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E_1934_Zeitung_Nr.021

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — 21 dünn — also durch Schlamm und Wasser — geführt hatte. Ich war so in die Betrachtung dieser Kreatur eines Wagens vertieft, dass ich das Läuten des Telephons überhörte. «Herr V..., hallo, Herr V..., Telephon!» Der Stift hatte mich gerufen; man verlangte mich zu sprechen. «Hallo, hier V... — Ah, Qrüssgott Herr Roux. — Was, jetzt? — Nicht möglich bei diesen Verhältnissen. Ich komme niemals durch Eure Piste. Ist die Piste denn fahrbar? — Ja, Sie haben gut reden: Mit Vollgas geht es schon. Wenn ich aber im Schlamm stecken bleibe? Was dann? — Also gut, ich will es versuchen, in einer Stunde fahre ich ab. — Ja, gut, wird besorgt. — Hallo, noch etwas. Wenn ich bis Mittag nicht auf der Farm bin, darin bitte, senden Sie eine Rettungskolonne ab...» Vorbei war die Gemütlichkeit. Bei diesem weichen Boden sollte ich 15 km Piste fahren. Das konnte ja sehr nett werden. Rasch waren die nötigsten Reparaturen gemacht, die Werkzeuge eingepackt, und los ging's gegen «Sidi Sahia». Zuerst hatte ich 25 km schöne, asphaltierte «Route National», dann kam eine «gewöhnliche Strasse». Die Bezeichnung «Strasse» passt ungefähr gleich gut, wie wenn man einem Feldweg den Namen «Boulevard» geben würde. Noch 2 km, dann — alter Schnapper, kannst du zeigen, was du noch fertig bringst! Ich verlangsamte mein Tempo, um den Motor .etwas abkühlen zu lassen. Einige hundert Meter vor der eigentlichen Piste hielt ich an; füllte noch etwas Oel nach, kontrollierte den Benzinstand und die Pneus. So, jetzt konnte es losgehen mit der Berg- und Talfahrt. Mit 50 km/St, auf dem Tachometer verlies ich die Strasse und fuhr ins Ungewisse. Da — 20 Meter vor mir tauchte die Piste unter Wasser; ca. 50 Meter lang war die Pfütze. Tiefe des Wassers? — Ungewiss. Schnell noch den zweiten Gang einschalte, den Motor noch mehr auf Touren jagen — und hinein mit grösstmöglichster Geschwindigkeit! Schschsch ich sehe nur Wasser, unter mir und neben mir. Vor mir kann ich nichts mehr erblicken. Die Windschutzscheibe ist gelb von der erdigen Brühe. Ich schaue neben der Schutzscheibe nach vorn, um die ungefähre Richtung einhalten zu können. Rumm — ein Graben — schnell etwas nach links, satsch — es spritzt und gurgelt unter den Rädern; doch — der Wagen schafft es. Nicht lange geht es, und ich bin gezwungen die Piste zu verlassen, um mir rechts einen «besseren» Weg zu suchen. Links — rechts schleudert es mich im Wagen. Mir scheint, die Räder sind viereckig geworden; nur gut, dass ich mich am Lenkrad halten kann, sonst könnte es leicht einen unfreiwilligen Salto geben. Ich gerate in ein durchsumpftes Gelände. Die Piste habe ich verloren. Mein Wagen läuft immer noch im zweiten Gang, aber, o Schreck', ich fühle, wie er langsam einsinkt. Schnell in den ersten Gang. Der Motor heult in den höchsten Tönen. Au — die Räder sinken immer mehr ein. Erbarmungslos gebe ich Gas. Der Motor stöhnt auf. — Peng, peng, im Vergaser knallt es. Donnerwetter, nur das nicht, nur kein Wasser im Vergaser. Da — der Motor steigt einen Moment auf noch höhere Tourenzahl, dann — noch einige Knaller, und alles ist aus. So — ich hatte es also glücklich erreicht! Mein Wagen im Pflaster — ich auch im Pflaster, im Umkreis von 10 km keine Maus aufzutreiben. Das konnte noch gut werden! Ich steige aus, sinke bis an die Fussknöchel in den aufgeweichten Boden ein und sehe mir den Wagen aus 5 Meter Entfernung an. Selbst in diesem Dreck verlor ich den Humor nicht ganz. Es war doch gewiss zum Lachen. Mein Wagen sah aus wie eine frisch gepflasterte Wand, und ich stand davor wie ein Pflasterträger, dem ein Kübel voll Mörtel über den Kopf gegossen worden ist. Ich glaube, selbst der strenge Sultan von Marokko hätte sich vor Lachen geschüttelt, wenn er mich gesehen hätte. In zehn Minuten war die unerwünschte Störung behoben. Noch ein tiefes Atemholen, und der zweite Akt konnte beginnen. Nun nehme ich wieder im Wagen Platz, um mein Vehikel loszulassen. Aber — ich habe die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Der Schüler Tolstoi. Ein Warschauer Blatt veröffentlichte vor kurzem ein Zeugnis Tolstois von der Universität Kasan, das nur sehr geringe Hoffnung auf die geistige und seelische Entwicklung des damaligen Studenten übrig lässt Tolstoi war an der Universität Kasan als Hörer der Fakultät der orientalischen Sprachen und als Hörer der juristischen Fakultät eingeschrieben. Sein Zeugnis für orientalische Sprachen lautete auf «wenig genügend », in russischer Ausdrucksweise hatte er die Nummer 2, die gleichbedeutend mit « Nicht genügend » ist. Mehr Erfolg wies er Motor läuft, die Räder auch, aber der Wagen bewegt sich nicht. Die Räder gleiten und graben sich nur noch tiefer in den weichen, schlammigen Boden. Was tun? — Ein Trick, der nur auf den endlosen Ebenen Marokkos möglich ist. — Ich bringe die Lenkung in den halben Einschlag und binde sie fest. Dann schalte ich den ersten Gang ein und lasse die Räder im Kot drehen. Jetzt fixiere ich das Gaspedal auf Vollgas und steige aus dem Wagen, um hinten z"u stossen. Von der raschen Umdrehung der Hinterräder spritzt mir die warme, nasse und schlüpfrige Brühe ins Gesicht. Ich stemme mich gegen den Wagen, er kommt ganz langsam aus seinem selbst aufgewühlten Loch heraus. Der Schweiss tropft mir von der Stirne — oder ist es Kot? Ich stosse, ich gleite aus, falle mit den Knien in die breige Masse — und stosse, stemme mit der ganzen Kraft meines Körpers. Plötzlich kommen die Räder auf etwas festeren Grund, ein Ruck — der Wagen fährt ab, und ich liege im Nassen. Führerlos gondelt die Kutsche etwa 15 m vor mir dahin und macht die unglaublichsten Sprünge. Weil ich die Lenkung zurückgebunden hatte, vollführt sie einen weiten Bogen, und für mich ist es nun eine nicht allzu grosse Mühe, sie wieder einzufangen. Während der Fahrt schwinge ich mich in den Wagen, entfessle ihn, und los geht es wieder. Glücklicherweise wurde das Terrain wieder fester, so dass ich nach einigen Kreuz- und Querfahrten, den Tücken der Piste zum Trotz, glücklich und heil gegen Mittag die Farm des Herrn Roux erreichte. Mein armer, aber tapferer Wagen konnte nun ausschnaufen und sich auf die Rückfahrt am nächsten Tag freuen. A. V. Der Film der Woche beim Studium des römischen Rechts ; auf; hier erhielt er die Zensur « gut». Allgemeine Weltgeschichte scheint er dagegen nicht eifrig genug studiert zu haben, denn hier war die Note wieder «Nicht genügend». Ganz schrecklich muss sein Fleiss gewesen sein, der ebenfalls mit der gleichen Note qualifiziert wurde. Ein Zeugnis vom Jahre 1847 bestätigt Tolstoi, dass er im Kriminalrecht wenig genügende Leistungen aufzuweisen hatte, desgleichen in der Geschichte des russischen Zivilrechts sowie im vergleichenden Staatsrecht. Beim Fach «Allgemeine Geschichte » ist seine Zensur in Worten ausgedrückt, nämlich : < Fehlte meist, Ist äusserst faul. » Geschwisterehen im alten AeRypten. Kleopatra, die berühmte Königin des alten Aegyptens, die um Ihrer Weisheit und Schönheit willen berühmt war, stammte in direkter Linie aus vier Generationen von Geschwisterehen. Kleopatra war nicht nur die Tochter von Bruder und Schwester, sondern ihre Eltern waren ebenfalls Kinder von Geschwistern; Kleopatras persönlicher Zauber, ihre hohen geistigen Fähigkeiten erweisen eine erstaunliche Immunität gegen die Folgen fortgesetzter Verwandtenehen. Kleopatra heiratete zwei ihrer eigenen Brüder und Hess sie später töten. Ptolemäus XIV. wurde ertränkt, Ptolemäus XV. vergiftet. Eheschliessungen zwischen Geschwistern entsprachen einem alten ägyptischen Könissbrauch und wurden während der Herrschaft der Dynastie der Ptolemäer zur Regel. Da man der Meinung war, dass der Herrscher göttlichen Ursprungs sei (Sohn des Ra). konnte er naturgemäss nur in der Tochter seines Vaters eine Gemahlin von vollkommen gleicher Geburt und gleichem Range finden. Für die alten Aegypter hatten solche Ehen zwischen Blutsverwandten durchaus nichts Abstossendes. In einer andern ägyptischen Dynastie finden wir in dreizehn aufeinanderfolgenden Generationen Geschwisterehen. Es wird berichtet, dass jedes Mitglied der Familie ein Genie war und dass dies so fortging, bis in einer Generation nur Knaben geboren wurden und keine heiratsfähige Schwester mehr da war. Der kleinste Mensch der Welt In dem Dorfe Pandirma in Anatolien ist dieser Tage der kleinste Mensch der Welt entdeckt worden. Er heisst Hussein Bey, ist 36 Jahre alt und misst 35 Zentimeter. Hussein Bey ist aber nicht nur klein. Er ist von zierlicher feiner Gestalt und seine Körper- Proportionen sind in allem so sehr ausgeglichen, dass man glaubt, eine kleine Puppe vor sich zu haben. Verheiratet ist der Zwerg* nicht, obwohl es heisst, dass er schon auf Freiersfüssen gewandelt sein soll. Jetzt, nach seiner Entdeckung, ist der kleine Mann im Begriff, ein grosser Mann zu werden. In der Manteltasche seines Managers ist er nach Londo.. abgereist, wo er bei einer grossen Filmfirma demnächst arbeiten wird. So besteht also die Möglichkeit, dass auch die Schweiz einmal das kleine Wunder zu sehen bekommt. Unbewusste Wahrheit. Die Patientin : « ... und als die Schmerzen immer heftiger wurden, bin ich zum Apotheker gegangen...» — Der Arzt: « Von .einem Apotheker können Sie niemals einen wirklichen Rat bekommen ! » — Die Patientin : «...und er riet mir, zu Ihnen zu gehen, Herr Doktor ! » ten durch die verschneiten Parkanlagen. Ein Wunder schien sich vor ihr aufzutun. Sie staunte über die feinen Aestchen der Bäume, die mit Zucker bestreut zu sein schienen, sie wies auf die Hermelinboa, die ein kleines Tannenbäumchen trug, sie lachte über die weisse Zipfelmütze, die Vater Goethe würdelos trug, sie konnte sich von einer Schneeballenschlacht nicht trennen, die Kinder unter sich auskämpften, und noch nie hatte sie Jul so laut lachen gehört, als wie, als sie ein verirrtes Geschoss traf. Wochen und Monate vergingen. Immer wieder fanden sie neue Ziele für ihre Entdeckungsfahrten und Forschungsreisen, wie sie es nannten. Sie formten sich harmloseste Nichtigkeiten zu gewaltigen Ereignissen. Ihre Wege in unbekannte, reizlose Stadtteile, von denen sie sich im stillen nichts versprachen, wurden zu Robinsonaden. Sie glichen in ihrem harmlosen Glück zwei Schiffbrüchigen, die der Sturm des Lebens auf eine einsame Insel verschlagen, auf sich selbst angewiesen, jeder nur dem anderen lebend. Das ruhelose, lärmende Treiben der Grossstadt, das wie eine schäumende Brandung an ihr Leben schlug, verhallte in ihnen zu nichts. Sie rüsteten Expeditionen aus zur Eroberung eines Stadtviertels, sie unternahmen Beutezüge in Museen und Sammlungen, sie plünderten die geistigen Schatzkammern der Stadt und brandschatzten die Schönheiten alter Schlösser und Kirchen. Da man sich bei den Unbilden der Witterung nicht auf der Strasse erwarten konnte, hatten sie eine kleine Konditorei entdeckt, die ihr Treffpunkt wurde. Oft sassen sie dort stundenlang, vergassen irgendeine Besichtigung, die sie sich vorgenommen hatten, taten gegenseitig sehr erstaunt, dass sie sich verplaudert hätten, und redeten einer dem andern und sich selbst ein, dass es nur ein unbeabsichtiger Zufall sei. Und manchmal betrogen sie sich, indem sie in irgendein Museum gingen, wo sie sich in einer stillen Ecke niederliessen, um ihren Winkel erst zu verlassen, bis die Stunde des Heimweges rief. Nur in den Abendstunden mussten sie aufeinander verzichten. Sie 'bat ihn, er möge keine Einwendungen machen, aber es bedürfe sicherlich keiner Begründung, dass die Abendstunden ihrem Gatten gehören. Auch würde es ein schlechtes Licht auf sie werfen. Nur mit einem war sie mit der Zeit einverstanden. Dass Jul, wenn sie mit ihrem Manne ein Theater oder ein Konzert besuchte, verstohlen in einem Winkel stand, um ihr wenigstens mit den Blicken folgen zu dürfen. Ausser ihrem Manne war an solchen Abenden fast immer auch Dr. Heckmann in ihrer Gesellschaft, der zum unzertrennlichen Begleiter des Professors geworden war. Die Frau des Assistenzarztes fehlte fast immer. Mit einem Gefühl des Neides und des innerlichen Unbehagens sah der einsame Jul den unerwünschten Begleiter. Aber der Assistenzarzt hatte auch seine Vorteile, wie Frau Enid eines Tages unwillkürlich gestand. Er war es vor allem, der Professor van der Witte an Wien zu fesseln verstand. Und sie fügte hinzu, er leiste ihr dadurch unbewusst einen Dienst — weil es sie in ihren musikalischen Plänen nicht störe. Einmal käme es ja doch. Sie Hessen beide die Köpfe hängen. Jul aber krampfte es das Herz zusammen. Wenn es Jul auch viel Selbstüberwindung kostete, des Abends nicht an ihrer Seite sein zu dürfen, so fühlte er sich doch für alles entschädigt, wenn er sah. wie im Theater oder Konzert ihr Glas suchend durch den Saal streifte, bis ihre Blicke ihn in einem verborgenen Winkel fanden, und ein leises, unauffälliges Nicken ihn begrüsste. Dann fühlte er sich zu den Göttern erhoben, und die sieben Himmel der Seligkeit wölbte sich über ihm. So hatten sie ihre kleinen Heimlichkeiten, die sie einander näherbrachten, in denen sie im stillen hofften, dass einer die Gedanken des andern verraten würde — ohne es auszusprechen. Vor allem war sie es» die es in weiblicher Feinfühligkeit erhoffte, und Jul kam ihr auf halbem Wege entgegen, weil er fürchtete, sie durch ein Geständnis ihrer gemeinsamen, verschwiegenen Gedankenwege zu verletzen und von sich zu stossen. Alles... alles... nur das nicht! Im Ueberschwang der Anbetung ihres idealen Wesens, wagte er nicht, daran zu denken, dass er ihr nicht mehr gleichgültig, denn, wenn in seltenen Augenblicken ein Wort von ihr. ein Blick es ahnen Hess, so war es dann um so rascher die ruhige, kühle Art ihres Wesens, die ihn ernüchtert in die Wirklichkeit zurückrief. (Fortsetzung folgt.) er UCk TII/FU Weber-Stumpen sind einzigartig!" Entwicklung unserer Bilanzsumme 47a 1930 Fr. 128,016,675.— 1931 Fr. 144,444,551.— 1932 Fr. 151,687,995.— 1933 Fr. 160,030,500.— Wir sind zur Zeit Abgeber von OBLIGATIONEN unserer Bank, 3—5 Jahre fest. Solide Titel werden an Zahlungsstatt genommen Schweizerische Genossenschaftsbank St. Gallen Zürich, Basel, Gent Appenzeli. Au. 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No 21 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 23 EDEIDP Es scheint doch, wie wenn diesmal die Mode einen recht umfangreichen Karton bereitgestellt hätte, woraus sie ihre Ueberraschungen hervorzieht. Schon sein bunt bedruckter Ueberzug aus schönster Seide wirkt symbolisch. Denn reine Seide und Druckstoffe überhaupt sind ja beide von der Mode begünstigt. Zwar hätte die launische Königin ihre Wunderschachtel ebensogut mit Leinen verkleiden können. Mit einem weichen Kleiderleinen vielleicht, in einem hellen Beigeton, das mit drei, vier verschiedenfarbigen Noppen durchsetzt ist und entzückend aussieht. Oder mit einem wie Frotte wirkenden Leinen, das andern Modestoffen entschieden Konkurrenz macht. Denn Leinen ist durch ein Verwandlungsbad gegangen und hat seinen bäuerlichen Charakter abgelegt. Vorbei die sich Flügel aus langgestreckten Zeiten, da es einem programmässigen Eigenkleid diente, es ist schmiegsam und durch allerlei Prozeduren fast knitterfrei geworden. Nimmt die schönsten Modefarben an, obschon es sein reines Weiss mit ins Modeland nimmt. Es kann grau oder warm beigefarben sein, altrosa, wie La France-Rosen, oder wie zarte gelbe Tulpen leuchten. Kann Qelbgrün und auch Wiesengrün annehmen, um aus einem blauen Farbbad in schönstem blauem Saphir zu grüssen. Dann sagt es: so will Patou, dass ich aussehe! In Weiss garniert es allerlei duftige Sommerkleider, selbst Imprime's, und macht mit den Piques, denen sich die Mode weitgehend, bis zu Blusen, verschworen hat, einen Wettlauf. Leinengarne beleben auch die Strickmode. Ganze Reihen von duftigen, durchbrochen und spitzenartig gestrickten, gerippten oder gewaffelten Blusen mit reizvollen Kragen und Aermelchen sind aus diesem Material und verbinden sich mitunter ganz lustig mit weicher Kashmir- oder noch lieber mit Angorawolle. Hasenhaar und Flachs, wer hätte diese Zusammenstellung früher für möglich gehalten? Aber auch da siegt die Idee des glücklichen Kontrastes, die Trockenheit des Leinens mit dem federartig Weichen, Flaumigen des Kaninchenhaars. Sonntagslaune natürlich bleibt dies, kein Strapazierartikel. In den Schnitten herrscht sehr viel Abwechslung. Fast überflüssig zu sagen, dass die schlanke Linie bleibt. Unter den Modekreateuren gibt es wohl wenige, die für ihren Reiz nicht dauernd begeistert wären. Und zuviel Gymnastik, zuviel Sportbetrieb erfüllen die Welt, die dem Ebenmass der Erscheinung huldigt, als dass es einen Boden gäbe für eine füllige Mode. Gelegenheit genug, die allzu Rundlichen kleiden zu müssen und zu unfreiwilligen Varianten zu kommen, hat ja die Mode stets daneben. Also schlanke Röcke bis über die Hüften hinauf, dann vielleicht oft einige niedrige, oder hoch hinaufgehende Faltengruppen. Selbst der Mantel ist davon nicht ausgenommen. Falten am Rückenteil von sportlichen Mänteln und kräftige, aufgesetzte Taschen, sie werden wohl die Mäntel in ihrem Aussehen wesentlich bestimmen, wie häufig der lose Rücken. Etwas Schulterverbreiterungen gibt es auch noch. Doch werden sie bloss mit besonderen Nahtlinien und Stepperei hervorgehoben. Raglanschnitte sind beliebt, bieten viel Bequemlichkeit, wenden sich jedoch bei Mänteln und Tailleurs aus Wollstoffen ausdrücklich an schlanke Figuren. Was die festen Gestalten an Umfang zuviel besitzen, das legt ihnen eine Beschränkung in der Auswahl von Fassonen auf. Lustig sehen an Mänteln die wiederkehrenden EQ/OSXID Aus dem Modekarton des Frühlings Halsumschlingungen aus, doch sind sie nicht mehr alleinherrschend. Sie haben einen grossen Konkurrenten erhalten: den Capuchon, der nun, wohin er eigentlich gehört, richtig in den Rücken fällt. Die Mode singt ein langstrophiges Lied von seiner Schönheit und macht mit ihm allerlei Sprünge, löst ihn auf in einzelne, lose Streifen, verbindet ihn auf ungewohnte Weise mit den Rückennähten, faltet ihn, streckt seine Düte, macht sie lang, oder breit und kurz. Selbst die Cape-Modelle, die in langem Defile vorüberziehen, können es nicht lassen, sich mit diesem graziösen, so gar nichts mehr Mönchisches an sich zeigenden Motiv zu behängen. Allerlei frei Flatterndes dranhängen, dies gefällt der Mode, und darum setzt sie Plissees selbst an Capes. Sie liebt ja wieder die Plissees, und selbt ihr etwas massiger Modegarniturstoff, der weisse Pique muss sich Plisseepressung gefallen lassen, um als Plastron gelegentlich ein Kleid aufzuhellen. Plissees, als Abschluss des glatten Rocks, kehren an Imprime's wieder. Plissees bilden stehende Achseln und wie Fragezeichen aufgesetzte Aermelgarnituren. Sie schmeichein flachen, runden Göllern, bilden zu nachmittäglichen Ensembles die Aermel, die vorn weit ausfallen und, ausser der glatten Passe, den ganzen, halblangen Mantel. Selbst Plissees aus Seidenstoff oder -band wagen sich wieder auf Hüte oder bestreiten die ganze Form haubenähnlicher Kopfbedeckungen. Nicht aus ihrer schmeichelnden Rolle entthront ist die Schleife, samt ihren Varianten; der Capuchon wird oft genug nach vorne damit ausklingen, gebunden oder geschlungen werden. Und gerne wechselt die Mode mit Kapuze und Schleife als Rückengarnitur ab. Von weiteren glücklichen Modeeinfällen ein nächstes Mal. E. Seh. „High tea t die grosse Mode Wissen Sie, was « High tea» bedeutet ? London, New York, Paris kennen augenblicklich nichts Schickeres, nichts Beliebteres als « High tea », und was man darunter versteht, ist nichts anderes als ein verlängerter Five o'clock, der zugleich das Diner oder Souper ersetzt. Man muss zugeben, dass die Erfindung praktisch ist — gestattet sie doch eine grössere Anzahl von Gästen mit bedeutend verringerten Spesen zu empfangen, und so ist es begreiflich, dass sich die Mode des «High tea» immer mehr ausbreitet, besonders da, wo man wenig oder gar kein Dienstpersonal besitzt. Heutzutage kann man ruhig annehmen, dass nicht nur die Männer, sondern auch viel» Frauen tagsüber einer Beschäftigung nachgehen. Die geselligen Zusammenkünfte werden daher auf immer spätere Stunden verlegt oder sie finden an Sonntagen statt. Sonntag ist der Ruhetag des Personals und so vereinfacht die Hausfrau ihre Aufgabe, einen reichlichen Tisch zu bieten, dadurch, dass sie alles vorher zubereitet. Diese späten Essen beginnen um sechs Uhr und dauern bis neun oder zehn Uhr abends. Man serviert sie gewöhnlich im Speisezimmer, wo die älteren Leute am Tisch Platz nehmen, während die Jugend und die Herren plaudernd herumstehen und sich an einem Büffet, das z. B. auf der Kre- Unsere Ecke der Hausfrau: Kleine Winke — grosse Hilfe Wie man Kaffeeflecke entfernt Kaffeeflecke entfernt man aus Tischtüchern und allen nicht zu zarten Stoffen, indem man den Fleck mit etwas Glycerin aufweicht, dann die Stelle über einen Topf oder Trichter spannt und lauwarmes Wasser hindurchgiesst, bis die letzten Fleckreste verschwunden sind. In halbtrockenem Zustande wird die Stelle nicht zu heiss gebügelt. Wie erhalte ich Schnittblumen möglichst lange irisch ? Auf diese Frage gibt es viele, häufig sich widersprechende Antworten. Wir raten, folgende Grundsätze zu beachten: 1. Beim Einstellen der Blüten ins Wasser vermeide man, dass Blätter ins Wasser kommen, da sie schnell faulen und den Nährwert des Wassers beeinträchtigen- 2. Die Schnittfläche muss möglichst gross sein, daher schneidet man die Stengel schräg. Blasse Eidotter. Es ist die Ansicht verbreitet, dass heller Eidotter für Speisen nicht günstig sei. Man setzte Safran hinzu, um eine dunklere Farbe zu erhalten. Dieses Mittel beeinträchtigt aber den Geschmack. Ein einfaches und einwandfreies Mittel, um den Uebelstand zu beseitigen, ist folgendes: Man gibt den Eidotter vorsichtig auf eine Untertasse, bestreut ihn mit Salz und Iässt dies etwa 4 Minuten einziehen. Man wird sehr erstaunt sein, wie sehne)! das Salz die Farbe des Dotters beeinfiusst. Die so erzielte tiefgelbe Farbe geht auch auf die Speisen und das Backwerk über, zu denen man den Dotter verwendet. Wirkt Seife bakterientötend? Versuche, die in dieser Richtung mit sechs verschiedenen Seifen durchgeführt wurden, ergaben, bei einer Auflösung von 1 :80 in Wasser von 35 Grad C, starke Desinfektionswirkungen. Waschungen in diesem Seifenwasser vernichteten sowohl gefährliche, ansteckende Krankheitskeime, als auch Influenzabazillen und Spirochäten (Erreger der Syphilis), die sich auf der Haut befanden. Sind stotternde Kinder schwatzhaft ? Ein Gelehrter stellte durch Untersuchungen an einer grossen Anzahl von Kindern fest, dass die.Stotterer unter ihnen viel geschwätziger waren als der Durchschnitt. Sie sprachen innerhalb einer bestimmten Zeit um 40 Prozent mehr Worte als die andern Kinder. Warum Iässt die Sehkraft im Alter nach ? Die verminderte Sehkraft im Alter ist nach Prof. Wegener nicht auf organische Veränderungen des Auges — besonders der Linse — zurückzuführen, sondern auf eine verminderte Blutzufuhr. Lesen, Schreiben und Naharbeit hat deshalb auch in dieser Zeit, selbst unter den ungünstigsten Bedingungen, keinen schädlichen Einfluss. Im Gegenteil, der Gebrauch der Augen ist von erheblichem Nutzen für die Erhaltung der Sehkraft, weil dadurch eine Steigerung der Blutzufuhr stattfind-t. Wahre Schonung der Augen im Alter bedeutet also das Sehvermögen in der Übung zu erhalten und nicht zu vernachlässigen. Selbstbereitete Liköre. Der gute alte Wilhelm Busch, dieser köstliche Humorist einer gemütlicheren deutschen Vergangenheit, sagt so nett: « Es ist ein Brauch von alters her : wer Sorgen hat, hat auch Likör ! » Mit kleineren oder grösseren Sorgen ist nun im Augenblick wohl die ganze Menschheit mehr oder weniger versehen, also heisst es auch für den nötigen Likör sorgen, den sich ehrgeizige Hausfrauen sicherlich gerne selbst bereiten. Hier ein paar Ratschläge hiezu : Anislikör: 20 Gramm Anis Iässt man in 3 /4 Liter feinstem Kornbranntwein eine Woche lang ziehen, d.h. in einer wasserhellen Flasche, die öfters geschüttelt werden muss, eine Woche hindurch im Fenster stehen. Dann kocht man 1 kg Stückzucker mit 1 Liter Wasser unter sorgfältigem Abnehmen des sich bildenden Zuckerschaums bis zum Klarwerden. Der angesetzte Alkohol wird durch ein Filtrierpapier in den erkalteten Zucker gegossen, gut verrührt und in Flaschen gefüllt. Der jetzt fertige Likör muss mindestens eine Woche noch abliegen, um den richtigen feinen Geschmack zu bekommen. Orangenlikör: Man befreit die Schale von 4 Orangen sorgfältig von aller weissen Innenhaut, schneidet sie klein und gibt sie in Dreiviertelliter Kornbranntwein, in dem sie 3 Wochen ziehen muss. Dann wird die Alkoholmischung, genau so wie beim Anislikör, in die Zuckerlösung filtriert. Man behandelt den Likör auch weiter in gleicher Weise. Liebt man ihn schärfer, verringere man die Zuckerzugabe. Eterkognak: % kg Zucker, X A Liter Wasser und 9 Eidotter verrührt, schlägt man im Wasserbade ganz dick und Iässt es dann erkalten, aber unter stetem Rühren. 1 Liter Kognak zugiessen und die Mischung einen Tag stehen lassen, ehe man sie, gut vermischt, in Flaschen abfallt. Milchlikör: Man verrührt x k Liter gekochte Milch mit Vi kg Zucker, gibt den Saft von 3 Orangen, VB Liter 96prozentigem Weingeist und eine halbe Stange Vanille dazu, füllt die Mischung in wasserhelle Flaschen, verkorkt sie und Iässt sie 2 Wochen im Fenster stehen. Dann erst filtrieren, neuerdings in Flaschen füllen. Dieser Likör muss 14 Tage abliegen, ehe er den richtigen feinen Geschmack erhält. denz improvisiert sein kann oder an einem eigens dazu aufgestellten Tisch bedienen. Freiwillige Helferinnen unter den jungen Mädchen sorgen für das Einschenken des Tees und im übrigen gilt der Grundsatz: bediene dich selbst. Was den Reiz dieser Veranstaltungen erhöht, ist die Möglichkeit der Variationen, in denen eine geschickte Hausfrau sich hervortun kann. Die persönliche Note, die eine jede hier zur Geltung bringen kann, hat einen «rossen Spielraum. Wenn die Veranstaltung voraussichtlich zu später Stunde endigen wird, bietet man zuerst Porto oder Cocktails an. die von Anschovisbrötchen, oder wenn man mehr ausgeben will und kann, von Kaviarbrötchen begleitet werden. Später, zum Tee, reicht man Sandwiches mit Schinken, Zunge, Gänsleber und verschiedenen Salaten. Aufsätze mit Süssigkeiten, kleinen Bäckereien sowie Fruchtsalat (Aepfel, Bananen, Orangen, in Scheiben geschnitten, stark gezuckert und mit Kirschwasser oder Maraschino durchtränkt) sorgen für Abwechslung. Manche Hausfrauen servieren gegen 8 Uhr abends Bouillon in Tassen, warm oder kalt, Bier und Schaumwein sind ebenfalls zu später Stunde willkommen und bei einem mitteleuropäischen « High tea » können heisse Würstchen als Schlusseffekt auf einen spontanen Erfolg rechnen. Der « High tea», der speziell für Bridgepartien ein geeigneter Rahmen ist. der aber auch für die Tanzlustigen ein erwünschtes Feld bildet, ist eine sehr gesunde und praktische Form der Geselligkeit. 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