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E_1934_Zeitung_Nr.015

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 15 Luftfahrt Bestimmung von Wolkenhöhen zur Sicherung des Nachtflugverkehrs. Die immer grösser werdende Ausdehnung des Nachtflugverkehrs macht eine genaue Kenntnis der Wolkenbildung auf der Flugstrecke unentbehrlich. Wichtig ist dabei vor allem die Bestimmung der Wolkenhöhe, die den Meteorologen der Flughäfen zur Vervollständigung der Wettermeldungen für den Nachtflugverkehr dient. Solche Messungen lassen sich mit einem Wolkenscheinwerfer einfach und schnell ausführen. Der Siemens-Wolkenscheinwerfer besteht aus einem senkrecht stehenden zylindrischen Gehäuse mit oberer Abschrägung zum Abfluss des Regenwassers. In dem Gehäuse befindet sich ein Transformator, der die normale Netzspannung auf die für den Betrieb einer Spezialglühlampe von 100 W erforderliche Spannung von 12 V heruntertransformiert. Das Licht der Glühlampe wird durch einen geschliffenen Glasparabolspiegel von 400 mm Durchmesser mit einer ganz geringen Streuung von nur etwa 1,5 Grad und mit einer Lichtstärke von etwa 2,7 Millionen Hefnerkerzen senkrecht nach oben geworfen, so dass auf der Wolkendecke ein kleiner heller Lichtfleck erscheint. Die Bestimmung der Wolkenhöhe ist nun mit Hilfe eines Peilgerätes eine einfache Berechnung nach dem Satz vom rechtwinkligen Dreieck, das durch eine Seite, nämlich den Abstand des Wolkenscheinwerfers vom Peilgerät, und den Peilwinkel bestimmt ist. Stellt man z. B. das Peilgerät in 300 m Entfernung vom Scheinwerfer auf, und wird an der Skala des Peilgerätes ein Winkel von 50 Grad abgelesen, so ist die Höhe h = 300 X tg 50 = rund 364 m. Das Peilgerät führt man so aus, dass das Bild des Lichtfleckes auf den Wolken durch ein mit einem Fadenkreuz versehenes Glas auf einen Spiegel fällt und durch diesen zu dem eigentlichen Visierrohr geleitet wird. Die Schrägstellung des Visierrohres wird auf der Skala abgelesen. Bei festem Abstand zwischen Scheinwerfer und Peilgerät kann die Skala direkt in Höhenangaben geeicht werden. Will man für Sonderzwecke sehr genaue Messungen haben, so wird ein Fernrohr bis zu 20facher Vergrösserung aufgesetzt. Für transportable Aufstellung des Scheinwerfers tritt an die Stelle des Transformators eine Batterie. T. Links: Der neue Flugplatascheürwerfer zur Bestimmung der Wolkenhöhe. Rechts: Ein Haw- Leichtmetall-PropellerMatt und seine Stahl-Zuganker. Flugzeugpropeller aus Leichtmetall. Die Sicherheit im Flugzeugverkehr hängt in hohem Masse von der Betriebssicherheit des Propellers ab. Man hat sich daher schon seit Jahren bemüht, die Mängel des Holzpropellers, der sich unter dem Einfluss der Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen leicht verzieht, zu beheben. Eine naheliegende Lösung war der Ersatz des Holzes durch Metall; diese Lösung drängte sich übrigens zwangsläufig auf, als man dazu überging, drei- und sogar vierflügelige Propeller herzustellen, und als bei der Vergrösserung der Flugzeuge immer grössere Luftschrauben verlangt wurden. Die Hauptvorteile der Metallpropeller liegen in der Form- und Wetterbeständigkeit, in der Genauigkeit ihrer Konstruktion, in dei Möglichkeit, die Flügel getrennt herzustellen (wichtig bei dreiflügeligen Propellern), in der guten Reparaturfähigkeit, im leichteren Ausbalancieren, in der grösseren Homogenität des Metalles, in der geringeren Empfindlichkeit gegen mechanische Beschädigungen und in der einfacheren Herstellungsweise. Zur Herstellung von Metallpropellern verwendet man entweder Stahl oder hochwertige Aluminiumlegierungen. Letzteren wird immer der Vorzug gegeben. Die ersten Leichtmetallpropeller stammen aus dem Jahr 1920, in welchem der Amerikaner Reed sein erstes Patent nahm. Dieser konstruierte eine Luftschraube aus Duraluminblech mit Flügeln von sehr geringer Dicke, die erst durch die Schleuderkraft eine genügende Starrheit für die Aufnahme der im normalen Betrieb auftretenden Biegebeanspruchungen erhielten.-> Vom Blechpropeller ist man jedoch allmählich abgekommen und zum geschmiedeten, dickeren Leichtmetallpropeller übergegangen, dessen Flügeldicke von der Nabe bis zum Ende abnimmt und dessen Profil eine gute aerodynamische Wirkung gewährleistet. Wie der Reed-Propeller bietet dieser u.a. den grossen Vorteil dass man die bei Notlandungen verbogenen Flügel meistens wieder richten kann, bei nur geringer Verbiegung sogar an Ort und Stelle. Zu dieser Art von Propellern gehören z. B. die Leichtmetallpropeller von Junkers und von Comte. Verschiedene Firmen stellen auch hohle Metallpropeller her (Eclipse Aviation Corp., Junkers, Dornier, Dicks Aeronautical Corp., Paulhan-Pillard usw.). Interessant ist der Propeller von Haw, dessen aus einer Aluminiumgusslegierung gegossene Hohlblätter durch Stahlzugawker von innen verstrebt und in einer Stahlnabe befestigt sind. Bei diesem Propeller werden die Zentrifugal-, die Torsions- und die Schubkräfte von den Stahlzugankern aufgenommen. Die beistehende Abbildung zeigt einen solchen Haw-Propeller. Die im Blatt a sichtbaren Löcher erlauben das Anziehen der Stahlstangen o; sie werden nachträglich zugeschraubt. H. Der Flugplatz Lausann« im Jahre 1933. Durch ein System regelmässiger Zubringerkurse ist der FJugplatz Lausanne-Blecherette, der älteste Zivilflugplatz der Schweiz, an das europäische Netz in rationeller "Weise angeschlossen, so dass von der waadtländischen Hauptstadt rund 70 Zentren des In- und Auslandes auf dem Luftwege erreicht werden können. Im Jahre 1933 sind von Lausanne aus in 815 regelmäßigen Flügen (1932: 660) 1308 Passagiere (1218). 11,28 t Post (9.42 t), 3 t Fracht (2,9 t) und 10,3 t Gepäck (8,5 t) befördert worden. Der Anteil der nach dem Auslande fliegenden und von dort kommenden Passagiere war auffallend stark und zeigt erneut die wichtige Stellung Lausannes im Fremdenverkehr. Neben dem Linienbetrieb hat sich die Flugtouristik sehr erfreulich auf dem Lausanner Flugplatz entwikkelt. In dieser Kategorie wurden 1933 5906 Flüge (1932: 3765) und 2243 Passagiere (1334), die an längeren und kürzeren Rundflügen teilnahmen, gezählt. Ausserdem notierte man die Ankunft von 392 auswärtigen Flugzeugen. Die gut besuchte Flugschule der waadtländischen Sektion des Aero- Club führte 1933 über 5000 Flüge (1932: 3931) durch und konnte an 10 Schüler das Brevet I und an 4 weitere das Brevet II erteilen. Slu. 8 Millionen Briefe fliegen. Im Jahre 1933 sind nicht weniger ails 8 Millionen Briefe — genauer 8,065,934 Sendungen — innerhalb der Schweiz, von der Schweiz nach dem Ausland und umgekehrt, auf dem Luftwege befördert worden. Gegenüber dem Vorjahre entspricht dies einer Zunahme von 34%, was in Anbetracht der Zeitverhältnisse als ermutigendes Resultat betrachtet werden darf. Im internationalen Verkehr sind die grössten Mengen, nämlich je ca. 1,2 Millionen, auf den beiden Postlinien Zürich-Basel-Frankfurt und Basel-Cherbourg und Le Havre (Swissair) befördert worden. Sehr gro-sse Postfreguenzen wiesen ferner die Linien Genf- resp. Basel-Zürich-Wien (Express) und Bern-Zürich-Bertin auf. Im innerschweizerischen Verkehr beförderten die Linien Basel-La Chaux-de-Fonds/Le Locle-Lausanne-Genf, Basel-Bern-Lausanne-Genf und Bern-Zürich-St. Gallen je über 0,8 Millionen Sendungen, darunter ca. 220,000 Zeitungen. Die Zahl der in der Schweiz aufgegebenen Luftpostbriefe beträgt durchschnittlich 36,000 und die aus dem Ausland in die Schweiz gesandten Luftpostbriefe durchschnittlich 16,000 pro Flugtag. Auf sog. Welfflinien nach anderen Kontinenten versendet und empfängt die Schweiz ebenfalls zahlreiche Briefe, da hier der Zeitgewinn gegenüber der Beförderung auf dem See- und Landweg besonders stark in Erscheinung tritt. Die grössten Mengen Schweizer Post weisen die Fernlinien Marseille-Südamerika (ca. 33,000 Briefe), London-Karachi-Singapore (ca. 23,000 Briefe), London-Kairo-Kapstadt (ca. 9000 Briefe), Amsterdam-Batavia (ca. 18,000 Briefe), sowie die Luftpostlinien in den Vereinigten Staaten (ca. 14,000 Briefe) auf. Slu. Bemannte Zielboote für Bombardierungsübungen. Die englischen Luftstreitkräfte verwenden für ihre Bombardierungsübungen in der Nordsee neuerdings gepanzerte, unsinkbare Zielboote, über die erst in letzter Zeit Einzelheiten an die Oeffentlicbkeit gelangt sind. Diese Motorboote haben eine Länge von 12,2 m und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 48 km/h. Sie sind in wasserdichte Räuin£_ unterteilt, und ein Panzer aus Hadfield-Stahl v( 12,5 mm Dicke schützt die Besatzung, die Motoreu, die Betriebsstoffbehälter und die Steueranlage; der Panzer ist auf Gurmnifüssen gelagert, wodurch die schützende Wirkung erhöht wird. — Vor der Verwendung dieser Boote wurden die Uebungen mit Schleppzielen oder mit dem durch drahtlose Uebertragung ferngesteuerten Kreuzer cCenturion» durchgeführt. Zur Zeit befindet sich ein neues Zielboot im Bau, das infolge seiner grossen Beweglichkeit und erhöhten Geschwindigkeit schwieriger zu treffen sein soll als irgend ein Schiff der Flotte. bieten Ihnen jede Gewahr fOr exakte und prompte Ausführung aller vorkommenden Reparaturen, sowie Neuinstallationen an Ihrem Automobil bei billigster Berechnung. 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15 - 1934 Tourismus Das neue Verkehrsgesetz lind der Ausländerverkehr. In verschiedenen ausländischen Zeitungen wurde in der letzten Zeit von Schwierigkeiten gesprochen, die der die Schweiz durchreisende Automobilist mit dem Inkrafttreten des neuen Verkehrsgesetzes zu gewärtigen habe. Insbesondere wurde dabei auf das Verbot des Führens spitzer oder scharfkantiger Kühlerfiguren, auf die neuen Vorschriften über die Beleuchtung und die Bereifung u. a. m. hingewiesen. Demgegenüber ist ausdrücklich festzustellen, dass von einer solchen Erschwerung des Ausländerverkehrs in der Schweiz nicht die Rede sein kann, irtdem für den zwischenstaatlichen Verkehr ausschliesslich und nach wie vor die Bestimmungen der internationalen Automobilkonvention aus dem Jahr 1926 gültig sind. T. C. S. Benzinkampf. Die Sektion Zürich des T.C.S. ersucht im Auftrage der deutschsprachigen Sektionen um Aufnahme nachstehender Ausführungen: Wie versprochen, wollen wir in diesem Blatt unseren Mitgliedern einmal einen Einblick in den Benzinkampf geben. Wir müssen uns leider an den beschränkten Raum halten und können nur im Auszug die Sachlage erläutern. Wollten wir einmal das ganze Material, das in dieser Angelegenheit vom T. C. S. Zürich studiert und verarbeitet wurde, veröffentlichen, so müssten wir ein umfangreiches Buch herausgeben. Was nicht ist, kann noch werden; vielleicht erscheint doch noch eines Tages ein « Gelb-Buch ». Nachfolgende Erklärungen und Feststellungen sind das Fundament des Kampfes der 131000 Konsumenten gegen eine verschwindend kleine Gruppe von Importeuren und Trustgesellschaften. Wir versichern unseren Mitgliedern, dass unsere Ausführungen auf Tatsachen beruhen, die wir jederzeit zu belegen in der Lage sind. Im Juni 1932 beschloss der Bundesrat, das Benzin zu kontingentieren. Diese volkswirtschaftliche „Massnahme entsprang einer durchaus richtigen Überlegung, die wir als selbstverständlich billigen. tiJas Benzin wird nur in wenigen überseeischen Staaten, in Persien und in einigen Balkanländern produziert, es handelt sich also um ein Produkt, das ausschliesslich aus dem Ausland bezogen werden muss. Ein Schutz zugunsten einer nationalen Industrie, eines nationalen Produzentenkreises, ist somit nicht nötig. Die Kontingentierung als solche hat nur den Zweck, mit diesen ausländischen Staaten eine Handelsbasis zu schaffen, in dem Sinne, dass sich diese Staaten verpflichten, in der Schweiz Waren zu kaufen, wogegen wir bei ihnen Benzin beziehen. Auf dieser von jedem rechtdenkenden Schweizerbürger als richtig anerkannten Grundlage war und ist es möglich, den Export nach gewissen Ländern zum Nutzen unserer Volkswirtschaft zu forcieren. Auf ihr wurde aber zum Zwecke privatwirtschaftlicher Nutzniessung ein falsches Gebäude aufgerichtet. Hier setzt unser Kampf ein! Durch das System der Kontingentierung ist ein sehr kleiner, bestimmter Kreis von Privatunternehmungen in die Lage versetzt worden, als alleinige Inhaber von Importbewilligungen den Markt zu beherrschen. Diese Macht, die den Benzinfirmen so leicht in ~"«m Schoss fiel, wurde sehr rasch ausgenützt. Ohne *?oerhaupt den Konsumenten in irgend einer Weise etwas bekanntzugeben, wurde unter der Führung von Prof. Dr. Lorenz eine Korporation des schweizerischen Benzinmarktes gegründet. Plötzlich lasen die erstaunten Konsumenten in den Zeitungen, dass nun der Benzinpreis auf 38 Rappen erhöht worden sei und dass Säulenhalter, die billiger verkaufen, boykottiert würden, d. h. dass man ihnen kein Benzin mehr liefern werde. Nachdem di« Konsumenten vor ein fait aecompli gestellt worden waren, setzte man sie nachträglich davon in Kenntnis. Am 16 Mai protestierten die Konsumenten gegen diese Vergewaltigung, und Minister Stucki gab die formelle Zusicheruns. dass in Zukunft die Konsumenten von den Unterhandlungen nicht mehr ausgeschlossen würden. Am 8. August wurde an Dr. Lorenz pin Brief gerichtet, der im Prinzip feststellte: 1. Die Konsumenten protestieren dagegen, dass sie bei den Preisfestsetzungen einfach ausgeschaltet wurden. 2. Die Konsumenten erklären sich gegen die Korporation. Um einmal genau zu erfahren, was in diesem merkwürdigen S]'iel gegen die Konsumenten überhaupt getrieben werden soll, versammelten sich auf Anregung Jer Sektion Zürich am 1 September die am Benzinmarkt interessierten Kreise. Das Präsidium führte W. Baumgartner. Der an dieser Versammluns teilnehmende Prof. Lorenz erklärte: «Die gegenwärtige Korporation ist ein Kartell.» Prof. Saitzew von der Universität in Zürich definiert in seinem Buch «Horizontal und vertikal im Wandel der letzten Jahrzehnte» das Kartell wie folgt- «Das Kartell ist ein auf vertraglicher Vereinbarung zwischen selbständigen und im übrigen selbständig bleibenden Unternehmen der deichen Produktionsstufe beruhender Zusammenschluß zu einem besonderen Verband, der das Verhältnis der betreffenden Produktion zum Markte vereinheitlicht und ihr Auftreten nach aussen hin regelt.» Diese Regelung bezieht sich meistens auf die Hemmung bzw. starke Einschränkung des freien Wettbewerbes zum Ziele der Preishaltung bzw, der Preiserhöhung. Die volkswirtschaftliche Definition des Kartells lautet: «Das Kartell ist ein Verband auf vertraglicher Basis zwischen Vereinigun?on der gleichen Produktionsgrunppn zur monopolistischen Markt-' beherrschung. Es wurde also von einer privaten Interesseptpngrupne gestützt auf eine unserer schweizerischen Volkswirtschaft dienenden Massnahme. ein Monopol errichtet.» Dagegen anzukämpfen ist unsere Pflicht, um so mehr als die Benzinimporteure versuchen, dieses Monopol verfassungswidrig zur Unterdrückung der Handels- und Gewerbefreiheit und der freien Preisbildung auszunützen. In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache gewährte das Volkswirtschaftsdepartement ausserordentliche Kontingente, um eine Druck gegen die Preispolitik des Kartells auszuüben. Die Importeure dagegen verlangten, dass diese ausserordentlichen Kontingente an die Einhaltung der monopolistisch festgesetzten Preise gebunden werden. «Das eidg. Volkswirtschaftsdepartement konnte sich aber vorerst hierzu nicht entschliessen, weil das Gutachten, welches der holländische Minister Dr. Goljin über den schweizerischen Benzinmarkt ausgearbeitet hatte, feststellte, dass eine Ueberorganisation des- Pumpennetzes in der Schweiz bestehe und dass die Grosshandelsmarge, sowie die Verteilmarge der Tankstellenhalter zu gross seien.» In diesem Zusammenhange sei "' zu erwähnen, dass wir in der Schweiz zirka 7300 Tankstellen beisitzen, d. h. nach der Meinung der eidg. Preiskontrolle rund 2000 Säulen zu viel. Es ist klar, dass die Kosten dieser Ueberorganisation, entstanden durch den seinerzeitigen monopolistischen Wettkampf der grossen Trustfirmen, auf die Konsumenten abgewälzt werden. Auch dagegen wehren wir uns mit allen Mitteln. Wir dürfen feststellen, dass diese Ueberorganisation nicht geschaffen wurde, um don Automobilisten zu dienen, sondern sie war das Resultat des Wettrennens der grossen Trustgesellschaften zur Eroberung des schweizerischen Marktes. Der Verband schweizerischer Motorlastwagenbesitzer stellt in seinem Jahresbericht vom 10. Februar a. c. fest: «Diese Korporation (Konvention) hat zuerst das Mitspracherecht der Konsumenten ganz auszuschalten versucht, und erst in einor späteren Phas«. wurden ganz ungenügende Zugeständnisse gemacht.» Nach langen und schwierigen Verhandlungen versprachen die Importeure, für den 30. November einen Vorschlag für die Zusammenarbeit mit den Konsumenten vorzulegen. Wie zu erwarten war, wurde dieser Vorschlag am festgesetzten-Tage nicht unterbreitet. In der Sitzung vom 28. Dezember in Bern erklärte Dr. Gossner von der Preiskontrolle: «Die Importeure haben nicht einwandfrei gehandelt, denn es war ihrerseits durchaus nicht notwendig, mit einem solchen Vorschlag bis nach Beendigung der Untersuchungen der Preiskontrolle zuzuwarten.» In einem Brief an den Präsidenten der Wirtschaftskorporation d«s Benzinmarktes stellte die Konferenz vereinigter Konsumenten fest, dass die von ihr vertretenen Konsumenten nie den Wunsch einer Neuorganisation des schweizerischen Benzinmarktes ausgesprochen haben. Sie finden im Gegenteil, dass es am Platze wäre, den Benzinmarkt dem Spie) der freien Konkurrenz und der von der Verfassung gewährton Handelsfreiheit überlassen. Hierum dreht sich der Kampf. Es wird ein Preis diktiert, der zu hoch ist. Dass dem so ist, beweist die Feststellung des Chefs der eidg. Preiskontrolle Dr. Gossner anlässlich der Sitzung vom 2S Dezember 1933 in Bern. Er erklärte, dass der Preis von 37 Rappen zu hoch sei. Hier setzt ein Streit ein, der uns im Moment nicht sehr stark interessieren kann: Die Importeure werfen dem Automobil-Gewerbe vor, dass ein Verdienst von 6 Rp. an der Säule zu hoch sei, und das Auto-Gewerbe wirft den Importeuren vor, dass sie wiederum zu hohe Importpreise verrechnen/ Alle Kalkulationen können an der Tatsache nichts ändern, dass wir 1. eine gewaltige Ueberorganisation im Benzinmarkt haben; 2. dass der gegenwärtige Benzinpreis zu hoch ist; 3. dass durch unmoralische Massnahmen, wie Boykott etc., ein Kartell der Beijzinimporteure .versucht; die verfassungsniässig verbürgte Handelsfreiheit zu unterdrücken, um einen zu hohen Monopolpreis durchzusetzen. Das Benzin ist kein Luxusartikel, sondern «in notwendiger Artikel des täglichen Gehrauches. Im Jahre 1932 wurden in der Schweiz 204 000 Tonnen Benzin verbraucht, jnit anderen Worten rund 250 Millionen Liter. Autosektion St. Gallen-Appenzell ORTSGRUPPE ST. GALLER OBERLAND: Unsere Hauptversammlung findet Donnerstag, den 1. März 1934, 20 Uhr, im _ Gasthaus zur Krone, Trübbach, statt Wir hoffen recht zahlreich unsere Mitglieder begrüssen zu können. Traktanden: die statutarischen. • Die Kommission. AUTOSEKTION ZÜRICH. Die Touringclub-Fahrt nach Konstantinopel hat einen so unerwartet grossen Zuspruch gefunden, dass der geschartete, Dampfer der jugoslawischen Reederei, das 17.500-t- Luxusschiff « Kraljica Marija », für die Fahrt vom Mai-Juni bereits vollständig gefüllt ist. Die überzähligen Anmeldungen zu dieser prächtigen Frühlingsfahrt, die die ganze dalmatinische Küste berührt und bis nach Montenegro führt, ferner in Korfu und Rhodos Halt macht, um sehliesslicb noch in Athen und Konstantinopel zu landen, konnten nun al^termals auf dem gleichen Dampfer untergebracht worden, der diese Reise vom 9 bis 24. April ausführt. Die aussergewöhnlich günstigen Bedingungen für diese Frühlingsfahrt an die sonnigen Gestade Dalmatiens, die klassische Heimstätte der Antike in> Athen und nach dem bunten orientalischen -Leben Konstantinopels- lassen das rege Interesse begreiflich erscheinen. SEKTION BERN., Für den am 3. März im neuen Festsaal des Kursaals stattfindenden Grossen G 1 u b b a 11 sind die Vorarbeiten in vollem Gange. Grosse-Sorgfalt ist auf die Auswahl der Tanzkapelle verwendet worden. Man war sich zuständigenorls darüber klar, dass der Taktstab des Dirigenten gleichsam als Maßstab für den Genuss des Abends zu werten sei und dass in der Verve der Kapelle die Grundlage für den Grad der Stimmung liegt. Die Wahl fiel auf das gegenwärtige Kursaal-Orchester Gustav Weissenbqrn. Der diesjährige Clubball wird mit verschiedenen kabarettistischen Auf-, führungen gewürzt, Verhandlungen sind in dieser Richtung eingeleitet' und die Vergnügungskofnmission hofft, ihren Sektionsmitgüedern einen « gfreuten Abend » zu bescheren. Der Tischplan liegt be-i reits im Clublokal.. zur Einsichtnahme auf, ebenso hat der Vorverkauf gleiehenorts kräftig eingesetzt. Der Eintrittspreis ist auf Fr. 4.—, exklusive Steuer,' festgesetzt. : A. C. S. (Fortsetzung folgt.) h. SEKTION ST. GALLEN-APPENZEUL & THUR- GAU. Maskenball. Ein Programm, eingestellt auf die Ueberlistung menschlicher Hemnrungen und Schwerfälligkeiten, vermochte ein grösses, 300köpfiges Fastnachtspublikum in dag Hotel; Baer; nach, AUTOMOBIL-REVUE 11 Arbon zu locken Grosse Zirkusplakate am Eingang erweckten in den erschienenen Glanznummern Gefühle kongenialer Verbundenheit. Fantasiegebilde, Zirkusreiter, Dancing-Girls, eine Spanierin, ein dressierter Hund, eine Ungarin, Wild-West, Pierrots, eine Zirkusmusikantin, Reklamegirl, Chinesin, Negerin usw. meldeten sich unter dem mächtigen Zirkuszell. Ungeniert und im Gefühle der Wesensverwandtschaft tauchten daneben auf ein Liftboy, die Unschuld vom Lande, Mephisto, Gräfin Marizza, Mme. Dubarry, Links und rechts des dreimastigen Riesenzeltes fanden die Budenwagen Aufstellung. Im Hintergründe, das Gesamtbild überragend, war der grosse Käfig mit den grausamsten Bestien der Steppe und des Urwaldes aufgestellt, der die aus der altgebackenen in neue, eigens geschaffene Welt hinübergeglittenen Menschen das Gruseln verlernen machte. Die Fütterung der Raubtiere wurde vielen, zu, einem Erlebnis. Den Blicken der wilden Tiere, aber auch des grossen, sensationslüsternen Publikums entrückt, stand neben dem grosesen Zelt der Pferdestall für intimere Freundlichkeiten bereit. Ganz wie im Originalzirkus Knie,, wo ein ausgesuchtes Pferdematerial die Zierde des Unternehmens bildet, beherbergte der Pferdestall gar viel Zartes und Edles. Die Originalkünstlertrüppe des Herrn Dir, Knie war natürlich, namentlich in turnerischen Drogen nicht zu übertreffen und wer hätte Luftakrobatik bieten wollen wie der Kleinste , der, Familie Knie? Was die beiden dummen Auguste, echtester Prägung in wechselndem Aufzug zur Unterhaltung beitrugen, löste oft helle Lachsalven aus. Ganz reizend waren auch die vollendeten Dressurakte der kleinen Hunde aus dem Zirkus Knie. Die Cow-Boys mit ihrem schwarzen Panther leiteten über zu rhythmischer Bewegung. Von den Gruppen erhielten Preise das Variete Schnaiinsky, das in einem selbstgezimmerten Wagen; gefahren kam, dann eine Gruppe von fünf allerliebsten Tambouren und eine Gruppe Punktschinder mit ihren riesigen roten Kravatten. Von den Paaren erhielten Preise: Herr und Frau Schmerbauch, die russischen Zirkusreiter und orientalische Zirkusreiterinnen. Bei den Einzelmasken fielen die Preise auf die Unschuld vom Lande, die Negerin, Mme Dubarry, auf den dressierten Hund und die Fantasie. Das hohe vollziehende Gericht in weissen Kutten und mit brennenden Kerzen waltete mit Serenität seines Amtes. Auf die nachfolgende Demaskierung war alles gespannt und es bedurfte gewiss mancher Ueberwindung bis zum Weg in die Realitäten zurück. Gleichviel, ob Ueberraschungen oder gar Enttäuschungen,, man suchte sich zu stärken und fand im Zirkusrestaurant die nötigen Allheilmittel, um dann nach gefundener Erholung aus traumversunkener Welt bis in den Morgen hinein im buntesten Getriebe «ich des getäuschten Daseins zu freuen. E.B. SEKTION ZÜRICH. Die nächste Damenveranstaltung findet Donnerstag, den 8. März statt. Die Kreispostdirektion Zürich hat sich in zuvorkommender Weise bereit erklärt, den A.C.S.-Damen eine Besichtigung der neuen Sihlpostanlage zu gewähren. 1 Der Vorstand hat an seiner letzten Sitzung Jahresbericht und Jahresrechnung pro 1933-genehmigt. Die ordentliche Generalversammlung vom 22. März wird sich auch mit der Revision der Reglemente für die Ortsgruppen befassen. Das Programm für die diesjährigen Tourenfahrten wurde wie folgt festgelegt: j. Bluest- und Burgenfahrt ins Baselbiet: Zürioh- '', Ölten - Oensingen - Balsthal - Waidenburg - Liestal - Färrisburg - Rheinfelderi-Bözberg-Zürich. 2. Bluest- und Burgenfahrt nach Vaduz und in die (!Bündner «Herrschaft»; Zürich-Rapperswil-Watt-; _j, wil,. Buchs - Vaduz - Luziensteig - Maienfeld - ~~ l Ragaz"- Sargans - Kerenzerberg - Zürich. Jjt Sömm'erfahrt in den Jura: ^-i 1. Tag::'; Zürich - Ölten - Oensingen - Gänsbrunnen - Delsberg-Les Rangiers,., Bellelay-Sai- •--,:.. gnelegie r -St. Imier - Vue-des-Alpes - La Ghäüide-Fonds. - ' 2. Tag: La Chaux-de-Fonds - Les.Brenets - Fleu- ? rier - Ste.Croix - Le Pon£ . Coi du Maichairuz -. Moxges ^Lausanne. 3. Tag: Lausanne - Yverdon - Neuenburg - Tessenberg —. Sonceboz - Moutier - Weissenstein - Solothurn - Ölten - Zürich. 4. Herbstfahrt nach Sachsen und in die Tschechoslowakei: Zürich - Ravensburg - Augsburg - Nürnher.g - Hof - Bad Elsters - Dresden - Bernstein - Teplilz - Prag - Karlshad - Franzensbad - Marienbad - Pilsen - Passau - München - Kempteh -1 Zürich (12 Tage). 5. Herbstfahrt zu den Loireschlössern und in das ehemalige französische Kriegsgebiet: Zürich - , -Neuenburg - Besancon - Dijon - Avalon - Uten - Orleans - Blois - Tours - Schlösser des Cher- Tales - Tours - Angers - Le Mans - Paris - Laon - ' Reims -Verdun - Nancy - Basel - Zürich (12 Tage). V 2kus d