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E_1934_Zeitung_Nr.008

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BERN, Dienstag, 30. Januar 1934 Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang — N° 8 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Enchatat Jaden Dloarta« «nd taltag Monatlich „Gelke Lteta" Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoznsehlaf, wCern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliehe Bestallung 30 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breltenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheek-Rechnuna II1/414. Telephon 28.223 Talagramm-AdreMa: Antorevue, Bern Das Auto in der Stadt In Basel war die Aufteilung der Verkehrsflächen ebenfalls Gegenstand umfangreicher Studien, wie dies aus der Skizze**) deutlich II.*) Die Basler Projekte hervorgeht. Darin stellen die schwarzen Linien die grossen Durchgangsstrassen, die strich-punktierten die inneren Verbindungsrouten dar, während die Hafraba durch die fein gestrichelte Linie zur Darstellung gelangte. Diese Verkehrslinien wurden sinngemäss, entsprechend den natürlichen Gegebenheiten der topographischen und geographischen Situation, gewählt. Die Basler Innerstadtkorrektion beidseits des Rheins ist unlängst auf Grund der vom Stadtplanbureau (Arch. Schuhmacher) ausgearbeiteten Projekte dem Grossen Rat vorgelegt worden. Inzwischen sind in verschiedenen öffentlichen Versammlungen zu den vom Chef des Stadtplanbureaus verfassten Plänen, speziell hinsichtlich der Verkehrsregelung, gewisse Bedenken geäussert worden, was als Zeichen dafür gewertet werden darf, dass das Publikum nicht kritiklos der Vorlage gegenübersteht. Um uns nur auf die wichtigste zukünftige Gestaltung der Verkehrsfläche zu beschränken, seien im folgenden die hauptsächlichsten Punkte des vofi der Baukommission des Baudepartements, der Verkehrskommission des Polizeidepartements und der Strassenbaukommission des Strassenbahnwesens überprüften allgemeinen Korrektionsplanes herausgenommen. Die von Strassburg und Freiburg i. Br. nach dem Bodensee und nach Zürich führenden Strassen ergeben die auf beiden Ufern des Rheins gelegenen Verkehrslinien im Rheintal. Daran schliessen sich an die aus der Richtung der Burgunderpforte (Beifort) und aus den Nebentälern (Wiesen-, Leimen-, Birs- und Ergolztal) herausführenden Strassen. Um in Zukunft den steigenden Automobilverkehr zu bewältigen, sind als Durchgangs- und Zubringerverkehrslinien die Erstellung der schwarz ausgezogenen Strecken projektiert, während die schwarz gestrichelten Linien zur Bewältigung des Innerstadtverkehrs und zur Verbindung der Hauptlinien miteinander dienen. Wenn auch diese Re- *) Vergleiche No. 6 der Automobil-Revue. **) Siehe auf Seite 2 F E U I L L E T O N Der geheime Kampf. Roman von Philipp Klein. (44. Fortsetzung) Eberhard hörte das starke Krachen nicht mehr, konnte die einzelnen Schüsse nicht mehr unterscheiden, da die tausend Schlünde wie ein einziger ohne jede Unterbrechung gelung nicht bereits für morgen vorgesehen ist, so steht es in Zukunft indessen doch im Bereiche der Verkehrspolizei, durch entsprechende Massnahmen zu stark überfahrene Gebiete zu entlasten. So sehr Basel auch den Durchgangsverkehr wünscht, so sucht man doch zu vermeiden, dass derselbe das innerste Stadtgebiet (Mittlere Rheinbrücke. Marktplatz, Freiestrasse, Gerbergasse) durchquert. Dementsprechend wurde die Hauptverkehrsader so gewählt, dass sie wohl die City berührt, ohne sie jedoch zu durchaueren. Zu den einzelnen, den Automobilverkehr interessierenden Strassenzügen des Projektes äusserte sich die Vorlage folgendermassen: «Die Umgehungsstrasse der innern Stadt, welche am Petersgraben und am Steinengraben an die City angrenzt, hat über die Rheinbrücke beim Totentanz (Klingentalbrücke) durch die Sperrstrasse-Maulbeerstrasse-Egliseestrasse Anschluss an eine allfällige Hafrabalinie; sie beginnt mit dem Petersgraben und setzt sich fort über den Holbeinplatz-Steinengrabenviadukt-Centralbahnplatz. Die östliche Fortsetzung ist durch die Nauenstrasse in der Richtung nach St. Jakob und Münchenstein gegeben. So bildet diese Umgehungsstrasse mit ihren Verkehrsgelenken Schwarzwaldallee-Riehenring-Untere Rebgässe-Blumenrain-Holbeinplatz-CentralbahnpIatzdas Verkehrsrückgrat des Stadtgebietes. Von dieser im wesentlichen von Norden nach Süden gerichteten Verkehrslinie ist an zahlreichen Stellen der Anschluss an die übrigen Hauptstrassen und an die Verbindungsstrassen des Stadtgebietes tind der City ohne weiteres möglich. Ueber die künftige Verkehrsbasis von Kleinbasel, über die Schwarzwaldallee, erreicht man flüssig den Hafen, die Wege nach Frankreich, zum Bodensee und über die Hallwilerbrücke diejenigen in die innere Schweiz. Von der Umgehungsstrasse aus ergibt sich über die Klybeckstrasse und Grenzacherstrasse der Anschluss an das ältere Baugebiet von Kleinbasel. Von den Verkehrsgelenken Blumenrain, Holbeinplatz- Centralbahnplatz ist der Anschluss an die City und ebenso an die Gebiete des Ost- und des Westplateaus, gegeben. Am Bahnhof zweigt die Linie über den Aeschengraben-Albananlage-Birsviadukt- Hardwaldstrasse nach Zürich ab. Als wichtigste Randlinie ist noch der Strassenzug Wettsteinplatz-Wettsteinbrücke-Albangraben- Elisabethenstrasse-Centralbahnplatz zu erwähnen, der an den Endpunkten die Verbindung mit den gesamten übrigen Hauptlinien findet. Die Profilausbildung der Strassen gab zu lebhaften Diskussionen Anlass, wobei weniger die Breite der Strassen an sich beanstandet wurde als die sich daraus ergebenden finanziellen Auswirkungen. Für die innern Verbindungslinien wäre eine brüllten. Es war fast wie Totenstille. An seine Zelle im Pariser Militärgefängnis musste Eberhard denken — hier war er nicht weniger einsam, nicht weniger vom Schweigen gemartert. Der Hauptmann, der sein Bataillon kommandierte, sah auf die Uhr und machte das Scherenfernrohr bereit. Mit einem Schlag brach wieder das Trommelfeuer ab. «Auf! Raus!» Die Leute waren aufgesprungen, krochen, kletterten aus dem Unterstand, suchten sich in den Resten der Gräben zu decken. Die Ersten bekamen Gewehrfeuer und schössen. In wenigen Augenblicken waren die Franzosen über das Gelände — der gestern zerschnittene und zerschossene Verhau hatte ja während der Nacht nicht in Ordnung gebracht werden können —, und eine Sekunde später war der Nahkampf in vollem Gange. Es war zunächst das gleiche, wie am gestrigen Abend, nur dass sich dieses verbissene, erbarmungslose Ringen im hellen Sonnenlichte abspielte und nicht, wie gestern, in der Dämmerung. Es war dadurch noch furchtbarer. Aber die Situation blieb nicht die gleiche. Von der feindlichen Seite stürmten immer neue Truppen an, und die Verstärkungen von der deutschen kamen sehr spärlich. Die Nacht hatte offenbar auf deutscher Seite grosse Opfer gefordert. Und so sehr auch die Zahl der toten und schwerverletzten Franzosen sich vor den Unterständen häufte, auch die Zahl der Deutschen wurde immer grösser. Sie wurden trotz verzweifelter Gegenwehr immer weiter zurückgedrängt. In einem Granattrichter setzte sich die Gruppe, bei der Eberhard war, fest. In einem Grabenstück, das schon ein ziemliches Stück hinter ihrem bisherigen Unterstand lag. Der Angriffsgeist der Franzosen schien langsam zu erlahmen; sie drängten nicht nach, sondern begannen, sich einzugraben, die eingeebneten deutschen Gräben wieder aufzuwerfen. Das Schiessen hinüber und herüber dauerte den ganzen Tag. Als die Nacht langsam niedersank, begann von der französischen Seite das Geschützfeuer wieder stärker zu werden. Man schoss sich ein, um dann wahrscheinlich die ganze Nacht über weiter zu trommeln. Das Regiment wurde in der Nacht zurückgenommen in eine Stellung, die bereits zu ihrer Aufnahme ausgebaut worden war. Breite von 26—28 m erwünscht gewesen. Die Bedenken wegen der Kosten haben das Mass auf maximal 20 m, bei den Halteinseln auf 21 resp. 23 Meter herabgesetzt Hierbei ist an eine Fahrbahn von 12 m Breite und an zwei Trottoirs von je 4 m Breite gedacht Nur die Umgehungsstrasse hat ihrem Zuge von der Hammerstrasse bis zur Münchensteinerstrasse und in der Egliseestrasse eine Breite von 24 m, welche die Aufteilung in eine Fahrbahn von 16 m und in zwei Trottoirs von je 4 m gestattet Vorerst ist eine Aufteilung in eine Fahrbahri von 12 m und zwei Trottoirs von je 6 m gedacht ähnlich der Bahnhofstrasse in Zürich. Bei den Ueberlandlinien und bei den Zubringerlinien im unbebauten Gelände stösst die Breitenbemessung heute noch auf weniger Schwierigkeiten. Hier müss beachtet werden, dass die Anlage von Schnellbahnen auf besonderem Fahrbahnkörper und die Anordnung von Schnellverkehrswegen und Langsamverkehrswegen möglich sind. Der Baulinienabstand muss hier mit mindestens 40 m bemessen werden. Das gilt zum Beispiel für die Reinacherstrasse nach Aesch, die das künftige Siedlungsgebiet Basels mit der Stadt verbinden soll.> Es ist nicht zu bestreiten, dass die Entwicklung des modernen Strassenverkehrs, speziell in den dicht besiedelten Gebieten, nicht leicht lösbare Verhältnisse geschaffen hat. Einerseits nimmt der Verkehr ständig zu, während es anderseits schwer fällt, die Verkehrsfläche in genügendem Masse zu vergrössern. Aus diesem Grunde haben einige Städte den Hebel bei der Zirkulation der Verkehrsmittel selbst anzusetzen versucht, sei es durch Parkverbote, befristete Parkierungsmöglichkeiten, Verbot des Befahrens von Hauptgeschäftsstrassen mit Pferdefuhrwerken, oder beschränkten Zubringer- und Auslädedienst. Derartige Massnahmen sind wohl in Uebergangsstadien angebracht, wie sie der Automobilist gegenwärtig durchmachen muss, doch sollten sie nur solange aufrechterhalten werden, bis eine grosszügige Regelung durchgeführt ist. Dessen ungeachtet werden aber bestimmte Stadtkerne stets mit verkehrstechnischen Unzulänglichkeiten zu kämpfen haben, so dass eine Sanierung der Strassenverhältnisse in den übrigen Gebieten um so dringlicher wird. Vor derartige Situationen dürfen sich wohl die meisten Schweizer Städte gestellt sehen. Besonders trifft dies für Basel zu, wo eine Talentlastungsstrasse als Hauptlinie wohl die gegebene Lösung dargestellt hätte, doch würde sich eine solche kostspielige Korrektur kaum innert nützlicher Frist realisieren lassen, und zudem müssen speziell in unserem Lande die psychologischen Momente mitberücksichtigt werden. Für die nächste Zukunft wird somit eine Verbesserung der Innerstadtverhältnisse auch in Basel nur auf Das Regiment hatte mehr als die Hälfte seines Bestandes verloren. In der neuen Stellung erhielt die Mannschaft zum erstenmal seit achtundvierzig Stunden etwas zu essen. Man gab ihr ein paar Stunden ziemliche Ruhe. Aber schon am Morgen lag das feindliche Feuer auch auf dieser Stellung. Der Berliner Theodor hatte kein «Jlück» gehabt; er war wohl unter den Toten, lag irgendwo da vorn, von Geschossen zerfetzt, von Bajonetten durchbohrt. Eberhards linker Nebenmann Heinrich war, wie Eberhard selber, unverletzt davongekommen. Er starrte finster vor sich hin; der Tod seines Freundes, mit dem er sich fortwährend gezankt hatte, ging ihm nahe. «Nun jeht det Jedresche wieder los — Tag und Nacht — Tag und Nacht! Am Schemeng des Dames hab' ick det schon einmal erlebt — varückt mccht' man dabei wern! Ja — wennse anjeloffen kommen, die Franzmänner, denn is det janz scheen, denn kann man orntlich druff los ! Aber det Jehämmere — det soll der Deibel holen!» «Varückt möcht' man dabei wern!> Eberhard erinnerte sich; der Baron Winter-Bieberstein war verrückt geworden — was hatte gleich Herr Blünzli von ihm erzählt? Er war aus dem Schützengraben gesprungen und hatte getanzt, bis ihn die Moskaus abschössen. Warum sprang er, Eberhand, nicht einfach auch hinaus? Was zwang ihn, im INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grandzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehlnss 4 Tage vor Erscheinen der Nnmmern |der Grundlage der heutigen Strassenführung anzustreben sein. Die auf dieses Ziel gerichteten Studien stehen vor dem Abschluss, so dass man in Bälde darüber Näheres erfahren wird. Gegenüber den technischen Projekten der Basler Stadtkorrektion wurde der Einwand erhoben, dass die Bedürfnisfrage einer Stadtplankorrektion noch nicht genügend abgeklärt sei, dass mit der Korrektion nicht im Stadtinnern angefangen werden soll, sondern es sei zuerst durch geeignete Strassenzüge eine aussen herumlaufende Linie zu schaffen. Besondere Bedenken wurden gegen die sogenannte Umfahrungsstrasse, die im Regierungsratsbericht als Verkehrsrückgrat bezeichnet wird, erhoben, und zwar sowohl hinsichtlich der Durchbildung einzelner Glieder davon, wie auch hinsichtlich der Lage in bezug auf das Stadtzentrum. Opposition erhebt sich in Basel namentlich auch gegen den schweren Lastwagenverkehr vom und zum Rheinhafen und von und zu den deutschen Landstrassen. Dieser unwillkommene Verkehr sei es aber gerade, der die Verkehrsdichte künstlich erhöhe, den gesamten Verkehr verlangsame und die Verkehrsgefahren vergrössere. Abhilfe könne durch Schaffung geeigneter, aussen herumgelegter Strassenzüge erzielt werden, was sich sofort in einer Auflockerung des Verkehrs im Stadtinnern auswirken müsse. Nicht mit Unrecht wird auf .amerikanische Verhältnisse, speziell auf New York, hingewiesen, wo gewaltige Verkehrsmengen abgewickelt werden können, weil die Disziplin der Fahrer und Fussgänger eine hervorragende ist, und besonders weil die Strassen dem Fahren und nicht dem Abstellen der Wagen dienen. Bevor an eine Stadtplankorrektion herangetreten werden soll, seien die bestehenden Verkehrsmöglichkeiten zu verbessern, indem man den schweren und langsamen Verkehr abtrennt und geeignete Parkplätze schafft. Zwecks Anlage aussen liegender Strassenzüge wird eine Verbreiterung der Wettsteinbrücke und die baldige Erstellung der Hallwilerbrücke gefordert, weil durch letztere der Kreis geschlossen werden kann, der durch den Strassenzug über die drei Brücken gebildet wird. Diese Lösung empfehle sich speziell deshalb, weil die dafür aufzubringenden Kosten übersehen werden können und weil deren Ausführung Rechte Dritter in weit geringerem Masse tangiere, als dies bei der Altstadtkorrektion der Fall ist. Im besonderen wird die Basis des eigentlichen Korrektionsplanes, die Um- Nahkampf wie ein Wütender um sich zu stechen und zu hauen — auf Menschen, die ihm doch nichts getan hatten? Die genau so elend waren wie er? Vaterland! dachte er. Aber der Begriff, der ihm bisher der höchste war, stand nur noch verschwommen vor seinem geistigen Auge. Zwei Dinge will ich, dachte er, zwei Dinge, die sich nicht recht miteinander vertragen Ich will sterben, weil ich hier nichts mehr zu suchen habe. Ich will aber auch töten und mein Vaterland verteidigen. Oder töte ich nur, weil das Töten in der Natur des Menschen liegt? Ist das mit dem Vaterland vielleicht nur ein Schwindel, den sich die Menschen vormachen, um ihre finsteren, urweltlichen Instinkte zu entschuldigen? Ich weiss es nicht! Ich werde bald überhaupt nichts mehr wissen! Es kam soweit. Täglich Trommelfeuer, täglich Nahkämpfe. Zurückgeworfen in die Siegfriedstell ung, am Ende des Monats auch in dieser schon bedroht! Eberhard hatte kein eigenes Denken, kein eigenes Fühlen mehr. Er war Masse, die stumpf und gedankenlos schoss, stach, sich zurückzog. Er hatte jetzt Gelegenheit, die Tanks herankriechen zu sehen, auf die er einst die Nachrichtenstelle aufmerksam gemacht hatte. Er fühlte, den anderen gleich, die Furchtbarkeit dieser Ungeheuer, aber auch das machte keinen besonderen Eindruck mehr auf ihn. Trommelfeuer, Nahkampf, zurück! Es ging zu Ende! Nahkampf, zurück!