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E_1934_Zeitung_Nr.029

E_1934_Zeitung_Nr.029

Der motorisierte

Der motorisierte Weltverkehr > Dieser Erdteil stellt nach wie vor für das Automobil noch Neuland dar. Bedenkt man aber, dass Australien im Jahre 1925 erst einen Gesamtbestand von 291000 Automobilen aufzuweisen hatte, gegen 543 000 im letzten Jahr, so erkennt man daraus doch eine gewisse Durchdringung des Kontinentes, die noch stärker in Erscheinung tritt, wenn man den Bestand des Jahres 1930 mit 593 000 Einheiten berücksichtigt. Die scharfe Rohstoffkrise, welche Australien während der Australien. . . . Fidschi-Inseln . . Australien (franz.) Hawai Neuseeland . . . Andere Inseln . . Samoa Total 1933 . . . Total 1932 . . . • Umfasst nicht alle Gebiete. Gemessen an der Bodenfläche ist Afrika der zweitgrösste Erdteil, doch weist es den geringsten Automobilbestand auf. Mit einer kleinen Abschwächung im Jahre 1932 sind die Bestände in beinahe allen Staaten gestieletzten Jahre heimsuchte, drückt sich deutlich in der Bewegung der Bestandesziffern aus, wobei es jedoch den Anschein hat, als ob der Krisentiefpunkt auch hier überwunden sei. Umgerechnet auf diejenigen Länder mit Beständen über 10 000 Wagen, ergibt sich für die letzten vier Jahre folgendes Bild: Australien. Neuseeland Hawai Total Ozeanien * Asien. Asien, das grösste Völkerreservoir der ganzen Erde, wo nicht weniger als fünf Neuntel aller Menschen leben, steht mit einem Automobilbestand von etwas über einer halben Million erst an vierter Stelle. Im Asien Vergleich zu seiner ungeheuren Bodenfläche weist dieser Erdteil nur eine geringe Automobildichte auf. Unter den einzelnen Ländern nehmen vor allem Britisch-Indien und Japan wie auch Niederländisch-Indien eine Spitzenstellung ein, während die übrigen Staaten nur Bestände unter der 50 000er Grenze zu verzeichnen haben. 1930 593,510 189,777 45,500 831,660 1931 1932 1933 525,846 527,493 543,551 192,576 190,267 165,964 51,096 49,800 49,161 772,284 770,199 761.254 gen. Weitaus den grössten Bestand hat die südafrikanische Union zu melden, die im letzten Jahre über eine Zunahme von 12 000 Einheiten verfügt, was nicht zuletzt mit der Goldkonjunktur in diesem Gebiet zusammenhängt. Mit Ausnahme von Britisch-Ostafrika und Britisch-Westafrika verzeichnen alle Staaten, die Bestände von über 10 000 Einheiten aufweisen, gegenüber dem Vorjahr eine weitere Zunahme. Im einzelnen verteilen sich die verschiedenen Motofahrzeugkategorien laut nebenstehender Zusammenstellung auf die Länder: Land Automobile Touren« Autobusse Lastwagen Motorwagen rüder Arabien 1,340 — — — — Malakka (brit.) 31,037 25,566 — 5,471 4,128 Borneo 102 71 15 16 24 Ceylon 20,006 15,042 2,884 2,080 3,206 China 39,941 28,365 3,349 8,227 1,800 Cypern 1,550 — — — — Indo-China (franz.) 13,935 10,834 1,754 1,347 1,502 Hong-Kong . 3,136 2,305 175 . 656 410 Indien 112,982 69,128 — 43,854 7.445 Irak . 5,000 4,100 — 900 100 Japan 111,379 — — ~ " —• Manschukuo 9,700 4,800 — 4,900 500 Indien (hiederl.) 73,250 55,000 5,250 13,000 15,000 Palästina 3,627 2,115 704 808 784 Persien 11,680 6,595 296 4,789 .. 853 Philippinen 40,959 25,187 — 15,772 626 Siam 7,900 4,200 600 3,100 425 Syrien 13,011 10,079 — 2,932 702 Türkei 7,800 5,200 — 2,600 — Total 1933 508,335 *268,587 »15,027 •110,452 •37,508 Total 1932 486,292 *268,416 +13.274 *97,708 *56,984 * Umfasst nicht alle Gebiete. 1930 1931 1932 1933 Indien 171,000 108,001 108,355 112,982 Japan 98,500 103,900 104,800 111,279 Niederländisch Indien *. 88,178 84,081 71,754 73,250 Philippinen 33,800 38,000 44,700 40,959 China 35,500 34,000 35,000 39,941 Malakka (britisoh) *. 39,409 35,510 30,064 31,037 Ceylon (britisch) 20,670 20,273 19,650 20,006 Indo-China (französisch) 20,447 21,876 22,039 13,935 Syrien 9,600 11,772 12,717 13,011 Persien 8,650 9,950 8,168 11,680 Total Asien 551,467 5"66,363 486,292 508.335 de\ Land Siehe No. et/* der Australien. «Automobil-Revue» Australien Afrika. Automobile Touren- Autobusse Lastwagen Etstwagen Motorwageräder 643,551 414,500 — 129,051 — 1,114 717 — 397 1,294 559 390 — 169 34 49,161 39,842 253 9,066 385 165,964 128,509 — 37,455 23,020 600 — — — — 305 196 14 95 7 761,254 *584,154 +267 *176,233 ^24,740 740,016 •575,153 ^314 •lö^g — AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 29 Land Algerien Angola Congo (belg.) Ostafrika (brit.) . . . . Westafrika (brit.) . . . Kanarische Inseln . . . Aegypten Aethiopien Westafrika (fran.) . . . Liberia Libyen Madagascar Madeira Mauritius Marokko Nyassaland . . . . . . Ostafrika (port.). • . . Rhodesien Seychellen (Inseln) > . Somaliland und Eritrea Südwestafrika Sudan Tripolis Tunis Südafrikanische Union . Total 1933 Total 1932 . . . . . . * Umfasat nicht alle Gebiete. Südafrikanische Union Algier . Aegypten Marokko Rhodesien. . . . . . Britisch Oat-Afrika Tunis Britisch Weat-Afrika . Total Afrika . . . . Afrika Automobile 55,300 3,593 5,313 16,033 12,700 4,700 28,086 543 7,335 96 1,002 3,525 740 2,173 27,485 1,315 4,485 19,006 87 1,400 2,400 2,392 1,020 13,250 168,649 382,628 369,814 Schon acht Tage nach dem grossen Eröffnungslauf der Saison in Monte Carlo findet in Italien die 8. Wiederholung des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt statt, der klassischen Mille Miglia. Schlag auf Schlag folgen sich nun wieder die internationalen Sportereignisse. Der Frühling wird auf allen Fronten die ersten scharfen Kämpfe bringen. Wie das Rennen von Monaco, ist auch die Mille Miglia in ihrer Art einzigdastehend. Auch sie erlebte in einer verhältnismässig kurzen Reihe von Jahren 'einen beispiellosen Aufschwung, so dass sie heute als das grösste und spannendste Geschwindigkeitsrennen über lange Strecken gilt. Für Italien ist die Mille Miglia zu einem eigentlichen Landesereignis geworden, das die Bevölkerung in Aufregung und Spannung versetzt. Nur der Italiener ist einer solchen alles überflutenden Begeisterung fähig, wie sie jedes Jahr den grossen Siegern der Mille Miglia entgegenbrandet. Die Ersten werden als eigentliche Volkshelden gefeiert, und wer einmal an der Spitze über die riesenlange Strecke dahingerast ist, bleibt beim italienischen Volke unvergessen. Ein Anlass wie die Mille Mielia ist für rKe sportliche Leidenschaftlichkeit der Südländer typisch. Ausser im nationalsoz. Deutschland wäre ein solches Rennen hochgezüchteter Sportwagen auf unabgesperrten Strassen nicht denkbar. Um ein derartiges Rennen wagen zu können, wo sich gewissermassen ein ganzes Volk darein schickt, die Strasse Touren- Wagen 47,200 1,510 2,692 10,510 4,653 22,866 427 3,091 56 480 3,000 400 1,682 19,625 2,525 16,161 82 800 1,115 456 11,300 150,500 301,136 *290,102 1980 159,689 47,050 32,627 17,300 10,550 18,949 11,600 14,505 351,931 Autobusse 1,900 1,313 133 25 220 147 43 210 •3,996 *3,751 1931 159,000 47,300 29,157 22,844 16,396 24,321 11,955 14,538 6,200 2,083 2,621 5,523 8,042 3,907 116 4,106 40 522 500 120 344 7,860 1,960 2,845 1,277 521 1,740 18,149 *69,081 •68,880 1932 156,463 62,550 27,230 25,660 18,689 25,036 12,258 13,268 Motor« räder 3,800 168 1,659 2,555 2,515 2,176 615 9 3,000 10 1,765 908 860 938 100 289 172 1,920 32,769 •56,212 •57,122 1933 168,649 55,300 28,086 27,485 19,006 16,033 13,250 12,700 370,880 369,814 382,628 Sportnachrichten Am Sonntag: VIII. Mille Miglia 63 Fahrer starten Lastwagen 600 freiwillig einen halben Tag lang den Aiitqs zu überlassen, muss eine einheitliche Sympathie für den Sport herrschen. Sonst wären solche gewaltigen Manifestationen des Automobils niemals möglich. Wenn heute Italien im Automobilsport Europas eine unbedingt führende Stellung' einnimmt, so dankt dies unser südlicher Nachbarstaat nicht zuletzt auch der grossartigen Popularität seiner Mille Miglia. Eine grosse Zahl von Wagen wird am Sonntag in aller Frühe In Brescia zum Start antreten und darauf viele Stunden lang mit höchsten Geschwindigkeiten über die offenen Landstrassen dahinjagen. Von der Vehemenz dieses Rennens erhält man einen Begriff, wenn man bedenkt, dass einzelne Strassenstrecken von mehreren hundert km Länge letztes Jahr mit den tollen Gesamtdurchschnitten von 160 km/St, erledigt wurden. Die Strasse wird zur Rennbahn, sämtliche Häuser längs der Strecke zu Gratistribünen und die grösseren Dörfer und Städte zu Sammelpunkten von Zehntausenden von enthusiastischen Zuschauern.' Die 1600 km lange Strecke, die von Brescia ausgeht und im gleichen Orte auch wieder endet, der durch dieses Rennen eigentliche internationale Bedeutung bekommen hat, wird ohne Aufenthalt zurückgelegt. Es werden keinerlei Neutralisationen und keinerlei Maximalstundenmittel beobachtet: Sieger ist derjenige, der am schnellsten fährt. Die Mille Miglia ist seinerzeit mit wärmster Unterstützung der Regierung geschafmein dem Herrn Professor gegebenes Versprechen einlösen.» «Sie nehmen doch mit mir den Tee, Herr Doktor?» Er nickte dankend. Ruhig und gesammelt überlegte sie ihr weiteres Verhalten. Jedenfalls war es das klügste, ihn sprechen zu lassen, aber ein unbestimmtes Gefühl sagte ihr, dass er log. Sie glaubte ihm nicht, dass er im letzten Augenblick verhindert war, ihren Mann zu begleiten. Wenn sie das wenigstens wüsste. «Hoffentlich hielt Sie nichts Ernstes von Ihrer Reise ab?» «Durchaus nicht. Eine unbedeutende, aber unaufschiebbare Sache.» «Schade, dass Sie Ihre Frau Gemahlin nicht mitbrachten, Herr Doktor. Wir hätten noch...» «Meine Frau ist wieder bei ihrer Mutter. Das Befinden der alten Dame lässt noch immer zu wünschen übrig.» Das Mädchen servierte den Tee, Frau Enid half ihr, nur um unauffällig Zeit zur Ueberlegung zu haben. Ihr erster Gedanke der Abwehr war gefasst. Sie hatte wieder Platz genommen, ihr gegenüber Dr. Heckmann, dessen glattes, asketisches Gesicht aus dem Halbdunkel des Zimmers wie eine bleiche Maske hervortrat. Frau Enid sprach von belanglosen Dingen. Eine Pause schwelgender Verlegenheit schlich sich durch das Zimmer. «Mein Besuch, gnädige Frau, verfolgt einen gewissen Zweck!» «— ?—» «Darf ich offen sprechen?» Frau Enid nickte. Sie hörte ihr Herz pochen. Der Arzt hatte sich vorgebeut und sah zu Boden, wie wenn er den Blick ihrer Augen meide. Mit leiser Stimme, kaum hörbar, fuhr er fort. «Was ich jetzt sage, wird Sie, gnädige Frau, anfangs vielleicht in Erstaunen setzen, allein berücksichtigen Sie die gute Absicht, die mich leitet. Wenn Sie mich richtig verstehen, werden Sie mir sicherlich dankbar sein.» «Bitte, Herr Doktor.» Wenn diese pein-" liehe Vorrede nur schon zu Ende wäre. Noch vor ihr. «Ich hatte wiederholt Gelegenheit, in Ihrem Hause einen Herrn anzutreffen, dessen Bekanntschaft ich durch Sie machte. Ich glaube, Sie lernten ihn in Salzburg auf einer Durchreise kennen.» Regungslos sass Enid, keine Miene zuckte an ihr. Unbeweglich sah sie auf den Arzt. «Ich will es kurz machen. Meine Gefühle der Ehrerbietung für Sie und der Dankbarkeit gegen Ihren Herrn Gemahl veranlassen mich, verpflichten mich geradezu, Sie vor ihm zu warnen.» Er schwieg. Totenstille. Der Arzt beugte sich zurück und sah mit einem Zucken um den schmalen Mund beobachtend auf Enid. Sie hatte ihre Fassung wiedergewonnen. Was war nun das richtigste? Das, was er sagte, ins Lächerliche zu ziehen... oder Entrüstung, zeigen... ihm die Türe weisen. Und dann? «Mich warnen?... Ich verstehe Sie nicht.» «Der Herr nähert sich Ihnen in einer Art und Weise, aus der zu ersehen ist, dass er Ihre Gunst sucht. Kennen Sie den Ruf dieses Herrn?» «In erster Linie... ich verkenne nicht die gute Absicht, die Sie leitet, und was den-Ruf] dieses Herrn anbetrifft, so ist er mir so gleichgültig, wie er selbst.» Eine leichte Röte überflog das bleiche Gesicht des Arztes. «Aber da dieser Herr in meinem Hause verkehrt, wenn auch nur selten, muss ich doch fragen, wie man über ihn spricht.» «Im weitgehenden Sinne nichts Unehrenhaftes ... bis auf seine gesellschaftliche Stellung Frauen gegenüber.» Mit erkünsteltem Erstaunen hob sie die Augenbrauen. Sie war in ihrem Inneren bereits um einen Schritt weiter, denn die Absicht des Arztes war nun unverkennbar. Allein das wichtigste konnte sie sich nicht beantworten ... ob der Mann sich irgendeine Sicherheit über ihren Verkehr mit Jul verschafft hatte? Denn... ihren Umgang mit Jul konnte man auf zweierlei Art deuten. Sie dachte an ihren Mann und konnte sich einer gewissen Beklemmung nicht erwehren. Aber noch eines beherrschte blitzartig ihr Denken. Sie werde doch Jul nicht verlieren müssen! So dachte sie in ihrer liebenden, weiblichen Unbeständigkeit, trotzdem sie sich in ihrem Inneren darauf schon lange vorbereitet hatte. Aber stets um schwach zu werden, wenn der Ernst dieser Möglichkeit an sie herantrat. «Sie sagen, Herr Doktor», fuhr sie in erkünstelter Ruhe fort, «seine Stellung den Frauen gegenüber? Wie ist das zu verstehen?» «Es ist eine bekannte Tatsache, dass dieser Herr die Gaben der äusserlichen Erscheinung, die er besitzt, gegenüber Frauen in einer Form ausnützt, die nicht nur nach meiner Auffassung von jeder Ehrenhaftigkeit weit entfernt ist. Denn, und damit komme Ich zum eigentlichen Punkt meiner Aussprache, dieser Herr macht aus seinen sogenannten Erfolgen kein Geheimnis. Der Zufall verschaffte mir hier Beweise, die durch keine Gewissenlosigkeit mehr zu überbieten sind.» Lauernd beobachtete der Arzt den Eindruck seiner Worte. Er schwieg und wartete. Nicht einen Augenblick kam Enids Herz ins Wanken. «Interessant, Herr Doktor, ich hätte dies dem Herrn, offen gestanden, nicht zugetraut. Aber, sagen Sie», sie lächelte absichtlich unbefangen, «glauben Sie, dass ich zu den Frauen gehöre, die, wie soll ich sagen... die sich so leicht einer derartigen Gefahr aussetzen? Dazu muss doch eine Frau auch Anlass geben.» «Das, gnädige Frau, ist nach meiner Ansicht der grosse Irrtum. Solchen Männern braucht eine Frau keinen, berechtigten Anlass zu geben. Das harmloseste Entgegenkommen genügt, um sich durch ihn an den Pranger stellen zu lassen.» «Jedenfalls bin ich Ihnen, Herr Doktor, für Ihre wohlgemeinte Warnung sehr dankbar.» Eine leichte Röte überflog das Gesicht des Arztes. Frau Enid stand auf, um die Vorhänge herunter zu lassen, in Wirklichkeit, um Zeit zur Ueberlegung zu gewinnen. Jedenfalls kam sie zu dem Entschluss, alles aufzubieten, dass der Halunke in Freundschaft von ihr gehe. Sie hatte wieder am Teetisch Platz genommen. (Fortsetzung folgt.)

N» 29 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE ien worden. Der Anlass hätte niemals das werden können, was er heute ist, wenn nicht der Fascismus den Sport in seiner Bedeutung längst erkannt und dementsprechend gepflegt hätte. Die Mille Miglia 1934 droht allerdings, was immerhin gesagt werden muss, dieses Jahr durch eine andere Veranstaltung etwas in den Schatten gedrängt zu werden. Es ist die erste ItaHenrundfahrt um die «Coppa del Duce», die sich über 6000 km erstreckt und als gewaltiges Strassenrennen für reine Tourenwagen eine Parallele zur Mille Miglia bildet. Diese Manifestation Die Strecke des Mille-Miglia-Rennens. o n?o 4a 60 verspricht einen Massenstart von Serienwagen der verschiedensten Marken. Da sie ebenfalls durchaus den Charakter eines Rennens besitzt, stellt sie eine eigentliche Konkurrenz für die Mille Miglia dar. Diese wird in Zukunft das reine Rennen für Sportwagen bleiben, während jene für die Serienwagen reserviert ist. Der grössere Umfang der Italien-Rundfahrt vermag die Mille Miglia dieses Jahr deutlich zu übertrumpfen. Ueber die «Coppa del Duce» ist in sämtlichen italienischen Blättern mindestens zweimal soviel zu lesen als über das Rennen vom Sonntag. Selbstverständlich vermindert dies die Bedeutung dieses Laufes in keiner Weise. Durch die Entlastung von den Nutzfahrzeugen, die nun nur bei der italienischen Rundfahrt zu sehen sein werden, erfährt das Rennen im Gegenteil eine straffere Konzentrierung auf die eigentlichen Sportwagen. Das Reglement hat dieses Jahr einzelne Abänderungen erfahren, die das Rennen in einzelnen Details modifizieren, ohne jedoch die Gesamtumrisse zu verwischen. Die Sportwagen sind in die folgenden Klassen untergeteilt: Bis 1100 ccm, bis 1500 ccm,bis 2000 ccm, bis 3000 und über 3000 ccm. Für das Rennen sind wiederum zahlreiche ansehnliche Barpreise ausgesetzt. Der Gesamtsieger erhält 30,000 Lire, der Zweite 20,000 Lire, der Dritte 10,000 Lire. Die Klassenersten werden mit je 2500, die Zweiten mit 2000 und die Dritten mit 1500 Lire belohnt. Im ganzen ist das Rennen mit 150,000 Lire an Preisen dotiert. Wieder sind als Trostprämien insgesamt 26,000 Lire bereitgestellt, welche diejenigen Fahrer erhalten, die innerhalb der Maximalzeit in Brescia eintreffen, ohne jedoch Anspruch auf einen Preis zu haben. Die wichtigste Aenderung betrifit die Zeit der Austragung des Rennens. Bis jetzt war der Start jedes Jahr auf die Vormittagsstunden des Samstags angesetzt. Die Wagen trafen dann immer nach Mitternacht am Sonntag wieder in Brescia ein. Mit dieser Sitte hat man nun 1934 gebrochen. Das Rennen wiird vollständig auf den Sonntag verlegt, und zwar aus verkehrstechnischen Gründen, da die Offenhaltung der Strecke am Samstag nicht immer ganz leicht war. Der Start wird am Sonntag morgen um 4 Uhr früh erfolgen, und zwar treten die kleinen Klassen zuerst ihre Reise an, während die grossen Wagen den Schluss bilden. Eine weitere Aenderung bildet die Routenführung, die zwischen dem Anfangsstück Cremona-Parma und dem Schlussstück Padua-Treviso vorgesehen ist. Die erste Modifikation bezieht nun auch noch Piacenza in die Route ein, während beim letzteren Teil noch Venedig berührt wird. Die Gesamtstrecke misst 20 km weniger als letztes Jahr, demnach noch 1620 km. Da das Rennen fast ausschließlich am Tage stattfindet, rechnet man mit ganz bedeutend erhöhten Gesamtdurchschratten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese neue Mille Miglia ein Mittel des Siegers von 120 km/St, bringt. Ausser den beiden erwähnten Abänderungen verläuft die Gesamtstrecke an gleicher Folge. Von Brescia aus führt die Route durch die Lombardei über Cremona nach Piacenza und Parma, dann weiter dem Nordfuss des Ligurischen Apennins entlang nach dem wächtigen Kontrollpunkte Bologna. Gleich darauf werden dieApenninen überquert, und die Konkurrenten passieren Pistoia, Florenz, Viterbo, um schliesslich Rom als südlichsten Punkt der ganzen Rennstrecke zu erreichen. Hier wenden sich die Fahrer in nordöstlicher Richtung, um der Küste des Adriatischen Meeres zuzueilen. Nacheinander passieren die Fahrer Terni, Spoleto, Perugia, Macerata, um bei Ancona auf das Adriatische Meer zu treffen. Zuerst geht es längere Zeit nördlich der Küste entlang aufwärts nach Pesaro und Rimini; über Forli -und Faenza wird Bologna erreicht, von wo aus nun nach Ferrara abgebogen werden muss. Nach Rovigo und Padova streifen die Konkurrenten erstmals Venedig, um dann über Treviso, Vicenza und Verona wieder dem Ausgangspunkt Brescia zuzustreben. Die Konkurrenten. Die Mille Miglia wird dieses Jahr von 63 Konkurrenten bestritten. Gegenüber den früheren Veranstaltungen ist diese Zahl um ein bedeutendes kleiner. Da jedoch die Nutzfahrzeuge vom Rennen ausgeschlossen sind, bleibt die Ziffer im Verhältnis doch nur wenig hinter der des Vorjahres zurück. Damals nahmen insgesamt 98 Wagen an der Konkurrenz teil, und 30 davon entfielen auf die Nutzfahrzeuge. Die grossen Zeiten des 1000- Meilen^Rennens der Jahre 1930 und 1931 mit über 150 Nennungen scheinen definitiv vorüber zu sein. Immerhin ist bemerkenswert, dass in der interessantesten Klasse über 3000 ccm genau wie 1931 23 Equipen starten. Diese grosse Beteiligung der starken Wagen sichert der Mille Miglia auch diesmal ein besonderes Interesse. Fast ebenso wichtig wie die grösstem Wagen sind bei der Mille Miglia auch die kleinsten Fahrzeuge, da sich hier nach alter Erfahrung jedesmal äusserst harte Kämpfe abspielen. Nicht weniger als 23 Kleinwagen werden am Sonntag anzutreffen sein. Etwas bescheidener sind die mittleren Klassen weggekommen, wo naturgemäss die definitive Entscheidung auch nie fällt. In der kleinsten Klasse konkurrieren IS Fiat-Ballila, 4 M. G. und ein Maserati. Alle diese Wagen sind Neukonstruktionen, die zum Teil nach aerodynamischen Gesichtspunkten karossiert wurden. Bei den sechs Maschinen der Klasse 1500 ccm findet man 4 Alfa Romeo, einen Maserati und — zum erstenmal — auch einen Aston-Martin. Auch Basel Tel. 24.885 Die Nennungen. Klasse 1100 ccm: Startzeit 1. Corsi-X (Fiat) 4 h. 00' 2. Facchetti-Venosta (Fiat) 4 h. 01' 3. Lurani-Penn Hughes (M.G.) 4 h. 02' 4. Malucci-X (Fiat) 4 h. 03' 5. Ragnoli-Ferrari (Fiat) 4 h. 04' 6. Hüll et Mme (M.G.) 4 h. 05' 7. Bianco-Mignanego (Fiat) 4 h. 06' 8. Taruffi-X (Maserati) 4 h. 07' 9. Quers-Fae (Fiat) 4 h. 08' 10. Villoresi-Jonni (Fiat) 4 h. 09' 11. Bergamini-Guastalla (Fiat) 4 h. 10' 12. Chilesotti-X (Fiat) 4 h. 11" 13. Apruzzi-X (Fiat) 4 h. 12' 14. Beccaria-Battilana (Fiat) 4 h. 13' 15. Gilera-Manzoni (Fiat) 4 h. 14' 16. Howe-Thomas (M.G.) 4 h. 15' ist kein Erstlingswerk, sondern das Produkt jahrelanger praktischer Prüfungen unter schwierigsten Verhältnissen Prominente Firmen der Autobranche bestätigen die guten Erfahrungen und hervorragenden Leistungen und verwenden mehr und mehr die neue MONDIA-Zündkerze. Interessenten erhalten Atteste franko zugesandt. Wo nicht erhältlich, direkt durch die Generalvertretung für die Schweiz: Zürich Tel. 44,780 die Klasse 2000 ccm äst gegenüber dem letzten Jahre etwas bescheidener vertreten. Hier starten 11 Alfa Romeo 1750 ccm. In der grössten Klasse konkurrieren als Tourenwagen, die nur geringfügig umgeändert wurden, zwei Lancia und ein Itala. Bei diesem letzteren handelt es sich im übrigen um die Maschine, mit der der berühmte verstorbene Rennfahrer Materassi zahlreiche Erfolge errang. Die andern grossen Wagen sind ausschliesslich Alfa Romeo-Achtzylinder. Hier trifft man auch auf die voraussichtlichen! Sieger des Rennens. Nuvolari hat sich mit Siena zu einer starken Equipe zusammengeschlossen, Chiron startet mit Rosa, Varzi mit Bignami, Ghersi mit Carraroli, Battaglia mit Bianchi, Minozzi mit Soffietti, Tadini mit Barbieri usw. Alle haben 2600 ccm zur Verfügung, die Mittel über 200 km/St, erlauben. Von ganz besonderer Bedeutung für unser Land ist der Start der starken jungen Schweizer-iEquipe Rüesch-Maag auf Alfa Romeo 2600 ccm. In Italien weiss man sehr gut, wie gefährlich diese Mannschaft ist, und man darf auch ruhig damit rechnen, dass die Schweizer den italienischen Favoriten stark zusetzen werden. Selbstverständlich tippt man lim allgemeinen in erster Linie auf Nuvolari, Varzi oder Chiron. Bemerkenswerte Fahrer trifft man auch noch in der kleinsten Klasse, wo M. G. wieder die starken Equipen Lurani-Penn Hughes, Earl Howe-Thomas, Hüll und die deutsche Mannschaft Fork- Charly einsetzt. Den Rekord der Mille Miglia hält die Equipe Borzacchini-Bignami auf Alfa Romeo, die das Rennen 1932 mit dem hervorragenden Stundendurchschnitt von 109,6 km/St. beendigte. Das letztjährige Rennen gewannen Nuvolari und Compagnoni auf Alfa Romeo mit dem Durchschnitt von 108,5 km/St. Die Schweizer-Zündkerze on la Automobilisten, verlangt die Schweizer- Zündkerze MONDIA! Wir bürgen für die Qualität! FIRESTONE IMPORT A.-G. Lausanne Tel. 31.112 St. Gallen Tel. 5408 17. Torriani Tavanti-Petraccioli (Fiat) 18. Ravano-Antioco (Fiat) 19. Caniato-Rocca (Fiat) 20. Fork-Charly (M.G.) 21. Bignami-Savanna (Fiat) 22. Macehi-Jelmini (Fiat) 23. Coppola-Baociocchi (Fiat) Klasse 1500 ccm: 24. Manek-Aubbry (Aston Martin) 25. Vergnini-Monzesi (Alfa Romeo) 26 Berrone-Bortolani (Maserati) 27 Marocchina-Comotti (Alfa Romeo) 28. Pellerano-X (Alfa Romeo) 29. Argentiero-Ferrari (Alfa Romeo) 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37 38. 39. 40. 41. 42. 43. 45. 46. 47 48. 49. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. Klasse 3000 ccm: (weniger schnelle Wagen.) Giovanelli-X (Itala) M.-G. (Lancia) Nardelli-Pintacuda (Lancia) Klasse 2CO0 ccm: Cioni-Cinelli (Alfa-Romeo) Farina-Della Ghiesa (Alfa Romeo) Azzali-X (Alfa Romeo) Beneventano-X (Alfa Romeo) Crivellaro-Bortolon (Alfa Romeo) Castellani-Zordan (Alfa Romeo) Ferraro-X (Alfa Romeo) Restelli-Dell'Orto (Alfa Romeo} Gurgo Salice-Laredo (Alfa Romeo) Pertile-X (Alfa Romeo) IXE-Zuccarini (Alfa Romeo) Klasse 3000 ccm: Nlivolari-Siena (Alfa Romeo) Tadini-Barbier (Alfa Romeo) Chiron-Rosa (Alfa Romeo) Minozzi-Soffietti (Alfa Romeo) Varzi-Bignami (Alfa Romeo) Cattaneo-X (Alfa Romeo) Borelli-Loprete (Alfa Romeo) L. R., Scuderia Ferrari (Alfa Romeo) Cornaggia-Premoli E. (Alfa Romeo) Gramolelli-X (Alfa Romeo) Pellegrini-Santi (Alfa Romeo) Bonetto-X (Alfa Romeo) Dusio-X (Alfa Romeo) Auricchio-Berti (Alfa Romeo) Ghersi P -Garraroli (Alfa Romeo) Battaglia-Bianchi (Alfa Romeo) Sanguineti-X (Alfa Romeo) Santinelli-X (Alfa Romeo) Rovere-Alloatti (Alfa Romeo) Ruesch-Maae (Alfa Romeo) 4 h. 16" 4 h. 17' 4 h. 18' 4 h. 19' 4 h. 20' 4 h. 21' 4 h. 22' 4 h. 40' 4 b. 42' 4 h. 44' 4 h. 46' 4 h. 48' 4 h. 50' 4 h. 52' 4 h. 5V 4 h. 56' 5 h. 00' 5 h. 02' 5 h. 04' 5 h. 06' 5 h. 08' 5 h. 10' 5 h. 12' 5 h. 14' 5 h. 16' 5 h. 18' 5 h. 20' 5 h. 40' 5 h. 41' 5 h. 42' 5 h. 43' 5 h. 44' 5 h. 45' 5 h. 46' 5 h. 47' 5 h. 48' 5 h. 49' 5 h. 50' 5h.51' 5 h. 52' 5 h. 53' 5 h. 54' 5 h. 55' 5 h. 56' 5 h. 57' 5 h. 58' 5 h. 59' Das erste grosse Rennen der Saison, auf dessen Verlauf und Ausgang die gesamte am Automobilsport interessierte Welt gespannt war, gehört nun bereits wieder der Geschichte an, und nun werden sich fast Sonntag für Sonntag die wichtigen internationalen Ereignisse jagen. Schon aus der Schilderung unseres Sonderberichterstatters ging deutlich hervor, dass in sportlicher Hinsicht der Grosse Preis von Monaco nicht ganz den Erwartungen entsprochen hat. Zum Beleg einige Zahlen, die dies deutlich genug illustrieren : Zeit des Erstplazierten 3Std.27'4W 3Std. 31'31%" Stundenmittel 91,808 km/St. 90,102 km/St. Rundenrekord 1' 59" 2' 00" Zum erstenmal seit dem Bestehen dieses Rennens sind die Zeiten des Vorjahres die besseren geblieben. Auf Grund der diesjährigen Trainingsrunden und dem zum Teil neuen, zum Teil gründlich revidierten Maschinenpark, und dem Umstand, dass sich unter den Konkurrenten nicht weniger als 4 der 5 bisherigen Sieger befanden, erwartete man allgemein ein scharfes Rennen und einen bis zum letzten unentschiedenen Kampf. Ein alter Routinier, der noch keinen Grossen Preis dort unten verpasst hat, erklärte den Journalisten, dass selten ein Rennen in Bezug auf den Sieger so offen und ungewiss wäre. Allerdings endete es auch mit einer letztminütlichen Ueberraschung, die aber an dem Umstand nichts geändert hat, dass die Veranstaltung eine relativ harmlose Angelegenheit war, deren friedliche Monotonie nur selten durch forsche Attacken und Intermezzi gestört wurde. Woran lag es ? Einmal mögen die verschiedenen Zwischenfälle während der Trainingstage einzelne Fahrer vorsichtiger gemacht haben, indem sie sich darüber Rechenschaft abgaben, dass diese Strecke auch nicht die kleinste Unachtsamkeit, nicht den geringsten Rechenfehler duldet. Anderseits zeigten schon die Vortage, dass mehrere Maschinen trotz aller Vorbereitung den Anforderungen nicht durchwegs gewachsen waren. Vor allem gaben bei zahlreichen Waeen die Bremsen zu schaffen und die Mehrzahl der Ausfälle ist auf solche Defekte zurückzuführen, wie nachfolgende Zusammenstellung belegen mag : raf Trossi Wimille Earl Howe Varzi Lehoux Taruffi Balestrero Dreyfus Nuvolari Etancelin Straight Nach Monaco. 1933 1934 Bremsdefekte Kerzen- Halte Ausfall HHtaAnt.ll il 2 2 2 1 andere Ursachen HM * Autfall Getriebe Vergaser Vergaser Kupplung Differentialbruch Kollision Brennstoffaufnahme Nur vier Fahrer hatten keinen Halt zu verzeichnen, nämlich der Sieger Moll, Siena, Veyron und Chiron, sofern von dem kurzen Zwischenbalt auf der Strecke abgesehen wird, der ihn den Sieg kostete.