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E_1934_Zeitung_Nr.027

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* 8 ^ _ _ _ _ _ _ _ AUTOMOBIL-REVUE I934 __ N° 27 Vielleicht entfaltete sich damals das Köxn- dieses Leben, das wir alle nunführen, seinen sicher bald gesund werden wird. Mit erge- Geburts- n Todesazeiee Todesazeige, Yzahlisrsschvne Yzahligsschyne, dien des Einheitsgefühls das Familien, Ge- Vesperernst verloren. benem Gruss Walter Heinrode.» Heinrodel Zytschrift zur Ansicht, Fasnachtszytige, FasnachtavS?wS Vereinsblettli, Rächnige, Gschäftsempfählige u Am nächsten Tag stand ein schönes, grosses Auto vor dem Hotel. Es trug Eva, die Theaterprogramm! Freud u Leid, Aernscht Pompi im Arm hielt, durch einen herrlichen u Humor, Wärtvolls u Nütgaarigs, fridlig Frühlingsnachmittag. Die Wiesen waren grün, Iigts da amene Hüüfli -— es chlys Bilderbuech immer noen lauten, so ist es mir, als natte ulocKe»^ mit gelben a-piu-,, Himmelschlüsseln HirnmaT^M.-iooM,, A„^ut„^t. durchtupft; mvom m T Lauf O„* der A^ Wält! «KIH — Aber AL.. jetz ..J._ isch •...,. es„ Pompi schnupperte die weiche Luft und Zyt, dass den Ornig machsch i däm Gnuusch schien etwas munterer. Der Chauffeur fuhr inne! Tue's erläse, u zwar Stück für Stück in elegantem Bogen vor ein grosses, gelbes — verryss u verbrönn, was nüt meh nutz Haus mit grünen Fensterladen, das gut zu isch, schick zrugg, was de mid begährsch Die Ostersonntagr-Vorstellung war ausverkauft, Publikum und Schauspieler in bester Stimmung. Als Eva nach Aktschluss den Beifall mit Verbeugungen quittierte, überreichte ihr der Theaterdiener einen zierlich geflochtenen Korb, den Blumen umkränzten. In dem Korb lagen bunte Eier und darauf sass ein weisses Häschen, wie man es in den Auslagen der Bonbonsgeschäfte sieht. Von wem kann der Korb sein, dachte Eva, alle meine Bekannten haben mir doch schon Blumen geschickt? Sie lächelte dankend dem Publikum zu. Da stellte das weisse Häschen Eva liess beinahe den Korb fallen. Der Hase war ja lebendig. Der Hase Pompilius Oster-Skizze von Ebba Maran, plötzlich mit energischem Ruck die Ohren auf. Eva Hess beinahe den Korb failen. Der Hase war ja lebendig! In den nächsten Akten fluchte der Inspizient. Er musste alle Mitwirkenden aus Evas Garderobe herausholen und auf die Bühne zerren, so hingegeben spielten sie mit dem kleinen, weissen Hasen. Die Heldenmutter, welche gerne grosse Worte gebrauchte, gab dem Hasen den Namen «Pompilius». Eva nahm Pompilius mit in ihr Hotelzimmer. Sie setzte ihn in ein Kistchen, in dem er aber keine zwei Minuten blieb. Am nächsten Tag erhob sich die Ernährungsfrage. Zum Glück standen auf Evas Wegen, wo immer sie auch ging, einige Gymnasiasten, die bei ihrem Herannahen blutrot wurden und die Mützen herunterrissen. Einen davon sprach Eva am nächsten Morgen an: «Hören Sie mal, ich habe gestern einen Hasen bekommen!» «Ich weiss», sagte der errötete Jüngling, «ich war in der Vorstellung. Sie waren wunderbar und » «Ja, schön», sagte Eva ungeduldig, «aber es handelt sich nicht um mich, sondern um den Hasen. Ich weiss nicht recht, womit ich ihn füttern soll, aber Sie werden das doch sicher im Gymnasium lernen. Wollen Sie mir helfen?» «G-g-g-erne!» stotterte der Junge begeistert und lief dann eiligst zu seinen Kollegen, die ihn an der Ecke erwarteten. Acht Klassen des Gymnasiums schwärmten aus und pflückten grüne Gräser mit einem Eifer, den der Botanikprofessor sonst bitter an ihnen vermisste. In Evas Hotelzimmer häufte sich das Grünzeug zu Bergen. Der Hase futterte lustig drauflos und verdaute sozusagen am laufenden Band. Das Stubenmädchen rang die Hände. Der Hase wurde bekannt in der ganzen Stadt. Eva liebte ihn, er machte Männchen, hoppelte hinter ihr her, wünschte herumgetragen und gestreichelt zu werden und benahm sich genau wie ein verzogenes kleines Kind. Aber dann geschah etwas Schreckliches. Pompilius, kurz «Pompi» genannt, wurde krank. Er sass mit betrübt herabhängenden Ohren in einer Ecke und rührte das schönste Futter nicht an. Acht Klassen des Gymnasiums bestürmten die Zoologieprofessoren mit Anfragen betreffs kranker Hasen. Dann bekam Eva einen Brief: «Sehr verehrtes, gnädiges Fräulein! Durch meinen Jungen erfuhr ich, dass Ihr kleiner Osterhase krank ist. Vielleicht hat er nicht die richtige Nahrung oder der Aufenthalt im Hotel tut ihm nicht gut. Ich würde ihn gerne in Kost und Pflege nehmen und mich ausserordentlich freuen, wenn Sie meinen kleinen Pensionär manchmal besuchen kämen. Darf ich morgen nachmittags meinen Wagen zu Ihnen schicken? Er wird Sie ab 2 Uhr vor Ihrem Hotel erwarten und nach dem Gut Heinrode bringen, wo Ihr Häschen sichtig Pompi aus dem Arm und übergab ihn einem Diener. «Wie schön es hier ist!» saute Eva begeistert. «Ich freue mich sehr, dass es Ihnen gefällt», antwortete er. «Wo ist mein Häschen hingekommen?» fragte Eva. «Es ist bei seinen Geschwistern», erwiderte Walter Heinrode. Wahrhaftig, als Eva und er bei den schönen Kaninchenställen ankamen, gab es da eine grosse weisse Häsin und neun Häschen, von denen man unmöglich herausfinden konnte, welcher Pompilius sei, einer sah genau so aus wie der andere. «Oh!» rief Eva, «der Korb und Pompilius waren also von Ihnen?» «Ja», sagte der grosse Mann und sah einen Augenblick beschämt drein wie ein kleiner Junge, den man ertappt hatte. Und da musste Eva lachen: «Jetzt weiss ich auch, wie Ihr Sohn aussieht; so ein Kleiner, Pausbäckiger, mit blondem Schopf!» «Das ist Helmut», bestätigte Walter Heinrode, «ich wundere mich, dass Sie ihn mir ähnlich finden; er ist eigentlich seiner Mutter, die vor drei Jahren gestorben ist, viel ähnlicher als mir.» «Aber wenn er mich sieht, macht er genau dasselbe Gesicht, das Sie jetzt machen!» meinte Eva, und nun mussten sie lachen. Als der kleine Helmut um die Essenszeit erschien, staunte er sehr. Da sassen sein Vater und die von ferne angebetete Göttin zusammen auf der Veranda und tranken Tee. Und die Göttliche ass Kuchen wie andere Menschen, was Helmut niemals für möglich gehalten hätte. Pompilius erholte sich auf dem Gut rasch. Eva kam öfters, um ihn zu besuchen, und im Sommer hatte Helmut noch viel mehr Grund, sich zu wundern: da heiratete sein Vater die Göttliche. Helmut wurde plötzlich die interessanteste Person im Gymnasium. Einige seiner älteren Kollegen verfassten Gedichte im Wertherstil und drohten mit Selbstmord, aber zum Glück vergassen sie die finstere, Absicht über dem grossen Fussballmateh, der am Sonntag nach der Trauung stattfand. So fiel kein Schatten auf Evas ungetrübtes Glück. Doch einer. Der Hase Pompilius. Den hatte sich die Braut in einem Anfall von Dankbarkeit aus dem Stallchen geholt und, gefrässig wie er war, hatte er in einem unbewachten Augenblick ihr Brautbukett aus Lilien und Myrten zum grössten Teil aufgefressen und sich dabei den Magen, diesmal ganz gründlich, verdorben. Ruum uf! Die Köstlichkeiten der heimischen Mundarten werden heute in steigendem Masse erkannt und geschätzt. Wir bringen in der Folge in zwangsloser Reihe Beiträge in verschiedenen Landesdialelten. Für heute sei dorn «Bärndütsch » ein Platz eingeräumt. Von Emil Balmer. Uf dym Schrybtisch ligt e hööche Stoss vo unerledigte Sache — es luschtigs Chrousimousi, wo sech düre Winter düre aghüüft het: Briefe, Charte, Mahnzeddle, Verlobigs-, den Himmelschlüsselwiesen passte. Ein langer, dunkler Herr half Eva aus dem Wagen, übercho hesch, es isch dy Pflicht — u ver- z'bhalte, schryb ume uf d'Briefsache wo den sagte, er heisse Heinrode, nahm ihr vorgiss niemer derby! Zahl d'Rächnige, versorg d'Quittunge — tue ds letschte Djngeli erledige — mach sufere Tisch — r u u m u f ! Uf der Chällerstäge stanne vertschäuteleti Bluemestöck i verblasste, papierige Cachepots -r- sje sy o einisch schön gsi, hei prächtig blüeit um d'Wienachtszyt ume — aber jetz isch es vür mit ne. — Oben a der Dili, am Lüüchter, mahnt di e Mischtelschtude a feschtlechi Stunde — sie isch chlingeldürr. Ds Chriis über de Bilder Iaht d'Nadle la gah u hinder em grosse Spiegel hets bigott e Spinnhuppele! — So, jetz nimmeh lang gehirmet! Tue zum Ghüder, was dürr u fuul isch, wusch abe, fäg use! Tue ds Bett a d'Sunne — lüft d'Chleider, wasch d'Stuben use — lüpf d'Tannescht im Garte u la wachse, was gschosse het — mach, dass alle färnderige Mischt ab Wäg chunnt — r u u m uf! Du hesch vil öppe ghueschtet der Winter düre — hie u da het di öppis drückt u plaget — d-u hesch der nid Zyt gnoh, em Lyde uf d'Spur z'gah. — Aber jetz wart nimmeh länger: fürt mit em alte Rhüüme un emverhockete Katarrh, use mit em Glidersüchteli u allne Bräschteli! Ryb y, trink Tee, tryb d'Schlaggen use mit Fischtran u settiger Ruschtig, massier, lauf, gang use a die warmi Früehligssunne! Nid numme im Hus — o i dym eigete Lyb: ruum uf ! Aber nid nume der Lyb, o dys Gmüet u dy Seel wei ihrii Früehligsputzete ha. Dies* u das hättisch längschte solle regliere. Du hesch öpperem öppis versproche, hesch aber dys Verspräche nie ghalte. Hesch es vergässe — oder wolle vergässe! Hie u da hets di beschäftiget, de isch ume öppis anders derzwüsche cho. Moralischi Schulde drücke di z'zytewys. Du hesch mit öpperem öppis ungrads gha — hesch's la schüttle — aber d'Sach isch dermit nid besser worde. Drum bsinn di nid lang: tue i d'Ornig, was de chasch, brings umen i ds Glöüs, red z'Bode, lue z'schlichte, mach sufere Tisch, tue ab Ort — es wohlet der de — ruum uf! U jetz, wil de grad am Sufere bisch, so nimm dy Spiegel — nid ds Sackspiegeli oder das, wo den im Täschli nachetreisch, meinen i — nei, da Spiegel, wo de ganz bis töüf ine gseseh i dys Harz! Lue guet, göb dert alles isch, wie-n-es sott sy. I bi sicher, dert isch o no mängs verschwumme un unluter. Ryb^ fescht u guet us mit em Tüechli — lue, wie's staubig u dräckig wird! Nimm di i d'Kur — mach, dass es rüehig wird i der inne, dass de zfride bisch mit der. Lue d'Möntsche z'verstah — fahr ab mit schroffe Vorurteil u böse Lüiin u giftige Güegeni! Chumm wider esmal zue der sälber — los uf ds Härzchlopfe un uf e Pulsschlag! U we de de allne Orte, ussevür un innevür, i jedem Eggen u Gänterli, i allne Schaft u Schublade useputzt hesch — de gang de use, über Fäld u gib em Früehlig d'Hand ! Lah di von ihm la füehre u du wirsch gseh, är luegt di de mit früntligen Augen a — vowäge, w&isch, är hets o lieber mit de sufere Lüt u blanke Gwüsse u hallen Auge, als mit Mudle u Muultrummine u Zibelegrännine! Warum nicht n poraii 1a nen? Wenn sie sorgfältig instand gestellt sind, einwandfrei funktionieren und schön schreiben, versehen sie wieder viele Jahre ihren Dienst. Lager in Underwood, Remington, Continental, Hermes, Royal, auch Ideal führe ich das ganze Jahr. II. HOLDE REGGER, Aarau mid Luzern Telephon 14.55 Telephon 24.387 Modelle aus meiner Kollektion Für Ihre Osterreise neue, elegante Schneider-Costumes und moderne, breitschultrige Mäntel, ganz oder dreiviertel lang. Wählen Sie rechtzeitig! Jetzt grosse Auswahl in neuesten Modellen. H. BRÄNDLI . ZÜRICH z. leonhardseck, Ecke Zähringerstr.} Setiergraben

N» 27 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 19 Das magere Föhrengehölz, das sich vom Miesschachen gegen die obersten Ackerraine des Lärchenhofes hinabzieht, hat nicht umsonst, den Namen «In der Reckholderen» bekommen. Die Reckholdern *) sind dort daheim. Das bedeutet in den Augen des Holzbauern keine Ehrenmeldung; aber das Wäldchen weiss ja auch nichts von Ehrsucht, es will gar nicht um des lieben Nutzens willen auf der Welt sein. Wenn man es nur in Frieden lässt mit seinen versteckten Rehzelten, mit seinen Fuchspfaden .und dem Dachsenbau in dem kleinen verlassenen Steinbruch. 0, der Sommer spielt ihm manchmal recht übel mit! Es hat die Sonne aus der ersten Hand, sie macht sogar den Reckholderbüschen warm. Und die windfesten Föhren, die in lockerem Bestand, älter als hoch, ihre bescheidenen Nachbarn überragen und beschützen, nicht aus besonderer Gewogenheit, sondern mehr aus Standesgefühl und weil sie nicht anders können, — auch diese wetterumworbenen Föhrengreise und ihr zäher Nachwuchs schimpfen manchmal ein wenig über die unverschämte Brathitze, die einem das Harz aus den Poren sauge und dazu das wenige Erdreich unbarmherzig austrockne. Da ist ihm der Herbst ein viel lieberer Geselle, wenn er auch manchmal schon mit recht unfreundlichen Winden daherfährt, mit Regengeflitz und Schlossenhagel. Aber wenn man sich alles Bösen versieht, so können übereins so wunderklare Oktobertage kommen, dass man zu glauben versucht ist, die Welt wolle sich nun in einem goldhellen Garten sänftlich zur Ruhe begeben. Kaum dass etwa ein müder Kläffer das Waldgras absucht und mit wenig Schritten Abstand an dem Rehböcklein vorbeischnürt, das mit geiträussten Ohren im tiefverschwiegenen Wacholdergebüsch kauert und lauert. Meister Grimbart, der Dachs, schleppt schon zur frühen Dämmerzeit die ersten Trauben aus dem Weinberg an der Merzenwand in seinen Bau. Der Weg ist ihm nicht zu weit, er lässt es sich die ganze Nacht hindurch um die süsse Kost sauer werden, redlich nach seinen Begriffen, nach denen der Bauern von Siebenacker als ein verfluchter Erzschelm und abgefeimter Bösewicht. Das Hölzlein «In der Reckholderen» hält es mit dem Dachs, nicht mit den Menschen. Es *) Wacholder. Ostern im Walde Von Alfred Huggeriberger. freut sich göttlich, wenn er jeweilen wieder mit neuer Beute wohlbehalten einfahren kann. Selbst der Winter vermag meinem Wäldchen wenig anzuhaben. Wenn die Schneelast den Föhren zu schwer zu werden droht, geht fast jedesmal wie gerufen irgendein sachtes Windlein auf, das sie ihm abschütteln hilft. Den Axtschlag und das Kreischen der Säge hört es zumeist nur von weitem, weil ja bei ihm nicht gar viel zu holen ist. Und dann — ach nur beileihe kein Gewinsel und kein Geplärr: immer wieder ist ja zur rechten Zeit der Frühling gekommen! Der Frühling — was der da oben alles treibt! 0, wer nur den zehnten Teil davon erzählen könnte! Während im Talgrund von Siebenacker und an den mitternächtigen Wiesenlehnen gegen den Höcklerwald hinauf noch kaum ein Ahnen umgeht, hat der Frühling von dem Hölzchen «In der Reckholderen» schon ganz und gar Besitz genommen. Er spaziert da; mit einem Kleid aus Sonnenstrahlen angetan, hin und her wie ein Prinz, der seines Vaters Reich zurückerobern will, und der sich nun in dessen erstem Bauerngarten einen Rittersporn auf den Hut steckt, um sich so mit ' Heldenlust und Streitmut zu wappnen. Die Föhren und die Wacholderbüsche wispern sich leise Worte zu und sind freudig erschrocken darüber, dass sie nun plötzlich reden können. Der Frühling aber tut vor ihren Augen ganz ungescheut die merkwürdigsten Dmge. Er zündet die Seidelbastkerzen an, dass sie wie Gotteswunder aus Dickicht und Gestrüppe hervorleuchten. Er lässt seiner geöffneten Hand zwei gelbe Schmetterlinge entflattern, die nun wie trunkene Englem auf und nieder gaukeln und vor lauter Herzstaunen gar nicht wissen, was sie mit der Herrlichkeit des Lebens anfangen sollen. Er nascht an den schwarzblauen Wacholderbeeren, die die Waldvögel wohlbedacht für ihn übrig gelassen haben. Er berührt mit seinem Stab die mageren Haselstauden, dass sie den holden Schmuck ihrer Blutenkätzchen alsogleich in Lauwinde wiegen und der gelbe Wunderstaub wie ein Opferwölklein emporsteigt. Wen der Liebgott an einem solchen Festtag ins Reckholderhölzlein hinaufführt, der darf es ihm danken. Und käme er mit Sorgen als mit einem Sack beladen, und hätten Fron und Misslingen die Augen seiner Seele halb blind gemacht, er atmet mit dem Hauch des jungen Frühlings unbewusst ein Fünklein Lebensmut ein. Ja, der Sack Da das grosse Stift der kleinen Stadt gesperrt war und der Pförtner sich nicht überreden Hess, uns einzulassen, wollte mein Freund den Kalvarienberg besuchen, von dessen Schönheit er daheim in Schweden einmal gelesen hatte. Der Ortspolizist, den wir um den Weg fragten, riet uns von unserm kleinen Ausflug ab, denn auf dem Kalvarienberg sei durchaus nichts zu sehen, ganz und gar nichts. Nun, mein Schwede wollte es besser wissen, und wir machten uns auf den Weg. Wir kamen an einer kleinen gotischen Kirche vorbei, traten durch das gewölbte Tor auf den alten Friedhof und sahen einen einbeinigen Mann neben einem Grammophon, sitzen, das er, unserer ansichtig geworden, einen amerikanischen Schlager plärren liess. Die Kirche duftete nach Weihrauch, unser Schritt hallte von den grünen Fliessen wider. Orgeltöne wogten auf wie Windeswehen und uns war, als höben sich die goldenen Gewänder der Heiligen, als wüchsen die Pfeiler, als schwebten flügelrauschend die Cherubim durch den duftenden Raum. Sebastian, der Schöne, der christliche, von fernher getroffene Apoll, duldete lächelnd die Pfeile, Andreas, der Bärtige, trug fröhlich sein schweres Kreuz, und Therese, die Verzückte, starb beseeligt von den wogenden Klängen, in holder Wehmut dahin. Das kleine Orgelmodell an der Brüstung des Chores steigerte das dahinter aufragende mächtige Instrument, dessen Pfeifen das Licht des unsichtbaren Organisten widerspiegelten. Im reichgeschnittenen Gitter jubilierten flötenspielend und zimbelschlagend, harfend und posaunend die Engel. Schönheit feierte sich selbst und wir wurden schweigende Gäste. Gesenkten Hauptes ver- Iiessen wir das selige Kirchlein. Draussen krächzte das Grammophon, der Mann hielt uns seinen grünen Hut hin und fing die Münzen auf. Ein blattloser Nussbaum griff mit allen Aesten, ein Gebet von tausend Händen, über die Kirchhofmauer in den verhängten Abendliimmel, unter dem der grosse Strom in der Tiefe aufschimmerte. Unser Weg führte uns durch Weinberge kann ihm vom Rücken gleiten, und er kann sich recken und strecken, er sieht sich übereins in allen Dingen viel besser bestellt. * * * Der barmherzige Fliederbusch Karfreitagsgang auf den Kalvarienberg. Von Bruno Brehm. mit rötlich blühenden Pfirsichbäumen zum Oelberg hinan. Wie die Grenze des Weines, bemerkte mein schwedischer Freund, mit der Grenze des Katholizismus zusammenfalle, wie des römischen, Limes Bezirk, noch heute, über zweitausend Jahre hinweg, seine Geltung bewahrt habe, wie dieser stjlle Abend heute jenem einen Abend gleiche, der in der Deutschen schönstem Gedicht, in «Hermann und Dorothea», so rein beschrieben sei: Drinnen, im Dunkel des Geästes, bei den flaumgepolsterten Vogelnestern, träumte der steinerne Jakobus mit halbgeöffneten Augen... Also gingen die zwei entgegen der sinkenden Sonne, Die in Wolken sich tief, gewitterdrohend verhüllte, Aus den Schleiern bald hier bald dort mit glühenden Blicken Strahlend über das Feld in ahnungsvoller Beleuchtung. Wie ehrenvoll, wie hold es klingt, solch schöne Worte der eigenen lieben Sprache ein PRIVATKOCH SCHULE VON ELISABETH FÜLSCHER PLATTENSTRASSE 86 ZORI CH7 TELEFON 24.461 Dreizehnjährige Lehrtätigkeit und spätere Leitung in der PRIVAT KOCHSCHULE WIDMER H KURS 24. Apr. 6 Wochen vormittags 5. Juni 6 Wochen vormittags Delikate Süssigkeiten Feine Spezialitäten aus der Conditorei Schurter's Erben Zürich, Niederdorfstrasss 90, b. Central Für telephonische Bestellungen: Tel. 27.287 Pünktliche Hauslieferungen. UlA Zürich-Neu Seidenhof-Uraniastr.-Gerbergj F. Splfzharfh-Grieb, zuricti 8 Feldeggstrasse 58 — Telephon 27,464 SILBERSCHMIED BEfflRE« Sportpreise Juwelen und Goldschmiede-flrbeiten W. WALL1NGER- ZÜRICH Im Hause Och ENTRESOL basel spalenberg 24 Bahnhofstr. 56 Tel. 38.826 marianne reichste auswahl in wolle, seide handarbeiten Strickkleider nach mass,' eigene entwürfe, ständig die neuesten modeile. Zürich rennweg 19 Auto-Decken Reise-Plaids Da es viele Qualitäten von Decken gibt, ist es ratsam, sich an das Spezlalhaus zu wenden ElltltttUt Fr.29.50,37.50,45.- mit Leder- •Inlaisung „ 40.«; 65.-,' 68.. Wellplaids „ 22—, 28.-, 45.- Damenlhiwli,, 22.-; 30.-, 38.« TEPPI OH HAUS Fr. 30.— Anzahlung genügen zum Kauf der neuen Erika; den Best bezahlen Sie in bequemen Monatsraten. 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