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E_1934_Zeitung_Nr.006

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machte vor der Schienenbahn halt... ein kleiner Hund. Das Tier war in das Blickfeld des Mannes geraten, der vor sich hinstarrte. Nun hob er den Kopf und sah dem kleinen fremden Eindringling nach, mehr mit den Augen allein, als mit allen Sinnen, angezogen durch die Bewegung. Der Hund schien die Stufe hinab zu dem Schienenstrang als eine Grenze zu betrachten, die nicht überschritten werden durfte. Es war noch hell genug, um das Tier beobachten zu können, Die kleinen bebuschelten Kopfverzierungen, die offenbar als Ohren piertst taten, hoben sich etwas, die Nase schnupperte in die feuchte Weite, half den deutlich schwachen Augen und schien drüben im abendlichen Land allerhand Wünschenswertes festzustellen. Es wurde jedoch bald als unerreichbar abgelehnt, und ein gemächlicher Rundgang in der Halle begann. Zunächst fand der Fuss einer Eisensäule freundliche Beachtung, nur kurz und scheinbar ohne rechten Erfolg. Solche Bedürfnisse schienen zur leeren Gewohnheit herabgesunken zu sein. Trotzdem folgte ein wildherziges Scharren auf den kahlen Fliesen, die einem erhofften Sandboden galten. Der neue Besucher schien den alten nicht bemerkt zu haben, der jetzt aus seiner Versunkenheit erwacht war, und mit einem Lächeln, von dem er nichts wusste, auf das kleine Tier schaute. Mein Gott, gab es denn so wichtige, so erregende Dinge in dieser öden Halle? Die unsichtbaren Spuren unter den Bänken schienen darüber zu berichten, wer sich den Tag über hier aufgehalten hatte. Ein Papierfetzen strotzte von Nachrichten. Die Steinplatten vor dem Billetschalter erschütterten durch die Fülle der Seelen und Seelchen, die dort immer noch hausten, im Dämmern, im Unfassbaren. Dei Mann rührte sich nicht. Wurde er übersehen? War er noch nicht entdeckt worden? Das war erstaunlich und sehr sonderbar, fast ein wenig kränkend. Ihm schien jetzt, als verstelle sich das kleine Tier, als täte es so, als sei es unbeobachtet. Sicherlich, dieses Entdeckungstheater in der Halle war ein wenig affektiert. Da sollte einer nun nicht lachen über dies kleine Vieh, dessen unerforschbare Herkunft sich am deutlichsten in den Rassen kundtat, die es verkörperte. Erschöpft schienen diese Erlebnis-Reichtümer der Halle zwar noch keineswegs zu sein, aber das kleine Tier zeigte sich ermüdet. Es nahm jetzt geradewegs Kurs auf den Sitzenden zu, näherte sich ihm ohne besondere Anzeichen von Freundschaft oder Zweifel und sog, dicht vor ihm angelangt, Art und Wesen des Fremden mit der Nase ein. Es war fast dunkel im Winkel zwischen Bank und Eingang. In braunroten, matten Lichtgarben erlosch der ferne Horizont, der sich vor dem Niedergang des Tages noch einmal spärlich aufgelichtet hatte, über den silbernen Linien der Schienen, die überklar, fast grell schimmerten. Der Mensch sah jetzt wach und fast gierig auf das Tier nieder, das sich ihm im Schattengrund unten näherte. Aber es lehnte oder drückte sich nicht an seinen Körper, oh nein, das verbot ihm deutbar eine heimliche Scheu, ein wunderbarer tierischer Takt, die dunkle Willensbescheidung seiner Art Nein, es hielt sorgsam Abstand von jeder Körpernähe und berührte den Menschen nicht, kaum dass einmal die Pfote ein wenig fragende Gunst gewährte und Gewährung zaghaft am Sohuh ertastete. Es setzte sich dann in respektvollem Abstand, still und ernst am Boden neben dem Menschen, würdig in seiner Weise und deutlich endgültig. Hier sass man in der Dämmerung, hier wartete man. Gut. So empfand der Einsame keineswegs, dass er selbst etwa hier gross oder gütig, nach Art besonders braver Menschen, einem armen Tier etwas erlaubte und zukommen Hess, sondern er fühlte, dass er etwas empfing. Nicht Gunst oder Gemeinschaft, nicht Vertrauen oder gar den heimlichen Wunsch und Willen, die Verlassenheit aufzuheben — das alles erschien ihm plötzlich alt, verbraucht und von muffigen Seelen vertan und verspielt — er empfing eine dunkle und erschreckend wohltuende Ahnung aus der Urwelt des Unbewussten, einen Gruss des Triebhaften vom Weltendunkel her, ein Heimwort der Dämonen, die das Licht suchten. Und in einem Lächeln, das zu einem leisen, den ganzen Leib erschütternden Gelächter im Dunkeln aufstand, wurde ihm für einen lichten Augenblick erkennbar, wer er selber war: ein Mensch auf der Erde. Wie ein Schwärm von quälenden Insekten hob sich die Unrast der bösen Sorgen unter diesem Lachen aus dem Geraume der befreiten Seele.. Nur ein einziges Gefühl blieb, wie im Gewebe der Freiheit, zurück, das Bewusstsein der Einsamkeit, die das Verlangen nach Gemeinschaft mit sich brachte. Er erhob sich jählings, und mit festem Schritt ging er rasch von dannen. Es wäre zuviel gesagt, dass er nun den Gewinn eines neuen Ziels mit sich genommen hätte. Wohl aber wusste er seinen Weg, und die Dunkelheit von Land und Lebenssorge schreckte ihn nicht mehr. Das Tier folgte ihm. Die Kinder Von Balthasar. Im Omnibus sitzt eine gutgekleidete junge Dame, die vielleicht achtundzwanzig Jahre zählen mag, und liest eifrig in einem Buch. Auf ihrem dunklen Rock ist ein grosser weisser Fleck. Das kann Mehl sein oder auch Ecke patscht sich klatschend den Schenkel und lacht und lacht und alle Passagiere lachen mit, lachen herzlich und laut. Die junge Dame, das Gesichtchen im Nu von einer Blutwelle überzogen, springt ängstlich auf und sagt stotternd und leise etwas, das man in dem anhaltenden Lachen jedoch nicht versteht. Der alte Herr hat seinen Kneifer abgesetzt, Lachtränen kugeln ihm über die Backen, der Kneifer ist angelaufen durch die Anstrengung des Lachens und die Fahrgäste lachen immer mehr. Die junge Dame wird zornig und sagt weinerlich: «Aber — aber — lassen Sie sich doch erklären » Eine neue Lachsalve geht durch den Wagen. Allen stehen Tränen in den Augen. Die Fahrgäste schütteln lachend die Köpfe, die Frage war so ulkig. Eine junge Frau fragt einen Mann, ob er etwa der Vater eines ihrer Kinder sei! Da hält es die junge Dame nicht mehr aus, sie stampft mit dem Fuss auf und ruft mit heller Stimme, die das langsam abebbende Lachen übertönt: «Lassen Sie sich doch endlich erklären — es ist ja gar nichts weiter dabei — ich bin ja nur Lehrerin!» Abenteuer und Resultate der Asien-Expedltlon Sven Hedlns. Doktor Erik Norin, der bekannte schwedische Forschungsreisende und Mitglied der grossen Asien-Expedition Sven Hedins, ist in diesen Tagen nach efner Abwesenheit von sieben Jahren und einer Reihe spannender und gefährlicher Abenteuer nach Schweden heimgekehrt. Als er eine Expedition durch ein Gebiet Innerasiens unternahm, das bisher kein weisser Mann betreten hatte, starb seine ganze Karawane von mehr als 30 Tie. ren vor Hunger und Kälte. Nur ein Maultier und ein Esel blieben am Leben. Doktor Norln musste sein ganzes Gepäck mit Ausnahme der allernotwendigsten Instrumente, seiner Karten und etwas Lebensmittel aufgeben. Sowohl in Turkestan als auch in Tibet wurde er gefangen genommen, es gelang ihm aber zu fliehen und sich zu Dr. Sven Hedin in Peking durchzuschlagen. Seine nächste Reise führte flin durch efnen Teil der Provinz Siankiang, wo zahlreiche Räuberbanden hausten. Um ihnen zu entgehen, nahm Dr. Norin seinen Weg durch unwegsames Gebirge. Dennoch geriet er wieder in Gefangenschaft und wurde nach Charkuk, einer Stadt in Turkestan, gebracht. Hier drohte man ihm mit dem Tode, aber dank einem heiligen Ring von Pantchen Lama, den Dr. Norin trug, verhalf ein mongolischer Prinz ihm zur Flucht. Der Statthalter von Er drängte sich durch die Menge mit demTurkestan hatte aber beschlossen, ihn zu erschiessen. und sandte eine Reiterschar aus, ganzen Ungestüm der Sehnsucht, und mit einem Aufschrei lag Jeanne in seinen Armen. die Dr. Norin gefangennehmen und das Urteil an ihm vollziehen ^sollte. Nach einen Seine Küsse regneten auf ihr Gesicht, und er umarmte sie mit wilder Leidenschaft; sie spannenden Wettritt mit seinen Verfolgern hing an seinem Halse, schluchzend vor Freude. Aber plötzlich glitt sie aus seinen Ar- gelang es dennoch Dr. Norin, dank dem Beistand der Mongolen, der Todesgefahr zu entgehenmen zu Boden, auf den Zügen noch ein seliges Lächeln und keine Spur von Schmerz. Victor glaubte, sie sei infolge der Erregung Dr. Norin und die andern Mitglieder der Expedition Sven Hedins haben wüste Ge- Puder. Er sieht jedenfalls hässlich aus undohnmächtig geworden. Er hob sie zärtlich ist an der sauber gekleideten Dame um soauf und trug sie behutsam durch die lärmende Menge nach einem Wagen. Aber biete Innerasiens, die zum grossen Teil niemals von eines Menschen Fuss betreten wor- auffälliger. Ein ihr gegenüber sitzender Herr kämpft lange mit sich, blinzelt die Dame und Jeanne war nicht ohnmächtig; sie war tot, den sind, erforscht und in der Karte aufge- Die Resultate der Expedition sind darauf den Fleck an, um das Augenmerk der wie Victor zu seinem Entsetzen von dennommen. Dame von dem Buche wep^'>!enken und auf für die Wissenschaft von einzig dastehendem den weissen Fleck hinzu' sen. Die junge Wert. Die Funde und Sammlungen füllen über tausend Kisten. Auch die Chinesen haben sich für diese Arbeiten sehr interessiert. Sie haben Dr. Norin gebeten, ihre Karten mit den neuen Aufnahmen zu ergänzen. Dr. Sven Hedin hat von der Nanking-Regierung den Auftrag erhalten, eine Automobilstrasse durch Zentralasien zu entwerfen. DieStrasse dürfte Dame sprüht Zornesblitze aui den alten Herr, weil sie glaubt, er versuche auf irgendeine neumodische Art eine Annäherung., Endlich, als sie dieser Blicke überdrüssig ist, klappt sie heftig ihr Buch zu und will den Herrn gerade zornig anfahren und sich diese Blicke verbitten, als dieser höflich den Hut zieht und sie anredet: «Sie gestatten, dass ich Sie anzusprechen wage...» Da erhellt sich ihr Gesicht, sie lächelt und fragt laut und lebhaft: «Aafj, Sie sind wohl der Vater eines meiner Kinder?» Plötzlich geht ein brausender Lärm durch den ganzen Wagen. Ein dicker Mann in der AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N» 6 Der Tagesfilm Mörder aus Liebe. Eine ungewöhnliche Tragödie spielte sich in Marseille ab, als eine junge Französin ihren Bräutigam bewillkommnete, der nach längerem Aufenthalt im ferneri Osten zu ihr zurückkehrte. Jeanne Bertram, die Tochter eines höheren Pariser Beamten, war seit mehr als einem Jahr mit Victor Retiers verlobt, und die Heirat sollte nach seiner Rückkehr stattfinden. Sie eilte ihm nach Marseille entgegen, und als das Schiff eingelaufen war, stand sie auf der Landungsbrücke, mit Winken und Zuruf den Geliebten begrüssend. Aerzten erfuhr, die vergebens versuchten, sie ins Leben zurückzurufen. Eine Untersuchung ergab, dass der Liebhaber ihr durch seine allzu stürmische Umarmung den Hals gebrochen und dadurch ihren Tod herbeigeführt hatte. Die Aerzte stellten fest, dass Jeanne bei einem Autounfall, den sie einige Wochen vorher gehabt hatte, sich eine Erschütterung des Rückgrates zugezogen hatte; sie hatte nichts davon gemerkt, aber die Schädigung der Wirbelsäule war die letzte Ursache dieser Tragödie. Als Todesursache wurde ein unglücklicher Zufall angegeben, aber Retiers ist seitdem untröstlich. Die «Omnibus-Stadt». Zahlreiche New Yorker Arbeitslose haben kürzlich von der Autobusgesellschaft alte ausrangierte Omnibuskarosserien käuflich erworben, die sie zu Wohnzwecken herrichteten und einheitlich in der Nähe von New York in Form einer Omnibus-Stadt aufstellten. Da zu jedem < Omnibus-Haus > ein grösserer Vorgarten gehört, mutet diese neuerstandene Stadt wie eine hyipermoderne « Vorstadtsiedeluns an » an. KJC. von allergrösster Bedeutung für die chinesische Regierung sein. tia. phrtübereineKurmitDr.Weinreich'sSchlanlcheits- \tee „Leobai". Dieser aus erlesenen Heilkräutern »zusammengesetzte Tee ist, da frei von Jod, vollkommen unschädlich. Er reinigt das Blut und schwemmt 1 Vlies überschüssige Fett in kurzer Zeit fort. Leobaltee «stdasSchlankheitsmittelderHollywooderFilmstars. ^Schachteln zu-Fr.. 6.- un« Fr. 4.M. Prob« fr. 1.5 IN ALLEN APOTHEKEN oder direkt durch den Hersteller Löwen - Apotheke. 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N° 6 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE DDIEEP aoaoe Im Winter lernen die Menschen immer wieder die wohltuende Abgeschlossenheit ihrer vier Wände schätzen. Den ganzen Sommer über war man ihnen nach Möglichkeit entflohen; doch nun empfindet man eine eigene Häuslichkeit mit ihrer Wärme und Behaglichkeit wieder als doppelt wertvoll. Dahin rettet man sich vor der Aussenwelt mit all ihrer Unrast und ihren Wirtschaftssorgen. Sich abends müde in einen bequemen Armsessel neben der hohen Ständerlampe zu werfen, die Beine lang von sich gestreckt, die Arme unter dem Kopf verschränkt, das gibt uns ein herrliches Bewusstsein des sich ein" wenig «Gehenlassendürfens», eines wohligen Ausruhens. Im Esszimmer nebenan hört man das Geräusch leiser Schritte, das stille Zurechtrücken des Geschirrs, die letzten Handgriffe für die Vorbereitungen des abendlichen Mahles. Bald vereinigen sich alle Familienglieder unter der seidenbeschirmten Lampe. In froher Stimmung, in Ruhe und Gemütlichkeit wird der Abend verbracht. Manchmal stellen sich Freunde ein; denn gerade in unseren Tagen der schweren Wirtschaftsnöten, des zermürbenden Existenzkampfes, brauchen wir Aufheiterung, seelische Erwärmung und geistige Anregung, um die Widerstandsfähigkeit gegen alle Schicksalsschläge zu stärken und unsere Zuversicht auf eine bessere Zeit zu beleben. Kommen wir mit anderen uns sympathischen Menschen zusammen, dann können wir uns mit ihnen über das Gemeinsame der bedrängten Lage aussprechen. Wenn Humor aufsprüht und die Trübsal verscheucht, dann ist diese Ablenkung von den Alltagssorgen eine herrliche Wohltat. Darum darf die Geselligkeit niemals gemisst werden, nur muss Sparsamkeit die Richtlinie dabei sein. Die Frau als Seele des Hauses ist die Berufenste zur Ausübung wahrer Gastfreundschaft. Gastfrei sein, heisst nicht, geladenen Gästen einen reichgedeckten Tisch mit seltenen Gerichten und Getränken vorset- Zürcher Wochenprogramm Schauspielhaus Abends ** ühr t(: s ? 7 n 1 n - 1 Ueber die Geselligkeit Stadttheater Abends 6 Uhr, Sonntag nachmittags 3 ühr. Mo. abend 22. Jan. Geschlossen. Di. abend 23. Jan. Geschlossen. Mi. abend 24. Jan. Dcr Troubadour (A-Ab. 11), Oper von G. Verdi. Do. abend 25. Jan.Der Vogelhändler, mit Extra- Einlagon. tag nachm. %Y> ühr. spiel Verrat von Cäsar von Novara, »von Arx. Schau- Di. abend 23. Jan. 0 er Mi. abend 24. Jan " ie Mädchenjahre einer Königin, Komödie von Sil-Vara. Do. abend 25. Jan. Premiere: Was Ihr wollt, Lustspiel von Shakespeare. Walche, Stampfenbachplatz 1 Jean Kiepura in: Ein Lied für Dich. Grand Cafe Esplanade.utoauai 21 Im Caf£: Leon Abby and his boys Martinez original-argentinische Tanzkapelle. In der Bar: Gustav Fröhlich am Flügel. Im Tabarin: Kapelle Elmy Schwank, Tanzattraktionen. Au Petit Dome Kirchgasse 3, b. Helmhaus Cafe" — Restaurant — Bar. — Der bekannte, vorzügliche Dome-Cafe und die feinen Spezialplattenl Beaten aasse 15 Die grösste und schönste von Zürich. Cafe-Tea-Room Kolibri, Nüschelerstr. 30, neben Spira Vorzügl. französische Küche, feine Patisserie. Mittag- u. Abendessen a Fr. 1.65 bis Fr. 2.50. Cafe RegeriCe, Beatengasse Orchester Battle: Nachm. Tee-Konzert von 4r-6 Uhr; Abendkonzert 8—11 Uhr. Chs. Burhop. Restaurant Urania, uraniastr. 9 Die beliebte Unterhaltungsstätte. Konzert und Varidtö. Anerkannt gute Küche. Zett-Restaurant Rebgasse 8 u. Roxy Bar Mittag- und Abendessen von Fr. 1.60 an. EFDQ^HJ zen. Nein, die Frau soll es verstehen, jeden Gast, sei es zu welcher Stunde er kommt, willkommen zu heissen, ihm eine kleine Erfrischung anzubieten, ihn an der häuslichen Mahlzeit teilnehmen zu lassen, ohne aber viel Aufhebens davon zu machen., Sie muss es verstehen, eine Atmosphäre der Wohnlichkeit und Herzlichkeit zu verbreiten. In unserer Zeit, da grössere Sparsamkeit unserer geselligen Tätigkeit die Grenzen zieht, sollten wir mehr denn je uns an der englischen Art, Geselligkeit zu pflegen, ein Beispiel nehmen. Natürlich gibt es in dem klassischen Lande gesellschaftlicher Kultur auch Feste in grossem, ja in allergrösstem Stile. Aber nur in den Schlössern, in den Stadthäusern der Reichen und Adeligen öffnen sich prunkvolle Zimmerfluchten, prangen auf blumenüberfüllten Tafeln lukullische Genüsse. Der Mittelstand kennt in der Regel nur die einfache Geselligkeit, die dem Herzensdrange nach dem Zusammensein mit Freunden und Bekannten entspringt und echte Intimität atmet. Die Gäste kommen oft unangemeldet, doch da gibt es keine Unruhe, kein hastiges Hinund Herrennen der Hausfrau, so dass es dem unerwarteten Gast ganz ungemütlich wird vor lauter Angst,