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E_1934_Zeitung_Nr.010

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10 dem vertikal auf- und

10 dem vertikal auf- und abwärtsbewegen kann, wodurch die Stossübertragung auf den Wagenaufbau auf ein Minimum reduziert und eine Beeinflussung der Lenkung durch Strassenunebenheiten ausgeschlossen wird. Eine weitere, spezifische Eigenschaft des vorliegenden Federsystems ist die, dass beim Kurvenfahren der Wagenaufbau sich nicht mehr nach auswärts neigt, da unter dem Einfhiss der Zentrifugalkraft die äussere Feder stärker als sonst üblich vorgespannt wird. Die Federung vereinigt deshalb die Vorteile der starren Achse mit denen der Schwingachsen. -y- P!e Giftwirkung der Auspuffgase. Nach neuen Feststellungen soll die Giftwirkung der Auspuffgase weniger dem in ihnen enthaltenen Kohlenoxyd, als vielmehr den ungesättigten Kohlenwasserstoffen zuzuschreiben sein. Nach Mitteilungen von H. Görlacher sollen die Konzentrationen von Kohlenoxyd, die praktisch meistens vorkommen, auf den menschlichen Organismus eher fördernd einwirken, wogegen schon Spuren ungesättigter Kohlenwasserstoffe, einige Zeit eingeatmet, schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Versuche sollen ausserdem gezeigt haben, dass auf ungeteerten, staubigen Strassen die Vergiftungsgefahr grösser ist als auf geteerten, da angeblich durch Strassenstaub bis 0,5 % der Giftgase gebunden werden. . -y- Wasser Im Vergaser... Besonders die alten Routiniers oder Besitzer älterer Wagen wissen, wie unangenehm sich wenige Tropfen Wasser im Vergaser bemerkbar machen können. Der Motor beginnt plötzlich die sonderbarsten Launen an den Tag zu legen, schiesst und spuckt, wie wenn ihm im nächsten Moment der Brennstoff ausginge, um vielleicht gleich darauf wieder für kürzere oder längere Dauer normal zu arbeiten. Bis man sich endlich geschlagen gibt und anhält. um den Vergaser zu reinigen, kann man sich manchmal schon in allen Farben der Regenbogenskala geärgert haben. Durch die Verwendung von Filtern und Wasserabscheidern lassen sich allerdings diese Unann^hmlichkeiton heute schon weitgehend vermeiden. Eine neugeschaffene kleine Vorichtung soll nun jedoch das Uebel endgültig ausrotten, indem sie dafür sorgt, dass eventuell trotz alledem noch in die Schwimmerkammer gelangende Wassertropfen elektrolytisch zerlegt, d. h. also vergast Tn -rl'Pi c >rhwim r "< 1 !rVfirnni»r dazu an der tiefsten Stelle nur zwei winzige, an die Batterie angeschlossene Elektroden eingebaut zu werden. Eine merkliche Mehrbelastung der Batterie ist nicht zu befürchten, da zur Zerlegung eventueller Wassertropfen nur geringe Strommengen notwendig sind und Strom nur immer dann fliesst, wenn Tedhin. 5 P '«»da sich ein Wassertropfen zwischen den Elektroden befindet. -at- Frage 8973. Verwendbarkeit eines Elektromagneten. Kann man einen Elektromagneten an den hochgespannten Strom einer Autobatterie von 6 Volt anschliessen? Igt ein solcher Elektromagnet selbst herzustellen? E. H. in B. Antwort; Mit dem Strom einer Autobatterie, deren Spannung von 6 oder 12 Volt man zwar keineswegs als « hoch » bezeichnen kann, lässt sich ein Elektromagnet von .geeigneter Ausführung ohne weiteres betreiben. Wenn es Ihnen nur darauf ankommt, -auf irgend eine Art Elektromagnetismus, z. B. zu Demonstrationszwecken, zu erzeugen, so können Sie eich einen Elektromagneten auch leicht' selbst verfertigen. Sie brauchen dazu nur auf einem Weicheisenstab einige Dutzend Windungen eines isolierten Kupferdrahtes laptenwelse aufzuwickeln und die beiden Drahtenden mit den Anschlussklemmen der Batterie zu verbinden. Je höher die Zahl der Windungen und die durch sie durchfliessende Stromstärke is.t, um so stärker wird auch das Eisen magnetisiert. at. Frage 8974. Hochstolleltpneus. Haben die Winter- oder Schneereifen, wie sie neuerdings in den Handel kommen, durch ihr starkes Rülenpxofll auf die Karosserie oder Hinterachse (Differential) einen schädigenden Einfluss gegenüber den Normalpneus? H. S. in Z. Antwort: Wenn wir Sie richtig verstehen, interessieren Sie sich für die Opportunität der Anwendung sog. Hochstollen pneus. Irgendwelche schädigenden Einflüsse auf die Antriebsorgane des Wagens oder die Karosserie sind durch Anwendung dieser Pneus so gut wie ausgeschlossen. Ein- AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N« 10 im Wagen seihst aufladen könnte. Oder würde die Qeleuchtungsanlage dadurch eventuell geschädigt? Selbstverständlich würden bei der Ladung alle 'Stromverbraucher am Wagen ausgeschaltet. G. B. in S. Antwort: Die Batterie kann ohne weiteres im Wagen aufgeladen werden. Es ist einzig dafür zu sorgen, dass bei in einem Kasten eingebauter Batterie die Gase, die bei der Aufladung entstehen, trotzdem leicht abziehen können. Eine Beschädigung der Beleuchtungsanlage ist jedoch keineswegs zu befürchten und eine Installation, wie Sie eie vorgesehen haben, genügt ohne weiteres. at. Fragt 8976. Rasches Kurvenfahren. Wie kommt man Tascher um eine Kurve", indem man ein Schleudern in Kauf nimmt, oder indem man nur gerade so schnell in die Kurve einfährt, als es ohne zu schleudern möglich ist? F. J. in Z. Antwort: Ein guter Rennfahrer bringt seinen Wagen beim Befahren einer Kurve nie absichtlich stark ins Schleudern, denn starkes Schleudern bedeutet immer Zeitverlust. Er richtet also seine Fahrweise so ein, dass der Wagen wohl eine möglichst hohe Geschwindigkeit hat, aber doch « gerade noch nicht » schleudert. Mit diesem Vorgehen ist er auch imstande, bereits in der Kurve wieder Gas zu geben, während er sonst Frage 8977. Erhöhen der Motorleistung. Ich beabsichtige, die Zylinder meines Personenwagens zwecks Erreichung einer höheren Maximalgeschwindigkeit, besserer Beschleunigung und grösseren Anzugsvermögens auszubohren, und Leichtmetallkolben einzusetzen. Hält das Material die Beanspruchung aus und werden die obenerwähnten Fahreigenschaften erzielt? F B. in S. Antwort- Von einem Ausbohren der Zylinder zum Zwecke der Leistungssteigerung des Motors raten wir Ihnen dringend ab. Es ist wesentlich zweckmässiger, wenn Sie den Verdichtungsgrad erhöhen. Zu diesorn Zwecke verwenden Sie statt der Graugusskolben 2—4 mm höhere Leiehtmetallkolhen. Wenn Sie jedoch die Zylinder ausbohren lassen, so können diese später bei Abnützung nicht mehr ausgeschliffen werden. Es fragt sich auch, ob sich eine derartige Reparatur noch lohnt. + mal sorgt die Elastizität des Pneus dafür, dass keine merklichen StÖsse auftreten, und ausserdem sind Erschütterungen meist schon dadurch ausge- Frage 8978. Druckschmierung und Schleuder- Was versteht man bei einem Automoschlossen, dass die Stollen schräg über dem Rei-schmierungfenumfang verlaufen, so dass der wirksame Raddurebmesfier praktisch immer der genau gleiche Schleuderschmierung? R 0. in S. bilmotor unter Druckschmierung und was unter bleibt. Schliesslich sei auf die Tatsache verwiesen, dass selbst bei der Verwendung von Schnee- sind die beiden Schmiersysteme in den beistehen- Antwort: In zwei modernen Ausführungen ketten, welche die Achse deutlich zu erschüttern den Skizzen dargestellt. Bei der Druckschmierung vermögen, kaum irgendwelche schädlichen Auswirkungen im Antrieb oder an der Karosserie zu das Oel aus einem Filter an und drückt es in eine saugt die im Kurbelgehäuse untergebrachte Pumpe beobachten sind. at. Hauptleitung, von wo e3 einerseits zu den Kurbelwellenlagern, durch Bohrungen in der Kurbelwelle Frage 8975. Aufladen der Batterie. Bisher habe zu den Kurbelzapfen und eventuell durch Kanäle ich die Batterie meines Wagens, die unter dem noch zu den Kolbenbolzen gelangt, während andererseits bei Motoren mit obenliegender Nockenwelle Wagenboden und den Vordersitzen angeordnet ist, zum Aufladen immer herausgenommen. Da aber eine weitere Druckleitung zum Ventilsteuerungsmechanismus führt. Die Zylinderwandungen wer- im Winter besonders häufig aufgeladen werden muss, andererseits ein Nachfüllen von destilliertem den auch bei der Druckschmierung ledielinh durch Wasser selten nötig ist, frage ich mich, ob man umhersprühendes Oel geschmiert. Das abfliessende nicht einfach von Batterieklemmen eine Leitung und abtropfende Oel sammelt sich meist wieder im zu einem Steckkontakt le?en und die Batterie und besinnt dann spinpn Kreislauf von neuem. Gelegentlich, bei Motcrwi mit sogenanntem « trockenen» Oelsumpf, drückt jedoch eine zweite Pumpe, das in dem Kurbelgehäuse-Unterteil abtropfende Oel in einen besonderen Vorratsbehälter zurück, von wo es dann ersj wieder in Umlauf kommt. Ursprünglich verstand man unter der Schleuderschmierung ein Schmiersystem ohne Oelpumpe. Die einzelnen Lager- und Reibstellen wurden lediglich dadurch mit Oel versorgt, dass die l'leuelstangenköpfe bei jeder Umdrehung das im Kurbelgehäuse-Unterteil befindliche Oel eintauchten und Oeltröpfchen im ganzen Motorinnern herumschleuderten. Heute wlässt man sich auf diese Sohleuderwirkung nur noch zur Schmierung der Kurbelzapfen, der Zylinderwände und etwa der Nockenwelle, versorgt jedoch auch .die Kurbclwellenlager durch eine Pumpe mit Oel. Was man heute ale Schleuderschmierung bezeichnet, ist deshalb eigentlich eine Kombination von Druckschmierung und Schleuderschmierung. Berichtigung. In der Formel, die in der Sprechsaal-Antwort 8066 zur Berechnung der Motorleistung angegeben wurde, blieb infolge eines Versehens die Verhältniszahl 0,785 unberücksichtigt. Die Formel muss also lauteni • pm d a 0.785 • s • n N 60 • 75 Zukaufen gesucht Berliet-Motor 90/130, gut erhalten. Offerten mit Angabe de: Nummer und des äussersten Preises unter Chiffre 62033 an die Zukaufe** h 1-2 PNEUS Dimension 905 X 165. Marke nebensächl. 62036 Offerten an Krankenhausverwaltung, Flawil. 1 Vorder-Achse i m. Vorderradbremse für Fiat-Lastwagen 507. Fritz Steiner, Autogarage, Ersigen bei Kirchberg. Auto- Reparatur- Werkstätte mit Maschinen, Werkzeugen u. Transmission, in gut. Zust. Ev. Zahlungserleichterung. — Offerten nnt. Chiffre 14223 an die Automobil-Revue. Bern. irgendwelcher Art, für Chassis MATH IS, Nr. des Chassis 266-211, Modell 1928. — Offerten unter Chiffre P 15103 D an Publicitas, Delsberg. 61980 samt Pneu und Schlauch zu Fr. 45.— zu verkaufen Automobil-Revue. Bern. 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Bern, Dienstag, 6. Februar 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 10 Dem bereits seinerzeit in unserm Blatte besprochenen Buche des Schweizers Tschiffely, « Zehntausend Meilen i m Sattel > (Montana- Verlag, Horw), entnehmen wir im folgenden einen kurzen Abschnitt. Der Verfasser durchritt mit seinen zwei Pferden Mancha und Gato, eine Strecke von 16.000 Meilen, die von Buenos Aires nach "Washington führte. Der Ausschnitt vermittelt nur einen kleinen Begriff der vielen Abenteuer, die der unternehmungslustige Schweizer, der früher Lehrer in Buenos Aires war, zu bestehen hatte. Die Red. San Salvador. Diese süd- und mittelamerikanischen Republiken scheinen mit besonderer Vorliebe immer die dunkelhäutigsten, unwissendsten Männer als Hafenkapitäne und sonstige Beamte zu bestellen. Auf diese Art und Weise erhalten Besucher und Reisende stets den schlechtesten Eindruck eines Landes. Mir war es ja in dieser Beziehung immer gut gegangen, nur nicht in San Salvador. Zuerst wollte man Geld aus mir herauspressen. Als das nichts half, versuchten sie durch Beschlagnahme der Waffen sich zu rächen. Zum Schluss wurde es mir einfach zu dumm, amerika, auch dort meinem Hauptvergnügen, d. h. ich besuchte die unglaublich schmutzigen, aber von buntestem, echtestem Volksleben überquellenden Märkte, auf denen ich oft meine Nahrung kaufen musste. Fleisch mied ich; auch Fische strich ich ganz von meinem Speisezettel, denn das Klima und sie passten nicht zusammen, sie waren doch nur höchst selten frisch. Die Fliegenschwärme, die schillernd und fett auf den Fleischstücken hocken, genieren die Verkäufer nur wenig. Ganz gewohnheitsmässig fahren sie von Zeit zu Zeit mit der Hand durch die Luft, machen « Ssch! » — manche pfeifen sogar —, aber den Fliegen ist das so gleichgültig wie dem Fleischverkäufer. In Salvador geriet ich immer wieder mit der Polizei zusammen. Sooft ich ein Dorf betrat oder verliess, wurde ich fast jedesmal von den dunkelhäutigen, schmierigen und zerlumpten Vigilantes angehalten. Immer wollten sie «documentos» sehen, Namen wissen und sonst noch alles mögliche, wie es ihnen gerade in den Sinn kam. Ich würde heute noch irgendwo in San Salvador herum und ich ging zum Angriff über, das ist immer noch die beste Verteidigung. Die dun-hängenkeln Herren merkten gar bald, dass sie an der Regierung besessen hätte. Die Vorsicht wenn ich nicht Empfehlungsbriefe die falsche Adresse geraten waren und versuchten, ihr früheres Benehmen durch wort- das Land stand unter Kriegsrecht, weil es der Behörden war an sich erklärlich, denn reiche Entschuldigungen ungeschehen zu wieder einmal revolutionär brodelte. Der Chinamann zählt zu den alltäglichen Erscheinungen. Ueberall stösst man auf die machen. Ich blieb nicht lange in La Union, das einen schlechten Geschmack auf meiner Zunge hinterliess, und machte mich zur Hauptstadt auf. Vor vielen Jahren gab es einmal eine Wagenstrasse, doch seit ein baufälliger Schienenstrang errichtet worden war, wurde die Landstrasse immer mehr vernachlässigt und ist heute vollkommen unnütz und höchstens noch als Saumpfad für Maultier, Pferd und Esel brauchbar. Nach einigen brütendheissen, drückenden Marschstunden gelangten wir in ein kleines Dorf. Man hatte eben ein Kind begraben, so dass von Schlafenkönnen keine Rede war, denn die Trauernden tranken, tanzten, stritten und heulten die ganze Nacht wie die Wölfe bei Vollmond. Der Tod eines Kindes oder einer Jungfrau muss, der Sitte gemäss, auf diese eigenartige Weise gefeiert werden. Einer greift auf der Guitarre ein paar lustige Akkorde, man springt auf und tanzt und singt; nun wechselt die Melodie ins Dunkle und Traurige hinüber und gibt das Zeichen zu neuem Heulen, Jammern und Trinken. Der Zustand der Gäste verriet, wie eifrig sie den Mollakkorden gefolgt waren. Die kleine Republik Salvador ist dichtbevölkert. Ich frönte, wie überall in Latein- jF JE JUJI Zehntausend Meilen im Sattel Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) «Deine Anschauung ehrt dich, jul, allein... aus dir spricht der Idealismus der Jugend, aus mir der Skeptizismus des Alters, und jede Lebensanschauung ist vor allem das Produkt eines Lebensalters, ich machte bis jetzt die Erfahrung, dass eine glückliche Kombination in Crepe de Chine oder ein verlockender Traum in Velour satin den Männern mehr bedeutet wie das, was du die Schönheit des inneren Zaubers einer Frau nennst. Und darum legen die Frauen klugerweise darauf so grossen Wert. Sie bekämpfen die Männer nur in ihren Schwächen. Sie wissen, dass sie ihr Lebensziel, den Mann zu gewinnen, mit einem richtigen Decollete viel eher erreichen, wie mit hohen Geistesflügen.» Die Frauen waren wohl der schwächste Teil seiner Lebensauffassung. Ein leidenschaftlicher Fanatismus der Schönheit beseelte ihn. Er sah in der Frau den meerentstiegenen Reiz ihres Aeusseren, er wurde zum Von A. F. Tschiffely. einen schattigen Baum stellte und warten Hess, bis ich Gato aus dem Boot draussen Himmelssöhne, die sich als betriebsame hatte. Plötzlich hörte ich Mancha schnauben und sah, wie er nervös um sich blickte. Händler und Kaufleute durchbringen. Eines Tages stand ich wieder einem Polizisten gegenüber, der mich ausfragen wollte. Im Nuund rannte zu Mancha, um die Ursache sei- Schleunigst stellte ich Gato auf festes Land waren wir beide von Chinesen und verwegen aussehenden Müssiggängern umgeben. ich sie auch: eine grosse Schlange im Gras. nes Benehmens zu ergründen. Bald entdeckte Der Polizist tat mächtig wichtig und imposant, zog etwas Schmutzig-Fettes, eine Art bange geworden war. Ich tötete das Reptil, Kein Wunder, dass es Mancha angst und Notizbuch, aus der Tasche und tat, als könne und dann zogen wir weiter nach dem kleinen Städtchen Cojutepeque. er lesen und schreiben. Mein Pass, den ich vorwies, war zuviel für ihn; er übergab ihn \ Dort konnte ich die ganze Nacht kein deshalb einem «gebildeteren» Zuschauer, der Auge schliessen, weil eine Musikkapelle, Betrunkene und Raketenkrachen einen Höllen- ihn mühsam und unter vielem Stocken und Gacksen entzifferte. lärm vollführten. Man feierte irgendeinen San Miguel war die erste kleine Stadt auf der vielen Heiligen. unserem Weg. In ihrer Nähe, ungefähr 130 Die Ritte durch Salvadors Dörfer während der Siestazeit gemahnten mich stets Kilometer weit entfernt, erhebt sich ein Vulkan gleichen Namens, der hin und wieder an Besuche vorgeschichtlicher Ruinen. Nicht sehr tätig ist. Am Wegrand lagen viele eine Menschenseele war zu erblicken, ausgestorben lagen Haus und Hof, nur das Klap- grosse Eidechsen in der Sonne, und an den Bächen standen nackte Frauen und wuschen pern der Pferdehufe auf dem buckligen Pflaster unterbrach die fast unheimliche Stille. ihre Wäsche, während ihre zahlreichen Kinder herumsprangen und spielten. Das Land Die Hitze stieg in Wellen vom Boden auf, ist fruchtbar und bringt Kaffee und ver-strahlte von den Häuserwänden wider; da schiedene Tropenfrüchte hervor. Es war drückend heiss, immer wieder musste ich Untertan ihres körperlichen Zaubers, aber ebenso schnell konnte ihn eine Frau ernüchtern, wenn sie ihm sonst nichts zu bieten vermochte. Aber es adelte seine Gesinnung, dass er selbst mir sein Vertrauen in seinen Beziehungen zu den Frauen entzog. Niemals sprach er darüber. Wie oft verschwand er wochenlang aus meinen Blicken, und dann wusste ich immer, mein Freund Jul war wieder einmal auf der Suche nach der inneren Schönheit eines weiblichen Wesens. Und wenn er eines Tages wieder bei mir erschien, und tat, wie wenn nichts gewesen wäre, dann wusste ich, mein Freund Jul war wieder einmal von einer Expedition zur Suche nach der idealen Frau ergebnislos heimgekehrt, war in den Sumpf der Ernüchterung geplumpst, um, an einer Hoffnung ärmer und an keiner Erfahrung reicher, zur Wirklichkeit zurückzukehren. Und alles dies, weil "ihm die schmachtenden Blicke schöner Frauenaugen und die Veriuhrungskünste einer Schneiderin nichts mehr zu sagen vermochten. Und ich ... ich kannte ihn und wusste, dass er in leidenschaftlichem Hoffen immer und immer wieder den suchenden Weg seines Träumens gehen werde, um die Frau zu finden, die ihm die Erfüllung seines Lebenstraumes bringen würde. Und mein Freund Jul hat diese Frau gefunden. So will ich von der Liebe meines Freundes SCHÖNHEITSPFLEGE nach Dr. Spu/il. Neue Wege in der Kosmetik! W. von Travers • ZÜRICH, Bahnhofs*!-. 94 • Tel. 57.451 innehalten und die Pferde im spärlichen Schatten abkühlen lassen. Kreischende, knarrende Ochsenkarren kamen uns entgegen. Diese Fahrzeuge sind mit halbrunden Holzrippen versehen, über die man als Schutz gegen Sonne und Regen eine Plane legt. Die Männer tragen weite, weisse Pluderhosen und ein Hemd gleicher Farbe. Diese Kleidungsstücke sind aber in der Regel sehr schmutzig und zerlumpt. Auf den Häuptern thronen breitrandige Strohhüte mit hohen Köpfen. So ausgerüstet und mit dem Buschmesser in der Hand oder in einer Lederscheide am Gürtel steckend gehen sie auf die Wanderung. Unterwegs stiessen wir mehrmals auf Gefangenentrupps. Die Männer waren paarweise mit schweren Ketten aneinandergefesselt und besserten, streng bewacht, Wege und Strassen aus. Der Weg führte durch sehr schönes Hügelland zur grössten Wasserader San Salvadors, zum Lempafluss, wo wir zum Glück gleich ein Fährboot erwischten, das erste und einzige auf der ganzen Reise. Mancha und Gato hatten so etwas noch nicht mitgemacht und waren deshalb ausserordentlich schwer auf das Fahrzeug zu bewegen. Einmal darin, und der Fall war für sie erledigt. Die drei Fahrmänner, zwei Ruderer vorne und der Steuermann hinten, brachten uns auch glücklich ans andere Ufer. Ich sattelte Mancha sofort ab und führte ihn die Uferbank hinauf, wo ich ihn unter und dort stand eine Haustüre offen, und ich erblickte einen Mann oder eine Frau tief Jul erzählen in den gesprochenen und verschwiegenen Worten zweier Menschen, die sich auf der dornigen Heerstrasse des Lebens fanden. Und was mir ihre Herzer, nicht anvertraut, was ich oft nur erraten, oft nur vermutet, das zeigen mir die Zeilen des alten Buches, über die meine Finger liebkosend gleiten. Ich höre meine Stimme, ich sehe beide umschlungen von der Leidenschaft ihres Empfindens und fühle ... wie mir eine Träne die Zeilen des alten Buches netzt. 1. Auf der Höhe der stolzen Hohensalzburg lehnte einer in der schmucken hellblauen Uniform der Landesschützen, die Mütze mit der gesichelten Spielhahnfeder Keck auf dem einen Ohr, und blickte, gedatiKenvoll über den steigenden Wall gelehnt, auf die im Dunst des Sonnenunterganges unter ihm verschwimmende Stadt. Breite Strassenzüge mit unschönen, modernen Kasernenbauten umschlossen ein Gewirr enger, winkeliger Gässchen, in denen sich schmalbrüstige, altertümliche Häuser eng aneinander drängten, wie wenn sie sich gegenseitig stützen würden, schluchtartige Gassen, in die nur selten ein wärmender Sonnenstrahl fiel. Steilragende Giebel und Dächer mit geschwärzten Rundziegeln, efeugrüne Wände wechselnd mit verwitterten Mauern, an denen mittelalterliche Erker wie Schwalbennester schlafend in einer Hängematte liegen. Erst gegen Abend kam Leben in die Menschen. Männer stellten sich unter die Hauseingänge und blinzelten schläfrig umher. Sie streckten und reckten ihre steifgeschlafenen Glieder, gähnten unheimlich, kratzten sich bald hier, bald dort, während ihre Weiber Wasser holten und grosse Kalabassen oder runde Wassertöpfe auf .den Köpfen balancierten. Kurz vor der Hauptstadt San Salvador kamen wir am Ilopango-See vorüber, einer ausserordentlich hübschen, rings von Bergen umrahmten Wasserfläche. In den Vororten der Hauptstadt wohnten die Armen. Die Strassen sind mit sehr roh behauenen Steinen gepflastert und mit einer geradezu unheimlichen Schmutzschicht aus Staub, Dreck und Abfällen bedeckt. Fruchtschalen, alte Sardinenbüchsen, Papier und vieles andere liegen ohnehin überall umher. Die Stadtmitte dagegen ist ganz anders; dort sind die Strassen gut gepflastert und sauber mit kleinen, geschmackvollen Parkanlagen geschmückt. Elne schwierige Strecke. Das Wetter war einfach abscheulich. Nach kurzem Ritt befanden wir uns im Waldgebiet. Punkt elf Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen. Kein Wunder, denn wir befanden uns in der Regenzeit. Dieses Vergnügen stand uns nun jeden Tag, fast genau um dieselbe Zeit bevor, ein Vorgang, der jener Region eigentümlich ist. Trotzdem sass ich froh auf meinem Mancha und trabte dem Golf von Tehuantepec zu. Die schlechte Strasse wurde mit jedem Schritt noch miserabler und schmaler und verwandelte sich zuletzt in einen schlammigen, weichen Dreckpfad. Mancha, an Kummer gewöhnt, pflügte wie ein Traktor durch den Matsch. Der Führer fiel in ein Schlammloch. Ich musste lachen und lachte immer noch, als Mancha über einen schlüpfrigen Felsbrocken stolperte und mit mir in einen Bach fiel. Ich wurde gründlich untergetaucht. Machte nichts, denn erstens war's heiss und zweitens hatte mich der Regen ohnehin bis auf die Haut durchnässt, es ging also in einem hin. Mein Führer verdiente diese Bezeichnung nur die zwei ersten Tage lang, denn nachher kannte er das Land ebensowenig wie ich. Das war aber der einzige Fehler dieses wirklich feinen Kameraden und Wegbruders. Er war ein erfahrener Dschungelmann, immer lustig, immer zufrieden, auch wenn die Dinge schief zu gehen drohten. Ich werde Angel Riso, diesen geborenen Gentleman, die ungebildete, rauhe, aber ehrliche und löwenmutige Seele nie vergessen. Er war ein Prachtsvertreter der ärmeren Klasse des mexikanischen Volkes. klebten, Gesimse in steinernen Arabesken, enge, winkelige Höfe, in denen steile, vermorschte Holzstiegen emporkletterten, krause, vergoldete Aushängeschilder, das Wahrzeichen alter Gasthöfe, erblindete Freskomalereien als Verzierung der Vorderfronten ehrsamer versunkener Patrizierhäuser. Ein willkürliches steinernes Kunterbunt aus vergangenen und vergessenen Zeiten. Dazwischen hochragende spitze Kirchentürme, stille, schweigsame Klosterhöfe mit alten Standbildern und Brunnen. Und mitten durch dieses altertümliche Steingewirr, das Stadtbild entzweischneidend, strömte als graublaues Band der Salzachfluss, gebändigt zwischen hohen Ufermauern. Wie ein zarter, blauer Schleier lag der Dunst des Sonnenunterganges über dem Häusergewirr. Im sinkenden Abenddämmer verschwammen dem sinnenden Beschauer in der Höhe, tief unter ihm die engen schluchtartigen Gassen mit ihren verschnörkelten hrkern und Gesimsen. Ein letztes Sonnenlicht vergoldete die Dächer und Giebel und stahl sich in die schweigenden Klosterhöfe. Wie Ameisen kribbelten die Menschen über die wenigen, breiten Strassenzüge und Ireien Plätze, dazwischen dahineilende Fahrzeuge, alles unnatürlich in der schweigenden Ruhe, mit der sich dieses Bild der Beweglichkeit dem Beschauer auf der Höhe bot. Was ist Hormon»? Das größte Verjüngnngsverfahren, die neuartige kosmetische Hautverjüngung und Hautpflege, die erste biologisch-physiologische Haut- und Schönheitspflege. Faltenglättung. Von der Wissenschaft geprüft. 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