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E_1934_Zeitung_Nr.008

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 8 an Erfolgen nichts zu wünschen übrig Hessen. Die Menschen, die bisher so gemächlich und friedlich durch die Strassen gingen, sind ängstlich geworden und wagen nicht mehr, wie früher an den Ecken stehen zu bleiben, um die wichtigsten Ereignisse zu besprechen. Sie sehen sich ein wenig scheu und fragend an, und wenn jemand so recht ernst mit dem Kopf nickt,' dann heisst das : « Heute Nacht waren sie bei mir, die Halunken, die Räuber, die Banditen ! > Und immer wieder geschah das Entsetzliche, obwohl die Polizei alarmiert war, und obwohl das Gefängnis voll war von fraglichen Gestalten und vielen « schweren Jungens ». Oder vielleicht gerade deshalb ? So traurig es ist: gerade deshalb... Man muss wissen, dass griechische Beamte nicht gerade übermässig gut bezahlt werden, dass sie aber — wie viele andere Menschen — die Sehnsucht in sich tragen, mehr, immer mehr zu verdienen. Und der Direktor des Gefängnisses war ein findiger Kopf. In einer dunklen, regnerischen Nacht stieg er leise und*vorsichtig in die Gitterwelt seiner Häftlinge herab,... und als er im Morgengrauen die dunklen Gemächer verliess, strahlte sein Gesicht vor Freude. So kam es, dass die Herren Einbrecher immer abwechselnd « Nachturlaub > erhielten, um ihrem Beruf nachgehen zu können. Da Eine eheliche Zankstatistik. Dass sich selbst die glücklichsten Ehepaare hin und wieder streiten, wird wohl niemand ableugnen wollen. Aber weniger selbstverständlich ist es, dass man über eheliche Zwistigkeiten Buch führt und am 40. Hochzeitstage Bilanz zieht, warum und wie oft man sich in so vielen Ehejahren gezankt und gestritten hat. Da haben vor mehr als vierzig Jahren drüben in Amerika zwei junge Leute geheiratet, der Makler Jack Smith und ein junges Mädchen. Auf dem Standesamt hatten sie ihren ersten Streit, sie mussten ihre Namen in das grosse Register schreiben, der Federhalter lag bereit, und als der Beamte zum Einschreiben aufforderte, nahm Jack als erster die Feder zur Hand. Sie war der Meinung, sie käme als erste dran, und so entstand ein kleiner Streit Als sie daheim waren, stritten sie sich zum zweiten Male, nämlich darum, wer den Streit begonnen hätte, sie oder er. Und als der Zank auf seinem Höhepunkt war, rief*sie aus: Und so sieht das Streitbuch aus: Herr und Frau Smith haben sich gestritten: 1879mal, weil das Essen nicht rechtzeitig fertig odar missglückt war, 1450mal, weil sie Geld von ihm forderte oder mit ihrem Haushaltgeld nicht auskam, , 981 mal, weil er mit schmutzigen Schuhen oder nassen Kleidern die Dielen, Treppen und Teppiche beschmutzte, 734mal, weil sein Rasierwasser nicht warm genug war, 687nial, weil sie die Kinder zu sehr verwöhnte, 611mal, weil er die Kinder zu sehr verwöhnte, 564mal, weil er schadenfroh war, 499mal, weil eines von ihnen vergessen hatte, abends das Licht auszumachen, 466mal, weil es zu kalt war, 378mal, weil Speisereste verdorben waren, 300mal, weil er zu spät nach Hause kam, 240mal, weil sie sich frühmorgens verschlafen hatte, sie von Natur aus tüchtig waren, schleppten sie unzählige wertvolle Stücke herbei. Der Raub wurde diskret in den Nachbarstädten verkauft, und alle, die irgendwie zum Gefängnis gehörten : Direktor. Beamte, Häftlinge, teilten die Geldsumme so redlich wie möglich, das heisst der Herr Direktor erhielt den Löwenanteil, und die andern kamen auch nicht gerade schlecht dabei weg. Sie wurden immer vergnügter und kameradschaftlicher — und alles wäre weiter dem Höchststand dieser Entwicklung entgegengeschritten — wenn nicht andere Menschen mit rauhen, aber bestimmten Worten dieses «Idyll > zerstört hätten. Denn es konnte schliesslich nicht ausbleiben, dass sich langsam ein Verdacht in die Herzen der Stadtbewohner einschlich, und dass das Nest der Verdorbenheit ausgehoben wurde. Dazu kam das sehr plötzlich und mit Gewalt. Das Schöne für die Beteiligten war freilich die Tatsache, dass sie an dem Orte ihres Ruhmes bleiben durften. Ganz besonders freute sich wohl der Herr Direktor darüber, denn er brauchte ja nur von dem einen Zimmer in das andere zu wandern, denn die Mauern, die ihn einschlössen, waren die gleichen. Nur die kleinen Annehmlichkeiten des Lebens fielen weg in dieser finstern lochähnlichen, ärmlichen Zelle, in der es sidh so gut nachdenken Hess... Der Tagesfilm 107mal, weil das Badewasser zu heiss war, 85mal, weil sie die Verabredungen versäumt hatten, 84mal, weil er Taschentücher verloren hatte, 68mal, weil er zuviel rauchte, 51mal, weil sie keine Knöpfe angenäht hatte, 28mal, weil sie grundlos mit ihm Streit anfing, 17mal, weil sie zu laut zankte, 13mal, weil er niemals mit ihr spazieren ging, lOmal, weil er gutes Geschirr zerschlagen hatte, 8mal, weil er nicht nett zur Katze war, 5mal, weil mit den Verwandten was los war usw. usw. Diese Statistik ist nicht nur als Kurio-, sität interessant, sie zeigt eigentlich, wieeine glückliche Ehe aussieht: Reibereien um nichts, Zank um Kleinigkeiten, die man bald \ergisst. Fehler haben sie beide gehabt, und hinter diesen vielen Streitigkeiten und Zänkereien ist doch deutlich zu sehen: eine tiefe Liebe, ein wirkliches, grosses Glück ... eben eine richtige Ehe! Caruso singt wieder auf Schallplatten. Caruso ist zwölf Jahre tot und noch immer sind seine Schallplatten die meistgekauften- Es kommt selten vor, dass der Ruhm eines Sängers noch so lange nach seinem Tod andauert, wie dies bei Caruso der Fall ist. Aber viele Musikfreunde bedauern es heute, dass Caruso nicht mehr auf Platten singen kann, jetzt, wo man durch das neue elektrische Verfahren eine Stimme völlig naturgetreu aufnehmen kann, was früher bei der Trichteraufnahme nicht möglich war. Wenn wir Caruso-Platten hören, so fällt allgemein die schlechte Reproduktion der Begleitmusik auf, während die Stimme Carusos fast immer in vollem Glanz ertönt. Das liegt daran, dass Caruso bei der Aufnahme damals direkt in den Trichter hineingesungen- hat, während das Orchester oder das Klavier zu weit entfernt stand. Bei heutigen Aulnahmen lässt sich mittels vieler Mikrophone eine gute Harmonie zwischen Sänger und Orchester herstellen, so dass der günstigste Zusammenklang erzielt werden kann. Aber dieses Jahr bringt allen Caruso- Freunden eine grosse Ueberraschung: Caruso hat zwei neue Platten nach neuestem elektrischem Verfahren besungen! Er singt zwei seiner neuesten Bravourarien, und zwar: «Hüll' dich in Tand..» aus dem «Bajazzo», 1 und aus «Martha»: «Ach so fromm, ach so traut...» Sodann «O wie so trügerisch ...» aus «Rigoletto» und «O sole mio...» Ein grosses Orchester begleitet den berühmten Sänger und gibt uns das grosse Rätsel auf: Wie sind die Platten entstanden? Nun, das Ganze ist ein technischer Kniff — eine Meisterleistung der Schallplattentechnik. Ein grosser englischer Grammophonkonzern hat nach fünfjähriger zäher Versuchsarbeit dieses Meisterstück vollbracht. Man nahm eine sehr gute Caruso- Platte, spielte diese elektrisch ab und leitete die in Ströme umgewandelte Musik über eine grosse Siebkette, wie wir sie aus der Rundfunktechnik her kennen, zur Störbefreiung. Die Siebkette bewirkte nun, dass an ihrem Ende die ganze Begleitmusik ausgesiebt war und ebenso das lästige Rauschen der Platte. Man hörte nur noch die reine Stimme Carusos, zwar sehr leise, aber ohne jedes Rauschen und ohne Begleitmusik. Die so bereinigte Stimme wurde nun verstärkt und dem Kopfhörer des Dirigenten eines grossen Orchesters zugeführt. Dieser hörte sie ab und dirigierte gleichzeitig sein Orchester, welches in dem modernen Aufnahmeraum vor einigen Mikrophonen musizierte. Die von den Mikrophonen aufgefangene Orchestermusik und die Stimme Carusos wurden sodann einem Mischpult zugeführt, wie es vom Rundfunk und Tonfilm her bekannt Ist, und hier brachte ein Tonmeister die Stimme und die Begleitmusik in das richtige Lautstärkenverhältnis zueinander. Die Mischung wurde einer Aufnahmeapparatur zugeführt, welche Stimme und Musik auf der Wachsplatte festhielt. Eine neue Schallplatte von gutem Klang entstand so, und nun ist Carusos Gesang wieder jeder modernen Aufnahme ebenbürtig. Durch dieses sinnreiche Verfahren ist die herrliche Stimme Carusos nun wieder berufen, einer späteren Generation zum Vorbild höchster Gesangskultur zn dienen. (Immerhin, die Technik in allen Ehren, aber Kunst ist das nicht mehr!) Türen öffnen sich von Geisterhand. Das «elektrische Auge», wie die photoelektrische Zelle genannt wird, öffnet z. B. Türen, wenn die betreffende Person sich noch in einiger Entfernung befindet. Automobilbesitzer brauchen nicht mehr den Wagen zu verlassen, um die Tür ihrer Garage aufzuschliessen — in dem Augenblick, In dem der Scheinwerferkegel des Lichtes die Zelle trifft, setzt sie durch Relaisschaltung einen Mechanismus in Tätigkeit, der die Garagetür selbsttätig öffnet. Auf gleiche Art und Weise werden in einem Kohlenbergwerk in den Vereinigten Staaten die schweren Türen beim Heranrollen eines mit Kohlengut beladenen Wagens geöffnet. Der kleine Stirnscheinwerfer der Kohlenwagen löst die photo-elektrische Zelle aus, die ihrerseits einen Stromkreis schliesst, der den Türmechanismüs bedient. Bankeinbrüche werden dort, wo man sich des «elektrischen Auges» bedient, nicht mehr möglich sein. Die unsichtbaren ultravioletten Strahlen schützen die Tresore sicherer, als dies alle anderen Einrichtungen vermöchten. Unterbricht ein Mensch den Lichtstrahl, so schaltet sich im gleichen Augenblick die photo-elektrische Zelle aus und dadurch werden in Sekundenschnelle alle Alarmeinrichtungen ausgelöst. Lautsprecher heulen auf, ein verborgener Photoapparat nimmt das Bild des Einbrechers auf und verborgene Röhren geben Tränengas und andere Betäubungsmittel frei, so dass es dem Einbrecher kaum gelingen dürfte, den Raum wieder unversehrt zu verlassen. Rings um den Tresor fällt plötzlich noch ein besonderes Schutzgitter aus Stahlstäben hernieder. Befindet sich der Einbrecher .inmitten dieses Gitters, so ist er rettungslos gefangen. :. Modernste Frachtdampfer und Personen- Schnelldampfer verwenden das «elektrische Auge» bereits erfolgreich zur rechtzeitigen Alarmierung der Mannschaft bei Feuersgefahr. In den Frachträumen sowie in den Passagierkabinen sind kleine photo-elektrische Zellen angebracht, welche von dem schwachen Lichtstrahl einer winzigen Glühlampe getroffen werden, welche noch dazu bunt ist, also die Fahrgäste überhaupt nicht stört Dieses Relais ist trotzdem noch so kräftig, dass der Schatten, den der Rauch einer Zigarre wirft, die Photozelle in Tätigkeit treten lässt. Signalsirenen werden ausgelöst, in den Frachträumen wird zum Teil automatisch eine elektrische Berieselungsanlage in Tätigkeit gesetzt. Auf gleiche Weise schützt man Warenhäuser und grosse Säle, Frachtschuppen und Lagerhallen vor Feuer. Die photo-elektrische Zelle sieht in ihrer einfacheren Form aus wie eine in den Rundfunkapparaten gebrauchte Radioröhre. In der Mitte der Röhre befindet sich ein Ring aus Platin oder Nickel. Den Gegenpol bildet ein Metallbelag des Glases, der aus Kalium oder anderen lichtempfindlichen Metallschichten besteht. Beide Teile haben keinerlei Verbindung untereinander. Wird nun der Strom eingeschaltet, so kann er naturgemäss die beiden voneinander etwas entfernten Pole nicht überspringen. Der Zwischenraum zwischen dem positiven inneren Ring und dem negativen äusseren Mantel wirkt isolierend. Sowie aber die ganze Zelle dem Licht ausgesetzt wird, beginnt der Strom über den isolierenden Zwischenraum hinweg zu fliessen. Der Metallbelag der Röhre gibt negative Elektronen von sich, die eine Brücke für den elektrischen Strom bilden. Man kann nun die Entfernung zwischen den Polen vor dem Einbau in die Zelle verändern und dementsprechend regulieren, wieviel Licht erforderlich ist, um die Zelle auszulösen bzw. dem Strom den Uebergang über die unsicht* bare Brücke zu verschaffen. Einbildung, alles Einbildung. Der Professor einer amerikanischen Universität hatte sich zu einer öffentlichen Vorlesung eine mit gewöhnlichem Wasser gefüllte und sorgfältig verkorkte Flasche mitgenommen. Während der Vorlesung teilte er seinen Hörern mit, dass er durch ein Experiment beweisen werde, wie schnell der G«-^ ruch des Flascheninhaltes sich Verbreiter* könne. Er bat dann die Anwesenden, sich zu melden, sobald sie den Geruch verspürten. Er sei sicher, meinte er abschliessend, dasS keiner von ihnen je zuvor den Geruch dieser chemischen Verbindung kennen gelernt habe, er hoffe aber, dass niemand ihn unangenehm finden werde, obgleich er kräftig und eigentümlich sei.» Eine Minute, nachdem er den Kork aus der Flasche entfernt hatte, streckten sämtliche Zuhörer auf den zwei vordersten Bänken ihre Hände in die Luft, zum Zeichen, dass sie den Duft verspürten, und es dauerte keine weitere Minute, bis alle anderen Anwesenden zu erkennen gaben, dass auch sie den Geruch der < chemischen Verbindung» spürten. Seit wann gibt es Brillen ? Die optische Korrektur des Auges mittels geschliffener Gläser wurde, soviel man weiss, in der zweiten Hälfte des dreizehntflf-. Jahrhunderts in Oberitalien, und zwar in dieT Nähe Venedigs, zum erstenmal angewandt Der Name des Entdeckers dieser Kunst ist jedoch nicht bekannt. Bereits 1482 war die handwerksmäßige Brillenschleiferei in Nürnberg ein Gewerbe. Uebrigens kann man annehmen, dass man sich gelegentlich auch schon im Altertum solcher geschliffener Gläser bedient hat, um besser sehen zu können. So heisst es z. B., dass Nero zu diesem Zweck eine Glasscherbe benutzte, wenn er den Gladiatorenspielen in der Arena zuschaute. Jedenfalls hat jedoch die eigentliche Entwicklung der optischen Kunst erst im Mittelalter begonnen. Zuerst kannte man nur Eingläser, sozusagen Vorläufer des Monokels; erst später verfertigte man Doppelgläser, also die Vorläufer unserer Brillen, die man beim Lesen ähnlich wie eine Lorgnette vor die Augen hielt. Erst im 17. Jahrhundert wurde es dann Sitte, sie dauernd auf die Nase zu setzen. 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N° 8 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 EDEIP EPER/O^ID Wochenendfahrt im strengen Winter Heutzutage, in der Zeit des Sports, der Wochenend- und Sonntagsausflüge, muss natürlich jede Frau die für diese Zwecke geeigneten Kleidungsstücke in Bereitschaft haben, da sie immer wieder in eine schlimme Verlegenheit geriete, wenn ihre winterliche Ausstattung gerade in dieser Beziehung unvollkommen wäre. Es gab Zeiten, da man glaubte, bei Modeanschaffungen ganz sorglos sein zu dürfen; jetzt aber, da man den Wert des Geldes wieder schätzen gelernt hat und weiss, dass man mit einem bestimmten Betrage das Auskommen finden muss, ist die Einteilung des modischen Programmes viel schwieriger geworden. Vor allen Dingen will man sich nicht ganz verausgaben, um nicht bei plötzlich notwendig werdenden nachträglichen Anschaffungen (die sich bekanntlich immer gerade in dem Augenblick einstellen, da man sie am wenigsten erwartet) in Verlegenheit zu kommen, um also für solche Fälle eine gewisse Reserve zu haben. Oft staunt man, mit welcher Kunstfertigkeit die Frau ihren verschiedenen Kleidungsstücken bei verhältnismässig geringen Veränderungen das Gepräge der Modenote des Jahres zu geben weiss; allerdings gehört dazu nicht nur Kenntnis mancher Modegeheimnisse, sondern auch ein gut ausgeprägter Instinkt. Gelegentlich einer sonntäglichen Ausflugspartie begegnet man oft einer ganzen Reihe im sportlichen Sinne gut angezogener Frauen, und es fällt einem auf, dass eigentlich die verschiedenen Kleidungsstücke insofern anders gewählt werden als früher, als man sich jetzt ebensogut vorstellen könnte, dass alle diese Sachen auch für den Wintervormittag in der Stadt getragen werden. Diese Wahl ist darauf zurückzuführen, dass die Frau von heute sich sagt, dass es entschieden ein viel zu grosser Luxus wäre, neben der Strapaz-Aufmachung für die Stadt auch noch eine Wochenendkleidung zu besitzen, und dass sie genau weiss, dass diese beiden Typen einander so ähnlich Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Abends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Di. abend 30. Jan. Volksvorstellung (gesp. v. Ensemble des Schauspielhauses): Der zerbrochene Krug — der eingebildete Kranke. Mi. abend 31. Jan. Arabella (B-Ab. 11). DO. abend 1. Feh. Yolksvorstell.: Der Vogelhlndler. Mi. abend Do. abend 8n Uhr. Sonntag nachm. 8K Uhr 30. Jan. Gastspiel The English Players: You never can teil, br Bernard Shaw. 31. Jan. Was ihr wollt, Lustspiel von Shakespeare, Musik von Hs. Haug. 1. Feb. Premiere: Tovarisch, vier Akte von Jacques Deval. Grand Cafe Esplanade,ut O quai 21 Im Cafe: Löon Abby and his boys Martinez original-argentinische Tanzkapelle. In der Bar: Gustav Fröhlich am Flügel. Im Tabarin: Kapelle Elmy Schwank, Tanzattraktionen. Au Petit Dome Kirchgasse 3, b. Helmhaus Cafe — Restaurant — Bar. — Der bekannte, vorzügliche Dome-Cafe 1 und die feinen Spezialplattenl Jonny . Beatengasse 15 Die grösste und schönste von Zürich. Cafe-Tea-Room Kolibri, NGschelerstr. 30, neben Spira Vorzügl. französische Küche, feine Patisserie. Mittag- u. Abendessen ä Fr. 1.66 bis Fr. 2.60. Cafe Regence, Beatenwsst Orchester Battle: Nachm. Tee-Koniert ton 4—6 Uhr; Abendkonzert S—11 Uhr. Chs. Burhop. Restaurant Urania, ur.niastr. g Die beliebte DnterhaltungsstätU. Konzert and Variete. Anerkannt tut« Küche. Zett-Restaurant u. Roxy Bar Rebgasse 8 Mittag- und Abendessen von Fr. 1.60 an. sind, um sie unbedingt zu einer Einheit /l«y\§l§i ^L \\ jl verbinden zu können. NntiPiiiw )) 3 / Es gibt für die moderne Ausflugskleidung S^^^^^^^ lJ" V keinerlei modische Richtlinien, da man ge- ^wTtlllllJr 1/ rade für diese halbsportlichen Gelegenhei- ^IbJlliii I ten den «persönlichen Stil» zu unterstrei- |fcli-f\l I chen gewöhnt ist und eine Frau von Ge- M§>IPIii I schmack sich auch auf keine bestimmten ^^^^^1 I Modelle festlegen lassen würde. Das wich- illiivii I I tigste Moment dieser Kleidung ist ihre Un- I^^^^M I I aufdringlichkeit; wenn man nämlich ein ItP^j lal > [ solches Stück oft und lange Zeit tragen soll, lilsil ^/ A ' darf natürlich die Besonderheit der jewei- J^^^^ vl /& ligen Tagesmode nur «in grossen Zügen» f^liisS §L_NL—_ berücksichtigt werden. ||§j§ E^O Auch sollten allzu auffallende Farben, die Jlliill llio&^ auf den ersten Blick das Anschaffungsjahr Elegante ^ÄPY^H erraten lassen, unter allen Umständen ver- AI / J.*Ov \ / mieden werden. Wintermode W /t'^X J \\ Auf dauerhafte Stoffe und gutes Pelz- y | j ~\&\ werk sollte besonderer Wert gelegt werden, Zu nebenstehendem JW-f/ V^^O •/% da ja auch schlechtes Wetter in der Stadt Artikel 'Ä ° t hy und erhöhte Inanspruchnahme während ei- \]\J> nes Ausfluges einem derartigen Stück nicht . das Geringste anhaben dürfen. Ungehemmte Bewegungsfreiheit ist bei diesen Modellen gesehen. Die fehlende Kragenpartie er- Grundbedingung; die Folge davon ist, dass setzt ein weicher, gestrickter Schal, der die man sich immer wieder mit leicht glockigen, Farbe des sportlichen Filzhutes haben, soll, faltigen oder geschlitzten und geknöpften (Letztes Bild.) Rockpartien zu beschäftigen haben wird. Zwischen der vormittäglichen Aufma- Die Ausflugssachen sind nicht immer chung für die Stadt und der modernen einheitlich gearbeitet; sehr oft stellt man Wochenendkleidung besteht also, wie man nämlich auch zweierlei Material zusam- sieht, nicht der geringste Unterschied. R. H. men, weil dieser Kontrast im besten Sinne sportlich wirkt. Merksnriichp für die Frau Eine Reihe von Entwürfen, die für die MerRSprUClie TUT die rTOU Wochenendfahrt das Richtige wären, aber VOTl hßtttß auch in der Stadt vorzüglich verwendbar sind, zeigen unsere Skizzen: Sei ehrlich gegen dich selbst! Du sollst Selbstverständlich beginnen wir mit dem wissen, wie Du bist und wie Du aussiehst! Kostüm, das — in Gnaden wieder aufge- Das schützt Dich vor lächerlichen Entgleinommen — nicht zu überbietende Erfolge sungen. erringt. Man stellt diese Sportmodelle aus Halte Dich nicht für verpflichtet, alles zu in-sich-gemustertem Material her, versieht versuchen, was gute Freundinnen Dir anrasie mit eingeschnittenen Taschen und ei- ten!Wenn die eine oder andere Entiettungsnem der praktischen Wickelröcke und ver- kuren anpreist — frage Du doch lieber verbrämt die Jacke nur an den Aermeln, wäh- her Deinen Arzt! Wenn unfehlbare Teintrend der gekreuzte Reitkrawatten-Fellkra- mittel, Massage und Diätkuren als ausge- es totsicher : « Wer ihr das glaubt! Auf fünfzehn mehr kann man schwören ! > Ja, ja, die guten Freunde sind schon so ! Zeige Dich auch Deiner besten Freundin in möglichst ausgeglichener Stimmung, auch wenn Du innerlich halb kaput bist! Denn fragt man teilnehmend : « Was ist denn mit Dir los, Du siehst ja so schlecht und angegriffen aus ? », dann verlierst Du sofort den Glauben an Dich und Deine Kraft, bist verängstigt, «weil man Dir schon alles ansieht ! » Sehr wichtig! Rede Dir nicht unbedingt alle Krankheiten ein, an denen die Personen Deiner Umgebung gelegentlich erkranken und... sogar sterben ! Solche unnötigen Beängstigungen sind innere Erschütterungen, die weder verjüngen noch verschönern ! Gewöhne Dich an das Vertrauen : « Mir fehlt nichts, es geht mir gut!» Das hilft und erhält widerstandsfähig;. Zeige Dich auch Deiner nächsten Umgebung möglichst nicht im Urzustände, der ja, samtwirkung (Modell 2). hin, als nicht ganz « UP to date » zu gelten. Der Ledermantel (Skizze 3) ist natürlich Man muss den Mut aufbringen, sich selbst für die Wochenendfahrt geradezu ideal, zu sein. muss aber sehr warm gefüttert, wenn nicht Trage nur, was zu Dir passt und lasse sogar mit Pelz ausgeschlagen sein. Dich nicht sklavisch von der Mode oder dem Ein kleingemusterter Rock zu einer sport- Geschmack Deiner Freundinnen knebeln, liehen Hemdbluse kann, wie man sieht, in Wähle Deine Farben sowohl in Kleidung geschmackvoller Art durch ein schmal- als auch Haar und Gesicht betreffend ! Nicht gegürtetes Tigerfellwestchen vervollständigt jede kann das befolgen, was die Mode vorwerden. , schreibt, ohne sich zu entstellen und dann Das mit einem grellfarbigen Gürtel ver- lächerlich zu wirken! sehene, ganz gerade und nur unten faltig Leugne niemals mehr als höchstens zehn gearbeitete Kleid ist für die Wochenend- Jahre Deines Alters ab ! Wenn Du dreissig ausstattung als vorbildlich zu betrachten, bist und fünfundzwanzig zugibst, wird man Ein gerader, warmer Mantel aus einem Dich blendend jung finden. Gibst Du Dich schönen Modestoff ist als Umhülle gerne aber für « kaum zwanzig:» aus. dann heisst Gastmähler für Geschäftsfreunde Schwierige geschäftliche Verhandlungen werden am besten bei und nach einer feinen Mahlzeit geführt. Wenn Sie Ihre Kunden oder solche, die es werden sollen, zu einem feinen Essen in Ihrem Hause einladen, sind Sie nie sicher, ob sieals Feinschmecker nicht grosse Ansprüche an die kulinarische Kunst Ihrer Damen stellen. Zur Sicherheit verschaffen Sie sich vorher die Rezeptsammlung der Gourmets, Elsa Raaflaub's „234 fixL± JE*J.ä/ttli" Sie enthält Anweisungen für Delikatessen, mit denen Sie auch beim verwöhntesten Gaumen Ehre einlegen. Der Preis Ist In ele- Versand per Nachnahme durch gantem Einband nur VERLAG HALLWAG, B Fr» 5 a - Breitenraihstrasse 97 ERN Magenleiden Die bewährten Magenpulver von D. Schüepp gen abnehmbar ist und den Vorteil bietet, zeichnet empfohlen werden (auch von Deiauch zu anderen Kleidungsstücken getra- ner intimsten Freundin) hole Dir erst in kleide der ersten Jugend einhergeht, nicht besonders wenn man nicht mehr im Flügel- gen werden zu können. (Aeusserstes Bild Fachkreisen Rat! Eines schickt sich nicht immer durchaus reizvoll ist. Vermeide es links.) für alle — den Schuster kuriert's und... den auch dem Gatten, den Kindern oder Dienstpersonal gegenüber unvorteilhaft auszuse- Vom dreiviertellangen, prinzessartig an- Schneider bringts um ! Statt Dir zu nützen, liegenden Mantel aus Kamelhaarstoff wa- kann eine unrichtige Behandlung nur Scharen unsere Damen von Anbeginn an begei- den anrichten. heraus, dass Du Dich immer erst « auf den hen ! Du forderst sonst zur Konstatierung stert. Die den Schluss betonende Drei- Die gleiche Warnung gilt auch übertriebeknopfbahn, die schrägen Taschen und der nen Sportleistungen ! Eine kann Nächte sehen! Auch um seiner selbst willen soll man Glanz» herrichten musst, um erträglich auszu- immer häufiger auftauchende langhaarige durchtanzen, kalt baden und schwimmen, sich nie vernachlässigen ! Es entmutigt sehr, Rundkragen sind für die neueste Mode be- turnen, Skilaufen und dabei blendend auszeichnend. Ein kariertes Kleid wirkt zu sehen, die andere benötigt viel Schlaf, gehend findet, und das soll vorkommen ! wenn man sich selbst unvorteilhaft aussejedem Kamelhaarmantel gut. Wenn die mässigte Bewegung, viel Ruhe ! Habe also Nimm das unvermeidliche Aelterwerden Umhülle mit dem Stoffe des Kleides abge- den Mut, Du selbst zu sein und zu bleiben als eine durchaus nicht leichte, nicht vergnügliche, aber unbedingt unabänderliche füttert wird, entsteht eine anziehende Ge- und nicht überall mitzutun, auf die Gefahr Tatsind ein sicheres Mittel zur Beseitigung selbst veralteter Fälle von Magenleiden. Verdauungsstörungen oder chronischen Magenkatarrh bezeichnet man gewöhnlich als Magenleiden, und die meisten Menschen sind heutzutage damit belastet. Die vorkommenden Beschwerden aussein sich verschiedenartig. — Nach dem Essen werden die meisten voll gegen die Brust hin, es liegt ihnen schwer auf dem Magen, bekommen Kopfweh über den Augen, Schwindel, manche glauben, sie könnten einen Schlag bekommen, sind überdrüssig, sehr schnell bös und aufgeregt, so dass sich Herzklopfen einstellt. In der Regel ist wenig Appetit vorhanden, hat man aber nur weniges genossen, so bringt man nichts mehr hinunter. Anch gibt es solche, welche alle 2 Stunden Hunger haben, und doch nehmen ihre Kräfte ab. Auch kommt öfters Erbrechen vor. — Gewöhnlich ist harter Stuhlgang, auch Abweichungen vorhanden, saures Aufstossen oder Magenbrennen, manchmal Rücken- und Unterleibsschmerzen und gewöhnlioh kalte Füsse. Viele glauben irrtümlich, sie seien lungenleidend, indem ihnen das vorhandene Magengas das Atmen erschwert. Durch diese Verdauungsstörungen werden die genossenen Speisen unverdaut fortbefördert, so dass das Blut zu wenig Nährstoffe erhilt und hiedurch Blutarmut und Bleichsucht entsteht. Auch die vielen Sohlaganfälle, welche ein frühes Ableben herbeiführen, rühren von diesen Verdauungsstörungen. Die Mittel sind ohne Berufsstörung zu nehmen. Preis einer Kurp. Fr. 6.75 Erhältlich durch: Apotheke J. FREY, HEIDEN 28 (Appenzell). Inserieren bringt Gewinn