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E_1934_Zeitung_Nr.036

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N« 36 Der Tagesfilm Lebt wohl, ihr Barken am Genfersee! Noch vor einem Menschenalter — so liest man im «Berner Tagblatt» — hätte niemand zu denken gewagt, dass einmal die stolzen Segelbarken mit ihrer Last von behauenen Steinen aus den Steinbrüchen von Meillerie vom Genfersee verschwinden könnten. Jahrhundertelang brachten die breiten Barken mit ihren zwei lateinischen Segeln die Hausteine vom savoyischen Ufer herüber an das waadtländische Gestade, wo alle die alten Städtchen und Dörfer aus den Kalksteinen von Meillerie gebaut wurden. Aber die neue Zeit hat wieder einmal in ihrem Fortschrittstaumel ein paar Jahrtausende zurückgegriffen auf die Baukunst der Assyrer: sie baut ihre Häuser wieder aus gebrannten Ziegeln und nicht mehr aus behauenen Steinen. Die Steinbrüche veröden, und dafür wachsen immer neue Kamine von Ziegelfabriken in den Himmel hinein.. Und mit den Hausteinen verschwinden auch die Barken \om See. Wehmütig denkt heute mancher gute Waadtländer an die Zeiten zurück, da noch die «Dame du Lao, die «Gaillarde», die «Toute-Belle» und die «Reine Berthe» ihre mächtigen Segel über dem blauen Wasser wölbten. Vor dreissig Jahren noch zählte die Flotte der Steinbarken 70—80 wackere Schiffe. Dann riss der Benzinmotor die ersten klaffenden Lücken in die Schar, und heute verdrängen die Lastwagen der Ziegeleien die letzten Barken. Auch der grosse Krieg, in dem Savoyen so manchen tüchtigen Burschen verlor, hat die Reihe der Schiffer dünner machen helfen. Wo seid ihr geblieben, ihr wackeren «Bacounis»? Stramme Burschen waren es. Sie trugen im durchlöcherten Ohrläppchen den dünnen Golddraht, und wenn sie auf ihren geweihten Barken, mit der holzgeschnitzten schmerzensreichen Gnadenmutter als Gallionsfigur, zu den Schweizer Nachbarn hinüberfuhren, dann stolzierten sie mit einem kleinen runden Filzhütlein und weiten Barchenthosen daher. Hosenträger waren nur für «ces Messieurs de Suisse» da; der richtige «Bacouni» gürtete sich mit einem langen roten Wolltuch, das er sich mehrfach um den Leib schlang. Eine grosse Bruderschaft umschloss alle die Schiffer, Fischer und die Süsswasserpiraten, aus denen vorzügliche eidgenössische Pontoniere gemacht werden, rings um den See. Zwischen den Leuten aus beiden Republiken erwuchs sogar eine einheitliche Sprache, vorab eine lange Reihe von feinsten Bezeichnungen für alles, was Wind und Wetter und Wasser angeht. Und all das verschwindet unwiederbringlich in unseren Tagen ... Ausflug... Es ist etwas Beschwingtes in diesem Wort und in diesem Begriff «Ausflug». Man sagt nicht «Ausgang» oder «Ausfahrt», obwohl man meist geht oder fährt, nein, man sagt Ausflug, als ob man wirklich fliege (und man sagte das schon, als an das tatsächliche Fliegen der Menschen noch gar nicht zu denken war). Ein tiefes Naturgefühl des Menschen spricht aus diesem Wort und ein schönes poetisches- Pathos: befreit vom Druck der Erdenschwere, beseelt vom Kraftüberschwang des Frühlings fliegt der Mensch hinaus ins Freie, Weite, wie ein Vogel, Äer keinen Weg und keine Grenze kennt. Nun steht die Form des Ausflugs allerdings oft im Widerspruch zu seinem poetischen Hintersinn. Wenn zum Beispiel ein Kegelklub, eine Vereinigung dicker, behäbiger Männer, mit Jasskarten wohlausgerüstet, im gemieteten Wagen eine Stunde über Land fährt und sich dann im nächsten Dorfgasthaus niederlässt und eine sehr sesshafte Feier beginnt, dann heisst das auch «Ausflug». Aber wo ist da die Beschwingtheit, der stürmische Drang ins Weite und Grenzenlose? Eine rasende Autofahrt, die nur nach Kilometern misst, nennen wir ebenfalls ganz fälschlicherweise «Ausflug». So kann der Mensch nicht aufleben. Ein Kaffeekränzchen, eine Schar mitteilungsbedürftiger, fieberhaft durcheinanderredender Frauen, plaudert sich eine knappe Wegstunde vor die Tore der Stadt, um schwitzend und schwatzend ins erste Gartenetablissement einzufallen und sitzend weiterzureden, zu reden, zu reden. Wo ist da der ursprüngliche Trieb, den Alltag zu vergessen, die Fremde und das Neue zu suchen, wo das Bedürfnis, den vielstimmigen Monolog der Natur zu belauschen? — Auch mancher Familienausflug ist eine Karrikatur auf den tieferen Sinn des Begriffs: Mutter trägt ihr «Seidenes» spazieren, Vater schleppt den zwar unhandlichen, aber dekorativen Spazierstock mit der Elfenbeinkrücke durchs Grüne, Fritzchen muss in seinem dunkelblauen Konfirmationsanzug mit steifem Kragen und schwarzem Hut würdig einherschreiten (und spränge doch so gern einmal über den Graben und tollte umher), während Lieschen, bei j§der| Rast stehen bleibt, aus Angst, die Plisseesf an ihrem neuen Sommerkleid zu zerquetschen. All diese Entartungen des Ausflugs, zu denen auch die traditionelle Herrenpartie am Himmelfahrtstage gehört, sind wohl komisch, aber sie gehen doch auf denselben, hier nur falsch verstandenen Trieb zurück: den Alltag und die Dumpfheit der Städte Tourismus einmal hinter sich zu lassen und in der freien Natur Wachsen und Werden des Frühlings zu sehen und frische Kräfte zu schöpfen aus dem sich ewig erneuernden Born des organischen Lebens. Dass mancher alle Attribute seines Alltags dabei mitschleppt und nie zur-wahren Gelöstheit des Ausflugs kommt, ist fast ebenso traurig wie erheiternd, denn es beweist die innerliche Entfremdung, mit der viele Grossstadtmenschen der Natur gegenübertreten, beweist die Schwunglosigkeit ihres Lebensgefühls, das Trägheitsgesetz der Seele. Die Jugend versteht das Ausfliegen besser: zu Wasser und zu Lande, im Paddelboot, mit dem Wagen, auf dem Fahrrad oder auch auf Schusters Rappen zieht sie an den Freitagen hinaus, unbeschwert vom Ballast ihres Alltags, mit offener Brust und offenem Sinn. Ihre Seele fliegt und erfüllt die tiefere Bedeutung des Wortes tAusflug». H. E. F. Fahrten durch die Heimat Boden seefahri. Besuchen Sie jetzt zur Zeit der Baumblüte die herrliche Landschaft vom Thurgau, und Sie werden voll und ganz auf Ihre Kosten kommen. Erstklassige Strassen führen von Zürich über Winterthur und Frauenfeld zum Bodensee, und unzählige, recht gut unterhaltene Nebenstrassen erschliessen das frohe, grünende Land in all seiner Schönheit. Reich an sehenswerten Schlössern, stattlichen Dörfern und Dörfchen, an sonnigen Rebgeländen, grünen Wiesen, geruhsam plätschernden Feldbächen und ertragreichen Obstgeländen ist die thurgauische Landschaft für eindrucksvolle Tourenfahrten geradezu prädestiniert. 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HB-36"— 1934 AUTOMOBIL-REVUE 23 Der Thunersea !t{ cna . Diese Dokumente können auf Zuchthaus oder Ausweisung lauten, es können aber auch zärtlich beschriebene Fetzen aus den Händen einer einst geliebten Frau sein. Das Schicksal hat wahllos seine Opfer in dieses Heer geworfen, über dem die fürchterlichste Zuchtrute geschwungen wird. Die aufgedonnerten Lobreden, die Zappa in seiner Objektivität ebenfalls aufnimmt verdeutlichen nur das erschreckende Bild dieser Legion, deren Vertreter der französische Spiesser als Kanaillen verabscheut, und die ihm das zweitgrösste Kolonialreich der Welt erobert haben.... Frankreich darf sich auf diese Besatzung nichts einbilden, das steht nach der Lektüre dieses Buches fest Dass es rücksichtslos und ungeschminkt berichtet, ist bei diesem Thema selbstverständlich. Der erwachsene Leser wird für diese Lektüre dankbar sein, die ihm zeigt, wie weit unsere Zivilisation es gebracht hat. ho. 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