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E_1934_Zeitung_Nr.026

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N» 26 Der Genfer Salon im Bild Minister Stucki im'Gespräch mit Hrn. Dechevrens, Präsident des Organisationskomitees. Minister Stucki als Automobilkenner. Ansicht des neuen Saurer-Heckmotor-Omnibusses schräg von vorn. Die vorliegende Karosserie stellt nur ein Provisorium dar. Der am Hinter-Ende des Chassis eingebaute Sechszylinder-Dieselmotor hat je drei einander horizontal gegenüberliegende Zylinder. Vorbildliches Graber-Cabriolet auf Duesenberg-Chassis, eines der schönsten, aber auch kostspieligsten Ausstellungsobjekte, Rücksicht eines offenen Morris-Vierplätzers mit der für einen englischen Sportwagen typischen Ausgestaltung des Führerabteila. Man beachte den grossen Geschwindigkeitsmesser und Tourenzähler hinter dem elastischen Lenkrad. D?r Saurer-Turmwagen der Städtischen Strassenbahn Zürich. Die Arbeitsbühne läset sich hydraulisch bis auf 4 Meter Höhe über die Fahrbahn heben und durch ein Schneckengetriebe in jede beliebige Richtune einschwenken. Durch eine festeingebaute Ausziehleiter ist sie leich* zugänglich gemacht Beispiel, einer Serien-Karosserie Peugeot-« Berline» mit aerodynamischer Formgebung,

NO 26 II. Blatt BERN, 23. März 1934 Von Stand zu Stand Carrosserie Gygax. Die Firma widmet sich seit ihrer auf das Jahr 1889 zurückgehenden Gründung der Wagenbaukunst. Dass hier Erfährung und handwerksmässiges Können eng miteinander verbunden sind, versteht sich wohl von. selbst. Man sieht es auch den gezeigten Wagen an, dass sie ihren ganzen Aufbau und die Linie nicht einem Werke des Augenblicks, einem zufälligen Entwürfe zu verdanken haben, sondern das verfeinerte Produkt einer Tradition sind, die alle Geschmacksrichtungen und -verirrungen überlebt hat. Die ausgestellte Minerva-Karosserie, ein wahres Kabinettstück des Wagenbaues, ist hiefür ein treffliches Beispiel. Dass Gygax in allen Arten des Oberbaues zu Hause und mit allen Möglichkeiten der Raumgestaltung vertraut ist, erweist das Arbeitsprogramm des Unternehmens, das sämtliche Karosseriearten vorsieht und dabei keiner den Vorzug gibt. Die Entwicklung nach dem Kleinwagen hin hat das Bieler- Geschäft alsbald veranlasst, sich auch auf diesem Gebiete zu betätigen und den Beweis zu erbringen, dass es für den Käufer eines Chassis von kleineren Ausmassen interessant ist, eine individuell gebaute Karosserie erstellen zu lassen. Das Vauxhall- Modell lässt in bezug auf die Linie und die Ausgestaltung nichts zu wünschen übrig. Dennoch passt sich der ganze Aufbau dem Charakter und dem Preis des Chassis vollkommen an. Es besteht nicht, wie man das noch ab und zu sehen muss, ein durch nichts gerechtfertigter Luxus des Oberbaues, dem die Bedeutung der .umkleideten Maschine in keiner Weise ntspricht. Die Cabriolets sind durchwegs mit Verdecken nach eigenem Patent versehen, welche nach ihrer Brauchbarkeit und Lebensdauer dem übrigen Aufbau nichts nachstehen. Gygax ist auch mit jeder Bauweise restlos vertraut. Ob Holz, Metall oder Leichtmetall Verwendung finden soll, in jedem Falle steht ihm ein Stab tüchtiger Facharbeiter zur Verfügung, der der Aufgabe gewachsen ist. Carrosseriewerke Frech-Hoch. Die Firma ist im Salon nur mit zwei Wagen vertreten, die aber durchaus genügen, denn schliesslich kommt es ja dem Aussteller wie dem Besucher auf die Qualität und nicht auf die Masse an. Am eigenen Stand gleich beim Eingang zur grossen Halle steht ein Car Alpin auf Berna- Chassis mit auswechselbarer Karosserie. Der Oberbau besteht aus einen! Stählgerippe mit Aussenverkleidüng aus Alüman. Diese ermöglicht eine entsprechende Verminderung des Gewichtes, so dass die ganze Karosserie nurmehr ein Gewicht von 1200 kg. aufweist. Interessant ist die Vorrichtung, welche das Auswechseln des Oberbaues ermöglicht. Sie stellt eine eigene Konstruktion von Frech dar und hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Auch rein äusserlich darf sie deshalb als gelungen bezeichnet werden, als sie kaum in Erscheinung tritt und die Form und Linie des Wagens durch nichts beeinträchtigt. Als bewegliches Dach wurde das bekannte Sunsaloon-Pullman-Verdeck gewählt, das unter allen Umständen und bei jeglicher Witterung durchaus zuverlässig und betriebsbereit ist. Als ein besonders gelungenes Stück kann der Ganzstahl-Wagen gelten, den die Firma auf dem Stande der General Motors zeigt. Er entspricht weitgehend den Anforderungen der. aerodynamischen Prinzipien bei der Formung des Wagens. Obwohl das Wageninnere sehr geräumig ist und fast 20 Personen Platz bietet, so wirkt doch der ganze Bau so schlank wie nur möglich. Daneben muten die von der gleichen Firma gebauten Möbelwagen, bei denen ebenfalls Stahlgerippe verwendet werden, wie die reinsten Kolosse. Trotz ihrem Fassungs- und Tragvermögen wird durch diese Bauweise eine nicht unerhebliche Gewi obtspinspar.nng erzielt. A. Ruckstuhl, Carrosseriewerke Die Luzerner Firma paradiert nicht auf eigenem Stande, ist aber dafür um so wirksamer bei verschiedenen Marken vertreten, die am Salon beteiligt sind» Bei Fiat finden wir ein Cabriolet auf dem Chassis des Ardita, das allen verwöhnten Anforderungen punkto Geräumigkeit, Linie, Farbenkombination etc. entspricht. Im Kleinwagenbau ist Ruckstuhl ebenso versiert, -was durch zwei Klein-Cabriolets auf Vauxhall-Ghassis zum Ausdruck kommt, Fahrzeuge, die das Entzücken jeder sportliebenden Dame bilden dürften. Bei Berna ist das gleiche Unternehmen mit etwas massigeren Kalibern vertreten, doch zeigt auch der 15plätzige Car alpin jenen gefälligen Aufbau, die dieser Art von Strassenfahrzeugen ihre Gewichtigkeit äusserlich vollständig nehmen. Als Vervollständigung der Kollektion stehen- bei Mercedes-Benz zwei Lastwagen mit modernsten Führerkabinen und äusserst praktisch gebauter, sowie dauerhafter Brücke. Ohne den anderen Objekten auf den vorerwähnten Ständen nahetreten zu wollen, darf man ruhig sagen, dass die Ruckstuhl-Carrosserien zu iSn Rosinen gehören, die aus dem Kuchen herauszupicken jedem Gourmand eine besondere Freude ist. Standard Mineralölprodukte AG. Wer kennt nicht die schmucken Service- Stationen oder Tankstellen, die von weit her in ihrer rot-blau-weissen Aufmachung für Standard-Produkte werben? Sie können einfach nicht übersehen werden. Ebenso geht es mit dem Stand am Salon. Zwar ist seine Farbgebung auf einen recht vornehmen und diskreten Ton abgestimmt, aber der altbekannte Dreiklang der Farben lässt über seine Zugehörigkeit keinen Zweifel. Die Aufmachung erinnert fast an die Fassade eines klassischen Tempels, wo mit den Gläubigen Weise und Schriftgelehrte zusammenkamen. Und warum soll der Schmiertechnik, die im heutigen Motorfahrzeugbetrieb eine so wichtige Rolle spielt, nicht auch eine solche bevorzugte Stätte gewidmet sein? Im Mittelpunkt des Aufbaues steht das neue, in Flaschen gefasste Oel Essolube. Es macht für sich den Anspruch, die Vorteile der paraffinischen mit .denjenigen der naphthenischen Oele zu vereinigen, und daher die fünf an ein richtiges^ Schmiermittel gestellten Anforderungen, 'ftämlich:. günstige Viskositätskurve, Kältebeständigkeit, geringer Ver- N°26 II. Blatt BERN, 23. März 1934 brauch, minimale Kohlenbildung und lange Lebensdauer weitgehend zu erfüllen. Diese Eigenschaften werden durch die Hydrierung erreicht, ein neues in der Oelverfeinerung seit einigen Jahren eingeführtes und vervollkommnetes Verfahren. Mit Hilfe von Wasserstoffgas und unter Anwendung hoher Hitzegrade, sowie eines gewaltigen Druckes wird die chemische Zusammensetzung des Rohöls verändert. Die Moleküle des Oels werden gespalten und ergeben in ihrer neuen Verbindung eben die Schmierqualitäten, die den Gehalt des Essolube ausmachen. Die Vermittlung dieser Erkenntnis verlohnt also wohl einen Besuch am Stande. Er bestärkt uns in der Ueberzeugung, dass nicht nur die Automobiltechnik neue Wege mit Erfolg eingeschlagen hat, sondern dass auch die Betriebsstoffe ebenbürtige Fortschritte gemacht haben. Es ist an uns Verbrauchern, uns diese zunutze zu machen. Shell. Jeder Motorfahrzeughalter weiss von den motorischen Betriebsstoffen mindestens so viel, dass sie von der Quelle im Innern -der Erde bis zum Verbraucher einen tüchtigen Weg zurückzulegen haben. Wie lang und vielseitig, ja wie kompliziert er aber ist, das ist wenigen bekannt. Der Stand der Lumina S. A. hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, den Beschauer in einer originellen Bilderfolge darüber aufzuklären. Wie der Werdegang ein sich ständig in Bewegung befindlicher Prozess darstellt, der nicht nur räumliche Distanzen zu überbrücken hat, sondern die qualitative Umgestaltung und Verfeinerung der Urprodukte besorgt, so rollen auch die Bilder in unaufhörlichem Turnus an unserem Auge vorbei. In bezug auf die Preisgestaltung im Inland ist jene Serie von Aufnahmen interessant, welche die Reise von Oel und Benzin ab unserer Grenze zur Darstellung bringen. Man erkennt, dass es mit der Uebernahme der aus fernen Staaten kommenden Transporte an der Landesgrenze keineswegs sein Bewenden hat, sondern erst hier die eigentliche Aufgabe der einheimischen Vertriebs- und Handelsgesellschaften einsetzt. Der Abtransport, die Einlagerung, die Weiterspedition an den Detaillisten etc. benötigen einen iimfang- 1934 HORCH 780 B 6-Zylinder, nur 10 Steuer-HP, Limousinen, Cabriolets Der Wanderer-Wagen, mit sehr langem Radsland und Schwingachsen, besitzt aussergewöhnlich gute Fahreigenschaften. Er vermag ein sehr hohes Dürchschnittslempo zu halten, nicht zuletzt wegen seiner vortrefflichen Strassen- und Kurvenhaltung. Ausstattung und Ausrüstung des Wanderer entsprechen jenen teuerster Qualitätswagen - wir erwähnen als Beispiele: Viergang - Silentgetriebe, Zentral-Chassisschmierung und Oeldruckbremsen. - Im Preise sowohl, wie in Verbrauch und Unterhalt, gehört er zu den wirtschaftlichsten Wagen. 8- u. 12-Zylinder. Grosse Auswahl moderner Karosserien Vollkommenheit der Konstruktion, Qualität des Materials und Präzision der Verarbeitung, das sind die Voraussetzungen, welche dem Rennwagen der Auto-Union, der vom Horch-Werk hergestellt wurde, am 6. März drei Weltrekorde einbrachten. Dieselben Grundlagen festigen stets von neuem den ausgezeichneten Ruf von Horch. Diese harmonischen Wagen mit den unübertrefflichen Fahrqualiläten zeichnen sich ferner durch volle künstlerische Ausgeglichenheit und besten Komfort aus. Der Horch-Wagen ist zum tonangebenden Meisterwerk der modernen Automobilindustrie geworden. Salon Genf, Stände 14 und 40 CSCHLOTTERBECK AUTOMOBILE A.G. BASEL