Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.018

E_1934_Zeitung_Nr.018

14 c Egalitd ! > ruft

14 c Egalitd ! > ruft der Croupier, ein Cyrano de Bergerac der Nase nach, mit philosophischem Lächeln. Noch einmal. Heinrich gewinnt. Neues, wütendes Setzen. Jetzt muss doch die Bank umfallen ! ? Neunzehn Hirne, neunzehn Brieftaschen, achtunddreissig. Hände schliessen sich zum Ring eines konzentrierten Vernichtungswill«ns. Zum erstenmal steht Heinrich im direkten Feuer, vor der geschlossenen Phalanx : Kugelregen aus Silber und Gold. Heinrich lässt eine kurze Zeit verstreichen, ehe er zieht. Die Herren werfen ihm ungeduldige, feindselige Blicke zu. Mit einem furchtbaren Kraftaufwand gelingt es ihm seine zwei Karten auf den Tisch zu legen, aufzudecken ohne zu zittern. « Six », — der Gegenspieler hat nur « cinq *. Dreissig Minuten später verlässt Heinrich den Club. Er hat 340,000 Francs in der Tasche. Das Ziel ist erreicht. Die vierzigtausend gibt er dem Russen als Provision. Heinrich fällt ins Bett und schläft dreizehn Stunden ohne Unterbrechung. Aufgewacht, lässt er sich von kaltem Wasser überrieseln, geniesst die wunderbaren Kälteschauern eines abendlichen Bades und reibt, massiert, frottiert den ganzen Körper, als ob es zu einem Boxkampf ginge. Wie ein Fest ist das Bad. Er putzt seine Zähne mit noch nie dagewesener Gründlichkeit: .jeder Zahn eine gewonnene Bank; rasiert sich mit einer Sorgfalt als ob das Gesicht « glatt» teilnehmen sollte an einer Konkurrenz: wo ist das Die Schulen für die Lappenkinder in Nordschweden. Die schwedischen Nomadenschulen für die Lappenkinder sind einzig in ihrer Art und zeichnen sich durch ihre Originalität aus. Frau Kally Holmström, eine junge Lehrerin in einer solchen Lappenschule, hat neulich in der Stockholmer Tageszeitung «Svenska Dagbladet» ihre Erfahrungen nördlich vom Polarkreis mitgeteilt. Die Lappenkinder besuchen die Schule 4V2 Monate im Jahr und die übrigen 1V% Monate streifen sie mit ihren Eltern und Renntierherden umher. Während des Schulbesuchs leben sie in Lappenzelten, die «Kaata» heissen. In diesen Zelten brennt in der Mitte ein Feuer und rund herum sitzen oder liegen die Insassen auf Tannenzweigen, die den Boden bedecken. Der obere Teil des Zeltes ist voller Rauch, der durch eine Oeffnung in der Zeltspitze entweicht. Als Hausvater ist ein Lappe angestellt, der die Speisen zubereitet, und auch sonst dürfen die Lappenkinder so leben, wie sie gewohnt sind, nach ihren Sitten und Absonderlichkeiten. Im Winter findet der Unterricht in irgendeinem Gutsgebäude statt, aber im Sommer leben der Lehrer und die Schüler nach richtiger Lappenart in ihren Zelten. In den kältesten Zeiten des Winters, erzählt Frau Holmström, kommt es vor, dass die Temperatur um die Füsse 7 Grad unter Null, und um den Kopf — also in der Nähe des Feuers — 7 Grad über Null ist. Im Sommer regnet es manchmal ununterbrochen, so dass die Kleider und Betten durch und durch nass sind und während des Tages nicht austrocknen können. Im Anfang geht der Unterricht sehr schwer. Die Lappenkinder sprechen nur ihre Muttersprache und man muss mit Hilfe von Handbewegungen und sonstigen visuellen Methoden die Kinder in die schwedische Sprache einführen. Die Kleinen sind aufgeweckt und intelligent und zeieen für cewfsse Fächer ein schönste Hemd, der weisseste Kragen, die kostbarste Krawatte ? Her damit! Wenn man Glück haben will, muss man schön sein; oder hat man Glück, weil man schön ist ? Er geht wie auf Gummisohlen aus dem Hotel. Voll Mut, wie ein Unerfahrener. Heinrich hält um die Hand des geliebten Mädchens an. Der Vater lacht ihn aus. Da zieht er die Banknoten aus der Tasche : 'nicht gestohlen, gewonnen ! Klare Antwort! die einzige Tochter wird keinem Spieler gegeben. Heinrich geht durch die Strassen. Traumund gedankenlos. Plötzlich steht er vor dem Soieltiseh auf dem Boulevard Montparnasse. Eine unsichtbare Macht treibt ihn nach oben. Das Vermögen verdoppeln, sehr, sehr reich werden. Für wen? Wozu? Nach drei Stunden hat Heinrich die letzten hundert Francs verloren, erhebt sich und verlässt den Club Es regnet in Strömen und Heinrich denkt, zerstört und allen Gesetzen der Logik und des Rationalismus entfremdet, in naivem, kindlichen Personalhader: Jetzt spukt der liebe Gott auf mich. Im Hotelzimmer findet er einen Brief: «Ich habe es mir überlegt. Sie können mit den dreihu«f1erttausend als ComnaCTion in mein Geschäft eintreten. Meine Tochter erwartet Sie...» Heinrich lächelt. Er zieht sein letztes lO-Centimes-Stück aus der Tasche, steckt es in den Mund, schluckt es und denkt: ein billiges Schlafpulver.- Der Tagesfilm grosses Interesse. Besonders wird ihre Phantasie durch Geographie und Geschichte angeregt und wie die Lappenkinder selbst versichern, macht es ihnen grossen Spass, « alle die merwürdigen Völker kennen zu lernen, die keine Lappen sind ». Die Nomadenkinder des Nordens sind gütig und zärtlich. Sie empfinden bittere Reue und wollen gleich alles gut machen, wenn sie etwas verbrochen haben. Frau Holmström schliesst ihre Schilderung mit den Worten, dass sie glücklich sein wird, aus den sogenannten Segnungen der Zivilisation in das strenge Leben der nördlichen Wildnis wieder zufückzli-- kehren. tia* Die Ehekurve. Wann heiratet man ? Wann lässt man sich scheiden ? In welchem Alter, in welcher Jahreszeit, in welchem Monat werden die meisten Ehen geschlossen ? Und im wievielten Ehejahr erfolgen die zahlreichsten Scheidungen ? Gibt es eine gewisse Gesetzmässigkeit, lässt sich System in das Chaos der Heiratsund Scheidungszahlen bringen, die uns die Statistik liefert ? Es gibt eine solche Geseizmässigkeit, behauptet der Scheidungsrichter von London, Mr. Morton Bright, und man muss sie kennen, um sich vor Schaden zu bewahren. Die meisten Ehen werden, so hat Richter Bright an einem grossen Material errechnet, im Herbst geschlossen, im Monat Oktober. Mehr als 26 % aller Ehen sind Oktoberehen. Der nächstfolgende Monat ist der Januar, dann kommt der Juni, der September und der November. Nun hat Mr. Bright herausbekommen, dass die im Oktober geschlossenen Ehen keineswegs sehr dauerhaft sind. Sie halten im Durchschnitt nicht länger als fünf Jahre an. Dagegen gehören die Januarehen zu den solidesten, die es gibt. Der Durchschnitt ihrer Dauer beträgt 17 Jahre. Das hat aber auch einen tiefern Grund. Im AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 18 Januar sollen nach Mr. Bright vor allem gesetztere Leute, Menschen also, die sich die Sache genau überlegt haben und sich kein Abenteuer mehr leisten können, vor dem Standesbeamten erscheinen, während die Juniehen, die Ehen ganz junger Leute sind, durchschnittlich nicht länger als zweieinhalb Jahre andauern. Nach dem Alter der Heiratenden lassen sich die Eheschliessungen schon etwas schwieriger in ein System brin-r gen. Auffällig ist vor allem, dass heutzutage viele ganz junge Menschen, Männer um die Zwanzig herum, Mädchen zwischen 18 und 22 Jahren heiraten. Diesen Ehen prophezeit Mr. Bright nur sehr kurze Dauer. In diesem Alter wandle sich ja die Persönlichkeit des Gatten sowohl wie der Gattin noch wesentlich, nud zwar entwickeln sich die beiden nach der Erfahrung des Scheidungsrichters meistens nicht gemeinsam und in (derselben Richtung, sondern sie entwickeln sich voneinander fort. Nach ungefähr zwei Jahren sind diese Ehen scheidungsreif. Wie verhalten sich nun die im klassischen Heiratsalter Befindlichen, die 30- bis 40-jährigen Männer und die 20- bis 28-jährigen Mädchen ? Die Männer dieser Altersstufen gehören zu den ganz seltenen Heiratskandidaten, und auch die Mädchen in den entsnrechenden Jahrgängen kommen dadurch schwer unter die Haube. Die mehr als Vierzigjährigen hingegen erscheinen wieder zahlreicher als früher in den Statistiken. Der kritischeste Zeitpunkt scheint in den meisten Ehen das achte Jahr zu sein. Im 8. Ehftiahr ereignen sich nämlich die meisten Scheidungen. Das 13. Ehejahr ist die zweite Krisettzeit, das 18. die dritte. Dann kommen die Krisen ganz unregelmässig. Kein « Ja »-Wort ohne einen « Vierzehnten ». Kürzlich fand vor dem Standesamt in Kensington in London eine Trauung statt, bei der der merkwürdige Fall eintraf, dass die Zeremonie wegen Aberglaubens der Braut plötzlich unterbrochen werden musste. Das Brautpaar und seine Freunde waren bereits versammelt, der Standesbeamte richtete erst an den Bräutigam die offizielle Frage, ob er bereit sei, die Ehe einzugehen. Als nun die Frage an die Braut gerichtet wurde, hörte man statt des feierlichen Wörtchens « Ja * nur einen tiefen, schweren Seufzer. Alles sah sich ratlos an und niemand wusste, was die Braut bewogen haben konnte, dem Ehebündnis nicht zuzustimmen. Die Trauungszeremonie wurde sofort unterbrochen und nun erfuhr man den seltsamen Grund für die Verweigerung des Jawortes. Die Braut hatte zu ihrem Entsetzen bemerkt, dass im Trauungssaal 13 Personen anwesend waren: nämlich sie, ihr Bräutigam, der Standesbeamte und sein Schriftführer und 9 Gäste. Der zehnte Gast hatte sich aus irgendeinem Grunde verspätet und war nicht erschienen. Man setzte also die Trauung aus und wartete. Der zehnte Mann Hess aber derart lange auf sich warten, dass man sich entschloss, einen der Freunde auf die Strasse zu entsenden und irgendeinen Vorübergehenden hereinzubitten. Nach einigem Warten fand sich auch richtig ein Passant, der, gut gelaunt, erklärte, dass er selbstverständlich gern bereit sei, der Braut aus der Patsche zu helfen. Jetzt erst konnte man den Trauungsakt zu Ende führen, und die Braut gab auch ohne weiteres laut ihr «Jas- Wort. Die Anpassung der Tiere an die Fortschritte der Technik. Ueber dieses interessante Thema berichtete kürzlich der deutsche Zoologe Reimann auf Grund seiner langjährigen Beobachtungen. Danach passen sich wilde und auch Haustiere ziemlich rasch den Errungenschaften der modernen Technik an. Während z. B. „Ecke des guten Beispiels " Ein hilfsbereiter Konkurrent. Dichter Nebel lag über den vereisten Stras' sen und machte eine nächtliche Autofahrt zu einem richtigen Eiertanz. Matt brannten die Strassenlaternen in der aargaaischen Bäderstadt an der Limmat und jegliches Lebewesen schien von der Strasse als öffentliche Ratschbahn, in die hintersten Winkel ver~ krochen zu sein. Froh, Zürich, unser Ziel, bald erreicht zu haben, wurde etwas mehr, als den Umständen entsprechend, auf den Gashebel gedrückt. Ausgerechnet mitten auf dem Geleise der Linie Wettingen-Mellingen sackte der hintere rechte Pneu mit lautem Geknall ab. Schwerfällig hinkte der schwere Wagen noch einige Meter davon and konnte auf der rechten Strassenseite zum Halten gebracht werden. Der Radwechsel ging aber nicht so leicht wie üblich vor sich. Als die Hinterachse hochgewunden war, erwies sich die Winde als zu kurz, um das Rß' serverad mit dem vollgepumpten Pneu montieren zu können. In der Dunkelheit wurde die Winde dann so hoch getrieben, bis sie sich glücklich eingeklemmt hatte. Unser nächtliches Hantieren wurde von dem beim betreffenden Uebergang stationierten Bahnwärter verfolgt, der unaufgefordert mit seiner S. B. B.-Laterne uns beistand. Mit Hilfe einer von einem vorbeifahrenden Automobilisten geborgten Winde konnte der Wagen schnell wieder fahrbereit gemacht werden. Noch nie hat eine Bundesbahnlaterne so hell geleuchtet und so gute Dienste geleistet, wie in jener Winternacht. Seither warte ich «still und stumm» vor geschlossenen Barrieren, denn auch ihre Wärter sind hilfsbereite Leute. Dr. E. W. in B. in der ersten Zeit des Aufkommens der Automobile grosse Mengen von Geflügel aller Art unter die Räder der neuen Fahrzeuge gerieten, erfasst das Geflügel heute instinkr-. tiv die drohende Gefahr, der es sich durc!. rasche Flucht entzieht. Ebenso haben Pferde bald den Schrecken vor den Automobilen verloren und sich an diese neuen Vehikel gewöhnt. Auch die Kühe staunen nicht mehr über die Eisenbahnzüge, ja eine «moderne Kuh » hebt nicht einmal mehr den Kopf, wenn ein Eisenbahnzug heranbraust. Ein eigenartiger Irrtum der skandinavischen Spechte ergab sich bei Aufstellung der ersten Telephon- und Telegraphenleitungen. Durch das Dröhnen des Holzes bei jedem Schnabelschlag getäuscht, hielten die Spechte die Stämme für hohl und darum für eine Fundstätte von Würmern und Puppen. Daher zerpickten sie die Holzmaste. beschädigten hierdurch bisweilen die Isolierung und führten so eine Stromunterbrechung herbei. Aber schon nach wenigen Jahren hatten sich die nordischen Spechte von ihrem Irrtum überzeugt und beschädigen seither die Telegra-^ phen- und Telenhonstangen nicht mehr. Aue die Bären Finnlands erlagen einem ähnlichen Trrtum, da sie das Singen der Drähte für Bienengesumme hielten. Sie kletterten daher wiederholt die Mäste hinauf oder unterwühlten das Erdreich so lange, bis die Stämme umfielen. Geburtsmonat und Zukunft des Kindes. Bei Untersuchungen an 1952 Schulkindern stellte man keinen Einfluss des Geburtsmönats auf deren Körperentwicklung fest. Die Geburt im Frühjahr ist jedoch sicher am besten, da das zunehmende Tageslicht und das wärmere Klima überhaupt die erste Entwicklung besondes fördert. Natürlich kann jede nachteilige Wirkung des Geburtsmonats durch eine gut Hygiene aufgehoben werden. Ulli OIE Probieren geht über Studieren • auch wenn es sich um Rasierklingen handelt. Wir beanspruchen nicht, daß Sie Maag-Klingen kaufen sollen, nur weil es sich um ein Schweizerprodukt handelt; wir raten Ihnen vielmehr, die verschiedenen Fabrikate auf ihre Dauerschnittigkeit zu prüfen; Sie werden dann auch zum Er* gebniskommen,daßMaag- Klingen außergewöhnlich lange scharf bleiben. • Sie erhalten Maag-Klingen, die in der Schweiz hergestellt werden, in allen größeren einschlägigen Geschäften. MAAG FEINE SCHWE1ZERKLING6 LA FINE LAME SUISSE Hch. Jenny & Co., Zürich w 7. f*U*ha« 3*.107 Cllcberle Htllwu «Je^vncx^ ^.„«Oie «*»""•! Cliches Hallwag sind erstklassig Für den Automobilisten sind nicht nur Haftpflicht-Versicherungen notwendig, sondern auch Unfall- und Lebens- Versicherungen, die wirksamen materiellen Schutz vor mancherlei Schicksalsschlägen 8chwalzerischa Unfailvenlcherungs-Guellachaft gewähren. Verlangen Sie anters Prospekt« and Offerte, „Winterthur" Leben*« Vertlcheruni»-Gesellschaft

N»18 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 Die neuen Frühjahrsmäntel werden angestaunt... ...und ganz mit Recht, denn man gewinnt sofort den Eindruck, dass heuer eine ganz neue Moderichtung entstanden seL Und das Wesentliche: die Frühlingsfrische der letzten Entwürfe, die in der Linie so ausserordentlich beschwingt sind, dass man Ihnen sofort anmerkt, mit welcher Freude sie geschaffen wurden. Mancherlei « kitschige » Einzelheiten, die uns in der letzten Mode oft störten, sind nun glücklicherweise vollkommen vermieden worden, denn man scheint wieder «Klarheit der Linie» anzustreben, die vor Uebertriebenheiten aller Art bewahrt werden soll. Die Absichten unserer Künstler gewährleisten eine « allgemeingiltige » Mode, einen Stil, der sich nicht etwa in ein paar Wochen * überlebt» haben und daher unseren Frauen unbedingt zusagen dürfte. Unaufdringlich wie die Linien werden auch die Materialien sein und auch hier vermeidet man jede «Zeitgebundenheit >, indem man sich der Mode nur so weit als unbedingt notwendig unterwirft. Es werden neben einfarbigen Stoffen auch in-sich-gemusterte Materialien zu sehen sein, die aber niemals allzu markant sein dürfen. Selbst karierte Stoffe werden Ton-in-Ton abgestimmt. Mit Vorliebe gelangen doppelseitige Stoffe zur Verwendung, die aussen gemustert, innen aber einfarbig sind. Dass solche Materialien mancherlei modische Möglichkeiten bieten, liegt auf der Hand. Die neuen Mäntel sind gelegentlich mit ganz grossen Aufschlägen versehen; bei dop- 'pelseitigen Stoffen entsteht hier eine charakteristische Wirkung. Einer dieser Entwürfe und gleichzeitig Vorläufer einer neuen Moderichtung ist unser zweites Modell auf der Zeichnung. Der Kragen wird so flach gearbeitet, dass man noch ein Halstuch tragen kann, das für die Gesamtwirkung dieses und ähnlicher Mäntel überaus wichtig ist. Einen Mantel, der angesichts seines doppelreihigen Verschlusses und seiner Aufschläge an die Biedermeiermode gemahnt, haben wir im vorletzten Bilde festgehalten. Ein Entwurf, der Beachtung verdient und der besonders an schlanken Gestalten ausgezeichnet zur Geltung kommen wird. Auch hier wieder eines der eben besprochenen, aus einer taftähmlich-starren Seide gearbeiteten Halstücher! Wer aber annimmt, dass nur solche immerhin ganz sachliche Mäntel an,der Tagesordnung seien, hat sich entschieden ge- 'täuScht, denn es wird auch viele überaus phantasievolle Umhüllen geben, die allerdings auch nicht überladen sein dürfen. Da auf nicht alltägliche Kragenformen Wert gelegt wird, begegnet man nicht selten eigenartig gerüschten Partien» die in Modekreisen Aufsehen erregen. Ein mit einer Blende abgeschlossenes und mit einer der oben erörterten Rüschen versehenes Modell führt unser letztes Bild vor Augen. Dem Stil dieses Mantels entspricht ein Verschluss in Form von Bindebändern, die zu einer Masche verknotet sind. Maschen versprechen ja heuer überhaupt grosse Mode zu werden; sie geben verschiedenen Modellen jugendlichste Lebhaftigkeit — daher vermutlich ihr Erfolg ! Das Schweizerpiano immer i'aui > IIUCU Zürich Vorführung Reparaturen Beethovenstrasse 49 ueetnovenstrasse Telephon 67.037 bevorzugt unverbindlich Stimmungen INDIVIDUELLE ERZIEHUNG 4K för das prakt. Leben bietet das voralpine ^|P» KNABEN-INSTITUT „FELSENEQQ" Gegr. 1903 Zugerberg 1000 m ü, M. Höhenaufenthalt ohne Unterbrechung d. Studien. Sämtliche Schulstufen. Handelsdiplom. Matura. /OSXIU Oft ersetzen sie die Kragenpartie, wie dies beispielsweise bei unserm dritten Bilde, einem mit grossen Viereck-Knöpfen verschlossenen Mantel der Fall ist. Diese Umhülle ist ein Mittelding zwischen Strapazund Ausgehmantel und schon aus diesem Grunde höchst beachtenswert. Die Frühjahrsmode bringt uns nicht nur den geraden Mantel, sondern auch die unten etwas erweiterte Fortn und wird sich demzufolge aller Voraussicht nach sehr abwechslungsreich gestalten. Für jede Ausstattung ist ein leichter, dunkler Frühjahrsmantel notwendig, unter dem jedes nachmittägliche Kleid getragen werden kann; in diesem Falle sind zweifellos die schlichten «Kittelformen», die durch nichts anderes als durch ihre eigenartige Kragenpartie wirken wollen, die empfehlenswertesten. Die in lange, stark verbreiterte Bandenden auslaufenden Leistchenkragen werden zu einer Masche verknotet und erfreuen sich grosser Beliebtheit, weil sie wirkungsvoll und doch zeitlos sind, also jenen «guten Stil» haben, den eine Frau von Geschmack zu schätzen weiss (Bild 1). Wenn man sich über die Möglichkeiten der neuen Mantelmode ein Bild zu machen versucht, wird man sich sagen müssen, dass sich die kommende Linie ganz entschieden wirkungsvoll einführt. W.U. Morgens vor der Schule Dem Februar-Heft, der stets vielseitigen und eich in echter Verantwortung mit den Problemen der Kinder-Erziehung auseinandersetzenden «Eltern-Zeitschrift» (Verlag: Orell-Füssli, Zürich) entnehmen wir den folgenden Beitrag: Ich denke oft, jede Mutter sollte einmal ein Jahr lang Lehrerin gewesen sein, das käme dem Haus und der Schule und der Zusammenarbeit beider zugute. Wenn man nämlich zum Schulanfang morgens recht mütterlich die Augen über die Bänke hinschickt,,da sieht man vieles, was zu denken gibt. Da möchte man sich gleich eine ganze Reihe Mütter herbitten, um ihnen ihr Kind zu zeigen: Seht einmal, wie abgehetzt und wie unfroh eure Kinder nun den Unterricht beginnen! Seht, das geht auf euer Schuldkonto: dies am frühen Morgen müde und missmutige Kindergesicht, dieser Spiegel eurer Häuslichkeit, eures Mutterseins am frühen Morgen! — Wie sieht es denn in den meisten Häusern am Morgen aus? Zunächst wird zu spät aufgestanden, um auch nur das AHernotwendigste erledigen zu können. Sehr oft muss das Kind, den Tornister auf dem Rükken, sein Frühstück hinunterwürgen, oder das Brot muss mit auf den Schulweg. Unter der steten Angst, zu spät zu kommen, schmeckt es nun nicht einmal, und zum Abschied wird in der Eile nur schnell an der Tür ein «Wiedersehen!» zurückgerufen, ehe die Tür ins Schloss fliegt. — So hastet das Kind mit Sorge und Unlust in seinen Alltag hinein, anstatt im Segen einer lieben Mutter froh und geruhig an die Arbeit gehen zu können. Es gibt ein so einfaches und sicher wirkendes Heilmittel für alle diese Morgennöte, und das heisst: Eine Viertelstunde früher aufstehen, alle beide, Mutter und Kinder. — Einfach ist das Mittel, aber nur für wenige ist das Mittel leicht. Noch fünf Minuten strecken, und noch fünf Minuten! Wer kennt das nicht! — Und doch sind sie unsere argen Feinde, diese Streckminuten, sie AUTOMOBIL-SALON • nächst beim Salon HOTEL MIRABEAU Rue de Candolle, 4 — GENF QutgefOhrte Küche. — Zimmer mit allem Komfort "Beider Namen werden unter Frauen streng geheim [gehalten. Ich verrate Ihnen das Mittel, durch das die in Hollywood jung und schlank bleiben: ^Dr. WeinreicrTs Schlankheitstee ..Leobai". Dieser rvöllig unschädliche Tee beseitigt alles- überflüssige Fett, reinigt das Blut und verhindert neue Fettansätze. machen den Körper müde und die Seele unfroh. Es gibt ein grosses Sanatorium für Nervenkranke, in dem der leitende Arzt jeden Morgen um sechs Uhr durch seine Waldlauben geht und mit einem Hornruf die Schläfer weckt. Kein einziger Patient darf liegen bleiben. In zwei Minuten tummelt sich alles unter den Brausen. — So sollte es auch im Privathaus sein: Die Mutter sollte dem Wekker und die Kinder sollten dem Mutterkuss oder Mutterruf aufs Wort gehorchen, und zwar eine Viertelstunde früher, als eigentlich zur Erledigung alles Vorgesehenen nötig wäre, in Anbetracht des Unvorhergesehen, das da kommen könnte, und — «zur Toilette der Seele». Es kommt ja nicht allein darauf an, dass äusserlich alles klappt. Dazu gehörte schliesslich nur ein gutgezogenes Dienstmädchen, das di« Schuhe am Abend putzt, die Kleider zurechtlegt, die Frühstücksbrote streicht und die Kinder frühzeitig auf den Weg schickt. Das alles Hesse das Schulkind Vielleicht ruhig, aber noch lange nicht froh an die Arbeit gehen... Dazu gehört die Mutter ganz persönlich. Ich kenne Häuser, in denen jeden Morgen Der beste Frauensport. Seitdem die Frauen sich den Sportdisziplinen widmen, die früher den Männern vorbehalten waren, ist immer wieder die Frage aufgeworfen worden, welcher Sport sich am besten für die Frauen eignet. Die Vorsitzende der englischen Frauenvereinigung erklärt aus ihrer langjährigen Erfahrung, dass Tennis der beliebteste und geeignetste Frauensport ist. Auch Schwimmen und Radfahren sind dem weiblichen Geschlecht sehr zuträglich, wenn man diesen Sport massig betreibt. Ebenso zeigt die Beliebtheit des Skisportes, wie sich dieser Sport durchgesetzt hat. Mit Ausnahme des Fussballspiels, das für Frauen direkt schädlich ist. könne die Frau alle Spiele und sportlichen Uebungen ausführen, die von Männern geübt werden. Der Sportausbildung der Mädchen steht nur im Wege, dass das Mädchen von 15 eine kurze Andacht gehalten wird. Das Anziehen und das Frühstück ist in Ruhe erlelegenheit und Zeit zum Training hat, wie der oder 16 Jahren meist nicht die gleiche Ge- gleichaltrige junge Mann. Ein intensives sportliches Training ist, nach der Meinung der Vorsitzenden des englischen Frauensportvereins, Mädchen und Frauen überhaupt nicht zu empfehlen. digt, und nun sitzt man noch fünf Minuten zusammen um den Tisch. Ein Jüngling aus solchem Hause sagte mir einmal: «Ich möchte diese fünf Minuten der Besinnung nicht misssen, sie sind wie das tägliche Morgenbad für die Seele.» Ich kenne auch Häuser, da singt die Mutter mit den Kindern nach dem Aufstehen ein Lied, geistlich oder weltlich; beides wird Gott Wohlgefallen, denn es macht nichts frischer und arbeitsfroher als ein Singen am Morgen. Wo Derartiges nicht geschieht, oder aus der Einstellung der Familie heraus nicht ungezwungen geschehen könnte, sollte zum mindesten die Mutter viel Wärme und Frohsinn über ihren kleinen Kreis strahlen. Ganz besonders am Morgen tut das so not! Sie bestimmt mit ihrer Tonart die ganze Stimmung des Tages, sie ist der Wettergott über Regen und Sonnenschein. Sie sollte vor allen Dingen sorgen, dass der Augenblick des Abschieds Zeit und Stimmung hat für einen herzlichen Kuss, ein inniges Wort auf den Weg. Solche Kinder haben helle Augen und Lust und Liebe zur Arbeit, wenn sie dann auf der Schulbank sitzen, und haben von vornherein einen Vorsprung vor den Abgehetzten, in Hast Entlassenen, einen Vorsprung, der sich mit Naturnotwendigkeit auch in den Leistungen äussern muss. W. K. Z. Ha liirirh. klmii.tmiffmnhnf.llrnninttr-llßrhflm « tchteln xu Fr. I— und Fr 4.U. Prob« Fr. 1.S0 IHHHBHMIH^fl^fll^^^V ALLEN APOTHEKEN oder direkt durch den Hersteller: Löwen-Apotheke, Basel, wo auch Qratlsprobe erhältlich. WiRKT 7^ ZURiCM I nFtirWltfii Inserieren bringt Gewinn Der Tagesfilm Eine Locke für 1010 Francs. Bei einer Kunstversteigerung, die kürzlich in Paris stattfand, und bei der u. a. zwei Briefe von Emile Zola für 67 Francs und zwei Briefe von Anatole France für 157 Francs weggingen, kam auch eine blonde Locke der grossen französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt unter den Hammer. Die Haarsträhne, die sorgsam in einem kleinen Umschlag verpackt war, erzielte 1010 Francs. Beim Bieten um die Locke kam es zu aufregenden Szenen, da sich das Publikum darum geradezu riss. Als Siegerin aus der Schlacht ging schliesslich eine junge Schauspielerin hervor. F. Splizdarili-Grieb, Zürich 8 Feldeggstrasse 58 — Telephon 27.464 SILBERSCHMIED BERWUN MAGENSCHMERZEN sind äusserst unangenehm. Dieselben Tersch winden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch ron „CQLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, Debelkeit, Erbrechen. Magendrücken 1 . Sodbrennen. Blähungen, Aufetossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. Machen Sie einen Versuch and Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einzig erhältlich b*i Apotheke zur Taube, Schaffhausen