Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.023

E_1934_Zeitung_Nr.023

Schluss: Die Sternfahrt.

Schluss: Die Sternfahrt. I teressant war. Es gab Resultate, die wirklich ganz mit Todesverachtung die Fahrt aufnahmen. Aus erstaunlich sind. So brauchte der Fahrer Petermann auf Chrysler für die 10 Meter Langsamfahrt einem grauen Himmel fielen Flocken in verwirrender Dichte. Frierend und zusammengeduckt 2 Min. 10 Sek., während der Durchschnitt 70 sassen die ersten Marktfrauen auf ihren Körben. bis 80 Sek. betrug. Es gab aber auch solche, die Der Verkehr schien beinahe ganz zu stocken. Die sich mit 20 Sek. begnügten. Das Schwierigste bei erste Kontrolle war für uns Ölten: so steuerten diesem Teil der Fahrt war, den Wagen keinen •wir, trotz des Gewirbeis und der platschnassen Bruchteil einer Sekunde lang anzuhalten. Nicht Strassen mit ansehnlichem Tempo der Eisenbahnstadt zu. Nichts als weisse, eintönige Felder, trop- ihnen dieses kleine Malheur passiert war. Ob dies weniger als zehn Fahrer wurden eliminiert, weil fende Bäume, triefende Dachrinnen. Wenn ein ganz gerecht ist, sei dahingestellt. anderer Wagen an uns vorübersauste, rauschte Mächtig wurde Jbei den folgenden 100 Metern das Wasser als wahre Fontänen auf. Ölten wurde aufgedreht, immerhin zeigte sich hier eine Undeutlichkeit des Reglementes, die verschiedene Fahrer bereits mit einem Vorsprung von 17 Minuten vor der notwendigen Zeit erreicht, also war bereits bewiesen, dass die verlangten 40 Kilometer, die ohne innerhalb der 100 Meter ab, um einen ganz kleinen irre machte. Die meisten bremsten nämlich noch die Gefahr geheimer Kontrollen gefahren werden Bremsweg zu erhalten. Gegenüber denen, die erst konnten, niedrig war. Gegen Solothurn zu wurde nach Ueberfahren des Schlauches abstoppten, hatten diese so den Vorteil, nur wenige Meter zudik- die Geschichte langsam ungemütlich. Der Schnee stand so dicht vor der Windschutzscheibe, dass tiert zu erhalten. Das nächste Reglement sollte in der Fahrer von Zeit zu Zeit die undurchsichtige dieser Hinsicht noch etwas genauer sein, denn die Wand abkratzen musste. Der Wagen bahnte sich Konkurrenten gerieten darüber in lange Dispute. So knirschend und glitschend einen Weg durch das kam es, dass der Bremsweg von 1 Meter bis zu 20 schmutzige, nasse Weiss. Ganze Krähenschwärme Meter und 66 Zentimeter variierte. Die Berechnung stiegen auf und erhöhten das Gefühl der Einsamkeit in dieser durchstürmten, verschneiten Gegend. mit den Sekunden der schnellen Fahrt multipli- geschah in der Weise, dass man die Bremsstrecke Die Stadt Solothurn passierte der mit wunderbarer Regelmässigkeit laufende Wagen bereits mit nist teilte. Die Prüfung verlief reibungslos, war zierte und die Langsamfahrt durch dieses Ergeb- 20 Minuten Vorsprung. Die Ursenstadt schwamm hervorragend gut aufgezogen und machte den Organisatoren alle Ehre. in Regen- und Schneefluten. Manchmal begegneten wir Konkurrenten aus andern Städten. > Wir hatten Bern als nächsten Punkt ausersehen, und es schien, als hätte sich die Bundesstadt doch noch eines Besseren besonnen. Jedenfalls hoben sich die dichten Wolken immer mehr, und manchmal wurde es so hell, dass man sogar eine kleine Sonnenfreude erwartete. So weit gings nun allerdings nicht, aber der Scheibenwischer konnte Sieh zum mindesten einmal ausruhen, und unser Gespräch durfte sich nun auch um anderes drehen, als um das ewige miese Wetter. In Bern liefen wir mit 24 Minuten Vorsprung ein, das reichte, um sich noch schnell etwas mit Proviant zu versehen. Aus der vom Markt belebten Stadt ging es weiter! Richtung Freiburg, durch das unsere Maschine um 11 Uhr vormittags surrte. Von weitem schon winkten die Türme der schönen alten Stadt. In den Gassen und auf den Plätzen entwickelte sich ein schönes Bild friedlichen Marktgetriebes. Sensation: hier war noch kein Schnee gefallen. Mit zartem Grün prangte die Vorfrühlingslandschaft. Die so gefürchtete Fahrt nach Payerne gestaltete sich zu einer Kindersache, und als wir in Payerne, umstaunt von Erwachsenen nni Kindern, rasch Pneukontrolle machten, stahl sich ein einziger winziger Sonnenstrahl bis in unseren Wagen. Aber zu früh gelacht: das Schönste kam erst nochl Gegen Moudon setzte neuer Regen ein, der die Landschaft wieder in Nebel untertauchte. Je höher es ging, um so unsichtiger wurde es, und bald verwandelte sich der Regen in Schnee, und im Hui mussten wir uns wieder durch hohen Schnee durchwinden. Wir beeilten uns, rasch aus diesem einsamen, verlassenen Gebiet zu kommen. Pfadschlitten passierten uns, Skifahrer... Die Tannen bogen sich unter der gewaltigen Last. So blieb es, bis der Weg zu fallen begann, bei einer Kurve zum ersten Male ein Teil des Genfersees auftauchte und Lausanne nahte. In einem Restaurant liess es sich wohlig ausruhen und die Kontrolle um 1 Uhr abwarten. Ein ganzes Rudel Fahrer fand sich zur letzten Etappe um 1 Uhr zusammen. Marianne Oswald, die ebenso berühmte wie merkwürdige Pariser Sängerin, die jetzt Genf in Bann zieht, sang uns in unserm Auto-Radio ihre eigenartigen Lieder, wie wir in rCge'lmässiger Fahrt Genf zurollten. Jenseits dos Sees tat sich der Himmel auf, gelber Schwefelglanz brach hervor und überschüttete die Berge mit fremdem Licht. Auch wenn es regnete, die Reize der Genferseelandschaft berührten einem auf« neue. Mehr als eine Stunde zu früh liefen wir in der Salonstadt ein, die sich zum Empfang der Salongäste festlich geschmückt hatte. Schon um 2 Uhr traf man überall Sternfahrtwagen, und bei der Kontrollöffnung um 3 Uhr war der grössto Teil der Konkurrenten anwesend. Die Geschmeidigkeitsprüfung. Ueber ihre Bedeutung haben wir bereits das Notwendige gesagt. Sie war jedenfalls sehr gut aufgezogen, und nur das schlechte Wetter spielte sich als Störenfried auf. Die Fahrer hatten zuerst 10 Meter so langsam als möglich zu befahren, um darr auf über 1Q0 Meter zu beschleunigen und dann rasch abzubremsen. Eine dünne Zeile Zuschauer, dafür um so mehr Leute vom Bau wohnten der Prüfung bei, die äusserst aufschlussreich und in- * Um sechs Uhr abends vereinigten sich Konkurrenten und Veranstalter zu einem Aperitif beim Stand des A. C. S. im Salon. Uebereinstimmend war die Klage über das schlechte Wetter, über den angetroffenen hohen Schnee, und darüber hinaus aber die Ueberzeugung, das Reglement habe es diesmal zu gut mit den Konkurrenten gemeint. Es gab im übrigen Fahrer, die von St. Gallen und Schaffhausen gekommen waren. Besonders berührend ist das Pech des letzteren, eines aus Dijon kommenden Franzosen, der wegen Anhaltens bei der Langsamprüfung alle Chancen verlor und eliminiert wurde. Merkwürdigerweise haben die Ostschweizer kein besonders schlechtes Wetter angetroffen, kritisch wurde es erst gegen Ölten zu. Mit der Organisation war man durchaus zufrieden. Selbstverständlich bot die Geschmeidigkeitsprüfung noch Anlass zu mancher Betrachtung', wie man es eigentlich hätte machen sollen, und wie es nächstes Jahr gehalten werden soll! Dann aber möge uns Genf eine gesalzene Aufgabe diktieren! Wir freuen uns daraufl bo. Die Resultate. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17 18. '19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. Maurice Eberhard, La Chaux-de-Fonds, auf Delage William Barraud, Genf, auf Lancia H. Siess-Haas, Basel, auf Ford G. Naef, Fischenthal, auf Mathis W. Berthoud, La Chaux-de-Fonds, auf Ford A. Henrioud, Genf, auf Hupmobüe C. Tb. Sträub, Zürich, auf Bugatti Norbert Antoine, Pully-Lausanne), auf Chevrolet W Petermann, Montier, auf Chrysler Felix Ducommun, La Chaux-de-Fonds. auf Ford Andre Sandoz, N'euenburg, auf De Soto- Chrysler Dr M. A. Bourgeois, Lausanne, auf Panhard-Levassor Dr. F Hagenbuch, Aarau, auf Lancia P. Percy Wiedmer, Basel, auf Willys Henry Sauthier, Martigny, auf Ford Pierre Donze, Tramelan, auf Opel Dr. Karl Napp, Basel, auf Buick E. H. Spinner, Genf, auf Hupmobile Johann von Rohr, Solothurn, -auf Ford W Mettler, Zürich, auf Oldsmobile W. Graber, Aarau, auf Chrysler Dr. A. Leemann, Bern, auf Essex-Terraplane O. Wild, Muri (Aargau), auf Buick 106,05 104,43 103,57 102,20 102,80 101,79 101,40 101,28 101,13 100,85 100,76 100,56 100,53 100,44 100,34 100,28 100,21 100,20 100.17 10%06 100.04 98.24 R. Itten, Basel, auf Ford 97,32 J Piffaretti, Tavannes, auf Adler-Triumph 84,34 Wegen Haltens bei der Goschmeidigkeitsprüfung wurden eliminiert: Fritz Wenger (Bern), Joseph Forhrich (Weggis), Jean L. Mermoud (Moutier), Charles Lahaye (Dijon), Ed. Jacrues (La Cbaux-de-Fonds), L. Hirsch (La Chaux-de-Fonds), Pierre Haefeli (La Ghaux-de- Fonds), Fritz Wassmer (Aarau), Lenzin-Baumann (Aarau) und Jules Gailloud (Zürich). Die Sektion Montagnes Neuchäteloises gewann den Escher-Wanderpokal. AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N" 23 Punkte Schluss: Das Kilometer-Rennen. wenn das Resultat nicht überall dem Einsatz und dem guten Willen entsprach, so besteht ja das nächste Jahr neuerdings die Möglichkeit, es besser zu machen. Der Pressemann wird zwar in bezug auf den Nachrichtendienst hier nicht gerade verwöhnt, aber schliesslich ist ja das Rennen nicht allein für ihn da und wenn das Publikum seine Freude hat und auch die Konkurrenten auf ihre Rechnung kommen, dann soll es auch ihm recht sein. Man darf bei allem nicht vergessen, dass bei den bescheidenen Mitteln, welche für Rennzwecke zur Verfügung stehen und dem einfachen administrativen Apparat, über den die Organisatoren jeweilen verfügen, fast ausschliesslich auf die Mitarbeit von Leuten abgestellt werden muss, die guten Willen, aber nicht die Routine mitbringen. Die Tourenwagen. In der ersten Gruppe gelang es dem unter einem Pseudonym konkurrierenden Freiburger « Julou» auf Ford mit einem Mittel von 80,89 km den seit 1928 bestehenden Klassenrekord abzusetzen, womit das Rennen gleich einen vielversprechenden Auftakt erfuhr. Die Fahrer der folgenden Gruppen vermochten den bestehenden Spitzenleistungen aus früheren Jahren nichts anzuhaben. Dagegen wartete Gübelin auf Plymouth zur Abwechslung in der Gruppe 3-5 1 mit einem sauberen Sieg auf, der in Rekordzeit gefahren wurde. Dabei fiel sogar die bisherige Kategoriebestzeit zum Opfer, und auch das eigene Resultat des Zürchers aus dem Vorjahre wurde um 2 Sekunden verbessert. Dieser Erfolg ist Gübelin um so eher zu gönnen, als er und sein Mechaniker schon vom Samstag auf den Sonntag ein Rennen gegen die Zeit ausgefochten hatten, da sich beim Training einige recht zeitraubende Arbeiten als unumgänglich erwiesen und bis tief in den Sonntagmorgen hinein andauerten. Blattner, der zwar nicht mit fliegenden Fahnen, dafür aber mit wehenden Motorhauben, die sich während des Rennens aus dem Verschluss gelöst hatten, dem Ziel zusteuerte, klassierte sich in flotter Zeit als sicherer Zweiter. 0. Zwitnpfer bekundet in seinen Chrysler 8 Zylinder ein felsenfestes Vertrauen, denn obwohl die neuen Modelle bereits eingetroffen sind und einen Versuch auch auf der Rennstrecke wohl wert wären, so bleibt er vorläufig bei seinem bisherigen Wagen, der ihm aus dem Vorjahre schon sehr vertraut ist. Er mag auch die Winterpause dazu benutzt haben, den Motor und das Chassis einer gründlichen Revision zu unterziehen. Auf alle Fälle gebärdeten sich Mann und Wagen recht frühlingshaft und fuhren alle bisherigen Zeiten zuschanden. Mit einem Stundenmittel von 88,235 km wurde ein neuer Kategorierekord geschaffen, der sich wirklich sehen lassen darf. Die Sportwagen. Hier ging es verhältnismässig zahm zu. Zwei aussichtsreiche Konkurrenten, nämlich Maag und der als treuer Gast immer wiederkehrende Süddeutsche Hummel wurden in die Kategorie der Rennwagen versetzt, da ihre Karrosserieausrüstung der gestrengen reglementarischen Prüfung nicht ganz standhielt. E. 'Schneider, der unentwegt auf Derby startet, war daher in seiner Gruppe allein auf weiter Flur. Er hatte aber den Einfluss der Witterung offenbar unterschätzt und fuhr daher mit beinahe kaltem Motor los, welche mangelnde Rücksicht dann prompt durch entsprechende verlangsamte Reprisen quittiert wurde. Ho'rning war entschieden der aussichtsreichste Mann der Kategorie und er schlug sich auch recht tapfer. Immerhin konnte er mit dem besten Willen nicht gegen den Kraftüberschuss aufkommen, über welchen der von Frau Gradenwitz geführte 7-1-Mercedes-Benz- Kompressor verfügte. Die einzige Amazone des Rennens musste sich gewaltig anstrengen, um den schweren und kraftstrotzenden Wagen dauernd meistern zu können, der eich an so leichte Last gar nicht gewöhnt schien. Sie erzielte eine um drei Zehntel bessere Zeit als Hörning und holte sich damit die Siegespalme der Kategorie. Gleichzeitig fiel der Klassenrekord, währenddem die von Dr Karrer vor zwei Jahren aufgestellte Kategoriebestzeit immer noch zu Recht besteht. Natürlich stand auch Itten auf verlorenem Posten, denn die Waffen waren gegenüber Frau Gradenwitz doch zu ungleich. Er legte sich trotzdem tüchtig an den Laden und erzielte mit dem nämlichen Chrysler, wie ihn Zwimpfer gefahren hatte, sosrar noch eine um Sekundenbruchteile günstigere Zeit, womit er als bester Experte der Kategorie abschloss. Die Resultate des Kilometerrennens von Saconnex 1934 Die Rennwagen. H. Kessler machte seinen Probegalopp auf dem neuen Maseraiti-Monoposto und zeigte dabei ein vorzügliches Einfühlungs- und Anpassungsvermögen ah die von seinem alten Amücar grundverschiedene Maschine. Zwar holte er sich mühelos den Klassensieg, aber sein eigener Rekord aus dem Vorjahre steht mit zwei Zehntelssekunden Differenz noch weiterhin in Ehren. Ryf, der in der gleichen Gruppe nichts zu bestellen hatte, präsentierte sich mit einer selbstgebauten Maschine, die in technischer Hinsicht sehr interessant ist und dem Konstrukteur alle Ehre macht. Der Wagen, der nur 350 kg wiegt, verfügt allerdings nur über einen kleinen, vierzylindrigen Chappuis-Dornier-Motor, dem das reinrassige Vollblut eines Rennmotors doch abgehen dürfte. Der Versuch verdient dennoch alle Anerkennung, denn die Leistung des Self-made-man gilt bestimmt ebensoviel wie ein einmaliger Rennerfolg, der sich übrigens später noch einzustellen vermag. Dr. Avondet macht es sich als Genfer zur Ehrenpflicht, jedesmal das einheimische Element zu vertreten und unentwegt stellt er sich mit seinem Bugatti, der nun schon etliche Jahre auf der Haube hat, regelmässig wieder ein. Seine Ausdauer wurde durch einen schönen Klassensieg belohnt, doch vermochte auch er nicht an seinen eigenen. früheren Rekord heranzukommen, der damit weiter 'in der Ehrenliste der Strecke figuriert. Hummel scheint auf seiner neuerstandenen Maschine (der frühere Amilcar von Kessler) noch nicht ganz zu Hause zu sein. Zudem langte er zu spät in Genf ein, um einem systematischen Training obliegen zu können. Maag musste in dieser Kategorie gleich zweimal über die Strecke, d^, wie weiter oben vermerkt, seine Meldung in der Kategorie der Sportwagen umgeschrieben wurde. Mit beiden Maschinen fuhr er fast die nämliche Zeit und bekundete damit eine beachtenswerte Vertrautheit mit den zwei Marken. In der Gruppe 2—3 1 standen sich noch Hug; Villars und Ruesch gegenüber. Da jeder eine neue Maschine fuhr und neben Maag die beiden Letztgenannten sich in der letzten Saison schon über die notwendige Qualifikation ausgewiesen hatten, so war der Ausgang des Renhens recht ungewisss. Immerhin räumte man Ruesch auf seinem blitzblanken Maserati-Monoposto die besten Chancen ein. Er erzielte ein Mittel von 125,87 km/St., dem nach den übrigen Ergebnissen nur noch Hug gefährlich werden konnte. Wer diesen jungen Herrenfahrer in den Trainingstagen beobachtet hat, der kam zur Üeberzeugung, dass er.all die Voraussetzungen in sich vereine, die für einen Coming man notwendig sind. Mit Ruhe und Sicherheit und doch mit der notwendigen Dosis jugendlicher Forschheit sasa er am Steuer und zeigte einen recht sicheren und eleganten Fahnstil. Daneben kamen ihm noch die wertvollen Ratschläge von Stuber in bezug auf die Maschine zugute, der diese bis zur letzten 'Schraube im vorherigen Jahr gründlich studiert und kennen gelernt hatte. Stuber meinte gesprächsweise, er sei an keinem Rennen so aufgeregt gewesen, wie gerade am Sonntag, da sein Renner zum ersten Male einem andern Fahrer anvertraut war. Hug: hat der Maschine, wie auch seinem Vorgänger, alle Ehre gemacht und sie sauber in der Zeit von 28,4" über die Strecke geführt. Damit hatte er sich gegenüber seinem schärfsten Rivalen einen Vorsprung von zwei Zehnteln gesichert, die eben gerade genügten, um den Sieg zu seinen Gunsten zu entscheiden. Man kann einem Debütanten wohl keinen besseren Erfolg wünschen, als den, •welchen sich Hug in Genf holte. Don routinierten Piloten hat er damit gleich von Anfang an gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Immerhin blieb Stubers absolute Bestzeit unangefochten "und wird nun ein weiteres Jahr in ihren Ehren bleiben. Leider ergab sich diese Sachlage nicht ohne weiteres, denn durch irgendwelche dunkle Mächte des Geschickes hatte sich bei der Ausrechnung: ein Fehler eingeschlichen, der es unmittelbar nach Schluss des Rennens verunmöglichte die endgültigen Resultate festzulegen. Dieser Zwischenfall gab dann zu allerlei Gerüchten Anlass. So wurde lange behauptet und die Mär fand auch bereit/ Eingang in der Presse, die Apparatur der Chronometrage habe nicht funktioniert. Sei dem wie ihm wolle, so hat das Ausbleiben der Zeitangabe den Fahrer begreiflicherweise in nicht gelinde Aufregung versetzt, sah er sich doch zum voraus um den Lohn seines Sieges betrogen. Glücklicherweise löste sich aber alles in Minne auf. Einzig das Pressevolk wurde gründlich in Verlegenheit gebracht, da eine absehliessende Berichterstattung bis spät In den Abend nicht möglich war. Bis zur Preisverteilung hatten sich dann all die Wogen wiederum geglättet und so kam auch das erste Rennen der Saison nicht um seinen harmonischen Ausklang, b. Klasse Classß Fahrer — Conducteur Fabrikmarke Marone de labrique 1I& Zeit Temps Mittel Moyenne Bemerkungen Ohservationi AA Jnsqu'ä — Bis 1100 cc. 2000—3000 cc. . . . . 8000—6000 cc Plus de — Ueber 5000 cc. 1100—1500 cc 2000—8000 cc 8000—5000 cc Plus de — Ueber 5000 «.. Jusqua — Bis 1100 cc. 1100—1500 cc 1500—2000 cc Plus de — Lieber 2000 cc. 1. 2. Solo Solo 1. 2. 3. 4. 1. 2. 3. Solo „Julon" Carlo Parlato Jean Studer Victor Pilloud Hans Gübelin Leon J. Blattner Walter Heiz Gino Neuroni „Moune" J. J. Gautschy E. Schmid Oscar Zwimpfer E E E A EE E E A AAE Solo E. Schneider E Solo „Tigris" E 1. A. F. S. Hörning A 2. H. Hirsiger A 1. Rolf Itten E 2. Max Stooss E Solo Hedda Gradenwitz A 1. H. Kessler E 2. J. Hummel E 3. E. Ryf E Solo G. Avondet E Solo U. Maag E 1. A. Hug E 2. H. Ruesch E 3. J. Villars E 4. U. Maag E Ford Fiat-Siata Ansaldo Fiat Plymouth Ford Chrysler Lancia Plymouth Chrysler Bugatti Chrysler Tourisme r- Tourenwagen 4 933 4 995 6 2780 6 2516 6 3111 8 3642 8 4895 8 3960 6 3111 6 3671 8 3300 8 5008 Sport — Sportwagen Derby compresseur 4 1095 Alfa Romeö compresseur 6 1750 Bugatti 8 2300 Bugatti 8 2300 Chrysler 8 5008 Graham compresseur 8 4700 Mercedes-Benz compresseur 6 7069 Cour so — Rennwagen Maserati oompresseur 4 1100 Amilaar oompresseur 6 1092 X-Compresseur 4 1093 Bugatti compresseur 4 1500 Bugatti oompresseur 8 1980 Bugatti compresseur 8 2300 Maserati compresseur 8 2996 Alfa Romeo comprosseur 8 2300 Alfa Romeo compresseur 8 2300 45,8 63,2 46,6 52,4 42,2 43,8 48,8 49,6 46,0 49,8 57,8 40,8 54,4 70,8 37,8 63,8 39,8 43,2 37,6 35,0 42,0 46,2 38,6 33,0 28,4 28,6 31,6 33,8 78 km 600 77 km 250 68 km 702 85 km 300 78 km 260 88 km 230 66 km 170 50 km 840 95 km 230 90 km 910 95 km 740 102 km 850 93 km 260 109 km 090 128 km 760 125 km 870 113 km 900 106 km 510 Record de classe battu. — Neuer Klassenrekord. Record de classe battu. — Neuer Klassenrekord. Meilleur temps tourisme amateurs. — Beste Kategorienzeit der Amateure. Record battu (categories et classes), meilleur temps tourisme. — Neuer Kategorienrekord und Klassenrekord, beste Zeit der Tourenwagen. Meill. temps sport, amat. et dames.reeord de classe battu. Beste Zeit Sportw. Amat. u. Damen, neuer KJassenrek. Meilleur temps course et de la journee. — Beate Zeit der Rennwagen und beste Tageszeit.

No 23 — 1934 Der Prüfstand für die Untersuchung der Autoraobilscheinwerfer In Bern. Schon vor mehreren Jahren wurde im Staatsverwaltungsbericht der kantonalen Polizeidirektion angeführt, dass die bernischen amtlichen Automobilexperten bezw. der Chefexperte aufmerksam mache auf die Notwendigkeit einer Einrichtung, welche die Einstellung, die Lichtintensität sowie die Optik der Scheinwerfer an Motorfahrzeugen zu prüfen erlaubt. Es geht natürlich nicht an, die Besitzer von Motorfahrzeugen nachts auf irgend einer Strasse anzuhalten oder sie aufzubieten, um mit den empfindlichen, mit Selenzellen ausgerüsteten Lichtmessapparaten die Scheinwerfer zu prüfen: sowohl Witterung wie die Absperrung der Strasse bilden unhaltbare Nachteile. Anderseits käme die Herstellung eines speziellen Gebäudes für diese Messungen (ca. 10 m Länge für die Wagen und 25 m freie Messstrecke) ausserordentlich hoch zu stehen. Einem Gesuch an die S.B.B, für die Ueberlassung der früher dem Fuhrwerkverkehr geöffneten Fahrbahn der Eisenbahnbrücke in Bern wurde bereitwilligst entsprochen. Auch die städtische Baudirektion in Bern, als Besitzerin des Wegrechtes der Strassenfläche auf der erwähnten Brücke hat die Bewilligung erteilt. Nun musste in der seitlich mit Gitterwerk versehenen Brücke ein Schuppen erstellt werden als Dunkelraum. Dadurch ist es möglich geworden, regelmässig tagsüber Motorfahrzeuge zu prüfen. Ein Garage- Schiebetor wird jeweils geöffnet und nach Hereinfahrt des Wagens wieder geschlossen. Zuerst wird das Fahrzeug auf das Vorhandensein und richtige Funktionieren der in der Vollziehungsverordnung zum Automobilgesetz vorgeschriebenen Zubehörteile untersucht, anschliessend werden Stand-, Schlussund Stopplichter und die Möglichkeit der •-".gsbarkeit der Nummer auf dem hintern sontrollschild auf 20 m geprüft. Dann erfolgen die Scheinwerfermessungen nach folgenden Normen, welche den Vorschlägen des « Comite international de l'eclairage » sowie der deutschen Kommission für die Beleuchtung an Kraftfahrzeugen entnommen sind und seinerzeit bereits dem eidg. Justiz- und Polizeidepartement für die Berücksichtigung in der Vollziehungsverordnung empfohlen wurden. Allerdings wurden diese Normen vorläufig noch nicht in die betreffende Verordnung aufgenommen, man hat es den Experten überlassen, über den Begriff des « genügenden > Scheinwerfers (Fernlicht auf 100 m, Abblendlicht auf 30 m, Blendung beim Abblendlicht auf Scheinwerferhöhe und dergl.) zu befinden. Normen für die Messung der Lichtstärken von Automobilscheinwerfern. Fernlicht- Auf Höhe der Scheinwerferachse ^minimale Lichtstärke auf 100 m Entfernung 1 Lux s*-4 wenigstens 6 m Breite (entsprechend 16 Lux ^m 1,5 m Breite, auf 25 m Entfernung gemessen; es ist Rücksicht zu nehmen auf den Verlauf der Lichtkegel). Abblendlicht: Ca. 20 cm über Boden minimale Lichtstärke auf 30 m Entfernung 1,2 Lux auf 6 m Breite (entsprechend 1,5 Lux auf 5 m Breite, auf 25 m Entfernung gemessen). Auf Scheinwerferhöhe darf die Lichtstärke zur Vermeidung der Blendgefahr auf 30 m 0,7 Lux nicht überschreiten (entsprechend max. 1 Lux auf 25 m). Der erfahrene Automobilist weiss, welche Bedeutung einem zweckmässigen Scheinwerfer am Motorfahrzeug zukommt. Weder den Polizeiorganen noch den Experten war es bisher möglich, der Unordnung in der Wirkung der Scheinwerfer im grossen Verkehr beizukommen; es erfordert die Kontrolle die Bereitstellung von verdunkelten Prüfständen. In Bern werden vorderhand Fahrzeuge geprüft, deren Besitzer sich freiwillig gemeldet haben; alsdann werden sukzessive alle Fahrzeuge der älteren Jahrgänge (bis 1928) zur Vorführung eingeladen. Selbstredend kann der Besitzer sich mit dem Expertenbureau über den ihm passenden Zeitpunkt verständigen. Automobile, welche in allen Teilen, insbesondere auch in bezug auf die Scheinwerfer, den Vorschriften entsprechen, erhalten eine Kontrollmarke, welche an die Windschutzscheibe geklebt werden kann; die Verkehrspolizei lässt diese Wagen auf der Strasse passieren, es sei denn, sie entdecke inzwischen eingetretene offensichtliche Mängel oder sie kontrolliere die Ausweise. W. Winterthurer-Breite Omnibusbetrieb. Nach Mitteilung des Initiativkomitees wird am 16. März die Probekonzession für den Winterthurer-Breite Omnibusbetrieb ablaufen. Während der zweieinhalb monatigen Betriebsprobe konnte die Bedürfnisfrage in durchaus positivem Sinne abgeklärt werden. Hingegen wird darauf hingewiesen, dass infolge der gelockerten Bauweise der südlichen Wohnquartiere der Stadt Winterthur auch bei günstigen Frequenzen sich der Autobusbetrieb nur durch finanzielle Zuschüsse erhalten kann. Gestützt auf die beiden abgelaufenen Monate muss mit einer Subvention von 15,000 Fr. pro Jahr gerechnet werden. Zur Realisierung des -ständigen Aütobusverkehrs wurden dem Stadtrat zwei Vorschläge unterbreitet und zwar sah die erste eine Kilometergarantie von 75 Rp. -f- 10 % der Einnahmen vor, und die andere eine jährlich neu festzusetzende Pauschalsumme von ca. 15,000 Fr. Da infolge der Neuwahlen das Subventionsgesuch in definitiver Form erst vom neuen Stadtrat behandelt werden kann, wurde dem alten Stadtrat eine Zwischenlösung vorgeschlagen, wonach die Fortdauer des Autobusbetriebes durch eine Zuschussleistung von 1250 Fr. pro Monat für die Zeit vom 17. März bis 17. Mai 1934 gewährleistet werden soll. Sollte diese Lösune nicht akzeptiert werden, so würde der Betrieb am 17. März eingestellt bis der neue Stadtrat in der Lage ist, das Subventionsgesuch zu behandeln. Autotourismus im Monat Februar. Nachdem bereits der Monat Januar gegenüber der vorjährigen Parallelperiode rund 600 Automobile mehr im Grenzverkehr gezählt hat, weist der Monat Februar eine weitere stark nach oben gerichtete Bewegung auf und zwar wurden in diesem Monat gegenüber dem Februar 1933 1788 mehr Automobile an unseren Grenzstellen gemeldet. Im Total der beiden Monate wurden 12,157 Wagen gezählt, die unsere Landesgrenzen passierten gegenüber nur 9752 in der vorjährigen Parallelperiode, was einem Plus von 2405 Automobilen entspricht. Aus dieser Angabe geht kommentarlos die steigende Be- Monat Janaar Februar März April Mai . Juni. Juli . August Sept... Oktober Nov. ... Dez Total Ti.a.EnäeFeb Tourismus 3094 451 3023 421 4577 735 9948 892 7155 1133 14341 1145 21301 1377 38749 1499 22963 1077 9623 866 6579 653 3919 452 144277 10701 6117 872 1389 1374 2155 4387 4586 7584 11740 18113 12312 5200 2062 1585 72487 2763 AUTOMOBIL-REVUE 3 Autotourismus von Jahr zu Jahr 1933 Pro». Karte I Freipas» | Triptyk Total HUB 4934 4818 7467 16227 12874 23070 34418 68361 36352 15694 8294 5956_ 227465 9752 Total auf Ende Monat Projekt eines Hochautostrassennetzes in Belgien, Der Strassenbau ist entschieden gegenwärtig in eine neue Phase getreten und steht ganz im Zeichen des Automobils, das heute die (führende Rolle unter den Verkehrsmitteln übernommen hat. Auto und Strasse sind kausal so eng miteinander verbunden, dass mit der immer grössern Vervollkommnung des Autos auch ein immer besserer Ausbau des Strassemnetzes erfolgen muss. So wurde schon vor einigen Jahren in Italien mit dem Bau von « Nur-Autostrassen » begonnen und in den Vereinigten Staaten, Deutschland und andern Ländern folgte man diesem Beispiel. Belgien geht nun noch ein Stück weiter und 'Projektiert den Bau eines geradezu phantastisch anmutenden Hochautostrassennetzes. Der Entwicklungsgang im Strassenbau ist also analog mit dem Eisenbahnbau, wo man auch als 4934 9752 17219 32446 45820 102808 161169 197621 313215 221509 227465 deutung des Automobiltourismus hervor und nicht zuletzt dürfte auch die erstmals offengehaltene Nord-Süd-Verbindung über die Alpen zu diesem Resultat beigetragen haben. Als weiterer Faktor ist im besondern auf die zunehmende Entwicklung des Automobil als Verkehrsmittel hervorzuheben, das auch in den Wintermonaten immer mehr in das Netz der internationalen Verbindung eintritt. Während im grossen und ganzen der Personenverkehr auf den Eisenbahnen eher stagniert, verzeichnet der Autotourismus eine ununterbrochene Aufwärtsentwicklung, der, wenn die Bemühungen der Schweiz zur Offenhaltung von Alpenstrassen im Winter einem breitern Publikum bekannt sind, noch eine intensivere Note erhalten wird. Pro». Kart« 3686 4560 8246 483 514 1934 Triptyk 1382 1532 ein Achtzylinder von höchster Vollendang und unübertrefflichen Leistungen Der HUDSON 1934 ist ein vornehmer Wagen mit wunderbarer, äasserst komfortabler Karosserie. Bei jedem Tempo geräuschlos und geschmeidig, auf schlechtester Strasse erschütterungsfrei. Jede Steigung ohne Anstrengung im direkten Gang, beste Strossen- und Kurvenhaltung (Schwingachse), spielend leicht zu steuern. Qualität und Fahreigenschaften werden von keinem Wagen, gleich welcher Preisklasse, übertroffen. Der verwöhnteste Fahrer ist überrascht. Total 5551 6606 997 2914 12157 G.SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILEA.G, BASEL - ZÜRICH Salon Genf, Stand 2 Frelpassl N19 Stvassen Total tut Ende Monat 5551 12157 Schlussphase zu den Hochbahnen überging. Oberst Van Deuren, Professor an der Militärakademie und geistiger Schöpfer dieses Projektes, hat die Pläne bereits bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet und in einem Vortrag den Behörden und zuständigen Kreisen vorgelegt. Es handelt sich bei diesem Projekt um ein Autostrassennetz, bei dem strahlenförmig von Brüssel aus Autostrassen nach den wichtigsten Städten und Industriegebieten des Landes gehen, die dann durch eine Kreisautostrasse miteinander verbunden werden. Die Strassenbreite beträgt 18 m, wobei für jede Fahrrichtung 9 m zur Verfügung stehen. Diese 9 m sind wiederum durch weisse Bänder in drei Fahrbahnen eingeteilt, wobei die eine dem schweren Lastwagenverkehr, die andere dem Personenverkehr, und die dritte zum Ueberholen dient. Das Neuartige an dieser Strasse ist jedoch, dass sie nicht wie jede andere Strasse auf dem Erdboden verläuft, sondern durch Betonsäulen, welche die Strassendecke tragen müssen, 5 Meter über dem umliegenden Gebiet geführt wird. Die Beleuchtung geschieht durch starke Natronlampen, die alle 35 in beidseitig installiert sind und von einer Zentralstelle aus gespiesen werden. In allen grösseren Bevölkerungszentren sind Einund Ausfahrtsstationen vorgesehen, die in ihrer Struktur ähnlich sind wie wir sie von den italienischen Autostraden kennen. Welch grosse Vorzüge solche Strassen für den Automobilisten hätten, braucht nicht noch lange hervorgehoben zu werden. Aber auch daneben würde sie noch glänzende Dienste leisten. So könnten z. B. auf der Unterseite in einem grossen Kabel Telegraphund Telephon- sowie Elektrizitäts-, Wasser-. Gas- und Heizungsleitungen angebracht werden. Ebenfalls würde dadurch ermöglicht, von Antwerpen aus das Benzin und Petrol ins Innere des Landes durch Rohrleitungen zu verteilen. Auch bedeuten diese Strassen gedeckte Hallen von ungeheurer Dimension, die sich durchs ganze Land hindurchziehen und hier kann nun die Phantasie recht eigentliche Orgien feiern. Diese Hallen könnten benützt werden für Schulen, Spitäler, Kaufläden, Garagen, ferner als Sportplätze wie Tennis oder Fussball und die wichtigste Verwendung wäre die Benützung als Arbeiterwohnungen : denn Wohnungen auf einem Boden sind praktisch und bequem und zudem könnten sie billig mit Heizung, Telephon usw. versehen werden. Die wichtigste Frage ist aber zweifellos die Finanzierung des ganzen Projektes. Die Arbeiten würden während 10 Jahren jährlich eine Summe von ca. 500 Millionen belg. Fr. verschlingen. Dabei muss aber auch in Betracht gezogen werden, dass dadurch ca. 40,000 Arbeitslosen, die bisher von den Fürsorgekassen unterhalten werden mussten, Arbeit geboten würde. Auch ist vorgesehen, eine jährliche Benützungssteuer von 100 Fr. zu erheben, da sich Ja bei der vorzüglichen Strasse die Auslagen für Reifen, Amortisation usw. bedeutend niedriger stellen. Nicht zu vergessen wäre auch der Mehrzuzug von Autotouristen, so dass bei der dichten Besiedelun-g Belgiens an einer Rentabilität nicht gezweifelt werden kann. Das Hauptmoment Ist, dass Handel und Industrie, von denen das Wohl Belgiens abhangen, einen neuen Impuls bekommen. lz- &usl«ae*«l Streikdrohungen in der amerikanischen Automobilindustrie. Der Vorsitzende der Nira, General Johnson, hat im Hinblick auf die in der amerikanischen Automobilindustrie drohenden Streiks Besprechungen mit Vertretern der Automobilind'ustriellen und Vertretern der Arbeiterschaft gepflogen, um nach Möglichkeit eine Arbeitsniederlegung zu verhindern. Welche Bedeutung der Automobilindustrie in Amerika im industriellen Aufbau des Landes zukommt, geht deutlich aus d'er Ansprache von General Johnson hervor, wonach der Ausbruch eines Streikes im gegenwärtigen Moment den Erfolg des gesamten Niraprogrammes in Frage stellen könnte. Nach Aussage des Vorsitzenden des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, wie er vor dem Senatsausschuss für Arbeitsfragen ausführte, ist Tatsache, dass verschiedene Betriebe ihre Arbeiter und Angestellten zum Eintritt in die von diesen Unternehmungen geschaffenen Gewerkschaften veranlassen wollen, während auf der andern Seite die Arbeiter sich auf die ihnen durch das Nira-Gesetz gewährten Koalitionsrechte berufen. Während der zweiten Salonwoche vertäut sich unsere Berichterstattung noch auf folgende Nummern : Salon-Nummer : Dienstag den 20. März. 6. Salon-Nummer: Donnerstag den 22. Mäfz. 7. Salon-Nummer : Freitag den 23. März.