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E_1934_Zeitung_Nr.027

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Bern, Mittwoch, 28. März 1934 IV. Blatt der „Antomobil-Revue" No. 27 Blüten um Ostern Von Stephanie Weih Die Erde erwacht! Im Garten, am Bache, im Weidenbusch, auf der Wiese, am Hang, überall. Da stehen die feinen, spitzen Lanzenblätter des Schneeglöckchens; kaum ist die Erde vom letzten Froste befreit, stossen sie durch nach oben hin — entgegen der Sonne, die noch winterliche Luft nach unten durchstrahlt. An den zarten Stengeln wiegen sich — wie geboren aus früher Sonne und spätem Schnee — die weissen, klingenden Glöckchen; die Herz und Auge hören machen, wenn das Ohr nichts vernimmt. Den Hecken am Südhang entströmt der köstliche Duft sonnenerwachter Veilchen; von ihnen ist es nimmer weit zum honigherben Himmelsschlüssel. Und wer um diese Zeit einmal das Glück hat, auf einer Wanderung eine sumpfige Wiese in Moor oder Ried zu sehen, mit dem Allererst-Blühenden, der wird die Farbensymphonie nicht mehr vergessen von der roten, fein gelbbestaubten Primel und dem leuchtend blauen Enzianstern, der goldenen Schlüsselblume, dazwischen etwas matter das Leberblümchen, Szilla und Veilchen mit ihrem befreienden und doch herben Duften, das den Atem beschwingt und das Herz beglückt. Jahr um Jahr ist dies Blumenerwachen ein Sprechen der Erde von dem, was tiefere Osterbotschaft ist: dass immer wieder aus Oede und Düsternis die Auferstehung ge- ' schieht in Farbe und Duft, in Licht, Leuchten und Vielfalt. Der Oster-Krokus bläht Von Kilian Kerst. Während der Mittagsstunde liegen im Park die Bänke voll schlafender Männer. Die Sonne scheint warm, und die Polizei lässt sich nicht sehen. Es ist wie jedes Jahr um diese Zeit. Der Krokus bricht aus der Erde, und in den Bäumen rinnt der Saft. Auf den Zweigen zwitschert es. Vorläufig versuchen sich nur Amsel und Fink, aber die Kinder behaupten singend: «Alle Vögel sind schon da.» Die Kinder kommen am Nachmittag, wann die Männer ausgeschlafen haben und sich verziehen. Sie kommen zusammen mit den vielen Wagen, in denen die neugebornen Babies zappeln. Jedes Jahr gibt es neue Babies, jedes Jahr gibt es neue Krokus. Ja, der Krokus! Dieses Geziingel der violetten, goldgelben und weissen Flämmehen über dem österlichen Rasen. O du erste Liebe des Frühlings! An ihren bunten Liedern klettert Die Lerche selig in die Luft; Ein Jubelchor von Sängern schmettert Im Walde, voller Blut' und Duft. Im Frühling Da sind, so weit die Blicke gleiten, Altäre festlich aufgebaut. Und all die tausend Herzen läuten, Zur Liebesfeier dringend laut. Der Lenz hat Rosen angezündet An Leuchtern von Smaragd im Dom, Und jede Seele schwillt und mündet Hinüber in den Opferstrom. Nikolaus Lenau (1802—1850). Wie viele junge Mädchen durch den Park gehen. Sie laufen an den Krokus vorbei und in die Liebe hinein. Das sind die Glücklichen, Verzückten, die mit der Sonne über die Erde rauschen. Aber die andern, die, besinnlich geworden, mit einer bitteren Melancholie vor den Beeten stehn? — Sie sind voll Groll gegen das lockende Herz, dem die Jahre Hohn sprachen. Vie vielen Frühlingen schon haben diese Mädchen entgegengepocht mit der Schwärmerei eines grossen Erwartens! — Jetzt hassen sie fast diese Jahreszeit und stehen mit einem finsteren Herbst in verbotenem Bund gegen sie. — Aber was kümmert den Frühling ihre Herzen! Er entzündet sich fast an ihrem Widerstand und bricht nur um so königlicher ah. Ueber alle Schicksale hinweg, über alle Jahre. — Gegen Abend surrt der Wind in den schwarzen Baumsilhouetten, um die Zeit, da die Sonne untergeht, die Sterne aufblitzen und draussen auf den Strassen die Stadt lauter braust als am Tag. Die Babies sind schon heimgefahren worden, gleich nachdem das warme Licht zu bleichen begann. Dafür kommen jetzt die Kaufmannslehrlinge zur kurzen Promenade herein. Es sind ihrer soviele, dass der Mann im Kiosk, der am Eingang steht, die Lampe entzündet, um die Auslagen zu beleuchten und die jungen Herren eindringlich auf sie hinzuweisen. Ja, diese Herrschaften! Frühreife Götter, wandeln sie in Wolken von Haarwasser- und Parfümgerüchen. Sie lassen es sieh nicht anmerken, dass sie tagsüber in Bureaus und Kaufläden oft wie Flöhe gehetzt werden. Sie tun so, als seien die Stösse, die sie erhalten aber nicht quittieren können, Neuralgien und Rheumatismen. Sie verdrängen die Demütigungen und sublimieren sie in Nerven- und Muskelzuckungen, denn so etwas haben übrigens ja auch die Alten. Unter den Kaufmannslehrlingen gibt es Dichter. Diese Art geht meist isolieft, ist ohne Hut und öfters von interessanter Blässe. Sie schleichen um romantische Grasplätze, atmen schwer zu den Sternen hinauf und schnuppern dann wieder nach keimenden Blumen abwärts zur Erde. — Man verlache sie nicht! — Sie haben eine ehrliche, aber ach so dunkle Sehnsucht, die in einer Zwangsjacke steckt und den armen Teufeln ganz schwül zumute sein lässt. Aber die anderen Kaufmannslehrlinge, die mit den mondän zugeschnittenen Anzügen und den tadellosen Filzhüten? Die mit den fröhlichen Vogelaugen, dem jovialen Gang und den ewigen Witzen auf den blühenden Lippen? — Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Planlos irrte Jul durch die Strassen, von tausend Gedanken gepeinigt. Ob der Arzt etwas bemerkt habe?' Man müsse es mit ja und nein beantworten. Was er bemerkt haben könne? Er zuckte die Achseln. Jedenfalls sei Enid geistesgegenwärtiger gewesen wie er. Und wenn er etwas bemerkt habe, was die Folge sein könne? Darauf fand er hundert Antworten und keine. Jedenfalls endete der schöne Abend für ihn mit einem Missklang. Aber vor allem für Frau Enid. Dort, wo die Strassenbahn endete, hatten sie sich für den kommenden Tag zu einer frühen Morgenstunde zusammengesprochen. Klopfenden Herzens schritt er ihr. entgegen, und forschend trafen sie seine Blickel Mit' ihrem ruhigen Lächeln reichte sie ihm die Hand. Nichts zeigte etwas Ungewohntes an ihr, aber Jul liess sich dadurch nicht täuschen. Er kannte ihre Selbstbeherrschung. Schnellen Schrittes wanderten sie schweigend Seite an Seite. Jeder lebte in den Gedanken des anderen. Sie wussten beide, dass sie vor einer Aussprache über den gestrigen peinlichen Vorfall standen, der verhängnisvoll wie ein Wetterleuchten drohend vor ihnen stand. Ahnungslos hatte sie sich bisher ihren Gefühlen-für Jul hingegeben unter dem Schütze des Bewusstseins, dass 'kein Dritter Mitwisser ihres Geheimnisses sei. Und gestern... gestern... war ein Schatten über den Sonnenweg ihres Glückes gefallen. Der Schatten ihres Mannes. Sie schauerte. Sie schreckte zurück. Bis jetzt war sie eingewiegt von der Sicherheit der Ueberzeugung, dass niemand von ihren Empfindungen für Jul wisse, betäubt von dem Be-„ wusstsein, die tiefe Liebe eines Mannes zu sich zu fühlen und zu erwidern. So war es bis gestern. Aber nun? Ein Dritter war in das Zauberschloss ihres Glückes eingedrungen und hatte sie aus einem schönen Traum in die fröstelnden Schauer der Wirklichkeit erschreckt. Mit jeder Möglichkeit musste sie in der Zukunft rechnen. In diesem Erkennen stand ihr Mann vor ihr auf. Das Pochen ihres Herzens hatte bisher die Stimme ihres Gewissens übertönt. Ohne rechts und links zu sehen, war sie den Weg ihres ersten Liebesglückes gegangen, sich dessen bewusst, dass sie nur sich selbst Rechenschaft ablegen müsse. Bis jetzt konnte sie ihrem Mann ruhig in die Augen sehen, und sie gestand sich, dass er es verdiene. Wenn auch seine Liebe niemals ihr Herz erzittern liess, wie es Jul vermochte. Sie fühlte, dass er sie liebe, dass eine Enttäuschung zu ihr ihn zu Boden schmettern, sein Leben vernichten würde, der er ihr alles geschenkt, was er nach seinem Wesen, nach seiner Art zu geben hatte. Jedes Opfer müsse sie bringen, um ihrem Manne eine unverdiente Kränkung zu ersparen. Aber nur ein Weg führe zu diesem Ziel in dem Erwachen ihres Gewissens. Die Trennung von Jul! Sie müsse den Mut aufbringen* von Jul zu gehen, auch wenn es ihr Herz koste. Darauf habe ihr Mann zuerst Anspruch. In schweren Kämpfen mit sich selbst in einer schlaflosen Nacht hatte sie sich zu diesem für sie furchtbaren Entschluss durchgerungen. Nicht heute werde sie es tun, dazu fehle ihr die Kraft, aber es müsse geschehen, es müsse sein, wenn ihr auch heute die Kraft des Bewusstseins fehle, wie sie dies ausführen werde. Aber sie werde die Erinnerung einer ungetrübten Seligkeit mit sich nehmen, in dem Erleben des schönsten Traumes eines Frauenherzens, Liebe empfunden und gegeben zu haben, wenn auch um den schmerzlichen Preis, es nicht zeigen zu dürfen. Aber sie werde sich jeden Vorwurfes frei wissen. Sie schulde diese Entsagung ihrem Manne. So quälten sie ihre Gedanken kreuz und quer, während sie schweigend an Juls Seite dahinschritt. Auf einer Rasenbank am Waldrand Hessen sie sich nieder. Oft sassen sie hier beisammen. Jeder wartete, dass der andere beginne. Sie hatte ihren Hut abgelegt, der Wind spielte in ihrem aschblonden Haar und die Sonne zauberte flimmernde Lichter über ihren Scheitel. Ihren Heiligenschein nannte er es. Er war es, der stockend die ersten Worte fand... dass er ihr erst jetzt seine Wünsche bringe... die wenigen Worte, die er gestern zu ihr gesprochen... hätten ihr sicherlich nichts sagen können... (Fortsetzung folgt.) Wer Stumpen und Zigarren raucht, schützt schweizerische Handarbeit