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E_1934_Zeitung_Nr.021

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — No 21 verringern, werden in direktem Gegensatz zur bisherigen Tendenz die Waeenmassen möglichst dezentral angeordnet. Indem man beispielsweise den Motor weiter nach vorn verschiebt, gewinnt man gleichzeitig auch noch wertvollen Passagierraum. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Automobilfederung heute am Ausgangspunkt einer grossen Aufwärtsentwicklung steht, und dass bereits in den letzten Monaten auf dem Gebiet grössere Fortschritte zu verzeichnen waren als vorher in Jahrzehnten. « Das zweite, Hauptproblem, das fast jeden Konstrukteur beschäftigt, ist das der aerodynamischen Verfeinerung der Karosserie. Durch das Flugzeug ist die Bedeutung der Aerodynamik offensichtlich geworden. Wenn diese beim Automobil zwar auch nicht eine annähernd so grosse Rolle spielt, so darf sie anderseits auch nicht unterschätzt werden. Bei Fahrgeschwindigkeiten von 60—70 Stungeschwindigkeit die Ueberwindung des Rollwiderstandes nur rund 10 PS erfordert, die Ueberwindung des Luftwiderstandes dazu aber noch rund weitere 60 PS beansprucht. Wird die kastenförmige Karosserie durch eine Stromlinienkarosserie ersetzt, so lässt sich der Leistungsbedarf um 30 PS vermindern. PS 120 4A 60 80 100 120 Oben: Der Leistungsbedarf bei verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten. Kurve A = Leistungsbedarf für einen konventionell karossierten Wagen; B = Leistungsbedarf für einen Stromlinienwagen; C = Leistungsbedarf zur Ueberwindung der Rollwiderstände. Links: Blick auf die Eingeweide eine modernen Chassis. Beispiel eines modernen Chassis mit gross bemessener Kreuzversteifung. entwickelten Karosserieformen trennen und mit den neuen, rein zweckmässigen Formen befreunden. Weiter ist es nicht ganz einfach, die Karosserie von heute auf Morgen umzugestalten, ohne die jahrzehntelang ausgeklü- müssen. Die dabei kaum zu vermeidende Verkürzung des Passagierraumes lässt sich ausgleichen, indem die Karosserie auf die ganze Wagenbreite verbreitert wird, so dass auf den Vorder- und den Rücksitzen drei Passagiere nebeneinander Platz finden. Da die Einzelausführung der Kotflügel und der Motorhaube weder fabrikatorisch noch betriebtechnisch vorteilhaft oder notwendig ist, Die Kardangelenke werden vielfach mit Nadellagern versehen. wird der vordere Karosserieabschluss aus einem flachen Kasten mit abgerundeter Nase bestehen, der gleichzeitig auch die Räder in sich schliesst. An den gegenwärtigen Ausstellungsobjekten lassen sich alle Spielarten einer sich in dieser Richtung vollziehenden EntwickJung beobachten. Während einzelne Konstrukteure bereits nahezu an der endgültigen Form angelangt sind, haben sich andere noch zu mehr oder weniger grossen Konzessionen an den Publikumsgeschmack veranlasst gesehen. Die Tendenz der Verschmelzung der Kotflügel mit der Motorhaube oder denkilometern erfordert die Durchdringung des Luftwiderstandes von einem mittelgrossen Wagen bereits die Hälfte der insgesamt notwendigen Motorleistung. Bei doppelter Fahrgeschwindigkeit ist jedoch der Luftwiderstand schon viermal und der Leitungsbedarf schon achtmal so gross. Das beistehende Diagramm zeigt den Leistungsbedarf bei verschiedenen Geschwindigkeiten für einen mittelgrossen Wagen bei konventioneller Karosserieform (Kurve A) und bei Anwendung einer Stromlinienkarosserie (B). Die Kennlinie C gibt an. wieviel PS lediglich zur Ueberwindung des Rollwiderstandes erforderlich sind. So erkennt man beispielsweise, dass bei 120 km/St. Fahr- Selbst wenn man mit der aerodynamisch günstigen Karossierung nicht den Zweck verfolgt, die Maximalgeschwindigkeit des Wagens auf eine praktisch kaum ausnützbare Höhe zu steigern, ist die Stromlinienkarosserie doch noch genügend gerechtfertigt. Der grössere Leistungsüberschuss, den sie ergibt, verschafft dem Wagen ein besseres Steigund Beschleunigungsvermögen, während anderseits merkliche Brennstoffersoarnisse zu erwarten sind. Momente, welche die Anwendung der Stromlinienkarosserie erschweren, bestehen allerdings auch heute noch. Das grosse Publikum kann sich nur schwer von den konventionellen, aus der Pferdekutsche heraus- Modernes Chassis mit kastenförmigen Längsträgera. Der Querschnitt des linken Längsträgers ist aus der Detailskizze ersichtlich. gelten Raumverhältnisse zu beeinträchtigen. Mehrere Beispiele lehren jedoch, dass das Problem auch in der letztgenannten Hinsicht einwandfrei zu lösen ist und man kann über kurz oder lang auch eine Anpassung des Publikumsgeschmackes an die neuen Formen erwarten. Die Karosserieform der nächsten Zukunft scheint heute schon ziemlich eindeutig festgelegt. Mehrplätzige Wagen werden zur Verminderung des Luftwiderstandes eine möglichst flach abfallende Rückwand erhalten Eine der Massnahraen, durch welche eine Tieferlegung des Wagenschwerpunktes angestrebt wird. Die Hinterachse ist durch den banjoförmigen Chassisrahmen hindurch geführt. die zu einer aerodynamisch günstigen Gestaltung des Wagenhinterteils ist jedoch nirgends zu verkennen. (Fortsetzune folet.) Zahlreiche Schweizer Carrosserien am Genfer Automobil-balon sind lackiert mit weil die Erfahrung gezeigt hat, dass dieser Spritzlack den Witterungseinflüssen unseres Klimas am besten, standhält. - Beachten Sie z. B. die Carrosserien folgender Firmen: Gangloff A, G. Bern (Stand der Dodge Brothers) Gangloff A. G. Zürich (Pontiac) Gygax A. G. Biet (Minerva) A. &. E. Hess. Solothurn (3 Autobusse, 1 Post-Car) Carrosseriewerke A. G., Wauwil (Stand Fiat) Ramseier Streun &, Cie., Bern (Autobus) ReinDold & Christe A. G., Basel (Stand Schlotterbeck & Cie., Basel Obige Firmen legen Ihnen gerne unsere reichhalt ge Farb^nxollektion vor. Weitere Auskunft erteilt ECLAT1N A.G., SOLOTHURN e epnon 139 Schützen Sie sich vor Unfällen auf nassem, schlüpfrigem Boden! Das Reifen-Gleitschutz-Profil „ ADERSOL" macht neue und ,und abgefahrene Reifen von Personen- und Lastwagen vollkommen gleitschutzsicher und verhütet Unfälle auf nassen, vereisten Strassen. Ihr Wagen wird nicht mehr schleudern, wenn Sie Ihre Reifen mit „ADERSOL"—Gleitschutz-Rillen versehen lassen. Es gibt verschiedene Fräsmaschinen, die abgefahrenen Reifen lediglich ein sichtbares Profil geben, um den gesetzlichen Bestimmungen zu genügen. Die „ADERSOL"-Gleitschutz-Berillung geht viel weiter. Sie gibt ein vollkommenes Gleitschutzprofil, welches sogar den Gleitschutz ganz neuer Reifen stark übertrifft! Die fein gefrästen, ganz nahe aneinanderliegenden, scharfkantigen „ADERSOL"-Gleitschutz-Rillen bleiben Immer scharf. 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Clarer-Laffelv Ölten: Pneuhaus A.-G., Aarauerstrasse 76 Porrentruy: Auto-Station S.A. Sargans: Garage Hans Good Schaffhausen: Tivoli-Garage, Guyan & Co. Solothurn: Garage Schnetz & Co. St. Gallen: Pneuservice, Leonhardstrasse 63 St. Gallen: Uhler &. Co., Marktplatz 13 Vevey: Auto-Stand Zürich: A.-G. für Automolbie, Pflanzschulstr.9 Edg. Grimm-Piquerez, St. Urs Vertreter: Herr E. Schnellmann, Ingenieur, Zürich, Minervastr. 149 - AUTOMOBIL-SALON GENF, Stand 230 anne Tel. 43.921

No 21 - 1934 Tech II. Antwort 9008. Oel Im Kilometerzähler. Oel das sich im Kilometerzähler zeigt, kommt immer nur aus dem Getriebe. Es ist in den meisten Fällen ein Zeichen, dass hier zuviel Oel vorhanden ist Wenn dann das Oel nach einer gewissen Fahrzeit warm ist, wird es durch alle möglichen Stellen ausrinnen. So auch beim Kiloraeterzählerantrieb. Die flexible Welle des Antriebes, die spiralförmig gewunden ist, arbeitet wie ein Schraubenförderer und treibt dieees Oel in den Zähler hinauf. Senden Sie den Zähler samt Antrieb einem Spezialisten ein. (Zuschrift weitergeleitet.) A. K., Z. Frage 9013. Federbruch am Anlasser. Ich kaufte vor vier Jahren einen neuen Wagen. Mit ziemlicher Regelmässigkeit tritt aher ungefähr alle drei Monate ein Bruch der Feder des Anlassers ein. Ist vor allen Dingen Vor- oder Nachzündung anzuwenden? Es liegt eine starke Batterie vor. Worin ist wohl die Ursache des jeweiligen Federbruches zu suchen? , H. W. in L. Antwort: Wir nehmen an. dass es sich hei der erwähnten Feder um die Feder des üblichen Bendix-Getriebes handelt, die den beim Eingriff des Ritzels entstehenden Stoss auszugleichen hat. Als Ursache für ihr häufiges Brechen kommt eine Ueberlastung in Betracht, die durch anormal kräftiges Anziehen des Anlassers einerseits oder Rückschläge des Motors anderseits bedingt sein kann. Im vorliegenden Fall halten wir beides für möglich, da Sie ja speziell auf die starke Batterie hinweisen (die natürlich den Anlasser entsprechend beeinflusst) und weil Sie über die Einstellung der Zündung beim Starten offenbar nicht im klaren sind. Anlasser: 1 s= Welle: 2 = Zahnrad; 3 = Gegengewicht: 4 = Schraubenfeder; 5 = Troibkopf. Was die Spannung der Batterie anbelangt, darf diese nicht höher sein, als für den Betrieb des betreffenden Anlassers vorgesehen ist. Die Kapazität spielt dagegen keine Rolle. Die Zündung ist beim Starten des Motors so einzustellen, dass keine Rückschläge eintreten. Meist ist deshalb Nachzündung notwendig. Treten bei zu viel Vorzündung Rückschläge auf, wobei die Kurbelwelle sich im umgekehrten Drehsinn zu drehen sucht, so versucht die Schwungradverzahnung über das Ritzel auch den Anlasser plötzlich rückwärts anzutreiben. Da der Anlasser aber einer solchen, seiner Arbeitsrichtung entgegenwirkenden Bewegung einen grossen Widerstand entgegensetzt, kann es leicht vorkommen, dass die Ausgleichfeder als schwächstes Glied schliesslich nachgibt und bricht. Sollte keine dieser Ursachen vorliegen, so empfiehlt sich in erster Linie ein Versuch mit einer stärkeren Feder. at Frage 9014. Wasserniederschlag an den Zündkerzen-Elektroden. Der Motor meines Wagens läuft seit dem Eintritt der kalten Jahreszeit trotz aller möglichen Vergaser-Einstellungen nur noch schwer an. Nach langem Suchen habe ich nun herausgefunden, dass die Anlaßscbwierigkeiten durch einen Feuchtigkeitsniederschlag im Innern der Zündkerzen verursacht werden. Nimmt man Dämlich die Zündkerzen heraus und bringt den Niederschlag, der nicht brennbar ist und also nicht etwa aus Benzin besteht, durch Erwärmung der Kerzen zum Verschwinden und setzt man dann diß Zündkerzen wieder ein, so läuft der Motor ohne weiteres an. Wie soll ich mir nun die Entstehung dieses Nietlerschlages denken? Besteht die Möglichkeit, dass er von einer Undichtigkeit der Zylinderkopf-Packung herrührt? W. R. in 0. Antwort Der Feuchtigkeitsniederschlag im Zündkerzeninnprn lässt sich ganz gut lediglich als Folge des bei der Verbrennung des Gasgemisches entstehenden Wasserdampfes erklären. Eine Zylinderkopf-Undiehtickeit braucht also durchaus nicht zu bestehen. Wird der Wagen mit noch warmen Motor in einer kühlen Garage untergestellt, so kühlen sich die Zündkerzen verhältnifimässi? rasch ab. Der noch von rlen vorhergehenden Verbrennungen in den Zylindern verbliebene WasseTdamnf schlägt eich dann mit Vorliebe an den kühlen Teilen der Zündkerzen nieder unrl bleibt als Feuchtigkoitsniedorschlag bei niedriger Aussentemperntiir unter Umständen mehrere Tage lang haften. Normalerweise sollte allerdings die beim Anlassen des Motors auftretende Kompreßsinnswärme genügen, um ihn wieder zum Verschwinden zu brinoren. Wenn jedoch vielleicht die Zündspannung ohnehin nur knapp ausreicht, um einen zündfähigen Funken zu erzeugen, sei es bei Batteriezündung, weil die Batterie durch den Anlasser schon stark in Anspruch genommen ist, oder hei Ma^netzünrhine. weil der Motor nicht genügend Touren erreicht, so kann durch den spannungsvermindernden Feuchtigkeitsnie'Jerschlag die Zündung leicht gänzlich versagen Als Abhilfe gibt es nur drei Möglichkeiten: Das Vorgehen, wie ''ie PS geschildert haben, die Garagierung des Wagens in einem wärmeren, trockenerem Raum oder die Erhöhung der Zündspannung. Wir setzen voraus, rlass die Zündung nicht etwa noch durch einen übermässigen Elektrodenabstand erschwert wird. nt. !..»;