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E_1934_Zeitung_Nr.006

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N» 6 Es ist bei der Regelung des Stadtverkehrs den in Betracht zu ziehenden Schongebieten Rechnung zu tragen. Dass unter diesen Voraussetzungen darnach zu trachten ist, für die Verkehrabwicklung neue Strassen anzulegen, dürfte einleuchten. Zur Entlastung der Bahnhofstrasse stehen zwei Wege offen; entweder Verwendung des Schanzengrabens unter liebevoller Behandlung mit teilweisen Wasser- und Grünanlagen oder Erstellung eines linksufrigen durchgehenden Limmatquais. Die Schanzenstrasse über dem Graben würde auf die Stauffacherbrücke, dem Schlüsselpunkt des Verkehrs aus der Talsohle links der Limmät, geführt und von da in der Tiefe des Schanzengrabens oder ä Niveau des Terrains nach dem Bahnhofplatz, eventuell mit Unterführung unter den Bahnraum nach dem Talund Hanggebiet rechts der Bahnlinie nach Baden. Diese Schanzengrabenstrasse würde neben der Abwicklung für den Durchgangsverkehr zweifellos eine sehr gute Umleitung des Verkehrs zwischen den beiden eingangs bezeichneten Verkehrsgelenken ergeben, wobei allerdings der Bellevue- und Leonhardsplatz, auf dem jenseitigen Ufer der Limmat gelegen, in Rechnung zu stellen sind. Die Quaistrasse auf der linken Seite der Limmat hätte den Abbruch der Schipfe, eines für Zürich typisch-mittelalterlichen und an und für sich heute noch reizvollen Stadtbildes zur Folge. Auch die Wühre und Meise mtissten geopfert werden, sofern man die Strasse unbedingt am Wasser entlang führen wollte. Andernfalls wäre die Storchengasse zu verbreitern. Zur absoluten Schonung der Schipfe müssfe die Strasse unter dem Lindenhof in einem Tunnel geführt werden, wofür von verschiedener Seite Studien , . Die hauptsächlichsten Verkehrslinien der Stadt Zürich. I. Bahnhof platz, II. Leouhardsplatz, III. Bürkliplatz, IV. Bellevueplatz, V. Heimplatz, VI. StauffacherbTÜcke, VII. Paradeplatz, X. Sihlporte, B = Bucheggstrasse, W = WinterthuTenstraase, S = Sihlfeldstrasse. dem Städtchen Guise. Hier war anscheinend noch Etappe; es wimmelte von abgerissenen Feldgrauen, die offenbar auf ein paar Tage aus der Front gezogen worden waren. Eberhard fiel wieder der .stumpfe Blick dieser Menschen auf, die, als wären sie mit ihren Binnen gar nicht hier, teilnahmslos auf den Strassen herumstanden, müden Schrittes hin und her gingen und sich sichtlich nicht um das kümmerten, was um sie vorging. Das Städtchen bot, in früheren Kämpfen stark mitgenommen, einen trostlosen Eindruck; notdürftig mit Brettern belegte Dächer, fehlende Wände, abgeschossene Schornsteine. Vor einem halbwegs instand gesetzten Hause machte der Gendarm Halt und sprang vom Gaul. «Also, Junge, sag schön die Wahrheit! Sonst fliegste eklig rein ! Los!» Eberhard trat, den Gendarm neben sich, durch die offene Tür in das Haus, dann durch einen grösseren Raum, in dem sich mehrere Schreiber und Ordonnanzen befanden, in ein kleineres Zimmer. Oberst von Brandenstein sass an einem roh zusammengezimmerten Tisch in der Nähe des Fensters;'neben .ihm stand sein Adjutant. «Was ist los, Wachtmeister?» «Herr Oberst — habe den Mann da aufgegriffen in Nähe der Bahnlinie nach Mezieres.' Legitimation lautet auf Gottfried Bauer, hundertelftes Infanterieregiment.» «Was ist mit Ihnen?» wandte sich der Oberst an Eberhard. «Ihr Regiment liegt doch bei Noyon? Wie kommen Sie hinter die Front?» «Herr Oberst, ich bin nicht der Infanterist Gottfried Bauer, der wahrscheinlich schon lange gefallen ist, sondern der Graf Eberhard Hatzberg, früher Leutnant im Alexander-Garderegiment, seit 1915 für die Abteilung IIIB tätig.» «Was? Wer,sind Sie?» Eberhard wiederholte seine Angabe. «Sie haben Pech, Heber Freund! Ich kenne den Grafen Eberhard Hatzberg sehr genau! Das sind Sie nicht!» «Herr Oberst von Brandenstein — wenn Sie mir gestatten, den Bart abzunehmen, werden Sie mich sehr wohl erkennen. Vermutlich auch» — er wandte sich an den Adjutanten — «der Herr Hauptmann von Kegeln, obwohl er damals erst als jüngster Leutnant ins Regiment eingetreten war — als ich — Abschied nahm!» Der Oberst schien überrascht. Er fasste Eberhard schärfer ins Auge. Dann öffnete er die Tür und rief einer Ordonnanz. «Dem Mann den Bart abnehmen. Sofort. Und dann sofort wieder zu mir!» Als Eberhard rasiert wieder vor dem Obersten stand, sah ihn dieser einen Augenblick schweigend an. «Wahrhaftig — Sie sind es, Graf Hatzberg. Jünger sind Sie natürlich nicht geworden! Aber nun sagen Sie mir — was bedeutet das? Wie kommen Sie hierher? Wie kommen Sie in diese Uniform?» Eberhard erzählte. In grossen Zügen seihe vorhegen. Das linksseitige Limmatquai hätte neben einer Entlastung der Bahnhofstrasse auch eine*" solche des bestehenden Limmatund Rathausquais zur Folge. Eine Verbreiterung und Korrektur des Limmatquais vom Leonhardsplatz bis zur Gemüsebrücke wäre möglich ohne Beeinträchtigung wertvoller Gebäude. Von hier könnte der Verkehr durch die verbreiterte Storchengasse und Fraumünsterstrasse geleitet werden. Verschiedene Lösungen, die noch offen stehen. Auf dem rechts der Limmat gelegenen Stadtteil kann der Seiler- und der Hirschengraben vom Heimplatz bis zum Leonhardsplatz als gute Verkehrsumleitung in Betracht gezogen werden. Sodann wird der Dtirchbruch Zähringerstrasse-Heimplatz als ausgezeichnete Sammellinie dienen, sowie als Verkehrsverteiler nach den Stadtteilen links der Limmat, nach der Sihlporte, nach dem Limmatquai und der bestehenden Zähringerstrasse. Aus der Quaibrücke, Rämistrasse, Hirschenund Seilergraben, Bahnhofplatz, Strasse über dem Schanzengraben erhalten wir eine geschlossene Ringlinie, an welcher die Drehpunkte Bürkli-, Bellevue-, Heim-, Leonhards-, Bahnhofplatz und Brückenkopf der Stauffacherbrücke liegen. Von dieser Umfahrungslinie, die sich einzeln aus Durchgangsverkehrsstrecken zusammensetzt, ist eine Verbindung an beliebigem Punkt mit der City hergestellt. Es wäre denkbar, sofern eine Entfernung der Strassenbahn aus der City in Frage gezogen werden müsste, sie auf diesen Ring zu beschränken und auf den obigen Plätzen, wo die radialen Hauptverkehrsstrassen ansetzen, die Strassenbahnlinie ausstrahlen zu lassen. Ausser dieser Umleitungsmöglichkeit und den eigentlichen Quaiverbindungen bleibt die Möglichkeit eines linksseitigen Limmatquais offen. Als Umleitung im weiteren Rahmen kann die Tunnelstrasse, speziell nach Erstellung des Mythenquais, erst recht ins Auge gefasst werden. Sie wird heute schon, um von der Quaibrücke ins Limmattal und in die unteren Stadtteile zu gelangen, stark, zwecks Vermeidung einer Traversierung des Stadtkerns, benützt. In der Fortsetzung ist eine gute Umgehungslinie durch die Sihlfeldstrasse über die Wipkingerbrücke, Rosengarten, Bucheggstrasse von Süden nach Norden vorhanden. Von Altstetten—Schlieren aus ist in mittlerer Höhe eine direkte Verbindung mit dem Sihltal und der zweiten, auf mittlerer Höhe des linken Seeufers verlaufenden Hauptverkehrsstrasse geplant. Auf dem rechten Seeufer ist ebenfalls neben der bestehenden Seestrasse eine Hauptverkehrsstrasse auf mittlerer Höhe projektiert. Nach dem Glattal, Schaffhausen und Winterthur sind neben den teilweise ausgebauten Schaffhauser- und Winterthurerstrassen die neue Hofwiesenstrasse und insbesondere die Automobilstrasse nach Dübendorf vorhanden. Neben der bestehenden Badenerstrasse bleibt als Verbindung nach dem Limmattal die als Autostrasse anzusprechende Industriestrasse zu erwähnen. Eine Aufzählung aller radialen Ausfallstrassen kann wohl unterbleiben. Umgehungsstrassen im weiteren Rahmen können nur für den durchgehenden Lastwagen- und Personenüberlandverkehr in Frage kommen, im engeren Sinne zur Umfahrung und Entlastung gewisser Stadtteile, im engsten Rayon zur Entlastung überlasteter Geschäfts- und Hauptverkehrsstrassen in der City. Diese Umfahrungen vermögen aber im allgemeinen Korrekturen geeigneter Strassen' im Stadtinnern und die Anlage neuer eigentlicher Durchgangslinien, die oft mit der Sanierung innerer Quartiere verbunden werden können, nicht vollends entbehrlich zu machen. -Wy.- (Fortsetzune folgt.) Schweizerische Rundschau Zur Auslegung des Automobflgesetzes. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement hat in einem neuen Rundschreiben vom 19. Januar 1934 seine Stellungnahme zu einigen Vorschriften der Vollziehungsverordnung zum BG. über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr wie folgt bekanntgegeben: 1. Art. 5. Verwendung des landwirtschaftlichen Traktors. — In unserem Kreisschreiben vom 28. Dezember 1932 haben wir die Verwendungsmöglichkeit des landwirtschaftlichen Traktors folgendermassen umschrieben: «Mit einem landwirtschaftlichen Traktor können alle Fahrten ausgeführt werden, die mit der Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs in irgendeinem Zusammenhang stehon. Darunter fallen alle Fahrten, die für die Bearbeitung von Feld und Wald, die Verarbeitung und Verwertung der landwirtschaftlichen Produkte und die Zufuhr von Hilfsprodukten notwendig sind. Desgleichen für Fahrten zur Ausführung von Fronarbeiten (Gemeindewerk) und zur Zu- und Abfuhr von Baumaterialien für den eigenen Betrieb. Fahrten für Genossenschaften und Flurbereinigungen sind ebenfalls inbegriffen, sofern der Traktorbesitzer Mitglied der Genossenschaft ist und als solches zu derartigen Fahrten verpflichtet ist. Dagegen scheint uns das Mitführen der Produkte anderer Landwirte mit der Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs nicht mehr im Zusammenhang zu stehen.> Diese Auslegung veranlasste den Schweiz. Bauernverband zu einer einlässlich begründeten Eingabe. Er führte in der Hauptsache aus, dass das Verbot der Verwendung des landwirtschaftlichen Traktors gegen Lohn für Dritte dessen zweckmässige Ausnützung fast verunmögliche. Nach den Erhebungen des Schweiz. Traktorverbandes, welche mit denjenigen der Stiftung «Trieur» in Brugg übereinstimmten, seien bisher mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlichen Traktoren gelegentlich zu bezahlten Aushilfsarbeiten im Landwirtschaftsbetrieb Dritter verwendet worden. Es sei an vielen Orten Brauch, dass jeweils nur ein Traktorhalter zu Markte fahre, wobei er die Produkte anderer Landwirte gegen ein kleines Entgelt mit sich führe. Dadurch könnten die Landwirte viel Geld und Zeit ersparen. Der Traktor stelle für den Landwirt nur dann einen vollwertigen Ersatz des Pferdezuges dar, wenn ihm auch dessen Gebrauch zu landwirtschaftlichen Arbeiten für Dritte möglich sei. Wir haben daraufhin die kantonalen Automobilbehörden mit Kreisschreiben vom 28. November 1933 ersucht, uns ihre Stellungnahme dazu bekanntzugeben, ob sie es für notwendig erachten, dass die Verwendung des landwirtschaftlichen Traktors für Rechnung Dritter gestattet wird, oder ob sie die Umschreibung der Verwendungsmöglichkeit, wie wir sie in unserem Kreisschreiben vom 28. Dezember 1932 gegeben haben, für ausreichend halten. Die meisten Kantone sind damit einverstanden, dass die Verwendung des landwirtschaftlichen Traktors zur Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten für Rechnung Dritter gestattet wird. In verschiedenen Kantonen dürfte diese Umschreibung der Verwendungsmöglichkeit nach den erhaltenen Berichten einer direkten Notwendigkeit entsprechen. erste Zeit im Nachrichtendienst. Ausführlichst die letzten Erlebnisse in Paris. mitgeteilt, aus dem Nachrichtendienst ausschildert und zugleich seinen Entschluss «Man sollte das alles nicht für möglich halten», sagte der Oberst, — «aber es fällt mir er für die Abteilung IIIB wertlos geworden; zuscheiden. Denn wie die Dinge lagen, war nicht ein, an dem zu zweifeln, was Sie sagen. er konnte unmöglich den Versuch machen, Die Art, wie die Franzosen Spione hinter irgendwo, sei es in einem neutralen, sei es unserer Front absetzen, kennen wir, aber in einem feindlichen Lande, für den Generalstab tätig zu sein, denn die Agenten der lebend haben wir bisher keinen zu Gesicht bekommen. Sie scheinen ein unerhörtes Glück Entente wären doch sofort wie die Hunde gehabt zu haben.» hinter ihm her gewesen. Zwar nahm man in «Glück?» fragte Eberhard leise. Aber der Paris gewiss an, dass er längst tot war, aber Oberst war zu sehr mit dem beschäftigt, wo immer er auftauchte, würde ein d'Allancourt vorhanden sein, der ihm zum minde- was er da gehört hatte. «Ich werde also genauen Bericht an die Oberste Heeresleitung sten die Arbeit unmöglich machte. abgehen lassen, und Sie werden mir dabei «Ausserdem», schrieb er an den Obersten behilflich sein. Oder haben Sie mir einen andern Vorschlag zu machen?» Dienst. Könnte ich arbeiten wie früher, dann Nicolai, «— ich habe auch genug von diesem «Nein, Herr Oberst.» würden meine persönlichen Empfindungen «Sie werden, bis ich Weisung von oben keine Rolle spielen. So aber schaudere ich habe, hierbleiben müssen!» vor einem Beruf, der mir den liebsten Menschen genommen hat. Und — Sie werden «Gewiss!» «Haben Sie irgendwelche Wünsche?» das nicht verstehen, Herr Oberst — ich «Ich bitte um ein Gewehr und um die Zuteilung zu einem Truppenkörper, der nach es ist, Hunderte und Tausende von Menschen schaudere auch vor einem Beruf, dessen Ziel vorn geht.» in den Tod zu schicken. Sie werden sagen, Der Oberst sah ihn lange an. «Wissen Sie Hunderte und Tausende von Feinden. Ich auch, was Sie verlangen?» liebe mein Vaterland sehr, mehr denn je, «Ich weiss es, Herr Oberst!» weil bald der Tag kommen muss, an dem es dem Ansturm seiner Feinde erliegen wird, 29. aber ich habe während der Monate meiner Vier Tage blieb Eberhard in Guise, bis Pariser Haft über den Krieg nachgedacht der Bericht des Obersten abgegangen war. und habe gefunden, dass es verkehrt, dass Er selber hatte ausführlich an den Chef der es unsinnig ist, von Schuld und Nichtschuld Nachrichtenabteilung geschrieben, seine Erlebnisse in Frankreich und die seltsame Art, zu sprechen. wie er hinter die deutsche Linie kam, ge- (Fortsetzung im «Autler-Feierabend»j

N° 6 — 1934 AUTOMOBIL-REVUE Wir sehen uns veranlasst, die in unserem Kreisschreiben vom 28. Dezember 1932 gegebene Auslegung dahin abzuändern, dass der landwirtschaftliche Traktor' nicht nur im eigenen Landwirtschaftsbetrieb, sondern aushilfsweise auch für Rechnung Dritter gegen Entgelt zur "Verrichtung aller landwirtschaftlichen Arbeiten, wie sie im eigenen Betrieb ausgeführt werden dürfen, verwendet werden kann. Mit dem landwirtschaftlichen Traktor dürfen demnach auch die Produkte anderer Landwirte mitgeführt werden (Marktfahrten, Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. Erster Situationsbericht. Im Augenblick, da diese Zeilen erscheinen, sind alle Sternfahrer nach Monte Carlo aufgebrochen und kämpfen sich trotz der Unbill der gegenwärtigen Witterung nach dem südlichen Ziele durch. Bereits am letzten Samstag sind die am weitesten entfernten Konkurrenten gestartet, so dass sie sich nun schon den vierten Tag auf ihrer Reise befinden. Von den verschiedenen Startorten sind die ersten spärlichen Meldungen über die Abfahrt der Konkurrenten eingetroffen, auch die ersten passierten Kontrollen haben nach Monte Carlo telegraphiert. Im übrigen lässt sich aber die Situation im Augenblicke noch nicht gut übersehen. Vom Schicksal der meisten Fahrer selbst ist fast nichts zu erfahren, da diese jetzt wichtigere Dinge zu tun haben, als der Welt von ihren Sternfahrtserlebnissen zn erzählen. Alle Mitteilungen sind deshalb vorläufig als tmoffiziell zu betrachten. Eine Tatsache aber ist übereinstimmend festzustellen, und diese muss allgemeine Freude wecken : Die Witterungsverhältnisse ^~ind bis jetzt verhältnismässig noch gut geblieben. Ganz besonders trifft dies für die Athenfahrer zu, denen, so viel bis jetzt festzustellen ist, das Glück diesmal holder als je zu sein scheint. Die Temperaturen bewegen sich gegenwärtig in mittleren Bereichen, so dass weder Tauwetter noch eisige Kälte den Fahrern gefährlich werden. Die Strassenverhältnisse in Zentraleuropa sind ziemlich günstig; die meisten Routen sind trocken und zum grossen Teil auch schneefrei. Es hat allen Anschein, als ob sich diese erfreulichen Verhältnisse bis Ende der Fahrt nicht mehr ändern würden. Die Konkurrenten von Athen, Bukarest, Umea, Tallinn, Stavanger und John O'Groats «ind schon am Samstag aufgebrochen. Sie haben die weitesten Strecken zurückzulegen und unter ihnen dürfte auch der Sieger der Veranstaltung zu suchen sein. In Athen starteten innerhalb vorgeschriebener Frist 21 ^;on 25 gemeldeten Fahrern. Nicht zum ^starte erschienen sind R. Carriere-H. Avril (Peugeot) und W. E. Belgrave-M. T. Lacroze (M.G.). Die Fahrer der Equipe Marin (Mathis) legten ihren Start nach Saloniki vor und die Equipe Regresse (Citroen) nach Sofia. Nach zwei Tagen sehr starken Regens heiterte sich das Wetter in Griechenland rasch wieder auf. Ueber den Zustand der Strassen liefen vor dem Starte sehr gute Meldungen ein. Nur von einzelnen Gebieten wurde Nebel avisiert. In den Nächten sank die Temperatur bis auf —10 Grad. In Umea starteten innerhalb vorgeschriebener Frist sämtliche 23 Sternfahrer. Die Wetteraussichten in Skandinavien waren beim Start nicht so günstig wie in Athen. Leichte Fröste und Tauwetter wechselten nacheinander ab. Da die Witterung von einem Tag auf den anderen wieder umschlagen konnte, mussten sich die Fahrer aufs Geratewohl dem Glück anvertrauen. In Tallinn traten 17 von 21 gemeldeten Fahrern zum Starte an; vier Fahrer konnten infolge Defekten auf der Hinreise an dem Rallye nicht teilnehmen. Leider setzte in der Nacht vor dem Start ein Tauwetter ein, das die Strassen sehr schwer befahrbar machte. In Stavanger fuhren innerhalb reglementarischer Frist 16 Konkurrenten ab, zwei Wagen trafen nicht zur rechten Zeit in Stavanger ein und ein Teilnehmer zog es vor, den Start nach Oslo zu verlegen. Auf der Hinfahrt nach Tallinn hatte übrigens die Equipe Nr. 104 (Goudard auf Citroen) schweres Pech. Fünf Kilometer vor Potsdam verunglückten die Fahrer; glücklicherweise wurde bloss der Wagen selbst schwer beschädigt. Aus Saloniki wurde die rechtzeitige Durchfahrt mehrerer Athen- Fahrer signalisiert. Die Strecke soll sich in verhältnismässig gutem Zustande befunden haben. Die ersten Kontrollen nach Stavanger, Oslo und Tallinn melden die Durchfahrt der meisten Konkurrenten. Diese berichten jedoch von schwer vereisten, äusserst gefährlichen Strassen. In den verschiedenen Kontrollorten sind sorgfältige Vorbereitungen für die Durchfahrt der Konkurrenten getroffen worden. In Fahrten auf entfernt gelegene Alpwirtschaften usw.). 2. Art. 53, Abs. 2. tGewerbsmässige Personenbeförderung.» — In Ergänzung unserer Ausführungen über die gewerbsmässige Personenbeförderung in unserem Kreisschreiben vom 27. Mai 1933 stellen wir fest, dass eine solche auch dann stets vorliegt, wenn Personen zur Erzielung eines Einkommens gegen Entgelt planmässig auf Lastwagen mitgeführt werden, die zur Ausführung von regelmässigen Warentransporten, wie Milchfuhren, Marktfahrten usw., verwendet werden. Sportnachrichten Deutschland, das von rund 100 Sternfahrern berührt wird, werdet» die Grenzzollämter auch ausserhalb den gewöhnlichen Bureaustunden offen gehalten, und in den Städten werden Motorfahrer-Equipen die Konkurrenten erwarten und sie durch die Strassen geleiten. Der Radio ist in grossem Umfange in den Dienst des Rallyes gestellt worden. Wir nennen einige wenige Stationen, die morgen und übermorgen noch Berichte über die Sternfahrt übermitteln: Radio Toulouse orientiert am 23. Januar 20 Uhr 15 über die Situation, Marseille um die gleiche Zeit, Brüssel am 23. Januar um 13 Uhr 05, anlässlich der Kontrolle in dieser Stadt, und um 20 Uhr 10 nochmals. Am 24. Januar, um 12 Uhr 30, sendet Marseille und der Eifelturm eine Radioreportage über die Ankunft der Sternfahrer in Monte Carlo. Im folgenden sei der Vollständigkeit halber das noch kommende Programm der Sternfahrt nach Monte Carlo kurz wiederholt: Mittwoch, den 24. Januar: 8 bis 16 Uhr: Ankunft der Sternfahrer in Monte Carlo und Brems- und Beschleunigungsprüfung auf dem Boulevard Albert I. Donnerstag, den 25. Januar: Ruhetag. Freitag, den 26. Januar: Tourenwagenprüfung auf dem Quai Albert I. Samstag, den 27. Januar: Schönheitskonkurrenz für die Sternfahrt-Automobile. Sonntag, den 28. Januar: Defilee der Wagen und Schlussdiner mit Preisverteilung. bo. Monza in Erwartung der neuen deutschen Rennwagen. Die Ankündigung vom Start der neuen deutschen Rennwagen in Italien hat bei unsern sportbegeisterten südlichen Nach- Deutschlands neuester Rennwagen. Am 12. Januar wurden auf der Berliner Avus- Bahn mit dem seit langem mit Spannung erwarteten P-Wagen die ersten Probefahrten gemacht, deren Ergebnis die Erwartungen allem Anschein nach noch übertraf. Trotzdem der "Wagen noch nicht voll ausgefahren wurde, sollen Geschwindigkeiten über 240 km/St, erreicht worden sein. Genaue Angaben über den konatrak» tiven. Aufbau des ausseist gedrungenen Fahrzeuges liegen noch nicht barn als eigentliche Sensation gewirkt. Die Rennbahnleitung von Monza wird mit Anfragen um Eintritte überhäuft, da jedermann den nach ganz neuen Gesichtspunkten konstruierten P-Wagen und auch die Mercedes- Benz-Wagen sehen will. Die Monzabahn ist zur Zeit noch etwas vereist und weist noch einzelne Schneereste auf, so dass der erste Start noch abgewartet werden muss. Auf einer Autostrada in der Nähe von Malland unternahm vor wenigen Tagen v. Brauchitsch mit dem neuen Mercedes-Benz-Wagen einige erste unchronometrierte Probefahrten. Die Maschine soll Geschwindigkeiten bis zu 240 km/St, erreichen. Der ausprobierte Wagen ist für die Teilnahme am Mille Miglia-Renneti bestimmt. Er ist in Stromlinienform gebaut und zeigt einen silbergrauen Ton. Unter Umständen sollen mit diesem Wagen auch einige Weltrekorde angegriffen werden. Über die näheren Einzelheiten hüllt man sich noch in ein vorsichtiges Schweigen, x. *f> TOT. d« Sdhr Die Finanzierung des Berner Grand Prix. Wie wir in letzter Minute vor Redaktionsschhiss aus sicherer Quelle vernehmen, laufen die Zeichnungen für die Berher Rundstrecken A.-G. in sehr befriedigendem Masse ein. Die Gründung der A.-G. dürfte somit schon in kurzer Zeit Tatsache werden, x. Die Pläne des Schweizers Maag. Nicht nur die internationale, sondern auch die schweizerische Saison 1934 wird viel Aenderungen und eine Intensivierung des Autosportes bringen. Sehr wahrscheinlich wird unser Land in den kommenden ausländischen Kämpfen noch in vermehrtem Masse als bisher vertreten sein. Wir sind aus sicherer Quelle über die Pläne des tüchtigen jungen Zürcher Fahrers Maag orientiert worden, der bekanntlich 1933 die schweizerische Automobilmeisterschaft der Rennwagen gewann. Durch einen Skiunfall zu Beginn dieses Monats, der den Zürcher für einige Zeit ans Bett fesselte, wurde er in seinen Vorbereitungen, die er nun mit doppelter Energie aufnimmt, unterbrochen. Maag besuchte letzten Dezember die Alfa Romeo-Werke in Mailand und die Maserati-Werkstätten in Bologna. Da Alfa Romeo bekanntlich seine Wagen nicht an ausländische Fahrer verkauft, kam diese Firma für Maag nicht mehr in Betracht. Nach seiner Auffassung wird aber auch der neue Maserati 3000 cem in mancher Beziehung dem neuen Alfa Romeo ebenbürtig sein. Der Schweizer lernte die Gebrüder Maserati als sehr nette und strebsame Leute kennen, und fasste zu dieser Firma volles Vertrauen. Maag entschied sich somit endgültig für diese Marke und bestellte noch Ende des letzten Jahres den neuesten Dreiliter-8-Zylinder-Monoposto-Typ. Der Wagen wird allerdings erst anfangs Mai fertigerstellt sein. Maag wird auch die kommende Saison als Einzelfahrer bestreiten und ist froh, von niemandem abhängig zu sein. Das Hauptaugenmerk wird er den verschiedenen grossen internationalen Preisen schenken. Dass er auch den Bergrennen treu bleibt, versteht sich von selbst. Der Schweizer wird anfangs Februar nach Mailand fahren, um sich dort in die Geheimnisse der italienischen Sprache zu vertiefen und dann im März und April mit seinem Mechaniker zusammen der Montage des Wagens beiwohnen. Maags Mechaniker stand früher in den Diensten Täubers und kennt sich auf Rennwagen sehr gut aus. Auch für die allfälligen Revisionen des Wagens ist vorgesorgt. Maag hat schon jetzt in Zürich eine k'eine Werkstätte eingerichtet, die ausschliesslich dem rotweissen Vollblüter dienen wird. Der Schweizer ist voller Hoffnung, unser Land bei allen Rennen ehrenvoll vertreten zu können. Zu diesem Vorhaben kann man ihm nur von Herzen Glück wünschen. bo. Gründungsversammlung des Auto-Camping- Clubs der Schweiz. Am kommenden Samstag den 27. Januar, findet im Hotel Schweizerhof in Bern (Beginn 14 Uhr 15) die Gründungsversammlung des Schweiz. Auto-Camping- Clubs statt (A.C.C.S). Die Traktanden sehen eine Besprechung und eventuelle Genehmigung des Statutenprojektes, die Konstitution des Clubs und seiner Organe, das Tätigkeitsprogramm für 1934, sowie Verschiedenes vor. Alle Automobilisten, die sich für das Camping interessieren (oder, um die Bedeutung dieses fremden Wortes zu nennen, das Kampieren mit dem Zelt im Freien), sind zu der Versammlung eingeladen, gleichwohl, ob sie einer automobilisten Vereinigung angehören oder nicht. Die Schweiz soll somit ebenfalls einen Auto-Camping-Club erhalten, nachdem hier das Ausland schon lange vorangegangen ist. Die Sitte des Auto-Campings ist nicht neuesten Datums; durch die Schaffung des Clubs sollen lediglich die Interessen besser verteidigt und auch die Camping-Plätze ausgestaltet werden. Bekanntlich hat der A.C.S. seinerzeit bereits eine ganze Anzahl von schweizerischen Camping-Plätzen bezeichnet. Mit dem sehr gelungenen Anlass im vergangenen August bei Caux ist auch in der weiteren Oeffentlichkeit dieser neue Sport erstmals bekannt geworden. An der Spitze der Initianten steht wiederum Felix Ducommun in La Chaux-de-Fonds. Das Statuten- Projekt nennt als Zweck der Vereinigung den Zusammenschluss der Auto-Camping-Sportler und die Propagierung dieser neuen sportlichen Betätigung. Der A. C. S. erhält das Patronat über den neuen Club und wird voraussichtlich auch dessen Geschäfte vom Zentralsitz aus regeln. Die Initianten der Neugründung hoffen auch, durch Verlegung des Auto-Campings auf eine breitere Basis die ausländischen Autotouristen noch in vermehrtem Masse anziehen zu können. x.