.50 Caf6 RegeilCe, Beatengasse Orchester Battle: Nachm. Tee-Konzert von 4—6 Uhr; Abendkonzert 8—11 Uhr. Chs. Burhop. Restaurant Urania, uraniastr. 9 Die beliebte Dnterhaltungestätte. Konzert and Variete Anerkannt «ute Küche Zett-Restaurant u. Roxy Bar Rebgasse 8 Mittag- und Abendessen von Fr. 1.C0 an Von Arthur Kahane. in den Hintergrund oder in die Vorgeschichte abgedrängt. Um ihrer selbst willen kümmert sich kein Mensch mehr um sie, wenn sie nicht gerade als Inzest verkleidet auftritt: in diesem Ausnahmefalle gestattet man ihr noch einige erhöhte Leidenschaftsakzente; sonst ist ihr die sprachliche Aeusserung als sentimental, als lächerlich altmodisch ziemlich unterbunden. Bestenfalls fungiert sie als Ursache oder als Symptom : als Ursache eines Unglücks oder als Symptom eines Verfalls. Geschäckert, wie in grauer Vorzeit junge Menschen miteinander geschäkert haben, ohne es als Ursache oder Symptom zu empfinden, ohne an Unglück oder Verfall dabei zu denken, das wird nicht mehr. Das heisst: in den Büchern, in den Romanen, auf der Bühne, in den psychologischen Monographien nicht. In Wirklichkeit, fürchte ich, wird immer noch geschäkert, und nicht bloss unter jungen Leuten. Wird jetzt anders geschäkert als früher? Hat sich das uralte, Heilig-ewige Ritual geändert ? Die strenge Kritik sagt : ja. Es hat immer nur wenige gegeben, die um das Geheimnis des Rituals gewusst haben. Die meisten improvisieren es sich irgendwie und jeder fängt auf seine Weise neu an ; glaubt es wenigstens. Aber es wäre auch nicht das Richtige, wenn nicht jeder glaubte, er habe das Ding entdeckt und das, was er erlebe, sei von niemandem vorher und von niemandem so erlebt worden; denn in der Liebe wie in der Kunst gilt nur das Einmalige, und das Einmalige besteht in dem Bewusstsein, vor allen andern Menschen begnadet zu seht. Es ist eine besondere List der Natur, dieses Gefühl in den Augenblicken am stärksten werden zu lassen, die man mit allen Menschen, ja mit aller Kreatur gemeinsam hat. Die Liebe decouvriert. Wer sich von den andern Menschen nicht unterscheidet, der unterscheidet sich auch in der Liebe nicht von ihnen. Wer in der Liebe ein Besonderer ist, der ist es dadurch, dass sein ganzer Mensch in der Liebe herauskommt; und dass es die Höhepunkte unseres individuellen Erlebens sind, wenn die Gattung am unmittelbarsten In uns wirksam wird. Das tiefe Geheimnis der ganz grossen Kunst ebenso wie der ganz grossen Liebe. Die ganz grosse Liebe ? Als ob es eine kleine gäbe! Im tiefen Ernst ist nicht mehr Liebe als im holden Spiel. Erst im Liebesspiel entfalten sich alle Kräfte und Begabungen des Liebhabers. Und alles Geheimnis und weise Wesen der Liebe. Wer nicht mit dem ganzen Einsatz serner Persönlichkeit liebt, liebt überhaupt nicht. Auf den Einsatz kommt es an, auf das Wie, auf die Intensität, auf die Unaufhörlichkeit und Unerschöpflichkeit, auf den Reichtum und die Farben des Gefühls. Es gibt nicht grosse und kleine Liebe, es gibt nur Menschen, die lieben können, und solche, die nicht lieben können. Lieben kann nur, wem Liebe Schicksal ist. Ob das Schicksal Leid oder Glück, verzweifelnde Sehnsucht oder heiteres Spiel ist, zu welchem Ende es treibt, ist Sache des Schicksals und kein Problem des Liebeswillens, und das Schicksal wächst in den Tiefen einer Natur. Jeder, der liebt, liebt wen er muss, und liebt so, wie er ist. Es gehört zu den Paradoxen der Liebe, dass ihre stärksten Reize die gegensätzlichsten sind: die Dauer und der Wechsel; ihr allerstärkster: der Wechsel von Dauer und Wechsel. Zur Psychologie der Erfahrung: jeder macht eine andere. Und jede gilt. Eine wirkliche Liebe ist eine m sich geschlossene Angelegenheit, von allen andern Lieben unterscheidbar, mit ihrer eigenen Geschichte, mit ihrem eigenen Gesetz, mit ihrem eigenen Ritual und mit ihrer eigenen Sprache. Die Liebenden glauben es wenigstens und es gehört zu ihrem Glück, dass sie es glauben. Sie ahnen nicht, dass die Verschiedenheiten nicht weniger gross sind als die Aehnlichkeiten. Eine Liebe ist eine in sich abgeschlossene Welt, eine ganz menschliche Welt für sich, und schliesst darum alles in sich ein, die ganze Mannigfaltigkeit des Lebens, in nuce eine ganze seelische Geschichte und Entwicklung in allen ihren Beziehungen auf die Welt. Sie läuft die ganze Empfindungsskala, deren ein Herz fähig ist, durch, und die werbende Liebe ist eine ganz andere als die erfüllte, wurzelt in andern Trieben, setzt andere Kräfte in Bewegung, weckt andere Wünsche. Das Werben ändert den Liebenden und überdies sein eigentlicher Mensch. Es istdie Erfüllung ändert ihn wieder, so sehr, dass die erfüllte Liebe sich der Zeit des Werbens kaum zu entsinnen vermag. Das Glück der Werbung, in jenem ersten Stadium der Ueberraschungsreize, wird von anderen Eigenschaften des Mannes erkämpft und weckt auch darin mit der Liebe wie mit der Kunst: beide sind dem Menschen gegeben, um seine innerste Natur auf die reinste, deutlichste und unmittelbarste Weise auszudrücken; und nicht bloss auszudrücken, sondern in ihrem Besten zu vollenden. Der beste Mensch ist auch der beste Liebhaber. Das ist es, was die wirklichen Menschen von den Leuten unterscheidet, dass der wirkliche Mensch in allem, was er tut, ganz er selbst ist und dass m allem, was er tut. der ganze Mensch drin steckt. Darum trägt alles, was er tut, sein Gesicht, auch die Liebe, und wird durch iihn neu und einmalig und erstmalig, auch die Liebe. Es gibt, so allgemein die Sache verbreitet ist. nun einmal auch hier die individuelle Nuance, und erst wo sie vorhanden ist. wird Stillung zur Erfüllung, Bedürfnis zur Kunst : aber das wissen die meisten nicht und das ist gut so, es würde ihnen die Unbefangenheit nehmen Die Frauen wissen es und schweigen darüber. Es ist übrigens merkwiirdisr. dass wir unser Ich nie stärker, nie deutlicher, nie iso- ''erter emnfinden als in den Momenten, die vir mit' allen amtern gemeinsam haben: und Eheanbahnung wird gewünscht für junges, hübsches, reiches Fräulein, aus bester Familie. Nur wohlsituierte Herren aus feinem Schweizerhaus, kath., fröhlicher Charakter, Akademiker, durchaus gesund, mit tadellosem Lebenswandel, gross und schlank, kommen in Frage. — Kennenlernen an Kurort erwünscht, eventuell durch Familienmitglieder. Allerstrengste Diskretion. Offerten unter Chiffre T 2061 Q an Postfach Nr. 21124, Basel I. 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Eine neue Liebe ist nie vom Wunder der Ueberraschung zu trennen: man erwartet von Jedem Tage das noch nie Erlebte, man entdeckt sich die Welt neu und die Frau entdeckt obendrein ein Neues, noch nie Gekanntes in der eigenen Natur : eine noch nie gekannte süsse Schwäche oder eine noch nie gekannte süsse Stärke : ihre Weiblichkeit oder ihre Mütterlichkeit; das Werben des Verwegenen weckt die eine, das Werben des Schüchternen die andere. Aber was zu werben geeignet ist. genügt nicht mehr in der Erfüllung. Das Neue, das sich als Ahnung eines noch nicht Erlebten erschloss, ist 5a nur eine Seite ihrer Natur; und in der Liebe Lederwaren - Schuhe werden wieder wie neu, durch Auf- oder Umfärben durch das erste Farbere Spezialgeschäft R. HEER Zürich — HaJlenstrasse 22 Sämtl. Sehuhpflegemittel Telephon 44.983 Gute Schriften Abonnement er verein D gute Schriften In Bern offeriert seinen Mitgliedern, die mindestens Fr. 8.— Jahresbeitrag zahlen, die portofreie Zusendung der 12 Monatshefte, leweilen sofort nach Erscheinen. Anmeldungen nimmt entgegen der Geschäftsführer des Vereins, Fr. Mühlheim, Lehrer in Bern, Distel weg 15. will sie, muss sie alle Seiten entfalten. Jetzt braucht sie den Verstehenden, den Wissenden, den Rücksichtsvollen, der die Seele einer Frau zu schonen und zu betreuen vermag; den zuverlässig Sicheren und Starken, dem sie ihr Leben getrost in die Hände legen kann; den Milden, der ihre Seele zum Klingen bringt. Daran versagt der nur Verwegene ebenso wie der unverbesserlich Schüchterne. Auf die Dauer einer erfüllten Liebe lässt sich mit der Brutalität ebensowenig anfangen wie mit der tapsigen Hilflosigkeit. Was der in ihrer Schwäche Ueberraschten damals als Ausbund aller Männlichkeit erschien, verletzt nun ihr Feingefühl auf Schritt und Tritt; und die knabenhafte Unbeholfenheit, durch die sich ihr Talent zur Mütterlichkeit, das in jeder Frau steckt im Anfange so rühren Hess, geht ihr allmählich auf die Nerven, wie ein Mann, der sich nie zu helfen weiss. (Schluss folgt.) Die Mode lässt gegenwärtig die reizendsten Kombinationen zu. Zu einem ganz einfachen, aus metallisch durchwehtem Wollstoff gearbeiteten Strassenkleid trägt man einen Umhang, Hut und Muff aus grauem Astrachanfell. Aus Astrachan ist auch der Besatz eines schicken, schwarzen Kostüms mit leicht abstehenden Jackenschösschen gearbeitet, zu dem eine einfache Bluse in sanfter blauer Tönung apart wirkt. Solche Blusen passen aber vor allem zu den sportlichen Leopardenund Ozelotjacken und zu den weit und lose gearbeiteten Paletots aus Fohlen, Tibetkatze und Iltis. Auch der Nachmittagsmantel aus Breitschwanz, bisher schmal und eng wie ein Kleid, wird durch den weiten Rüclcen neuartig geschmückt. Vorn schliesst er mit einem Halbgürtel, der Kragen liegt flach auf den Schultern. Die kleinen sportlichen Jakken sind oft aus Samt, aus Duvetine oder aus weichem Antilopenleder gearbeitet. Leder, manchmal spiegelndes Lackleder, garniert die neuen Filzhüte und wirkt an den aus Gros-Grain-Bändern fassonierten Toques, die manchmal btunt schottisch sind, als netter Aufputz. Schottenmuster, schwarz-weiss ombriert oder in andern diskreten Farben gehalten, verleihen einer weichen Wollbluse jugendliche Lebhaftigkeit. Spangen befestigen die Bluse an dem glatten, einfachen Rock. Immer wieder wendet man sich der mehrteiligen Kleidung zu; «Rock, Bluse, Jacke und Sportmantel» ist ein vierteiliges Ensemble für den Vormittag. Dem Nachmittagskleid und seinem Mantel billigt man ein Zwischenjäckchen aus Silberlamd oder aus heller Ottomaneseide zu. Das Kostüm wird durch wärmende Zwischenjacken aus zartem, flachem Fell ergänzt. Der Rollkragen des Ausflugsjumpers ist abknöpfbar und trägt einen kleinen Pelerinekragen, der das Modell neuartig und praktisch macht. Auch das Abendkleid wirkt durch den Umhang, durch Schal, abknöpfbare Aermel und Pelerine-Vetements, durch Paletots, Fransentücher, fliessende Mäntel und Pelzumhänge mehrteilig und kapriziös. Reiher, abstehend wie Fächer, sitzen an den Schultern eines weissen Faillekleides. Das Hermelinjäckchen trägt kleine Schulterfenster, durch die die Reiher, ohne geknickt zu werden, dekorativ herausragen. Es ist allerdings ein bisschen mühsam, dieses Jäckchen an- und auszuziehen. Reiher garnieren auch die Hüte. Wie ein Strahlenkranz legen sie ihre feinen Fäden um das kleine, für den Theaterbesuch bestimmte Beret, wie eine Locke senken sich Reiherfäden über das rechte Auge oder sie erhöhen, auf dem Kopf des Hutes angebracht, hoch emporragend, die schmale Erscheinung der Frau. Ein weisser Samthut mit schwarzen Reihern passt zu den neuen schwarzen Teetoiletten, die mit einem weissen Blütentuff geschmückt werden. Weinbergstr. 17 Tel. 43.020 • Modische Eleganz 0 Ihr Aussehen # gewinnt durch eine Behandlung Im Salon Dittli, Zürich Ein Versuch wird Sie überzeugen I Inserieren bring:* Gewinn oder sonstige Anlasse, besichtigen Sie bitte mein Zinngeschirr Grösstes und ältestes Spezlalhaus A ^^ Bevor Sie ein Geschenk wählen, sei es für SPORTPREISE Fabrikation: M. Braumandl ZurIeh,Zähringerstr.20,Tel. 22.024