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E_1934_Zeitung_Nr.027

E_1934_Zeitung_Nr.027

BERN, Mittwoch, 28. März 1934 Mit Oster-Äutler Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang — N° 27 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: HaffiJährHcb Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoznschtac, Mfern nicht poatamtlicb bestellt. Zuschlag für postamtliebe Bestellung 30 Rappen. Postcheck-Recnnung 111/414. Erscheint Jeden Dienstag und Frelta« Monatlieh „Gelbe Ltote" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 21.2X2 Telegramm-Adresse: Antorevue, Ben INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder denn Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Greisere Inserate nach Seitentarll. iBseratensehlusB 4 Tone vor Erseheinen der Nummern Die Hauptstrassen mit Vortrittsrecht. In seiner ersten dieswöchentlichen Sitzung hat der Bundesrat den vorliegenden Beschlussesentwurf über die Hauptstrassen mit Vortrittsrecht endgültig genehmigt. Damit hat er von dem ihm in Art. 27, AI. 2, des Motorfahrzeuggesetzes zustehenden Rechte Gebrauch gemacht, wonach bestimmte Strassen als Hauptstrassen gekennzeichnet werden können, wobei das auf diesen Strassen verkehrende Motorfahrzeug den Vortritt hat, während anderseits das aus der Nebenstrasse kommende Motorfahrzeug die Geschwindigkeit massigen muss. Ein Vergleich mit dem in Nr. 10 der «Automobil-Revue» (6. Februar 1934) veröffentlichten Entwurf ergibt, dass die endgültige Fassung des Bundesratsbeschlusses nur zwei materielle Aenderungen aufzuweisen hat, »während sich die übrigen Abweichungen vom Entwurf nur auf die redaktionelle Bereinigung des Textes beziehen. Neu in der endgültigen Fassung ist Art. 3, wonach die Strassenbahn auf allen Strassen das Vortrittsrecht hat. Dieses Prinzip ist übrigens bereits in Art. 61 der Vollziehungsverordnung verankert, welcher in seinem ersten Absatz bestimmt, dass beim Herannahen einer Strassenbahn die Motorfahrzeuge das Geleise frei zu geben haben. Diese Bestimmung hat zwar den Vorteil der Einfachheit und Klarheit für sich, entspricht aber gewiss nicht der gegenwärtigen Entwicklung im Strassenverkehr, bei welcher die Strassenbahn immer mehr von ihrer früheren Bedeutung verliert. Im weiteren sind die im Entwurf festgesetzten Fristen in bezug auf Inkrafttreten des Beschlusses und die Aufstellung der notwendigen Signale erstreckt worden. Im Entwurf war hiefür der 1. Mai vorgesehen. Da >aber die Vernehmlassungen der Kantone zum Beschluss selbst und der beigefügten Karte der Hauptstrassen zum Teil mit erheblicher Verspätung beim ei dg. Departement eingingen, könnte der Bundesrat nicht so rechtzeitig das Geschäft behandeln, um die Bestimmungen bereits auf 1. Mai in Anwendung bringen zu können. Es wäre das um so zweckmässiger gewesen, als dieses Datum viel eher mit dem Beginn der Reisesaison übereinstimmt. Wenn das frühzeitige Inkrafttreten nun auch nicht möglich war, so werden doch alle Motorfahrzeugführer die diesjährige Einführung der Bestimmungen in bezug auf das Vortrittsrecht begrüssen, indem der jetzige Zustand eine Rechts- und Verkehrsunsicherheit darstellte, die schon seit einiger Zeit dringend einer endgültigen Abklärung rief. Wie aus dem nachfolgenden Text des Bundesratsbeschlusses zu entnehmen ist, wird künftig innerorts das ausnahmslose Vortrittsrecht von rechts gelten. Diese konsequent angewandte Regel wird bei vielen Fahrern eine Umstellung notwendig machen, indem die älteren unter ihnen an die frühere Regelung gewöhnt s'ind, laut welcher in den meisten Städten die Tramstrassen als Hauptstrasse mit Vortrittsrecht galten. Das reine Rechtsprinzip, wie es der neue Beschluss mit sich bringt, wird bekanntlich in Frankreich angewandt, das mit diesem System, nach Ansicht der dortigen Verkehrsfachleute, nur gute Erfahrungen gemacht hat. Es zwingt auf alle Fälle zur vermehrten gegenseitigen Rücksichtnahme und gibt nicht dem sich auf einer Hauptstrasse befindlichen Fahrzeugführer das dauernde Recht der Priorität und damit einen missverstandenen Freibrief auf allzu rasches und rücksichtsloses Fahren. Der Umstand, dass Fahrzeuge, welche aus irgendeinem kleinen Gässchen, das in eine Hauptverkehrsader einmündet, doch das Vortrittsrecht für sich beanspruchen können, sofern sie von rechts kommen, unterbindet allerdings teilweise die in den Städten angestrebte Flüssigkeit des Verkehrs. Schlussendlich wird man sich aber der im bundesrätlichen Kommentar zum Entwurf vertretenen Meinung anschliessen können, wonach der Grundsatz, dass innerorts ganz allgemein das Vortrittsrecht von rechts gilt, den Vorteil der Einfachheit für sich habe. Dieses Prinzip wird übrigens auch den auswärtigen und ausländischen Fahrern in jeder Stadt die Führung ihres Automobils wesentlich erleichtern, während man heute jeweilen nur mit einem gewissen Unbehagen in eine Stadt einfährt, da sich jede grössere Ortschaft möglichst viel darauf zugute tat, entsprechend ihren lokalen Verhältnissen den Verkehr besonders zu regeln und zu reglementieren. Die Liste der Hauptstrassen mit Vortrittsrecht, welche nachstehend folgt und gleichzeitig kartographisch in der Beilage zur Darstellung gelangt, umfasst nicht weniger als 195 Teilstrecken. Ihr zugrunde lag die von der Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner herausgegebene und von der Konferenz der Baudirektoren genehmigte Karte der Hauptstrassen der Schweiz. Bundesratsbeschluss über die Hauptstrassen mit Vortrittsrecht. Der schweizerische Bundesrat, gestützt auf Art. 27, Abs. 2, des Bundesgesetzes vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr, beschliesst: Art. 1. Als Hauptstrassen mit Vortrittsrecht im Sinne von Art. 27, Abs. 2, des Bundesgesetzes vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr gelten die in der beiliegenden Liste aufgeführten Strassen. Art 2. Innerorts gilt bei allen Strassenkreuzungen, -einmündungen und -gabelungen das Vortrittsrecht von rechts. Art.. 3. Die Strassenbahn hat auf allen Strassen, innerund ausserorts, das Vortrittsrecht. Art. 4. 1 Die Hauptstrasse mit Vortrittsrecht wird auf dieser selbst durch den blauen Wegweiser gekennzeichnet (Signal Nr. 24a der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation). Ausserorts darf dieser Wegweiser nur an Hauptstrassen zur Bezeichnung der Richtung dieser Strassen verwendet werden; innerorts nur dann, wenn er auf eine Ottschaft hinweist, zu der auf der Ueberlandstrecke eine Hauptstrasse' führt. 2 Für die Richtungsbezeichnung nach und auf Nebenstrassen darf "nur der weisse Wegweiser verwendet werden (Signal Nr. 24b der Verordnung vom 17. OktobeT 1932 über die Strassensignalisation). Art. 5. 1 Auf der Nebenstrasse wird die Hauptstrasse durch das Vortrittsignal gekennzeichnet (Signal Nr. 7 der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation). 2 Das Vortrittsignal ist bei-Kreuzungen von Nebenstrassen mit Hauptstrassen und bei Einmündungen von Nebenstrassen in Hauptstrassen auf der Nebenstrasse überall da aufzustellen, wo der Charakter der Nebenstrasse bei deren Einfall in die Hauptstrasse nicht ohne weiteres erkennbar ist, namentlich an unübersichtlichen Kreuzungs- und Einmündungsstellen. Wo der Verkehr auf der Nebenstrasse regelmässig ein bloss lokaler ist, kann auch in diesen Fällen die Aufstellung des Vorlrittssignals unterbleiben. 3 Das Vortrittsignal ist 50 m vor dem Einfall der Nebenstrasse in die Hauptstrasse aufzustellen. Wo die Verkehrsverhältnisse es erheischen, kann es in grösserer oder geringerer Entfernung aufgestellt werden. 4 Das Vortrittsignal ersetzt in der Regel das Kreuzungsignal (Signal Nr. 3 der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation). Wo die Verkehrsverhältnisse es erfordern, kann das Kreuzungsignal ausnahmsweise als Vorsignal zum Vortrittsignal in 150—250 m Entfernung vom Einfall in die Hauptstrasse aufgestellt werden. Art. 6. 1 Bei Kreuzungen, Einmündungen und Gabelungen von Hauptstrassen ist das Vortrittsrecht der einen Hauptstrasse durch die kantonale Behörde aufzuheben. Diese trifft ihre Verfügung je nach den örtlichen Verhältnissen. 2 Das Vortrittsrecht wird durch die Aufstellung des Vortrittsignals aufgehoben. Art. 5, Abs. 3, dieses Beschlusses ist anwendbar. Als Vorsignal zum Vortrittsignal ist in 150—250 m Entfernung vom Einfall in die Hauptstrasse mit Vortrittsrecht das Kreuzungssignal aufzustellen. Art. 7. 1 Dieser Beschluss tritt am 1. Juli 1934 in Kraft. 2 Die Kennzeichnung der Hauptstrassen mit Vortrittsrecht durch die in den Art. 4 und 5 dieses Beschlusses vorgesehenen Signale hat bis spätestens 1. Januar 1935 zu erfolgen. 3 Die in Art. 6 dieses Beschlusses vorgesehenen Signale sind bis spätestens 1. Juli 1934 aufzustellen. 4 An den Hauptstrassen mit Vortrittsrecht sind die Ortsbezeichnungsignale (Signal Nr. 23 der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation) bis spätestens 1. Januar 1935 aufzustellen. 6 Ausserorts sind die auf Hauptstrassen für die Bezeichnung der Richtung der Nebenstrassen und die auf Nebenstrassen aufgestellten blauen Wegweiser bis spätestens 1. Juli 1934 zu entfernen; ebenso innerorts aufgestellte blaue Wegweiser, die auf eine Ortschaft hinweisen, zu der auf der Ueberlandstrecke eine Nebenstrasse führt. 8 Durch diesen Beschluss werden alle mit ihm in Widerspruch stehenden Bestimmungen der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation aufgehoben. Art. 8. Die Kantone haben die für die Durchführung dieses Beschlusses notwendigen treffen. Massnahmen zu Liste der Hauptstrassen mit Vortrittsrecht. 1. Genf - Vesenaz - Anieres (douane) - Landesgrenze - (Evian). 2. Genf - Chene - Landesgrenze - (Annemasse). 3. Genf - Perly - Landesgrenze - (St-Julien). 4. Genf - Cbancy - Ländesgfenze - (Bellegarde). 5. Genf - Meyrin - Landesgrenze - (St-Genis). 6. Genf - Grand-Saconnex - Landesgrenze. 7. Genf - Rolle - Morges - Lausanne; " 8. Nyon - St-Cergue - La Cure - Landesgrenze. 9. Nyon - Vinzel - Aubonne - Gottens - Cossonay 10. Morges - Aclens * Cossonay 11. Preverenges - Grissier - Cheseaux. 12. Lausanne - Mex - Cossonay - La Sarraz - Vallorbe - Landesgrenze. 13. Cossonay - L'Isle -- Col de Mollendruz. 14. La Sarraz - Orbe - Lignerolle - Ballaigues. 15. Lausanne - Yverdon - Neuenburg. . 16. Yverdon - Orbe - Le Pont - Le Brassus - Le Carroz - Landesgrenze. 17. Abzweigung von Strasse 15 - Essert-s.-Champvent - Vuitebaeuf - Ste-Croix - Fleurier. 18. Yverdon - Estavayer - Payerne - Priburg. 19. Yverdon - Prahins - Thierrens - Moudon - Oron-la-Ville - Attalens. 20. Lausanne - Moudon - Payerne - Murten-Bern. 21. Lausanne - Oron-la-Ville - Romont. 22. Abzweigung von Strasse 20 - Mezieres - Cornes-de-Cerf - ChexbTes. 23. Lucens - Romont. 24. Vaulruz - Oron-le-Chätel. 25. Lausanne - Aigle - St-Maurice - Sitten - Brig- Gondo - Landesgrenze. 26. St-Gingolph - St-Maurice. 27. Abzweigung von Strasse 25 - Noville - Chessel - Einmündung in Strasse 26. 28. Martigny - Grosser St. Bernhard - Landesgrenze. 29. Monthey - Morgins - Landesgrenze. 30. Abzweigung von Strasse 28-Col de la Forclaz - Le Chätelard - Landesgrenze. 31. Siders - Montana. F E U I L L E T O N Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. (14. Fortsetzung) Ein förmlicher Handkuss für die Hausfrau, ein Händedruck mit dem Hausherrn, der ihn, wie immer, in seiner ruhigen und doch herzlichen Art begrüsste. In alltäglichen Redensarten erkundigte sich Jul zuerst mit wenigen Worten nach ihrem Befinden, ihren Erlebnissen, und beide dachten an eine kleine Rasenbank im hochstämmigen. Buchenwald. Es war eines der vielen kleinen Geheimnisse, das sie verband und verstrickte. Er wusste, dass ihrem Manne bekannt war, dass sie sich «hie und da» trafen, mehr aber nicht. Kaum dass er sich an den Professor gewandt hatte, traten Herr und Frau Dr. Heckmann ein. Er in seiner steifen, hölzernen Art, sie, wie immer, verlegen lächelnd, die Hände in gJänzendweisse Glacehandschuhe eingezwängt. Er schien Jul magerer geworden, sie dümmer. Unwillkürlich wandte Jul keinen Blick von dem Assistenzarzt, wie wenn er in seinen verschlossenen Zügen lesen wolle. Er beobachtete jeden seiner Blicke, jedes von ihm gesprochene Wort, jeden von ihm ausgesprochenen Gedanken, aber nichts verriet dem Eingeweihten auch nur das geringste. Lange hatte Jul zu seinen Betrachtungen auch keine Gelegenheit, denn im Handumdrehen hatte der Professor seinen Kollegen in eine Abhandlung verwickelt über die Charakterisierung morphologisch und biologisch nahe verwandter Bakterienarten und erinnerte ihn an die Eigenschaften von Typhusbazillen, die, in einer Bouillon gleichmassig verteilt, sich bei einem Zusatz von Typhusimmunserum zusammenballen und die Bouillon klären, indem die Bakterien in Ballen zu Boden sinken. Vor dem Abendessen jedenfalls eine sehr anregende Unterhaltung. Frau Enid lächelte, Frau Dr. Heckmann glotzte vor sich, bis sie sich aufraffte, um sich über verschiedenes «von drüben» zu erkundigen. Herr Dr. Heckmann beugte sich in einer Gesprächspause zu Jul und fragte ihn verstohlen, welcher Zweck der Einladung zugrunde liege, der Herr Professor habe ihm eine geheimnisvolle Andeutung gemacht, ohne sich im näheren zu äussern. Ein festlich gedeckter, blumengeschmückter Tisch empfing sie. Der Professor, trotz der ungewohnten Jahreszeit im Frack mit weisser Krawatte, erhob sich, das Sektglas in der Hand, räusperte sich feierlich, um seinen Gästen mitzuteilen, dass er sie zu sich gebeten habe, um mit ihnen das Geburtstagsfest seiner lieben Frau zu feiern. Er erinnerte Frau Enid an das gleiche Fest heute vor einem Jahre in ihrem lieben Häuschen in Parapatan. Damals sassen sie sich, wie es immer bei ihnen Gebrauch, allein gegenüber, aber diesmal in einem fremden Lande, aber wie er mit Freuden feststelle, nicht unter fremden Menschen; er verbeugte sich gegen Dr. Heckmann und dessen Frau, dann gegen Jul, er habe mit diesem Brauch gebrochen und auf Wunsch seiner lieben Frau die verehrten Gäste, er verbeugte sich abermals, zu sich gebeten, damit sie an ihrer Freude teilnehmen. Nur eines behalte er sich vor, er blinzelte zur Hausfrau hinüber, nämlich, er machte eine grosse Pause, ihr Alter nicht zu verraten. Und so mögen die Gläser freudig zusammenklingen. Im leisen Singen stiessen die Gläser an. Mit leuchtenden Augen sah Jul zu Frau Enid hinüber. Nur einen Augenblick kreuzten sich ihre Blicke, aber rasch wandte sie sich den anderen zu, wie wenn sie fürchte, Jul könne in seiner Ueberschwenglichkeit in dem einzigen Blick, den sie ihm schenkte, zu weit gehen. Sie wusste auch so, was er ihr zu sagen hatte. Der Professor schritt sodann auf seine Frau zu und küsste ihr die Hand. Freudig und glücklich. Jul aber dachte, während seine Lippen ihre Hand berührten, an jene Stunden unter den Mauern der alten Leopoldsburg. Feierlich und gemessen erfüllte der Assistenzarzt mit einem Handkuss der Hausfrau gegenüber seine Pflicht. Mit lauernden Blikken beobachtete ihn Jul. Frau Dr. Heckmann machte einen tiefen Hofknicks. In fröhlicher Stimmung sassen sie angeregt plaudernd um den Tisch. Man sah den Gästen die freudige Erregung an, selbst dem steifen Assistenzarzt. Am ruhigsten und gelassensten Frau Enid. So verrann die Zeit in anregender Hinundherrede, nur Jul schielte beklommen nach dem wandernden Zeiger der Standuhr am Kamin. Eine fröhliche Gesprächigkeit bemächtigte sich aller, selbst der Assistenzarzt wurde lebhafter. Nur Frau Enid verliess ihre Ruhe nicht. Es schien Jul, wie wenn sie sich bedrückt fühle. Frau Dr. Heckmann wurde immer aufgeräumter und erklärte plötzlich, sie werde nicht früher vom Platze weichen, bis sie nicht die Geschenke gesehen habe. Das sei doch das wichtigste. Aber Frau Enid wehrte lächelnd ab. Und als der Professor dozierte, er sei überzeugt, das liebste sei seiner Frau das Bewusstsein seiner Verehrung, da Hess Frau Enid für einen Augenblick, den nur Jul erfasste, den Kopf sinken. Der Assistenzarzt winkte seiner Frau ab, und als diese sah, dass ihre Neugier wegen der Geschenke vergeblich, machte sie hartnäckig noch einen Versuch und meinte, sicherlich doch wenigstens Seidenstrümpfe.