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E_1934_Zeitung_Nr.006

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der Wand steht, wird

der Wand steht, wird hervorgerückt und aufgeklappt, einige Deckchen sind rasch auf die Platte gelegt und in wenigen Minuten verwandelt sich der Raum in ein gemütliches Esszimmer. Die Lampen, die Ecken und Wände erhellen und ihr sanftes Licht über Tisch und Kaminplatz senden, verleihen der Pariser Wohnung eine besondere Note. Ihre Schirme aus echtem oder nachgeahmtem Pergament sind phantasiereich geformt, bemalt oder glatt, manchmal mit Wolle kombiniert. Ihr Licht ist sanft und angenehm wie Kerzenschimmer.' Ist die Wohnung so gross, dass man ein Damenschlafzimmer einrichten AUTOMOBIL-REVUE kann, dann wird es bunt und farbenfroh mit Chintz oder Kretonne ausgestattet. Alles ist auf die Lieblingsfarbe der Hausfrau abgestimmt. Auf Veilchenblau oder Glockenblumenblau, auf Rosa, Erdbeerrot, Goldgelb, Orange oder Zitron. Auf Lichtgrün oder Schwarz-Weiss, auf Lackrot oder bleu vif. Der Toilettentisch mit seinen vielen Utensilien, die bemalten Flaschen, die Schleiflacktassen und Dosen, die Kämme und Puderquasten — alles ist farbig. Manchmal sogar bunt wie eine sommerliche Wiese oder wie ein herbstliches Bauerngärtchen. Zauber des Winters 1934 — N° • Unsere Hilfsaktion für die notleidenden Bergbauern Eine weitere Dankesliste. Der Erfolg unseres Aufrufes zugunsten armer, notleidender Bergbauern hat auch in der vergangenen Woche angehalten und uns eine neue erfreuliche Serie schöner Zusendungen beschert. Bis Freitag, den 19. Januar, waren bei uns seit Beginn der Sammlung total 110 Pakete und 289 Fr. Bargeld eingelaufen. Dass wir auch einen solch hohen Barbetrag erhalten würden, wagten wir gar nicht zu hoffen, da wir absichtlich bloss Naturalgaben und kein Geld verlangt hatten. Nachdem nun trotzdem mehrere Leser auf diese ebenfalls sehr anerkennenswerte Weise ihre Hilfsbereitschaft gezeigt haben, verwandelten wir den Betrag in Lebensmittel aller Art, Knabenhosen, Unterhosen und Schuhe. Ein Teil des Geldes wird auch für die Anfertigung von Kinderhemden, für die uns der Stoff in freundlichster Weise geschenkt worden ist, verwendet. Die meisten Einsender scheinen auf einen persönlichen Dank von uns verzichten zu wollen, da sie nur ganz undeutliche Adressen angeben. Wir sprechen deshalb allen edlen Spendern auch an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank aus. Die vielen beschenkten Bergbauern tragen uns auf, auch in ihrem Namen allen Gebern die innigsten Dankesgrüsse zu übermitteln. Aus den Dankesbriefen, die täglich bei uns einlaufen, veröffentlichen wir nochmals zwei Beispiele: « Mit Freuden bestätigen wir Ihnen den Empfang Ihrer hochherzigen Spende, für die wir Ihnen unseien herzinnigsten Dank aussprechen. Wie waren wir erstaunt und hochbeglückt über all die vielen, wertvollen, schönen Sachen; die wir so gut verwenden können! Zu unserer grossen Freude passen uns allen die warmen Sachen ausgezeichnet. Es ist so schön, zu fühlen, dass es noch Menschen gibt, die ein offenes Herz für die Armen haben, denn noch nie im Leben eind wir so reich beschenkt worden, wie von Ihnen. Ich kann hier meinem Dank und meiner grossen Hochachtung für Sie nicht die richtigen Worte geben, doch will ich Gott bitten, dass er Ihnen Ihre edle Tat reichlich belohnen wird. Wir werden nie vergessen, was Sie an uns Gutes getan haben. Wir werden zeitlebens an die lieben Wohltäter denken, in Hochachtung und heissem Dank! Also nochmals ein herzliches Yergeltsgott von uns allen! Wir entbieten Ihnen zum neuen Jahre viel Glück und Gottessegen; möge Ihnen Gott noch ein recht langes, freudenreiches Leben schenken, zum Segen für die Mitmenschen. In Liebe und Dankbarkeit srüsstl .. > Ein weiterer Brief lautet: « Vorerst meinen herzlichsten Dank für Ihr wertvolles Weihnachtspaket, welches Sie uns übermittelten. Ich vermag mit meinen schwachen Worten leider den Dank nicht so aussprechen, wie Sie ihn verdienen. Bis dahin bin ich auch nicht gar so ein grosser Freund der Automobilisten gewesen, denn ich habe immer gemeint, diese Autler seien nur da, um die Menschen auf Gassen und Stiassen in Furcht und Schrecken zu jagen. Jetzt habe ich mit, grosser Freude gesehen, dass viele gerade das Gegenteil sind, und auch Verständnis für die Mitmenschen in ihrer Not haben. Sie können nicht glauben, welch eine ungemein grosse Freude wir alle beim Empfange des schönen wertvollen Paketes hatten. Wir konnten dieses Jahre auch nicht ein einziges Stück den lieben Kindern schenken, auch nicht, was sie nötig gehabt hätten, von uns gar nicht zu reden. Sie können sich die Freude an dem verspäteten «Christkind» nicht vorstellen. Der liebe Gott möge Ihnen alles tausendfach vergelten, was Sie uns alles Gutes getan haben. Sie haben wirklich eine arbeitsame, solide Familie unterstützt und können jede Zeit bei dem Gemeindevorsteher unseren guten Leumund erfahren. Wir sind durch Krise und Unglück arm geworden. Wir hoffen, mit Gottesund edler Menschenhilfe werde sich die Not wieder bessern Sage Ihnen nochmals herzlichen Dank für alles Gute, und meiner Sympathie gegengenüber den Automobilisten dürfen Sie versichert sein! » Die rührende Dankbarkeit, die aus diesen Briefen spricht und das ungebrochene, warme menschliche Gefühl werden allen Spendern die weitaus schönste Anerkennung bedeuten. Für heute haben wir noch eine besondere Bitte auf dem Herzen, die vorzubringen uns als eigentliche Pflicht erscheint. Vor wenigen Tagen ist nämlich bei uns ein Brief eines armen Bergbauern eingelangt, der nicht für sich, sondern aus dem Mitleid heraus für einen Nachbarn schreibt. Was in diesem Briefe enthüllt wird, überschreitet nun wirklich alle Grenzen und wird auch unsere Leser an den Kopf greifen lassen darüber, dass solche Dinge auch in unserem Lande heute möglich sind. Wir folgen auszugsweise dem Briefe: Der Schreibende betont ausdrücklich, er wende sich nicht wegen sich selbst, sondern wegen seines Nachbars an uns, der ganz in den Bergen wohne, wo nicht gerade jeder arbeiten und wohnen möge. Diesem armen Nachbar ist nun letztes Jahr Haus und Scheune abgebrannt. Das Versicherungsgeld reichte aber nicht ganz dazu aus, um das Haus innen so auszubauen, dass die Familie warm wohnen könnte. Der arme Mann musste auch das Geld von der Mobiliarversicherung für die Handwerker, damit also den Neubau, verwenden. Bis heute war es ihm nicht möglich, auch nur irgendwie Möbel anzuschaffen. Der Schreibende erzählt, er hätte seinen Augen nicht getraut, als er zum ersten Male diese grosse Armut und Not gesehen hätte. Die Familie zählt Vater, Mutter und fünf kleine Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren. In der ganzen Wohnung befinden sich keinerlei Möbel und für die gesamte Familie steht ein einziges Bett zur Verfügung. Die Kleinen schlafen immer auf einer Bretterpritsche im Stroh! Der selbst bedürftige Schreibende kann seinen Nachbarn nicht aus der Not und Armut helfen, und wendet sich nun an uns, ob wir nicht irgendwie alte Möbel und Betten oder Wäsche vermitteln könnten. Trotzdem ein Kleider-Paket sofort an die bedauernswerte Familie abgegangen ist, erachten wir es als Pflicht, unsere Leser auf diesen Sonderfall noch aufmerksam zu machen. Wir sind überzeugt, dass zahlreiche Leser noch über ältere Möbel, Betten, Bettwäsche und dergleichen verfügen, welche sie diesen trostlos armen Leuten gerne zur Verfügung stellen. Wir richten daher die Bitte an Sie, uns entweder schriftlich oder telephonisch (Bern 28,222) vom Vorhandensein solcher älterer und doch noch gebrauchsfähiger Möbel zu orientieren, die gerne abgegeben werden. Wir werden dann sofort die Adresse mitteilen, und im gegebenen Falle durch Absage verhindern, dass gleich 20 Betten an die gleiche Familie gesandt werden. Unsere Leser werden sich gewiss bereitfinden, in diesem besonders dringenden Falle einzugreifen. In der Zeit vom Samstag, den 13. Januar, bis Freitag, den 19. Januar, sind folgende weitere Sendungen eingelangt: E. B., Bürgten (Thurgau), ein Paket mit Kleidern und Wäsche. Farn. B., Aarau, ein Paket mit Wäsche und Lebensmitteln. Dr. 0. V., Grenchen, zwei Pakete mit Kleidern, Wäsche und Schuhen. E. Seh., Zürich, zwei Pakete mit Lebensmitteln, Kleidern und Wäsche. G. K., St Gallen, zwei Pakete mit Kleidern, Wäsche und Schuhen. K. St., Benken, ein Sack mit Kleidern und Wäsche. Ungenannt in Bern, ein Paket mit Kleidern, Wasche und Schuhen. Ungenannt in Bern, ein Paket mit Wäsche. Schwestern R., Münchenbuchsee, ein 'Paket mit Wäsche, Kleidern und Schuhen. 0. H. Jegenstorf, ein Paket mit Wäsche, Kleidern und Schuhen. H. K., Jegenstorf, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. J. E., Kreuzungen, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. W. N., Zürich, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. W. B., Münchenbuchsee, ein Paket mit Wäsche und Schuhen. 0. A., Reiden, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. A. W., Dietikon, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. H. B., Wald, ein Paket mit Kleidern. Fäm. Z., Lenzburg, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. K. R., Klosters, ein Paket mit Kleidern, Wäsche, und Spielzeug. Ungenannt, Bern, ein Paket mit Kinderwäsche und Schuhen. Ungenannt, Bern, ein Paket mit Kleidern. Ungenannt, Bern, ein Paket mit Wäsche. F. K., Basel, 10 Franken. E. Z., Zürich, 15 Franken. L. Th., Buchs, ein Paket mit Wäsche. G. B., Spiegel-Bern, ein Paket mit Kleidern. St. K., Glarus, zwei Pakete mit Wäsche. Lebensmitteln und Schuhen. G. H., Wilchingen, ein Paket mit Kleidern und Wäsche. L L., Aarburg, ein Paket mit Kleidern, Wäsche und Schuhen. 1. W., Laupen, ein Paket mit Wäsche und Kleidern. Ungenannt, Bern, ein Paket mit Kleidern Wäsche. Ungenannt, Bern, ein Paket mit Kleidern. und E. Seh., Luzern, ein Paket mit Kleidern. F. B., Suhr, ein Paket mit Wäsche, Kleidern und Schuhen. Unbekannt, ein Paket mit Wasch*. Dr. K., St. Gallen, 50 Franken. bt». Unser letztes geographisches Rätsel Unser letztes geographisches Rätsel hat, wie zu erwarten war, eine überaus erfreuliche Zahl von Lesern zu einer Illusionsreise um die Welt bewegt. Die vielen Fluss-, Berge- und Städtenamen haben sich den Lösern scheinbar bald enthüllt, denn geradezu stossweise sind bei uns die Lösungen eingetroffen. Nicht weniger als 175 Losungen aus allen Teilen des Landes sind in unsere Hände gelangt. Nur mit ganz geringen Ausnahmen sind die ersten elf Namen alle richtig genannt worden. Bloss die « Insel im Aegäischen Meere » hat einer Anzahl von Lesern etwas Kopfweh gemacht. Die Insel, für die der Name Lesbos gilt, trägt nämlich auch noch den Namen Mytilene, und dies hat bei vielen Verwirrung angerichtet. Da fast alle Löser beide Namen setzten, konnten wir die Einsendungen dennoch als richtig bewerten. Falsch sind indessen die Bezeichnungen Limnos oder Lemnos, da diese für eine andere Insel gelten. Auch Chios ist falsch, denn diese Insel liegt neben Lesbos. Es waren aber relativ wenige Löser, deren Glücksschiffchen an diesen Inseln scheiterte. Wir haben bei unserem Geographierätselonkel angesichts des grossen Erfolges der letzten Aufgabe sofort ein neues Rätsel bestellt und ihn auch angewiesen, die Sache diesmal etwas gepfefferter zu machen, damit alle jene, die uns von der fast allzu leichten Aufgabe geschrieben haben, das nächstemal etwas härter zu beissen haben. Wir danken allen Einsendern für ihr freundliches Interesse an unserem Blatte und werden uns, wie gesagt, mit neuen reizvollen Aufgaben zu revanchieren wissen. Wie gewohnt, sind durch das Los einige Einsender als Gewinner der Anerkennungspreise bestimmt worden. Richtige Lösungen sandten ein: Aarau: Frl. D. Keiser; M. Gschwind; 0. Oehler. Frl. A. Rogenmoser, Alosen (Zug); K. Hostett- ]er, Adlikon; H. Weber Adliswil; Frl. J. Hottingen, Ariesheim. B i e 1 : W. Teutsch; E. Jossi; F. Schneider; A. Frei; H. Bohnenblust; A. Schneiter. Basel. R. Valtancoli; W. v. Speyr; L. K. Degen; E. Wegmann; H. Föhr, Frl. A. Schürpf; J. Büchi; Frl. L. Hosch; E. Wegmann. Bern E. Klopfstein; E. Specker; K. Höfliger; W Dürrenmatt; 0. W Eichenberger; G. Egenter; H. Zimmermann; Frl. A. Lefrere; W Sträub. R. Wydler, Baisthal; M. Canale, Brienz; Fr. Schäier, Burgdorf; H. Flückiger, Birrwil; A. Sommer Buchs (Aarau); P. Bolliger, Baden; K. Sigrist, Binningen. 0. Järmann, Chur. Dr. 0. Nienhaus, Davos-Platz; Fr. Hauswirth, Dürrenast; A. Wächter, Dübendorf. Frau Dr. A. Frei, Frauenfeld; M. Hubli, Frauenfeld; F. Hübscher, Feuerthalen; H. Weber, Frieswil. 0. Bertschi, Gontenschwil; H. Erismann, Gontenschwil; Frau Dr. Odermath, Goldach; Frl. E. Winteler, Glarus; W. Bürki, Grosshöchstetten. R. Gygax, Herzogenbuchsee; R. Schneider, Hasli- Rüegsau; F:au 0. Sachs, Hüttwilen; H. Schneider, Heiden; H. Beyer, Horgen; Dr. W. Schacke, Horgen; W. Müller, Hörn; Frl. E. Schrader, Hörn. Frau R. Sommer, Berghaus Jungfraujoch; Th. Imthurn, Islikon. C. Spiegel, Kestenholz; Frau L. Grünvogel, Kilchberjj; R. Hunziker, Kirchleerau; Frl. U. Radwitz, Klosters. Luzern. E. Wüst; Frl. M. Pallazzini; G. Rüttimann; Frau E, Bucher; Frl. M. Eschmann; Ch. Ney. H. Geiser, Langenthai; A. Rothenbühler, Langenthal; G. Gerster, Laufen; P. Furier, Liestal; Fiau J. Nadler, Liestal. W. Mosimann, Monthey; H. Keller, Muttenz; Fr. Tobler, Mühlau-Ebnat; J. Dürr, Mettendorf-Gossau; Frl. J. Riechsteiner Muri (Aargau); W. Wiedmer, Müntschemter; J. Bernhard, Murgenthal; L. Kobel, Neue-Welt-Basel; Frau Schüttler, Näfels; E. Wolf, Neuhausen. G. Zürcher, Ostermundigen; F. Spycher, Oberbalm; R. Weber, Oberuster; E .Enderli, Ossingen; J. Gruber, Oberried; F. Schertenleib, Ostermundigen Ḟrl. E. Pick, Prag; J. Heinzelmann, Pratteln. 0. Ammann, Reiden; J. Müller Rüschlikon; E. Wissel, Riehen; F. Klauser, Rorschach; H. Kurt, Rorschach; C. Burgener, Rorschach; Huber, Roggwil. S t. G a 11 e n • E. Frey; J. Schreiber; J. Streckeisen; H. Widmer; B. Sutter; F. Bucher; H. Häne; R. Engeler; A. Prestel. Der Taleingang Ton Engelberg im Winter. F. v. Arx, Solothurn; F. Borrer, Solothiirn; E. Portmann, Solothurn; J. Schoegler, Solothurn; A. Abegg; G. Jaquenet; E. K. Frei, R. Möschinger; Frl. M. Guldiniann; H. V. Tognazzo; L. Präg; K. Seckinger; H. Nägeli; E. Meyer. A. Cane, Zug. Humor fürchterlich — was hafit Schneider? » ist schon recht. Ich bin so furchtbar kitzlig beim In der Nationalbank. < Pst, Müller! Kannst du mir nicht bis morgen fünf Franken leihen? > Verantwortliche Redaktion des. Auller-Feierabend: M. Bouffier.

NUL— 1934 AUTOMOBIL-REVUE II Touristik-Bulletin des A.C.S. T. C. S. Autosektion Aargau Jahresfeier. Zu jedem Fest gehört sonst erfahrungsgemäss auch ein Programm. Wenn man aber wie die Sektion Aargau in der beneidenswerten Lage ist, einen Präsidenten zu besitzen, dessen Talente als Vergnügungsmagister und Conferencier par excellence schön beinahe sagenhaft geworden sind, dann kann man auch ein grosses Publikum vor geheimnisvoll geschlossene Vorhänge bringen. So wurde es am letzten Samstag abend gehalten, und' die Spannung und Ungewissheit, was das nie um Ideen besorgte, eifervolle Komitee, das für das Vergnügen zij sorgen hat, bereitgestellt hatte, konnte höchstens den Reiz noch erhöhen. Die Aargauer hatten wieder ihren prächtigen «Saaibau» in Aarau belegt, und erfüllten ihn schon in den späteren Abendstunden mit festlichem Getriebe. Das Wort von der Provinz schien widerlegt werden zu sollen: Die Deinen bewiesen, Bescheid über die Modenjournale zu wissen, und die Herren verschanzten sich'* hinter dem eleganten, festlichen Schwarz. Mitten im Winter wurde der Saal zum leuchtenden Blumengarten: eine glückliche Phantasie hatte reichlich Blüten und Zweige über die Tische ausgestreut, so ' dass der Saal in tausend Farben prangte. Die Mitglieder hatten trotz Krise und kaltem Wetter den Weg in d«n Saalbau nicht gescheut und; fanden sich in einer Zahl ein, wie sie auch der kühnste Optimist unter den Organisatoren scheinbar nicht zu erhoffen gewagt hatte. Herr Fürsprech Lehner als Seele des Abends stellte sich im todschicken Conferencierfrack vor, verzichtete von vornherein auf jede langatmige Begrüssung, und schickte seine ersten Bonmots in den Sa.al. Unter den Klängen eines Damen-Handharmonika-Orchesters wurde der Abend eingeleitet; die blaues Aargauerinnen bearbeiteten ihre Instrumente mit erstaunlicher Sicherheit und hinreissendem Schmiss. Dass ein solcher Unterhaltungsanlass nicht nur Nummern zu zeigen braucht, die höchstens an die Lachmuskeln appellieren, wurde auch in Aarau wieder erfolgreich demonstriert: auf der grossen Bühne tanzte eine Elite des Damenturnvereins Aarau, einen Schubertwalzer mit fliessender Anmut und schöner Innerlichkeit. Der zweite, nicht minder gelungene Tanz «Spielerei» benannt, veranlasste den Conferencier zu der unter allgemeinem Profest hingenommenen Bemerkung, die Damen würden dies mit ganz besonderer Geschicklichkeit vorführen, da sich die Frauen sehr auf Spielerei verstünden... Zum Clou des Abends wurde aber — und das braucht sonst nicht immer der Fall zu sein *— der Einakter unseres geschätzten Glarner; Mitarbeiters Freuler «Vereinschränzli». Wie ^an uns sagte, rekrutierte sich ein grosser Teil uer Spieler aus Aarburg, in dem wahrhaft ein besonderes bühnentalentiertos Völklein zu Hause zu sein scheint. Denn auf welcher Berufsbühne wird eine solche häusliche Szene vor einem Vereinsball mit grösserer Intensität erlebt und nachgestaltet? Als leibhafte Furie, vom Telephon, der eigenen Nachlässigkeit, der Spitzigkeit seiner Frau Gemahlin, und. den süssen Geheimnissen seiner Töchter gejagt, schoss der Familienvater im Zimmer umher, ein klägliches Bild «häuslichen Friedens», und Anlass zu schallendem Vergnügen. Auf offener Bühne prasselte der Beifall für diese geradezu . meisterliche Leistung, der auch die übrigen Darsteller kaum nachstanden. Hier roch man endlich einmal kein Bühnenfieber! Der zweite Einakter: «20 Minuten Millionär» von dem Zürcher Jakob Stebler variiert das Thema eines Suggestionskünstlers, der einem armen Gemeinderat die Mucke, Millionär zu sein, in den Kopf setzt, und nicht mehr dazu kommt, ihn wieder auf den Boden der Realität zii stellen. So belachte das Publikum zwanzig Minuten lang die größenwahnsinnigen Anwandlungen eines armen Teufels. Auch hier rundeten die Spieler das Ganze zu einer herzerfreuenden Sache ab. Eine mit dem Rüstzeug modernster T anzmusik versehene Kapelle Hess in den Pausen .^e Beine nie zur Ruhe kommen, und in dem grossen Saal konnte man aufs herrlichste losspurten, ohne allzu grosse Gefahr der Kollisionen, wie sie sonst das Uebel jedes solchen Festes sind. Einige Aarburger Tänzerinnen behandelten in zwei überaus reizvollen Schöpfungen die Themen «Gigolo» und «Mickey-Maus» und hüpften kunstgerecht im Lichte der Scheinwerfer. Warm ums Brusttuch wurde es einem bei der hübschen «Wetterhäuschen»-Szene, •wo Männlein und Weiblein darüber klagen, stets getrennt .sein zu müssen und nicht die. Wonnen der Gemeinsamkeit kosten zu können, bis dann auch hier das Happy-end sie doch zusammenführt. Mittlerweile war mancher Tropfen erlesenen Weines geflossen, und die Fröhlichkeit stieg mit den Zeigern der Uhr, die schon auf die frühen Morgenstunden hinrückte. Die grosse Polonaise verwandelte mit Hilfe origineller Kopfbedeckungen die Tanzenden zu Paschas, Königinnen, Matrosen und Tirolern, ganz wie in den schönsten Zeiten der Fastnacht. Zu Siedehitze stieg die Stimmung an, als die Schlacht der Wattekugeln und Luftschlangen einsetzte, und sich Freund und Feind gegenseitig die -Arme müde warf, bis der Saal ein einziges farbiges Meer von Papier war. Ein Wettbewerb mit der «singenden Säge» liess den Humor nochmals aufbrausen, dann übernahm das Tanzorchester definitiv die Führung, dessen Schmiss allen Schlaf aus den Augen verscheuchte. Sehr spät wurde es — und" : aus dem unprogrammässigen Abend war eine fröhliche, glänzende Sache geworden! bo. Autosektion Waldstätte Maskenball. Die Sektion veranstaltet am 23. Januar a. c. im Hotel Bellevue-Rössli in Hergiswil am See ihren traditionellen Maskenball. Eintrittspreise: Masken Fr. 2.—, Damen Fr. 3.—, Herren und Angehörige Ff. 4.—, Nicht-T.C.S.-Mitglieder Fr. 6.—. == AUTOSEKTION SOLOTHURN. Abendunterhaltung. Die Sektion führt am 27. Januar 1934, 20 K Uhr, im. Konzertsaal ihre traditionelle Abendunterhaltung durch. Es ist der Sektion gelungen, eine Anzahl Künstler von angesehenem Rufe zu verpflichten, und ein Programm zu arrangieren, welches allen Erwartungen gerecht werden dürfte. Der Vorverkauf beginnt Donnerstag, den 25. Januar ab 10 Uhr. bis abends 6 Uhr für Sektionsmitglieder in Solothurn beim Abwart des Konzertsaales, in Grenchen bei Ernst Brunner, Bauverwalter, in Balsthal bei Josef Schärer, Bäckerei, in Ölten bei Walter; Wyss, Office des T. C. S. Ab Freitag können die Billetts nur noch im Konzertsaal in Solothurn beim Abwart vorausbestellt werden. et AUTOSEKTION ZÜRICH. Generalversammlung. Die 17. Generalversammlung, die Samstag, den 20. Januar, in Velthekn-Winterthur, unter dem Präsidium W. Baumgartners, stattfand, hatte diesmal ' aüssergewöhnlioh guten Zuspruch. Die Sektion Zürich verzeichnet einen Zuwachs von 1200 Mitgliedern, so dass der Mitgliederbestand Ende 1933 die Höhe von 7200 verzeichnet. Allerlei Wissenswertes birgt de* Jahresbericht, in welchem das Vereinsleben des verflossenen Jahres durch verschiedene Beiträge beleuchtet wird. Dass das neue M. F. G. dem Rechtskonsulenten ein ansehnliches Stück Arbeit brachte, kann man ohne weiteres verstehen, weniger erheblich ist seine Feststellung, dass die Praxis des Bezirksgerichtes Zürich sich besonders in den letzten Monaten wesentlich verschärft habe. Man wird daraus die Folgerung ziehen müssen, dass es Pflicht jedes Motorfahrzeugbenützers bleiben wird, Auswüchse im Automobilismus rücksichtslos zur Anzeige zu bringen. Auch die Verkehrskommission hat im Berichtsjahre ein ansehnliches Pensum Arbeit absolviert. Einen ansehnlichen Teil des Jahresberichtes füllt das Kapitel «Veranstaltungen » aus, •das in der •wohlgemeinten Absicht jedem und allen etwas zu bieten, eine ganze Reihe wohlgelungener Anlässe aufzählt Die Hauptarbeitslast lag aber wiederum beim Sekretariat, das neben der Bewältigung der ganzen Verwaltung auch der mündliche und schriftliche Auskunfts-dienst, Veranstaltungen und Reisen obliegt. Präsident Baumgartner beginnt sofort nach der' Begrüssüng der Mitglieder und der Pressevortreter auf die Ergänzung des gedruckten Jahresberichtes einzugehen, wobei auch die Benzinfrage angetönt wird, die aus Kreisen der Mitglieder leibhaften Widerhall findet. Auch die Presse- Angriffe gegen den T. C. S., welche die Parole: «Los vom T. G. S.» ausgeben zu müssen glaubten, weil der Club seine Gelder für allerlei Veranstaltungen verausgabe, die nur einem bevorzugten Kreise zugute kämen, kamen zur Sprache. Die Rechnungslegung, welche ca. 5000 Fr. für derartige Zwecke aufzeigt, was pro Mitglied etwa 70 Rappen bedeutet, dementiert wofol eindeutig solche unsinnige Anschuldigungen. Der Präsident glaubt auch daran erinnern zu müssen, dass der T. C. S. nicht ohne Konkurrenz dastehe und daher auch einer Reklame bedürfe, deren Früchte sich im Laufe der letzten Jahre ganz besonders gezeigt hätten. Der Vorstand stellte daher dem Plenum die nachfolgenden Fragen, die einstimmig angenommen wurden: 1. Weist die heutige Generalversammlung der Sektion Zürich die Verleumdungen und Unwahrheiten, welche von einigen Mitgliedern durch das Mittel der Presse verbreitet wurden, zurück und ist sie gewillt, dem Vorstand weiterhin ihr Vertrauen zu schenken? 2. Die heutige Generalversammlung möge beschliessen, ob gesellige Anlässe, wie Jahresfest, ClubTeisen, Fihn-Matinees, sommerliche Abendausfahrten usw. in den Aufgabenkreis des T. C. S. gehören oder nicht. 3. Ist die Generalversammlung damit einverstanden, dass der Vorstand die Verleumder und ihre Trabanten auf Kosten des Clubs gerichtlich zur Rechenschaft zieht? Der Vorstand erhielt darüber hinaus noch die Ermächtigung, den Urheber jener anonym erschienenen Anzeige aus dem Club auszuschliessen. Ein erfreulicheres Kapitel bot der Bericht des Kassiers, dessen Zahlenreihen sich entsprechend dem Mitgliederzuwachs erweitert hatten und einen hübschen;-.Vortrag aufwiesen der nach dem Budget pro 1934 auch im nächsten Jahr zu erwarten ist. Ein Vermögen von 111000 Fr. stand am 81. Dezember der Sektion zur Verfügung und führte zur einstimmigen Annahme und Verdankung. Der Mitgliedsbeitrag für 1935 wurde bei 20 Fr., wie bisher, belassen. Mit einer ungewöhnlichen Demonstration wurde der verdiente Vorstand, der sich mit dem unermüdlichen Präsidenten W. Baumgartner an der Spitze wieder zur Verfügung stellte, in globo durch Aufstehen aller Mitglieder wiedergewählt. In der Verkehrskommission lagen die Demissionen von Dr. A. Büchi und H. Jenny und als Präsident Pol.-Komm. H. Scheidegger vor. Neugewählt wurde Otto Hauser, der als Präsident beliebte, und ein Vertreter der Landschaft. Dr. Tilgenkamp, als Präsident der Unterhaltungskommission, präsentierte ein etwas reduziertes Sommerprogramm, das aber einstimmigen Beifall fand. Die Sektion Zürich begeht am 24. Februar ihr traditionelles Jahresfest («Eine Fahrt an die Adria»); ferner sind vorgesehen eine Ballonfuchsjagd und eine Schnitzeljagd, die Seereise Dalmatien-Athen-Konstantinapel, die 1. schweizerische Meisterschaft für Geschickliehkeitsfahren, verschiedene Filmmatinees und Vorträge, Schweizerfahrten und Abendausfahrten, der Motorenkurs und Besuch des Flugplatzes sowie einer grossen Automobilfabrik. Unter Verschiedenes wurde der Vorschlag Isliker, die Generalversammlung auf März zu verschieben, schon aus dem Grunde zur Ablehnung empfohlen, weil er eine Statutenrevision bedingen würde. Ein Antrag des Vorstandes, die seit 1931 eingeführten und ausserordentlich schlecht besuchten Quartalsversammlungen fallen zu lassen und an ihre Stelle nach Bedarf Diskussionsabende einzuberufen, wurde ebenfalls angenommen. Wie ein DamoMes-Schwert hing über der Gen.- Vers. die Benzinfrage. Sofort beim einleitenden Bericht des Präsidenten, der davon Kenntnis gab, dass der Vertreter des Volkswirtschafts-Departementes den heutigen Benzinpreis von 37 Rp. übersetzt finde und von der gleichen Stelle die Meinung ausgehe, dass keine rechtlichen Grundlagen bestünden, um gegen die Benzinimporteure vorzugehen, meldete sich Ing. Mosser zum Wort. In etwas langatmigen Ausführungen mit viel statistischem Material trat er dem Präsidenten entgegen und wollte dazu autorisiert sein, dass diese Aussage von Minister Stucki nicht gemacht worden sei. Die Benzinfrage sei kein Import-, sondern ein Verteilungsproblem. Ing. Mosser wollte auch energisch der Behauptung entgegentreten, dass die Importeure Millionen aus der Schweiz tragen und die Ueberorganisation am Ueberpreis die Schuld trage. Die Versammlung gab durch energische Zwischenrufe kund, dass sie nicht gewillt sei, diese Ausführungen weiter anzuhören und auch die Vermittlung von Dr. Steger, der dem T. C. S. riet, sich der Benzinkorporation anzuschliessen, führte zu keiner Beruhigung. Der Präsident unterbrach die Diskussion und liess darüber abstimmen, ob der T. C. S. stätutengemäss verpflichtet ist, sich in den Kampf um den Benzinpreis auf die Seite der Konsumenten zu stellen. Nach einstimmiger Annahme stellte der Präsident fest, dass er auch weiterhin diese Frage energisch verfolgen werde und die Interessen der Benzinkonsumenten und des Autogewerbes wahren wolle. Die weitere Diskussion wurde auf den Schluss der Versammlung verlegt Auch dann schien es, als ob man über diese Frage nicht weiter diskutieren wolle, und es wurde schliesslich noch der Gegenpartei das Wort erteilt Dr. Raible-Eugster trat mit sachlichen. Argumenten den Ausführungen des Mitgliedes der Lumina, Ing. Moser, entgegen. Vor allem bemängelte er die Kosten der Benzinkorporation, die sich auf 50000 Fr. belaufen und die wiederum die Konsumenten zu tragen hätten. Mit einem deutlichen Appell, dass man in der Schweiz kein Monopol ausländischer Trusts dulden und man den Kampf nicht als Preisfrage fortführen wolle, sondern in der Richtung, dass der Bundesrat zur Einsicht kommen müsse, dass er Verfassung und Recht hochhalten müsse, schloss die Versammlung, die dem Schlussredner einmütige Zustimmung brachte. T. A. C. S. SEKTION BERN. Für die nächsten paar Wochen hat der Sektionsvorstand ein ausserordentlich stark befrachtetes Programm zusammengestellt. Mit Rücksicht auf die flaue Fahrsaison ist dasselbe gänzlich auf Vortrag, Belehrung und Unterhaltung eingestellt. Montag, den 5. Februar 1934, findet die übliche Monatszusammenkunft im kleinen Saal des Kasinos statt, -wofür Professor B. Huguenin, Bern, für einen Lichtbildervortrag über eine Reise nach Marokko, gewonnen werden konnte. Einige Tage später, am 10. Februar, hält die Sektion Bern ihre ordentliche Generalversammlung ab, wobei sie die Vorstands- und Kommissionsvertreter für die.Amtsdauer 1934/35 zu wählen hat. Am 20. Februar folgt ein gross angelegter Propaganda-Abend für die gegenwärtige Volksinitiative betreffend den Ausbau der schweizerischen Alpenstrassen im Festsaal des Kursaals Bern. Als Referent wird einer der leitenden Ingenieure der österreichischen Grossglocknerstrasse vor das hiesige Publikum treten und ihm an Hand zahlreicher Diapositive und eines Kurzfilmes die imponierenden Anstrengungen unseres östlichen Nachbarns vor Augen führen- Es ist geplant nicht nur Sektionsmitglieder, sondern auch die Vertreter der Behörden des Strassenbauwesens, der Verkehrswerbung, Ingenieure und die übrigen grossen Automobilistenverbände hierzu einzuladen. Schliesslich findet am Samstag, den 3. März 1934 im Festsaal Schänzli der grosse Clubball statt. Die Vergnügungskommission ist jetzt schon mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. SEKTION ST. GAU.EN-APPENZEU-. N«cMslgnale bei Bahnübergängen. Die eidgenössische Verordnung über die Strassensignalisation vom 17. Oktober 1932 schreibt in Art. 15, dass die Signale bei Bahnübergängen mit Barrieren bei Nacht genügend zu beleuchten oder so anzubringen seien, dass sie vom Lichtkegel der Scheinwerfer voll getroffen werden. An Stelle der Beleuchtung können technische Mittel Verwendung finden, durch die, unter Ausnützung des Scheinwerferlichtes der Motorfahrzeuge, eine Lichtwirkung eTzielt wird. Es sollen nur Mittel zur Anwendung kommen, die auch bei Nebel, Schnee, Regen, Rauhreif usw. nicht stark beeinträchtigt werden. Sie müssen, auch im schief auffallenden Licht der Scheinwerfer aufleuchten. Der Vorstand der Sektion St. Gallen-Ap-penüell des A.C.S. hat schon vor einiger Zeit zuhanden der zuständigen Bahnorgane auf die vielerorts ganz ungenügenden Nachtsignale für geschlossene Barrieren aufmerksam gemacht und auch die zentral&i Stellen um eine gründliche Untersuchung der Verhältnisse ersucht. Die ungenügende Wirkung vieler Gefahrsignale ist denn auch von massgebenden Stellen des Bahnbetriebes zugegeben worden. Beim Bahnübergang in Winkeln bei St. Gallen, wo in letzter Zeit mehrfacher Schaden entstanden ist, infolge Uebersehen der geschlossenen Barriere, veranlasste die Sektion St Gallen-Appenzell eine Untersuchung, die kürzlich in Anwesenheit einer Vertretung der Bahnverwaltung, des UnteTsuchungsrichteramtes St. Gallen und des A. C. S. stattgefunden hat. Alle Instanzen haben die Unzulänglichkeit des Barrierensignales in Winkeln unumwunden zugegeben und die Notwendigkeit der Anbringung eines bessern Signals erkannt. Der Bundesbahnverwaltung ist beantragt worden, an Stelle des bisherigen Signals, das zu hoch angebracht ist, und dessen Reflexlinsen wenig wirksam sind, eine rote Laterne an die Barriere anbringen zu lassen. Die an stark frequentierten Uebergängon funktionierenden Blinklichter wären vorzuziehen, kommen aber wegen der Verteuerung der Anlage hier kaum in Betracht. Die vorgeschlagene Lösung dürfte für die schon mehrmals kritisierten Verhältnisse in Winkeln befriedigend sein. E. B. SEKTION ZÜRICH. Clubball. Man sah. es schon dem Strassenbild des Doldergebietes am 20. Januar an, dass im « Grand Hotel» automobilistischer Hochbetrieb herrschte. In langen Reihen stand Auto um Auto geparkt. Drinnen in den festlich geschmückten Räumen des « Grand Hotel » aber hielt die Zürcher Sektion ihren alljährlichen Clubball ab, der sich nach und nach zum grossen Ballereignis der Limmatstadt entwickelt hat. Gegen 700 Personen hatten sich eingefunden, es war ein imponierendes farbenfrohes Bild schöner Damen und eleganter Toiletten. Ein grosser Kreis bekannter automobilistischer Persönlichkeiten hatten sich zu einem frohgestimmten Tanzvergnügen gefunden, man amüsierte sich köstlich an all dem Gebotenen. Schon beim Eintritt wurde jeder Teilnehmer mit einem GTatis-Tömbola-Los und die Damen zudem mit einem prächtigen Geschenk überrascht Lustig baumelten die farbigen Ballone an den Tischen, derweilen das verstärkte Orchester Amonini zum Tanz aufspielte. Die Konkurrenzen wurden mit einer Tanzkonkurrenz eröffnet und gegen den Morgen mit der stets amüsanten und immer einen jrrossen Kreis Liebhaber findenden Kissenschlacht beschlossen. Um 23.30 Uhr begannen im grossen Saal unter der Conference von Herrn A. Töndury die Darbietungen der Kleinkunstbühne. Man hatte dieses Jahr ein wirklich vorzügliches Programm bereitgestellt, das in der Tat nur die besten Künstler vor die Rampen rief. Sogar ein eigenes Begleitorchester stand in der Hunky Boys-Jazzband zur Verfügung. Amüsant der Auftakt mit der Parodie des sterbenden Schwan, farbenprächtig die Tanzvorführungen des Escamillo-Prunk-Ballettes, von selten lustigem Humor die Streiche der Galigary Brothers und unnachahmbar die Gesangsdarbietungen der Two Hugo's. Und schon hatte sich unten das vorzügliche, in schmissigen Tanzweisen schwelgende Orchester Turba installiert und hielt nun die grosse tanzlustige Automobilistengemeinde bis zum Morgen hinein in seinem Bann. Noch hatten viele die angenehme Pflicht, ihre wertvollen Tombolapreise in Empfang zu nehmen, um so neben all den frohen und schönen Eindrücken des wohlgelungenen Clubballs auch ein mehr auf das Reale eingestelltes Andenken in Form eines Schinkens, einer Gans oder einer Terrine mit nach Hause zu führen, s. h. vom 19. Januar 1934. (m. K. = mit Ketten, o. K. = ohne Ketten.) Der Witterungeumsturz vom 17. Januar brachte fast sämtlichen Landesgegenden bis zu 1800 m Höhe Regenfall. Im Mittelland sind die Hauptstrassen bereits schneefrei. Auf den höher gelegenen Strassen ist die Schneeschicht stark aufgeweicht und für den Automobilveikehr sind Ketten unbedingt erforderlich. Der Stand der Strassen lautet am 19. Januar morgens wie folgt: Appenzellerland und Tosoenburg: Sämtliche Strassen durch den gestrigen Regenfall stark vereist, gesandet und m. K. zu befahren. Strasse Wattwil-Wildhaus-Gams vereist, m. K. Hulftegg gegenwärtig wegen starker Vereisung unpassierbar; die Strasse wird gesandet und ist ab morgen m. K. befahrbar. Rickenstrasse stark aufgeweicht und nur m. K. passierbar. Strasse nach dem AmdeneT-Skigebiet teilweise vereist, m. K. fahrbar. Strasse nach den Kurhäusern in den Flumserbergen wegen Vereisung m. K. offen. Schwyz: Strasse Richterswil/Pfäffikon-Einsiedeln-Oberiberg vereist und stellenweise aufgeweicht, Ketten notwendig. Sattelstrasse wegen Schleudergefahr schwierig passierbar. Etzelstrasse wegen starker Vereisung ungeeignet. Glarnerland: Talstrasse schneenass, m. K. offen bis Linthal. Sernftal m. K. passierbar bis Elm. Kerenzerbergstrasse aufgeweicht und stellenweise vereist, Mitnahme von Ketten ratsam. Graubünden: Prättigauerstrasse m. K. passierbar bis Klosters. Weiterfahrt nach Davos über Wolfgang m. K. möglich, vorsichtiges Fahren wegen Schleudergefahr angezeigt. Strasse ChuT-tArosa vereist, m. K. ab St. Peter offen. Chur-Lenzerheide-Oberhalbstein aufgetaut, m. K. befahrbar bis Bivio. Albulastrasse offen m. K. bis Bergün. Strasse Chur- Reichenau-Thusis-St. Bernhardin-Misox unpassierbar zwischen Hinterrhein und San Bernardino. Oberund • Unter-Engadin durchgehend m. K. gut passierbaT. Malojastrasse m. K. offen. Vorderrheintal befahrbar m. K. ab Reichenau bis Rueras. Innerschweiz: Strasse nach Engelberg aufgeweicht, m. K. vorsichtig befahrbar. Brünigstrasse aufgetaut, m. K. vorsichtig passierbar; Passhöhe- Brienzwiler ungeeignet. Gotthard: Nordseite stellenweise vereist, Ketten erforderlich ab Amsteg bis Gösohenen; Schöllenen gegenwärtig wegen Verwehungen ungeeignet. Südseite wesen Schleudergefahr m. K. ab Airolo bis Faido befahrbar. Berner Oberland: Haslitalstrasso m. K. offen bis Guttannen. Strassen um Interiaken nach Grindelwald, Läuterbnmnen, Kandersteg und Adelboden durch den gestrigen Regenfall stark aufgeweicht und stellenweise vereist, mit Ketten vorsichtig zu befahren. Simmental infolge nasser Schneeschicht schwierig m. K. befahrbar bis Zweisimmen. Saanenmöser, Jaunpass und Abzweigung nach Lenk unpassierbar. Jura: Bözbeng und Hauenstein aper. Weissenstoin befahrbar m. K. von Solothurn her bis Oberdorf; Gänsbrunnenseite gesperrt. Im Bernerjura sind die Uebergänge Les Rangiers, Pierre Pertuis und Franches Montagnes stark vereist und m. K. passierbar; vorsichtiges Fahren angezeigt. Uebrige Strassen schneefrei. Neuenburgerjura stark vereist; vorsichtiges Zirkulieren empfohlen. Westschweiz: Strassen im Waadtländerjura durch Regenfall vereist, vorsichtiges Fahren angezeigt. Strassen Montreux-Caux/Les Avants Ketten notwendig. Strasse Chätel St. Denis-Bulle-Chäteau d'Oex, Getaad-Gsteig m. K. schwierig befahrbar. Col des Mosses unpassierbar. Strasse Le Sepey- Leysin durch Schneefall blockiert Zufahrt nach Montana durch Neuschnee gesperrt. Rhonetal m. K. offen bis Fiesch, Weiterfahrt wegen Verwehungsn unmöglich. Zufahrten nach Champery und Ghampex über Orsieres rn. K. Montets gesperrt Frankreich: Faucille unpassierbar. Route d'hiver des Alpes durchgehend o. K. offen. Zufahrt nach Chamonix m. K. möglich. Autofähre. Die Direktion der Autofähre Intra- Laveno gibt bekannt, dass der Fähredienst vom 15. Januar bis und mit 14. Februar eingestellt ist. Neugründung: M. Junod, Garage und Reparafurwerkstätte, Vevey. Inhaberin der Firma ist Marguerite Junod in Vevey, bevollmächtigte Ehefrau des Fritz-Paul Junod. Domizil: Avenue de Plan. «o-key» A.-G., Zürich. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft gegründet Ihr Zweck ist die Durchführung von Geschäften, die mit der Autobranche oder dem Flugwesen im Zusammenhang stehen, insbesondere der Betrieb von Auto- und Aero-Garagen. Das Kapital beträgt 15.000 Fr., eingeteilt in SO Namenaktien. Einziger Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift ist H. Dütschler, Dipl.-