Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.004

E_1934_Zeitung_Nr.004

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° Gntnmi erforderlicb ist, rerursachen allerdings die chirurgischen Arbeiten an den alten Reifen etwelche Mühe. Mit'Rücksicht auf die Fabrikanten richtiger Gleitschutzketten, die auch leben wollen, ist das aber nur gerecht Und abgesehen davon, hat jeder Autler einmal Launen, in denen er sich gerne stundenlang an etwas Widerspenstigem austobt. Die aufzuziehenden « Ueberfinken > sollen Originalgrösse haben, d. h. gleich gross sein wie die Reuen, die sich schon auf dem Rad befinden. th- Wohin mit dem Filzhut? Ei« momentan unbenutzter Filzhut ist in manchem geschlossenen Wagen ein entschieden unbequemer Gegenstand. Gibt man ihn einem Mitfahrer in Obhut, so lässt ihn dieser bestimmt früher oder später unbemerkt fallen, und am Ende der Fahrt ist von ihm nur noch ein zertrampeltes Häuflein Elend übrie.-Filzhüte haben Mfl Hilfe einer Federklammer lässt sich ein unbenutzter Filzhut bequem an der Wagendecke aufbewahren. auch eine ausgesprochene Neigung « besessen > zu werden, was ihrem Aussehen auch nicht besonders frommt. Oder sie fliegen zum Fenster hinaus usw. usw. Das ganze grosse Problem ist aber technisch einwandfrei zu lösen, indem man an der Wagendecke einen Huthalter, wie oben skizziert, anbringt. Gerade jetzt, wo man den Filzhut wohl in Zivil, im Wagen jedoch lieber eine warme Ohrenkappe trägt, verdient diese Möglichkeit Beachtung. ^s. Manchmal tiegtsam Kurzschlusskabel. Wenn keine Kerze im Motor zündet* ist es zwecklos, sie herauszunehmen, denn dann liegt der Fehler nicht ,an den Kerzen. Es braucht auch nicht durchaus am Magneten zu fehlen. Zugegeben dass in diesem Fall damit zu rechnen ist. Aber ebensogut ist es auch möglich, dass das sogenannte Kurzschlusskabel sich an; einer Stelle blank gescheuert hat und Masseschluss verursacht. Um das festzustellen, ist es nur nötig, den Deckel des Unterbrechergehäuses, abzunehmen. Springt die Maschine dann an, so Hegt es am Kabel. Springt sie aber nicht an, wird der Magnet der Schuldige sein.' Bgence Service Qrösetes Lager geschlossen zu verkaufen od. zu vertauschen gegen MOTORRAD mit oder ohne Seitenwagen. 61732 Albert Stähr, Kehrgasse 55, Bümpliz. Sie einen Wagen ausschreiben, eine Occasion kaufen, eine Stelle suchen, einen Chauffeur oder Mechaniker engagieren, eine Liegenschaft kaufen oder verkaufen wollen, dann füllen Sie nachstehenden Coupon aus. Hier abtrennen An die Administration der „Automobil-Revue", Bern Nehmen Sie nachstehenden Text ein-, zwei-, dreimal (Nichtzutreffendes bitte streichen) in Ihrem Blatte auf. Betrag folgt anbei - per Postcheck 111/414- ist per Nachnahme zu erheben (Nichtzutreffendes bitte streichen). (Ort und Datum) (Adresse) Ted* SPEZIAL-CITROEN-REPARATUR WERKSTÄTTE 1 „auto-has' F IAT 503

Bern, Dienstag, 16. Januar 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 4 Januar E. W. — Der Januar ist der Morgen des Jahres, deshalb ist alles weiss und jung, rein und stark an ihm. Hat man je froheres, weisseres Licht gesehen als im Januar? Es trieft manchmal förmlich in Silberschimmern vom Himmel, auch wenn dies nicht vom Widerschein des Schnees kommt. Ach, was erwartet man nicht alles, wenn man, eine einzige inbrünstige Hoffnung und Erwartung, aus dem glücklichen Morgen in die Weite des Tages Ausschau hält! Gesund und stark wird einem zu Mut, wie ihm, dem gesunden, frischen und starken Januar. Her Zauber von Jugend, der ihn auszeichnet, verwandelt auch den, der in seinem, Scheine geht. Und der Anfang, in dem man steht, ist so leicht und sorgenlos wie jeder Anfang. Ein wohliges Gefühl der Lust bringt uns zum ständigen feinen Lächeln. So wenig ist noch getan, so frisch fühlt sich das Herz, man verspürt gar keine Müdigkeit. Man weiss genau, das Ende ist so weit und fern, dazwischen liegt die Ahnung vieler Dinge, die alle schöne, lokkende Gesichter tragen; man denkt an die ersten Amselschläge, an die Frühjahrssterne, an den Maienmond. Der Januar ist noch ganz Winter wie eine starre, hohe Mauer, hinter deren kalter Düsternis keine Gärten liegen. Aber manchmal durchströmt diese Januartage doch etwas Leises, Lindes, Wunderbares, das durch Schnee, Eis und Nordwinde hindurch im Herzen sonderbar seliges Geriesel weckt. Es kann ein eigentümlich warmer Föhnhauch, aprilene Himmelsbläue, ein besonders sanft am Firmament zitternder Stern oder ein ungewohnt zart getönter Lichtstreifen im Horizont sein. Herzzerr eissend schön ist diese fremdartige Berührung, mitten im eisigen Winde bleibst du da stehen und lächelst diesem Kuss von einem Traume zu, der Wirklichkeit geworden. Der Glanz des Himmels, der Luft und des Wassers ist so eigen, dass du erst staunst, dann erschrickst und schliesslich laut aufjubeln möchtest: Die Liebkosung macht dich ganz trunken. Zeuge bist du da eines Wunders, dessen erregende Keime du eben erblickst: Es ist ein vorweg geirrter Strahl, ein vom fernen Himmel auf die Insel der Erde verwehter Hauch der Frühlingsmorgendämmerung. Die Maus denen Gerätes war auf dem handgrossen Photo noch sichtbar. Es glänzte das graue Mausfell, die Augen hatten ihren Blick nicht verloren, die Füsslein lagen verkrampft und erstarrt. Was gab es auf dem Dachboden zu knabbern? — Wenig! Ein paar staubdürre Körnlein, vielleicht noch aus der Notnachzeit des Krieges her, eine gelbe Stange Seife, ein Stümpfchen vergessener Kerze, Lederhäute, alte, weggeworfene Schuhe, und sonst? Truhen voller Spinnweben, Winkel voller Staub, ein Schrank voller Gottvergess' und Gehörtnimmermein! In den fensterhellen Stuben des Hauses aber — da lag es aufgehäuft in Kasten und eisernen Kassen, da fütterte man die Katze,