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E_1934_Zeitung_Nr.024

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2 AUTOMOBIL-REVUE Die

2 AUTOMOBIL-REVUE Die Exporte während des Monats Februar 1934 stellen sich auf 611 (899) Einheiten, die zusammen mit den Zubehörteilen ein Gewicht von 0,70 Mill. kg (l,09) und einen Wert von 2,14 Mill. Fr. (4,18) repräsentieren. Gegenüber der vorjährigen Vergleichsperiode ergibt sich somit ein Importrückschlag von 288 Wagen, eine Gewichtsverminderung um 0,38 Mill. Kilo und ein Wertrückschlag um 2,04 Mill. Fr. Die Zahl der importierten Motorfahrzeuge setzt sich zusammen aus 36 (38) Motorrädern, 574 (847) Automobilen und Chassis, 1 (12) Automobilkarosserien aller Art und 0 (2) karossierten Traktoren. In der ersten Position gab es sozusagen keine Differenzen in den vergleichenden Importzahlen, da die Gruppe der Motorräder bereits im Februar des Jahres 1932 in die Restriktionsbestimmungen mit einbezogen wurde. Der Minderwert fällt hauptsächlich zu Lasten der Automobile und Chassis, da alle Kategorien, mit Ausnahme der Elektrokarren und der Geschwindigkeitsmesser, gegenüber dem Februar 1933 kleinere Beträge aufweisen. Förderung und Organisation der Verkehrserziehung? In jüngster Zeit sind neue Bestrebungen im Gange, die für den Aufbau des Erziehungswerkes von ausschlaggebender Bedeutung sein können. Die Schweizerische Strassenverkehrsliga, unter Führung von Herrn Nationalrat Dr. Stadler, hat sich der Sache angenommen und will im Sommer mit einer Strassenverkehrswoche in die Oeffentlichkeit treten. Es wäre ein ausserordentliches Werk, wenn es durch diese Initiative gelänge, alle Kräfte zusammenzufassen und eine bleibende Organisation zu schaffen, welche die Verkehrserziehung, gestützt auf die Zusammenarbeit von Bund, Kanton und Verbänden, sich zu eigen macht im Monat Februar Rückgängige Import- und Exportziffern. Febr. 1934 Febr. 1933 2.68% 3.44% 0.40% 0.02% Dr. W. Mühlemann, Chef des kant. Strassenverkehrsamtes Bern. i — — k 4ö.66% 43.26% 1 0.89% 0.18% Verteilt auf die 15 Lieferstaaten, ergibt sich nach einzelnen Kategorien folgendes Einfuhrergebnis im Monat Februar: stock 14 53 34 1281 28.39 99 375.78 353.28 172.15 247.39 24.10 22 79.41 10.70 11 30.84 2.74 29 83 7.69 752.86 333.69 188.64 2.29 62 6.85 91 1.31 267.91 384.59 130.32 69.79 23 3.24 6 Selbstverständlich beherbergt der Salon nicht nur die Automobile, sondern auch die Vertretungen jener Unternehmungen und Gemeinschaften, die erst durch seine Erfin- a bodef k 1 629.369 Oesterreich a dfkaodef Gewicht in kg Wert in Fr. Gewicht in kg Wert in Fr. a 9 85 608 4.680 16.536 c 6.602 18.760 49.6S8 156.393 d 140.822 212.533 Frankreich 75.765 757.359 1 e 117.352 286.756 286.996 941.884 74 fgik1 53.280 183.269 113.237 553.861 25 1.289 5.469 674 3.032 Von den 574 importierten Automobilen und 7 83 330 2.332 9.421 g 631 6.577 609 5.447 Chassis (874) stammen 176 (500) aus den Vereinigten Staaten von Amerika 112 (96) aus k An zweiter Stelle folgt Deutschland mit ei- 20 2 61 i Deutschland, 107 (147) sind französischen Ursprunges, 94 (38) wurden aus Grossbritannien Italien aodef 1 247.708 nem Anteil von 24,65 (16,60) Prozent, gefolgt importiert, 80 (63) aus Italien, 3 (1) aus 37 von Italien mit 18,05 (7,13) Prozent, Grossbritannien mit 13,86 (5,71) Prozent und Frank- 33 Oesterreich und 2 (1) aus Belgien. 91 reich mit 11,53 (11,87) Prozent. Unsere Exporte beziffern sich auf 5 (20) An unseren Exporten waren 39 verschiedene Länder interessiert, die kategorienweise Einheiten, die zusammen mit den Zubehörteilen ein Gewicht von 200,275 (174,002) kg so- k1 g 195 387.786 sich folgendermassen an unserem Ausfuhrgeschäft beteiligten: wie einen Wert von 891,241 (1,017,966) Fr. Belgien a 3 3.92 2.708 ausmachen. Es ergibt sich somit eine Differenz von 15 Einheiten und eine wertmässige 36 125 Stück • kc Wert In Fr. Totti f 3 47.83 18.473 Deutiohl»nd 6.33 7.758 von 126,725 Fr. Nachstehende Zusammenstellung gibt Auskunft über die quotenmässige 22.251 df 1 20 39 627 b 3.45 3.030 47 420 Niederlande Beteiligung jeder Kategorie*) an unserer Einfuhr, .wobei man feststellen kann, dass die f 6 36 7.81 6.313 a 11 132 1275.22 302.623 85 42S 37 170 prozentualen Anteile stark.von einander abr 20 80 676 1 28 1.730 321.644 38.12 27.015 weichen. Großbritannien a 20 odefg 24 170.58 51.640 *) Liste der Zollkategorien: Importe Febr. 1934 Febr. 1933 61 623.77 169.435 8 117.97 35.000 a 2.54% 1.42% 0.04% 1 25.81 10.564 b 0.04% c 8.50% 12.54% k def 33.78% 31.37% 1 297.814 24.18% 32.28% 20.89% 22.44% Irischer Freistaat i 1.194 0.78% 0.53% Spanien k 1.050 K 0.007% Dänemark 11kfkaodef 50 hik 0.10% 0.34% Schweden 120 4.65% 3.02% Tscheohoslow. 642 0.53% 0.06% Ungarn 27 1 Philippinen 50 Eine weitere Zusammenstellung orientiert Ver. Staaten über die prozentmässige Beteiligung der einzelnen Zollkategorien am Export-Geschäft. 69 8 82 g ik1 Exporte a b c Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel 0.10% 0.68% da darf man schon sagen, dass das biedere Schweizer Herz in der Brust alles Recht dazu hat, lebhafter zu klopfen. Denn was unser Land hier zeigt, zeugt für eine Sorgfältigkeit und Geschicklichkeit, die einfach verblüffend ist. Ueberhaupt: es ist frappant, welcher Sympathien sich diese Stände erfreuen, da Industrie und Handel sprechen. Und die Frauen sind nicht einmal in der Minderzahl, die hier sich gerne die Maschinen erklären lassen, die bei aller Schwere doch ganz, wunderbar durchgebildet sind. Man bezeichnet den Salon 1934 gerne als den Salon des «neuen Weges». Es könnte einem wohl bedünken,, als würden hier die ersten Produkte gezeigt, auf denen man eine Zukunft aufbauen wird. Geradezu revolutionäre Schöpfungen bekommt man zu sehen, und es gibt Automobile, die fast nichts mehr als den Namen mit den früheren Erzeugnissen gemeinsam haben. Und das soll schön sein? — hörte man oft sagen. Man vergisst aber, dass sich der Geschmack zu wandeln versteht, und dass wir heute in den gleichen technischen Produkten eine neue Aesthetik erblicken, die eine frühere Zeit noch aufs tiefste verabscheute. Und ob in diesen Linien, die Tseine Kante mehr dulden, und sich der anstürmenden Luft sozusagen in die Arme schmiegen, Reine Reize sind, muss doch ernstlich bezweifelt werden. Wie viele Jahre lang bezeichnete man die gewöhnlichen Kastenwagen, sofern sie irgendwie anständig aussahen, als schön! Wie aber, wenn wir Deutschland f 60.25% 5226% g 0.02% 0.16% 29 2.61 2 3.27 87 3 1 94 4 5 9 66.02 757.65 1173.52 532.80 12.89 83 6.31 2 17 o tat Wert In Fr. 23.160 809 103.740 112.552 64.390 130.586 10.360 156 73.896 9.721 147 13.545 2.490 353 817 1.900 119.125 57.572 67.626 456 770 8.554 888 606 93.180 169.950 74.350 45.206 109 4.190 131 3.969 60 1.194 1.050 60 120 642 27 50 85 18.760 140.822 286.756 183.269 5.469 330 6.677 20 Februar 1934 a 36 72.88 64.668 Total 642.088 umgekehrt an die neuartigen Wagen längst gewöhnt wären und nun diese heute langsam zur Liquidation kommenden Typen als Neuheit angepriesen erhielten? Man stelle sich das Nasenrümpfen vor! Nichts ist relativer als der Geschmack, und gar in unseren Tagen, da der Mensch als besondere Fähigkeit die Kunst der raschen Umstellung besitzen muss. Die Zeiten ändern sich und das Auto mit ihnen. Dass man neue Wege geht, zeigt der Grossteil der Maschinen. Einige Konstrukteure haben den Mut zum Neuen in erstaunlichem Masse besessen, andere gehen vorsichtigere Bahnen und akzeptieren zuerst einmal einige Details, um diese der Kritik des Publikums auszusetzen. Uebertreibungen werden im allgemeinen vermieden, denn blosse Extravaganzen schätzt unsere Zeit immer weniger. Der Zug zur einfachen Vornehmheit wird auch in der Wahl der Wagenfarben offenbar. Es gibt nicht eine Karosserie, deren Ton einem irgendwie kultivierteren Geschmack wehe t&te. Die diskreten Farben dominieren, und das ist auch recht so. Auch das ist ein neuer Beweis dafür, dass das Auto seine Kinderjahre längst überschritten hat und nicht mehr- Freude an billigen Experimenten zeigt. Seriöser, einfach-vornehmer Aufbau und ruhige Farben dominieren. Man ist gesetzt geworden. Februar 1933 Stück a ke Wert In Fr. Total b 99 809 o 128 887.98 269.220 d 274 2902.99 725.429 ef 136 1927.65 518.068 36 1115.90 448.669 g 1 40.22 16.636 hik 22 166 4.62 2.294 101.16 99.787 12.22 11.474 2.147.260 611 38 154 341 292 60 12 2 7066.83 78.43 59.413 2.24 1.448 1054.80 356.018 3719.52 1.313.962 4142.47 1.351.936 1722.83 939.632 48.50 22.277 31.80 120.10 1.54 89910922.23 Abnahme der Einfuhr 14.127 126.664 2.674 4.188.151 S.040.S91 Die Lieferungen der Vereinigten Staaten als hauptsächlichster Lieferant, haben einen bedeutenden Rückgang zu verzeichnen. Im Verhältnis zu den Gesamtimporten sind die amerikanischen Marken nur noch mit 29,9 Prozent beteiligt, gegenüber 58,31 Prozent in der vorjährigen Parallelperiode. Es erscheint uns nicht uninteressant, hinsichtlich dieser Entwicklung, nachstehend die einzelnen Verschiebungen der amerikanischen Einfuhren im Vergleich der beiden Monate miteinander zu veröffentlichen. Februar 1934 Februar 1933 a) Motor-Zwei- und Dreiräder, ohne Lederüberzug (Position 913 a); b) Motor-Zwei- und Dreiräder, mit Lederuberzu (Pos. 913 b); 0) Automobile und Chassis im Stückjewicht un ter 800 kg (Pos. 914 a); d) Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg (Pos. 914 b); e) Automobile und Chassis im Stückgewicht zw| sehen 1200 und 1600 kg (Pos. 914 c); f) Automobile und Chassis im Stückgewicht übei 1600 kg (Pos. 914 d); g) Karosserien aller Art für Automobile (Position 914 e); h) Elektrokarren (Pos. 914 f); 1) Traktoren ohne Karosserie (Pos. 914 g); k) Elektrische Apparate zum Anlassen, zur Zün düng, rar Beleuchtung und Fahrsicherung fü Motorfahrzeuge und Fahrräder; Scheibenwischer und andere Apparate, sowie Teile von solchen* (Pos. 924 c); 1) Kilometerzähler für Motorfahrzeuge (Position 924 d). düng möglich waren. Alles, was sich um den Begriff des Autos dreht, ist hier zu sehen. Auf einem Rundgang durch die Stände der Galerien wird man in dieser Hinsicht interessante Dinge finden; doch auch im Parterre sind es gerade der A. C« S. und der T. C. S., die ungemein geschickt zwei Ecken auszuschmücken verstanden. Und dass es ein Genuss ist, mit dem Auto durch die Heimat zu fahren, dafür bringt die Schweiz. Verkehrszentrale mit herrlichen, grossen Photographien den augenscheinlichen Beweis! Rund um die Wagen. Eine Schau von Automobilen muss naturgemäss die verschiedensten Menschen anziehen. Was den ganzen Tag lang an den Ständen vorbeiflutet, ist beinahe so interessant wie die ausgestellten Autos selbst. König in seinem Reiche ist hier der Fachmann, der alles findet, wonach sein Herz begehrt. Ihm erschliessen sich mit einem Blick unter die Motorhaube alle Geheimnisse, er ist der Cicerone für die Unwissenden und er erteilt mit souveräner Geste Kritik und Lob. (Im übrigen: Wieviel mehr Lob und Beifall hört man in Genf als Kritik. Schlechte Wagen zu produzieren ist längst zu unrentabel.) Die von den Verkäufern am meisten geschätzten Besucher sind natürlich jene, deren Visite den realen Zweck verfolgt, einen der Wagen auch zu kaufen. Ihnen wird jedenfalls auch die Wahl zur Qual, denn nichts ist schwieriger, als von hundert schönen und begehrenswerten Autos das begehrenswerteste auszulesen. Ein 1934 - N°2A Stück a ke Wert In Fr. Total Oesterreioh a 1 11 f 4.70 6.962 k 2.45 3.231 10.204 Frankreich a 6.31 4.272 d 1 8.00 840 f 20.05 10.981 g 70 10 k 39.06 43.487 1 1 20 59.610 Italien a 28 18S b 22 600 f 80.31 39.391 k 46.97 32.184 1 65 1.710 73.OT0 Belgien f 4.94 6.106 k 82.13 74.364 1 2 34S 80.805 Niederlande a 12 177 f 96.60 7.422 k 33.85 39.641 47.240 Grossbritannien a 1 90 f 13.26 9.390 k 36.61 51.695 1 7 2.248 63.423 Spanien a 1 12 f 25.57 20.557 k 8.44 10.136 30.704 Portegal f 1 27 k 68 1.512 1.539 Dänemark f 3.00 2.913 k 30 389 1 1 82 3.384 Norwegen f 1.74 2.248 k 16 342 2.590 Schweden f 11.81 11.056 k 23.24 15.494 1 3 412 26.962 Finnland f 2.37 2.510 k 35 648 3.158 Lettland k 2 55 66 Litauen f 6 126 126 Polen a 61 823 f 3.84 4.275 k 9.32 33.573 1 3 340 39.011 Tschechoslowakei f 8.06 12.954 k 77.72 74.442 87.396 Ungarn f 11.49 2.319 k 23 356 2.676 Jugoslawien a 1 10 f 16 193 203 Rumänien f 56 300 300 Türkei k 1.51 2.640 2.640 Aegypten f 17 90 k 3.14 2.422 2.612 Algerien, Tunis, Libyen a 10 64 « f '58 368 k 38 647 1,079 Marokko a 1 25 f 27 397 k 13 305 727 Südafrika k 1 41 41 Westafrika k 1 17 17 Syrien f 4 226 826 Palestin» f 6.91 2.656 2.556 Britisoh Indien k 13 284 284 Franz. Indochina k 2 31 31 Niederl. Indien k 4.48 3.891 3.891 Philippinen k 32 421 421 Japan a 16.94 10.500 k 43 265 10.765 Kanada k 76 1.314 1.314 Ver. Staaten k 61 963 953 Jamaica k 13 152 162 Kolumbien f 1.91 1.885 1 6 1.051 2.936 Guyana k 3 28 28 Austr. Bund k 3.06 5.669 6.669 Februar 1934 a 30.74 23.927 b 3.67 3.530 d 1 8.01 860 f 4 1573.61 447.875 g 1.07 180 k 384.49 406.931 J 1.16 7.938 891.241 6 2002.75 Februar 1933 a 9 46.16 35.041 b 12 135 e 1 16.28 6.895 f 10 1239.54 631.970 g 1.80 1.640 k 436.35 440.415 J 77 1.861 1.017.966 20 1740.02 Abnahme der Ausfuhr 128.78. Glück, dass rein materielle Gründe, oder dann auch mehr oder weniger gefühlsmässige Hintergründe eine Wahl beschleunigen können. Sonst aber könnte es einem wahrhaft ergehen, wie — um ein respektloses Beispiel zu gebrauchen — jenem Esel mit den zwei Heubündeln. Die Hauptzahl der Besucher rekrutiert sich jedoch aus den mehr oder weniger Kundigen, die entweder ein Auto besitzen, oder sich zum mindesten stark dafür interessieren. Sie sind auch die Quelle der originellsten' Bemerkungen über die neuen Wagen, so wie jener biedere Ostschweizer, der — als zwei Damen neben ihm die neuen Stromlinienwagen kritisch betrachteten — den Vergleich zog, sie würden die Hutmode auch immer aufs Neue wechseln, und was gestern bei den Frauen noch als geschmacklos gegolten habe, sei morgen schon modern. Einzelne haben es in beängstigenden Ausmassen auf die Prospekte abgesehen und marschieren schliesslich mit einem dicken Bünde] dieser Zettel durch die Schau. Dje meisten Verkäufer wollen auch rein äusserlich den günstigsten Eindruck erwecken, so dass man am Salon nicht nur die schönsten Wagen, sondern auch die — schönsten Anzüge entdeckt. Die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit der Herren ist ganz beispiellos, und man sieht es ihnen jedenfalls an, dass sie gut Bescheid über die Objekte wissen, die sie zu verkaufen haben. Und heute Autos anzupreisen ist ja auch keine Kunst, denn man braucht nicht zu lügen: jedes Lob ist auch berechtigt! ho.

N» 24 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Nochmals der schweizerische Weltrekord aus dem Jahre 1905 Um die Weltrekordfahrt des Genfers Dufaux Wir haben im letzten Jahr in einem län geren Artikel ein Stück Autosportgeschichte der Schweiz entrollt und unsern Lesern dabe die erstaunliche Tatsache mitteilen können dass der Genfer Dufaux mit seinem selbstkonstruierten Wagen im Jahre 1905 den Weltrekord von 156,5 km/St, aufstellte. Diese Bestzeit wurde unter offizieller Kontrolle am 13. November auf der in der französischen Provence gelegenen Strasse von Arles nach Salon erzielt. Der schweizerische Weltrekord hatte in der Folge eine sehr merkwürdige Geschichte Wer sich heute die Mühe nimmt, in den Rekordlisten nachzublättern, wird vergeblich nach dem Namen Dufaux suchen. Die Welt bestzeit des Schweizerfahrers existiert näm lieh schon seit langem in keiner dieser Listen mehr. Dieser Mangel war auch der Grund weshalb wir im letzten Jahre die alte Geschichte ausgegraben hatten. Trotzdem mehr als genug Beweise dafür vorhanden sind, dass der Rekord damals unter richtigen Voraussetzungen aufgestellt wurde, ist ihm auch in der Zwischenzeit nicht die späte Rechtfertigung der Anerkennung zuteil geworden. Wir haben unterdessen die Sache weiter verfolgt und besitzen heute alle wichtigen Dokumente, die für die Gültigkeit des Rekordes sprechen. Man mag es vielleicht überflüssig finden, in unserer Zeit, die sich mit so viel wichtigeren Dingen zu beschäftigen hat, solchen Fragen nachzugehen. Da die Weltrekorde für die Geschichte des Automobilismus aber von ausschlaggebender Bedeutung sind und eigentliche Meilensteine auf dem Entwicklungswege darstellen, lässt sich unser Bemühen dennoch rechtfertigen. Die Tatsache, dass auch ein Schweizer zu den grossen und bei jeder Gelegenheit zitierten Pionieren gehört, darf nicht länger aus Gründen eines engstirnigen Bureaukratismus oder grober Nachlässigkeit unterschlagen werden. Die nationale Sportkommission des A. C. S. hat sich bereits mit der Angelegenheit beschäftigt und ist sowohl an die A. I. A. C. R. wie auch an den A. C. F. (Automobil-Club von Frankreich) gelangt. Bei dieser Gelegenheit sei noch auf eine wichtige Tatsache hingewiesen. Die A. I. A. C. R., die bereits seit dem Jahre 1905 existiert, besitzt erst seit 1922 das ausschliessliche Recht zur endgültigen Homologation aller Weltrekorde. Vor diesem Zeitpunkt bestand also keine letzte Instanz, die die Bestzeiten auf internationaler Basis kontrollierte. Der Begriff «Welt»- Rekord wurde erst in einem Augenblick aktuell, da die modernen Errungenschaften der Technik die Länder und Erdteile näher zusammenrückte. Vorher besass Frankreich ^ine Art ungeschriebenen Vorrechtes auf diesem Gebiet. Jedenfalls verfügte der Automobil-Club dieses Landes über die weitgehendsten Funktionen. Alle Bestzeiten, die vor dem Jahre 1922 etabliert wurden, entziehen sich einer offiziellen Kontrolle durch die A.l. A. C. R. Dies ist auch der Grund, weshalb sich immer wieder Unstimmigkeiten in den einzelnen Rekordtabellen über die ersten aufgestellten Bestzeiten konstatieren lassen. Die A. I. A. C. R. hat von vornherein mit der Fahrt von Dufaux nichts zu schaffen; diese betrifft ausschliesslich den A.C.F., da der Versuch auch auf französischem Boden vor sich ging. Das Merkwürdige an der ganzen Angelegenheit besteht nun darin, dass sich in den Archiven des A.C.F. nichts mehr über den Rekord von Dufaux auffinden lässt. Deshalb war es bis jetzt auch unmöglich, den ins Vergessen geratenen schweizerischen Weltrekord wieder in die offiziöse Liste der Weltbestzeiten bis 1922 einzureihen. Während, wie gesagt, die Sportkommission des A. C. F. keine Dokumente mehr besitzen will, verfügen wir auf der anderen Seite über eine ganze Anzahl von Unterlagen, die mit aller Deutlichkeit für Dufaux sprechen. Die Presse veröffentlichte nämlich Ende des Jahres 1905 das Protokoll über die Sitzung der Sportkommission des A.C.F. vom 20. Dezember 1905 und schrieb darin u. a. auch, der Rekord des Kilometer lances von Dufaux (23 Sekunden, demnach 156,5 km/St.) sei homologiert worden. (Eine ganze Reihe von Blättern hatte übrigens auch ausführliche Schilderungen über den Verlauf des gelungenen Rekordversuches gebracht. Wir übersetzten daraus im letzten Jahre einzelne Partien.) Das sprechendste Beweisstück ist das uns aus dem Besitz von Herrn Dufaux persönlich vorgewiesene Schreiben des A. C. F., in dem dieser dem Schweizer folgendes mitteilt (wir bringen hier die wörtliche Uebersetzung): Automobile Club de France. 20. Dezember 1905. Sehr geehrte Herren. In Beantwortung Ihres Briefes vom 15. dies teile ich Ihnen gerne mit. dass die Sportkommission in ihrer heutigen Sitzung den Rekord des Kilometer lances von 23 Sek., aufgestellt am 13. November 1905 von Herrn F. Dufaux in Salon, homologiert hat. Genehmigen Sie, sehr geehrte Herren, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung: Der Sekretär der Sportkommission: H. Hocmelle. Dem uns vorgewiesenen, unter Glas und Rahmen gehaltenen echten Brief ist ferner der Gewichtsausweis der öffentlichen Waage von Salon beigefügt, der ein Totalgewicht des Wagens von 1005 kg verzeichnet, während die Maximalgewichtsgrenze für damalige Rekordfahrten auf 1007 kg festgesetzt war. Es muss jedenfalls recht eigenartig berühren, dass sich in den Archiven des Automobil-Clubs von Frankreich keine Kopie dieses Briefes und kein Protokoll von der Sitzung vom 20. Dezember 1905 mehr auffinden lassen. Die ganze damalige Presse hat den Rekord von Dufaux immer wieder erwähnt, so auch die im Jahre 1906 entstandene « Automobil-Revue ». Der Schweizer Fahrer besitzt, wie aus diesen Ausführungen hervorgeht, alle notwendigen Dokumente, um auf seine Rechte pochen zu können. Die Tatsache, dass der Automobil- Club von Frankreich keine eigenen Unterlagen über die Fahrt mehr besitzt, enthebt ihn nicht der Verpflichtung, alles zu tun, um den Fall genau zu untersuchen. Der Schweizer Dufaux hat unbedingt das Recht, als Weltrekordträger des Jahres 1905 bezeichnet zu werden und sollte deshalb umgehend auch in die offiziöse Liste aufgenommen werden. Eine solche Liste hat überhaupt nur Wert, wenn sie auf Vollständigkeit Anspruch erheben kann. Unser Land hat alles Interesse daran, auch einen schweizerischen Vertreter unter den grossen Weltrekordfahrern des beginnenden 20. Jahrhunderts zu sehen, bo. ALT* ^ f ^HL • • 3b£»«»••!: mrnn Ausland Projekt eines Vertrages zwischen Rennfahrer und Organisatoren. Wie erinnerlich, haben sich vergangenes Jahr unliebsame Differenzen zwischen Rennfahrern und Organisatoren ergeben, da mehr als einmal bereits eingeschriebene Konkurrenten im letzten Augenblicke ihre Teilnahme am Rennen 6. 5. 17. 17. 5. 26. 31. 31. 31. 31. 21. Vorbehalt etwelcher Unrichtigkeiten. OFFIZIELL 1922—1934. Fliegender Kilometer Datum 17. 5. 1922 6. 7. 1924 12. 7. 1924 25. 9. 1924 21. 16. 27. 28. 4. 29. ll. 5. 2*. 22. 26. 6. 12. 21. 27. 28. 21. 29. 19. 22. 11. 5. 24. 22. Datum 12. 1898 1. 1899 1. 1899 1. 1899 3. 1899 4. 1899 4. 1902 8. 1902 11. 11. 7. 11. 1. 3. 3. 3. 5. 7. 1902 1902 1903 1903 1904 1904 1904 1904 1904 1904 13. 11. 1904 20. 1. 1905 13. 11. 1905 30. 12. 1905 26. 1. 1906 8. 11. 1909 23. 3. 1910 7. 1925 3. 1926 4. 1926 4. 1926 2. 1927 3. 1927 3. 1929 2. 1931 2. 1932 2. 1933 Datum 6. 1924 7. 1924 7. 1924 7. 1925 4. 1916 4. 1926 7. 1925 3. 1927 2. 1928 4. 1928 3. 1929 2. 1931 2. 1932 2. 1933 Ort Aeheres Acheres Acheres Acheres Acheres Acheres Nizza Ablis-St. Arnoult Dourdan Dourdan Ostende Dourdan Florida Nizza Nizza Ostende Nieuport-Ostende Ostende Ostende Florida Salon Arles-Salon Ormonde, Florida Brooklands Daytona Ort Brooklands Arpajon Arpajon Pendine Sands (Pays de Galles) Pendine Sanda Southport Pendine Sands Pendine Sanda Pendine Sands Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Ort Brooklands Arpajon Arpajon Pendine Sands Pendine Sands Pendine Sanda Pendine Sands Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach Daytona Beach ist, wie die früheren ebenfalls in Genf ausgestellten 6- und 8-Zylinder-Modelle, mit den besten Zubehören, insbesondere mit elektrischer Scintilla-Anlage, ausgerüstet. Seit 1921 hat Minerva in alle ihre Wagen ausschliesslich Scintilla-Apparate eingebaut; zudem verwendet sie Nova-Kolben und -Ringe, sowie Kontroll-Apparate schweizerischer Fabrikation. Minerva hat infolgedessen von 1921 bis 1933 für über 10V a Millionen Schweizerfranken in der Schweiz gekauft. 5plät7ige Limousine - 6 Zyl. 15 PS - 12900.- 7piäizige Limousine - 8 Zyi. 20 PS - 15900.- Andere Modelle zu sehr interessanten Preisen Bureau und Ausstellung — Utoquai 29 — Telephon 27.083 Service und Ersatzteile: Badenerstr.330 — Telephon 59.372 ÜBER 20 MINERVA-VERTRETER IN DER SCHWEIZ 18. 17. 17. 27. 4. 29. 13. Der neue 2 Liter . ventillos - 10 Steuer-PS am Genfer Salon ausgestellt Preis der Splätzigen u.4türigen Limousine 795O. Die Entwicklung der Weltrekorde. ICHT-OFFIZ ELL1898-1922. Fliegender Kilometer Fahrer de Chasseloup-Laubat Jenatzy de Chasseloup-Laubat Jenatzy de Chasseloup-Laubat Jenatzy Serpollet Vanderbilt Fournier Augieres Duray Duray Vanderbilt Rigolly Rigolly Baron de Caters Baron de Caters Rigolly Barras Macdonald Dufaux F. Hemery Marriott Hemery Barney-Olfieds Benz 17,0" 211.264 Sämtliche Rekorde wurden von der A. I. A. C. R. erst vom 17. Mai 1922 an homologiert. Die früheren Bestzeiten haben blosse offiziöse Gültigkeit. Wir veröffentlichen diese Liste aus diesem Grunde unter dem * Vom A. C. F. nicht anerkannt. FABRIK-NIEDERLAGE ZUR CH mi ii ©rvo