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E_1934_Zeitung_Nr.016

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Von seinem hohen Posten

Von seinem hohen Posten wird dieser feine Herr nun in ein besonders tiefes und dunkles Loch fallen, das für lange, lange Zeit sein «Zuhause» sein wird. Aber für Freuden und Lebensgenüsse, die der Kommissar sehr zu lieben schien, ist dort unten kein Raum... Das musikalische Verkehrshindernis. New York. In den letzten Monaten ist die New Yorker Taxi-Welt wie durch ein Wunder belebt worden. Die modernen Männer mit den Schirmmützen haben ihren Autos wieder eine neue Lockung geschenkt: einen Radio- Apparat, der den ganzen Tag über Melodien und Klänge aus aller Welt in den schmalen Wagen mit dem beweglichen Lenkrad zaubert. Wirklich, es muss eine Lust sein, in diesen musikalischen Autos durch die Riesenstadt oder, noch besser, in die stillere Umgebung zu gondeln. Wenn gar zwei junge Menschen zu einer glücklichen Stunde diese Fahrt beginnen, dann kann es geschehen, dass sie im Fonds des Wagens, von dem Schwung eines Liedes berauscht, sich lächelnd einander zuneigen — trotz des Freiheit aufs Spiel, um einen Anzug Unserer Firma zu erobern! Stimmt Sie das nicht nachdenklich? Sie brauchen sich dieser Gefahr nicht auszusetzen. Jeder Käufer erhält heute bei uns 20% Rabatt! Also: auf in den Kampf...!» Das Hessen sich die staunenden Engländer nicht zweimal sagen. Und bald hatte sich das seltene Angebot in der ganzen Stadt herumgesprochen. Das Geschäft von William Brystone & Co. glich an diesem Tage einem Bienenhaus. Es war ein dauerndes Kommen und Gehen. Und die Firma verkaufte in den folgenden neun Stunden mehr Ware als sonst knapp in zwei Monaten. Aushilfskräfte mussten telephonisch herbeigerufen werden. Käufer und Verkäufer liefen sich gegenseitig auf den Zehen herum. Und die Anzugliebhaber gerieten oft so hart aneinander, dass zwei Bobbies vollauf zu tun hatten, um die Gefahr eines Käufer-Krieges abzuwenden. Die Polizei forschte übrigens haargenau nach, ob die Sache mit dem Vagabunden etwa nur ein gut eingefädelter Reklametrick des Herrenmodengeschäftes war. Dann hätte es Strafe gesetzt, denn eine solche Handlungsweise verstiesse durchaus gegen die guten Sitten. Aber der Filialleiter wehrte sich mit Händen und Füssen gegen diesen Verdacht. Und glücklicherweise wurde noch im Verlaufe des Tages ein zerlumpter Kerl aufgegriffen, der gerade dabei war, einen funkelnagelneuen Anzug «an den Mann zu bringen». Der Gauner gestand mehrere Diebstähle ein und vor allem den frechen Schaufensterstreich bei der Firma William Brystone & Co. Er wanderte ins Gefängnis. Aber die Angestellten des Herrenmodengeschäftes in einer der belebtesten Verkehrsstrassen von Manchester haben für den armen Schlucker eine heimliche, stille Sympathie. Und wenn es möglich wäre, würde der gute, schlechte Vagabund mindestens jede Woche einen Korb voll feiner Speisen erhalten. Wenn... aber leider ist dies nicht zu machen. Die Hunde des Welssen Hauses. Präsident Roosevelt und seine Gattin haben mit ihren Hunden Pech. Der schottische Terrier Frau Roosevelts, Meggie, musste aus dem Weissen Haus verbannt werden, weil er die unangenehme Gewohnheit hatte, die jungen Reporterinnen anzuknabbern, die der Präsidentin ihren Besuch machten. Noch schlimmer hat sich Major, ein grosser deutscher Schäferhund, betragen, der dem Präsidenten auf Schritt und Tritt folgte. In den letzten Tagen gehörte zu seinem-v. Menü der Senator Caraday und der kana-, dische Premierminister R. B. Bennett, die ausser schmerzhaften Bisswunden, der eine den Verlust seiner Hose, der andere den seines stattlichen Gehrocks zu beklagen haben. Major wurde infolgedessen zur Besserung auf den Landsitz des Präsidenten geschickt. auf der Höhe des ROSEN BERGS bei Alle Schulstufen bis Matura und Handelsdiplom. - Einziges Institut mit staatlichen Sprachkursen. Interner diplomierter Sportlehrer. Spezial- Abteilung für jüngere Schüler. , Verlangen Sie Schulprogramme. schlingende und menschenüberfüllte Riesenstadt den Weg gefunden hatte, muss sich wieder, scheu und unverstanden, aus dem Staube machen, um in stille Gegenden zu flüchten, wo sie hingehört. Ein Vagabund macht Reklame. Manchester. Die Geschäftswelt von Manchester spricht seit Tagen nur von einem Ereignis. Und jeder, der die Ehre hat, darüber gut Bescheid zu wissen, prahlt und feuert seine Phantasie zu unglaublichen Gedankenblitzen an, so dass aus der wirklich packenden und verblüffenden Geschichte ein wahrer Roman entstanden ist mit allem, was dazu gehört: Liebe, Diebstahl, Verbrecher, Polizei, Busse, Scherben, Glück. Man weiss Bescheid. Geschehen aber ist folgendes: In einer belebten Verkehrsstrasse der Stadt liegt das bekannte Herrenmodegeschäft William Brystone & Co. Wie immer waren die zwei geräumigen Schaufenster gut dekoriert. Wintermäntel, Gesellschafts- und Strassenanzüge in erschwinglicher Preishöhe sassen korrekt auf eleganten Puppen, und dazwischen lagen, gewissermassen zum «Spions», des kleinen Spiegels, der demZugreifen, Jacketts, Westen und Sporthosen Chauffeur klare Sicht auf das Ereignis im verlockend auf der grauen Stoffverkleidung Hintergrunde gestattet. des braunen Holzes. Freilich, der treue Lenker am Steuerrad Vor diesen Auslagen stand ein zerlumpter ist selbst nur ein Mensch aus Fleisch und Mann und sah mit gierigen Augen von einer Blut, der mit den verlockenden und singenden Klängen in Schwung gerät. Er muss das unverständliche Worte, die wie ein Fluch Herrlichkeit zur anderen. Dabei murmelteer Rad im Takte drehen und das Hupen wie klangen. Einige Spaziergänger waren ebenfalls stehengeblieben und schüttelten ver- Synkopen in die Pausen fallen lassen. Er muss — eins, zwei, drei den Gashebel treten, vier, fünf, sechs die Bremse ziehen, wie so gar nicht hierher passte. Da — auf einwundert den Kopf über den Vagabunden, der der Zauberer der Tonwelt es gebietet. mal, nahm der Kerl einen Stein aus der Hosentasche, schmetterte ihn gegen die Scheibe, Leider, leider besagt die Statistik der letzten Monate, dass seit der musikalischen Zugabe im Autoverkehr der Stadt New York aus und war verschwunden. Niemanden ge- riss — eins, zwei, drei — einen Anzug her- eine beträchtlich gesteigerte Unfallziffer zu lang es, ihn einzuholen. Immer mehr Menschen sammelten sich vor dem verzeichnen ist. Und weil die Sicherheit der Herren- Bewohner noch ein gut Teil wichtiger ist als modengeschäft an und harrten der Dinge, die eine liebliche Fahrt durch Landschafts- und da kommen sollten. Zu ihrer Ueberrasehung stieg bald ein junger Verkäufer in das Lieder-Harmonien, fühlt sich die oberste Schaufenster und hing der einen Puppe ein Gewalt der Wolkenkratzer dazu verpflichtet, ein neues Gesetz zu erlassen, das jenen ein gemustertes Chemisette wirkte. Darauf weisses Schild um den Hals, das fast wie, «musikalischen Unfug im Auto» streng untersagt. leuchteten die Worte: Gewiss, die Stadtväter meinen es gut. Aber die kleine Spur Romantik, die endlich einmal in diese sensationshungrige, zeitver- «Sehr verehrte, geschätzte Bewohner von Manchester! Ein Mann setzte soeben Leben und w^n.niHunnurr.K ZüRiCNiriFWra.51 Inserieren bringt Gewinn AUTOMOBIL-REVUE 1934 N° 16 Salzburg abgereist seien, trotzdem sie erst aus, als er die Frage tat. Schweigend sass I Wiener Musik. Sie konnten es schon heute am Tage vorher den Entschluss gefasst hatten, noch einige Zeit zu bleiben, um dann zu dem Gespräch keinen Anteil nähme. serer Ankunft hatte meine Frau das Glück, sie zwischen den Männern, wie wenn sie" an abend in der Oper bemerken. Am Tage un- längerem Aufenthalt nach Wien zu fahren. «Wie lange?» Das Zögern in seiner Rede eine Aufführung des .Fidelio* auf dem Programm zu finden, zu der wir noch Sitze be- Zürcher So aber führte sie ihr Weg nach Zürich, dünkte Jul eine Ewigkeit, seine Zähne nagten allein, da er bald erkannte, dass alle Hochschulen und Kliniken infolge der Ferienzeit ganz meiner Frau überlassen.» Da wandte um keinen Preis versäumen wollte, und nun an der Unterlippe. «Wie lange? Das will ich kamen, heute die Wiederholung, die sie auch Wochenprogramm verwaist, so hätten sie sich entschlossen, Jul den Blick zu ihr und wartete mit an-wartegehaltenem Atem auf die Antwort. von Sevilla'. Es sind ihre Lieblingsopern.» hea sie auf eine Aufführung des .Barbier einstweilen ihre Zeit nur der Erholung zu Abends 8 Uhr, Sonntag widmen, und hätten die ganze Zeit in Italien «Von mir kann das nie abhängen, Piet», Frau van der Witte sass gesenkten Blickes nachmittags 3 verbracht. Am längsten in Taormina. Nun hörte er wie aus weiter Ferne ihren singenden Tonfall. «Dein Beruf kann da einzig und Tischdecke. Mi. abend 28. Feb. Hoffmanns Erzählungen (B 13). t da und malte mit dem Finger Figuren auf die Di. abend 27. Feb. Ball im Savoy. seien sie schon einige Tage hier. Eigentlich beabsichtigte er, den Winter in Paris zu verbringen, weil die bakteriologische Abteilung denn...» aber aufzusehen, die Rede ihres Mannes, «Sie allein das entscheidende Wort sprechen, «Erinnern Sie sich», unterbrach sie, ohne Do. abend 1. März Volksvorstell.: Ball im Savoy. dort von Professor Lejeune geführt werde, Fr. abend 2. März Hoffmanns Erzählungen (B 13). «Und bei dir, Enid, die Musik», unterbrach sagten mir in Salzburg, dass gerade diese einem hervorragenden Spezialisten, den er er sie lachend. «Unser Aufenthalt kann vielleicht längere Zeit dauern, denn hier ist uns gen in Wien zählen. Und deshalb wollte ich So. morg. 4. März 10 Uhr: Matinee, Schweiz. Urauf- beiden Opern zu den vollendetsten Darbietun- Sa. abend 3. März Ball im Savoy. noch aus der Zeit kenne, als dieser ein noch recht unbekannter Kolonialarzt in-Saigon war. führung: Das Tanzlejfcndchen, beiden geholfen. Ich habe meine Klinik, und sie mir natürlich nicht entgehen lassen.» Tanzspiel von Pierre Maurice. «Allein meine Frau, Sie wissen doch, wie meine Frau ihre Musik.» Erleichtert atmete Einen Augenblick dachte Jul nach. Wie hatte So. nachm. 4. März Der Vogelhandler. Frauen sind», er lächelte, «drängte in mich, Jul auf, mit einer hastigen Bewegung griff er ihr es damals gesagt?... Dass es seine mit dem bevorstehenden Winter Wien aufzusuchen, wo mir wissenschaftlich doch so ben zersprang. «Oh, das bedeutet Glück», damals auch die hohe unerreichte Voll- er nach seinem Weinglas, dass es in Scher- Lieblingsopern seien... freilich, er betonte So. abend 4. März Hoffmanns Erzählungen. viel geboten werde, und ich gab ihr natürlich nach.» Was er wohl unter Glück verstehe, dachte Dauer unseres Aufenthaltes in Wien betrifft», tag nachm. 8H Uhr. hörte er die Stimme des Arztes. endung ihrer Wiedergabe... «Und was die Schauspielhaus Abends s * Uh Q 1 i s 4 ° n . n - r Einen Augenblick überlegte Jul... wie hatte Jul, der erschreckt zusammenfuhr. Wahrscheinlich Bazillen von der Grosse eines Ele- wir ihn wohl nicht zu lange hinausziehen. Mi. abend 28. Feb. Jugend voran (Ho-ruck), Komö- setzte sie nach einer Pause fort, «so werden DL abend 27. Feb. Souper, hierauf: Eins, zwei, drei, Komödien von Molnar. sie soeben gesagt? Aber bevor er noch einen Gedanken fassen konnte, hörte er ihre fanten. Er verstünde etwas anderes darunter. Wenn er nur einmal ihre Hand um- «Ich richte mich ganz nach meiner Frau», Paris ist zu verlockend.» die von Vulpius und Roberts. DO. abend 1. HärZ Tovarisch, Komödie von Jacques Stimme. «Du irrst, Piet», liebevoll legte sich ihre klammern dürfe, um ihr... Ein Kellner eilte hörte er die Stimme ihres Mannes. Frau van Deval. Fr. abend 2. März Jugend voran (Ho-ruck), Komödie von Vulpius und Roberts. Hand auf die ihres Mannes, «du warst es, der geschäftig herbei, fegte die Scherben vom der Witte schüttelte abwehrend den Kopf. Jul immer den festen Vorsatz hatte, auf jeden Tisch und riss ihn aus seinen Betrachtungen. sah verzweifelt von einem zum andern. Er Sa. abend 3. März Tovarisch, Komödie von Jacques Fall Wien aufzusuchen.» Keine Miene zuckte Nun wusste er, wie sie hiess.. fühlte, wie ihm das Blut purpurrot zum Kopfe Deval. in ihrem Gesicht. Jul aber schielte nach ihrer Enid! stieg. Einmal über das andere Mal fuhr er So. nachm. 4. März 3 Uhr: Der zerbrochene Krug, v. schmalen Hand, die noch immer auf der ihres «Was ich bis jetzt beruflich hier gesehen, sich in seiner Gewohnheit mit den Fingern Kleist; Der eingebildete Kran- Mannes lag. übertrifft meine Erwartungen noch bei weitem. Vor allem... die Liebenswürdigkeit der sich in seinem Inneren nur über das eine durch den goldblonden Haarschopf und war ke, von Moliere. «Ja, ja, gewiss.» Er rückte an seiner goldenen Brille, wie es seine Gewohnheit zu sein Aufnahme, aber das will ich Ihnen später ein- klar, dass er sich heute nicht von ihr trennen Komödien von Molnar. SO. abend 4. März Souper, hierauf: Eins, zwei, drei. schien. mal erzählen. Mit einem Wort, wir sind beide würde, ohne sicher zu sein, sie wiedersehen «Wie lange gedenken Sie hier zu bleiben, sehr befriedigt. Wie gesagt... ich habe zu dürfen. Grand Cafe Esplanade,ut O quai 21 Im Cafe': Die Kapelle: Paul Godwin. Herr Doktor?» Der Herzschlag setzte bei Jul meine Wiener Klinik, und meine Frau ihre (Fortsetzung folgt.) In der Bar: Am Flügel: Gustl Springer, Barhumorist. Im Tabarin: Millers and his boys und die neuen Tanzattraktionen. Gute Schriften Au Petit Dome Kirchgasse 3, b. Hehnhaus Abonnement Caf£ — Restaurant — Bar. — Der bekannte, vorzügliche Dome-Cafe und die feinen Spezialplattenl er Verein Rohere ys •^ÄSSS^- D gute Schriften In Bern offeriert seinen Mitgliedern, die Jonny-Dar, Beatengasse 15 mindestens Fr. 8.— Jahresbeitrag zahlen, die portofreie Zu- Die grösste und schönste von Zürich. ZürichNcu-Seidenhof'UraniastrrGerbergj sendung der 12 Monatshefte, Restaurant Urania, uraniasir. 9 INSTITUT DR. SCHMIDT jeweilen sofort nach Erscheinen. Anmeldungen nimmt ent- und VarigtS. Anerkannt gute Die beliebte Dnterhaltungsstätte. Konzert • Landerziehungsheim für Knaben Q» ß«l| en Küche. gegen der Geschäftsführer des Vereins, Fr. Mühlheim, Lehrer in Bern. Distelweg 16. „Ecke des guten Beispiels " Ein Unglück vermieden. Vorletzten Sonntag fuhren wir mit unserem kleinen Wagen, vom Stoos heimkehrend, auf der Strasse zwischen Schwyz und Zug. Die Skier waren in Keilformation im Heckkoffer verstaut und mit einem Band an der Karosserie befestigt. Sie ragten also noch etwas über das Dach hinaus. Da sich die erwähnte Strasse in miserablem Zustande befindet und der Wagen noch in der Einlaufzeit ist, konnten wir nicht sehr rasch fahren. Nach kurzer Zeit bemerkten wir hinter uns einen grossen Wagen eines Zürcher Automobilisten, der uns leicht hätte überholen können, aber in Anbetracht der schlechten und engen Strosse davon absah. So fuhren wir ein gutes Stück hintereinander her. Da plötzlich hörten wir starke Hupensignale hinter uns, und als wir nach rechts auswichen, surrte der Wagen des erwähnten Automobilisten auch schon an uns vorbei. Alsbald sahen wir, wie ein Mitfahrer zum Fenster herauslehnte und uns gestikulierend auf etwas aufmerksam machte. Wir hielten sofort an und bemerkten, dass unsere Skier wegen den grossen Erschütterungen seitwärts abgerutscht waren und somit ein gutes Stück seitlich über den Wagen hinausreichten. Das hätte gefährlich werden können! Durch das rasche Eingreifen dieser freundlichen Automobilisten, die uns erst im kritischen Augenblick überholten, und denen wir hier unsern verbindlichsten Dank aussprechen, konnte somit ein Unglück vermieden werden. R. H. B. in B. Zett-Restaurant u. Roxy Bar Rebgasse 8 Mittag- und Abendessen von Fr. 1.60 an.

N« 16 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 Gnädige Frau! Wenn ich, ein junger Mann ohne nennenswerte Fähigkeiten und Vorzüge, ein kleiner Angestellter nur, aus der Abteilung für Buchführung irgendeines — und nicht einmal eines bekannten Warenhauses, das Unerhörte vollbringe, Ihnen ohne jeden sichtlich zwingenden Grund zu schreiben, so muss ich gestehen, dass ich für die Inkorrektheit meines Handelns vergebens nach Entschuldigungen suche. Ich erwarte nicht, dass mein Gestammel Ihrer Laune, immer erwartungsvoll zu sein und seltenes Erlebnis zu lieben, schmeicheln wird. In meinem nicht sehr abwechslungsreichen Leben habe ich noch nichts gewagt, was meinem heutigen Tun gleich käme, aber ich ertrage ein Leben nicht mehr, in dem das Ausserordentliche, das abenteuerlich Besondere nur von einer einigermassen starken Einbildungskraft konstruiert wird. So bilde ich mir auch heute ein, dass Sie, im zarten Blau Ihres parfümierten Zigarettenrauches, leise lächeln und ein paar Augenblicke meinen Worten lauschen werden. Ich danke Ihnen unsagbar dafür, gnädige Frau! Sie kennen meinen Namen nicht. Und hätte ich je mit Ihnen gesprochen, so wäre mein Name auch Geheimnis geblieben, und sicher hinter einem klingenderen verschwunden. Noch nie in meinem Leben habe ich etwas anderes geschrieben als Kontoauszüge und Schemabriefe. Ich habe nie aus der Reihe getanzt, wie man zu sagen pflegt, aber seit ich denke, habe ich Heimlichkeiten und den wilden Wunsch, etwas zu tun, was nicht alle tun. Aber dies alles sollen nur Sie erfahren, weil ich mich vor Ihrem herrischen Herz beuge als Ihr kleiner Sklave, der bekennen muss. Als ich diesen Abend durch die Strassen ging, war es, als lauerte der Nebel lüstern und begierig nach seltsamen Abenteuern, als duckten sich alle Dinge dieser Stadt gnomenhaft und verschlagen im eigenen Schatten. Schwarzseiden schien der Asphalt und wollte sich bauschen unter den Pneus. Und in der Tat: die Dinge, die sonst leblos waren, bekamen plötzlich phantastische Gestalt und Bewegung; die aber, von denen man lustiges Leben gewöhnt war, blieben dem eigentlichen Treiben fern, versteckten sich ängstlich oder tönten nur dumpf aus dem Dämmer einer eigenartigen Welt. Da kam ich in die Stimmung, die mir zuflüsterte, dass es schandbar sei, so hinzuvegetieren und so ehrbar klein zu bleiben. Und dass ich es tun müsse, sagte ich mir, heute oder nie... Da kam ich über einen grossen Platz. Alles Toben und Tönen, das ich hier gewohnt war, klang wie aus Abgründen. Lichter hüpften hilflos im Kreis. Feindselig huschten die Menschen und trugen grüne Gesichter. Frauen sah ich nicht. Die Drehtüren der Cafes hatten keine Ruhe. Ich Hess mich gerne durch eine von ihnen mitten hinein in das Lärmen eines Schlagers transportieren. Vor mir trug eine sehr schöne Frau den verwirrenden Wohlklang einer vollendet gebauten Gestalt an Reihen runder Tischchen vorüber. Die Dame war unsagbar schön, wie die kostbare Seide ihres Gewandes, das sie mit Scharm zu tragen wusste, aber auch mit feinstem Gefühl für das Musikalische in ihrem Schreiten, in den Bewegungen ihrer Schultern, in der berauschenden Linienführung ihres Körpers. Und diese Dame waren Sie, meine Gnädigste! Und ich, der Ihnen gefolgt war und den alles wie eine niegekannte Glutwelle überkam, fand ein Ecktischchen und sass ohne besonderes Zutun Ihnen gegenüber. Es wäre nach allem, was dieser merkwürdige Abend bisher brachte, nicht verwunderlich gewesen, wenn ich nach einer, dem Anfang dieses Briefes ähnlichen entschuldigenden Einleitung in ekstatischer Verwirrung etwa wie folgt zu Ihnen gesprochen hätte: «Ihre Hände verschwenden glückhafte Helle und haben etwas von der Körperlosigkeit gläserner Leuchter. Narzissenbleich blühen sie leise auf und erklingen im lächelnden Schweigen ihres kühlen, etwas herrischen Mundes, der wie von der göttlichen Hand A ^IF DDIEIP EFi Belangloser Brief an eine Dame AUTOMOBIL-SALON nächst beim Salon HOTEL MIRABEAU Rue de Candolle. 4 — GENF Gutgeführte Küche. — Zimmer mit allem Komfort. EFDQ/^ eines grossen Künstlers in das zauberische Oval Ihres Antlitzes kühn und voll verhaltener Ekstase geschnitten erscheint Ich träume, dass sie Flammen werden könnten, diese Hände, wenn man sie auf grundlos schwarzen Samt gelegt fände oder auf goldpurpurner, sehr reicher Seide, deren Seele sie wären. Unsagbar güldene Leuchter sind Ihre Hände, ganz entrückt und etwas müde im Lärm dieses Cafes stehen sie zierlich auf alabasternen Ellenbogen...» So könnte ich zu Ihnen gesprochen haben. Aber der Mut fehlte mir dazu, wie mir immer in meinem Leben in entscheidenden Augenblicken der Mut fehlte. Ja, ich wage zu behaupten, dass ich in der Lage gewesen wäre, das Kühnste, das ein Mensch auszusprechen in der Lage ist, die Behauptung, glücklich zu sein, vor Ihrem Antlitz zu verkünden. Aber wieder ist es nur meine krankhafte Einbildungskraft, die so konstruiert, jetzt, in diesem trüben Augenblick, in dem ich wieder daheim in meinen kalten vier Wänden sitze und sinniere. In Wirklichkeit waren die Dinge so, wie sie unbedeutender und alltäglicher gar nicht sein konnten. Sie wissen es, schöne, gnädige Frau, selbst am besten, dass der junge Mensch, der schüchtern und etwas verträumt an Ihrem Tischchen sass, errötete, wen er Ihrem samtenen Blick, der so göttlich und unberührt Menschen, Dinge und Raum durchsprang, über sein Antlitz gleiten fühlte. Ich schäme mich in diesem Augenblick mehr, als ich diesen einfachen Worten anzuvertrauen imstande bin und verstecke mich fast wollüstig hinter meine blasse Anonymität. Ich bin nicht mehr als ein unbedeutendes Infusorium im Meer Ihrer Welt, ein Atom im Dom Ihres Denkens, ein Fünkchen in den Flammen Ihrer Leidenschaft. Der Unterschied zwischen den anderen und mir liegt nur in der unerhörten Dreistigkeit meines heutigen Briefes. Aber ich habe doch eine Welt der Heimlichkeit, in die ich nur Sie blicken lasse und in die ich mich bisher immer wieder zurückziehen konnte vor den anderen. Ich bin ungeheuer feige und verschanze mich hinter Worten, die sich mir geben, ohne dass ich nach ihnen suche, die mich entzünden und brennen lassen möchten als Fackel, die aber meine Seele nur zum Schwelen bringen. Ich bin Narziss im Düster dieser unangenehmen Welt, in die kein erfrischender Lufthauch stösst, die schal ist wie meine Worte, mit denen ich Sie belästige. Ja, jetzt habe ich endlich den rechten Ausdruck gefunden, den ich suche und den ich brauche. Ich belästige Sie mit meinem Brief, mit meinem intimen Denken, das einem unanständigen Schnüffeln gleichkommt, das die grosse Harmonie Ihres Lebens stört; ich belästige Sie aber bewusst und scheue mich nicht, dies Ihnen einzugestehen, ja, mit einem gewissen Gefühl der Befriedigung immer wieder in jedem meiner profanen Sätze zu betonen. Sie können mich jetzt nicht unterbrechen, Sie können nicht den Kellner rufen und zahlen, um sich von mir zu befreien. Sie können sich nicht wehren, wenn ich Ihnen meine heimlichen Scheusslichkeiten sage, meine Sehnsucht, im Laster wenigstens die anderen zu übertreffen, wenn es schon nicht möglich ist durch ein besseres Leben, durch eine schöpferische Tat. Aber die Eitelkeit, jenes betrübende Merkmal männlicher Unzulänglichkeit, lässt mir keine Ruhe. Wie gross stehen Sie vor meinen sehnsüchtigen Augen, wie gross macht Sie selbst die kleinste eitle Geste der Dame. Sie wissen, dass Sie eitel sein können, Sie sind glücklich darüber, denn Sie haben erkannt, dass bewusste Eitelkeit die Frau gross, den Mann aber klein macht. Bewusst eitle Frauen sind kostbar wie graziöses Porzellan oder wie eine seltene Blüte. Unbewusst eitle Frauen aber sind — und damit spreche ich das verachtungsvollste Wort aus, das es für eine Frau gibt, ein Wort, das von keiner Schönheit übertrumpft werden kann, das durchschneidet, erbarmungslos wie ein Peitschenhieb, das von keinem anderen Wort aller Sprachen der Welt erstickt werden kann, das immer Brandmal ist, unauslöschbar und eindeutig — unbewusst eitle Frauen sind — dumm! Sehen Sie, meine verehrte und gnädige Frau, hier liegt vielleicht der Kern aller Weisheit um die Frau. Hier liegt vielleicht auch der Schlüssel zur Liebe schlechthin. Aber — Sie werden mit Ihrem wissenden und klugen Lächeln, das ich nur an den Frauen meiner Träume bisher gesehen habe, fragen, wie ich dazu käme, von Liebe zu reden, wo ich doch, wie ich selbst zugab, bislang nur mich und mich im Spiegelbild meiner Träume geliebt habe. Hier muss ich Ihnen aber widersprechen und ich bitte untertänigst um Vergebung! Ich habe mich bisher geliebt und gehasst, so dass sich Liebe und Hass gegenseitig aufhoben, wirkungslos wurden, verflüchtigten und nur ich blieb, als ein öder Mensch ohne Vorzeichen, ein Anonymus schlechthin, ein bedeutungsloser Buchstabe, den vielleicht der grosse Korrektor überlesen hat, der deswegen weiter erscheint im Buch des Lebens, aus dem er vielleicht, wäre das erwähnte Versehen nicht geschehen, längst gestrichen worden wäre, ein Buchstabe also, ohne Sinn und Zweck, der auch vom Leser genannten Buches überlesen wird und dessen Rätsel eben und allein darin besteht, dass er da und doch nicht da ist. Oh, ich habe mir schon Gedanken gemacht über die Liebe, ich bin, wenn man will, so etwas wie ein Theoretiker der Liebe geworden. Meine anonyme Frechheit genügte nicht, aus meinem Schattendasein aktiv herauszutreten. Ich las viel, lungerte herum, um Diebstähle seelischer Art begehen zu können, ich fürchtete mich vor allem vor den Frauen, denen ich aber doch immer nachschlich, wo ich auch konnte. In meinem Warenhaus, besser in dem Warenhaus, zu dessen Angestellten ich gezählt werde, hatte ich dann und wann Gelegenheit, Frauen verschiedener Art zu sehen. Erregt haben mich viele, aber geliebt habe ich keine — ich sage dies alles selbst auf die Gefahr hin, dass ich Sie schon zu langweilen beginne. Auch hier stehe ich auf verlorenem Posten, allein mit meinen flackernden Träumen, die mich verbrennen. Die Frauen, die ich lieben könnte, müssten so sein wie das Bild, das ich zu Beginn dieses Briefes von Ihnen f gezeichnet habe. Aber von solchen Frauen gibt es .nur eine und diese lächelt jetzt vielleicht ihr bewusstes eitles Lächeln, während sie liebkosend fast mit der einen Hand die zarte Linie ihres schmeichlerisch seidenen Morgenrockes nachzieht, eine göttliche Geste, die ich plastisch fixieren würde, wenn ich Bildhauer wäre. Aber ich bin ja nur der junge Mann ohne nennenswerte Fähigkeiten und Vorzüge, der kleine Angestellte mit einer etwas seltsamen und überspannten Phantasie, die im Morgengrauen sich nun zu diesem unanständigen und mit nichts zu motivierenden, belanglosen Brief an eine Dame unrühmlich steigerte. Draussen vor meinem Fenster hat der Morgennebel die Strassenlichter verschluckt. Die Kandelaber bangen um ihre kleinen, matten Monde, die oben noch irgendwo schwimmen in Dunkel und Dunst und die die Verbindung mit ihnen verloren haben, längst, wie ich die Verbindung mit den Dingen der an- " deren. Dazu sticht der Regen spitz und wie mit endlos langen Lanzen und kalt durch die Stunden. Er legt Lichter der Länge nach auf das mattschimmernde Pflaster. In dieser Stunde springt es sich leichter in das lockende weiche Polster des Nebels von der hohen Brücke, die man Brücke der Erlösung nennen sollte. Verzeihen Sie mir, verehrte und gnädige Frau! H.P. Winke für die Küche Man nimmt... Die Umwelt ist augenblicklich etwas aus den Fugen geraten, und dies ist in seinen allgemeinen Auswirkungen überall spürbar. Kein Wunder also, dass man die geschützte Ruhe der eigenen vier Wände (es mögen deren immerhin auch mehrere sein — und dann erst recht !) wieder mehr schätzen gelernt hat und zur Geselligkeit «daheim» gerne zurückkehrt. Man freut sich, Gäste zu bewirten. Gerade die Wintermonate sind für häusliche Geselligkeit die rechte Zeit. Sie bieten also Gelegenheit, Proben häuslicher Kochkunst abzulegen und lieben Freunden kleinere oder grössere Magenfreuden zu bereiten. Vielleicht finden drei gute Anregungen von Tee- oder Kaffeegebäck den Beifall der Leserinnen. Grossmutters Teebrot (und immer noch ausgezeichnet!) ; % kg Mehl, 180 Gramm Butter, 250 Gramm Zucker, 2 ganze Eier, eine Prise Salz, eine Messerspitze gestossenen Zimt, ebensoviel Anis, Fenchel, gestossene Nelken und Muskat, die abgeriebene Schale und den Saft eine halben Zitrone, einen Esslöffel Rum und eine Tafel geriebene Schokolade. All dies wird dick gerührt, zum Schlüsse natürlich erst das Mehl darangeben. Zuerst Butter, Eier, Zucker und Gewürze gut vermengen. Nach Zugabe des Mehls und eines Backpulvers rührt man dann noch so viel kalte Milch ein, dass der Teig dicklich vom Löffel tropft. Man bäckt in einer gebutterten, flachen Kuchenform recht langsam und schneidet das Teebrot, das sich sehr lange saftig hält, erst am nächsten Tag an. ' Feigen oder Dattelmakronen : Von 2 Eiweiss wird sehr fester Schnee geschlagen, den man mit 150 Gramm Zucker. 200 Gramm gehackten Nüssen und 100 Gramm feingeschnittenen Datteln oder Feigen tüchtig verrührt. Man legt mit einem Löffel kleine runde Häufchen auf Oblaten, schiebt sie auf das Backblech und trocknet die Makronen im heissen Backrohr, bis sie sich aussen trocken anfühlen. Orangenschnitten: Man verrührt 120 g zerlassene Butter mit gleichviel Zucker, den man an der Schale einer Orange abgerieben und dann erst gestossen hat. Nun mischt man den ausgepressten Orangensaft, 80 g geschälte (mit kochendem Wasser überbrühte) geriebene Mandeln und 3 ganze Eier dazu, rührt recht dick und mengt zum Schlüsse 110 g Mehl darunter. Die Masse möglichst dünn auf ein gebuttertes flaches Backblech streichen, lichtjjelb backen. Man teilt den gebackenen Kuchen in zwei gleiche Teile, setzt diese mit beliebiger Konfitüre zusammen, überzieht ihn mit einer Zuckerglasur und schneidet, wenn sie getrocknet ist, mit einem in heisses Wasser getauchten Messer nette Schnitten. Zuckerglasur: M kg gesiebter Zucker wird mit nur so viel Flüssigkeit vermengt, dass sich die Masse gerade gut rühren lässt, aber in ganz schweren Tropfen vom Löffel fällt. Je nach gewünschter Farbe nimmt man : etwas schwarzen Kaffee (braune Glasur), Himbeersaft (rosa), Rum oder Zitronensaft (weiss). Man rührt eine Viertelstunde und giesst dann den Zucker über Kuchen oder Torte, ohne mit dem Messer nachzuhelfen. Wenn der Guss dick genug gehalten wird, verteilt er sich allein über die Oberfläche und nur das, was an den Rändern abläuft, kann mit einem breiten Messer aufgestrichen werden. Ist an der Luft in kurzer Zeit getrocknet. Zum mutigen ersten Versuch : viel Glück und guten Appetit! Was Frauen interessiert Wir verraten Jetzt schon — dass die Sommermode diesmal als Ueberraschung reiche Stickereien bringt und zwar in Handarbeit! Kreuz- und Flachstich vor allem werden die Sommerkleider zieren — man soll also bei Zeiten beginnen, sich mit derartigen Stickereien zu beschäftigen. Ausserdem : Plisse überall — das wird zu beachten sein! Als Aufputz, Kragenbegrenzung, Aermelstulpen — Volants und gebrannte Plisses in den verschiedensten Ausführungen. Die leichten Kleider sollen spielerisch flott sein, alle strengen, herben Linien vermeiden, sich aller weiblichen Attribute bedienen, um reizvoll und frisch zu wirken. Auch in die Röcke dürfen Plissebahnen eingesetzt werden. Die sommerliche Mode wird wieder hell und farbig sein, aber sanfte Pastelltöne bevorzugen. J.B. Die Frau mit den dreiunddreissig Männern. Die Stadt Mexiko hat eine sehr reiche Dame aufzuweisen, die zehnmal in den Hafen der Ehe eingelaufen ist. Alle ihre Männer sind eines natürlichen Todes gestorben. Jeder hinterliess ihr ein ansehnliches Vermögen, so dass sie jetzt zu den reichsten Frauen von Mexiko zählt. Fälle, in denen Frauen eine abnorm hohe Zahl von Männern geheiratet haben, sind nicht so selten. So wurde eine schöne Amerikanerin, die ihr Leben in Philadelphia beendete, dadurch berühmt, dass sie fünfzehn Ehemänner überlebte. Sie verheiratete sich zuerst im Alter von sechszehn Jahren und wurde bereits nach achtzehn Monaten Witwe. Sechs Monate später Hess sie sich wieder zum Altar führen und verlor ihren zweiten Mann nach wenigen Wochen bei einer Kahnfahrt. Von ihrem dritten Gatten Hess sie sich scheiden. Kurz darauf opferte sie einem vierten Mann ihre Freiheit. Das ging so, bis sie sich den fünfzehnten Mann erobert hatte. Dann musste sie den Geschmack an der Ehe wohl verloren haben, denn sie heiratete nicht wieder und starb schliesslich als kinderlose Witwe... Eine Engländerin heiratete im Laufe von fünfzehn Jahren gar fünfundzwanzig Männer ! Sie wurde vor Gericht gestellt, da man sie im Verdacht hatte, dem Tode ihrer Lebensgefährten etwas nachgeholfen zu haben. Doch war man nicht imstande, ihr irgendeine Schuld am Tode der Männer nachzuweisen. Trotzdem verbot ihr das Gericht, sich je wieder zu verheiraten. Wie heiratslustig die englischen Frauen sind, beweist am besten eine Gerichtsverhandlung: in London, zu der eine vielverheiratete Frau zitiert war. Sie hatte nicht weniger als zweiunddreissig Gatten besessen. Einige von ihnen starben eines natürlichen Todes, andere «verschwanden», und gerade dieser Umstand war die Ursache, dass das Gericht sich mit der Frau beschäftigte. Indessen konnte sie nachweisen, dass die treulosen Männer sie verlassen hätten. Der Erfolg der Gerichtsverhandlung war der. dass einer der anwesenden Zeugen sofort an Ort und Stelle — um ihre Hand anhielt, um der glückliche Gatte Nummer dreiunddreisste zu werden. ., Schule idemann